Präsentation neurologie 1

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Präsentation neurologie 1

  1. 1. NEUROLOGIE Teil 1
  2. 2. Neurologie Neurologie = Nervenheilkunde Lehre von den Krankheiten und Verletzungsfolgen des zentralen und peripheren Nervensystems Erkennung, nicht operative Behandlung, Prävention und Rehabilitation bei Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems sowie der Muskulatur
  3. 3. Neurologie Neuroanatomie: Wissenschaft, die den Aufbau des Nerven- systems untersucht Neuropathologie: Wissenschaft, die die strukturellen Veränderungen des Nervensystems bei krankhaften Prozessen untersucht
  4. 4. Neuroanatomie Nervenzelle (Neuron): kleinste funktionelle Einheit des Nervensystems; besteht aus Zellkörper (Soma) und Zellfortsätzen (Dendriten, Axon), durch die sie mit anderen Nervenzellen über Synapsen Kontakt aufnehmen und Informationen als elektrische Potentiale weiterleiten kann; Nervensystem: Gesamtheit aller Nervenzellen; hat die Aufgabe, Informationen über die Umwelt und den Organismus aufzunehmen, zu verarbeiten und Reaktionen des Organismus zu veranlassen zentrales Nervensystem (ZNS): Gehirn und Rückenmark peripheres Nervensystem (PNS):• somatisches (Willkür-) Nervensystem• „automatisches“ vegetatives Nervensystem Nervengewebe: Grundbaustein des Nervensystems;• zell (körper-) reiche graue Substanz (Substantia grisea)• faser (zellfortsatz-) reiche weiße Substanz (Substantia alba)
  5. 5. Struktur der Nervenzelle
  6. 6. Synapse
  7. 7. Nervensystem
  8. 8. Peripheres Nervensystem (PNS) umfasst den Teil des Nervensystems, der außerhalb des Gehirns und Rückenmarks gelegen ist besteht aus den Fortsätzen der motorischen und sensiblen Neuronen des ZNS wird weiter unterteilt in das somatische und das autonome NS zum PNS gehören:- Hirnnerven- Spinalnerven (Nerven aus dem Rückenmark)- intramurales Nervensystem (in der Wand von inneren Organen)- einschließlich ihrer Rezeptoren und Erfolgsorgane (z.B: Ganglien, motorische Endplatten,…)
  9. 9. Zentrales Nervensystem (ZNS) besteht aus Gehirn und Rückenmark• Aufgaben:- Integration aller sensiblen Reize, die ihm afferent von innerhalb oder außerhalb des Organismus zugeleitet werden- Koordination motorischer Eigenleistungen des Gesamtorganismus- Regulation aller dabei ablaufenden Abstimmungsvorgänge• Untergliederung in Substantia grisea et alba:- graue Substanz: liegt im Gehirn außen, im Rückenmark innen; besteht vorwiegend aus Nervenzellkörpern- weiße Substanz: besteht vorwiegend aus deren Fortsätzen (Axone); bilden Leitungsbahnen (Tractus, Fasciculus, Lemniscus,…); Kerne „Nuclei“: Ansammlungen von eingestreuten Nervenzellkörpern
  10. 10. Gehirn (Zerebrum) Leistungen des Gehirns und Konnektivität: macht etwa 2% der Körpermasse aus (~ 1300g), hoher O2- und Energiebedarf  benötigt 20% des HMV und verbraucht mehr als 50% der zirkulierenden Glucose; nur geringe Speicherkapazität  Hirnschädigung durch kurzzeitigen Ausfall der Energieversorgung besteht aus ~ 100 Milliarden Nervenzellen, die durch ~ 100 Billionen Synapsen eng miteinander verbunden sind  jedes Neuron ist im Durchschnitt mit 1000 anderen Neuronen verbunden und somit von jedem Startneuron aus in höchstens vier Schritten erreichbar Länge aller Nervenbahnen: ~ 6 Millionen Kilometer Grundprinzip der Gehirnorganisation: topologische Abbildung, d.h. was nebeneinander im Körper liegt, wird in den zuständigen Arealen des Gehirns auch nebeneinander verarbeitet
  11. 11. Gehirn (Zerebrum) Allgemeines:• kranio-rostraler Teil des ZNS• man unterscheidet Großhirnhemisphären, Hirnstamm und Kleinhirn• liegt geschützt in der Schädelhöhle, wird von der Hirnhaut umhüllt• Hauptintegrationsort für alle lebenswichtigen Informationen, die in einem Organismus verarbeitet werden• nicht jede Information gelangt bis zur Hirnrinde und damit zum Bewusstsein  unbewusste Vorverarbeitung von Signalen vor allem in Zentren des Hirnstammes (Schutz vor Reizüberflutung)• Hirnfunktion basiert hauptsächlich auf der Interaktion von stark vernetzten Neuronen über elektrische Impulse  Messung der Gehirnströme und damit Analyse der Gehirnaktivität mittels EEG
  12. 12. Gehirn (Zerebrum) Anatomische Gliederung des ZNS: Prosencephalon (Vorderhirn):- Telencephalon (Endhirn): Cortex cerebri (Großhirnhemisphären), subkortikale Kerne (Basalganglien, Claustrum), Mark- Diencephalon (Zwischenhirn): Thalamus, Epithalamus+Epiphyse, Sub-, Meta-, Hypothalamus (steht in Verbindung mit Hypophyse) Mesencephalon (Mittelhirn): Tectum, Tegmentum, Crura cerebri Rhombencephalon (Rautenhirn):- Metencephalon (Hinterhirn): Cerebellum (Kleinhirn) + Pons (Brücke)- Myelencephalon (Nachhirn): Medulla oblongata (Pyramide, Pyramidenbahnkreuzung) Rückenmark = Myelon Truncus cerebri (Hirnstamm): Mesencephalon + Pons + Medulla obl.
