INTERREG und die Schweiz

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INTERREG und die Schweiz

  1. 1. INTERREG und die SchweizEin bereichernder Austausch Mit der Unterstützung von 1
  2. 2. INTERREG Ein Instrument für die Zusammenarbeit mit Europa Inhalt INTERREG ist ein Förderinstrument für Wirt- Je nach Programm können INTERREG-Projekte INTERREG – Ein Instrument für die schaft, Tourismus und Kultur, das nationale entweder im Rahmen eines Ausschreibungsver- Zusammenarbeit mit Europa 2 Grenzen, institutionelle Unterschiede sowie fahrens − mit einer gesetzten Frist − oder wäh- wettbewerbsbedingte Spannungen über- rend des ganzen Jahres eingereicht werden. Die INTERREG – Integraler Bestandteil der Schweizer Regionalpolitik 3 windet. INTERREG schafft überall in Europa Gesuche werden gemäss den Prioritäten und privilegierte Kooperationsräume und fördert Kriterien geprüft, wie sie im jeweiligen Operatio- INTERREG I bis IV – 20 Jahre Zusammenarbeit in Europa 4 die Vernetzung vorhandener Kräfte beidseits nellen Programm festgelegt sind. der nationalen Grenzen. INTERREG III – Eine ermutigende Bilanz 5 Kohäsionspolitik INTERREG IV – Geht auf das Bedürfnis nach grenzüberschreitender, transnationaler und Die europäische Kohäsionspolitik, zu der die Europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ) ge- interregionaler Zusammenarbeit ein 6 hört, verfolgt zwei Ziele: den Abbau von regionalen Disparitäten und die Förderung der regionalen Wirtschaft. In der Schweiz stehen dazu zwei Instrumente zur Verfügung: der Finanzausgleich und INTERREG IV A die Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) sowie die Neue Regionalpolitik (NRP). Italien–Schweiz 7 Frankreich–Schweiz 8 Oberrhein 9 Alpenrhein–Bodensee–Hochrhein 10 INTERREG ist − wie ESPON, INTERACT und URBACT − ein Entwicklungsinstrument INTERREG bringt Vorteile für die Schweiz: INTERREG IV B im Rahmen der Europäischen territorialen Zu- Nordwesteuropa 11 Alpenraum 12 sammenarbeit (ETZ). Durch INTERREG wer- • Die Schweizer Regionen profitieren von den den grenzübergreifende Projekte unterstützt, Erfahrungen anderer Regionen und können INTERREG IV C 13 die den Dialog zwischen den Regionen der die internationale Zusammenarbeit weiter- INTERACT II – Unterstützung der Programme Europäischen Union (EU) und deren Nach- führen und vertiefen. der Europäischen territorialen Zusammenarbeit 14 barländern fördern und die Bevölkerungen dieser regiosuisse – Wissen generieren, Regionen einander näher bringen. • Die Zusammenarbeit ermöglicht es, Pro- Wissen nutzbar machen 15 blembereiche, die nach grenzüberschreitenden Kontaktadressen 16 Struktur der INTERREG-Programme Antworten verlangen, gemeinsam anzugehen. Impressum INTERREG ist in drei unterschiedliche Ausrich- • Dank INTERREG lassen sich Lösungen für tungen gegliedert: die grenzüberschreitende, Probleme finden, die sich durch unterschied- Herausgeber: die transnationale und die interregionale Zusam- liche Verwaltungssysteme ergeben. Regionale und nationale Koordinationsstellen der Schweiz INTERREG IV, SECO, regiosuisse menarbeit. Diese drei Ausrichtungen umfassen − Netzwerkstelle Regionalentwicklung • INTERREG stellt eine bestmögliche Koor- insgesamt rund 65 INTERREG-Programme, Konzept/Redaktion/Ausführung: dination im Bereich der Raumordnung auf Regionale und nationale Koordinationsstellen die alle sehr ähnlich organisiert sind. Jedes die- europäischer Ebene sicher. der Schweiz INTERREG IV, SECO, regiosuisse ser Programme verfügt über ein Leitbild (Opera- − Netzwerkstelle Regionalentwicklung tionelles Programm). Darin einigen sich die be- Übersetzung: Die regionale Zusammenarbeit zwischen teiligten Regionen über Themenbereiche, für die Cinzia Corda, Fribourg Schweizer und europäischen Partnerinnen und Félix Glutz, Montreux sich eine Zusammenarbeit anbietet und die ent- Partnern erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Monika Kern, Küsnacht sprechend finanziell unterstützt werden können. Regionen, aber auch die Wettbewerbsfähigkeit Druck: Die Regionen entscheiden auch gemeinsam des Wirtschaftsplatzes Schweiz als Ganzes. Paulusdruckerei, Fribourg über die Verfahrensweise des Programms. Ausgabe: Februar 2010 Die Schweiz nimmt an sieben INTERREG- Programmen teil. Download der Broschüre in Deutsch, Italienisch und Französisch unter www.interreg.ch www.ec.europa.eu/regional_policy/cooperation/index_en.htm2 INTERREG – Ein Instrument für die Zusammenarbeit mit Europa
  3. 3. Integraler Bestandteil der Schweizer Regionalpolitik Am 1. Januar 2008 ist die Neue Regionalpo- Besonderheiten der Schweizer TeilnahmeDie NRP basiert auf drei strategischen litik (NRP) in Kraft getreten. Mit ihr unterstüt- an INTERREGAusrichtungen: zen Bund und Kantone das Berggebiet, den weiteren ländlichen Raum und die Grenz- Da INTERREG in der Schweiz Teil der NRPDie Ausrichtung 1 ist der Hauptpfeiler der regionen der Schweiz bei der Bewältigung ist, gelten bei der Umsetzung des Instru-NRP. Mit ihr werden Initiativen, Projekte des Strukturwandels. Die Standortvoraus- ments im Vergleich zu Europa einige Beson-und Programme gefördert, die Innovation, setzungen für unternehmerische Aktivitäten derheiten.Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit sollen verbessert und Innovationen, Wert-in den Regionen steigern. Unternehmer- schöpfung sowie die Wettbewerbsfähigkeitgeist und Innovationskraft sind die zentralen nachhaltig gefördert werden.Werte, mittels deren die regionale Wettbe-werbsfähigkeit und der Strukturwandel ge- INTERREG – ein bekanntes Labelmeistert werden können. In Ausrichtung 1 Die Europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ) − Ziel 3 der EU-Kohäsionspolitik − folgte 2007arbeiten Bund, Kantone und Regionen eng auf die Initiative INTERREG. Wegen des hohen Bekanntheitsgrads des Labels «INTERREG» kammit den Wirtschaftsakteurinnen und -akteu- die Europäische Kommission überein, jenen Teil der ETZ, der INTERREG III fortsetzt, mitren zusammen. Die Verantwortung für die INTERREG IV zu bezeichnen.Umsetzung liegt bei den Kantonen.Die Ausrichtung 2 der NRP bezweckt eine Die NRP leistet einen Beitrag zur Schaffung Um Finanzhilfe des Bundes zu erhalten, mussverstärkte Zusammenarbeit und Nutzung und Erhaltung von Arbeitsplätzen und trägt ein INTERREG-Projekt auf Schweizer Seiteder Synergien zwischen Regionalpolitik indirekt dazu bei, die dezentrale Besiedlung das Primärziel der NRP – die Förderungund raumrelevanten Sektoralpolitiken des in der Schweiz zu erhalten und die regiona- von Innovation, Unternehmertum und Wert-Bundes. Die wichtigsten Partner sind die len Disparitäten abzubauen. Mit der NRP schöpfung – verfolgen. Die Kantone ihrerseitsInnovations-, Bildungs-, Agrar-, Umwelt-, werden Projekte, Initiativen und Programme können mit eigenen Mitteln auch andereEnergie-, Tourismus- und KMU-Politik sowie unterstützt, die die Wettbewerbsfähigkeit der INTERREG-Projekte fördern.die Standortförderung. Auch Kantone und Regionen stärken. Für die strategische Ent-Regionen profitieren von den sich ergeben- wicklung der NRP ist das Staatssekretariat Startete der europäische Finanzierungszeit-den Synergien. Die Verantwortung für die für Wirtschaft (SECO) verantwortlich. Die plan für INTERREG IV im Jahr 2007 undUmsetzung liegt beim Bund. konkrete Umsetzung ist in erster Linie Sache endet im Jahr 2013, erstreckt sich die Pro- der Kantone. grammphase der NRP in der Schweiz überDie Ausrichtung 3 umfasst den Aufbau und acht Jahre von 2008 bis 2015. Die Abstim-Betrieb eines Wissenssystems zur Regional- Die NRP vereint verschiedene regionalpoli- mung der beiden Zeitpläne wird sicherge-entwicklung, die Qualifizierung des Regio- tische Förderinstrumente, darunter die Teil- stellt.nalmanagements sowie ein Monitoring der nahme der Schweiz an der Europäischen ter-wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen ritorialen Zusammenarbeit (ETZ), zu der auchin der Schweiz. Diese Aufgabe nimmt seit INTERREG gehört.2008 die Netzwerkstelle Regionalentwick-lung − regiosuisse − wahr (S. 15). Die Ver-antwortung für die Ausrichtung 3 liegt beimBund. www.regiosuisse.ch www.interreg.ch INTERREG – Integraler Bestandteil der Schweizer Regionalpolitik 3
  4. 4. INTERREG I bis IV 20 Jahre Zusammenarbeit in Europa INTERREG wurde von der Europäischen INTERREG I (1990–1994) war als rein Aufgrund der positiven Erfahrungen mit Kommission eingeführt, um die innereuropä- grenzüberschreitendes Programm konzipiert, INTERREG II entschied der Bund, sein ischen Grenzgebiete auf eine Gemeinschaft um die Wirtschaft in den Grenzgebieten zu Engagement im Rahmen von INTERREG III ohne Binnengrenzen vorzubereiten. beleben. Vierzehn Schweizer Grenzkantone (2000–2006) weiterzuführen. Auf europä- beteiligten sich an INTERREG I. ischer Seite erweiterte INTERREG III seine Aktivitäten auf die transnationale und die Zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit interregionale Zusammenarbeit. Dadurch er- kamen bei INTERREG II (1995–1999) die hielten auch Binnenkantone die Möglichkeit, Realisierung von transnationalen Energienet- sich an INTERREG-Projekten zu beteiligen. zen sowie die transnationale Zusammenarbeit INTERREG III wurde ausserdem ergänzt im Bereich der regionalen Raumplanung hinzu. durch INTERACT, ein Rahmenprogramm Ab INTERREG II wird INTERREG über den zur Förderung des Wissenstransfers, und «Europäischen Fonds für regionale Entwick- durch ESPON, ein Forschungsnetzwerk zur lung» (EFRE) mitfinanziert. Auf Einladung Beobachtung der europäischen Raument- wicklung. Finanzierung Für die Europäische territoriale Zusammenarbeit (ETZ) steht für die Laufzeit von 2007 bis INTERREG IV (2007–2013) schliesslich ist 2013 ein Budget von 8,7 Milliarden Euro aus dem «Europäischen Fonds für regionale Entwicklung» der Hauptpfeiler von Ziel 3 der europäischen (EFRE) zur Verfügung. Mit diesen Mitteln können die Investitionen der Partnerinnen und Partner Kohäsionspolitik − der Europäischen territo- der verschiedenen Projekte finanziert werden, wobei die Finanzierung auf nationaler oder rialen Zusammenarbeit (ETZ). INTERREG regionaler Ebene durch eigene Mittel ergänzt werden muss. ist somit von einem grenzüberschreitenden Programm zu einem wichtigen Kohäsionsziel Da die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union ist, können Schweizer Projektpart- geworden und hat nicht nur politisch, sondern nerinnen und -partner nicht von Fördergeldern des EFRE profitieren. Bund und Kantone auch finanziell an Bedeutung gewonnen. finanzieren die Teilnahme von Schweizer Partnerinnen und Partnern an INTERREG IV über die Neue Regionalpolitik. der EU-Kommission entschied der Bund, Steigende europäische Beiträge sich direkt finanziell und organisatorisch an INTERREG II zu beteiligen. Dies ermöglichte INTERREG I 1,1 Mrd. Euro es, Schweizer Projektpartnerinnen und -part- INTERREG II 3,5 Mrd. Euro ner mit Bundesgeldern zu unterstützen. Auf INTERREG III 5,0 Mrd. Euro Schweizer Seite lag die Verantwortung für die INTERREG IV (ETZ) 8,7 Mrd. Euro Umsetzung von INTERREG II beim Eidge- nössischen Volkswirtschaftsdepartement (EVD) Quelle: Inforegio Nr. 24, Dezember 2007 und bei den Kantonen. ©Foto Guy Perrenoud4 INTERREG I bis IV – 20 Jahre Zusammenarbeit in Europa
