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WKE2018: Leitfaden Digitale Barrierefreiheit

Vortrag auf dem Webkongress Erlangen 2018 zum Stande der Barrierefreiheit in Deutschland, der EU Richtlinie 2016/2102 und dem Leitfaden digitale Barrierefreiheit.

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REGIONALES RECHENZENTRUM
ERLANGEN [RRZE]
Leitfaden digitale Barrierefreiheit
Leitfaden für Hochschulen zur Umsetzung der
EU-Richtlinie 2016/2102
EU 2016/2102
RICHTLINIE (EU) 2016/2102 DES EUROPÄISCHEN
PARLAMENTS UND DES RATES vom 26. Oktober 2016
über den barrierefreien Zugang zu den Websites und
mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen
3
 Zweck
 EU-weite Harmonisierung der Anforderungen zur Barrierefreiheit
 Einführung von effektiven Maßnahmen zur Durchsetzung
 Stärkung der Rechte von Betroffenen
 Reaktion auf bisher folgenlose Gesetze und Verordnungen
 Gilt für
 Websites, Intranets und mobile Anwendungen öffentlicher
Stellen
 Nicht nur Technik: Gilt auch für Dokumente (z.B. PDF-Dokumente)
EU 2016/2102
13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
4
 Fristen:
 Alle neuen Dateiformate (PDF, u.a.) aus Büroanwendungen müssen ab
dem 23.09.2018 barrierefrei sein. Ältere Dateien müssen bis dahin
ebenfalls barrierefrei sein, wenn sie für für aktive Verwaltungsverfahren
benötigt werden. (Z.B. Prüfungsordnungen!).
 Webseiten, die ab dem 23.09.2018 veröffentlicht wurden, müssen bis zum
23.09.2019 auf Stufe AA konform zu WCAG 2.0 sein; Ältere Webseiten
erst zum 23.09.2020.
 Intranets/Extranets müssen bis zum 23.09.2019 barrierefrei sein.
 Mobile Anwendungen müssen bis zum 23.06.2021 barrierefrei sein.
EU 2016/2102
13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
5
 Pflichten:
 Alle Webangebote sollen die WCAG 2.0 (Konformitätsstufe AA)
erreichen
› Inkl. alle Dateiformate von Büroanwendungen (u.a. PDFs)
› Inkl. Inhalte von Intranets und Extranets
 Mobile Webanwendungen (Apps) sind ebenfalls barrierefrei zu
gestalten
 Jeder Webauftritt muss den Status der Umsetzung der
Barrierefreiheit öffentlich erklären.
EU 2016/2102
13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
6
 Ausnahmen
 Bei einer „unverhältnismäßigen Belastung“. Diese muss berechtigte
Gründe nachweisen.
Zum Beispiel: „übermäßige organisatorische oder finanzielle Last“
 Aber:
› Fehlende Kenntnisse, fehlende Zeit oder geringe Prioritäten werden
nicht als berechtigte Gründe anerkannt.
› Öffentlicher Offenbarungseid notwendig!
Nichtentwicklung eines barrierefreien Zugangs muss ausführlich
begründet, sowie öffentlich und barrierefrei dokumentiert werden.
