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Holakratie: evolutionäres Organisation als Erfolgsmodell

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Alte, hierarchische Führungsstrukturen passen nicht mehr ins
21. Jahrhundert. Sie machen starr und unbeweglich. Ein neues
Managementkonzept will den klassischen Chef abschaffen
und durch eine «organische» Form der Führung ersetzen.

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Holakratie: evolutionäres Organisation als Erfolgsmodell

  1. 1. Verband der Wirtschaftsinformatik gctilot V I ‘JV fl evolutionare Organisation als Erfolgsmoclell Alte, hierarchische Filhrungsstrukturen passen nicht mehr ins 21. Jahrhundert. Sie machen starr und unbeweglich. Ein neues Managementkonzept will den klassischen Chef abschaffen und durch eine <<organische» Form der Filhrung ersetzen. —) VON MICHAEL WYRSCH ; olacracg (engl. ) oder Ho- . ’l H iakratie (dt. ) ist eine vom amerikanischen Unter- l l nehmer Brian Robertson entwickelte Praxis Zur Regelung und Filhrung von Organisationen. Sie zeichnet sich durch eine auf Transparenz und partizipativen Beteiligungsmoglichkeiten iiber alle Ebenen basierende Entschei- dungsfindung aus. Mithilfe ihrer Strukturen und Transformationsprozesse bezieht die holakratische Herangehens- weise das kollektive Wissen aller im Unternehmen tatigen Personen mit ein, gleicht es mit der Mission des Unternehmens ab und erlaubt eine organischere Form des ge- meinsamen Funktionierens. Ziel ist die Steigerung der Wendigkeit und Flexibilitat, Transparenz, In- novation und Verantwortlichkeit in komplexen Organisationen und Netzwerken. DIE BAUSTEINE Die Formate der Hoiakratie sind darauf ausgelegt, Bewusstsein fiir das zu schaffen, was die Organi- sation selbst will und was fur sie jeweils am besten ist. Die Egos der Einzelnen treten dabei zuriick, Holakratie basiert auf folgenden Prinzipien: [7 Dgnamische Steuerung ersetzt die end- und zwecklose Suche nach der «besten» Alles-in-allem— Losung. Dgnamische Steuerung bedeutet die Verfolgung eines all- gemeinen Ziels durch staindige Anpassung an die realen Daten, die durch die gegenwartige Situa- tion (Realitat) geliefert werden. Das beinhaltet die Einrichtung von engen Feedback-Schleifen und haufiger Steuerungspunkte inner- halb des gesamten Geschéifts- betriebs. Plane, die vielleicht nicht perfekt beginnen, gleichen sich durch einen kontinuierlichen Pro- zess gut an die tatsachlichen Er- fordernisse an, indem man sich der Realitat stellt und RL‘ickkoppe- lungsprozesse integriert. Sie ist Das holakrati- sche System beschleunigt Entscheidun- gen ein Prozess von héiufigen kleinen Kurskorrekturen an Stelle von mo- numentalen Grundsatzplanungen. Die Natur arbeitet auch so. i 7 Iterativ organisationales Ler- nen: Reale Spannungen der Orga- nisation sindder Ausgangspunkt fur organisationales Lemen. Lernen wird dabei als Wandlungs- und An- passungsprozess in kleinen Schrit- ten, iterativ und ohne radikale Bril- che, verstanden und durchgefilhrt. l“. Integrative Entscheidungsfin- dung ist ein zentraler und inno- vativer Prozess eines Meeting- Formats, das in folgenden drei Meeting-Formaten ablauft: Tradttionelle Hierarchie: fokussiert auf Status 5: Prozesse vS' Fokus auf das Produkt Holakratie: funktionsbasiert, ‘V Strategie (wohin? ): Fest- ‘. i legung der strategischen Polaritaten und Betonungen in der Strategie der Organisation. Governance (wie? ): Klart * i‘ die generelle Zusammen- arbeit (Kreise, Rollen, Zustandig- keiten, Richtlinien). ‘ "; " Operations (was? ): Das ken- ? krete Tagesgeschaft. Ab- stimmung des Teams und Opti- mierung der Struktur. DER ZWECK IM FOKUS Der Zweck der evolutionaren Orga- nisation steht im Vordergrund und nicht der Profit. Der Zweck ist de- finiert und entwickelt sich kon- tinuierlich weiter. Dadurch, dass man sich als evolutionare Organi- sation versteht, werden Storungen als Impulse fur Veranderung und Wachstum verstanden, die es zu beachten gilt. Diese Spannungen sind Impulse filr eine evolutionare weiterentwicklung Mithilfe der Holakratie kann je- der Mitarbeiter innerhalb gemein- sam definierter Arbeitsbereiche selbststandig und ohne Bevormun— dung arbeiten. Die fraktale Distri- bution von Autoritat und Leader- ship sorgen ftir eine allgemeine Entlastung. Mitarbeiter, die eine Rolle in einer Organisation ein- nehmen, bekommen einen klaren Autoritéitsbereich zugewiesen, fur den sie Verantwortung i1berneh- BILD: ISTOCKPHOTO/ EARTEKSZEWCZVK