  5. 5. INTERREG IIIEine ermutigende Bilanz INTERREG I, II et III étaient des program- mes communautaires de la Commission européenne. INTERREG IV (2007-2013) est quant à lui l’élément le plus importantVon 2000 bis 2006 hat sich die Schweiz Dank INTERREG III wurden die Grenzgebie- nanzmitteln zu sehen. Dennoch fiel die Gesamt-an insgesamt 507 INTERREG-III-Projekten te der Schweiz gestärkt und die Zusammenar- bewertung von INTERREG III aus Schweizerbeteiligt. Davon entfielen 457 auf grenzüber- beit zwischen europäischen Regionen wurde Sicht positiv aus. Entsprechend beschloss derschreitende Projekte (90%), 38 auf transnatio- verbessert. Die Schweizer Kantone bauten Bund, sich auch an INTERREG IV zu beteiligennale Projekte (7%) und 12 auf interregionale Beziehungen zu ihren europäischen Nach- und sich dabei auf die Ziele der RegionalpolitikProjekte (2%). barn, die zu den dynamischsten innerhalb zu konzentrieren. Europas gehören, auf und aus. Über Grenzen hinweg wurden Partnerschaften geschlossen,Programm Projekte in denen Wissen und Erfahrungen ausge- tauscht und Synergien genutzt wurden. DieGrenzüberschreitende Zusammenarbeit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in denIII A Italien–Schweiz 194 Grenzgebieten und folglich auch in den Kan-III A Frankreich–Schweiz/Genferseebecken 59 tonen wurden durch INTERREG III gestärkt.III A Frankreich–Schweiz/Jurabogen 76 Auch die horizontale Koordination zwischenIII A Alpenrhein–Bodensee–Hochrhein 81 den Programmen und die vertikale KoordinationIII A Oberrhein Mitte-Süd 47 zwischen Bund und Kantonen beziehungs-TOTAL III A 457 weise Regionen wurden verbessert.Transnationale Zusammenarbeit Erhöhte WirksamkeitIII B Nordwesteuropa 7 Durch die Fokussierung auf die Wettbewerbsfähigkeit erwartet die Schweiz von INTERREG IVIII B Alpenraum 31 eine verbesserte Wirkung der eingesetzten Mittel. Eigenheiten von Grenzgebieten sollen ver-TOTAL III B 38 stärkt berücksichtigt und die Zusammenarbeit unter den Kantonen soll intensiviert werden.Interregionale ZusammenarbeitIII C 12 INTERREG III bildete den Anstoss, sich grenzüberschreitend und transnational Ge-TOTAL INTERREG III 507 danken zu Raumordnung und Mobilität zu machen. Die von INTERREG III ausgegan- genen Impulse auf die Wirtschaftsentwick-Quelle: Datenbank SECO, Dezember 2009, An- lung und das wirtschaftliche Wachstum wa-zahl Projekte, die mit Bundesgeldern unterstützt ren allerdings eher zaghaft. Ein Grund dafürwurden ist in den geringen zur Verfügung stehenden Fi- INTERREG III – Eine ermutigende Bilanz 5
  6. 6. INTERREG IV Geht auf das Bedürfnis nach grenzüberschreitender, transnationaler und interregionaler Zusammenarbeit ein An INTERREG IV können sich alle Regionen in Europa beteiligen, unabhängig davon, ob sie sich an der Grenze oder im Landesinnern befinden. Das Programm umfasst drei Ausrichtungen: INTERREG IV A INTERREG IV B INTERREG IV C Grenzüberschreitende Programme Transnationale Zusammenarbeit Interregionaler Austausch Diese Ausrichtung fördert im Rahmen von rund Diese Ausrichtung befasst sich im Rahmen Im Zentrum der interregionalen Zusammen- 50 Programmen, die fast alle europäischen von dreizehn Programmen mit der Stärkung arbeit stehen der Erfahrungsaustausch und Grenzen abdecken, die Zusammenarbeit zwi- der transnationalen Zusammenarbeit. Der der Transfer von Good Practices. Diese schen benachbarten Regionen. INTERREG IV Wirkungskreis der Programme erstreckt sich Ausrichtung ermöglicht es nicht benach- A unterstützt die Zusammenarbeit in verschiede- über weiträumige Regionen Europas. Ziel ist barten Regionen, wirtschafts- und umwelt- nen Themenbereichen und hat zum Ziel, grenz- es, auf gemeinsame Probleme koordiniert zu relevante Themen gemeinsam anzugehen. bedingte Nachteile abzubauen und Brücken über reagieren. Die Schweiz beteiligt sich an den Die gesamte Schweiz beteiligt sich am Pro- die Grenzen hinweg zu schaffen. Die Schweiz Programmen «Nordwesteuropa» (S. 11) und gramm «INTERREG IV C» (S. 13). beteiligt sich an vier Programmen: «Italien– «Alpenraum» (S. 12). Schweiz» (S. 7), «Frankreich–Schweiz» (S. 8), «Oberrhein» (S. 9) sowie «Alpenrhein–Boden- see–Hochrhein» (ABH, S. 10). Programm Alpenraum Beispiele von Projekten, die durch INTERREG unterstützt werden IV A ITALIEN–SCHWEIZ • TANGIBLE / INTANGIBLE HERITAGE: Wiederentdeckung und Aufwertung der alten Verkehrswege, über dieTENDE VERNETZUNG ÖFFENTLICHER VERKEHRSSYSTEME: Verbund des öffentlichen Personennahverkehrs zwischen den GemeindenVATION: Unterstützung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Gebiets Oberrhein im Bereich der Neurowissenschaft.  IV A6 INTERREG IV – Geht auf das Bedürfnis nach grenzüberschreitender, transnationaler und interregionaler Zusammenarbeit ein
  7. 7. INTERREG IV A Italien–Schweiz Ein bewährtes grenzüberschreitendes Programm, das seine Eigenheiten bewahrt Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit Die kulturellen, sprachlichen, geografischen Entwicklung des gesamten italienisch-schweize- zwischen Italien und der Schweiz ist kein Hirn- und institutionellen Unterschiede zwischen der rischen Grenzgebietes oder eines grossen Teils gespinst. Dank INTERREG wird sie Realität und Schweiz und Italien machen es nicht immer ein- davon beitragen. Nur die mitverantwortlichen Be- erzielt konkrete Resultate. fach, gemeinsame Ziele über die Grenze hinweg hörden können strategische Projekte einreichen. zu definieren. Die Liberalisierung der Märkte, die Sechs strategische Themenbereiche wurden fest- Personenfreizügigkeit, aber auch das durch die gelegt: «Tourismus», «Transport», «Informations- Debatten zum Klimawandel gesteigerte Öko- und Kommunikationstechnologien» (IKT), «Kultur», logiebewusstsein verlangen jedoch nach einer «Umwelt» sowie «Naturgefahren und -risiken». intensiveren grenzüberschreitenden