EU 2016/2102
13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese

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WKE2018: Leitfaden Digitale Barrierefreiheit

  • 1. REGIONALES RECHENZENTRUM ERLANGEN [RRZE] Leitfaden digitale Barrierefreiheit Leitfaden für Hochschulen zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2016/2102
  • 2. EU 2016/2102 RICHTLINIE (EU) 2016/2102 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 26. Oktober 2016 über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen
  • 3. 3  Zweck  EU-weite Harmonisierung der Anforderungen zur Barrierefreiheit  Einführung von effektiven Maßnahmen zur Durchsetzung  Stärkung der Rechte von Betroffenen  Reaktion auf bisher folgenlose Gesetze und Verordnungen  Gilt für  Websites, Intranets und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen  Nicht nur Technik: Gilt auch für Dokumente (z.B. PDF-Dokumente) EU 2016/2102 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 4. 4  Fristen:  Alle neuen Dateiformate (PDF, u.a.) aus Büroanwendungen müssen ab dem 23.09.2018 barrierefrei sein. Ältere Dateien müssen bis dahin ebenfalls barrierefrei sein, wenn sie für für aktive Verwaltungsverfahren benötigt werden. (Z.B. Prüfungsordnungen!).  Webseiten, die ab dem 23.09.2018 veröffentlicht wurden, müssen bis zum 23.09.2019 auf Stufe AA konform zu WCAG 2.0 sein; Ältere Webseiten erst zum 23.09.2020.  Intranets/Extranets müssen bis zum 23.09.2019 barrierefrei sein.  Mobile Anwendungen müssen bis zum 23.06.2021 barrierefrei sein. EU 2016/2102 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 5. 5  Pflichten:  Alle Webangebote sollen die WCAG 2.0 (Konformitätsstufe AA) erreichen › Inkl. alle Dateiformate von Büroanwendungen (u.a. PDFs) › Inkl. Inhalte von Intranets und Extranets  Mobile Webanwendungen (Apps) sind ebenfalls barrierefrei zu gestalten  Jeder Webauftritt muss den Status der Umsetzung der Barrierefreiheit öffentlich erklären. EU 2016/2102 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 6. 6  Ausnahmen  Bei einer „unverhältnismäßigen Belastung“. Diese muss berechtigte Gründe nachweisen. Zum Beispiel: „übermäßige organisatorische oder finanzielle Last“  Aber: › Fehlende Kenntnisse, fehlende Zeit oder geringe Prioritäten werden nicht als berechtigte Gründe anerkannt. › Öffentlicher Offenbarungseid notwendig! Nichtentwicklung eines barrierefreien Zugangs muss ausführlich begründet, sowie öffentlich und barrierefrei dokumentiert werden. EU 2016/2102 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 7. 7  Bayern / StMBW:  IT-Controlling zur Barrierefreiheit von Webauftritten wurde erweitert › Berichtspflicht für alle Hochschulen › Jährliche Statusberichte der HS - für 2017 am 20. März 2018  Land Bayern muss an den Bund melden.  Bund: › hat Schlichtungsstelle BGG einberufen › koordiniert › meldet an die EU Kommission EU 2016/2102 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 8. SITUATIONSANALYSE Blick in die gelebte Wirklichkeit
  • 9. 9  Die Umsetzung der Barrierefreiheit wurde mit dem Gesetz zur Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (BGG) bereits im Jahr 2002 (BayBGG: 2003) verbindlich vorgeschrieben.  BITV (und entsprechende Landes-BITVn) folgten und definierten Details der Umsetzung. Zum Beispiel die BayBITV im Jahr 2006.  Der BIK BITV-Test stand ab 2005 zur Verfügung Situationsanalyse 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 10. 10  Initiativen, Pilotprojekte, Wettbewerbe und andere Vorzeigeprojekte zeigten bereits vor 2010:  Die Bereitstellung barrierefreier Webauftritte ist machbar! › im Öffentlichen Dienst, › an Universitäten, › in der Wirtschaft  Barrierefreiheit ist gut für das Karma. Situationsanalyse 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 11. 11  Übliche Gegenargumente wurden mehrfach widerlegt:  Hohe Kosten? › Die dauerhaften Kosten barrierefrei konzeptionierter Webauftritt sind zum Teil deutlich geringer als die Kosten nicht barrierefreier Webauftritte  Hoher Aufwand für kleine Zielgruppe? › Barrierefreiheit hat sich als Vorteilhaft für alle Nutzer erwiesen: Bessere Usability, bessere SEO, bessere Performance › Barrierefreie Webauftritte waren und sind auf „neue“ Anforderungen durch die Nutzung mobiler Devices vorbereitet. Situationsanalyse 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 13. Internet?! Brauchen wir nicht! Wollen wir nicht. Und unsere Faxnummer lautet …
  • 14. Foto einer Aktennotiz vom 16.04.1997 vom Leiter der Pressestelle der Hessischen Polizei zur „Internet-Nutzung“. Zitat: „1. Ich bin über die Möglichkeit einer zielgerichteten Internet- Nutzung nicht hinreichend informiert. 2. Für meinen Zuständigkeitsbereich – Pressestelle – sehe ich keine spezielle Nutzungsmöglichkeiten des Internet. 3. Eine Darstellung des täglichen Polizei-Presseberichtes im Internet bewerte ich ausgesprochen kritisch. Eine informelle Erörterung dieser Möglichkeit mit verschiedenen Journalisten und Medienvertretern verdeutlichte deren ablehnende Haltung in dieser Frage.“
  • 15. Barrierefreiheit?! Brauchen wir nicht! Wollen wir nicht. Außerdem ist Comic Sans doch viel schöner.
