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Lernen unter den Bedingungen der Digitalisierung

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Inputreferat Tagung »Daten.Dinge.Werte«

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Lernen unter den Bedingungen der Digitalisierung

  1. 1. Bild: digezz.ch Bildung unter den Bedingungen 
 der Digitalisierung
 Inputreferat - phwa.ch/datendingewerte Bild: Felix Padrosa
  2. 2. Bild: Alexander Tsuvarev The original idea of the web was that it should be a collaborative space where you can communicate through sharing information. The idea was that by writing something together, and as people worked on it, they could iron out misunderstanding. 
 (Tim Berners-Lee)
  3. 3. Bild: jugendundmedien.ch Ablauf
  4. 4. [1]
 Die Vision des »Mechanical Turk«
 Eine Bestandsaufnahme
  5. 5. Karl Gottlieb von Windisch, 1783
  6. 6. Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte (1940)
  7. 7. I think it’s something of a hybrid between trying to make money on the side and a diversion, a substitute for doing a crossword puzzle. It’s sort of a mental exercise. Sherwood Stranieri
 »I make $1.45 a week and I love it«
  8. 8. Christiane Benner
 Amazonisierung oder Humanisierung der Arbeit? Es gibt drei wesentliche Gründe, warum sich Gewerkschaften mit Crowdsourcing beschäftigen müssen: Erstens, weil die Arbeitsbedingungen der Online- Arbeitswelt massiven Einfluss […] haben; zweitens, weil auch die digitale Arbeitswelt eine Arbeitswelt ist […], drittens, um einen sozialen Rückschritt zu verhindern.
  9. 9. Turkopticon-Browser-Extension
  10. 10. Mechanical-Turk-Bildung Kompetenzen werden maschinell nachgewiesen Menschen erledigen Aufgaben, die Maschinen nicht gleichwertig leisten Qualifikation ist direkt verwertbar Arbeit zerfällt in Small Pieces
  11. 11. [2]
 Die Bildung und das Netz
 Vision und Disruption Bild: Sao Luiz Hospital
  12. 12. David Weinberger
 Small Pieces Loosely Joined, 2002
  13. 13. Martin Lindner
 Die Bildung und das Netz
 3a, Die Ver-Web-ung der Bildung Alle Inhalte, die mit dem Web in Berührung kommen, [verlieren] ihre feste innere Struktur. Alles wird zu Small Pieces Loosely Joined, also zu kleinen, granularen Elementen, die lose verbunden sind und leicht in immer neue Zusammenhänge treten können. Das gilt für die Text- und Medienbausteine, aber auch für die Prozesse und Institutionen, die dahinter stehen.
  14. 14. Claus Hulverscheidt
 Google drängt in die Klassenzimmer
 SZ, 13. Juni 2017 [Google sagt], es gehe deshalb weniger um die Profile der Kinder als darum, dafür zu sorgen, »dass die nächste Generation nicht nur Konsument, sondern zugleich auch Schöpfer von Technologie wird«. […] Doch so wichtig die wirtschaftlichen, technologischen und datenschutzrechtlichen Aspekte auch sind - die »Googlifizierung« des Klassenzimmers wirft noch eine ganz andere, eher philosophische Frage auf: Worin genau sollen Schulen Kinder im Informationszeitalter eigentlich unterrichten?
  15. 15. informelles Lernen als Grunderfahrung Bild: photoalto
  16. 16. Disruption der Bildung Lernende erfahren informelle Lernprozesse als wertvoll private Anbieter setzen konsequent auf Digitalisierung Verlust des Monopols für Wissensmanagement bei Bildungsinstitutionen
  17. 17. Minecraft Call of Duty Maciej Ceglowski: The Website Obesity Crisis (2015)
  18. 18. Maciej Ceglowski
 The Website Obesity Crisis
 idlewords.com/talks/website_obesity.htm The first vision is the Web as Minecraft–an open world with simple pieces that obey simple rules. […] In this vision, you are meant to be an active participant, you’re supposed to create stuff, and you’ll have the most fun when you collaborate with others. 
 The other vision is of the web as Call of Duty–an exquisitely produced, kind-of-but-not-really-participatory guided experience with breathtaking effects and lots of opportunities to make in-game purchases. […] 
