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[PDF] Pressemitteilung: Großes Jubiläum: 100 Jahre Mercedes-Benz Werk Gaggenau

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  1. 1. Großes Jubiläum: 100 Jahre Mercedes-Benz Presse-InformationWerk Gaggenau Datum:• 0HKUKHLWVHLJQHU %HQ] &LH ILUPLHUW GLH 6GGHXWVFKH 24. Februar 2011 $XWRPRELOIDEULN LQ Å%HQ] :HUNH *DJJHQDX´ XP• .RQ]HQWUDWLRQ GHU /NZ3URGXNWLRQ LQ *DJJHQDX• HU 8QLPRJ EHJLQQW KLHU VHLQHQ ZHOWZHLWHQ 6LHJHV]XJ• 0HUFHGHV%HQ] :HUN *DJJHQDX OLHIHUW KHXWH LP DLPOHU.RQ]HUQ DOOH 6FKDOWJHWULHEHGaggenau – Das Mercedes-Benz Werk Gaggenau vereint im AutomobilbauTradition und Moderne. 100 Jahre nach „Gründung“ der Benz Werke Gaggenauist der Standort gut für die Zukunft gerüstet: Das Werk Gaggenau wird weiterzum Komponentenzentrum für mechanische und automatische Schaltgetriebe imDaimler-Konzern ausgebaut. Aufgrund der zukünftig verstärkten internationalenAusrichtung der Getriebeproduktion für Brasilien, Japan, Südafrika, China undIndien wird das Werk auch die Rolle des weltweiten Anlauf- undVorbereitungszentrums auf diesem Gebiet übernehmen.2010 entstanden am Standort über 440.000 Getriebe für Pkw und Nutzfahrzeuge,63.000 Spezialachsen für Baustellen- und Sonderfahrzeuge und über 1,15Millionen Drehmomentwandler für Pkw.:HUN *DJJHQDX OLHIHUW DOOH 6FKDOWJHWULHEHIm vergangenen Jahr starteten einige Serienanläufe, darunter die neueWandlergeneration “FE“ (Fuel Economy), die bis zu drei Prozent Kraftstoffeinspart. Im Werkteil Rastatt begann die Serienfertigung des Transporterschalt-getriebes “TSG 480-48“, des schweren Getriebes “G280-16“ und des so genannten“Neue Schaltgetriebes“, kurz NSG. Mit dem NSG-Serienanlauf kommen nun alleSchaltgetriebe im Daimler-Konzern aus Gaggenauer Hand. Im WerkteilKuppenheim wird der Produktionsbeginn für das neue Presswerk in diesemDaimler Communications, 70546 Stuttgart/GermanyMercedes-Benz – Eine Marke der Daimler AG
  2. 2. Frühjahr stattfinden. Eine Pressenstraße, drei Einzelpressen sowie 23 Seite 2Schweißanlagen werden hier Außenhaut- und Struktur-Teile für die Lkw-Montageim Werk Wörth und für die Pkw-Montage im Werk Rastatt produzieren.$XV GHU Å6GGHXWVFKHQ $XWRPRELOIDEULN´ ZHUGHQ GLH Å%HQ] :HUNH*DJJHQDX´Begonnen hat alles mit einer Kooperation sowie einer Mehrheitsbeteiligung der„Benz Cie. Rheinische Gasmotorenfabrik“ in Mannheim an der „SüddeutschenAutomobilfabrik Gaggenau (SAG)“ in Gaggenau im Jahr 1907. Die beidenUnternehmen schlossen einen Interessenvertrag: Gaggenau stellte die Produktionvon Personenwagen ein und das Werk konzentrierte sich vollkommen aufNutzfahrzeuge. Benz konnte sich im Gegenzug auf den Pkw-Bau fokussieren.Vier Jahre später, vor 100 Jahren, wurde die SAG vom Mehrheitseigner in die„Benz-Werke Gaggenau G.m.b.H.“ umfirmiert. Schon damals gehörte das heutigeMercedes-Benz Werk zu den wenigen Nutzfahrzeugzentren in Deutschland.Beispielsweise stammt die erste motorisierte Feuerlöschspritze für Berlin im Jahr1907 aus Gaggenau. Später folgte ein komplettes Nutzfahrzeug-Programm vonleichten Waren-Lieferwagen über schwere Lkw für sechs Tonnen Nutzlast bis zuOmnibussen. Ab 1. Januar 1911 trugen diese Fahrzeuge den Schriftzug “Benz“auf der Kühlerhaube. Der 10. September 1923 markierte ebenfalls ein wichtigesEreignis: An diesem Tag startete vom Benz-Werk Gaggenau der erste Diesel-Lkwder Welt zu einer Versuchsfahrt. Dabei ergaben sich 25 Prozent weniger Kraft-stoffverbrauch als mit Benzol-Motoren, wie die Ingenieure damals zufriedennotierten. NRQ]HQWULHUW VLFK LQ *DJJHQDX GHU /NZ%DXNach der Fusion von Benz Cie. mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft im Jahr 1926übernahm Gaggenau die zentrale Rolle beim Nutzfahrzeugbau der neuen Daimler-Benz AG: Alle Lkw sowie sämtliche Busfahrgestelle werden vom Werk Gaggenaugeliefert. Und als sich die ab 1929 ausbreitende Weltwirtschaftskrise und derDaimler Communications, 70546 Stuttgart/GermanyMercedes-Benz – Eine Marke der Daimler AG