  13. 13. Großhirn Zentrum unserer Wahrnehmungen, des Bewußtseins, Denkens, Fühlens und Handelns• 2 Großhirnhemisphären: an der Oberfläche viele Sulci und Gyri; Trennung in der Sagittalebene durch Fissura longitudinalis, Verbindung über dicken Nervenstrang, das corpus callosum;- Frontalpol (vorderer), Occipitalpol (hinterer Pol) der Hemisphären- Unterteilung der Hemisphäre in 4 Lappen:- Stirnlappen (Lobus frontalis)- Scheitellappen (Lobus parietalis)- Schläfenlappen (Lobus temporalis)- Hinterhauptslappen (Lobus occipitalis)- Sulcus centralis: trennt Stirn- vom Scheitellappen und damit die Zentralregion: Gyrus praecentralis (Region der Willkürmotorik) und Gyrus postcentralis (Region für die Sensibilität)
  14. 14. Großhirn Substantia grisea: die 2-4 mm dicke Oberfläche der Großhirnrinde (Kortex) enthält ~ 20 Mrd. Somata von Nervenzellen und erscheint demzufolge grau; auf ihr lassen sich sog. Rindenfelder lokalisieren, die im Zusammenspiel die (Groß-) Hirnfunktionen ermöglichen;• 3 Typen von Rindenfeldern:- sensorische Felder: verarbeiten Erregungen, die von den Nerven der Sinnesorgane kommen (Sehen, Riechen, Berührung,…)- motorische Felder: aktivieren Muskeln und regeln willkürliche Bewegungen- Gedanken- und Antriebsfelder: Zentren des Denkens und Erinnerns- sensorische und motorische Felder für rechte Körperhälfte sind in der linken Gehirnhälfte lokalisiert und umgekehrt; aber auch Zentren, die nur in einer Hemisphäre vorkommen (z.B: Sprachzentrum in dominanter Hemisphäre) Substantia alba: im Inneren des Großhirns; in dieser verlaufen Axone, die die einzelnen Teile des Großhirns mit anderen Teilen des NS verbinden
  15. 15. Neuroanatomie - Gehirn
  16. 16. Lateralansicht - Gehirn
  17. 17. Lateralansicht - Gehirn
  18. 18. Basalansicht - Gehirn
  19. 19. Basalansicht - Gehirn
  20. 20. Medialansicht - Gehirn
  21. 21. Medialansicht - Gehirn
  22. 22. Coronarschnitt
  23. 23. Neuroanatomie - Gehirn Motorik SomatosensorikSprachemotorisch Sehen Hören
  24. 24. Pyramidenbahn Die Willkürmotorik benutzt lange Nervenfasern, die von der Hirnrinde - dem motorischen Cortex - bis zu den motorischen Vorderhornzellen im Spinalmark (1. Motoneuron) verlaufen = Tractus corticospinalis oder Pyramidenbahn. Die motorischen Nervenzellen sind entsprechend einer somatotopen Architektur angeordnet – d.h. Nervenzellen, die für benachbarte Muskeln zuständig sind, liegen auch im Gyrus präcentralis nebeneinander. Die Nervenzellen für Schlund und Kehlkopf befinden sich dabei am weitesten „unten“, es folgen dann nach „oben“ hin die Nervenzellen für das Gesicht, Arme, Rumpf und Beine. Es entsteht so das Bild eines auf dem Kopf stehenden „ motorischen Homunkulus“ Für die sensible Wahrnehmung im somatosensiblen Cortex des Gyrus postcentralis existiert ein diesem motorischen Homunkulus entsprechendes Äquivalent, nämlich der „sensible Homunkulus“.
  25. 25. MotorischerHomunkulus
  26. 26. PyramidenbahnDie Neuriten der Pyramidenzellen (Betz`sche Riesenzellen, 1. Motoneuron) desGyrus praecentralis der Hirnrinde ( = motorischer Cortex) ziehen als sog.Pyramidenbahn durch das Marklager, laufen fächerartig zusammen (Coronaradiata) und ziehen dann dicht zusammengedrängt durch den hinterenSchenkel der inneren Kapsel (Capsula interna) zwischen Thalamus undLinsenkern und durch die Hirnschenkel (Pedunculi cerebri) weiter zur Brücke(Pons). Hier zweigen Fasern als Tractus corticonuclearis (T. corticobulbaris)ab und kreuzen zur Gegenseite, um die Kerne der Hirnnerven zu innervieren,80-85% der Fasern kreuzen allerdings erst unterhalb der Pyramiden (= eineVorwölbung der Medulla oblongata) zur Gegenseite (sog. „Pyramidenbahn-kreuzung“, Decussatio pyramidum), um im seitlichen Anteil der weißenSubstanz des Rückenmarks (Seitenstrang) als T. corticospinalis lateralis unddem nicht kreuzenden T. corticospinalis anterior weiter nach unten zu ziehen .Die Fasern enden dann synaptisch an den zugehörigen motorischen Vorder-hornzellen (2. Motoneuron) der jeweiligen RM-Höhe, deren Fortsätze alsmotorische Vorderwurzeln das Rückenmark verlassen und sich mit denHinterwurzeln zum Spinalnerven vereinigen, um als motorischer Anteil einesperipheren Nerven zum jeweiligen Muskel zu ziehen.
  27. 27. Pyramidenbahn
  28. 28. Sensibles System Rezeptoren unterschiedlichster Art nehmen in der Peripherie Reize auf, wobei die einzelnen sensiblen Qualitäten dann unterschiedlich weitergeleitet werden, was im Falle einer zentralen Schädigung verschiedenartige und voneinender unabhängige Symptome hervorrufen kann. Alle sensiblen Reize (über Nerv und Spinalganglion fortgeleitet) treten über die hintere Wurzel in das Hinterhorn des Rückenmarkes (RM) ein. Schmerz und Temperatur werden noch im gleichen RM-Segment zur Gegenseite und schließlich in der Vorderseitenstrangbahn zum Thalamus und von dort zur hinteren Zentralwindung (Gyrus postcentralis) der Hirnrinde des Scheitellappens des Gehirns (Tractus spinothalamicus) geleitet. Berührung und Tiefensensibilität (= Lage- und Bewegungsempfinden) werden im gleichseitigen Hinterstrang des RM (Fasciculus gracilis und cuneatus) weitergeleitet, Umschaltung auf das 2. Neuron im Bereich des verlängerten Markes (=Medulla oblongata), erst danach Kreuzung auf die Gegenseite, als Lemniscus medialis durch den Hirnstamm, im Thalamus Umschaltung auf das 3. Neuron, Projektion durch die Capsula interna auf den somatosensiblen Cortex im Gyrus postcentralis. Die Schädigung eines peripheren Nervens verändert alle sensiblen Qualitäten in gleicher Weise.