Zusammen- Schweiz arbeit der beiden Länder. Der Integrierte Grenzüberschreitende Plan (IGP) umfasst einen Massnahmenkatalog zur Dank «INTERREG IV Italien–Schweiz» können Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Ziel der grenzüberschreitende Partnerschaften entwick- integrierten sozioökonomischen Entwicklung elt, Synergien genutzt und Initiativen für eine eines bestimmten Gebietes. nachhaltige sozioökonomische Entwicklung lan- ciert werden. «INTERREG IV Italien–Schweiz» Schwerpunkte Italien bietet drei verschiedene Projekttypen an, um • Innovation, Unternehmergeist, Initiativen zur grenzüberschreitenden Zusammen- Wirtschaftswachstum arbeit in Gang zu bringen: • Schaffung von wertschöpfungsintensiven Arbeitsplätzen Direkt förderfähige Die gewöhnlichen Projekte werden von zwei • Lebensqualität, Umwelt Gebiete oder mehreren Partnerinnen bzw. Partnern ge- tragen, beziehen sich auf ein bestimmtes Pro- Kennzahlen Angrenzende Gebiete grammgebiet und betreffen nur eine einzige • 38 000 km² Fläche Massnahme. Gewöhnliche Projekte können im • 4 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner Rahmen von Projektausschreibungen bei den • 49 000 ausländische Grenzgängerin- Programmverantwortlichen eingereicht werden. nen und Grenzgänger in den beteiligten Kantonen Die strategischen Projekte dienen dazu, be- • 744 km gemeinsame Grenze stimmte Themen mit grosser Auswirkung auf die • Am Programm beteiligte Kantone: www.interreg-italiasvizzera.it Kooperationsstrategien zu vertiefen. Sie sollen GR, TI, VS massgeblich zur sozialen und wirtschaftlichender Handels- und Kulturaustausch zwischen Kontinentaleuropa und dem Mittelmeerraum stattfand.   IV A ABH • GRENZÜBERSCHREI-am Niederrhein (Vorarlberg) und dem St. Galler Rheintal (Schweiz).   IV A OBERRHEIN • NEUREX+, WETTBEWERBSFÄHIGKEIT & INNO-FRANKREICH–SCHWEIZ • SERVASTIC, SERVICE ZUR ERSTELLUNG VON MEDIZINISCHEN FERNDIAGNOSEN: Schaffung von INTERREG IV A Italien–Schweiz – Ein bewährtes grenzüberschreitendes Programm, das seine Eigenheiten bewahrt 7
  8. 8. INTERREG IV A Frankreich–Schweiz Ein Programm mit wachsender Durchschlagskraft und Effizienz Am 2. Oktober 2008 wurde in Anwesen- Das Programm «Frankreich–Schweiz» bietet eine weit die grenzüberschreitende Zusammenarbeit heit zahlreicher Persönlichkeiten aus der grossartige Gelegenheit, grenzüberschreitende im französisch-schweizerischen Grenzgebiet vo- Schweiz, Frankreich und dem übrigen Europa Beziehungen zwischen zwei Grenzgebieten aufzu- rangeschritten ist, und sie widerspiegeln die star- das Programm «INTERREG IV A Frankreich– bauen, deren Stärken sich gegenseitig ergänzen. ke wirtschaftliche Vernetzung. «INTERREG IV A Schweiz» lanciert. Angespornt durch die beträchtlichen finanziellen Frankreich–Schweiz» gelingt es, den Aufbau der Mittel, die zur Verfügung stehen − über 103 Millio- grenzüberschreitenden Beziehungen mit dem ge- nen Euro, davon 55 Millionen von der EU −, haben genseitigen Austausch von Erfahrungen und Good die Partnerinnen und Partner aus der Schweiz und Practices zu verbinden. Frankreich ein ehrgeiziges Programm aufgestellt, um die Zusammenarbeit zu verstärken. Auf französischer Seite wird das Programm durch den Conseil régional der Franche-Comté verwal- Schweiz Das Programm umfasst zwei benachbarte Ge- tet. Auf Schweizer Seite läuft die Koordination biete, die beide ihre spezifische Dynamik entwick- für den Jurabogen und für das Genferseebecken elt haben: einerseits das durch mehrere Agglo- getrennt (S. 16). merationen geprägte Genferseebecken, in dem der Tertiärsektor vorherrscht, und anderseits der eher verstreut besiedelte Jurabogen mit seinem Schwerpunkte industriellen Know-how in der Mikrotechnologie, • Wirtschaft, Innovation, Ausbildung Kunststoffverarbeitung und Mechanik. • Koordinierte Raumentwicklung, Verkehr, Frankreich Umwelt Wirtschaftsentwicklung, Innovation und Ausbildung • Lebensqualität, Standortattraktivität, bilden den Hauptfokus des Programms. Grosse Dienstleistungen Bedeutung kommt auch einer nachhaltigen Raum- Direkt förderfähige entwicklung zu. Die Partnerinnen und Partner ha- Kennzahlen Gebiete ben sich verpflichtet, Projekte zu unterstützen, die • 37 313 km² Fläche effektiv grenzüberschreitend und dauerhaft sind • 4,7 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner Angrenzende Gebiete und dazu beitragen, das französisch-schweizeri- • Knapp 88 000 Grenzgängerinnen und sche Grenzgebiet zu stärken und zu beleben. Grenzgänger • 572 km gemeinsame Grenze www.interreg-francesuisse.org Die Kriterien für die Auswahl und Strukturierung • Am Programm beteiligte Kantone: der Projekte sind im Jurabogen und im Genfersee- BE, FR, GE, JU, NE, VD, VS becken unterschiedlich. Die Projekte zeigen, wie Beispiele von Projekten, die durch INTERREG unterstützt werdenzusätzlichen wichtigen und innovativen Funktionalitäten auf einer Plattform für Telemedizin mit Hilfe der neusten technischen Entwicklun-gen des alpenquerenden Transitverkehrs.  IV A ITALIEN–SCHWEIZ • EN PLUS: Beitrag zu einem nachhaltigen und weitsichtigen UmgangTION IM BODENSEERAUM: Präventionsprojekt, durch das die Verhaltensweise von Jugendlichen beim Umgang mit Alkohol beeinflusst wer-8 INTERREG IV A Frankreich–Schweiz – Ein Programm mit wachsender Durchschlagskraft und Effizienz
