Mäcken: Veranstaltungsmanagement versus Veranstaltungssicherheit

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  • 1. K VeranstaltungsrechtK2 Recht der VeranstaltungssicherheitVeranstaltungsmanagement versusVeranstaltungssicherheitVerantwortung und Haftung der Veranstalter ,Sicherheitsbestimmungen und Rechtsvorschriften,Kriterien der neuen VersammlungsstättenverordnungWalter MäckenAbteilungsleiter des Südwestrundfunks Baden-Baden; Gründungsgeschäftsführerder Europäischen Medien und Event-Akademie Baden-Baden; Hochschul-Lehrbeauftragter; Experte in den Fachbereichen Eventmanagement und Veran-staltungssicherheit.Inhalt Seite1. Sicherheitsbestimmungen sind elementare Garanten für einen reibungslosen Veranstaltungsbetrieb 31.1 Veranstaltungssicherheit als Mehrwert erkennen 51.2 Geschärftes Sicherheitsbewusstsein gehören zum Know-how der Veranstalter 61.3 Veranstalter sind die Garanten für einen sicheren, effektiven und störungsfreien Ablauf 61.4 Der Unternehmer als Veranstalter 61.5 Der Angestellte als Veranstalter 71.6 Koordinierungspflicht des Veranstalters 81.7 Unterrichtung und Unterweisung von Betriebspersonal, Beschäftigte, Mitwirkende und Besucher ist Sache der Verantwortlichen 92. „Der Versammlungsraum ist binnen weniger Minuten zu evakuieren!“ 142.1 Veranstalterqualifikation im Sinne der Rechtsnormen und der Sicherheitsbestimmungen 152.2 Das vermeidbare Nichtvermeiden in Garantenstellung 16 K2.3 Chaos der Masse – Evakuierung der Versammlungsstätte binnen 2.1 zwei Minuten 16 S. 13. Die neue Versammlungsstättenverordnung 183.1 Zuwiderhandlungen der Verantwortlichen 193.2 Anwesenheit verantwortlicher Personen bei Veranstaltungen 203.3 Anwendungsbereich der Versammlungsstättenverordnung 233.4 Behördlich genehmigte Bestuhlungspläne sind das „a“ und „o“ der Veranstaltungsplanung 25 37 Kultur & Recht Mai 2007
  • 2. K Veranstaltungsrecht K2 Recht der Veranstaltungssicherheit 3.5 Risikomanagement und Sicherheitskonzept 28 3.6 Die Erstellung eines Sicherheitskonzept 31 4. Sicherheit im Ehrenamt – Veranstalter im Verein 33 4.1 Verantwortung des Veranstalters im Verein 33 4.2 Checkliste für Veranstaltungen unter der Verantwortung ehrenamtlich tätiger Veranstalter 35 5. Effekte im Dienste der Show 36 5.1 Feuerwerk der Emotionen durch Pyrotechnik 37 5.2 Lasershows erobern die Eventbranche 44 6. Vorschriften, Sicherheitsbestimmungen und Normen 50 7. Literaturhinweise 50 Checkliste für die Unterweisung und Unterrichtung von Beschäftigten und Mitwirkenden 12 Bestuhlungspläne 27 Checkliste Gefährdungspotential bei Großveranstaltungen 29 Checkliste für die Erstellung eines Sicherheitskonzepts (auszugsweise) 31 Checkliste für ehrenamtlich tätige Veranstalter 35 Muster-Antragsformular für die Anzeige eines pyrotechnischen Effekts 42 Checkliste für den Abbrand von pyrotechnischen Erzeugnissen 43 Checkliste für den Einsatz von Showlasern 49K2.1S. 2 37 Kultur & Recht Mai 2007
  • 3. K VeranstaltungsrechtK2 Recht der Veranstaltungssicherheit1. Sicherheitsbestimmungen sind elementare Garanten für einen reibungslosen VeranstaltungsbetriebStellen Sie sich vor, Sie sitzen im Kino oder befinden sich auf einer mitreißendenOpen-Air-Veranstaltung. Vielleicht beobachten Sie gebannt eine herzzereisendeSzene in einem Theater oder lauschen entspannt einer Aufführung der Branden-burgischen Konzerte. Denken Sie in diesen Augenblicken an Ihre Sicherheit?Wohl kaum.Umfangreiche Sicherheitsbestimmungen und ein hoher organisatorischer Auf-wand verlangen von Verantwortlichen der Veranstaltungsbranche ein hohes Maßan Qualifikation und Sensibilität. Oftmals sehen sich Veranstalter gegenüber derbestehenden Flut von Rechtsvorschriften und Sicherheitsbestimmungen überfor-dert. Dieser Beitrag soll helfen die Grundzüge relevanter Sicherheitsvorschriftenzu verstehen und kennen zu lernen. Erschöpfend lässt sich das notwendige Mate-rial zwar sammeln jedoch nicht in einer einzigen Dokumentation zusammenfas-sen – geschweige denn leicht verständlich interpretieren. Zu vielschichtig undunterschiedlich sind Schwerpunkte und Interessenlagen der