Successfully reported this slideshow.
We use your LinkedIn profile and activity data to personalize ads and to show you more relevant ads. You can change your ad preferences anytime.

Philosophie der Geschichte

100 views

Published on

Was bleibt von der marxschen Geschichtsphilosophie (und was ist sie eigentlich, bzw. könnte es sein)? (Vortrag in Dresden 30.05.2018)

Published in: Education
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

Philosophie der Geschichte

  1. 1. Philosophie derPhilosophie der GeschichteGeschichte Die Frage nach dem Wohin brauchtDie Frage nach dem Wohin braucht die Antwort auf die Frage nach demdie Antwort auf die Frage nach dem Woher...Woher... Annette Schlemm: www.philosophicum.de - 2018Annette Schlemm: www.philosophicum.de - 2018 11
  2. 2. Philosophie derPhilosophie der GeschichteGeschichte Inhalt:Inhalt: 11 Ungewisse Zukunft – Fragen an die GeschichteUngewisse Zukunft – Fragen an die Geschichte 33 Es ist gar nicht mehr so klar... - DebattenEs ist gar nicht mehr so klar... - Debatten 22 Was sagt(e) „der Marxismus“?Was sagt(e) „der Marxismus“? 44 Offene FragestellungenOffene Fragestellungen 55 Was sich trotzdem sagen lässtWas sich trotzdem sagen lässt 22
  3. 3. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit 33 • Geschichte als „Muster“: „So läuft es... DaranGeschichte als „Muster“: „So läuft es... Daran können wir uns orientieren...“können wir uns orientieren...“ Dogmatischer „ML“Dogmatischer „ML“:: „Gesetzmäßigkeit“ → Siegesgewissheit Die marxistisch-leninistische Auffassung von der Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung „begründet die Überzeugung von der Notwendigkeit des geschichtlichen Fortschritts zuverlässig und wissenschaftlich“ (Staatsbürgerkundelehrbuch 1983)
  4. 4. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit 44 • Geschichte als „Muster“: „So läuft es... DaranGeschichte als „Muster“: „So läuft es... Daran können wir uns orientieren...“können wir uns orientieren...“ „Die Entwicklungsrichtung gegebener Sozialsysteme ist - im Rahmen der objektiven materiell-technischen und sozialökonomischen Voraussetzungen - offen. Welche Richtung eingeschlagen wird, bzw. welche konkret- historische Ausprägungsform die entstehende Gesellschaftsformation [...] annimmt, hängt ab von den empirisch zu rekonstruierenden Bedingungen des jeweiligen „historischen Milieus“.“ (Klaus Naumann 1978: Formationsanalyse – Entwicklungszentren - Weltgeschichte)
  5. 5. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit 55 • Geschichte als „Muster“: „So läuft es... DaranGeschichte als „Muster“: „So läuft es... Daran können wir uns orientieren...“können wir uns orientieren...“ Dogmatischer „ML“Dogmatischer „ML“:: „Gesetzmäßigkeit“ → Siegesgewissheit Alternative Szene:Alternative Szene: • Vor Kapitalismus herrschten Commons und Produktion für den Bedarf vor Mythen ?Mythen ? • Tausch/Geld führ(t)en (automatisch) zu Kapitalismus Bei Unterdrückten nur Hauptklassen betrachtet. Ges.-formationen entstehen notwendigerweise...
  6. 6. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit 66 • Gibt es überhaupt einen „Universalschlüssel“ ?Gibt es überhaupt einen „Universalschlüssel“ ?
  7. 7. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit 77 • Ist die Geschichte tatsächlich durch „Fortschritt“ (imIst die Geschichte tatsächlich durch „Fortschritt“ (im positiven Sinne) bestimmt und wenn ja, wie?positiven Sinne) bestimmt und wenn ja, wie? Stufenförmig oder Buschförmig?
  8. 8. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit 88 ?