  • 16. 16  Ablehnung  „Das können wir nicht leisten, das schaffen wir nicht.“  „Das haben wir immer schon so gemacht.“  „Die Formate sind so vorgegeben und wir dürfen sie nicht ändern.“  „Wir haben keine Angestellten mit Behinderungen. Aber wenn wir einen bekommen, können wir dann ja vielleicht das Intranet anpassen.“  Es hat keine Konsequenzen, wenn man dagegen verstößt. Situationsanalyse 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 21. Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik cio.bund.de Unterseite: E-Government >> Barrierefreiheit/BITV Nimmt aktuell Bezug auf BITV 1.0 und kündigt kommende WCAG 2.0 an.
  • 22. IT-Planungsrat www.it-planungsrat.de Entscheidung zum Thema EU-Richtlinie:  Nicht barrierefreies PDF als Anlage  Readspeaker… Und dann auch noch fehlerhaft: <a href=".." onclick="http://window.open (this.href, 'dcrwin'); return false;" title="DokumentMitReadSpeakerVorlesen" class="audio">Dokument vorlesen</a>
  • 33. Aber es gibt mehr Licht als Schatten Und es gibt „Comic Neue“ 
  • 34. 34  Lichtblicke  Technische Verbesserung: Immer mehr Websites basieren auf weit verbreitete Frameworks, die Barrierefreiheit begünstigen  Barrierefreiheit ist zu einem Kriterium auch inEntwickler- Communities geworfen. Beispiel: Aktuelle Diskussionen zu WordPress 5.0 zur Barrierefreiheit des Gutenberg-Editors  Steigender Bedarf an Mobile Design weckte Bewusstsein für Vorteile von Barriererefreiheit Situationsanalyse 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 35. 35  Lichtblicke  Webauftritte sind kein Exotenthema mehr. Verantwortliche für Web nehmen das Thema ernster und erwarten heute mehr Nachhaltigkeit als vor 10 Jahren  Barrierefreiheit ist zusammen mit SEO und Mobile Design im Bunde zu einem Wettbewerbsvorteil geworden Situationsanalyse 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 39. 39  Festzustellen ist: 1. Barrierefreie Technologien sind beherrschbar (bei vorhandenen Fachwissen) und etabliert 2. Ursachen für Barrieren liegen oft in: › Fehlendes Problembewusstsein › Mangelhafte Sorgfalt bei Konzeption und Auswahl von Lösungen durch Entscheider und Betreiber › (Gefühlte) Überforderung von Autoren Situationsanalyse 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 41. 41  Hintergrund  Im Februar 2018 wurden alle Hochschulen Bayerns von zuständigen Ministerium aufgefordert, einen Statusbericht über den Stand der Barrierefreiheit zu liefern.  Mit Hinweis auf das Inkrafttreten der EU Richtlinie 2016/2102  Die bayerischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften beauftragten das RRZE und die Stabsstelle IT-Recht der staatlichen bayerischen Hochschulen und Universitäten zur Erstellung eines Leitfadens Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 42. 42  Vorhandene Leitfäden:  Zwei häufig verbreitete Schemas  Schema 1: › 15 Seiten Erklärung was Barrierefreiheit bedeutet › 4 Seiten schöne Stockerbildchen: „lächelnde Menschen mit Behinderungen“ › 1 Seite konkreter Inhalt. Jedenfalls so ein bißchen… Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 43. 43  Vorhandene Leitfäden:  Schema 2: › Streng an WCAG ausgerichtete Reihenfolge › Erklärung der vier Prinzipien › Dann einzelne Erklärung der 61 bzw. 76 Richtlinien Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 44. 44  Problem vorhandener Leitfäden:  Inhaltlich: › Keine für den Alltag hilfreiche Information oder › Unspezifischer Information-Overload.  