Regelsetzer. Außer-dem besitzen Normen, Verordnungen, Vorschriften, Bestimmungen, Empfehlun-gen und Richtlinien unterschiedliche Wertigkeiten und haben einen indifferentenUrsprung. Regelmäßige Aktualisierungen erschweren darüber hinaus die prakti-sche Anwendung. Lesen Sie diesen Beitrag und Sie gewinnen dabei einen kleinenEindruck über das Verantwortungsprofil der Veranstalter in Punkto „Schutz undSicherheit bei Veranstaltungen“.Der Inhalt dieser hehren Überschrift wird von Veranstaltern oft als zentralesHindernis im Veranstaltungsalltag interpretiert. Anstatt Hinweise und Bestim-mungen der Regelsetzer als positives Instrument zur Organisationsoptimierungsowie zur Gefahren- und Haftungsminimierung zu verstehen, werden Gefähr-dungstatbestände geschaffen, die im Ereignisfalle zu teilweise schmerzhaftenStrafen führen können. Gleich zu Beginn möchte ich auf die im vorherigen Satzgenannte Organisationsverbesserung eingehen, die sich durch die Einhaltung vonRechtsvorschriften ergeben kann, auch wenn sie ohne nähere Betrachtung beidem einen oder anderem Leser möglicherweise als „ad absurdum“ verstanden Kwird. Vorweg geschickt: Unstrittig dürfte sein, dass Betreiber und Veranstalter 2.1unmittelbar im Zenit der Verantwortungskette stehen. Richtig ist auch, dassBetreiber und Veranstalter für die Einhaltung relevanter Rechtsnormen und Si- S. 3cherheitsbestimmungen zu garantieren haben. Somit kommt den Veranstaltungs-verantwortlichen eine vom Gesetzgeber unmissverständlich übertragene Garan-tenstellung zu. Wie kann es auch anders sein. Wer kann schon die Gefahrensitua-tion anhand der Veranstaltungsfacilitäten besser beurteilen, als der Erschafferselbst? Diesem Axiom dürfte schwerlich zu wiedersprechen sein. 37 Kultur & Recht Mai 2007
  • 4. K Veranstaltungsrecht K2 Recht der Veranstaltungssicherheit Nun gibt es für die Veranstaltungsverantwortlichen zwei Möglichkeiten: Entwe- der sie arrangieren sich mit den Verordnungen und Sicherheitsbestimmungen und nutzen die darin ruhenden Potentiale, oder sie verhalten sich gegenläufig und setzen sich permanent der Gefahr des Verstoßes aus – und somit der Ahndung. Aber bleiben wir bei den Vorteilen, die sich durch die konsequente Beachtung der Sicherheitsregeln ergeben. Mit dem nachstehenden Beispiel möchte ich die posi- tiven Elemente untermauern und in die praxisnahen Einzelheiten des „modernen Sicherheitsmanagement bei Veranstaltungen“ einsteigen: Beispiel: Ein Veranstalter will in einer romantisch anmutenden Industriehalle einen Event mit Erlebniscatering durchführen. Er muss in einem schleunigen Verfahren eruieren wie viel Umsatz er durch den Verkauf der Tischplätze generie- ren kann. Wie lässt sich nun die zulässige Anzahl der Besucherplätze verlässlich ermitteln? Aus der Praxis ergeben sich zwei Möglichkeiten: Der erste und völlig unzulässige Weg wäre einen Tischplan nach gut Dünken zu entwerfen. Richtiger und viel effek- tiver wäre die Versammlungsstättenverordnung aufzuschlagen und anhand der darin definierten Parameter, wie zulässige Stuhlbreite, Rettungswegelängen usw. einen geeigneten Tischplan mit der konkreten und erlaubten Besuchermenge auszuarbei- ten. Dadurch vermeidet der Veranstalter im Genehmigungsverfahren den Konflikt mit den Behörden und nicht zuletzt kontroverse Gespräche mit dem Betreiber der Industriehalle. Eine falsche Beurteilung der Besuchermengen führen bei späterer Betrachtung zu nicht gesetzeskonformen Ergebnissen. Oftmals muss die Anzahl der Besucherplätze nach unten korrigiert werden. Die Umsätze nehmen dadurch ab, das Veranstaltungsrisiko wächst. Achtet der Veranstalter präzise auf die Mindestbedin- gungen der Sonderbauordnung sprich Versammlungsstättenverordnung, so wird er spätestens bei der Durchführung der Veranstaltung die Vorteile im Organisationsab- lauf erkennen. Die Einhaltung der Sicherheitsregeln, z. B. „… darf der Abstand von Tisch zu Tisch nicht 1,50 m unterschreiten“, gleichwohl „… muss jeder Gast den nächsten Gang in maximal 10 m Entfernung erreichen“, dient nicht nur dem Cate- ringpersonal für eine beschwerdefreie und rasche Versorgung, sondern