  9. 9. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit 99 • War die Entstehung des Kapitalismus „historisch gesetzmäßig notwendig“ oderWar die Entstehung des Kapitalismus „historisch gesetzmäßig notwendig“ oder „historisch kontingent (kann sein, kann auch nicht sein)“?„historisch kontingent (kann sein, kann auch nicht sein)“? Normalerweise vorgestellt als „Möglichkeit, die ergriffen werden muss, wo immer und wann immer es möglich ist“ (Wood 2015: 14) (Folge der „unvermeidlichen“ Produktivkraftentwicklung) Grundeigentum in Osteuropa und Asien war stabil, während es in Westeuropa – nicht aus inneren Widersprüchen heraus - fragil und instabil war (Krise 14. Jhd.)→ Zukunftsgewissheit, Siegessicherheit
  10. 10. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit • Akzentuierung desAkzentuierung des „Untergangs“, vgl. Kuczynski„Untergangs“, vgl. Kuczynski 19851985 1010 • Ist die Geschichte tatsächlich durch „Fortschritt“ (imIst die Geschichte tatsächlich durch „Fortschritt“ (im positiven Sinne) bestimmt?positiven Sinne) bestimmt? (mit Infragestellung der üblichen Vorstellung des Verhältnisses von Pk und PV)
  11. 11. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit • Aktualisierung des Konzept derAktualisierung des Konzept der CommonsCommons →→Welche RolleWelche Rolle spielten (Dorf-)Gemeinschaften ?spielten (Dorf-)Gemeinschaften ? • War Entstehung des Kapitalismus wirklichWar Entstehung des Kapitalismus wirklich ein Fortschritt?ein Fortschritt? • Ist „einfache Warenproduktion“ mit TauschIst „einfache Warenproduktion“ mit Tausch ein Mythos?ein Mythos? 1111
  12. 12. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit • Welche anderen als die üblicherweise betrachtetenWelche anderen als die üblicherweise betrachteten Widerstandsbewegungen/-formen gab es?Widerstandsbewegungen/-formen gab es? 1212 • AnarchistInnen, autonomeAnarchistInnen, autonome MarxistInnen, OperaistInnen...MarxistInnen, OperaistInnen... • PiratInnen,PiratInnen,
  13. 13. Ungewisse Zukunft –Ungewisse Zukunft – Fragen an dieFragen an die VergangenheitVergangenheit • Wie erfolgen Übergänge zwischenWie erfolgen Übergänge zwischen Gesellschaftsformationen typischerweise oderGesellschaftsformationen typischerweise oder verläuft es immer anders?verläuft es immer anders? • Welche Faktoren waren/sind wesentlich?Welche Faktoren waren/sind wesentlich? • Gibt es so etwas wie „Keimformen“ im Alten für dasGibt es so etwas wie „Keimformen“ im Alten für das künftige Neue?künftige Neue? 1313• Was können wir daraus für unser Handeln ableiten?Was können wir daraus für unser Handeln ableiten?
  14. 14. Was sagt(e)Was sagt(e) „der Marxismus“?„der Marxismus“? • Orientierung an Materiellem, Ökonomischem stattOrientierung an Materiellem, Ökonomischem statt nur Geistigem, Kulturellen...nur Geistigem, Kulturellen... • (geschriebene) Geschichte als Geschichte der(geschriebene) Geschichte als Geschichte der KlassenkämpfeKlassenkämpfe • Begriffe:Begriffe: Gesellschaftsformation, ProduktionsweiseGesellschaftsformation, Produktionsweise (Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse), Klassen;(Produktivkräfte, Produktionsverhältnisse), Klassen; Unterscheidung Zirkulation (Handel) – Produktion (MW-Aneign.)Unterscheidung Zirkulation (Handel) – Produktion (MW-Aneign.) • Aus Perspektive der Ausgebeuteten, Unterdrückten...Aus Perspektive der Ausgebeuteten, Unterdrückten... 1414
  15. 15. Was sagt(e)Was sagt(e) „der Marxismus“?„der Marxismus“? • Gesetzmäßigkeit des Ablaufs als Voraussetzung fürGesetzmäßigkeit des Ablaufs als Voraussetzung für Planbarkeit des HandelnsPlanbarkeit des Handelns 1515 • Dialektik als „Logik“ des realen geschichtlichen AblaufsDialektik als „Logik“ des realen geschichtlichen Ablaufs ((undund der Erkenntnis)der Erkenntnis)
  16. 16. DebattenDebatten • Dialektik: Logisch und/oder historisch?Dialektik: Logisch und/oder historisch? 1616 „„Kreis vonKreis von Kreisen“ (derKreisen“ (der LogikLogik derder SelbsterkenntnisSelbsterkenntnis des abs.des abs. Geistes)Geistes) HistorischeHistorische (wirkliche)(wirkliche) ProzesseProzesse Materialistische „Umstülpung“ ?
