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Zum 40-jährigen Bestehen von CHIP: Zur Früh- und Vorgeschichte des Computer Magazines

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Zum 40-jährigen Bestehen von CHIP:
Zur Früh- und Vorgeschichte des Computer Magazines CHIP

von Hugo E. Martin

Inhalt
03 Die Vor- und Frühgeschichte
10 Der Start von CHIP in 1978
18 Die Redaktion
22 Die CHIP Leser
28 Der Vertrieb
32 Die Anzeigen
36 Zum Wettbewerb
40 CHIP Ableger und Neuentwicklungen IT&C
70 Anhang

unkorrigierte Fassung (Version 2.3) - dafür aber 'just in time!'

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Zum 40-jährigen Bestehen von CHIP: Zur Früh- und Vorgeschichte des Computer Magazines

  1. 1. Zur Früh- und Vorgeschichte des Computer Magazines CHIP von Hugo E. Martin zum 40. Jubiläum von CHIP
  2. 2. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 2 / 69 Inhalt 03 Die Vor- und Frühgeschichte 10 Der Start von CHIP in 1978 18 Die Redaktion 22 Die CHIP Leser 28 Der Vertrieb 32 Die Anzeigen 36 Zum Wettbewerb 40 CHIP Ableger und Neuentwicklungen IT&C 70 Anhang Dies ist eine unkorrigierte Rohfassung meiner kleinen und lückenhaften Chronik zu den Anfängen von CHIP, der Zeitschrift für Mikrocomputer-Technik aus dem Vogel-Verlag in Würzburg und München. Die Veröffentlichung in dieser unfertigen Form erfolgt, um noch rechtzeitig zum 40. Jahrestag des Starts von CHIP am 7. September 1978 Zeitzeugen und Interessenten beim Erinnern an ihre Zeit mit CHIP zu unterstützen. Sie entstand im Laufe der Jahre auf meinem Blog und als Zusammenfassung zum 30-jährigem Jubiläum von CHIP im Jahre 2008. Ob sich in nächster Zeit eine gute und fähige Seele findet, welche dieses Paper grammatisch und sprachlich überarbeitet, steht in den Sternen. Hilfsangebote (wie Korrekturen) sind stets willkommen! Wenn Ihr, wenn Sie zu den Anfängen von CHIP in D-A-CH (oder dem Rest der Welt) noch Erinnerungen, Fotos, Links, Super 8 Filme, etc. Ergänzungen und/oder Korrekturen zu dieser Darstellung beisteuern können und wollen ... IHR / SIE SIND HERZLICH DAZU EINGELADEN! © Hugo E. Martin, Berlin, Deutschland Kontakt Mailto:hemartin@emartin.net
  3. 3. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 3 / 69 CHIP - die Vor- und Frühgeschichte Im Sommer 1977 berichtete Henning Wriedt, der damalige Chefredakteur der Kennziffer- Fachzeitschrift elektronik praxis (aus dem Vogel Verlag, Würzburg), Henning Wriedt, Gründungsredakteur und erster Chefredakteur von CHIP nach seiner Rückkehr von einer US-Computermesse (National Computer Conference, Dallas, TX vom 13. bis 16. Juni 1977) dem Verlagsgeschäftsführer Friedrich Fischer und dem Planungsstab des Vogel Verlags begeistert von der neuen Computer-Bewegung, der Existenz von Mikroprozessoren und dem sich beschleunigenden Entwicklungstempo in Sachen Mikroelektronik. In den Staaten würden sich um die ersten Mikroprozessoren und Computerbausätze eine immer größere Schar von 'Hobbyisten' versammeln, sich in Computerklubs zusammenschließen und mit der Hardware und der Programmierung der Prozessoren beschäftigen. Bereits über 100.000 Mikroprozessoren stünden in privaten Haushalten und die Schar der Enthusiasten würden bereits von mehreren Tausend Computershops bedient, die überall im Land entstanden seien und ihre Hardware, Software und Dienste anbieten und damit Geschäfte machen würden. Erste Computerklub-Nachrichten, dann Computer-Zeitschriften und Computer Magazine in den USA würden begeistert abonniert, gelesen und geteilt. Diesen erkennbaren Trend sollte, so die Empfehlung von Henning Wriedt, der Vogel Verlag frühzeitig journalistisch auf dem deutschen Markt begleiten. Er wolle gerne als Entwicklungsredakteur und später als Editor- at-Large die Vorbereitung und den Start dieser neuen Zeitschrift unterstützen, selbst aber Chefredakteur der Vogel-Kennzifferzeitschrift elektronik praxis bleiben, schließlich sei er ja ein „professioneller Elektroniker“.
