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Praxisbezogenes Steuerrecht für Jungunternehmer*innen

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Für Jungunternehmer*innen stellt das Steuerrecht zumeist eine Hürde dar. Meine Aufgabe ist es unterstützend so einzugreifen indem ich das Thema in Workshops aufs Verständliche herunterbreche und in der Umsetzung auch kostenlose Tools zur Verfügung stelle

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Praxisbezogenes Steuerrecht für Jungunternehmer*innen

  1. 1. Workshop Kalkulation & Steuern Was Gründerinnen schon immer wissen wollten!
  2. 2. Selbstständigkeit verlangt ein wirtschaftliches Grundwissen, ein Teil davon wird nachfolgend kurz und knackig erklärt! • Braucht es einen Plan? • Gibt es eine Kosten-/ Nutzenrechnung? • In welcher Steuerklasse wirst du dich bewegen? • Bist du Umsatzsteuerpflichtig? Ja oder nein? • Wie funktioniert Buchhaltung? • Kennst du die Höhe der möglichen Abgaben? • Sind die Abgabetermine/ Fristigkeiten bekannt? • Wer macht den Jahresabschluss? ww.reinhardhuber.at Page 2 Welche Basics gilt es zu beachten?
  3. 3. Braucht man einen Plan? ww.reinhardhuber.at Page 3 Ja!DenngenausowieicheinegrößereReiseplane,sollauchjenein dieSelbstständigkeitgutvorbereitetsein.SokannmitHilfeeines BusinessplansdasunternehmerischeRisikobessereingeschätzt werden.AuchbeibestehendenUnternehmengibteinGeschäftsplan denWegvorunddientsoalsSteuerungsinstrument. DasZieldesBusinessplanesistu.a.dieVisionen/Annahmen/ MarkteinschätzungenundPrognosenausbetriebswirtschaftlicher Sichtdarzustellen. MitHilfedesBusinessplaneswirddieIdeehinsichtlich Realisierbarkeit/WirtschaftlichkeitundKundennutzendurchleuchtet.
  4. 4. Kenne ich meinen Preis? ww.reinhardhuber.at Page 4 Der „richtige“ Preis ist zumeist dann richtig wenn er • Aufträge bringt • Alle betrieblichen Kosten (fix und variabel) abdeckt • Einen guten Unternehmerlohn ermöglicht • Gewinne und Reserven erwirtschaftet EsgibtdreientscheidendeKriteriendiedenPreisbeeinflussen • WelcherMindestpreisergibtsichausmeinerKalkulation? • WoliegtinetwaeinvergleichbarerMitbewerb? • WelchenPreissinddieKund*innenbereitzubezahlen? DeroderdieBilligstezuseinistseltenErfolgversprechend!
  5. 5. Welche Eckdaten sind noch wichtig? ww.reinhardhuber.at Page 5 Ein wichtiger Weg zum mögliche Erträge zu kalkulieren ist auch die Ermittlung der verkaufbaren Arbeitsstunden • Kalenderwochen pro Jahr 52 WO • Urlaub, Feiertage, sonst. Fehlzeiten - 6 WO • Arbeitswochen pro Jahr 46 WO Bei 5 Tagen mit je 8 Stunden ergibt das 1840 Std / Jahr Um in der Folge auf die Planrechnung einzugehen wäre eine „Haushaltsrechnung“ wichtig! Das bedeutet, dass geklärt werden muss, welche privaten Haushaltskosten auf alle Fälle abgedeckt werden müssen. Gesamt oder anteilig!
  6. 6. Wie plant man richtig?? Nachfolgend eine vereinfachte Darstellung einer Umsatz bzw. Erlös- und Kostenplanung für ein Jahr Bruttoumsatz - Umsatzsteuer = Nettoumsatz - Betriebsausgaben (=Waren, Fixkosten usw) = Gewinn vor Steuern und Abgaben - Gewerbliche Sozialversicherung (GSVG) = Gesamteinkommen (Basis für ESt) - Einkommensteuer = Gewinn/Verlust „Nettogehalt“ 39.000,00 - 7.800,00 = 31.200,00 - 14.814,00 = 16.386,00 - 3.464,00 = 12.922,00 - 384,00 = 12.538,00
  7. 7. Wie wird vorausschauend geplant? Der Planumsatz wird retrograd ermittelt d.h. von unten nach oben. Der Grund liegt darin, dass man damit errechnet, welcher Umsatz bzw. Gewinn mindestens erzielt werden muss um Kosten deckend zu arbeiten! Daher Plan-Mindestumsatz- Berechnung! ww.reinhardhuber.at Page 7
  8. 8. Unternehmerisch klein oder groß? ww.reinhardhuber.at Page 8 Liegt ein Unternehmen unter 35.000,- Jahresumsatz kann die KLEINUNTERNEHMERREGELUNG beansprucht werden. • Du bist von der Umsatzsteuer befreit • Du hast keinen Anspruch auf Vorsteuerabzug • Du hast eine Option zur Regelbesteuerung • Du darfst innerhalb von 5 Jahren die Umsatzgrenze einmal überschreiten Unternehmen über 35.000,- Jahresumsatz sind zur REGELBESTEUERUNG verpflichtet! • Du musst Umsatzsteuer abliefern und kannst im Gegenzug die Vorsteuer geltend machen.
