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Slides zu Fachdidaktik I, 2017

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Lehrveranstaltung von Philippe Wampfler

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Slides zu Fachdidaktik I, 2017

  1. 1. Sitzung 12
 29. Mai 2017
  2. 2. Bild: Wikimedia Commons PLN
 Persönliches Lernnetzwerk
  3. 3. Nutzung und Pflege eines PLN zur Grundaufgabe ist Voraussetzung nicht nur für die eigene selbstgesteuerte (autodidaktische) Lerntätigkeit, sondern selbstverständlich auch für die darüber hinausgehende notwendige Fähigkeit, andere im Lernen Lernen anzuleiten. Bis 2033 müsste es Standard werden, dass Schüler mit einem Zertifikat für Studierfähigkeit (heute Abitur genannt) ein solches PLN aufgebaut haben, es nutzen, pflegen und aktualisieren. » Lisa Rosa phwa.ch/rosa
  4. 4. Bild: Wikimedia Commons PLN
 Persönliches Lernnetzwerk Did Media Literacy backfire? 
 Danach Boyd
  5. 5. Methoden zur nachhaltigen Lektüre Lektürekontrollen 
 (als Überraschung?) Anfangs-Ritual: Schüler*in fasst Lektüre zusammen Transparenz einfordern, Kultur der Ehrlichkeit »teilnehmen kann, wer vorbereitet ist«
  6. 6. Im Übrigen bin ich ganz Deiner Meinung, dass das ‘kein «Gegen»-Kanon, sondern der Kanon eines anderen Faches’ bzw. einfach ein anderer Kanon ist, ich würde ihn als (eingeschränkten) ‘Medienkanon’ eines sprachübergreifenden Fachs ‘Medienkunde’ bezeichnen.
  7. 7. (Aber das war schon immer ein Problem des gymnasialen Deutschunterrichts, dass er als ‘Weltanschauungsfach’ bzw. literarisch vermittelte psychisch-intellektuelle Orientierungsschulung expansiv war bzw. dazu tendierte, über den eigenen Haag zu fressen: So lasen die ideologischen 68-er Deutschlehrer natürlich Marxens Kommunistisches Manifest und/oder Maos Kleines Rotes Büchlein, und in den 30-ern war es Hitlers Mein Kampf neben Schillers Tell (der allerdings bald verboten wurde). Selbst auf Hochschulstufe wurden ja die Grenzen zwischen Germanistik, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft eine Weile sehr fliessend, meines Erachtens zum Schaden aller – jetzt hat man’s glaub’ ich gemerkt.)
  8. 8. 1. Klasse, 7. SJ Keller: Kleider machen Leute Frank: Tagebuch der Anne Frank Jecker: Lanz Tieck: Der gestiefelte Kater Büchner: Woyzeck
  9. 9. 4. Klasse, 10. SJ Hoffmann: Der Sandmann Schiller: Kabale und Liebe Goethe: Werther Zeh: Corpus Delicti Herrndorf: Tschick
  10. 10. 6. Klasse, 12. SJ Celan: Todesfuge Kafka: Der Bau Büchner: Leonce und Lena Jelinek: Die Liebhaberinnen Hoffmann: Die Elixiere des Teufels
  11. 11. Sitzung 11
 22. Mai 2017
  12. 12. • die Drittelstheorie - revisited • Prüfungsaufgaben • Analytisch-erarbeitender Unterricht • digitales Arbeitsblatt Korte
  13. 13. In den nächsten paar Tagen kamen die vermutlichen Wolfsspuren immer näher ans Dorf heran.
  14. 14. 1. Drei Typen von Lernenden im DU:
 a) an Sprache/Texten intrinsisch interessierten
 b) grundsätzlich Lernbereite, aber nicht intrinsisch interessiert
 c) im Moment nicht Lernbereite, Uninteressierte 2. diese drei Typen bilden ungefähr drei Drittel in Klassen 3. Fragen können sich nicht gleichermaßen an a)-c) richten 4. Lehrkräfte zerfallen auch in drei Typen: 
 a) sprechen primär mit a)
 b) sprechen primär mit b)
 c) wenden viel Energie für c) auf.