  29. 29. Sensibles System
  30. 30. Homunkulus In der Anatomie des Gehirns werden die Repräsentationen von Körperregionen auf den primären Rindenfeldern im Bereich der Zentralfurche als sensorischer bzw. motorischer Homunculus verstanden. Für alle sensiblen und motorischen Bahnen gibt es eine Punkt-zu-Punkt- Zuordnung zwischen der Körperperipherie und dem Gehirn (= Somato- topie). Diese Projektionen vom Körper auf das Gehirn entsprechen den sensorischen und motorischen Rindenfeldern. Die Größe des Zellgebietes im Rindenfeld entspricht nicht genau dem Ausmaß des Areals im Körper. Für besonders feinsensible oder feinmotorische Körperabschnitte (z.B. Finger) stehen recht große Rindenareale zur Verfügung, andere Körperteile, die keine fein abgestimmten Bewegungen ausführen und nicht so schmerzempfindlich sind (z.B.Bauch), haben nur relativ kleine Rindenfelder. Der „Homunculus“ (=„kleines Männchen“), der durch die symbolische Nachzeichnung der mit den Cortexarealen assoziierten Körperteile entsteht, ist also gegenüber der tatsächlichen Körpergestalt stark verzerrt.
  31. 31. Neuroanatomie – Homunkulus kortikale Repräsentation der Motorik und der Sensibiltät
  32. 32. Kleinhirn zweitgrößter Gehirnabschnitt• besteht im wesentlichen aus 2 Kleinhirnhälften (Hemisphären), Kleinhirnwurm (Vermis cerebelli) und Kleinhirnstielen (Pedunculus cerebelli rostralis, medius, caudalis)• Aufgaben:- Modulation von Muskelbewegungen, präzise Veränderungen der Muskelspannung (Tonus) und Koordination feiner Bewegungen, die von anderen Gehirnteilen initiiert werden; wirkt vor allem hemmend auf Größe, Umfang und Weite von Bewegungen.- Körperhaltung, Gleichgewicht- Speicherung automatisierter Bewegungsabläufe, Regelung von Bewegungsfolgen (Gehen, Laufen, Tanzen,…)
  33. 33. Zwischenhirn Thalamus: bilateral angelegter Komplex verschiedener Nervenkerngruppen; Faserverbindungen zur Großhirnrinde (und zu anderen Strukturen); Umschaltpunkt für die meisten sensorischen Bahnen; wichtiges regulatives System: filtriert den Informationsfluss von den Sinnesorganen zum Großhirn  Schutz vor Überlastung und Reizüberflutung; Hypothalamus: steuert zahlreiche körperliche (Schlaf/Wach-Rhythmus, Körpertemperatur, Wasser- haushalt,…) und psychische (Freude, Angst, Wut, Enttäuschung,…) Lebensvorgänge; wird selbst teils nerval über das vegetative NS, teils hormonell über den Blutweg gesteuert; über den Hypophysenstiel (Infundibulum) Verbindung mit der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), einer wichtigen Hormondrüse  Bindeglied zwischen NS und Hormonsystem Epithalamus: Steuerung zirkadianer und jahreszeitlicher Rhythmen Subthalamus: Steuerung der Grobmotorik Metathalamus: besteht aus den beiden Kniehöckern (Corpus geniculatum laterale und mediale) = Umschaltstationen der Seh- und Hörbahn
  34. 34. Hirnstamm- stammesgeschichtlich ältester Teil des Gehirns; bildet den untersten Hirnabschnitt , besteht aus auf-/absteigenden Nervenfasern (weiße Substanz) und aus Ansammlungen von Nervenzellen (graue Substanz)- verschaltet und verarbeitet eingehende Sinneseindrücke und ausgehende motorische Informationen; elementare/reflexartige Steuermechanismen; Mittelhirn: Umschaltstelle: Erregungen sensorischer Nerven werden zum Großhirn oder auf motorische Nerven umgeleitet  Regelung der Augenbewegungen, Irismuskulatur, Ziliarmuskeln,… Brücke: Durchgangsstation für alle Nervenfasern; Brückenkerne sind Umschaltstationen der Verbindungen zwischen Großhirn und Kleinhirn Nachhirn: Kreuzungsstelle der Nervenbahnen der beiden Körperhälften; Funktionen sind Steuerung der Atmung, HF, RR, SW,…; weiters sind hier wichtige Reflexzentren (Husten-, Schluckreflex,…) lokalisiert; Übergangsstelle zum RM; Formatio reticularis: Komplex aus grauer Substanz; durchzieht den ganzen Hirnstamm bis zum Rückenmark, besteht aus diffus verteilten Kerngebieten; spielt wichtige Rolle bei der Steuerung des Blutkreislaufes, der Atmung, der Bewußtseinszustände.
  35. 35. Formatio reticularis
  36. 36. Hirnnerven
  37. 37. Hirnnerven1. Nervus olfactorius: ermöglicht das Riechen2. Nervus opticus: leitet optische Impulse3. Nervus oculomotorius: versorgt 4 von 6 Muskeln, die das Auge bewegen; weiters Innervation des m. levator palpebrae superioris, m. ciliaris, m. sphincter pupillae4. Nervus trochlearis: versorgt den oberen schrägen Augenmuskel (Abduktion, Innenrotation, Senkung)5. Nervus trigeminus: leitet u.a. Informationen über Berührungen aus dem Gesicht6. Nervus abducens: versorgt den seitlichen Augenmuskel7. Nervus facialis: ermöglicht mimische Bewegungen und die Geschmackswahrnehmung8. Nervus vestibulocochlearis (N. statoacusticus) : leitet Informationen aus dem Hör- und Gleichgewichtsorgan9. Nervus glossopharyngeus: leitet Informationen (Geschmack) aus dem Schlundbereich und ermöglicht Bewegungen der Schlundmuskulatur (Schlucken)10. Nervus vagus: Wahrnehmung und Bewegung – inklusive Drüsentätigkeit und Hormonausschüttung – von einem Teil der Eingeweide11. Nervus accessorius: ermöglicht Bewegung in zwei großen Hals- und Kopfmuskeln12. Nervus hypoglossus: ermöglicht Bewegungen der Zunge
  38. 38. Blutversorgung des Gehirns Einleitung: Die Blutversorgung des Gehirns beinhaltet den Teil des Blutkreislaufes, der der Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Glucose sowie dem Abtransport von Stoffwechsel- produkten und Kohlendioxid dient Der arterielle Zufluss zum Gehirn wird durch vier große Schlagadern gewährleistet. Je zwei liegen auf jeder Seite des Halses, vorn die innere Halsschlagader und hinten die Wirbelarterie. Der Abfluss des Blutes erfolgt über besondere venöse Hirnblutleiter.
