Zur Genese offener Werke: Rotkäppchen 2.0, Medienwandel und schriftliche Mündlichkeit

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    1. Zur Genese offener Werke: Rotkäppchen 2.0, Medienwandel und schriftliche Mündlichkeit stARTconference 09 Duisburg, 25. September 2009 1 Sabria David | stARTconference 09
    2. Das Märchen lebt. 2 Sabria David | stARTconference 09
    3. Das Märchen lebt 3 Haselnüsse für Aschenbrödel (3HfA), 1973 3 Sabria David | stARTconference 09
    4. Das Märchen lebt 7 Zwerge – Männer allein im Wald, 2004 7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug, 2006 4 Sabria David | stARTconference 09
    5. Das Märchen lebt Lebkuchenhaus im Schultheater, 2009 5 Sabria David | stARTconference 09
    6. Das Märchen lebt Märchenstunden-Podcasts von Björn Grau und Max Winde 6 Sabria David | stARTconference 09
    7. Das Märchen lebt 7 Sabria David | stARTconference 09
    8. Das Märchen lebt Susan Boyle und das Urbedürfnis nach Wandlung http://www.youtube.com/watch?v=RxPZh4AnWyk 8 Sabria David | stARTconference 09
    9. Das Märchen lebt also. 9 Sabria David | stARTconference 09
    10. Das Märchen lebt also. Aber warum lebt es? 10 Sabria David | stARTconference 09
    11. Und wo kommt das Märchen her? 11 Sabria David | stARTconference 09
    12. Und wo kommt das Märchen her? Von diesen beiden Herren vielleicht? Wilhelm und Jacob Grimm 12 Sabria David | stARTconference 09
    13. Nein. 13 Sabria David | stARTconference 09
    14. Nein. Die Brüder Grimm haben die Märchen nicht geschrieben. 14 Sabria David | stARTconference 09
    15. Nein. Die Brüder Grimm haben die Märchen nicht geschrieben. Sie haben sie aufgeschrieben. 15 Sabria David | stARTconference 09
    16. Die Brüder Grimm haben sich Märchen erzählen lassen und sie schriftlich dokumentiert. 16 Sabria David | stARTconference 09
    17. Diese Damen z.B. haben den Grimms Märchen erzählt: 17 Sabria David | stARTconference 09
    18. Die Märchenerzählerin Marie Hassenpflug Jung, gebildet aus gutem Hause 18 Sabria David | stARTconference 09
    19. Und die Märchenfrau Dorothea Viehmann Tochter des Wirtes der Brauerei „Knallhütte“ 19 Sabria David | stARTconference 09
    20. Auch sie haben die Märchen nicht selbst erfunden. Sie haben erzählt, was man sich erzählte. Was von Generation zu Generation weitergegeben wurde. 20 Sabria David | stARTconference 09
    21. Märchen sind das Ergebnis einer mündlichen Überlieferungstradition. 21 Sabria David | stARTconference 09
    22. Märchen Volksmärchen Mär fabula Erzählung Ammenmärchen Gerücht Fairy tale Conte de fées Urbane Mythen Hoax Schwank 22 Sabria David | stARTconference 09
    23. Mündlichkeit ↔ Schriftlichkeit Oralität ↔ Literalität Zeugnisse für den Übergang von mündl. zu schriftl. Tradition: Bibel, Koran, Sagen d. klass. Altertums (Homer) 23 Sabria David | stARTconference 09
    24. Mündliche Tradition 24 Sabria David | stARTconference 09
    25. Mündliche Tradition Wikipedia: „Mündliche Überlieferung bezeichnet die erzählende Weitergabe von geschichtlichen, gesellschaftlichen und religiösen Informationen“ 25 Sabria David | stARTconference 09
    26. Mündliche Tradition Wikipedia: „Mündliche Überlieferung bezeichnet die erzählende Weitergabe von geschichtlichen, gesellschaftlichen und religiösen Informationen“ Ergänzung: Weitergabe UND Schaffung von Kultur/Informationen 26 Sabria David | stARTconference 09