  4. 4. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 4 / 69 Eine Auswahl von US Computer Magazinen der Jahre 1975 - 1977 Bildquelle: Erik S. Klein Vintage-Computer.com
  5. 5. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 5 / 69 Begeisterung und viele Fragezeichen Die erste Begeisterung im Verlag war groß, aber mindestens genauso groß waren die Fragezeichen bei den Mitgliedern des Planungsstabs, warum es dieser Hype um Computer überhaupt gibt und ob sich Leute hier in Deutschland von so etwas Verrücktem anstecken lassen würden. Und für den Verlag, ob diese Computerhobbyisten-Welle eine Zeitschrift würde ernähren können und wenn ja für wie lange. Die Zeichen der Zeit im Vogel Verlag standen damals günstig. Der Planungsstab beschäftigte sich intensiv mit 'Techniken der Zukunft' und ihrer Bedeutung im professionellen Bereich. Aber mit Hobbyisten hatte das Planungsteam so rein gar nichts am Hut. Doch Henning Wriedt ließ nicht locker und so fuhr ein kleines Erkundigungsteam Joachim Bloos (Stab MR & Marketing), Heinrich Löffler (Marktforschung) und Werner Rittner (Leiter des Zentralen Vertriebs bei Vogel) im Herbst zu einer Hobby & Elektronik Messe in Essen um diese neue, für die Reisenden etwas obskure Welt zu beschnuppern und zu sehen, ob es irgendwelche Anzeichen gab, dass dies für den Fachzeitschriftenverlag Vogel ein publizistisches Thema (für Wachstum und Profit) werden könnte. So richtig überzeugt war man danach immer noch nicht, erinnert sich Joachim Bloos heute, aber es wurde vereinbart, dass er mit seinem Team eine Marktstudie zu diesem noch nicht konkret fassbaren Leser- und Anzeigenmarkt erstellt. Klar war aber schon, dass eine solche Zeitschrift nicht als Fachzeitschrift im CC & Abo-Vertrieb erfolgreich sein könnte, sondern dass man die Leser in Beruf und Hobby über den Kiosk suchen müsste. Als Dr. Friedrich Fischer (Geschäftsführer und Verlagsdirektor des Vogel-Verlags) dem Chronisten erzählte, dass er eine interne Marktstudie in Auftrag gegeben, aber die Ergebnisse nicht so eindeutig und mit vielen Wenns und Aber versehen seien.. Ohne jede Bedenkzeit habe ich damals meine Mitarbeit zugesagt, es sollte unser zweites großes Projekt nach meiner Rückkehr in den Verlag werden. Das Thema passte, denn schon seit 1969 hatte ich mich mit Computern und Programmierung beschäftigt hat und ab Mitte der 70er Jahre auch die Entwicklung in den Staaten verfolgt. Meine Mitarbeit in der Projektentwicklungsgruppe startete am selben Tag, als kleiner Nebenjob. Denn zunächst musste, die noch junge Neuentwicklung der Fachzeitschrift LaborPraxis (Start November 1977) in trockene Tücher gebracht und an einen geeigneten Nachfolger übergeben werden. Ab Frühjahr 1978 war ich dann festes Mitglied der Projektgruppe mit dem Aufgabenschwerpunkt Marketing, Anzeigen und Kioskvertrieb und am 1. Juli übernahm ich dann auch offiziell die Projektleitung für die spätere CHIP. In dieser Zeit waren neben mein Verlags-Know-how, meine Erfahrungen im Konsumermarketing und Direktmarketing sowie Vertrieb außerhalb der Verlagsszene nützlich, denn CHIP sollte das erste Consumer/Special Interest Magazin seit den 50er Jahren im Hause Vogel werden (und weitere sollten folgen) und wir wollten vieles anders und einiges besser machen als unsere Wettbewerber.
  6. 6. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 6 / 69 Die Vogel Abteilung Market Research & Marketing Abteilung sucht eifrig nach einem überzeugenden Konzept für CHIP Von links: Joachim Bloos, Heinrich Löffler, Johanna Beisbart Die Marktstudie war Anfang des Jahres 1978 fertig und das redaktionelle Grundkonzept stand; den Einzelverkauf über den Zeitschriftenhandel sollte IPV (G+J, heute DBV) sicherstellen und den Abobereich sowie den Vertrieb über den Elektronik- und Computerhandel würde Vogel selbst beackern. Ein großes Fragezeichen blieb: Würde es genügend Anzeigenkunden geben, die in diesen Markt investieren wollen und werden und so - zusammen mit den Lesern / ihren präsumtiven Kunden - die finanzielle Basis für die Herausgabe einer solchen Zeitschrift durch den Vogel- Verlag sichern würden?