  39. 39. Halsschlagader = A. carotis (vorne),Wirbelschlagader = A. vertebralis (hinten)
  40. 40. Hirnarterien Vorderer Kreislauf: arterieller Zustrom durch A. carotis interna (ACI) dextra et sinistra > aus der A. carotis communis jeder Halsseite > aus Aortenbogen; Karotispuls vor dem Kopfwendermuskel (M.sternocleidomastoideus) zu tasten. nach Schädeleintritt: ACI tritt durch den Canalis caroticus in den Sinus cavernosus ein, bildet hier eine „Karotissiphon“ genannte Schleife (Abgang der A. ophthalmica), die bis zum Karotis-T, der Aufzweigung in die A. cerebri media und A. cerebri anterior reicht. Die ACM versorgt die medialen, die ACA die lateralen Teile der jeweiligen Großhirnhemisphäre mit Ausnahme von Teilen des Temporal- und des gesamten Occipitallappens, die vom hinteren Kreislauf gespeist werden. Die tiefen Kerngebiete (Basalganglien, Thalamus) haben eine gemischte Versorgung. Schliesslich zweigt die A. communicans posterior ab ( Verbindung zur ACP).
  41. 41. Hirnarterien Hinterer Kreislauf: A. vertebralis dextra et sinistra > aus A. subclavia > aus Aortenbogen verlaufen entlang der HWS durch Öffnungen der Querfortsätze der oberen sechs Halswirbel, umrunden den lateralen Teil des Atlas (Atlasschleife), gelangen durch das Foramen magnum in die hintere Schädelgrube und vereinigen sich auf Höhe der kaudalen Brücke zur A. basilaris. Die Endsegmente der Vertebralarterien und die Arteria basilaris entsenden Äste zum RM (A. spinalis anterior), zum Hirnstamm und zum Kleinhirn (A. cerebelli inferior posterior und anterior, A. cerebelli superior). Oberhalb der Brücke teilt sich die Arteria basilaris zu den beiden Aa. cerebri posteriores, die sich in die Aa. occipitales medialis bzw. lateralis teilen und die hinteren Bezirke des Großhirns (Lobus occipitalis inclusive hinterem Hirnpol) sowie Teile des Zwischenhirns versorgen. Die Verbindung zum vorderen Kreislauf wird über die beiden Arteriae communicantes posteriores (s.o.) hergestellt.
  42. 42. Circulus arteriosus Willisii stellt ein Anastomosensystem an der Hirnbasis dar, das vorderes und hinteres Stromgebiet (ACI und A. basilaris) miteinander verbindet die anterioren Hirnarterien (ACA) sind über die Arteriae communicantes anteriores verbunden, die Arteria communicans posterior wiederum verbindet auf jeder Seite die A. cerebri media (ACM) mit der A. cerebri posterior (ACP)  ringförmige Verbindung zwischen vorderem und hinterem Kreislauf unter der Hirnbasis grundsätzlich (d. h. bei ausreichender Adaptationszeit) ist es dadurch möglich, dass ein einziges Hauptgefäß die gesamte Durchblutung des Gehirns aufrechterhält (→ schützende Funktion bei Blockierung einer Arterie)!
  43. 43. Circulus arteriosus Willisii
  44. 44. Hirnvenen Das Blut aus dem Gehirn wird über Hirnvenen zunächst in starre Blutleiter der harten Hirnhaut (Sinus durae matris), dann weiter in die Halsvenen, Gesichtsvenen oder Venen des Wirbelkanals geleitet. 2 Gruppen: Venae cerebri superficiales (= oberflächliche Hirnvenen): Vv. cerebri superiores: sammeln Blut aus dem Frontal- und Parietallappen und leiten es über die Brückenvenen in den S. sagittalis superior Vv. cerebri inferiores: sammeln Blut aus den basalen Regionen des Occipitallappens und münden in den S. transversus und S. petrosus superior. Die V.cerebri media superficialis ist die größte dieser Venen und ist im Sulcus lateralis gelegen. Verbindung der oberen und unteren cerebralen Venen nur durch wenige Anastomosen: wichtigste ist die V. anastomotica superior, mündet in den S. sagittalis superior und ist mit der V. cerebri media superficialis verbunden
  45. 45. Hirnvenen Venae cerebri profundae (= tiefe Hirnvenen): sammeln das Blut aus Zwischenhirn, basalen Teilen der Hemisphären und tiefem Marklager  Drainage in V. cerebri magna Galeni V.cerebri magna (Galeni): nur ca.1cm lang; gebildet durch den Zusammenfluss der beiden Vv. cerebri internae und Vv.basales, verläuft bogenförmig um das Splenium corporis callosi nach oben und mündet in den S. rectus Vv. cerebri internae: sammeln das Blut der dorsalen Gebiete von Thalamus, Pallidum und Striatum Vv.basales: sammeln das Blut der ventralen Gebiete Das venöse Blut verlässt den Schädel hauptsächlich über die V. jugularis interna, die das Blut aus den Sinus sammelt und durch das Foramen jugulare nach außen zieht.
  46. 46. Blutleiter der harten Hirnhaut Sinus durae matris: Die starre Wand der Sinus wird von einer Duraduplikatur gebildet und von Endothel ausgekleidet. Die auf der Oberfläche des Gehirns austretenden Hirnvenen ziehen durch den Subarachnoidalraum zum nächsten Sinus, in den sie direkt oder nach seenartigen Zusammen-Flüssen, Lacunae laterales, münden. Die Sinus laufen an der Schädelbasis hauptsächlich an 2 Stellen zusammen, im Sinus cavernosus der mittleren und im Sinus sigmoideus der hinteren Schädelgrube (= die stärksten Blutleiter) und gehen dann in Venen über, wobei es auch direkte Verbindungen durch den Schädel zu den Venen der Kopfschwarte, Venae emissariae, gibt. Ferner liegen im Inneren des Schädelknochens zahlreiche Venen, Vv. diploicae, die Verbindungen sowohl mit den Sinus als auch mit den frontalen, temporalen und occipitalen Venen der Kopfschwarte haben.
  47. 47. Sinus durae matris Sinus sagittalis superior: verläuft am Schädeldachursprung der Hirnsichel, Falx cerebri, einer Bildung der Dura mater, die zwischen die Großhirnhemisphären ragt. Sinus sagittalis inferior: liegt am Unterrand der Hirnsichel Sinus rectus: führt das Blut des Sinus sagittalis inferior und der Vena cerebri magna zum Zusammenfluss mit dem Sinus sagittalis superior im Confluens sinuum, aus dem der Sinus transversus am Ursprung des Kleinhirnzeltes, Tentorium cerebelli (Bildung der Dura) hervorgeht. Als Sinus sigmoideus zieht er an der Felsenbein-Pyramide entlang zum Foramen jugulare und mündet dort im Bulbus superior venae jugularis in die Vena jugularis interna.