  17. 17. DebattenDebatten • Dialektik: Logisch und/oder historisch?Dialektik: Logisch und/oder historisch? 1717 ““ DieDie Dialektik in der objektiven RealitätDialektik in der objektiven Realität wirdwird im erkennenden Bewusstsein widergespiegeltim erkennenden Bewusstsein widergespiegelt ““ Daraus folgt:Daraus folgt: WasWas historisch aufeinander folgthistorisch aufeinander folgt,, folgt auch in derfolgt auch in der logisch-systematischen Darstellunglogisch-systematischen Darstellung……?
  18. 18. DebattenDebatten 1818 Die logische Behandlungsweise „ist in der TatDie logische Behandlungsweise „ist in der Tat nichts andres als die historische, nur entkleidetnichts andres als die historische, nur entkleidet der historischen Form und der störendender historischen Form und der störenden Zufälligkeiten…“Zufälligkeiten…“ ≡ ?
  19. 19. DebattenDebatten 1919 →→ Historisierende LesartHistorisierende Lesart des „Kapitals“des „Kapitals“ Einfache WertformEinfache Wertform entfalteteentfaltete WertformWertform allgemeineallgemeine WertformWertform GeldGeld Zeit?
  20. 20. DebattenDebatten • Dialektik: Logisch und/oder historisch?Dialektik: Logisch und/oder historisch? 2020 ErkenntnisErkenntnis GeschichteGeschichte ≡ • Geschichte der Philosophie: wir bringen die „Erkenntnis der Idee“ schon mit • Gesellschaft: Unterscheidung von „Entwicklung aus historischen Gründen“ und „Entwicklung aus dem Begriffe“ • Weltgeschichte: Fortschritt im “Bewußtsein der Freiheit“ ?
  21. 21. DebattenDebatten • Dialektik: Logisch und/oder historisch?Dialektik: Logisch und/oder historisch? 2121 Selbst-Erkenntnis des abs.Selbst-Erkenntnis des abs. Geistes: Das Ziel (das zuGeistes: Das Ziel (das zu Erkennende) liegt bereits vorErkennende) liegt bereits vor Geschichte ist offen.Geschichte ist offen. ≡ (mit der Möglichkeit eines Fortschritts im “Bewußtsein der Freiheit“ – für Hegel bis zu ihm auch verwirklicht)
  22. 22. DebattenDebatten • Trotzdem Dialektik?Trotzdem Dialektik? 2222 • keine „Wunder“keine „Wunder“ • nachträgliche Rekonstruktion von Abläufen • Herausfinden wesentlicher Bedingungen für das jeweils Nachfolgende  Bedingungsveränderungen: selbst bedingt undBedingungsveränderungen: selbst bedingt und auch kontingent und abhängig von Subjektenauch kontingent und abhängig von Subjekten..