  7. 7. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 7 / 69 Das CHIP Entwicklungsteam mit dem damaligen Verlagschef Dr. Friedrich Fischer und der Präsentation des geplanten Titelbildes der CHIP Erstausgabe. Von links: Heinrich Löffler, Joachim Bloos, Henning Wriedt, Hugo E. Martin, Friedrich Fischer, Werner Rittner Im Frühjahr 1978 fuhren die Beteiligten dann mit großer Mannschaft nach Dortmund zu Hobbytronic 1978 (23. bis 26. Februar 1978) und versuchten herauszufinden, ob die Aussteller, also internationale Händler und Vertriebsagenten, in diesem Bereich auch Werbegelder investieren würden und diskutierten mit einigen Early Birds unser Zeitschriftenkonzept, die Risiken und die Chancen. Die Rückkehrer berichteten im Planungsstab von recht unterschiedlichen Eindrücken, doch am Ende gewannen diejenigen die Oberhand, die dieses Wagnis eingehen und für den Erfolg kämpfen wollten. Für die Markteinführung, Vertriebs- und Anzeigenwerbung fanden wir in der Münchner Agentur Apollon um Ralph M. Schlehofer und Albrecht Hengstenberg die Partner, die das fehlende Know-how bei Vogel Verlag mit ihrer Erfahrung und großer Begeisterung (sowie ebenso großer Geduld) ausgleichen konnten.
  8. 8. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 8 / 69 Das CHIP Planungsteam begutachtet die CHIP Werbemittel für die geplante Leser- und Anzeigenwerbung
  9. 9. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 9 / 69 Der Name der neuen Computerzeitschrift wurde vom Produktentwicklungsteam in einem Brainstorming gesucht. Nach den Erinnerungen von Joachim Bloos standen dann auf einer Liste mit rund 20 Begriffen, unter anderem generische Begriffe wie Mikroprozessor, Mikrocomputer und Computer auf der letzten, zwanzigsten Position Henning Wriedt's Antwort auf die Frage von Joachim Bloos, Was denn das Kernstück dieser Technik sei? , „Das ist der CHIP". Und der Name der Zeitschrift CHIP geboren. ... und wie wir alle wissen, hat sich der Name CHIP – gegen so manche Widerstände – dann auch im Haus und am Markt durchgesetzt und steht auch noch, nach fast 40 Jahren für eines der führenden Computer Magazine und Webangebote in Deutschland und in vielen anderen Ländern.
  10. 10. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 10 / 69 Am Start: Donnerstag, 31. August 1978 Geschafft. Heute überreichen uns Horst Schornstein (Leiter von Vogel Druck) und Dr. Kurt Eckernkamp (Geschäftsführer des Vogel Verlags, damals unter anderem verantwortlich für Vogel Druck, Organisation und EDV), in meinem Büro in Würzburg die ersten druckfrischen Exemplare der Erstausgabe (Charter Edition) der neuen (Mikro-)Computerzeitschrift CHIP. Die (nachgestellte) Übergabe der ersten druckfrischen Hefte von CHIP (von links: Heinz Schornstein, Kurt Eckernkamp, Henning Wriedt, Friedrich Fischer, Hugo E. Martin)
  11. 11. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 11 / 69 An der folgenden Glückwunschurkunde überreicht von Kurt Eckernkamp und Horst Schornstein zur Geburt von CHIP sieht man, dass DTP-Programme wie zum Beispiel der Ventura Publisher und PageMaker bzw. Präsentationsprogramme wie Freelance und PowerPoint noch nicht verfügbar waren ... Papier, Bleistift, Schreibmaschine, Schere und Klebstoff waren die eingesetzten Produktionswerkzeuge für die Glückwünsche. ... und trotzdem haben sich die guten Wünsche nach einer steilen Karriere und lang anhaltendem Erfolg für die Zeitschrift CHIP bei ihren Lesern (und Werbekunden) erfüllt.