  48. 48. Sinus durae matris Sinus occipitalis: unpaarer Blutleiter; gelangt vom C. sinuum zum Foramen magnum, teilt sich am hinteren Umfang, gewinnt über den Sinus marginalis Verbindung zum Sinus sigmoideus und zum Venengeflecht des Wirbelkanals Sinus sigmoideus: Der C. sinuum ist der Zusammenfluss von S. sagittalis superior und Sinus rectus. Aus ihm geht beidseits der Sinus transversus hervor, verläuft zunächst im Ursprung des Tentorium cerebelli und wird an der Hinterfläche des Felsenbeins zum S. sigmoideus, der durch das Foramen jugulare in den Bulbus superior venae jugularis führt.
  49. 49. Sinus durae matris Sinus cavernosus: paarig, liegt zu beiden Seiten der Sella turcica und der Hypophyse über der Keilbeinhöhle. Hindurch ziehen die ACI und der N.VI, in der seitlichen Wand der N.III, der N.IV, der N.ophthalmicus und basal der N.maxillaris (Äste des N.V) Verbindungen des Sinus cavernosus: S. intercavernosi: verbinden die S.cavernosi vor und hinter der Hypophyse S. sphenoparietalis: läuft bds entlang der Kante der kleinen Keilbeinflügel S. petrosus sup.: zieht bds auf der oberen Felsenbeinkante zum Sinus sigmoideus S. petrosus inferior: gelangt an der Unterkante jedes Felsenbeines in den vorderen Teil des Foramen magnum Plexus basilaris: hat durch das Foramen magnum Verbindung mit den Venengeflechten des Wirbelkanals V. ophthalmica superior: verbindet die S. cavernosi über die V. angularis des Augenwinkels mit den Gesichtsvenen Vv. mediae superficiales et inferiores cerebri
  50. 50. Sinus durae matris
  51. 51. Hirnhäute (Meningen) Bindegewebsschichten, die das Gehirn umgeben und in die RM-Haut übergehen• Pachymeninx encephali: harte Hirnhaut, Dura mater encephali; äußerste Schicht; besteht aus straffem, kollagenem BGW, hat vor allem die Funktion einer Organkapsel• Leptomeninx encephali:- Spinnen (-gewebs-) haut, Arachnoidea mater encephali: mittlere Hirnhaut, liegt dem Gehirn auf ohne in die einzelnen Furchen hineinzureichen; Netzwerk kollagener Bindegewebsfasern, die ihr ein spinnenartiges Aussehen verleihen; Arachnoidalzotten (Pacchioni-Granulationen) = knopfförmige Ausstülpungen der Arachnoidea; reichen in die Hirnsinus und dienen der Liquorresorption;- Cavum subarachnoidale: liegt unter der Arachnoidea, ist mit Liquor gefüllt und bildet den äußeren Liquorraum;- weiche Hirnhaut, Pia mater encephali: innerste Schicht, bedeckt das Gehirn und RM komplett und reicht in alle Furchen hinein; besteht aus weichem, zartem Bindegewebe und vielen Blutgefäßen;
  52. 52. Hirnhäute (Meningen)
  53. 53. Hirnhäute (Meningen) ad Dura mater encephali:• unterteilt sich in 2 Blätter, wobei das äußere Blatt zumindest im Schädelbereich identisch mit der Knochenhaut (Periost) ist; beide Blätter teilen sich zeitweise um starre, mit Endothel ausgekleidete, venöse Blutleiter, die sog. Sinus durae matris, zu bilden; weiters Bildung der Falx cerebri (Hirnsichel): wölbt sich zwischen die beiden Großhirn-Hemisphären vor, trennt diese in sagittaler Richtung und setzt sich fort in die Falx cerebelli: Duraduplikatur, trennt die beiden Kleinhirnhemisphären Tentorium cerebelli (Kleinhirnzelt): querverlaufende Bindegewebsstruktur, die den Occipitallappen des Großhirns vom Kleinhirn trennt  verhindert damit Druckwirkung auf das Cerebellum; bildet weiters gemeinsam mit der Falx ein Zuggurtungssystem, das die Schädelkapsel von innen mechanisch stabilisiert  Schutz vor größeren Massenverschiebungen des Gehirns (z.B: bei Anprall) und in weiterer Folge vor Deformierungen/Zerreißungen von Hirnstrukturen; Cave: bei Raumforderungen  Gefahr der Herniation!• sensible Innervation: Äste des N. ophthalmicus und N. mandibularis (Äste des N.V)
  54. 54. Falx cerebri, Tentorium cerebelli
  55. 55. Liquor cerebrospinalis und Liquorräume• Hauptfunktion: Polsterung des Gehirns und des RM und damit Schutz vor mechanischer Schädigung• Zusammensetzung: normaler Liquor ist wasserklar, farblos, enthält nur wenige Zellen (v.a. T-Lymphozyten); Eiweißgehalt ~0,3g/l, Glucosegehalt ~ 60%;• man unterscheidet einen- äußeren Liquorraum = Subarachnoidalraum- inneren Liquorraum: Überbleibsel des Neuralrohres; im RM der Zentralkanal, im Gehirn das Ventrikelsystem (= hintereinandergeschaltetes Liquorbildungs- und Transportsystem)
  56. 56. Liquor cerebrospinalis und Liquorräume Ventrikelsystem: das Gehirn besitzt vier Hohlräume (Hirnventrikel): zwei Seitenventrikel (Ventriculi laterales) im Telencephalon (Endhirn); stehen über die Foramina interventricularia (Monroi) in Verbindung mit dem dritten Ventrikel (Ventriculus tertius) im Diencephalon (Zwischenhirn); von hier zieht das Aquädukt (Aquäductus mesencephali) zum vierten Ventrikel (V. quartus); setzt sich einerseits in den canalis centralis des RM fort, steht andererseits über zwei Aperturae laterales (Foramina luschkae) sowie einer Apertura mediana (Foramen Magendii) mit dem Subarachnoidalraum, dem äußeren Liquorraum, in Verbindung Liquorbildung: Volumen des Liquorraumes ~ 200ml Liquor; pro Tag werden ~ 600ml Liquor größtenteils in den Ventrikeln von den speziell differenzierten Epithelzellen (Ependymzellen) des Plexus choroideus gebildet; Liquorresorption: in den Arachnoidalzotten (Pacchioni-Granulationen)