  23. 23. DebattenDebatten 2323 „KEIN Universalschlüssel“ „ jede dieser Entwicklungen für sich studier(en)“
  24. 24. DebattenDebatten • Dobb – Sweezy u.a. - 1946 – 1978Dobb – Sweezy u.a. - 1946 – 1978 2424 • Übergang vom FeudalismusÜbergang vom Feudalismus zum Kapitalismus:zum Kapitalismus: ausgehend von äußerenausgehend von äußeren Faktoren (Fernhandel –Faktoren (Fernhandel – Sweezy)Sweezy) oder von Folgen deroder von Folgen der verschärften Ausbeutungverschärften Ausbeutung und Klassenkampf (Dobb) ?und Klassenkampf (Dobb) ?
  25. 25. DebattenDebatten • Dobb – Sweezy u.a. - 1946 – 1978Dobb – Sweezy u.a. - 1946 – 1978 2525
  26. 26. DebattenDebatten 2626 • Brenner-Debatte – 1976ff.Brenner-Debatte – 1976ff. • Treibende Kraft:Treibende Kraft: • Demographie???Demographie??? • ProduktivkraftentwicklungProduktivkraftentwicklung • KlassenkampfKlassenkampf ?
  27. 27. DebattenDebatten 2727  Vielfalt der Wechselbeziehungen erhöhtVielfalt der Wechselbeziehungen erhöht Wahrscheinlichkeit der Destabilisierung mit derWahrscheinlichkeit der Destabilisierung mit der Möglichkeit der Entstehung von Neuem (inMöglichkeit der Entstehung von Neuem (in unterschiedlichen Formen) ...unterschiedlichen Formen) ...  Formen des Feudalismus stark abhängig vonFormen des Feudalismus stark abhängig von Vorgeschichte (KK) und Bedingungen (Vorgeschichte (KK) und Bedingungen (∃∃? Städte)? Städte)  Feudalismus nur ausnahmsweise instabilFeudalismus nur ausnahmsweise instabil (Westeuropa, England) (Sweezy, Wood)(Westeuropa, England) (Sweezy, Wood)
  28. 28. DebattenDebatten 2828  Zweifel an durchgehenderZweifel an durchgehender Produktivkraftentwicklung als „Triebkraft“ (Sweezy,Produktivkraftentwicklung als „Triebkraft“ (Sweezy, Kuczynski)Kuczynski) • In neueren Debatten schwindet marxistischeIn neueren Debatten schwindet marxistische Methodologie.Methodologie.
  29. 29. Offene FragestellungenOffene Fragestellungen • Wo sind (relativ) autonome DorfgemeinschaftenWo sind (relativ) autonome Dorfgemeinschaften (mit Allmende) einzuordnen?(mit Allmende) einzuordnen? • Geschah die Entstehung des KapitalismusGeschah die Entstehung des Kapitalismus „vordeterminiert“ (üblicher ML) oder eher zufällig„vordeterminiert“ (üblicher ML) oder eher zufällig (Wood)?(Wood)? • Welchen Einfluss hat(te) die Umwelt?Welchen Einfluss hat(te) die Umwelt? 2929
  30. 30. Was sich trotzdemWas sich trotzdem sagen lässt:sagen lässt: • Es gibt unterschiedliche Formen der VerwirklichungEs gibt unterschiedliche Formen der Verwirklichung der Gesellschaftsformation:der Gesellschaftsformation: 3030 • „„europäischer“ /“asiatischer“ Feudalismus.europäischer“ /“asiatischer“ Feudalismus. • Innerhalb des „europäischen“: West- und ostelbischInnerhalb des „europäischen“: West- und ostelbisch • EineEine Ursache der Unterschiede: Unterschiede in Intensität undUrsache der Unterschiede: Unterschiede in Intensität und Kräfteverhältnis, d.h. auch Ergebnis der Klassenkämpfe, auchKräfteverhältnis, d.h. auch Ergebnis der Klassenkämpfe, auch andere unterschiedliche Bedingungen (Städte...)andere unterschiedliche Bedingungen (Städte...) • Innerhalb des „europäischen“: England -Innerhalb des „europäischen“: England - KontinentaleuropaKontinentaleuropa