  12. 12. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 12 / 69 Donnerstag, 7. September 1978 CHIP – die Zeitschrift für Mikrocomputer-Technik in Hobby und Beruf Ausgabe Nr. 1 September / Oktober 1978 Startauflage: 70.000 Exemplare (Druck) Erstverkaufstag Donnerstag, 7. September 1978 liegt seit heute an mehr als 15.000 Kiosken und Bahnhofsbuchhandlungen, sowie ausgewählten Elektronik/Computershops zum Verkauf aus. Der Einzelverkaufspreis beträgt 4,50 DEM [2,30 EUR] (Abo-Preis 24, 00 DEM [12,27 EUR] für 6 Hefte). Download-Link für die Erstausgabe von CHIP als PDF (per 6.09.2018) http://www.chip.de/news/30-Jahre-CHIP-Erstausgabe-zum-Download_33575969.html
  13. 13. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 13 / 69 Übrigens: Zu dieser Zeit gab es nach Angaben von IDC gerade einmal rd. 6.800 Computer- und Small Business System in Deutschland. CHIP konnten von den ersten beiden Ausgaben des Jahres 1978 bereits durchschnittlich 30.967 Hefte (davon 9.800 Abos) und 19,5 Seiten Anzeigen verkaufen. Den Erfolg der neuen Mikrocomputer Zeitschrift für Beruf und Hobby CHIP hatten sich die beiden damaligen Geschäftsführer des Vogel Verlags Dr. Friedrich Fischer und Dr. Kurt Eckernkamp von Anfang an auf die Fahne geschrieben. Aber man war sich auch des Risikos bewusst und der Tatsache, dass man zunächst eine Durststrecke zurücklegen musste. Untereinander hatte sie abgesprochen, dass sie gemeinsam alles Notwendige tun werde, um dem für den Fachzeitschriftenverlag Vogel mutigen Ausflug in die Welt des Kioskverkaufs zu sichern und ein neues Kapitel profitablen Wachstums des Vogel Verlags aufzuschlagen. Das galt für sowohl für die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Ressourcen für den Start und die Marktdurchsetzung, aber auch die Freistellung von Regeln, Gepflogenheiten und Limits, wenn sie dem Wachstum der jungen Pflanze CHIP nicht dienlich waren.
  14. 14. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 14 / 69 Dr. Friedrich Fischer * 25-03-1930 - †26-03-1979 Unter der Leitung von Dr. Friedrich Fischer machten wir uns schon Ende 1978 darüber Gedanken, wie wir weitere Themen und Zeitschriften von Grund auf neu denken und entwickeln sollten, um mehr Nutzen für die jeweiligen Zielgruppen zu schaffen, die Märkte proaktiv zu begleiten und mitzuentwickeln und eine Begegnungsstätte (heute würde man sagen Plattform) für Anbieter und Käufer / Nutzer zu unterhalten. An zwei Projekte erinnere ich mich ganz besonders: Kaum war CHIP auf dem Markt, beauftragte mich Dr. Fischer noch im September den Markt für populäres Chemiewissen zu untersuchen und das Konzept von CHIP auf den Hobby- und Semiprofi-Markt für Chemie-Experimente und Chemielabor Enthusiasten zu übertragen. Er verriet mir, dass in seiner Jugend Chemie-Experimentierkästen seine große Leidenschaft waren und bat uns eindringlich ihm bei der Verwirklichung seines Traums von einer Zeitschrift zu diesem Thema mit einer Marktanalyse zu helfen. Doch nach unserer Analyse mussten wir Friedrich Fischer leider enttäuschen. Weder der Lesermarkt noch der Anzeigenmarkt wären ergiebig genug, damit sich eine periodische Publikation rechnen würde. Anfang 1979 erhielt ich dann den Auftrag die Handelszeitschrift Radio-Fernseh-Phone (ich dort Ende 70er Jahre mal Anzeigen- und Werbeleiter) in ein neues Format zu bringen, als Fachzeitung für den Radio-HiFi-TV-Video-Handel und Service, plus Themensupplements. Wie bisher auch mit Anzeigen- und neu mit Vertriebserlösen, sollte die neue Zeitschrift, wirtschaftlich breiter aufgestellt und die Zukunft gesichert werden. Das Konzept haben wir zusammen mit Apollon (Albrecht Hengstenberg und Ralph Schlehhofer) entwickelt und am 1. März 1979 vorgestellt. Nach dem Tod von Dr. Friedrich Fischer Ende März wanderte die Verantwortung für die Fachzeitschriften komplett in den Kompetenzbereich von Wolfgang Lüdicke und seinen Mitarbeitern - der geplante Auf- und Umbruch, der mich 1977 zurück zu Vogel gebracht hatte, war - bis auf das CHIP Projekt (siehe unten) - zunächst einmal beendet.