  3. 3. damit verbundene tiefe Einbruch überstanden waren, sah sich die Daimler-Benz Seite 3AG aufgrund der steigenden Auftragslage ab 1933 gezwungen, dieNutzfahrzeugproduktion erneut auf mehrere Werke zu verteilen. Kleinere Lkw bisdrei Tonnen Nutzlast wanderten nach Mannheim ab, um die Omnibusaufbautenkümmerten sich Mannheim und Sindelfingen.Während der Kriegsjahre zählten zum Produktionsumfang des Werkes Gaggenauvor allem Lastkraftwagen sowie die Reparatur von Militärfahrzeugen undMotoren. 1944 wurde das Werk durch zwei Luftangriffe nahezu vollständigzerstört. Rund 80 Prozent des Maschinenparks konnte nicht mehr eingesetztwerden, so dass die Produktion fast vollständig zum Erliegen kam.3URGXNWLRQV1HXVWDUW EHUHLWV (QGH Nach Kriegsende konnte durch die intensiven Wiederaufbau-Arbeiten derBelegschaft schon Ende 1945 wieder der erste Lkw vom Werksgelände rollen.Vier Jahre lang dominierte der standardisierte Militär-LastwagenL 4500 mit Einheitskabine aus Holz das zunächst noch schmale GaggenauerNutzfahrzeug-Angebot. Belebung stellte sich erst 1949 ein, als dieWeiterentwicklung des L 4500 folgte: Der L 5000 war deutlich besser ausgestattetund besaß darüber hinaus ein Stahl-Fahrerhaus.1949 wurde die erste Lkw-Neuentwicklung der Daimler-Benz AG nach dem Kriegvorgestellt. Zur technischen Ausrüstung des L 3250 mit Stahl-Fahrerhaus zähltenein Fünfgang-Getriebe und ein 90 PS starker Sechszylinder-Motor. Das zulässigeGesamtgewicht betrug 6,5 Tonnen. Gebaut wurde dieser Lkw in Mannheim. EinJahr später folgte die Neukonstruktion im Segment der schweren Lkw. Es war derheute als Klassiker eingestufte L 6600, ein Fahrzeug mit einer Nutzlast von 6,5Tonnen, das auf Wunsch auch mit Allrad-Antrieb geliefert werden konnte. Im Juli1950 wurde schließlich auch die Produktion des Omnibusses O 6600aufgenommen.Daimler Communications, 70546 Stuttgart/GermanyMercedes-Benz – Eine Marke der Daimler AG
  4. 4. 3URGXNWRIIHQVLYH LQ GHQ )QI]LJHUQ Seite 4Die ersten Frontlenker in Gestalt des LP 315 erweiterten ab 1954 das Angebot,von 1956 an erzielte das ausschließlich für das Ausland gebaute HaubenfahrzeugL 326 mit 8,5-Tonnen große Exporterfolge. Ganz neue Wege beschritt man inGaggenau mit dem “Tausendfüßler“ genannten Frontlenker LP 333, der von 1958an gebaut wurde. Mit zwei gelenkten Vorderachsen war er einemaßgeschneiderte Antwort auf die restriktiven neuen Vorschriften des deutschenBundesverkehrsministeriums bei Maßen und Gewichten.Der klassische Hauben-Lkw war damit aber noch lange nicht aus demEntwicklungsprogramm gestrichen. 1959 stellte Daimler-Benz die neuen“Rundhauber“ vor: Die mittelschweren Varianten produzierte das WerkMannheim. Die Schweren, im Export bis in die 1990er Jahre sehr erfolgreich,fertigten bis Dezember 1967 die Gaggenauer.Ein völlig neues Kapital in der Geschichte der Nutzfahrzeuge wurde bereits 1951aufgeschlagen. Am 3. Juni begann im Werk Gaggenau die Produktion einesAlleskönners mit dem ungewöhnlich langen Namen “Universal-Motor-Gerät“.Unter dem Akronym “Unimog“ wurde das Fahrzeug nicht nur weltberühmt,sondern mit über 325.000 in Gaggenau gebauten Einheiten auch ein weltweiterVerkaufsschlager. Bereits im ersten Produktionsjahr rollten 1.005 Fahrzeuge vomBand.0LW 36 IU DOOH =ZHFNH JHUVWHWFür den kompakten, gerade mal dreieinhalb Meter langen Unimog genügtedamals ein 25 PS-Dieselaggregat, um überall durchzukommen und alles erledigenzu können – vor allem in der Landwirtschaft, wofür er vom ehemaligen Daimler-Benz Flugmotoreningenieur Albert Friedrich konzipiert wurde. Schon der ersteEntwurf sah bereits Anbauräume für Mähgeräte, eine Ladefläche, eineVorrichtung für Anhänger und die Möglichkeit des Pfluganbaus vor. Die weiterenDaimler Communications, 70546 Stuttgart/GermanyMercedes-Benz – Eine Marke der Daimler AG
