Tyrell Antrittsvorlesung

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  • 1. Entrepreneurship in Zeiten der Finanzkrise: Ein Forschungsprogramm Marcel Tyrell Zeppelin Universität Friedrichshafen Eröffnungssymposium des Buchanan Institut für Unternehmer- und Finanzwissenschaften Friedrichshafen, 08. April 2009
  • 2. Fragestellung: Sind Finanzkrisen eigentlich gute Zeiten für Entrepreneurship?
    • Spezifischer:
      • Was ist Entrepreneurship?
      • Welche besonderen Fähigkeiten weisen Entrepreneurs auf?
      • Welches Umfeld brauchen sie?
      • Was sind Finanzkrisen?
      • Welche Mechanismen wirken in Finanzkrisen?
      • Gibt es eine Anschlußfähigkeit zwischen den Fähigkeiten und den Mechanismen?
      • Was bedeutet dies für die Chancen/Risiken von Entrepreneurship in Krisenzeiten?
      • Welche Auswirkungen hat die Finanzkrise auf die Gestaltung/Form von Entrepreneurship?
  • 3. Die Krise – Ursachen, Ausweitung und einige Folgen (1)
    • Beginn der Krise : Kleiner Teil des amerikanischen Banken/Finanzsystem betroffen
      • Leichtfertigkeit in der Kreditvergabe
      • Politik des leichten Geldes
      • Neuartige Organisation der Kreditvergabe
        • Kreditmakler statt “richtige” Banken
        • Weiterreichung der Kredite an andere Finanzinstitutionen – oft off-shore-Banken mit nicht transparenten Eigentumsverhältnissen, bzw. “Schattenbanken” ohne Eigenkapital, ohne Aufsicht und ohne eigene Verantwortung der Entscheidungsträger
        • Verbriefung der “subprime” Hypothekenkredite
    • Ausweitung 1 : Verbriefung der Kredite –eine sehr begrüßte neue Technik
      • Verpackung durch angesehene Investment Banken
      • Klassifizierung der Tranchen durch angesehene Rating-Agenturen
      • Strukturierte Wertpapiere erschienen als solide
      • Verkauf der Tranchen an renditehungrige Kapitalgeber (gerade auch nach Europa bzw. Deutschland)
        • Massive Fristentransformation zu riskanter Anlage hinzugefügt
        • Genuines Liquiditätsrisiko wurde geschaffen: Risiko des Geldanschlusses
  • 4. Die Krise – Ursachen, Ausweitung und einige Folgen (2)
    • Ausweitung 2 : Akute Liquiditätskrisen
      • Zusammenbruch des kurzfristigen Finanzmarktes
      • Zunahme der (Bewertungs-)unsicherheit => Knight‘sche Unsicherheit
      • Zusammenbruch des Interbankenmarktes
      • Banken hafteten für ihre off-shore-Töchter (SIVS, conduits)
      • Zentralbanken bekämpfen Liquiditätskrise mit Liquiditätszufuhr
      • Aus Liquiditätskrise wurde Solvenzkrise
      • Wertverluste der Banken führte zu Staatseingriffen und privatwirtschaftlichen Rettungsaktionen (Northern Rock, Bear Stearns, Sachsen LB, IKB)
      • Kollaps von Lehman Brothers
      • Ende der großen spezialisierten Investmentbanken
    • Ausweitung 3 : Die Folgen
      • Riesige Abschreibungen und Verluste der Banken
      • Staatliche Rettungspakete
      • (Teil-)Verstaatlichung von Banken
      • Finanzkrise wird zur Wirtschaftskrise
      • Überschwappen auf Realwirtschaft => Zunahme der Arbeitslosigkeit etc.
      • Zunahme von Kreditrestriktionen
      • Nachfrageschock in der Realwirtschaft (Autowerte, Maschinenbau etc.)
      • Noch mehr Rettungsschirme….
  • 5. Was zeichnet diese Krise aus?
    • Besondere Merkmale
      • Geschwindigkeit
      • Ansteckungseffekte/-kanäle zwischen Finanzinstitutionen
      • Ansteckungseffekte/-kanäle zwischen den Finanzmärkten
      • Bewertungsunsicherheit => Akerlof‘s lemon market
      • Ein bestimmter Umgang mit Risiko….
      • Fair-Value-Accounting
      • Eigenkapitalanforderungen (Basel I + II)
      • Abbau von Leverage
      • Animal Spirits (Keynes (1936) bzw. Akerlof/Shiller (2009))
      • Liquidität steht über allem….
      • Ambiguität der Wirkungseffekte von Staatseingriffen
  • 6. Was zeichnet Entrepreneurs und Entrepreneurship aus?
    • Eine Definition: „Somebody who offers an innovative solution to a (frequently unrecognized) problem“ (The Economist, 14. März 2009)
    • Entrepreneurship in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur
      • Schumpeter‘s schöpferische Zerstörung (1911)
      • Knight‘s Unterscheidung von messbaren Risiko und originärer Unsicherheit (1921)
      • Keynes‘s animal spirits (1921, 1936)
      • Hayek‘s bottom-up Theorie von Entdeckung und Wachstum von Wissen (1935, 1945, 1968)
      • Nelson/Winter‘s evolutionsökonomische Theorie der wirtschaftlichen Veränderung (1982)
      • Phelps‘s Analyse des modernen Kapitalismus (1997)
      • Bolton et al.‘s Analyse von Leadership (Unternehmensführung) in ökonomischen Organisationen (2008)
      • Bhidé‘s Analyse von Innovationen als ein Prozess der „nondestructive creation“ (2009)
  • 7. Sehen Sie die Parallelen in der Analyse von Finanzkrisen und Entrepreneurship?
    • Die (Finanz-)Innovationen
    • Der Risikobegriff
    • Die Pfadabhängigkeit bestimmter Entwicklungen
    • Der Trial-and-Error-Prozess
    • Die „Animal Spirits“
    • Trust und „social capital“
    • Die Ambiguität von Wirkungseffekten
  • 8. Was bedeutet dies für die Chancen/Risiken von Entrepreneurship in Krisenzeiten?
    • Fähigkeiten, die uns in die Krise geführt haben, können uns auch wieder aus der Krise herausführen
    • Eine Vielzahl von Innovationen und innovativen Unternehmen wurden gerade in Krisenzeiten gegründet (Bhide (2009), The Economist (2009))
    • Opportunitätskosten für Entrepreneurs verringern sich
    • Aber auch…
    • Finanzierungsbedingungen und Finanzierungsstrukturen verändern sich
    • Struktur der Finanzsysteme ist entscheidend
    • Rolle des Staates verändert sich
    • Veränderungen im Wunsch nach Absicherung gegen Lebensrisiken
  • 9. Finanz- und Wirtschaftssysteme sind sehr unterschiedlich
    • Bankdominanz versus Kapitalmarktdominanz
    • Insider- versus Outsiderkontrolle
    • Bedeutung bestimmter Organisationsformen in verschiedenen Ländern
    • Rechtliche und regulative Rahmenbedingungen
    • Kulturelle Faktoren
    • Entrepreneurship muss und kann sich anpassen!
    • Ein Beispiel für die neuen Möglichkeiten: Der Geithner-Plan einer Public-Private Partnership zur Liquiditätsbereitstellung
    • Entrepreneurship meets Financial Crisis!
  • 10.
    • Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit !