Sprache und Politik
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  • 1. Mitglied der Webinar „Sprache und Politik“ Prof. Dr. Heidrun Kämper Institut für Deutsche Sprache, Mannheim
  • 2. Mitglied der Verlauf – – – – – Was ist Politik? Was ist politisches Handeln? Perspektiven politischen Handelns Was heißt: ‚Sprache und Politik‘? Ebenen politischer Sprache  Diskursebene  Textebene  Wortebene
  • 3. Mitglied der Was ist Politik? – „Gesamtheit aller Interaktionen .., die auf die autoritative [durch eine anerkannte Gewalt allgemein verbindliche] Verteilung von Werten [materielle wie Geld oder nichtmaterielle wie Demokratie] abzielen“ (Schimmelfennig 2010)
  • 4. Mitglied der Was ist politisches Handeln? – „Soziales Handeln, das auf Entscheidungen und Steuerungsmechanismen ausgerichtet ist, die allgemein verbindlich sind und das Zusammenleben von Menschen regeln“ (Bernauer 2009, 32).
  • 5. Mitglied der – – – – – – – – – Perspektiven politischen Handelns Gesellschaft und ihre Teilsysteme Demokratie / Teilhabe / Partizipation Ethik / Menschenrechte Emanzipation / Gemeinwohl Macht / Herrschaft Konsensbildung – Kompromissherstellung Legitimierung Parteien / Parteiprogramme …
  • 6. Mitglied der Was heißt Sprache und Politik? – „staatliches oder auf den Staat bezogenes Reden“ (Dieckmann 1975, 29) – „das politikbezogene Sprechen der Bürger bzw. die politische Mediensprache der Journalisten“ (Burkhardt 2008, 98)
  • 7. Mitglied der Was heißt Sprache und Politik? – Politisches Handeln und Sprechen ist interessegeleitet, daher wirkungsorientiert und persuasiv:  Überzeugen (argumentativ-rational)  Überreden (gefühlsmäßig-rhetorisch)
  • 8. Mitglied der Was heißt Sprache und Politik? – – – – – Steuerung von Verhaltensmustern Schaffung von Gruppenidentität Propaganda / Meinungsänderung Nahebringen von Auffassungen Hervorrufen von Überzeugungen / Einstellungen – Erzeugen von Zustimmungsbreitschaft
  • 9. Mitglied der Was heißt Sprache und Politik? – Sprachhandlungsformen – binäre Struktur AUFWERTEN / ABWERTEN BESCHWICHTIGEN / EMPÖREN BEWERTEN / APPELLIEREN MACHTANSPRÜCHE ERHEBEN / MACHTANSPRÜCHE ZURÜCKWEISEN …    
  • 10. Mitglied der Politik und Diskurs – Auseinandersetzungen zu einem die Gesellschaft betreffenden, zumeist strittigen Gegenstand – durch PolitikerInnen und BürgerInnen – über einen bestimmten, zumeist längeren Zeitraum – in der Öffentlichkeit – verbal.
  • 11. Mitglied der Politik und Diskurs – Thema: Was ist der Gegenstand des Diskurses? – Akteure: Wer führt und prägt den Diskurs? – Zeit: Wann beginnt der Diskurs und welche Dynamik hat er? – Öffentlichkeit: In welchen Medien wird der Diskurs geführt? – Verbal: Mit welchen sprachlichen Mitteln (Wörter, Metaphern, Texte/Textsorten etc.) wird der Diskurs geführt?