  15. 15. L Analytisch-erarbeitender Unterricht 1. Pre-Reading 2. Textbegegnung 3. Spontanphase 4. Verständniskontr. 5. Problemeröffnung 6. Methodenreflexion 7. Erarbeitung 8. Verarbeitung 9. Ergebnissicherung 10. Transfer nach Einecke, 2008
  16. 16. phwa.ch/lektuereauswahl
  17. 17. Sitzung 10
 15. Mai 2017
  18. 18. Führen Sie die Klasse anhand von geeigneten Auszügen aus Achim von Arnims »Ankündigung der allgemeinsten Zeitung« (Januar 1808, Heidelbergischen Jahrbüchern der Literatur, Werke Hg. von Renate Moering, Bd. 6, S. 1-3) in die Heidelberger Romantik ein. Die Klasse hat zuvor die Weimarer Klassik behandelt. Literaturgeschichtliche Hintergründe zu von Arnim und der Funktion der Zeitung zu seiner Zeit sind erwünscht.
  19. 19. Reflexionsfragen Wo war Lernerfolg wie sichtbar? Verhältnis Erwartung/Erlebnis? Was würde sich bei der Planung einer ähnlichen Lektion ändern? Verbindung von fachlichen und didaktischen Überlegungen
  20. 20. Sitzung 9
 8. Mai 2017
  21. 21. • Rechtschreibung am Gymnasium • Rückblick/Ausblick ÜL • Fragen zu den ÜL • Reflexion einer Lektion
  22. 22. tagesanzeiger.ch/kultur/fernsehen/ die-suizidszene-wirkte-abschreckend
  23. 23. Führen Sie die Klasse in Leben und Schreiben von Hermann Hesse ein. Die biografisch orientierte Lektion dient als Grundlage für eine darauf folgende Lektüre von »Demian«.
  24. 24. Sichern Sie mit der Klasse Erkenntnisse, Verfahren und Begriffe zur erzähltheoretischen Analyse. Verwenden Sie dafür einen geeigneten Kurztext oder einen Textauszug. Die Klasse benutzt diese Lektion als Ausgangspunkt für Vorträge zu Romanen aus dem 20. und 21. Jahrhundert.
  25. 25. a) Ankunft
 b) Kontingenz als Begriff, Erfahrung, Thema
 c) Kommentar zu Passage schreiben
  26. 26. L Methodische Entscheidungen nach Recktenwald, 1999
  27. 27. Sitzung 8
 25. April 2017
  28. 28. • Ausfall 1. Mai • Repetition Kompetenzen und Lernziele • Aufträge auswerten • ÜL besprechen
  29. 29. • ist »durch Zufall« entstanden • Gleichberechtigung wäre wichtig • hier aber nicht »hochstilisieren«  • »what about Transmenschen«? 4 Männer-Sätze
  30. 30. Voten quittieren S* sagt: »A« L* sagt: »B« L* tut x S*’ sagt: »C«
  31. 31. It’s like having Popovich coach the team and referee the game. But that’s how it is in education. Rhett Alain
 wired.com/2017/04/think-know-grades-heres-really-work
  32. 32. 1. eine Frage stellen und die Antwort bewerten 
 
 »Beurteilen Sie, ob folgender Text die Kriterien von Wolf Schneider erfüllt. Begründen Sie.« 
  33. 33. 2. einen Text schreiben lassen
 
 »Wo liegt die Grenze zwischen Moral und Moralismus? 