  9. 9. INTERREG IV A Oberrhein Projekte für eine Region der Zukunft Der Oberrhein ist ein wirtschaftlich starkes, Das Oberrheingebiet erstreckt sich über die rund 140 Millionen Euro – davon stammen 67 sozial und ökologisch nachhaltig entwickel- vier Regionen Nordwestschweiz, Elsass, Bun- Millionen Euro von der EU. Es ist somit ein tes Gebiet, das seinen Einwohnerinnen und desland Baden-Württemberg und Südpfalz, bedeutendes Förderinstrument für Koope- Einwohnern einen abwechslungsreichen und drei Landesgrenzen und zwei Sprachregionen. rationsprojekte in den Bereichen Wirtschaft, attraktiven Lebensraum bietet. Es bietet ein sehr abwechslungsreiches und at- Forschung, Bildung und Gesellschaft. Bei traktives Lebensumfeld und hat das Potenzial, der Auswahl der Projekte wird ein besonde- sich zu einem der dynamischsten Wirtschafts- res Gewicht auf den grenzüberschreitenden räume in ganz Europa zu entwickeln. Damit das Mehrwert und den Innovationscharakter ge- Oberrheingebiet seine Stärken nutzen und sich legt; denn nur solche Projekte vermögen einen als europäische Modellregion etablieren kann, echten Beitrag zur Entwicklung und Positionie- gilt es, die grenzüberschreitende Zusammen- rung des Oberrheins in Europa zu leisten. Frankreich arbeit, die seit Jahren erfolgreich gepflegt wird, zu verstärken und zu vertiefen. Das Programm «INTERREG IV A Oberrhein» leistet einen wich- Deutschland tigen Beitrag zum Erreichen dieses Ziels. Auch wenn die Europäische Union einen Teil der Finanzierung sicherstellt und den gesetz- Schwerpunkte lichen und strategischen Rahmen festlegt, ist • Gemeinsame Nutzung des «INTERREG IV A Oberrhein» ein Programm wirtschaftlichen Potenzials Schweiz «von der Region, für die Region». Im Operati- • Integration in den Bereichen Bildung, onellen Programm haben die Schweiz, Frank- Arbeit und Wohnen reich und Deutschland als Partner die Prioritä- • Nachhaltige Entwicklung des ten festgelegt: Ziel ist es, das wirtschaftliche Oberrheinraumes Potenzial des Oberrheinraums gemeinsam Programmgebiet zu nutzen und das Grenzgebiet zu einer inte- Kennzahlen grierten Bildungs-, Arbeits- und Wohnregion • 21 500 km² Fläche zu entwickeln und dadurch die Entwicklung • 5 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner nachhaltig zu gestalten. • Wirtschaftskraft von 180 Mrd. Euro www.interreg-rhin-sup.eu • Am Programm beteiligte Kantone: Das Programm «INTERREG IV A Oberrhein» AG, BL, BS, JU, SO verfügt über einen Finanzrahmen von insgesamtgen. IV B ALPENRAUM • ¡MONITRAF!: Umsetzung einer gemeinsamen nachhaltigen Strategie zur Verminderung negativer Auswirkun-mit Umwelt und natürlichen Ressourcen im Gebiet des Grossen St. Bernhard.  IV A ABH • SMARTCONNECTION, ALKOHOLPRÄVEN-den soll, um der wachsenden Zunahme des Rauschtrinkens entgegenzutreten.  IV A OBERRHEIN • TOURISMUS IN DER TRINATIO- INTERREG IV A Oberrhein – Projekte für eine Region der Zukunft 9
  10. 10. INTERREG IV A Alpenrhein–Bodensee–Hochrhein Wir fördern Europa Im Grenzgebiet der vier Länder Deutschland, Das Programm «INTERREG IV A Alpenrhein– tige Vereinigungen und öffentliche Trägerschaften Österreich, Liechtenstein und Schweiz hat Bodensee–Hochrhein» (ABH) wurde von Vorarl- bewerben. Die Projekte müssen grenzüberschrei- die Natur über Jahrtausende eine überwäl- berg, Bayern, Baden-Württemberg, Liechtenstein tend sein und von mindestens zwei Partnerinnen tigende Landschaft geformt. und neun Schweizer Kantonen (AG, AI, AR, GL, bzw. Partnern aus unterschiedlichen Ländern GR, SG, SH, TG, ZH) erarbeitet. Das Operatio- durchgeführt werden. Mindestens ein Projektpart- nelle Programm beschreibt die strukturellen und ner muss seinen Sitz in einem EU-Mitgliedstaat sozioökonomischen Gegebenheiten der Grenz- haben. Deutschland region, bestimmt Ziele und Strategien, regelt die Programmdurchführung und legt Schwerpunkte Das Programm «ABH» stösst auf grosses Interes- und Aktionsfelder für die Förderperiode fest. se: Im ersten Programmjahr wurden bereits 200 Projektgesuche eingereicht. Besonders erwähnens- Das Programm «ABH» strebt eine nachhaltige wert ist der hohe Vernetzungsgrad dieser Projekte. wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region und Durchschnittlich sind sieben verschiedene Partne- den Aus- und Aufbau von Netzwerken in verschie- rinnen und Partner an einem Projekt beteiligt. denen Bereichen an. Damit erhält die Zusammen- arbeit rund um den Bodensee neuen Schub − ein Österreich wichtiger Schritt zum gemeinsamen Europa. Schweiz Schwerpunkte Der Bund und die neun Partnerkantone stellen auf • Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Schweizer Seite für die Laufzeit des Programms rund Innovation 11,4 Millionen Franken zur Verfügung. Die Europäi- • Standortqualität und Ressourcenschutz sche Kommission bringt ihrerseits aus dem «Euro- LIECHTENSTEIN päischen Fonds für regionale Entwicklung» (EFRE) Kennzahlen 23,8 Millionen Euro ein. Die grenzüberschreitenden • 27 838,5 km² Fläche Projekte können in der EU bis zu einem Anteil von 60 • 5,2 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner Programmgebiet Prozent aus dem EFRE finanziert werden. Schwei- • 33 500 deutsche, österreichische und zer Partnerinnen und den Partner erhalten vom Bund liechtensteinische in der Schweiz tätige und von den neun Partnerkantonen einen Finan- Grenzgängerinnen und Grenzgänger zierungsbeitrag von maximal 50 Prozent. • 577 km gemeinsame Grenze www.interreg.org • Am Programm beteiligte Kantone: Um eine Projektförderung können sich Privatper- AG, AI, AR, GL, GR, SG, SH, TG, ZH sonen und juristische Personen, aber auch sons- Beispiele von Projekten, die durch INTERREG unterstützt werdenNALEN METROPOLREGION: Förderung der Region Oberrhein als ökonomisch, sozial und ökologisch starke Tourismusregion.  IV Aan die Entwicklungen in den Berufen und auf dem Arbeitsmarkt. IV B ALPENRAUM • CLIMALPTOUR: Antworten auf die Auswirkungen desProdukten für Feriengäste und Lancierung von grenzüberschreitenden Pilotprojekten für den Ausflugstourismus in den Mittel- und Hochtä-10 INTERREG IV A Alpenrhein–Bodensee–Hochrhein – Wir fördern Europa