  15. 15. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 15 / 69 Anfang 1980 nahmen wir noch einmal einen Anlauf um neben die bewährte Kennziffer- Fachzeitschrift des Vogel-Verlags, die ElektronikPraxis einen neuen, zusätzlichen Konzeptansatz als Kaufzeitschrift zu erfinden, als „electronic world“. Wieder erarbeiteten wir ein Basiskonzept mit der Agentur Schlehofer, Mosel und Partner, welches dann von Richard Kerler (ab 1980 Redaktionsdirektor bei CHIP) als redaktionelles Konzept erarbeitet und ausgeführt wurde. Doch das Interesse an dem neuen Konzept in den Verlagsbereichen war sehr begrenzt und man befürchtet, dass die ep Anzeigen an den neuen Kauftitel verlieren würde. Aber nun zurück zur CHIP Familie. Nachdem Dr. Friedrich Fischer der Verleger, Mentor und Promotor hinter CHIP nur ein halbes Jahr später am 26 März 1979 für uns alle unfassbar, ganz plötzlich verstorben ist, übernahm Dr. Kurt Eckernkamp sein Erbe und hat es bis zu seinem Rückzug aus dem aktiven Verlagsgeschäft, wie seinen eigenen Augapfel gehütet, gefördert und gepflegt und denen die CHIP voranbringen wollten, immer ein offenes Ohr, tatkräftige Unterstützung und ein hohes Maß an Vertrauen geschenkt. Dr. Kurt Eckernkamp, Geschäftsführer Vogel-Verlag
  16. 16. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 16 / 69 Nach der offiziellen Übernahme des CHIP Projekts von seinem verstorbenen Kollegen Dr. Fischer bestätigte mir Dr. Kurt Eckernkamp am 8. Mai 1979: Strukturelle Neuzuordnung Sehr geehrter Herr Martin, wie zwischen uns vereinbart, übernehme ich die Führungsverantwortung Ihres Bereiches. Sie können sicher gehen, daß Sie von mir auch alle Unterstützungen und Hilfen erhalten werden, die erforderlich sind, um unserem jüngsten Kind „CHIP“ die notwendige Kraft zu geben. Bitte wenden Sie sich mit Fragen oder Problemen direkt an mich, um eine gute Übereinstimmung herbeizuführen. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen. Mit freundlichen Grüßen Dr. K. Eckernkamp Diese Zusage hat Dr. Eckernkamp mir gegenüber immer eingehalten. Dafür sage ich, Danke. Würdigung von Dr. Kurt Eckernkamp für seinen verstorbenen Geschäftsleitungs- kollegen Dr. Friedrich Fischer und Ausblick (Vogel Flugblatt, Mai 1979)
  17. 17. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 17 / 69 Auszug aus einem Interview (Vogel Flugblatt, Mai 1979)
  18. 18. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 18 / 69 Die Redaktion - am Standort München Zunächst arbeitete und steuerte der Chefredakteur Günther Knauft (ab Januar 1979) die Redaktion von seinem Homeoffice in Gröbenzell bei München. Doch schon bald sahen sich Dr. Fischer und ich, angetrieben von dem großen Erfolg der jungen Zeitschrift, nach einem Büro in München um. Ein Redaktionssitz in München (und nicht in Würzburg) war nach unserer Meinung unabdingbar für den Erfolg des neuen Titels. Die neue Adresse am Bavariaring 9 war dann, mit vielen Umzügen innerhalb des Gebäudes, für viele Jahre der Sitz der CHIP Redaktion und auch vieler nachfolgenden Projekte und Services. Von der Einweihungsfeier habe ich leider nur dieses eine Foto (Ergänzungen willkommen!) Von Links: Joachim Bloos, Günter Knauft und Hugo E. Martin
  19. 19. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 19 / 69 Der Auf- und Ausbau der Redaktion Der Auf- und Ausbau der Redaktion war extrem schwierig und oft gefährdet. Wie schon geschrieben, wollte der Gründungsredakteur Henning Wriedt auf keinen Fall zu dem Nicht- Profi Magazin CHIP wechseln. Er verantwortet die ersten beiden Ausgaben und war dann für einige Monate so etwas wie "Editor-at-large". Ab Januar 1979 übernahm dann Günter Knauft die Aufgabe des Chefredakteurs (fiel dann aber, wegen eines Skiunfalls in einer entscheidenden Phase für lange Zeit aus). Es war damals nicht besonders schwierig gute Fachautoren und erfahrende Buchautoren zu finden, die gerne für CHIP schreiben wollten. Aber JournalistInnen zu finden, die magazinig schreiben konnten und wollten und mit der Materie Mikrocomputer & PC