 Beherzigen Sie in Ihrem Aufsatz die Regeln von Wolf Schneider.« 
  34. 34. 3. Kompetenzvorgaben 
 
 »Stilvorgaben für journalistische Texte kennen und anwenden können«
  35. 35. • Kriterien festlegen und ankreuzen • Feedback geben und grobe Globalbewertung • 20er-Skala
 20 - 6
 16 - 5
 12 - 4 (1 Punkte = 0.25) Bewertung
  36. 36. Placemat
  37. 37. L Methodische Entscheidungen 1. Konzeption 2. Aktionsformen 3. Sozialformen 4. Artikulation 5. Lehrgriffe 6. Medien nach Ried, 2004
  38. 38. L Methodische Entscheidungen nach Recktenwald, 1999
  39. 39. L Analytisch-erarbeitender Unterricht 1. Pre-Reading 2. Textbegegnung 3. Spontanphase 4. Verständniskontr. 5. Problemeröffnung 6. Methodenreflexion 7. Erarbeitung 8. Verarbeitung 9. Ergebnissicherung 10. Transfer nach Einecke, 2008
  40. 40. Sitzung 7
 3. April 2017
  41. 41. • Ausfall 10. und 17. April • Kompetenzen und Lernziele • Einstieg in die Arbeit mit einem Roman • Erste Sätze • Kommentar ÜL
  42. 42. Erst war die Philosophie kompetent für alles; dann war die Philosophie kompetent für einiges; schließlich ist die Philosophie kompetent nur noch für eines: nämlich das Eingeständnis der eigenen Inkompetenz. Marquard, Inkompetenzkompensationskompetenz
  43. 43. Praktisch jede Wissenschaft und jedes Handeln sieht sich mit den Grenzen des Wissens sowie mehr oder weniger großer Unsicherheit konfrontiert. So wird die Forderung nach Kompetenz tatsächlich ein Indiz für die Kompensation von Inkompetenz: Denn Kompetenz als dynamisches Können ist systemisch, entwicklungsoffen und - nicht zuletzt - reflexiv. Marquard, Inkompetenzkompensationskompetenz
  44. 44. Deswegen erlaubt sie das Finden von Wegen und Lösungen auch dort, wo vorab Zuständigkeiten nicht geklärt, Fertigkeiten nicht eingeübt und Wissensbausteine nicht vorkonfiguriert wurden. Anders gesagt: Inkompetenzkompensationskompetenz oder generell Kompetenz bedeutet auch, dass neben das Lernen von Wissen das Lernen von Entscheiden, als Ausnutzen von Nichtwissen treten muss. kompetenzrahmen.de
  45. 45. Kompetenzen: Bonati Warum nun Kompetenzen? Erstens sind sie ‚personalisierte’ Lernziele, welche diesen Sollzustand unmittelbar auf die Lernenden beziehen; zweitens passen sie begrifflich zu ihrem Gegenstück, den überfachlichen Kompetenzen; drittens wird so die schwerfällige Zielkaskade in Lehrplänen (allgemeine Bildungs-, Richt-, Grob-, Lernziele) umgangen, die oft sehr abgehoben ist.
  46. 46. Kompetenzen: LP21 Die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können. 
 
 (geht zurück auf Weinert: Vergleichende Leistungsmessung, 2001)
  47. 47. Kompetenzen: LP21
  48. 48. Kompetenzmodell nach Bonati
  49. 49. Beispielskompetenz Teilkompetenz »Narrative und dramaturgische Handlungslogik im thematischen Zusammenhang verstehen« Niveau III: Reflektieren und Bewerten Operationalisierung: Funktion und Aufbau der Handlungslogik bewerten / Sachverhalte auf die eigene Lebenswelt übertragen / zur Handlung Stellung nehmen Prozesse: komplex begründen / Konstruktion des Textes durchdringen / komplexes Vorwissen einbringen
  50. 50. Fazit 1. Lernen bedeutet Kompetenzaufbau. 2. Kompetenzen verbinden Motivation mit Wissen und Können. 3. Viele Kompetenzen können nicht operationalisiert oder gemessen werden. 4. Lernende weisen Kompetenzen (im Dialog) nach. Sie verwenden dafür Lernprodukte.