 The user experience in this kind of Web is that of being carried along, with the illusion of agency, within fairly strict limits.
  19. 19. Macro-Bildung Micro-Bildung Skinner, Sebastian Thrun Papert, Philipp Schmidt Call of Duty Minecraft Gamification (Micro-)Blogging Plattformen Domain of One’s Own Badges und Zertifikate »do it yourself«-Punk Community-Management persönliches Lernnetzwerk vgl. Lindner, Ver-Web-ung der Bildung
  20. 20. Warum das MIT Media Lab kein Fan von Online-Kursen ist Philipp Schmidt
 D, 2013 - Quelle: youtube.com/watch?v=Rn7GpBbn_oM
  21. 21. Die Wirklichkeit ist, wie immer, kompliziert. Denn die Maschine, der Apparat und die Verdatung unterjochen den Menschen nicht nur, sie befreien ihn auch. Das standardisierte Spielfeld des Internet eröffnete erst den Möglichkeitsraum des Web. Und für die Erfahrung der allermeisten Einzelmenschen überwiegt die Erfahrung persönlicher Freiheit und Ermächtigung bei weitem die abstrakte Bedrohung durch die »Datenkraken«. Und es ist keine eingebildete Freiheit. Martin Lindner
 Die Bildung und das Netz
 3a, Die Ver-Web-ung der Bildung
  22. 22. [3]
 Schulen und das Netz
 Drei Herausforderungen
  23. 23. Bildung und Lernen können mich nicht auf die Zukunft vorbereiten. Sie müssen mich dazu befähigen, eine unvorhersehbare, volatile, unsichere, hochkomplexe, nicht berechenbare, vieldeutige Gegenwart zu gestalten. Lebenslang. Solange diese Befähigung im Bildungssystem keinen Platz hat, ist dieses System kein Teil der Lösung sondern ein Teil des Problems. Christoph Schmitt
 Bildung auf Augenhöhe
  24. 24. Die drei Herausforderungen Was bedeutet eine digitale (Jugend-)Kultur für die Bildung? Welche digitalen Werkzeuge in Bildungsinstitutionen? Was sind die relevanten Kompetenzen für die digitale Gesellschaft und Berufswelt?
  25. 25. Bild: Craig Evans These 1
 Teilhabe an digitaler Kultur erfordert Kompetenzen, bei deren Aufbau formale Bildung kaum unterstützt.
  26. 26. These 2
 Schulen investieren viel in digitale Werkzeuge, ohne echte digitale Bildung zu ermöglichen.
  27. 27. These 3
 Standardisierung, Zentralisierung und Zertifizierung sind falsche Lösungsansätze im Bildungssystem. Bild: Phoenix Contact
  28. 28. [4]
 Konzepte zur Orientierung
 Was hilft? Bild: Kanal Khurana
  29. 29. Working out loud
 John Stepper, 2015 eigene Arbeit sichtbar machen sie verbessern anderen Hilfe anbieten breit und interdisziplinär vernetzen gezielte Kollaboration
  30. 30. Wir können uns das Life Long Learning vorstellen wie ein Pulsieren. Wie das Atmen zum Überleben der Physis nie aufhören darf, so darf das Lernen zum Überleben der Gesellschaft nicht aufhören. Wissen ist nicht in den Köpfen, sondern zwischen den Köpfen. Wir müssen also zum Sinnbilden lernen Netzwerken lernen. Und die Netze dafür müssen wir uns selbst bauen und kontinuierlich aktualisieren auf unseren jeweiligen Entwicklungs- und Bedürfnisstand. Lisa Rosa
 Lernen lernen mit dem Persönlichen Lernnetzwerk
  31. 31. OECD 2030 Framework
 Global Competency for an Inclusive World, 2017
  32. 32. 1. Als Konzept impliziert Design eine Demut, die dem Wort »Konstruktion« oder »Bauen« abzugehen scheint. Bildung und Lernen können mich nicht auf die Zukunft vorbereiten. 2. Eine zweite und vielleicht noch wichtigere Implikation von Design liegt in der Aufmerksamkeit für Details. 3. Wenn man Dinge als gut oder schlecht designt ansieht, dann erscheinen sie nicht länger als unabänderliche Tatsachen. 4. Als vierten Vorteil sehe ich im Wort »Design« – zusätzlich zu seiner Bescheidenheit, seiner Aufmerksamkeit fürs Detail und dem stets zu ihm gehörenden semiotischen Geschick –, dass es ein Prozess ist, der nie bei Null anfängt: designen heißt immer redesignen. 5. Es ist, als würden Materialität und Moralität schließlich verschmelzen. Bruno Latour
 Ein vorsichtiger Prometheus (2009)
  33. 33. 4K-Kompetenzen
 