vertraut und nicht auf Kriegsfuß standen, fanden wir lange nicht. Nach der Entscheidung, CHIP ab Mai auf eine monatliche Erscheinungsweise umzustellen, habe ich mit Dr. Friedrich Fischer und dann auch mit Dr. Eckernkamp abgesprochen, dass wir dringend eine Aufstockung im Bereich Redaktion brauchen. In der Zwischenzeit sollte sich das Team von Ralph Schlehofer vor allem um die Aufmacher kümmern und ich enger mit der Redaktion zusammenarbeiten, insbesondere was Titelstory, die Themenverkaufe auf Titelseite und Inhaltsseiten, die Aufmacherthemen, sowie das Einwerben von Autoren für Software und Anwendungen betraf, bis wir einen geeigneten Chefredakteur mit Blattmacher-Erfahrung gefunden haben, welcher die weitere Entwicklung von CHIP in Richtung eines populären Magazins (und weiterer Publikationen) vorantreiben und führen kann. Günther Weeth (ep) übernahm ab sofort die Schlussredaktion, Henning Wriedt erklärte sich vorübergehend bereit als stellv. Chefredakteur zu fungieren. Zum 1. Juli 1979 konnten wir Ulrich Rohde als zusätzlichen Redakteur gewinnen und Peter Stuhlmüller (zunächst leider nur halbtags). Den gesuchten Blattmacher fanden wir 1980 in Richard Kerler (bis dahin bei G+J Spanien mit Mädchen und Frauenzeitschriften beschäftigt), als Redaktionsdirektor für CHIP gewinnen konnten. der als Redaktionsdirektor CHIP die Mannschaft entwickelte und ausbaute und dann von 1982 - 1983 zusätzlich vorübergehend die Chefredaktion von Günter Knauft übernahm und diese in 1983 an Reiner Korbmann übergab. Vor meinem geistigen Auge sind noch heute, die entsetzen Gesichter lebendig, als Richard Kerler in einer der ersten Redaktionsbesprechung den versammelten Redakteuren erklärte, er verstehe nichts von Computern und wolle davon auch nichts verstehen, aber er wisse, wie man schreibt, titelt und wie man ein Magazin erfolgreich macht.
  20. 20. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 20 / 69 In den ersten Jahren übernahm Dieter Ziegenfeuter die Titelgestaltung und setzte die schwierigen und häufig auch angstbesetzten Themen für uns um, die im Siebdruck hergestellten Titel wurden zu einem Markenzeichen von CHIP und setzte sich in der Kategorie Elektronik und Computer deutlich ab. Das Innenlayout entwickelte Ludwig Lechler und übernahm das Layouten in den ersten Jahren, bis wir uns in der CHIP Redaktion eigene festangestellte Grafiker und Layouter leisten konnten.
  21. 21. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 21 / 69 Die Chefredakteure von CHIP Start 1978 Henning Wriedt, Gründungsredakteur, Chefredakteur 1979 - 1982 Günter Knauft, Chefredakteur 1980 - 1989 Richard Kerler, Redaktionsdirektor, Blattmacher 1982 - 1983 Richard Kerler, Chefredakteur (und Redaktionsdirektor) 1983 - 1989 Reiner Korbmann, Chefredakteur 1989 - 1993 Gerald Dick, Redaktionsdirektor 1985 - 1991 Martin Stübs, Chefredakteur 1989 - 1990 Wolfgang Dürpisch 1991 - 1993 Gerald Dick, Chefredakteur (und Redaktionsdirektor) 1993 - 1996 Dieter Winckler, Chefredakteur 1993 - 1999 Rainer Grabowski, Chefredakteur 1999 - 2012 Thomas Pyczak, Chefredakteur, Geschäftsführer 2012 - heute Josef Reitberger, Chefredakteur Die Untertitel von CHIP Im Laufe der Zeit passte sich der Untertitel von CHIP mehrmals an die Marktentwicklung und das sich verändernde Selbstverständnis der Zeitschrift an. Der Magazinuntertitel der ersten Jahre war "Zeitschrift für Mikrocomputer-Technik" ab 01/1981 "Das Mikrocomputer-Fachmagazin" ab 12/1983 "Das Mikrocomputer-Magazin" ab 08/1994 "Das Computer-Magazin" ab 11/1999 "Computer & Communications"
  22. 22. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 22 / 69 Die CHIP-Leser 1978 vs. 2008 charakterisierte von Thomas Pyczak Nun ja, das Bild welches Thomas Pyczak hier vom typischen Leser der Anfangsjahre zeichnet, trifft wohl so nicht ganz zu ... und ob die 1,2 Mio. Bill-alike Leserbeschreibung für das Jahr 2008 überzeugt? Wir haben da so unsere Zweifel, die wenigsten CHIP-Leser dürften es bisher in den exklusiven „CHIP Milliardärsklub“ geschafft haben.