  51. 51. Sitzung 6
 27. März 2017
  52. 52. • Übung Reduktion • Lektion von David • Zum Einstieg in die Lektion • 3-Phasen-Modell • Lernzieltaxonomie und Kompetenzen
  53. 53. Drei-Phasen-Modell 
 (Frederking, 2001)
  54. 54. Metzger et al., 1993
  55. 55. Metzger et al., 1993
  56. 56. Metzger et al., 1993
  57. 57. Placemat
  58. 58. Sitzung 5
 20. März 2017
  59. 59. phwa.ch/mario
  60. 60. 1. Zusammenfassen 2. Intelligentes/verbindendes Üben 3. Ergebnissicherung (vgl. Meyer) 4. Leistungen würdigen Funktionen der Schlussphase I
 vgl. Klenck/Schneider 2006
  61. 61. »Übergeordnetes Ziel der Ergebnissicherung ist die konstruktive Aufarbeitung der Differenz zwischen den Lehrzielen des Lehrers und den Handlungszielen der Schüler.« «Hilbert Meyer
 Unterrichtsmethoden II
  62. 62. Funktionen der Schlussphase II
 vgl. Klenck/Schneider 2006 5. Fehler korrigieren 6. Organisation 7. Rituale 8. Disziplinierung 9. Zeitmanagement
  63. 63. Zeitmanagement Semesterplanung Ferien Prüfungen Einheit L Vorgaben: LP - Fachschaft - Vergleichstest
  64. 64. 1. Metapher in der Politik (Catherine/Vera) 2. 8 Betrachtungen/Lessing/Ekphrasis (Dési/Jasmine) 3. Erster Satz, Vortrag klassische Rhetorik (Thomas) 4. Def. Rhetorik, Arbeit mit Dramentexten (Kaj) 5. Video, »französischer Text« (Daniel) 6. Kureyshi, Migration (Matthias) 7. Werbung (Ladina) 8. Wort-/Sinnfiguren, Tropen (Julia) 9. Tisch ist ein Tisch (Jacqueline)
  65. 65. Didaktische Reduktion
  66. 66. »Neue Inhaltlichkeit«
 »didaktische Analyse«, Klafki 1958 Gegenwartsbedeutung Zukunftsbedeutung Sachstruktur exemplarische Bedeutung Zugänglichkeit
  67. 67. Didaktische Reduktion
 nach Grüner, 1967 Konkretisierung Mengeneinschränkung
  68. 68. Didaktische Reduktion
 nach Reichelt/Wenge 2017
  69. 69. Siebe der Reduktion 10 Minuten 1 Lektion 10 Lektionen
  70. 70. Beispiel Genie-Begriff Kant: »Genie ist die angeborne Gemütsanlage, durch welche die Natur der Kunst die Regel gibt« Mit dem G. wurde nach der Aufklärung die Individualität und Originalität künstlerischen Schaffens betont. Werkstatt: Werther - Kant - Schiller - Lavater im Gespräch mit Sherlock - Porombka - Kracht - Dagi Bee.
  71. 71. Reduktionsstrategien 148 Viel Stoff – wenig Zeit 3Z-Formel Phase Vorbereitung Zweck Zielgruppe, Zeitbudget und Lernziele abstimmen. Idee Inhalte lassen sich unterschiedlich stark konzentrieren. Zunächst gilt es, den Rahmen für alle weiteren inhaltlichen und methodischen Entscheidungen zu bestimmen. Dabei hilft die 3Z-Formel: Zielgruppe, Zeitbudget und (Lern-)Ziele sind aufeinander bezogen. Vorgehen Klären Sie die folgenden Aspekte hinsichtlich Ihrer Lehrveranstaltung (soweit dies möglich ist): • Zielgruppe: Anzahl Personen, persönlicher und beruflicher Hinter- grund, Vorkenntnisse, Erfahrungen, Erwartungen; • Zeitbudget: zeitlicher Rahmen, Dauer und Häufigkeit der einzelnen Lehreinheiten; • Ziele: unterschieden nach Wissen und Können, möglichst formuliert als zu erwerbende Kompetenzen. Ziele Zielgruppe Zeit (c) Prof. Dr. Martin Lehner 3Z-Formel unwesentliche Inhalte ausscheiden Siebe der Reduktion Extremreduktion Checks: 
 a) Prioritäten
 b) Substanz
  72. 72. FunktionenVorgehen Der Reduzierer Der Strukturierer Der Spezialist „Das ist viel zu viel! - Da kannst du noch etwas weglassen!“ „Wie sind die Zusammenhänge? Welches Ordnungsprinzip gilt hier?“ „Da fehlt noch was! – Hast du auch an xyz gedacht?“ Das „innere Team“ bei der Reduktionsarbeit
  73. 73. Sitzung 4
 13. März 2017
  74. 74. Regie führen Beziehungen den S*S zuhören Leidenschaft zeigen Eltern verstehen digitale Balance
  75. 75. • Auswertung Unterrichtsbesuche • Lehrplan • Planung Rhetorik • didaktische Reduktion
  76. 76. qualitätsanalyse?? hört sich etwas an als wäre die lehrperson eine art maschine
  77. 77. 1. Die Stunde beginnt. 2. Die Klasse erhält einen Auftrag. 3. Die Klasse bearbeitet den Auftrag. 4. Die Klasse wertet den Auftrag aus und sichert Resultate. Schema einer Lektion
  78. 78. 1. Material zu Tagelied plus Gedanken zu den Gedichten 2. Slides zu leichter Sprache 3. Wolf Schneider, Input M.B. 4. Text über Mensa Meine Planung (Fr)
  79. 79. Aleksandras Planung
  80. 80. In dieser Stunde wäre meiner Meinung nach der Computer und eine Powerpointpräsentation die besseren Hilfsmittel gewesen. Das Aufschreiben der Kriterien an der Wandtafel raubte Zeit, wodurch vieles schlussendlich unkommentiert blieb und so keinen rechten Abschluss erfuhr. Insgesamt also etwas oldschool.