  31. 31. Was sich trotzdemWas sich trotzdem sagen lässt:sagen lässt: • Der Übergang zum Kapitalismus und vor allem dieDer Übergang zum Kapitalismus und vor allem die Form des Übergangs und das Ergebnis waren nichtForm des Übergangs und das Ergebnis waren nicht eindeutig vorherbestimmt:eindeutig vorherbestimmt: 3131 • Mehrere AnsätzeMehrere Ansätze • Viele Faktoren (nicht nur EINE „Keimform“)Viele Faktoren (nicht nur EINE „Keimform“)
  32. 32. Was sich trotzdemWas sich trotzdem sagen lässt:sagen lässt: • Auch letztlich niedergeschlagene Aufstände hattenAuch letztlich niedergeschlagene Aufstände hatten Folgen:Folgen: – Aufstände der Stammesgesellschaften gegen Feudalisierung zwischen 555...843 in Sachsen undAufstände der Stammesgesellschaften gegen Feudalisierung zwischen 555...843 in Sachsen und ThüringenThüringen →→ Adel hier „vorsichtiger“: weniger Fron- und Hofdienst, mehr Naturalsteuern („feudaleAdel hier „vorsichtiger“: weniger Fron- und Hofdienst, mehr Naturalsteuern („feudale Hebegrundherrschaft“ lässt mehr Spielraum)Hebegrundherrschaft“ lässt mehr Spielraum) 3232
  33. 33. Was sich trotzdemWas sich trotzdem sagen lässt:sagen lässt: • Auch letztlich niedergeschlagene Aufstände hattenAuch letztlich niedergeschlagene Aufstände hatten Folgen:Folgen: – 14. Jhd. in England und Frankreich: von Leibeigenschaft14. Jhd. in England und Frankreich: von Leibeigenschaft zu Erbzinsleihe, Zinsleihe kaum unterscheidbar von freiemzu Erbzinsleihe, Zinsleihe kaum unterscheidbar von freiem Landbesitz...Landbesitz... – vor und um 1500 in Europa: nach Krise versuchtenvor und um 1500 in Europa: nach Krise versuchten Grundherrn, wieder Formen der LeibeigenschaftGrundherrn, wieder Formen der Leibeigenschaft durchzusetzen, dies gelang in Osteuropa, aber nichtdurchzusetzen, dies gelang in Osteuropa, aber nicht „westlich der Elbe“„westlich der Elbe“ 3333 (auch zusammenhängend ev. mit Nicht-/ Vorhandensein autonomer Städte).
  34. 34. Was sich trotzdemWas sich trotzdem sagen lässt:sagen lässt: • Vorzug der marxistischen Analyse:Vorzug der marxistischen Analyse: – Kriterien für Unterscheidung der GesellschaftsformenKriterien für Unterscheidung der Gesellschaftsformen – Kriterien für Bewertung der Vielfalt der FaktorenKriterien für Bewertung der Vielfalt der Faktoren 3434 • bezogen auf Zirkulationssphäre oder Produktion • Orientierung auf ökonomischen Gehalt, nicht nur die rechtliche Form gesellschaftlicher Verhältnisse (nicht Leibeigenschaft wesentlich, sondern dass eine Form der Feudalrente (Arbeit, Produkt, Geld) an Herrn entrichtet wird) • Strenge Unterscheidung zwischen Handels-/Kaufmannskapital (im Feudalismus) und Kapital im Kapitalismus (insb. MEW 25)
  35. 35. Was sich trotzdemWas sich trotzdem sagen lässt:sagen lässt: • marxistischen Analyse und Orientierung - heute:marxistischen Analyse und Orientierung - heute: – Kein „Ökonomismus“Kein „Ökonomismus“ – Kein „Eurozentrismus“Kein „Eurozentrismus“ – Kein „Avantgardismus“Kein „Avantgardismus“ 3535 – Vielfalt der Formen und Vielfalt der EntwicklungswegeVielfalt der Formen und Vielfalt der Entwicklungswege  D.h.D.h. weniger Zuversicht, mehr Verantwortungweniger Zuversicht, mehr Verantwortung  D.h. weniger Determinismus, mehr Offenheit...D.h. weniger Determinismus, mehr Offenheit...