    27. Mündliche Tradition Wikipedia: „Mündliche Überlieferung bezeichnet die erzählende Weitergabe von geschichtlichen, gesellschaftlichen und religiösen Informationen“ Ergänzung: Weitergabe UND Schaffung von Kultur/Informationen Eigenschaften: Formelhafte Wendungen und Wiederholungen, Reim, Versmaß und Rhythmik erleichtern das Memorieren und Weitererzählen bzw. -singen (Koran, Homer) Erzählungen wurden in rituelle Handlungen eingebunden (z.B. Krippenspiele) 27 Sabria David | stARTconference 09
    28. Mündliche Tradition Der Autor (im weiteren Sinne: Urheber) kommt erst mit der Schriftlichkeit. 28 Sabria David | stARTconference 09
    29. Mündliche Tradition Der Autor (im weiteren Sinne: Urheber) kommt erst mit der Schriftlichkeit. Vorher gab es keinen Autor. Es gab Autoren. 29 Sabria David | stARTconference 09
    30. Märchen haben keinen Autor. Sie… • entstehen im Volk • entstehen in kollektiver Autorschaft • werden über Generationen hinweg weitererzählt • Individuelles wurde hinzugefügt • und wenn dies kein Echo in den Zuhörern fand, wurde es wieder weggelassen • Motive und Stoffe werden immer wieder neu zu Geschichten verwoben, bis sie sich zu einer immer dichter werdenden Form kondensierten 30 Sabria David | stARTconference 09
    31. Ergebnis • menschlich Allgemeingültiges • Reifungskrisen, Entwicklungs- und Loslösungsprozesse • Gut und Böse = was Menschen angeht und betrifft, und zwar zeit- und regionsunabhängig (it's all about you) Entstanden nach den Regeln der Evolution: Was sich bewährt, besteht. Was sich nicht bewährt, fliegt raus. 31 Sabria David | stARTconference 09
    32. Also • Rezeption und Produktion von Content liegen in einer Hand • Der Entstehungsprozess bildet sich in der zeitlichen Vertikalen ab, über Generationen und Jahrhunderte hinweg • Es gibt Filter (jeder, der etwas hinzufügt oder weglässt, filtert) • Es gibt Multiplikatoren: Die Märchenerzählerin ist „Medium“, durch das „Volkes Stimme“ spricht 32 Sabria David | stARTconference 09
    33. Was wir hier sehen… 33 Sabria David | stARTconference 09
    34. … dokumentiert den Übergang von einer mündlichen in eine schriftliche Tradition. Louis Katzenstein 1810 34 Sabria David | stARTconference 09
    35. Volkskundliches Dokumentieren von mündlichem Kulturgut. Aber: • Dokumentation um den Preis der Festschreibung • Kanonisierung • Filter 35 Sabria David | stARTconference 09
    36. Mündlichkeit und Schriftlichkeit waren über Jahrhunderte parallele Stränge. 36 Sabria David | stARTconference 09
    37. Mündlichkeit und Schriftlichkeit waren über Jahrhunderte parallele Stränge. Die Schriftlichkeit hat (zunächst) gründlich über die Mündlichkeit gesiegt. 37 Sabria David | stARTconference 09
    38. Mündlichkeit und Schriftlichkeit waren über Jahrhunderte parallele Stränge. Die Schriftlichkeit hat (zunächst) gründlich über die Mündlichkeit gesiegt. Motor dieser Entwicklung war eine neue Technik. 38 Sabria David | stARTconference 09
    39. Der Buchdruck. 39 Sabria David | stARTconference 09
    40. Der Buchdruck. Mitte des 15. Jh. erfindet Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern 40 Sabria David | stARTconference 09
    41. Durch diese Technik war es nun möglich, mit Büchern in Massenproduktion zu gehen • Demokratisierung der Rezeption von Büchern, des Lesens • Viele konnten sich jetzt Bücher leisten • Jeder dufte lesen (Alphabetisierung vorausgesetzt) • Höfe und Klöster hatten kein Buchmonopol mehr • sogar die Bibel konnte vom Volk gelesen werden, seit Luther die Bibel vom Lateinischen (grch., hebr.) ins Frühneuhochdeutsche übersetzt hat (1534) Übergang von Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen 41 Sabria David | stARTconference 09