  • 12. Mitglied der Politik und Text I – Textsorten der Volksvertretungen  Primär außenadressiert – Verfassung, Gesetz, Entschließung  Binnenadressiert – Geschäftsordnung des Parlaments, Ausschussbericht, Enquête
  • 13. Mitglied der Politik und Text II – Textsorten von Regierungen  Außenpolitisch – Staats-, internationaler Vertrag  Parlamentadressiert – Gesetzentwurf, Regierungsbericht, Antwort auf parlamentarische Anfrage  Verwaltungsadressiert – Rechtsverordnung, Verwaltungsverordnung
  • 14. Mitglied der Politik und Text III – Textsorten von Parteien/Fraktionen  Außengerichtet – Wählergerichtet – Wahlslogan, -programm, -plakat, Leistungsbilanz – Parteiengerichtet – Koalitionsvertrag, Aufkündigungserklärung  Parteiintern gerichtet – Grundsatzprogramm, Parteisatzung  Fraktionstexte – Große/kleine Anfrage
  • 15. Mitglied der Politik und Text IV – Texte von Funktionsträgern  Schriftlich – Mandatsannahmeerklärung, Ministerbefehl, Ernennung von Bundesministern/-richtern…  Mündlich – Sitzungseröffnung, -unterbrechung, Redneraufruf, Regierungserklärung, Parteitagsrede, Gedenkrede, Fernsehansprache zum Feiertag
  • 16. Mitglied der Politik und Text V – Politikadressierte TS externer Emittenten  Protestresolution, Pressekommentar, Verfassungsgerichtsurteil, Expertengutachten – Emittentenunspezifische TS  Denkmaltexte
  • 17. Mitglied der Politik und Wort I – Wortschatz der Politik – Wortschatz öffentlichen Redens mit gesellschaftlichem Bezug
  • 18. Mitglied der Politik und Wort II – Wortschatz der Politik  Fach-/Ressortsprache (Konjunktur, Ladenschlussgesetz)  Institutionensprache (Bundestag, Abstimmung)  Ideologiesprache (Freiheit, Gemeinschaft, Armutsflüchtlinge)
  • 19. Mitglied der Politik und Wort II – Wortschatz öffentlichen Redens mit gesellschaftlichem Bezug        Wortschatz der Medien Infotainment Politainment Talkshows Blogs Chats Webforen
  • 20. Mitglied der Politik und Wort III – – – – – Leit- / Schlüsselwort Schlagwort Fahnenwort Stigmawort Metapher
  • 21. Mitglied der Leit- / Schlüsselwort – sprachliche Ausdrücke,  die einen politisch relevanten Sachverhalt so bezeichnen, dass dieser Sachverhalt mit diesem einen Wort erfasst ist und  die häufig vorkommen
  • 22. Mitglied der Schlagwort I – Sprachliche Ausdrücke,  die häufig verwendet werden,  die politische Einstellungen in komprimierter / reduzierter / bipolarer Form ausdrücken oder provozieren,  die als Instrumente der politischen Beeinflussung dienen.
  • 23. Mitglied der Schlagwort II – Bezeichnungskonkurrenz – Bedeutungskonkurrenz  Ideologische Polysemie
  • 24. Mitglied der Schlagwort III – Bezeichnungskonkurrenz  zwei Wörter – ein Sachverhalt → unterschiedliche Parteien geben demselben Sachverhalt verschiedene Bezeichnungen – Rechtsstaat – Polizeistaat
  • 25. Mitglied der Schlagwort IV – Bedeutungskonkurrenz  ein Wort – zwei Bedeutungen → verschiedene Parteien geben Bezeichnungen unterschiedliche Bedeutungen – Ideologische Polysemie – Demokratie
  • 26. Mitglied der Fahnenwort – „positive .. Schlagwörter, die zugleich auch als Erkennungszeichen von Parteiungen fungieren und fungieren sollen“ (Hermanns 1994, 16)
  • 27. Mitglied der Stigmawort – macht einen Parteistandpunkt kenntlich, indem es  die gegnerische Partei und deren Werte desavouiert
  • 28. Mitglied der Metapher I – vom Abstrakten zum Konkreten – Verdinglichungstendenz – strukturiert die Darstellung und Wahrnehmung von Ereignissen – dient der Legitimation der eigenen Handlungen und Konzepte vor der Öffentlichkeit – dient der Selbstinterpretation
  • 29. Mitglied der Metapher II – Gebäude (Haus Europa) – Zurücklegen eines Weges/einer Reise (die Karawane zieht weiter) – Schiff (der Lotse geht von Bord) – Krankheiten (Seuche, Pest, Infarkt) – Krieg/Kampf (ein Vorhaben torpedieren) – Theater (auf der Bühne, hinter den Kulissen)
  • 30. Mitglied der Euphemismus – Form des Beschönigens – semantische Ungenauigkeit – Zweck: Unterdrücken nicht gewollter / Hervorrufen gewollter Assoziationen