  9. 9. Die Reisekosten-Abrechnung (RKA) ww.reinhardhuber.at Page 9
  10. 10. Was bedeutet Reisekosten-Abrechnung? ww.reinhardhuber.at Page 10 Unter dem Begriff Reisekostenabrechnung versteht man die Zusammenstellung jener Kosten, die durch eine Geschäftsreise für ein Unternehmen entstehen. Wie z.B.: Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen (Taggeld), Übernachtungen, Bewirtungen, Reisenebenkosten, öffentliche Verkehrsmittel uvm… Die Basis der Eintragungen sind die persönlichen Aufzeich- nungen wie Terminkalender, Fahrtenbuch usw., wobei letzteres auch mittels einer App geführt werden kann.
  11. 11. Wie bzw. wann fallen Reiskosten an? ww.reinhardhuber.at Page 11 Um die Aufwendungen steuerlich geltend machen zu können, muss es sich bei der Reise um eine ordentliche Dienstreise handeln. Diese muss mindestens 25 km von der üblichen Betriebsstätte entfernt sein und zum Zweck der Berufsausübung durchgeführt werden. WICHTIG: Es genügt nicht 25 km insgesamt unterwegs gewesen sein. Die Reise muss über diese Entfernung auf direkter Fahrt entfernt sein, damit sie als Dienstreise geltend gemacht werden kann. Das bedeutet, selbst wenn man 100 km fährt, aber nie über diese Grenze hinaus kommt, darf kein Taggeld abgerechnet werden (KM-Geld sehr wohl!).  Das Taggeld beträgt in Österreich 26,40 als Maximum (12 Std)  Dieses gilt aber erst ab einer Reisedauer von drei Stunden!  Das Kilometergeld für PKW‘s beträgt in Österreich 0,42 und wird (sofern sich das Auto nicht im Betriebsvermögen befindet) auf Basis der tatsächlich gefahrenen Kilometer berechnet.
  12. 12. Auto ins Betriebsvermögen? ww.reinhardhuber.at Page 12 Nachdem ein großteil der Geschäftsreisen mittels PKW erfolgt, muss dieser steuerlich richtig zugeordnet werden. Das bedeutet - Auto im Betriebsvermögen – ja, oder nein? < 50% betriebliche Nutzung Wahlrecht: Kilometergeld oder PKW im Betriebsvermögen > 50% betriebliche Nutzung Das Auto ist verpflichtend im Betriebsvermögen Eine (Vor-)Entscheidung muss jedenfalls getroffen werden!
  13. 13. Wie führt man eine RK-Abrechnung ? Die Reisekosten- Abrechnung ist einerseits eine Aufzeichnung aller Kosten, aber auch ein Eigenbeleg der in die Buchhaltung einfließt! ww.reinhardhuber.at Page 13
  14. 14. Die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (EAR) ww.reinhardhuber.at Page 14
  15. 15. In ihrer Gesamtheit bildet die Buchführung die Grundlage für die Gewinnermittlung, Quartalsabschlüsse und den Jahresabschluss für die Steuererklärung. Die wesentlichen Merkmale der Aufzeichnungen lauten: • Chronologisch, geordnet, richtig, vollständig • Nachvollziehbarkeit der Geschäftsfälle • Aufzeichnungen zum Beleg • Keine nachträglichen Veränderungen • Aufbewahrungsfrist 7 Jahre z.B. Belege des Jahres 2021 bis 31.12.2028 ww.reinhardhuber.at Page 15 Was bedeutet Buchhaltung?
  16. 16. Für die einfache Buchführung gibt es • Spesenverteiler bzw. • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung Hier werden sämtliche Einnahmen/ Ausgaben gruppenweise bzw. den Kostenarten zugeordnet dargestellt Zusätzlich erforderlich sind (je nach Unternehmensart): • Wareneingangsbuch • Anlageverzeichnis • Nebenbücher Kassabericht, Bankauszüge (Telebanking), Lohnkonten, etc. ww.reinhardhuber.at Page 16 Welche Aufzeichnungsarten gibt es?