  57. 57. Liquorräume
  58. 58. Liquordiagnostik Lumbalpunktion: Punktion des Spinalkanals (L3/L4 oder L4/L5) zur Gewinnung von Liquor zu diagnostischen Zwecken Indikationen: bei Verdacht auf eine Entzündung des ZNS (Meningitis, Encephalitis, Myelitis, PolyradIkulitis) im Rahmej einer Infektion oder einer Autoimmunerkrankung (MS); weiters bei hochgradigem Verdacht aud SAB und negativer BildGebung Pathologische Liquor"e&unde:- Zellz`hl (Pleozytose), EW-Konzentration und Laktat ↑, der Liquorglucose-Gehalt ↓; weiters ↑ der Immunglobuline relativ zum Blut;- bei bakteriellen Entzündungen massive Invasion von neutrophilen Granulozyten, bei viralen Prozessen bevorzugt von Lymphozyten;- manchmal direkter/indirekter (über Antikörper) Erregernachweis;- Meningeosis neoplastica: Nachweis von Tumorzellen im Liquor ( Tumor-Befall der Meningen); Untergruppen sind die Meningeosis carcinomatosa, die M. leucaemica, die M. lymphomatosa;- makroskopische Beurteilung: Trübung  Leukozytenzahl erhöht; gelblich (xanthochrom)  erhöhte EW-Werte, ältere SAB; rötlich  Erys, Blutung
  59. 59. Rückenmark (Medulla spinalis) Lage, Gestalt, Aussehen:• RM: langer Strang, der an den Abgangsstellen der Spinalnerven für die Arme und Beine (Intumescentia cervicalis und lumbalis) deutlich verdickt ist, innerhalb des Wirbelkanals liegt und vom Foramen magnum bis zur Höhe LWK 1 bis 2 reicht; da die WS schneller wächst als das RM (= sog. „Ascensus medullae spinalis“) müssen die Spinalnervenwurzeln einen nach kaudal hin immer längeren Weg innerhalb des Wirbelkanals zurücklegen, um aus „ihrem“ ursprünglichen Zwischenwirbelloch auszutreten; ab dem 1.LWK nur noch Spinalnervenwurzeln im Wirbelkanal (  „Cauda equina“)• nach unten hin läuft das RM spitz als Markkegel („Conus medullaris“) aus, setzt sich in den ~ 1mm dicken Endfaden (Filum terminale) fort; besteht nur noch aus Glia, ist an der Hinterfläche des 2. Steißwirbels befestigt; vorne verläuft von oben nach unten eine kleine Furche, die Fissura mediana anterior, hinten eine kleine Rinne, der Sulcus medianus posterior
  60. 60. Rückenmark (Medulla spinalis) auf beiden Seiten lassen sich 3 Stränge voneinander abgrenzen:- Vorderstrang (Funiculus anterior): paramedian der Fissura mediana- Hinterstrang (Funiculus posterior)- Seitenstrang (Funiculus lateralis)• die Hinterwurzeln der Spinalnerven treten als Fila radicularia jeweils in der Rinne zwischen Hinter- und Seitenstrang (Sulcus lateralis posterior) aus, die der Vorderwurzeln zwischen dem Seiten- und dem Vorderstrang (Sulcus lateralis anterior); Vereinigung der Hinter- und Vorderwurzel zu den Spinalnerven in Höhe der Zwischenwirbellöcher (Foramina intervertebralia) Gliederung: entsprechend der Austrittstellen der Spinalnerven- Hals- oder Zervikalmark (Pars cervicalis): 8 Segmente (C1-C8), jedoch nur 7 Wirbel  erster Spinalnerv tritt über dem ersten Halswirbel (Atlas) aus- Brust- oder Thorakalmark (P.thoracica): 12 Segmente (Th1-Th12)- Lenden- oder Lumbalmark (P.lumbalis): 5 Segmente (L1-L5)- Kreuz- oder Sakralmark (P.sacralis): 5 Segmente (S1-S5)- Schwanz- oder Kokzygealmark (P.coccygis): 1 Segment (Co1)
  61. 61. Rückenmark (Medulla spinalis)
  62. 62. Substantia grisea besteht aus Nervenzellkörpern und hat die Form eines Schmetterlings: Vorderhorn (Cornu anterius): ist der vordere, breite Flügelteil; enthält Motoneurone, die ihre Axone als ventrale Spinalnervenwurzel zu den Muskeln (-spindeln) entsenden; für Bewegung zuständig Hinterhorn (C. posterius): hintere, schmale Flügelteil; erhält über die Axone der sensiblen Wurzelzellen, die über die dorsale Spinalnervenwurzel in das Hinterhorn eintreten, Informationen aus der Peripherie; im RM werden sie entweder auf ein zweites Neuron umgeschaltet oder ziehen direkt über spezielle Bahnen der weißen Substanz ins Gehirn Seitenhorn (Cornu laterale): kleiner Seitenteil im Brust- und Lendenmark, enthält die Somata des vegetativen NS; Efferenzen zum Grenzstrang Commissura grisea: Querverbindung der beiden Schmetterlingsflügel Canalis centralis: verläuft im Zentrum der Commissur, ist mit Liquor gefüllt, stellt den inneren Liquorraum dar
  63. 63. RM - Wirbelkanal
  64. 64. Substantia grisea Zelltypen: Wurzelzellen: bilden mit ihren Axonen die Spinalnerven Binnenzellen: stellen den Eigenapparat des RM dar Schaltzellen (Interneurone): ipsilaterale Verbindung zwischen den Zellen des gleichen Segments, vermitteln Eigenreflexe; Renshaw-Zellen: Interneurone mit hemmender Wirkung auf die Motoneurone Assoziationszellen: ipsilaterale Verbindung von Zellen verschiedener RM-Segmente Kommissurenzellen: kreuzen mit ihren Axonen innerhalb eines Segments auf die Gegenseite Strangzellen: ziehen in die weiße Substanz, übermitteln Informationen an anderen RM-Segmenten und an das Gehirn Assoziations-, Kommissuren- und Strangzellen sind an der Auslösung von Fremdreflexen beteiligt