  36. 36. Was sich trotzdemWas sich trotzdem sagen lässt:sagen lässt: 3636  Transformationsperspektive (RLS...)Transformationsperspektive (RLS...) – Vermittlung von Reformvorhaben und Orientierung auf revolutionären UmbruchVermittlung von Reformvorhaben und Orientierung auf revolutionären Umbruch – Orientierung auf Praxis („Einstiegsprojekte...“)Orientierung auf Praxis („Einstiegsprojekte...“)
  37. 37. Was sich trotzdemWas sich trotzdem sagen lässt:sagen lässt: 3737 • OrientierungOrientierung – Neu-Vereinigung von Menschen und Produktionsmitteln („Commons“?)Neu-Vereinigung von Menschen und Produktionsmitteln („Commons“?) – Neue VergesellschaftungsformenNeue Vergesellschaftungsformen – Neue Mensch-Natur-Beziehungen (im Klima-Umbruch!)Neue Mensch-Natur-Beziehungen (im Klima-Umbruch!) – Lokale/regionale Reorganisation (Landwirtschaft, Nutzung der dezentralisierenden High-Tech-Trends...) + globale Vernetzung „von unten“ entwickelnLokale/regionale Reorganisation (Landwirtschaft, Nutzung der dezentralisierenden High-Tech-Trends...) + globale Vernetzung „von unten“ entwickeln
  38. 38. Ein letztes Wort:Ein letztes Wort: Wer die Geschichte nicht kennt, ist verdammt, sie zuWer die Geschichte nicht kennt, ist verdammt, sie zu wiederholen.wiederholen. Jene, die Geschichte studieren, sind dazu verdammt,Jene, die Geschichte studieren, sind dazu verdammt, hilflos zuzusehen, wie alle anderen sie wiederholen...hilflos zuzusehen, wie alle anderen sie wiederholen...3838
  39. 39. Literatur- Auswahl:Literatur- Auswahl: • Herrmann, Joachim (Hrsg. 1988): Deutsche Geschichte in 10 Kapiteln. Berlin: Akademie- Verlag. • Kuczynski, Jürgen (1985): Gesellschaften im Untergang. Berlin: Akademie-Verlag. • Kuczynski, Jürgen (1992): Asche für Phönix. Aufstieg, Untergang und Wiederkehr neuer Gesellschaftsordnungen. Köln: Papyrossa. • Naumann, Klaus (1978): Formationsanalyse - Entwicklungszentren - Weltgeschichte. In: Gesellschaftsformationen in der Geschichte. Berlin: Argument Verlag. S. 7-34. • Linebaugh, Peter; Rediker, Marcus : Die vielköpfige Hydra: Die verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks. Berlin: Assoziation A. • Schibel, Karl-Ludwig (1985): Das alte Recht auf die neue Gesellschaft. Zur Sozialgeschichte der Kommune seit dem Mittelalter. Frankfurt am Main: Sendler. • Sweezy, Paul; Dobb, Maurice u.a. (1978): Der Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus. Bodenheim: Athenaeum Verlag. • WoodWood, Ellen Meiksins (2015): Der Ursprung des Kapitalismus. Eine Spurensuche. Hamburg:, Ellen Meiksins (2015): Der Ursprung des Kapitalismus. Eine Spurensuche. Hamburg: LAIKA-Verlag.LAIKA-Verlag. Siehe auch:Siehe auch: • SchlemmSchlemm, Annette: Geschichtsphilosophische Fragmente: https://tinyurl.com/yaehl5am, Annette: Geschichtsphilosophische Fragmente: https://tinyurl.com/yaehl5am 3939

×