    42. Andererseits: Produktion und Rezeption werden getrennt 42 Sabria David | stARTconference 09
    43. Andererseits: Produktion und Rezeption werden getrennt • Es darf zwar jeder Lesen 43 Sabria David | stARTconference 09
    44. Andererseits: Produktion und Rezeption werden getrennt • Es darf zwar jeder Lesen • aber das Schreiben bleibt die Sache einiger Auserwählter (Autoren/Autoritäten) 44 Sabria David | stARTconference 09
    45. Die Kluft zwischen Produktion und Rezeption überbrückten Verlage. 45 Sabria David | stARTconference 09
    46. Und so blieb es lange. 46 Sabria David | stARTconference 09
    47. Und so blieb es lange. Bis dieses Ding kam: 47 Sabria David | stARTconference 09
    48. Und so blieb es lange. Bis dieses Ding kam: Z3 von Konrad Zuse (Deutschland 1941) 48 Sabria David | stARTconference 09
    49. Am Anfang blieb alles beim Alten. 49 Sabria David | stARTconference 09
    50. Am Anfang blieb alles beim Alten. Weil das Ding benutzt wurde wie eine bessere Rechen- oder Schreibmaschine. Wie eine Umsetzmaschine. Wie ein Informationskanal. 50 Sabria David | stARTconference 09
    51. Aber dann… 51 Sabria David | stARTconference 09
    52. Aber dann… … wurde die Technologie erwachsen. 52 Sabria David | stARTconference 09
    53. Aber dann… … wurde die Technologie erwachsen. Und die Nutzer wurden es auch. 53 Sabria David | stARTconference 09
    54. Und aus dem Kanal wurde 54 Sabria David | stARTconference 09
    55. Und aus dem Kanal wurde 55 Sabria David | stARTconference 09
    56. Und aus dem Kanal wurde … ein Wechselkanal 56 Sabria David | stARTconference 09
    57. Viele Menschen können zeitgleich auf dasselbe Material zugreifen. 57 Sabria David | stARTconference 09
    58. Viele Menschen können zeitgleich auf dasselbe Material zugreifen. Sie lesen, rezipieren, konsumieren es. 58 Sabria David | stARTconference 09
    59. Viele Menschen können zeitgleich auf dasselbe Material zugreifen. Sie lesen, rezipieren, konsumieren es. Aber nicht nur. 59 Sabria David | stARTconference 09
    60. Viele Menschen können zeitgleich auf dasselbe Material zugreifen. Sie lesen, rezipieren, konsumieren es. Aber nicht nur. Sie verändern es auch. 60 Sabria David | stARTconference 09
    61. Viele Menschen können zeitgleich auf dasselbe Material zugreifen. Sie lesen, rezipieren, konsumieren es. Aber nicht nur. Sie verändern es auch. Sie greifen ein. 61 Sabria David | stARTconference 09
    62. Viele Menschen können zeitgleich auf dasselbe Material zugreifen. Sie lesen, rezipieren, konsumieren es. Aber nicht nur. Sie verändern es auch. Sie greifen ein. Sie produzieren mit. 62 Sabria David | stARTconference 09
    63. Viele Menschen können zeitgleich auf dasselbe Material zugreifen. Sie lesen, rezipieren, konsumieren es. Aber nicht nur. Sie verändern es auch. Sie greifen ein. Sie produzieren mit. Sie hinterlassen Spuren. 63 Sabria David | stARTconference 09
    64. Diese Dynamik war bisher nur in der mündlichen Tradition möglich. 64 Sabria David | stARTconference 09
    65. Diese Dynamik war bisher nur in der mündlichen Tradition möglich. Neue Technologie ermöglicht neue Kommunikation. 65 Sabria David | stARTconference 09
    66. Auf den ersten kulturhistorischen Paradigmenwechsel von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit folgt ein zweiter: 66 Sabria David | stARTconference 09