  81. 81. Auch der Abschluss der Lektion hat mir gefehlt. Ein „Was-nehmen-wir-aus- dieser-Lektion-mit?“-Fazit wäre am Ende einer solchen Stunde ganz schön.
  82. 82. Mir schien die Auswahl der zwei Gedichte, welche die Praktikantin mit der Klasse bearbeitete, gelungen. Jedoch fehlte mir eine klare Rahmung des Unterrichtsgegenstands oder ein kurzes Statement, was der Vergleich genau erwirken soll (Meyer nennt dies “sinnstiftende Problemstellung”).
  83. 83. Es ging eher darum, seine persönliche Meinung kund zu tun, als konstruktiv objektive Lösungen zu präsentieren. Für letzteres waren die Schüler vielleicht auch noch ein bisschen zu jung, aber vielleicht war die Idee vielmehr die, Streitgespräche zu forcieren um darin seine persönlichen Ansichten darzulegen und zu verteidigen.
  84. 84. ich wage die these aufzustellen, dass die schüler/-innen durchaus (sehr sehr positiv) von den lernprozessen motiviert in anspruch genommen werden. die s+s haben sich während der beiden unterrichtslektionen immer sehr rege beteiligt und sind den aufforderungen der lehrperson (bspw. etwas zu lesen, sich in gruppen auszutauschen, wortmeldungen in der klasse) immer nachgekommen
  85. 85. Zugriff via zb.uzh.ch
  86. 86. Dass alle SuS einmal eine Stilregel von Wolf Schneider vorlesen und kurz kommentieren mussten stellte natürlich auch einen positiven Effekt auf die aktive Teilnahme dar…
  87. 87. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dies so war, weil sie sich nicht trauten, die Texte zu deuten, vielmehr schien mir, dass ihnen die Thematik unangenehm war. Folglich waren die Antworten auch verhalten und eher bezugnehmend auf das Rollenverständnis von Mann und Frau oder auf heutige moralisch-rechtliche Fragen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie durch die Texte aus ihrer Lebenswelt gerissen wurden, was sie eher verstörte.
  88. 88. Ebenfalls schön war die Reaktion des Lehrers, der die etwas angstbesetzte Stimmung nach dem zweiten, etwas schwierigeren Beispiel des Journalisten wieder auflöste, indem er es gleich selbst nachzuahmen versuchte. Die Motivation die Beispiele ebenfalls nach zu ahmen war nach kurzem Erfolgsdruck bald wieder da.
  89. 89. die Schüler bringen sich zwar erstaunlich gut in den Unterricht ein, untermauern ihre Beiträge aber kaum durch schlüssige Argumente oder suchen eigene Lösungswege.
  90. 90. Sitzung 3
 6. März 2017
  91. 91. • Christine Weber • Unterrichtsbesuche • Guter Deutschunterricht - Abschluss • Planung Rhetorik • didaktische Reduktion
  92. 92. Im besten Fall werden Portfolios zu persönlichen Arbeitsinstrumenten, in denen umfassendes Lernen in Verbindung mit anderen Lernenden stattfindet. Im schlechtesten Fall sind sie ein Aufgabenheft, das leer bliebt, wenn Lehrende keine Aufgaben geben.
  93. 93. Auftrag 1 Gebt euch selber einen Beobachtungs- auftrag für die Besuche am Donnerstag/ Freitag. Formuliert ihn in wenigen Sätzen im Portfolio und wertet den Besuch danach aus.