  2. 2. Computerworld 1/29. Januar 2016 —) www. cornputerworld. ch men und in dem sie frei schalten und walten konnen. Jede Rolle in der Organisation «fuhrt», namlich ihren Bereich. Da jeder Mitarbeiter der Organisation alle seine Sinne als Sensoren zur Verfugung hat. mit der Mdglichkeit, Ablaufe und Prozesse anzupassen und aktiv mitzusteuern, entlastet es die Fuh- rungsebene der Organisation von der Verantwortung, alles prozessie- ren zu milssen. DIE VORTEILE Die Organisation wird als eine Entitéit mit einem Eigenleben verstanden. Holakratie strebt dem- nach die naturliche, fur den jewei- ligen Organisationszweck erfor- derliche Struktur an. E5 wird nicht versucht, die Organisation von einem zentralen Punkt aus zu steuern und zu kontrollieren, son- dem die Kontrolle wird (wie in na- turlich beobachtbaren Prozessen) organisch ilber viele Ebenen ver- teilt, die sich selbst organisieren und doch durch einen gemein- <<Engagierte Mitarbeiter sorgen fur gluckliche _ Kunden. Das hat nichts : ” mit Magie zu tun» ' ' ' ‘ Michael Wgrsch samen Zweck koordiniert werden. Verknupft sind die verschiedenen Ebenen durch jeweils zwei Rollen, die als Kanale den Informations- fluss abwarts und aufwarts ermog- lichen. Damit hat das holakra- tische Sgstem einige zentrale Vorteile: r‘ flexible Geschéftsleitungz Prob- leme geraten nicht so schnell in eine Sackgasse, weil die Entschei- dungsfindung normalerweise di- rekt erfolgt und die Reaktions- fahigkeit weitreichend ist. Nega- tiver Stress und Frustration wegen mangelnder Moglichkeiten, An- derungen herbeizufuhren, ver- schwinden. f‘IAnfuhrer ja, Chefs nein: Die Fuhrungsrolle erlangt man durch den Respekt der anderen Mitarbei- ter. In einem hoiakratischen Sgs- tem sind Anfuhrer positiv, denn sie sind keine aufgezwungenen Chefs. F‘. Ehrliche Kommunikation: Die Mitarbeiter milssen sich auf solide Argumente berufen, um andere von der Tauglichkeit ihrer Ideen zu uberzeugen. Dies setzt eine ehr- liche und fliessende Kommuni- kation voraus. Fl Proaktivitfit an die Macht: Der Mitarbeiter wartet nicht auf Vor- gaben zum Handeln. Wenn eine Veranderung zwingend wird, muss man uberlegen, wie man sie her- beifuhrt. F Gliickliche Kunden: Engagierte Mitarbeiter sorgen fur gluckliche Kunden. Das hat nichts mit Magie zu tun, sondern lediglich mit «Ak- tion — Reaktion». F, Geeintes Team: Wenn sich alle Mitarbeiter ein gemeinsames Pro- jekt zu Eigen machen, dann werden sie zu einer Art familiarer Einheit. Der Schlussel zum Erfolg dieser Organisationsstruktur ist das Profil des Mitarbeiters, seine sogenann- ten Soft Skills oder personlichen Kompetenzen. Aus diesem Grund investieren Untemehmen, die diese Art von Organisationsstruktur an- nehmen, gewéhnlich besonders in den Auswahlprozess und in die Schulungen ihrer Mitarbeiter. Mit- arbeiter, die nur auf Anweisungen arbeiten konnen oder nur die Minu- ten ihres Arbeitstags abzahlen, passen nicht in eine Holakratie. (- Michael Wgrsch ist Mitglied des Bildungsausschusses des VIW und Geschaftsleiter von Wgrsch 8: Partner GmbH -) www. wgrsch-partner. ch, www. holacracg. org VIW AKTUELL Der VIW ist der fuhrende Fachverband der Wirtschafts- informatik und Sprachrohr seiner Mitglieder zu Wirt- schaft, Politik und Berufs- verbanden. Ziel des Verbands ist die Mitwirkung in der In- formatikbildung sowie die vernetzung der Mitglieder. CeBIT 20 16 —> 17.315 18. MARZ 2016 Die Schweiz ist Partnerland der CeBIT. Der VIW unter- stutzt das Angebot von ICT- Switzerland und offeriert je- dem VIW-Mitglied, das die Messe besucht (Anmeldung uber ICTSwitzerland), 100 Franken in Reka-Checks. Jetzt anmelden: http: /lictswitzer1and. chl themenlcebitldie-cebib besuchen Veranstaltungen 2016 -> 17. MARZ 2016 VIW-Firmenevent Ort: Zurich -) 21. APRIL 2016 SCRUM MASTER KURS In diesem zweitéigigen Kurs lernen Sie die Grundprinzi- pien von Scrum kennen und vertiefen dessen Anwendung. , Ort: Glenfis AG, Zurich -) 20. APRIL 2016 GENERALVERSAMMLUNG Vorprogramm in der Erlebnis- welt des Cinema 8, anschlies- send GV 8: Nachtessen. Ort: Schéftland VIW‘-Mitgliederportal Details und Anmeldem6g- lichkeit zu den Events sowie aktuelle Jobangebote auf -) https: //portal. vlw. ch IMPRESSUM Das offizielle Publikations- organ des VIW HERAUSG EBER VIW — Verband der Wirtschaftsinformatik VIW-GESCHAFTSSTELLE 5037 Muhen Tel.03131199 88 info@viw. ch, www. viw. ch ERSCHEINUNGSWEISE Monatlich

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