    67. Auf den ersten kulturhistorischen Paradigmenwechsel von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit folgt ein zweiter: Die Zeit der reinen Schriftlichkeit ist vorbei. 67 Sabria David | stARTconference 09
    68. Auf den ersten kulturhistorischen Paradigmenwechsel von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit folgt ein zweiter: Die Zeit der reinen Schriftlichkeit ist vorbei. Eigenschaften der Mündlichkeit und der Schriftlichkeit verbinden sich nun zu etwas Neuem. 68 Sabria David | stARTconference 09
    69. Rezeption und Produktion haben auf eine neue Weise wieder zusammengefunden. 69 Sabria David | stARTconference 09
    70. Rezeption und Produktion haben auf eine neue Weise wieder zusammengefunden. 70 Sabria David | stARTconference 09
    71. Auf eine Formel gebracht, bedeutet das: 71 Sabria David | stARTconference 09
    72. Auf eine Formel gebracht, bedeutet das: Das Internet ist ein Schriftmedium 72 Sabria David | stARTconference 09
    73. Auf eine Formel gebracht, bedeutet das: Das Internet ist ein Schriftmedium, das nach den Regeln der Mündlichkeit funktioniert. 73 Sabria David | stARTconference 09
    74. Auf eine Formel gebracht, bedeutet das: Das Internet ist ein Schriftmedium, das nach den Regeln der Mündlichkeit funktioniert. Echtzeit, Unmittelbarkeit der Kommunikation 74 Sabria David | stARTconference 09
    75. Auf eine Formel gebracht, bedeutet das: Das Internet ist ein Schriftmedium, das nach den Regeln der Mündlichkeit funktioniert. Echtzeit, Unmittelbarkeit der Kommunikation Was entsteht, ist eine synchrone schriftliche Mündlichkeit 75 Sabria David | stARTconference 09
    76. Das ist die Grundlage des gegenwärtigen Medienwandels. 76 Sabria David | stARTconference 09
    77. Das ist die Grundlage des gegenwärtigen Medienwandels. Er macht nicht beim Buchwesen halt. Er bringt Bewegung in viele gesellschaftliche Disziplinen: 77 Sabria David | stARTconference 09
    78. Das ist die Grundlage des gegenwärtigen Medienwandels. Er macht nicht beim Buchwesen halt. Er bringt Bewegung in viele gesellschaftliche Disziplinen: Wissenschaft Presse Literatur Musik Software Politik Kommunikation 78 Sabria David | stARTconference 09
    79. Das ist die Grundlage des gegenwärtigen Medienwandels. Er macht nicht beim Buchwesen halt. Er bringt Bewegung in viele gesellschaftliche Disziplinen: Wissenschaft Presse Literatur Musik Software Politik Kommunikation Informationsmonopole sind immer schwerer zu halten Verbraucher tauschen sich aus Inkonsistente Kommunikation fällt auf Autoren können selbst Öffentlichkeit erreichen Werke sind von jedem reproduzierbar Jeder ist und hat Öffentlichkeit 79 Sabria David | stARTconference 09
    80. Und jetzt? 80 Sabria David | stARTconference 09
    81. Konstruktiv sein! 81 Sabria David | stARTconference 09
    82. Konstruktiv sein! • Hinsehen 82 Sabria David | stARTconference 09
    83. Konstruktiv sein! • Hinsehen • Mechanik verstehen 83 Sabria David | stARTconference 09
    84. Konstruktiv sein! • Hinsehen • Mechanik verstehen • Regeln für den Umgang definieren 84 Sabria David | stARTconference 09
    85. Konstruktiv sein! • Hinsehen • Mechanik verstehen • Regeln für den Umgang definieren • Über den Rand der Disziplinen schauen 85 Sabria David | stARTconference 09