  17. 17. Die Betriebseinnahmen stellen die Basis des wirtschaft- lichen Erfolges eines Unternehmens dar . Dazu zählen u.a. • Warenverkäufe (Geschäft, Handelsagentur) • Dienstleistungen (Handwerker, Berater, Masseur, Friseur usw.) • Provisionen (aus Vermittlung von Aufträgen) • Zinserlöse • Mieten • Anlagenverkäufe • Subventionen, Zuschüsse der öffentlichen Hand ww.reinhardhuber.at Page 17 Was sind Betriebs-Einnahmen?
  18. 18. Zu den Betriebsausgaben gehören sowohl variable wie auch fixe Kosten. Diese unterscheiden sich wie folgt: Variable Kosten ändern sich mit dem Umsatz (z.B.: Material, Wareneinsatz [WES]…). Mehr Umsatz bedeutet somit mehr Materialkosten bzw. Wareneinsatz. Fixe Kosten sind unabhängig von der Umsatzentwicklung (z.B.: Miete, Gehälter, Telefon…). Diese fallen immer an, egal ein Umsatz erzielt wird oder nicht. ww.reinhardhuber.at Page 18 Was sind Betriebs-Ausgaben?
  19. 19. Unter Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (EAR) versteht man jenes vereinfachte Buchführungssystem, das sich auf die Aufzeichnung der Zahlungsvorgänge beschränkt. Nach dem Zufluss-/ Abflussprinzip werden dabei nur jene Belege erfasst die bereits bezahlt wurden, wobei folgende Grundregel gilt: Buchungsdatum = Zahlungsdatum! Ohne Beleg, keine Buchung! Daher sollen die Belege zuerst chronologisch geordnet und nach Beendigung des jeweiligen Monats verbucht werden! ww.reinhardhuber.at Page 19 Wie verbuche ich Einnahmen/ Ausgaben?
  20. 20. Wie sieht die EA-Rechnung in der Praxis aus? Es gibt viele Möglichkeiten die Einnahmen, wie auch Ausga- ben zu erfassen. Der praktische Ablauf ist mit der hier gezeig- ten Lösung jedoch ident. ww.reinhardhuber.at Page 20
  21. 21. Wie funktioniert der Weg zu Finanzamt & Co! ww.reinhardhuber.at Page 21
  22. 22. Die erarbeiteten Daten aus der Einnahmen-Ausgaben- Rechnung können nun folgendermaßen genutzt werden: • Zur Kontrolle des Geschäftsjahres • Zur Umsatzsteuervoranmeldung (entfällt bei Kleinunternehmerregelung) • Als Vorlage zum Jahresabschluss, der durch Ihre steuerliche Vertretung (Steuerberater/ Bilanzbuchhalter) beim Finanzamt eingebracht werden kann bzw. soll! (Letzteres sollte den Experten überlassen werden!) ww.reinhardhuber.at Page 22 Was passiert mit den Eingaben?
  23. 23. Wann erfolgt die Ust-Voranmeldung? ww.reinhardhuber.at Page 23 Einkommenssteuer Über 100.000,- Jahresumsatz erfolgt die Ust-VA monatlich! Allgemein bedeutet das, dass die Abgabe spätestens einen Monat und 15 Tage nach Ablauf des Ust-VA-Zeitraumes erfolgen muss. Umsatzsteuervoranmeldung bei ¼-jährlicher Zahlung (< 35.000,-) Est Mon 01-03 Mon 04-06 Mon 07-09 Mon 10-12 Fällig 15. Feb. 15. Mai 15. Aug. 15. Nov. Ust-VA 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Fällig 15. Mai 15. Aug. 15. Nov. 15. Feb. (FJ)
  24. 24. Welche Vorschreibungen kommen wann? Einkommens- Steuer 1. Jahr 2. Jahr Gewerbliche Sozialversicherung ww.reinhardhuber.at Page 24 keine oder nur geringe ESt- Vorauszahlungen keine oder nur geringe SVS- Vorauszahlungen späteste Abgabe der Steuererklärung: Steuerbescheid für 1. Jahr - eventuell Nachzahlung von Einkommensteuer und höhere Vorauszahlungen Nachzahlung für 1. Jahr bei SVS, wenn Grenzen für Ausnahmeantrag ODER vorläufige Mindestbeitragsgrenzen überschritten werden 3. Jahr 4. Jahr