  23. 23. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 23 / 69 Nahe am Leser - Marktforschung Von Beginn an hatten wir von CHIP auf einen intensiven Dialog mit den Lesern gesetzt, auf intensiven Austausch mit Lesern auf Messen und Einladungen in die Redaktion, sowie auf Leser-/Abonnentenbefragungen gesetzt. Marktanteile Ab 1980 haben wir dann begonnen Volumina und Marktanteile zu schätzen und abzufragen /verifizieren. Da es von Diebold damals nur grobe und indifferente Zahlen gab, haben wir eigene Schätzzahlen aufbereitet und sind dann ab etwas 1981 zu einem grundsätzlich akzeptierten Ranking der Hersteller / Vertreiber von Mikrocomputern / Personal Computern gekommen. Die CHIP Leser nach der LASI 1981 (Leseranalyse Special Interest) Um über die Abo-/Leserumfragen hinaus - die Anzahl der Kioskkäufer nahm rasant zu - validiert Daten für die Mediaplanung von CHIP & Co zu erhalten, haben wir in 1980 die LASI mit ins Leben gerufen und in 1981 Unternehmen und Mediaagenturen erstmals Leserdaten für CHIP und andere Special Interest Magazine zur Verfügung gestellt. CHIP war damals und für viele Jahre der Zugang und die Begleitung für Viele in eine Welt mit dem Computer in Beruf und Hobby. Auch aus diesem Grunde hat die LASI 1981 schon überdurchschnittlich viele Unternehmer, Führungskräfte, Selbstständige, Mediziner usw. als CHIP-Leser ausgewiesen. 83 % der CHIP Leser waren männlich (im Vergleich zur Gesamtbevölkerung 14 - 59 Jahre, LASI 1981)
  24. 24. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 24 / 69 Die Altersstruktur der CHIP Leser in 1981 (im Vergleich zur Gesamtbevölkerung 14 - 59 Jahre, LASI 1981) Es stimmt, CHIP wurde von unter 30-Jährigen überproportional häufig gelesen. Aber auch die Altersgruppen von 30 – 49 Jahren nutze die neue Zeitschrift um die eigene Wettbewerbsfähigkeit, den beruflichen Aufstieg und die Interessen und die Hobbys viele Leser, Väter und Söhne zu unterstützen. Das Themeninteresse der CHIP-Leser (1981) Aus einer CHIP Abonnentenbefragung im März 1981
  25. 25. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 25 / 69 Da sich seit der LASI (1981) die verkaufte Auflage inzwischen in etwa verdoppelt hatte, und um Abonnenten und Kioskkäufer gleichermaßen zu erreichen wurde der März-Ausgabe 1983 ein Fragebogen beigelegt, mit der CHIP noch mehr erfahren wollten über - Interessengebiete und Themenwünsche - Besitz- und Anschaffungsplanung bezüglich Hardware und Software - Markenpräferenzen Ergänzende Leserbefragung im Heft Bis zum Stichtag 15. Juni 1983 erhielt unsere Marktforschungsabteilung rund 8.000 auswertbare Fragebögen zurück, die kontinuierlich ausgewertet und einer Plausibilitätsprüfung unterzogen wurden (d.h. unter anderem. Vergleich der Struktur der Rückläufe mit der regionalen EV- und Aboverteilung, Abgleich der demografischen Merkmale mit der LASI 81, signifikanten Veränderungen nach Rücklaufzeitpunkt. Da sich die Ergebnisse schnell stabilisiert hatten und innerhalb der statischen Schwankungsbreite lag wurden Auswertung nach 6.700 Fragebögen abgeschlossen. Einige Ergebnisse der Befragung, siehe nächste Seite aus mum, Oktober 1983, Seite 4
  26. 26. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 26 / 69
  27. 27. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 27 / 69 CHIP von Beginn an eine Zeitschrift, welche sich ganz nahe am Leser positionierte Das Credo unseres Teams war damals die antizipierte stürmische Entwicklung im Bereich der Mikrocomputer / Personal Computer mitzugehen, publizistisch zu begleiten und für alle Beteiligten wesentlichen Nutzen zu schaffen und im Dienste des Lesers / Nutzer steht. Ganz wesentlich dabei war natürlich, der stetige Dialog mit den Lesern. Schon die erste Ausgabe hatte dafür zwei Antwortkarten für den Leser-Redaktion Kontakt.