    86. Konstruktiv sein! • Hinsehen • Mechanik verstehen • Regeln für den Umgang definieren • Über den Rand der Disziplinen schauen • Funktionsmechanismen nutzen 86 Sabria David | stARTconference 09
    87. Konstruktiv sein! • Hinsehen • Mechanik verstehen • Regeln für den Umgang definieren • Über den Rand der Disziplinen schauen • Funktionsmechanismen nutzen Eine Poetik offener Werke schaffen. Lehre der Entstehungsmechanismen 87 Sabria David | stARTconference 09
    88. Ein paar Beispiele: konkret. 88 Sabria David | stARTconference 09
    89. Entstehung: Publikationen (Status Quo) Einfluss Einfluss Meinungen Menschen Einfluss Bücher, Medien Autor Einfluss Informationen Leser Der Leser liest, hat Werk Ver- aber nur lag mittelbaren Einfluss auf das Werk (über Verlag, Autor) Grafik: Sabria David 89 Sabria David | stARTconference 09
    90. Entstehung: Proprietäre Software Softwareunternehmen Nutzer .. nutzt das Produkt, hat aber keinen Lizen Einblick in den -zen Bauplan des Entwicklerteam IT- Programms und Pro- Leih- nur mittelbaren 5 dukt gebühr Einfluss auf das 4 Produkt 2 3 6 Grafik: Sabria David 90 Sabria David | stARTconference 09
    91. Entstehung: Märchen Handlungsreisende, fahrende Gesellen bringen Geschichten von Märchenerzählerin ihren Reisen mit erzählt die Geschichten weiter, die sie als Kind in der Wirtsstube der Eltern angehört hat Spinnerin erzählt in der Spinnstube Geschichten Märchen Erzähler erzählt Märchen auf dem Marktplatz Großmutter erzählt ihren Enkeln Märchen aus ihrer Kindheit Amme erzählt den Kindern zum Einschlafen Märchen Märchenerzählerin erzählt Märchen beim Tee im Salon Grafik: Sabria David 91 Sabria David | stARTconference 09
    92. Entstehung: Open Source Software Prgrammierer hat Programmierer eine Idee sitzt in Spanien (hat Energie übrig) Programmierer sitzt in San Fransisco und hat sich immer schon über Bill Gates geärgert Programmierteam Software-Code sitzt in Indien und hat grade Zeit Student hat in einem Programm einen Fehler entdeckt und weiß eine Lösung Programmierer sitzt in Ungarn und will durch gute Arbeit auf sich aufmerksam machen Unternehmen hat Kunden im Bereich Rechnungswesen und Interesse daran, dass bestimmte Funktionen entwickelt werden und frei verfügbar sind Grafik: Sabria David 92 Sabria David | stARTconference 09
    93. Entstehung: Wikipedia Wissenschaftler B hat dasselbe Fachgebiet, aber eine andere Meinung. Behält Wiss. A und seine Texte im Auge und korrigiert/ergänzt Wissenschaftler A hat mehrere Artikel zu seinem Fachgebiet erstellt angemeldeter Nutzer ist schon seit Jahren dabei, erwirbt Reputation und bekommt Privilegien übertragen (kann z.B. 4 Artikel löschen lassen) 3 Autor/Nutzer Wikipedia 5 verfolgt die Versionsdiskussionen 2 6 Gelegenheitsautor 1 ergänzt und korrigiert, wenn ihm etwas auffällt unregistr. Benutzer ist neu, hat noch keine Privilegien geheime Interessen X versuchen Einfluss auf Inhalte zunehmen Grafik: Sabria David 93 Sabria David | stARTconference 09
    94. Entstehung: Digitales Stadtarchiv Köln Holger Simon Forscher hat noch einen Stapel Kopien und Fotos aus früheren Projekten Forscher hat Archivaufnahmen der Objekte für ein laufendes Forschungsprojekt Studentin benötigt die Unterlagen für Ihre Examensarbeit, kann selber Material betragen digitales Student Stadtarchiv passt seine Seminararbeit der Köln Quellenlage an Doktorand hat eine Liste von Teilen des Böll-Nachlasses angefertigt Archivangestellte hat noch Kopien von mittelalterlichen Urkunden Historiker hat vor 40 Jahren eine Abschrift einer Urkunde angefertigt Grafik: Sabria David 94 Sabria David | stARTconference 09