  65. 65. Substantia alba Ursache der weißen Farbe ist die Myelinisierung der Neuronen  besteht aus zum Gehirn auf- (sensible) oder absteigende (motorische) Bahnen wichtige aufsteigende Bahnen:• Vorderseitenstrangbahn (Tractus spinothalamicus): leitet Impulse der protopathischen Sensibilität (Druck-, Temperatur-, Schmerzempfinung) von den Zellen des Hinterhorns nach sofortiger Kreuzung auf die Gegenseite bis zum Thalamus; bildet das extralemniskale System• Hinterstrangbahn: besteht aus Fasciculus cuneatus und Fasciculus gracilis; leitet ohne Umschaltung im Hinterhorn die epikriptische Sensibilität (= feine Berührungen) in die medulla oblongata; nach Umschaltung im Nucleus cuneatus und gracilis auf das zweite Neuron kreuzen die Fasern auf die Gegenseite. Die Ursprungsneurone liegen in den Spinalganglien; bildet das lemniskale System• Kleinhirnseitenstrangbahn (Tractus spinocerebellaris): entspringt vor allem aus dem Nucleus dorsalis des Hinterhorns und endet ohne Faserkreuzung im Kleinhirn; leitet propriozeptive Informationen (Lage und Stellung von Muskeln, Sehnen, Gelenken)
  66. 66. Aufsteigende sensible Bahnen
  67. 67. Substantia alba wichtige absteigende Bahnen: Pyramidenbahn (Tractus corticospinalis): Faserursprung hauptsächlich im Gyrus praecentralis; 80% der Fasern kreuzen in der unteren medulla obl. auf die Gegenseite, Decussatio pyramidum, und verlaufen als Tractus corticospinalis lateralis im Seitenstrang; restliche Fasern verlaufen ungekreuzt als Tractus corticospinalis anterior im Vorderstrang und kreuzen erst auf Höhe seiner Endigung. Impulsweiterleitung für die willkürliche Motorik über Zwischenneurone an die Vorderhornzellen. Extrapyramidale Bahnen: aus dem Hirnstamm absteigende Bahnen, die die Motorik beeinflussen; T. vestibulospinalis (Gleichgewicht, Muskeltonus), T. rubrospinalis und T. tectospinalis (enden im Zervikalmark, beeinflussen die Motorik von Kopf und oberer Extremität), T. reticulospinalis (aus Brücke und Medulla oblongata); alle enden im Vorderhorn des RM; Neurotransmitter im RM: Glycin (inhibitorisch)
  68. 68. Pyramidenbahn
  69. 69. Motorische und sensible Bahnen
  70. 70. Rückenmark (Medulla spinalis) Schädigungen des RM:• mechanisch: durch Druck (Tumor, Diskusprolaps,…)• traumatisch: Durchtrennung (Querschnittlähmung),• entzündlich: Myelitis, Multiple Sklerose,…• vaskulär: Durchblutungsstörungen (Embolie), Blutungen• angeboren: Missbildungen Untersuchung:• durch seine Lage ist das RM der klinischen Untersuchung nicht direkt zugänglich  Hinweise auf Art und Ort der Schädigung durch Reflexuntersuchungen und die Verteilung von Lähmungen/Gefühlsstörungen neurophysiologische Untersuchungen: funktionelle Überprüfung der einzelnen Bahnsysteme mittels SSEPs (elektrische Nervenstimulation  Ableitung der Reizantwort über Rücken oder sensibler Großhirnrinde) Röntgen (CT,MRT,Myelographie): Erkennung struktureller Veränderungen Angiographie: Fehlbildungen im Blutgefäßsystem
  71. 71. Blutversorgung des Rückenmarks Arterielle Zuflüsse: Vertebral- und Segmentarterien (Aa. intercostales und Aa. lumbales) speisen die A. spinalis anterior und die beiden Aa. spinales posteriores, deren Äste durch radiäre Einstrahlung in die graue und weiße Substanz das RM mit O2- reichen Blut versorgen; Arteriae vertebrales:- Äste der A. subclavia (links aus dem Aortenbogen, rechts aus dem Truncus brachiocephalicus hervorgehend)- geben vor Vereinigung zur A. basilaris zwei dünne Aa. spinales posteriores ab, die an der Dorsalfläche des RM einen Plexus kleiner Arterien bilden.- In Höhe der Pyramidenbahnkreuzung gehen 2 weitere Äste ab, die sich zur A. spinalis anterior vereinigen, welche an der Vorderfläche des RM, am Eingang der Fissura mediana anterior, verläuft.
  72. 72. Blutversorgung des Rückenmarks• A. spinalis anterior (ventralis):- größter Umfang in Höhe der cervikalen und lumbalen Intumescenz- versorgt die Vorderhörner, die Basis der Hinterhörner und den größten Teil des Vorderseiten-Stranges.- Anastomosen zu den hinteren Spinalarterien  RM von einem Gefäßring (sog. Vasokorona) umgeben, von dem aus Gefäße in das RM einstrahlen (Versorgung der Vorderseitenstrangrandzone)• zwei Aa. spinales posteriores: versorgen den übrigen Teil der Hinterhörner und den Hinterstrang
  73. 73. Blutversorgung des Rückenmarks Segmentarterien (Aa.intercostales und Aa.lumbales):- Äste der Aorta thoracalis und abdominalis- von ihren dorsalen Ästen und von den Aa. vertebrales zweigen 31 Spinalarterien ab, von denen nur 8 bis 10 zur Blutversorgung des RM beitragen (die Übrigen dienen der Versorgung der Spinal-wurzeln und der RM-Häute)- das größte Gefäß tritt in Höhe der Intumescentia lumbalis zwischen ThXII und LIII heran = A. radicularis magna venöser Abfluss – spinale Venen:- die abführenden, klappenlosen Venen verlaufen mit den Spinalwurzeln und münden in den epiduralen Venenplexus- bilden ein Netzwerk, an dem eine V. spinalis anterior und zwei Vv. spinales posteriores hervortreten
  74. 74. Blutversorgung des Rückenmarks
  75. 75. Rückenmarkshäute Meninges medullae spinales:• Aufbau: (ähnlich wie Hirnhäute)- äußere Dura marter spinalis: ist NICHT mit dem Wirbelkanal verwachsen  zwischen Knochen und Dura ist ein mit BGW und Fettgewebe ausgefüllter Raum ausgebildet = Epi- bzw Periduralraum (Ausschaltung austretender Nerven durch Applikation von LA  Epi-/Periduralanästhesie)- mittlere Arachnoidea- innere Pia mater: dem RM direkt anliegend; über die Ligamenta denticulata (gezahnte Bänder) mit der Dura in Verbindung  segmentale Aufhängung des RM im mit Liquor gefüllten Subarachnoidalraum• RM ist wie das Gehirn von Liquor cerebrospinalis umgeben  polsterartiger Schutz des ZNS gegen Stoß und Druck von außen• LP: aufgrund des Ascensus gefahrlos möglich (s.o)