  11. 11. INTERREG IV B Nordwesteuropa Ein integrierter Ansatz zur Entwicklung Globalisierung, Liberalisierung und neue For- Das Programm «INTERREG IV B Nordwesteu- Land bekannt macht und potenzielle Partne- men der Governance erhöhen die wechselsei- ropa» (NWE) ist eines der beiden INTERREG- rinnen und Partner unterstützt. In der Schweiz tige Abhängigkeit der Regionen in Europa. IV-B-Programme, an denen sich die Schweiz be- übernimmt das Bundesamt für Raumentwick- teiligt. Das Programmgebiet im wirtschaftlichen lung (ARE) diese Funktion. Ein Gemeinsames und urbanen Zentrum Europas umfasst Belgien, Technisches Sekretariat (JTS) mit Sitz im fran- Irland, Luxemburg, die Schweiz, das Vereinigte zösischen Lille ist für die operationelle Durchfüh- Königreich sowie weite Teile Deutschlands, rung des Programms zuständig. Frankreichs und der Niederlande. IRLAND Vereinigtes königreich Das Programm «NWE» fördert die transnationa- le Zusammenarbeit und unterstützt Projekte, die auf eine nachhaltige und integrierte territoriale NiederlandE Entwicklung hinarbeiten. Deutschland Aufgrund der geografischen Lage des Pro- Belgien grammgebietes liegt ein Fokus auf städte- und Luxemburg grossstadtspezifischen Themen. Diese reichen Schwerpunkte vom Stadtmarketing über die nachhaltige Ver- • Förderung von Innovation, Stärkung der waltung des Immobilienbestandes bis hin zur Wissensgesellschaft Anpassung der Städte an den Klimawandel. • Nachhaltiger Umgang mit natürlichen Dies sind zwar nicht die einzigen Themen in die- Ressourcen sowie natürlichen und Frankreich Schweiz sem umfassenden Programm. Für die Schwei- technologischen Risiken zer Partnerinnen und Partner aus städtischen • Verbesserung der Verkehrsverbindun- Gebieten sind diese Bereiche jedoch beson- gen sowie der internen und externen ders interessant, da sie mit ausserordentlich Erreichbarkeit Programmgebiet erfahrenen und innovativen Partnern zusammen- • Förderung starker und florierender Ge- arbeiten können. meinschaften auf transnationaler Ebene Um die Beziehungen zwischen den beteiligten Kennzahlen www.nweurope.eu Staaten sicherzustellen und zu vereinfachen, • 844 239 km² Fläche wurde in jedem Mitgliedstaat eine Kontaktstel- • 179 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner le eingerichtet, die das Programm im jeweiligenFRANKREICH–SCHWEIZ • GRENZÜBERSCHREITENDE PLATTFORM ZUR BERUFSAUSBILDUNG: Anpassung der PersonalressourcenKlimawandels auf den Sommer- und Wintertourismus in den Alpen geben. IV A ITALIEN–SCHWEIZ • VETTA: Entwicklung von spezifischenlern.   IV A FRANKREICH–SCHWEIZ • NATUR- UND HEIMATSCHUTZ IM FRANZÖSISCH-SCHWEIZERISCHEN CHABLAIS: Aufwer- INTERREG IV B Nordwesteuropa – Ein integrierter Ansatz zur Entwicklung 11
  12. 12. INTERREG IV B Alpenraum Eine tragende Rolle bei der nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes Im Alpenraum treffen die germanischen, Das Fördergebiet des Programms «INTERREG Der Alpenraum ist aber auch stärker von den lateinischen und slawischen Kulturen und IV B Alpenraum» ist weit gefasst; denn der Auswirkungen des Klimawandels betroffen als Sprachen aufeinander. Die aussergewöhnli- gebirgige Kern des Alpenraums ist räumlich andere Regionen Europas. Themen wie der che Vielfalt dieser natürlichen und kulturellen untrennbar mit dem umliegenden Gürtel ver- Schutz vor Naturrisiken oder die Anpassung Landschaft bietet starke und attraktive Mög- bunden, in dem sich einige der attraktivsten und der Tourismusdestinationen an die neuen Klima- lichkeiten für Leben und Wirtschaftswachstum. konkurrenzfähigsten Ballungsräume Europas bedingungen sind deshalb ebenfalls Teil dieses befinden. Programms. Das Programm zielt auf eine verbesserte Wettbe- In der Schweiz obliegt es dem Bundesamt für werbsfähigkeit und eine erhöhte Attraktivität des Raumentwicklung (ARE), das Programm be- Deutschland Österreich Fördergebietes ab. Vorgesehen sind gemeinsa- kannt zu machen und potenzielle Partnerinnen me Massnahmen in allen Bereichen, in denen und Partner zu unterstützen. Das ARE vertritt die eine transnationale Zusammenarbeit notwendig Schweiz im Lenkungsausschuss des Programms. ist, um nachhaltige Lösungen zu realisieren. Das Gemeinsame Technische Sekretariat (JTS) mit Sitz in München (D) ist für die operationelle SCHWEIZ Im Programm «INTERREG IV B Alpenraum» ist Durchführung des Programms zuständig. die wirtschaftliche Ausrichtung von grosser Be- deutung. Ziel ist es einerseits, die KMU dabei zu Slowenien unterstützen, Schwierigkeiten zu überwinden, die Italien sich aufgrund ihrer Lage im Alpenraum ergeben. Anderseits soll das Programm die wirtschaftlicheFrankreich Dynamik der Region stärken. Schwerpunkte Liechtenstein • Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität Aufgrund seiner Lage im Zentrum der europäi- des Alpenraums schen Wirtschaft muss der Alpenraum zudem mit • Räumlicher Zugang und Programmgebiet einem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen auf Vernetzungsqualität der Nord-Süd- sowie der Ost-West-Achse umge- • Umwelt und Risikoprävention hen. Im Transportbereich können die im Programm vorgesehenen Aktionen dazu beitragen, die nega- Kennzahlen www.alpine-space.eu tiven Begleiterscheinungen des hohen Verkehrs- • 450 000 km² Fläche aufkommens zu verhindern oder die Erschliessung • 70 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner der peripheren Gebiete zu verbessern. Beispiele von Projekten, die durch INTERREG unterstützt werdentung von Natur- und Heimatschutz im Chablais (Waadt, Wallis und Hochsavoyen), Ausbildung der Akteurinnen und Akteure in TourismusRINGQUALIFIZIERTE: Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gering qualifizierter Arbeitnehmender mittels Konferenzen zu den vom Arbeits-MEDIZINALTECHNOLOGIE-CLUSTER: Strukturierung und Konsolidierung des in der Region Oberrhein bestehenden Angebots im Be-12 INTERREG IV B Alpenraum – Eine tragende Rolle bei der nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes
  13. 13. INTERREG IV C Förderung von Erfahrungsaustausch und Transfer von Good Practices Der Austausch von Erfahrungen und Good Prac- Die territorialen regionalen und lokalen Behörden Networking-Aktivitäten, Transfer von Good tices zwischen europäischen Regionen steht im spielen eine tragende Rolle bei der erfolgreichen Practices oder eine engere Zusammenarbeit Zentrum des Programms «INTERREG IV C». Umsetzung der von der EU in Gang gesetzten im Rahmen von Mini-Programmen. Lissabon-Strategie für ein dauerhaftes Wirtschafts- wachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen Die Kapitalisierungsprojekte fokussieren den und einem grösseren sozialen Zusammenhalt. Transfer von Good Practices in andere Pro- Wichtige Instrumente, um die Ziele der Lissabon- gramme der EU-Kohäsionspolitik. Da sich Strategie zu erreichen, sind Erfahrungsaustausch die Schweiz an diesen anderen Programmen und der Transfer von Good Practices. Hier kommt nicht beteiligt, sind die Kapitalisierungspro- das Programm «INTERREG IV C» zum Zug. jekte für die Schweizer Regionen von gerin- gerer Bedeutung. «INTERREG IV C» zielt darauf ab, die Wirkung der Regionalpolitik zu steigern, die Wirtschaft Für die Schweizer Beteiligung an «INTERREG zu beleben und die Konkurrenzfähigkeit zu ver- IV C» ist das Staatssekretariat für Wirtschaft bessern. Erreicht werden soll dies durch die (SECO) verantwortlich. In seinem Auftrag über- Förderung der interregionalen Zusammenarbeit nimmt die Regio Basiliensis − ein Verein, der in den Bereichen Innovation und Wissenstrans- von schweizerischer Seite Impulse für die Ent- fer sowie Umweltschutz und Risikovermeidung. wicklung des oberrheinischen Raumes gibt − Dank dieser Form der Zusammenarbeit kön- die Aufgabe als nationale Kontaktstelle. nen Regionen, die nicht aneinandergrenzen, gemeinsam Projekte realisieren. Regionen mit einem Rückstand in einem bestimmten Bereich können ausserdem von den Erfahrungen und Schwerpunkte den bereits abgeschlossenen Projekten der • Innovation und wissensbasierte Wirtschaft weiter fortgeschrittenen Regionen profitieren. • Umwelt und Risikoprävention Programmgebiet «INTERREG IV C» bietet zwei unterschiedliche Programmgebiet Projekttypen: • EU-Mitgliedstaaten (einschliesslich Insel- und Überseegebiete) www.interreg4c.eu Die regionalen Initiativprojekte sind klassi- • Norwegen sche Projekte der interregionalen Zusammen- • Schweiz arbeit mit unterschiedlich starker Ausprägung:und Umweltschutz, Verbesserung der grenzüberschreitenden Mobilität für Touristinnen und Touristen.  IV A ABH • CHANCEN FÜR GE-markt gebotenen Möglichkeiten und den verwendeten Instrumenten.  IV A OBERRHEIN • BIOVALLEY, LEBENSWISSENSCHAFTEN- UNDreich Lebenswissenschaften. IV B ALPENRAUM • COMUNIS: Entwicklung einer Integrations- und Kooperationsstrategie zur lokalen INTERREG IV C – Förderung von Erfahrungsaustausch und Transfer von Good Practices 13
  14. 14. INTERACT II Unterstützung der Programme der Europäischen territorialen Zusammenarbeit INTERACT steht für «INTERregional, Anima- INTERACT unterstützt die Programme der Eu- ausschuss Einsitz und bezahlt im Rahmen der tion, Cooperation and Transfer» und ist ein ropäischen territorialen Zusammenarbeit (ETZ) Neuen Regionalpolitik (NRP) einen jährlichen Rahmenprogramm, das die Partnerinnen und − INTERREG, ESPON und URBACT − auf Beitrag. Partner der Europäischen territorialen Zu- Prozessebene. An INTERACT beteiligt sind sammenarbeit miteinander verbindet. die 27 Mitgliedstaaten der EU sowie Norwe- Die englischsprachige INTERACT-Website gen und die Schweiz. (www.interact-eu.net) ermöglicht detaillierte Recherchen innerhalb der verschiedenen För- Ziel von INTERACT ist es, den Austausch von derprogramme der EU und bietet Informatio- Erfahrungen und Good Practices zu erfassen nen und Downloads zu sechs Hauptthemen. und zu fördern. Mittels Networking-Massnah- men sollen die Erfahrungen verbreitet werden, die im Rahmen der grenzüberschreitenden, interregionalen und transnationalen Zusam- menarbeit gemacht worden sind. Zu diesem Zweck veranstaltet INTERACT Workshops, Seminare und Konferenzen auf regionaler, na- tionaler und europäischer Ebene und publiziert Studien zum Thema. INTERACT soll auch dazu beitragen, Verfahren zu vereinheitlichen und die Finanzkontrolle in der ETZ zu verbessern. Zielgruppe von INTERACT sind Institutionen Themen und Gremien, die für das Management und • Programmmanagement die Förderung der ETZ verantwortlich sind. • Finanzmanagement INTERACT wurde im Jahr 2000 zur Beglei- • Wissensmanagement und Kapitalisie- tung von INTERREG III lanciert und befindet rung (KEEP) Programmgebiet sich momentan in seiner zweiten Programm- • Projektmanagement phase (2007–2013). • IPA (Instrument for Preaccession Assistance − Hilfsinstrument für EU- www.interact-eu.net Die Schweiz ist am Programm «INTERACT II» Beitrittskandidaten) als Vollmitglied beteiligt. Verantwortlich für die • Europäischer Verbund für territoriale Schweizer Beteiligung ist das Staatssekretariat Zusammenarbeit (EVTZ) für Wirtschaft (SECO). Es nimmt im Begleit- Beispiele von Projekten, die durch INTERREG unterstützt werdenWirtschaftsentwicklung sowie Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Regionen.  IV A FRANKREICH–SCHWEIZ •AGGLOMERATIONSPROGRAMM FRANKREICH−WAADTLAND−GENF: Förderung einer koordinierten Entwicklung von Raumplanung,Mobilität und Dienstleistungen.14 INTERACT II – Unterstützung der Programme der Europäischen territorialen Zusammenarbeit