 Kreativität
 Kollaboration
 Kommunikation
 kritisches Denken
  34. 34. Zusammenfassung
 Konzepte zur Orientierung working out loud Persönliche Lernnetzwerke seek, sense, share
 (interiorisieren, exteriorisieren, Dialog) (4K-)Kompetenzorientierung Design Thinking
  35. 35. [5]
 10 offene Fragen
 mögliche Aufgaben für AG-Arbeit Bild: Phoenix Contact
  36. 36. Google Docs: phwa.ch/ddw
 (mit App oder mit Laptop)
  37. 37. (1) In welchem Verhältnis stehen Bildung und »digitale Gesellschaft«?
  38. 38. (1*) Verändert (digitale) Bildung Gesellschaft?
 (Wie) ermöglicht sie Teilhabe?
  39. 39. (2) Welche wirtschaftlichen Interessen beeinflussen digitale Bildung - und wie?
  40. 40. (2*) Was ändert sich, wenn massiv weniger öffentliche Gelder für Bildung vorhanden sind?
  41. 41. (3) Welche Faktoren steuern Entscheidung zwischen digitalem Macro- und Micro-Lernen?
  42. 42. (4) Was ändert Digitalisierung an Kluft zwischen Bildungs-Elite und »Bildungsverlierer*innen«?
  43. 43. Quenzel/Hurrelmann, 2010
  44. 44. Quenzel/Hurrelmann
 Bildungsverlierer, 2010
  45. 45. (5) Gibt es genuin digitale Bildungsformate?
 Wie wirken sie gegebenenfalls?
  46. 46. (6) Kann ein analoger Schonraum eine Antwort auf digitale Herausforderungen sein?
  47. 47. What is Integral? Saint Mary’s College
 USA, 2014 - Quelle: youtube.com/watch?v=SbQTdfQxVa0
  48. 48. (7) Welche Rollen sind in der digitalen Bildung vorgesehen? Was ist ihr Subjektbegriff?
  49. 49. (8) Wie kann mit Verhinderungsdiskursen umgegangen werden?
  50. 50. Beispiele für Verhinderungsdiskurse Datenschutz Prüfungs- und Schultypenkultur bildungsbürgerliche Werte, Kulturpessimismus Abwertung digitalen Lernens konservative Kompetenzvorstellungen
  51. 51. (9) Wie können Leitnarrative für digitale Bildung formuliert und verbreitet werden? 
 (Was ist der digitale Bildungsroman)
  52. 52. (10) Wie kann Bildung auf das Tempo des kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Wandels reagieren?
  53. 53. Danke! 
 Folien: 
 Kontakt: 
 phwa.ch/datendingewerte
 wampfler@schulesocialmedia.ch
 +41 78 704 29 29
 phwampfler

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