Mangelnde Nutzbarkeit im konkreten Alltag von Web- und Inhaltsverantwortlichen Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 45. 45  Anforderungen  Der Leitfaden muss sich an die Bedürfnisse der Adressaten orientieren: › Autoren und Redakteure › Webentwickler und Webdesigner › CIOs, Entscheider, rechtlich verantwortliche Betreiber › Autoren von Satzungen, Prüfungsordnungen und anderen Dokumenten mit rechtlicher Bedeutung Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 46. 46  Anforderungen  Aufgrund der verschiedenen Zielgruppen soll der Leitfaden auch in Teilen weitergebbar sein. › Natürlich auch in verschiedenen Formaten › Natürlich auch in das jeweilige CD der beteiligten Hochschulen  Kein weiteres „Fire and Forget“-Dokument: Die Weiternutzung und Weiterentwicklung des Leitfadens muss möglich sein. Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 47. 47  Umsetzung  Inhaltliche Grundlagen sind › die EU-Richtlinie 2016/2102 › Die WCAG 2.0 und teilweise auch bereits die WCAG 2.1 › Weitere gesetzlich relevante Vorschriften  Nationale Varianten der Umsetzung (BITV) und kommerzielle Angebote (Zertifikate) werden vom Leitfaden nicht empfohlen. Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 48. 48  Umsetzung  Je Zielgruppe wird eine eigene Quelldateien gepflegt › Ggf. Mit eigenen Ergänzungen und „Cheat Sheets“ › Mit Verlinkung der relevanten Richtlinien › Mit Angabe von Online-Literatur zur Vertiefung  Quelldateien liegen im Markdown vor  Exportformate sind derzeit: Word Doc, PDF, ePUB und HTML Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 49. 49  Umsetzung  Die Verwaltung erfolgt über ein öffentliches GitHub Repository: › https://github.com/RZ-BY/Leitfaden-Barrierefreiheit/  Bereitstellung unter einer Creative Commons Lizenz: › Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen: CC BY-NC-SA Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 50. 50  Einführung und Überblick  für: Alle Gruppen, Link  Bereitstellung und Pflege von Inhalten  für: Redakteure und Autoren von Webinhalten  Entwicklung und Design  für: Webentwickler und Webdesigner  Organisatorische und rechtliche Anforderungen  für: Verantwortliche Betreiber von Webauftritten, Auftraggeber, Entscheider  Satzungen, Prüfungsordnungen, Dienstanweisungen  für: Bearbeiter aus Prüfungsämtern und Rechtsabteilungen, Verwaltungsmitarbeiter Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 51. 51  Tests  Für: Alle Gruppen  Weitere Leitfäden und relevante Informationsangebote  Für: Alle Gruppen Leitfaden Digitale Barrierefreiheit 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 55. 55  Gesamtverantwortung  Wolfgang Wiese  Organisation  Karolin Kaiser Das WKE-Team 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 56. 56  Öffentlichkeitsarbeit  Katja Augustin  Anke Vogler  Martina AP Dorsch Das WKE-Team 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 57. 57  Moderatoren  Sebastian Schmitt, Daniel de West, Barbara Bothe, Astrid Semm  Fotografen  Max Wankerl, Jorge Gonzalez, Martin Fischer, Anke Vogler, Thomas Reinfelder Das WKE-Team 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese
  • 58. 58  Und viele weitere Helferinnen und Helfer im Hintergrund  Karin Kimpan, Saskia Hauk, Stefanos Georgepoulos, Jorge Gonzalez, Jannik Ebert, Benjamin Gügel, Ewald Sawizki, Julia Volland, Sven Wurm, Andreas Zorneck, Silvia Nagy Das WKE-Team 13.09.2018 | Leitfaden Digitale Barrierefreiheit | Wolfgang Wiese