  76. 76. Rückenmarkshäute
  77. 77. Reflexe Neuronal vermittelte, gleichartige Reaktionen auf einen bestimmten Reiz; als evolutionäre Adaptionseffekte auf Lebensbedingungen verstanden; Reflexformen: Eigenreflexe (Muskeleigenreflexe): Reizort und Erfolgsorgan ident! Reizung einer Muskelspindel durch Muskeldehnung mittels eines Schlages mit dem Reflexhammer auf die Ansatzsehne führt zur Kontraktion desselben Muskels. Umschaltstelle der Ia- Afferenz auf das alpha-Motoneuron im RM ist lediglich ein Interneuron (= monosynaptischer Reflexbogen)- bei zentraler Schädigung (z.B: Insult): Steigerung der ER und damit Spastik- bei peripherer Schädigung des Reflexbogens selbst (z.B: Neuritis): Abschwächung der ER Fremdreflexe: Reizort und Erfolgsorgan nicht ident! Effekt an einer anderen als an der reizauslösenden Stelle, der Reflexbogen erfolgt hierbei über mehrere Synapsen bzw. Interneurone (= polysynaptischer Reflex). Im Gegensatz zu ER habituierbar, d.h. Abschwächung oder Ausbleiben der Reflexantwort aufgrund von Gewöhnung- Abschwächung oder Ausbleiben der FR v.a. bei spastischer Lähmung
  78. 78. Eigenreflexe - PSR
  79. 79. Eigenreflexe Bizepssehnenreflex (BSR): Auslösung: Schlag auf die Sehne des M. biceps brachii bei leicht angewinkeltem Unterarm. Effekt: Armbeugung im Ellenbogengelenk betroffene Nervenbahnen: C5, C6 und Nervus musculocutaneus Trizepssehnenreflex (TSR): Auslösung: Schlag auf die Sehne des M. triceps brachii kurz oberhalb des Olekranons bei angewinkeltem Unterarm Effekt: Streckung des Unterarms im Ellbogengelenk betroffene Nervenbahnen: C6, C7 und Nervus radialis Radiusperiost-Reflex (RPR): Auslösung: Schlag auf das untere Drittel des Radius bei leicht gebeugtem Unterarm in Mittelstellung zwischen Supination und Pronation. Effekt: Beugung des Unterarms im Ellenbogengelenk durch Anspannung des Musculus brachioradialis. Betroffene Nervenbahnen: C5, C6 und Nervus radialis
  80. 80. Eigenreflexe Fingerbeugereflex (Trömner-Reflex) Auslösung: Dehnung der Fingerbeugermuskeln durch eine von volar ausgeführte Bewegung gegen die Kuppen der leicht gebeugten Finger 2-5 Effekt: Fingerbeugung Betroffene Nervenbahnen: C7, C8, Nervus medianus und Nervus ulnaris Patellarsehnenreflex (PSR): Auslösung: kurzer Schlag auf die Patellarsehne bei gebeugtem Kniegelenk Effekt: Anspannung des M. quadriceps femoris und Kniegelenksstreckung Betroffene Nervenbahnen: L2, L3, L4 und Nervus femoralis Achillessehnenreflex (ASR): Auslösung: Dehnung des M. triceps surae durch Schlag auf die angespannte Achillessehne. Effekt: Kontraktion des Muskels und Streckung des Sprunggelenks Betroffene Nervenbahnen: S1, S2 und Nervus tibialis
  81. 81. Fremdreflexe Kornealreflex (Lidschlußreflex): Auslösung: Korneareizung (mechanisch, chemisch oder thermisch) Effekt: Lidschluss Betroffene Nervenbahnen: Hirnnerven V und VII Pupillenreflex: Auslösung: Lichteinfall ins Auge Effekt: Verengung der Pupille Betroffene Nervenbahnen: Hirnnerven II und III Kommentar: Durch die Verschaltung beider Edinger- Westphal-Kerne auf Hirnstammebene kommt es auch bei Lichteinfall in nur ein Auge zur Pupillenverengung des anderen Auges. Reflexausfall bei Schädigung sowohl der Sehnerven, der Sehbahnen oder der Hirnstammkerne, ist deshalb beim Hirntod nicht mehr auslösbar.
  82. 82. Fremdreflexe Schluckreflex: Auslösung: Berührung der Schleimhaut im Bereich des Zungengrundes, der Schlundenge (Gaumenbögen) bzw. der RHW Effekt: Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme ohne Aspirationsgefahr Betroffene Nervenbahnen: Hirnnerven IX und X Würgreflex (Gaumenreflex): Auslösung: Berühren der Hinterwand des Rachens. Effekt: Würgen bis Erbrechen Betroffene Nervenbahnen: Hirnnerven IX und X Kommentar: Reflexausfall bei Hirntod aus; kann also zu dessen Feststellung getestet werden.
  83. 83. Fremdreflexe Bauchhautreflex (BHR): Auslösung: Bestreichen der Bauchdecke Effekt: Kontraktion des M. obliquus abdominis und Verziehen des Nabels zu der Seite, auf der der Reiz ausgelöst wurde. Betroffene Nervenbahnen: Th8-Th12 Kremasterreflex (Hodenheberreflex): Auslösung: Bestreichen der Innenseite des Oberschenkels Effekt: Zug des Hodens zum Körper. Betroffene Nervenbahnen: L1/L2 Analreflex (Perinealreflex): Auslösung: Reiz neben dem oder am After (z.B. Einführen eines Fingers). Effekt: Kontraktion des Musculus sphincter ani externus Betroffene Nervenbahnen: S4/S5
  84. 84. Pathologische Reflexe Fremdreflexe, die bei Schädigungen absteigender motorischer Bahnen auftreten (Pyramidenbahnzeichen) Babinski-Reflex: Dorsalextension der Großzehe und Spreizung der anderen Zehen durch Bestreichen der Fußsohle von unten lateral nach oben medial Oppenheim- und Gordon-Reflex: Bestreichen der Tibia- Vorderkante von oben nach unten bzw. Kompression der Wadenmuskulatur zeigen jeweils denselben Reflexerfolg wie der Babinski-Reflex
  85. 85. Babinski-Reflex

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