  25. 25. Wie funktioniert die Ust-Voranmeldung? ww.reinhardhuber.at Page 25 Zum Fälligkeitstermin der Ust-VA muss die Zahllast an das Finanzamt überweisen. Diese berechnet sich folgendermaßen: erhaltene Umsatzsteuer – bezahlte Vorsteuer = Zahllast Nachfolgend ein einfaches aber sehr gängiges Beispiel dazu: Beschreibung KZ Bemessung Betrag In Österreich getätigte Lieferungen oder sonstige Leistungen KZ 000 12.000,- Gesamtbetrag der steuerpflichtigen Lieferungen, sonstigen Leistungen und Eigenverbrauch 12.000,- Davon sind zu versteuern mit 20% KZ 022 12.000,- 2.000,- Gesamtbetrag der Vorsteuern KZ 060 - 400,- Vorauszahlung 1.600,-
  26. 26. Sind die Steuersätze bekannt? ww.reinhardhuber.at Page 26 Die Einkommenssteuer richtet sich nach dem Jahres- einkommen. Die aktuellen Steuerstufen lauten wie folgt: Beispiel bei einem Gewinn von 26.000,- 11.000,- 0% 0,- 7.000,- 20% 1.400,- 8.000,- 35% 2.800,- Steuern 4.200,- Einkommensteuerbeträge €uro steuerfrei 11.000,- 0,- versteuert 7.000,- x 20% = 1.400,- versteuert 13.000,- x 35% = 5.950,- versteuert 49.000,- x 42% = 18.130,- versteuert 30.000,- x 45% = 32.530,- versteuert 910.000,- x 50% = 487.530,- versteuert > 1 Mio x 55% Einkommenssteuersätze % 0,- bis 11.000, 0% von 11.000,- bis 18.000,- 20% * von 18.000,- bis 31.000,- 35% von 31.000,- bis 60.000,- 42% von 60.000,- bis 90.000,- 48% von 90.000,- bis 1 Mio 50% über 1 Mio 55% *) rückwirkend ab 01.01.2020 herabgesetzt auf 20% Vorher 25%
  27. 27. Für Rechnungen bis EUR 400,-- (inkl. USt): 1. Name und Anschrift des Liefernden/Leistenden 2. Beschreibung der Lieferung (Menge, Bezeichnung) oder Leistung (Art) 3. Tag der Lieferung bzw. Zeitraum der Leistung 4. Entgelt für die Lieferung/Leistung 5. Steuersatz bzw. Hinweis auf Befreiung oder Übergang der Steuerschuld 6. Ausstellungsdatum Für Rechnungen über EUR 400,-- zusätzlich: 7. Name und Anschrift des Empfängers 8. Steuerbetrag (und Entgelt – netto) 9. UID-Nr . des Liefernden/Leistenden 10. Fortlaufende Rechnungsnummer Für Rechnungen über EUR 10.000,-- (inkl. USt) zusätzlich: 11. UID-Nummer des Empfängers ww.reinhardhuber.at Page 27 Wurden die Rechnungen richtig gestellt?
  28. 28. ww.reinhardhuber.at Page 28 Wurden die Rechnungen richtig gestellt? 1. Unternehmensname 2. Kunde 3. Ausstellungsdatum 4. UID Hinweise Unternehmer *) 5. UID Kunde *) 6. Fortl. Rechnungsnummer 7. Mengenangabe 8. Lieferzeitraum 9. Nettobetrag 10.Umsatzsteuerbetrag 11.Gesamtbetrag 12.Angabe Steuersatz *) *) entfällt bei Kleinunternehmerregelung. Dafür „Umsatzsteuerfrei im Sinne des § 6 (1) Z 27 UStG“
  29. 29. Selbstständigkeit ist nicht nur mit einer guten Auftragslage und ausreichender Liquidität verbunden. Auch betriebs- wirtschaftliche Kenntnisse und ein guter Zugang zu den „Nebenschauplätzen“ sind Bausteine zum Erfolg. Wie z.B.: • Vorausschauende Planung, • Aktuell geführte Buchhaltung, • Wissen über Abgaben und Fristigkeiten Gut vorbereitet und organisiert kann (und soll) Unternehmertum Freude bereiten! ww.reinhardhuber.at Page 29 Bist du gut vorbereitet und organisiert?
  30. 30. www.reinhardhuber .at © Reinhard Huber|2021 Viel Erfolg und alles Gute! Das war‘s! Weiterführende Infos auf der Website unter www.reinhardhuber .at/steuer-praxis/

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