  15. 15. regiosuisseWissen generieren, Wissen nutzbar machenregiosuisse – die nationale Netzwerk- Eine Auswahl der regiosuisse-Angebote Publikationenstelle für Regionalentwicklung – wurdeauf Anfang 2008 vom SECO als beglei- Hotline Das halbjährlich erscheinende Magazin «regioS»tende Massnahme zur Umsetzung der begleitet die Umsetzung der NRP und setztNeuen Regionalpolitik (NRP) lanciert. Ziel Die regiosuisse-Hotline hilft bei Fragen zur NRP Visionen, Ideen und Projekte in Text und Bildvon regiosuisse ist es, die Personen, die oder konkreten NRP-Vorhaben weiter und ver- um. Daneben veröffentlicht regiosuisse weiteresich in der Regionalpolitik und Regional- mittelt Kontakte zu möglichen Kooperationspart- Publikationen zum Themenbereich Regionalent-entwicklung in der Schweiz engagieren, nerinnen und -partnern. wicklung, Regionalpolitik und territoriale Zusam-in ihrer Arbeit zu unterstützen. menarbeit. Weiterbildungregiosuisse bietet verschiedene Services, mitdenen Wissen rund um die NRP und die Re- Grossveranstaltungen im Rahmen der Wei-gionalentwicklung in der Schweiz entwickelt, terbildungsreihe «formation-regiosuisse» sinderworben und ausgetauscht werden kann. nationale Treffpunkte der Regionalentwicklungs-Das Angebot ist so konzipiert, dass interes- Community und stehen allen Interessierten offen.sierte Personen das aussuchen können, was Ein modularer «Lehrgang Regionalmanagement»sie zur Ergänzung ihrer Kompetenzen benö- steht seit 2009 auf dem Programm. Die Netz-tigen, und diejenigen Angebote nutzen kön- werkstelle ist zudem Mitveranstalterin nationalernen, die ihnen entsprechen. Das Angebot ist und internationaler Tagungen zur Regionalent-mehrsprachig und richtet sich an Personen wicklung und zur Regionalpolitik.aus der ganzen Schweiz. regiosuisse-WissensgemeinschaftenZentrales Arbeits- und Informationsinstrumentist das Webportal www.regiosuisse.ch. Die Die regiosuisse-Wissensgemeinschaften sindWebsite enthält detaillierte Informationen eine von regiosuisse entwickelte und moderier-zu sämtlichen Services von regiosuisse und te Lern- und Arbeitsform. Kleingruppen treffenist ein umfangreicher Wissensspeicher zu sich drei- bis viermal pro Jahr und diskutierenThemen rund um die Regionalentwicklung. spezifische Fragestellungen zur Regionalent-Dazu gehören umfassende Informationen zur wicklung, tauschen Erfahrungen dazu aus undSchweizer Regionalpolitik, inklusive der Ins- entwickeln darauf aufbauend neues Wissen. Anmeldungen, Materialbestellungentrumente der Europäischen territorialen Zu- Die Ergebnisse werden auf der regiosuisse- und mehr Informationen – auch zusammenarbeit INTERREG, URBACT, ESPON Website publiziert. Wer sich in einer Wissens-und INTERACT. In einem Newsletter orientiert gemeinschaft engagieren möchte oder Ideen den weiteren regiosuisse-Services –regiosuisse regelmässig per Mail über neue für Arbeitsthemen hat, kann sich direkt bei auf www.regiosuisse.chInhalte des Webportals. regiosuisse melden. regiosuisse – Wissen generieren, Wissen nutzbar machen 15
  16. 16. INTERREG ist ein von der Europäischen Kommission geschaffenes Instrument, das zum Ziel hat, dieZusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch unter den europäischen Regionen zu fördern. DieSchweiz beteiligt sich im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) aktiv an INTERREG.INTERREG umfasst drei Ausrichtungen: die Förderung der Wenn Sie weitere Informationen wünschen oder eine Projektideegrenzüberschreitenden, transnationalen und interregionalen haben, nehmen Sie Kontakt mit den verantwortlichen PersonenZusammenarbeit. in der Schweiz auf:GRENZÜBERSCHREITENDE PROGRAMMEINTERREG IV A Frankreich–Schweiz INTERREG IV A Italien–Schweiz INTERREG IV A Oberrhein INTERREG IV A Alpenrhein–Bodensee–HochrheinRegion Genferseebecken Coordinazione regionale INTERREG Interkantonale Koordinationsstelle Netzwerkstelle OstschweizOffice des Affaires extérieures Via S. Franscini, 17 bei der Regio Basiliensis (IKRB) Koordinationsstelle INTERREG IV A ABH6, rue de la Paix CH-6501 Bellinzona Freie Strasse 84 StaatskanzleiCH-1014 Lausanne T. +41 91 814 35 20 CH-4010 Basel RegierungsgebäudeT. +41 21 316 40 78 T. +41 91 814 35 45 T. +41 61 915 15 15 CH-9001 St.Gallenbassinlemanique@interreg.ch italia-svizzera@interreg.ch oberrhein@interreg.ch T. +41 71 229 75 03www.interreg-francesuisse.org www.interreg-italiasvizzera.it www.interreg-oberrhein.eu abh@interreg.ch www.interreg.orgRegion JurabogenCoordination régionale INTERREG13, rue de la PaixCH-2300 La Chaux-de-FondsT. +41 32 889 76 19arcjurassien@interreg.chwww.interreg-francesuisse.orgTRANSNATIONALE PROGRAMME INTERREGIONALES PROGRAMMINTERREG IV B Alpenraum INTERREG IV B Nordwesteuropa INTERREG IV CBundesamt für Raumentwicklung (ARE) Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) Regio BasiliensisInternationales Internationales National Contact Point INTERREG IV CCH-3003 Bern CH-3003 Bern Freie Strasse 84T. +41 31 322 40 78 T. +41 31 322 40 78 CH-4010 Baselalpine-space@interreg.ch nweurope@interreg.ch T. +41 61 915 15 15www.alpine-space.eu www.nweurope.eu interreg4c@interreg.ch www.interreg4c.euSUPPORTNETZWERKEINTERACT Netzwerkstelle RegionalentwicklungStaatssekretariat für Wirtschaft (SECO) regiosuisseRessort Regional- und Raumordnungspolitik Hofjistrasse 5Effingerstrasse 27 Postfach 75CH-3003 Bern CH-3900 BrigT. +41 31 322 28 73 T. +41 27 922 40 88interact@interreg.ch F. +41 27 922 40 89www.interact-eu.net info@regiosuisse.ch www.regiosuisse.ch www.interreg.ch

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