  94. 94. Planung der Lektionen Do, 8.55: Praktikantin hält ÜL zu Lyrik 
 Do, 9.50/10.50: Diskussionen in HK Fr, 8.00: Stilregeln von Wolf Schneider / Einführung einfache Sprache mit Schreibauftrag Wikipedia
  95. 95. Sitzung 2
 27. Februar 2017
  96. 96. • Unterrichtsprojekt • Vorstellungen von gutem DU - Weiterführung • Organisatorisches: 
 a) Übungslektionen
 b) Kursziele • Unterricht beobachten
  97. 97. »Neue Inhaltlichkeit«
 »didaktische Analyse«, Klafki 1958 Gegenwartsbedeutung Zukunftsbedeutung Sachstruktur exemplarische Bedeutung Zugänglichkeit
  98. 98. Bahnhof Wettingen
  99. 99. Sitzung 1, 20. Februar 2017
  100. 100. • Vorstellung/Einführung • Programm • Organisatorisches • Vorstellungen von gutem Deutschunterricht • Unterrichtsprojekt
  101. 101. FD I FD II Übungslektionen Prüfung
  102. 102. fd.phwa.ch
  103. 103. dialogische BYOD-Didaktik
  104. 104. 13 persönliche Prinzipien
 für den gymnasialen Unterricht
 Philippe Wampfler, Februar 2017
  105. 105. 0.
 Prinzipien und Planung sind weniger wichtig als die Erfordernisse der Situation. 
 (»agile Didaktik«)
  106. 106. Während Sie nun erklären, um was es geht, werden Sie immer Kontakt halten. Auf keinen Fall werden Sie weiterreden, wenn Sie wahrnehmen, dass er sich nicht mehr interessieren würde! Sie würden stets offen sein für Fragen. Sobald sie denken, er könnte etwas fragen, erwidern, ergänzen wollen, würden Sie innehalten und dafür Raum geben. Je mehr sich das Ganze zu einem Gespräch entwickelt, umso glücklicher werden Sie mit dem Abend sein.
  107. 107. 1.
 Es gibt keinen »Stoff«. 
 Und keinen Stoffdruck.
  108. 108. 2.
 Das Schulzimmer ist ein Machtraum. 
 Das verpflichtet zu Zurückhaltung.
  109. 109. 3.
 »Von einem Wegweiser erwartet man schließlich auch nicht, dass er den angezeigten Weg geht.« Max Scheler in einer Anekdote zugeschrieben.
  110. 110. 4.
 »Der Freiheit der Lehre entspringt die Freiheit des Lernens. Keine Autorität, keine vorschriftsmäßige Lebensführung und schulmäßige Studienleitung darf den Studenten beherrschen. Er hat die Freiheit, zu verkommen.« Karl Jaspers: Die Idee der Universität. Berlin, 1946, S. 52
  111. 111. 5.
 Digitale Sprüche >
 humanistische Sprüche.
  112. 112. 5.
 Abkürzungen sind erlaubt. Oft nötig.
 oder
 Die ersten 95% benötigen gleich viel Aufwand wie die letzten 5%.
  113. 113. 6.
 Unsicherheit ist ein Antrieb.
 Sie zu verstecken ist menschlich.
 Aber nicht nötig. phwa.ch/unsicherheit
  114. 114. 7.
 Wir »lernen« nicht fürs Leben, sondern für die Schule.
 Fürs Lernen braucht es die Schule nicht. 
 Aus »lernen« kann lernen entstehen.
  115. 115. 8.
 Lernen kann nicht mit Noten bewertet werden. 
 »Lernen« schon.
  116. 116. 9.
 Wer motiviert ist, eignet sich Handwerk an. 
 Handwerkliches Geschick kann Motivation erzeugen.
  117. 117. 10.
 Immer selber lernen. 
 Selber lesen. 
 Selber schreiben.
  118. 118. 11.
 Lernumgebungen mehrmals verwenden kann wirkungsvoll sein. 
 Aber auch lähmend.
  119. 119. 12.
 Neue Medien ersetzen bewährte Lernprozesse nicht. 
 Sie ergänzen sie.
  120. 120. 13.
 Die alte Gewohnheit aber, bei allem Geschehen an Ziele […] zu denken, ist so mächtig, daß der Denker Mühe hat, sich selber die Ziellosigkeit der Welt nicht wieder als Absicht zu denken. Nietzsche, Der Wille zur Macht II
  121. 121. Das Rezept-Problem
  122. 122. Unterrichtsprojekt Rhetorik (HK) kurze Prosa Roman
  123. 123. • Portfolio einrichten • zwei Beiträge: 
 a) Vorstellungen von gutem Deutschunterricht (Entwurf)
 b) Idee für Unterrichtsprojekt Auftrag

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