    95. Entstehung: Sprache Eltern bringen ihrem Kind die Sprache bei Person spricht die Muttersprache und prägt sie zugleich Großeltern sind geprägt von ihrer eigenen Sprachherkunft Sprache Schichten- spezifische Besonderheiten regionale Besonderheiten Nachbar- sprachen Sprachenklave mit Schule, Bildung, eigenen Prägungen gesellschaftliche Richtlinien Grafik: Sabria David 95 Sabria David | stARTconference 09
    96. Kollaboration und die Web 2.0- Technologien lösen starre Strukturen. Das „Werk“ verliert seine klare Kontur. Es wird durchlässig (semi)permeabel. 96 Sabria David | stARTconference 09
    97. Das verändert vieles, schafft aber auch neue Möglichkeiten. 97 Sabria David | stARTconference 09
    98. Dinge geraten in Bewegung. Strukturen lösen sich. Neue werden möglich. Neue Verknüpfungen. Neue Muster. Neue Antworten. 98 Sabria David | stARTconference 09
    99. Was entsteht, ist keine letzte Wahrheit mehr. 99 Sabria David | stARTconference 09
    100. Was entsteht, ist keine letzte Wahrheit mehr. Es wird wahrer, je mehr sich daran beteiligen. 100 Sabria David | stARTconference 09
    101. Was entsteht, ist keine letzte Wahrheit mehr. Es wird wahrer, je mehr sich daran beteiligen. Es überholt sich selbst. 101 Sabria David | stARTconference 09
    102. Was entsteht, ist keine letzte Wahrheit mehr. Es wird wahrer, je mehr sich daran beteiligen. Es überholt sich selbst. Es schreibt sich fort. 102 Sabria David | stARTconference 09
    103. Es lebt. 103 Sabria David | stARTconference 09
    104. Vielen Dank. Sabria David www.text-raum.de www.twitter.com/meta_blum Dieser Beitrag entwickelt das Thema weiter, das ich mit dem Vortrag „Märchen als User Generated Content - Was die Kulturgeschichte zur Erklärung des Web 2.0 beitragen kann“ auf der re:publica 09 vorgestellt habe. Ein ausführlicher schriftlicher Beitrag folgt in dem Tagungsband der stARTconfenrence, der im Frühjahr 2010 im transcript Verlag erscheint. Dieser Vortrag steht unter einer Creative Commons Lizenz. 104 Sabria David | stARTconference 09
    105. Abbildungsnachweise Titel: Gustave Doré: Petit Chaperon Rouge Zitiert nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:GustaveDore_She_was_astonished_to_see_how_her_grandmother_looked.jpg Doppelportrait Gebrüder Grimm, Radierung nach einer Bleistiftzeichnung von Ludwig Emil Grimm. Zit. nach: Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen. Reclam, Stuttgart 1997, S. 941. Portrait der Märchenfrau Dorothea Viehmann: L. E. Grimm, Radierung, 1819 und Portrait Marie Hassenpflug zitiert nach: www.grimms.de, Brüder Grimm Museum Kassel. Aus dem Handexemplar Jacob und Wilhelm Grimms, Gebrüder Grimm Museum, Kassel. Vollständig digitalisiert zu finden unter www.grimms.de Genrebild über den Besuch der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm bei der Märchenerzählerin Dorothea Viehmann in Niederzwehren bei Kassel, Louis Katzenstein 1810. Digitales Archiv Marburg/Hessisches Staatsarchiv Marburg. Gutenberg-Portrait. Zit. nach http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg Zuse Z3: Image courtesy of Computer History Museum, http://www.computerhistory.org/timeline/?year=1941 Grafiken S. 89-95: Sabria David Sollte ich weitere Rechteinhaber übersehen haben, bitte ich um Nachricht und um Nachsicht. 105 Sabria David | stARTconference 09
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