wirkt auch unmittelbar als Zufriedenheitsgenerator bei den Besuchern. Neben der Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen und somit der aktiven Handlung zur Gefährdungs- vermeidung erreicht der Veranstalter weitere Effekte: effizientere Raumnutzung, Verbesserung des Wohlbefindens der Besucher, Zunahme der Umsätze aufgrundK des reibungsfreien und schnelleren Servicebetriebes, verzögerungsreduziertes Ge-2.1 nehmigungsverfahren u.a.m.S. 4 Ich denke, lieber Leser, Sie haben mit diesem Praxisbeispiel den Einstieg in die teilweise schwierig zu verstehende Thematik gut geschafft und zeigen nun Inte- resse die Veranstaltungssicherheit als nützliches Werkzeug in der Organisation von Veranstaltungen zu verwenden. Darüber hinaus den Wert des Selbstschutzes – und hoffentlich nicht zuletzt – den Schutz zur Verhütung von Unfällen zu er- kennen. Zugegeben, gleicht die Vielzahl der anzuwendenden Regeln und deren Verschränkungen einem undurchsichtigen Gestrüpp. 37 Kultur & Recht Mai 2007
  • 5. K VeranstaltungsrechtK2 Recht der VeranstaltungssicherheitAber es nützt ja wenig den Kopf in den Sand zu stecken und abzuwarten bisirgendwann das „Schadenereignis“ dem Veranstalter durch Haftungsansprüchedie Taschen leert. Mit diesem Beitrag möchte ich Sie ermuntern den Ausführun-gen aufmerksam zu folgen, um Verständnisbereitschaft für die in der Funktionruhenden Verantwortung besser einschätzen zu können. Im Mittelpunkt diesesAufsatzes steht die Vermittlung des Basiswissen zur Verbesserung der Beurtei-lungsfähigkeit hinsichtlich einzuhaltender Verordnungen und Sicherheitsbestim-mungen bei Veranstaltungen.1.1 Veranstaltungssicherheit als Mehrwert erkennenNun aber rein in den Veranstaltungsalltag: Ich habe mir vorgenommen, nicht dierelevanten Sicherheitsbestimmungen Punkt für Punkt aufzulisten und ergänzendtiefgreifende Interpretationen zu entwickeln, sondern in der Praxis zu bleiben, umdavon den zentralen Mehrwert für den störungsfreien und sicheren Veranstal-tungsablauf abzuleiten.Jeder Besucher einer Veranstaltungsstätte und nicht zuletzt jeder Mitwirkende setztvoraus, dass von der Veranstaltung keine Gefährdung ausgeht. Der Besucher einerDiskothek, eines Stadions, eines Open-Air-Konzerts, der Theaterbesucher oderKinogänger wird beim Besuch einer Veranstaltung mitnichten erwarten, dass es zueiner heillosen Panik oder zu einem tragischen Brand kommt. Grenzt diese absolu-tistische Annahme nicht fast schon an Harakiri? Wenn man aufmerksam die zahl-reichen Unfallereignisse rund um den Globus verfolgt, liegt dieser Folgeschlussrecht nahe. Zurecht stellt sich daher die Frage, ob nicht das blinde „Verlassen aufdie Gewissenhaftigkeit anderer“ ein zentrales Problem der Veranstaltungsbrancheist. Hört man doch unentwegt von erschütternden Unglücken: wie Großband ineiner Diskothek, Absturz von technischen Einrichtungen auf Bühnen und Besu-cher, Abbrennen von Theatern, Zusammenbrechen von Sporthallendächern, Panikin Stadien und viele andere belegbare Hiobsbotschaften, die meist viele Schwer-verletzte und Tode zu beklagen haben. Worin sind die Fehler, sprich die verursa-chende Faktoren zu suchen? Ist es nicht allzu oft menschliches Versagen durchUnwissenheit oder die Nichtbeachtung von organisatorischen und technischenSicherheitsbestimmungen? Wie kann es heute noch vorkommen, dass Fluchtwegemit Gegenständen zugestellt und Fluchtwegtüren bei Veranstaltungen verschlossenoder verrammelt sind? Dass leicht entflammbare Ausstattungsteile bei Veranstal- Ktungen immer wieder verwendet werden oder zu viele Besucher in den Veranstal- 2.1tungsräumen vorzufinden sind und somit die Gefährdungspotentiale expotentiell S. 5zunehmen? Wie kann es sein, dass Veranstalter sich zu wenig um Sicherheitsstan-dards kümmern, die Gefährdungsbetrachtung bei der Veranstaltungsplanung außerAcht lassen? Oder aufgrund wirtschaftlicher Interessen die Einhaltung von Sicher-heitsvorkehrungen einfach in den Hintergrund drängen? Bei allen negativen Fällengibt es auch genügend positive Beispiele, die als Lehrstücke herangezogen werdenkönnen. 37 Kultur & Recht Mai 2007