  5. 5. Fahrzeug-Merkmale: schlichtes und funktionelles Fahrerhaus mit Klappverdeck, Seite 5Allradantrieb und ein Fahrgestell mit vier gleich großen Rädern.Beim anfänglichen Einheitsmodell blieb es nicht. Durch Weiterentwicklungenwuchs der Unimog 1953 zur Baureihe 401/402 und eine Variante mitgeschlossener Kabine kam hinzu. 1956 kletterte die Motorleistung von 25 auf 30PS und zur Auswahl stand eine weitere Variante mit langem Radstand. Im Mai1961 rollte der 50.000. Unimog vom Band. Der Ur-Unimog war als Modell genauso unaufhaltsam wie seine Fahreigenschaften im Gelände: Die Motorleistungstieg Schritt für Schritt auf 32 und 34 PS. Er blieb bis in die 1970iger Jahre diePlattform des Unimog-Programms.0%WUDF ² HLQ %UXGHU GHV 8QLPRJEin ebenbürtiger Bruder des Unimog, allerdings mit starrer Hinterachse,bereicherte die Gaggenauer Produktionsbänder ab Juli 1973: DerMBtrac 65/70 – 65 für DIN-PS nach europäischer Richtlinie und 70 für SAE-PS,die bis heute in den USA gebräuchlich sind. Die Fahrzeuge des MBtrac-Programms waren Schlepper mit Allrad-Antrieb, vier gleich großen Rädern,Portalachsen, hoher Zugkraft, festem Komfort-Fahrerhaus, Servolenkung,gefederter Vorderachse und genormter Dreipunkt-Kraftheber-Hydraulik. Einesolche Konzeption hatte der Schleppermarkt noch nie zuvor gesehen. Bis zurEinstellung des MBtrac im Jahr 1991 wurden über 40.000 Modelle gebaut.Schon lange bevor der MBtrac in Produktion ging, war der Lkw-Bau vonGaggenau ins neue Werk Wörth am Rhein verlagert worden, wo ab 1965 dieHerstellung aller mittlerer und schwerer Lkw zusammengefasst wurde.Hintergrund für diese Entscheidung: Gaggenau war damals an seineKapazitätsgrenzen gestoßen und sollte sich deshalb auf die Produktion derverschiedenen Unimog-Varianten sowie auf Achsen und Getriebe konzentrieren.Daimler Communications, 70546 Stuttgart/GermanyMercedes-Benz – Eine Marke der Daimler AG
  6. 6. $FKVHQ XQG *HWULHEH VWHKHQ KHXWH LP 0LWWHOSXQNW Seite 6Nach über 50 Jahren Unimog-Fertigung gab das Werk Gaggenau im Jahr 2002schließlich auch diesen Produktionszweig nach Wörth ab und übernahm imGegenzug die Funktion eines Kompetenzzentrums für mechanische undautomatisierte Getriebe. So ist das Werk im Murgtal heute dem Lkw nur mehrindirekt verbunden und gewissermaßen in die Rolle des Zulieferers für andereMercedes-Benz Werke geschlüpft. Bis heute haben über 8,85 Millionen Getriebeaus dem Werk Gaggenau ihren Weg in die Welt angetreten.100 Jahre nach Übernahme durch Benz Cie. ist in Gaggenau die Fertigung vonspeziellen Komponenten wie Achsen, Getrieben und Drehmomentwandlern,sowie diverse Bauteile für viele Konzernprodukte angesiedelt. Berühmt sind zumBeispiel die Lkw-Außenplanetenachsen, die Gaggenau seit ihrer Einführung 1972 inder so genannten „Neuen Generation“ fertigt und die heute noch vor allem dieBaufahrzeuge Actros und Axor sowie den Econic und den Zetros aus demSonderfahrzeugprogramm antreiben. Mehr als 2,5 Millionen Achsen hat dasWerk Gaggenau bis heute insgesamt produziert und ist der weltgrößte Herstellervon zweistufigen Außenplanetenachsen sowie Portalachsen.„Die Produktstrategie fürs neue Jahrtausend hat sich als richtig erwiesen“, betontrückblickend Dr. Holger Steindorf, Leiter des Werkes Gaggenau und Leiter derweltweiten Achs- und Getriebeproduktion bei Daimler Trucks. „Aber es waren vorallem unsere über 6000 Mitarbeiter“, ergänzt er, „die sehr schnell die Chanceerkannt haben, die sich dem Kompetenzzentrum für Nutzfahrzeug-Komponentenund für mechanische und automatisierte Schaltgetriebe für Pkw, Transporter,Lastwagen und Omnibusse bietet.“Pressekontakt:Julia Löffler Telefon: 0711-17-41552E-Mail: julia.loeffler@daimler.comDaimler Communications, 70546 Stuttgart/GermanyMercedes-Benz – Eine Marke der Daimler AG