  28. 28. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 28 / 69 Der Vertrieb Bereits in der Konzeptphase hatte sich der Hauptvertriebsleiter des Vogel-Verlags Werner Rittner mit großem Engagement an der Entwicklung des Konzepts für den Kiosk, Fachhandels- und Abo-Vertrieb eingebracht. Für die Steuerung des externen Partners im Vertrieb (IPV), für die Entwicklung und Betreuung der Spezialvertriebsstellen und das Abonnementgeschäft von CHIP war dann Axel Herbschleb und sein Team verantwortlich. Vertriebsleiter Axel Herbschleb war bis zu seiner Pensionierung der absolute Herrscher über die IVW-/Vertriebszahlen von CHIP. Axel Herbschleb im Fronteinsatz auf der Hobby-Elektronik 1979 in Stuttgart Ab der Ausgabe 5/1990 erfolgte der Handelsvertrieb über unsere Beteiligung Vereinigte Motor Verlage in Stuttgart.
  29. 29. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 29 / 69 Die Markteinführung von CHIP wurde mit einer breit angelegten Leser-Einführungskampagne unterstützt, dafür hatten wir folgende Hauptzielgruppen definiert Hobby und Freizeit ams, audio, Sportauto, Flugrevue, hobby Aufsteiger ‘Bastler’ elector, elrad, Populäre Elektronik Wie im Beruf, so zu Hause Süddeutsche, ep, ET, Computer Woche Comfort equipment Spiegel, Capital, FAZ, Süddeutsche, in der 2. Welle Payboy Anbietermarkt / Werbekunden Werbe- und Mediaagenturen Text intern, Media International, Advertising Age (US) In der zweiten Leserwerbekampagne und unter dem Buzzword "Lustelektronik" platzierten wir unsere Leserwerbung auch im deutschen Playboy (und Playboy schob sich für uns auf Platz 3 der resonanzstärksten Medien, noch vor der SZ).
  30. 30. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 30 / 69 Der Vertriebserfolg von CHIP in den ersten Jahren kann sich sehen lassen Die Heftverkäufe der ersten Jahre (Einzelverkauf, Abo), (jeweils IV. Quartal) 1978: 28.467 Hefte (inkl. 9.800 Abo) 1979: 40.026 Hefte + 40,6 % (davon 15.370 Abos) 1980: 53.191 Hefte + 32,9 % (davon 19.892 Abos) 1981: 66.104 Hefte + 24,3 % (davon 20.816 Abos) 1982: 83.162 Hefte + 25,8 % (davon 23.778 Abos) 1983: 138.866 Hefte + 67,0 % (davon 31.883 Abos) Die weitere Auflagenentwicklung (Einzelverkauf & Abo) von CHIP (jeweils IV. Quartal IVW) zeigt die nachstehende Aufzählung, erst wuchs die Auflage nur langsam und schwankend, dann schneller und stetig bis im Jahr 2001 die höchste Auflage mit 447.321 erreicht wurde. In den letzten rund 20 Jahren entwickelten sich die Heftverkäufe von CHIP (wie bei den meisten anderen Computerzeitschriften auch) nur noch im Rückwärtsgang. 1984: 121.467 Hefte 1985: 116.824 1986: 121505 1987: 151.490 1988: 171.756 1989: 166.887 1990: 171.254 1991: 197.256 1992: 199.412 1993: 202.340 1994: 216.595 1995: 231.352 1996: 254.937 1997: 274.330 1998: 322.430 1999: 323.641 2000: 341.643 2001: 447.321 2002: 411.748 2003: 418.720 2004: 385.638 2005: 363.145 2006: 357.974 2007: 330.409 2008: 325.050 2009: 274.778 2010: 244.534 2011: 200.843 2012: 159.616 2013: 153.729 2014: 142.320 2015: 127.302 2016: 106.436 2017: 94.027 (inkl. ePaper)
  31. 31. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 31 / 69 Teilnahme an Messen und Computertagen In den Anfangsjahren waren unsere Redakteure, Vertrieb und Marketing auf zahlreichen Hobbymessen in Deutschland und Österreich. Auf der Hobby Elektronik, Wien 25/29.10. 1978, auf der IPE 1978 (+electronica) 9/15. November 1978, München Pschorr Keller. auf der HobbyTronik, Dortmund, der Hobby & Elektronik, Stuttgart und diverse Computertage) um den Leser-Redaktionskontakt zu pflegen, um Hilfestellung für Programmierer und Anwender zu geben und um Leser zu gewinnen und Abos abzuschließen. Die Hannover-Messe und Orgatech besuchte die Redaktion um interessante Produkte und Entwicklungen in Erfahrung zu bringen und Produkte für die CHIP Test zu finden. Meine Vorsprachen bei potenziellen Anzeigenkunden, endeten oft mit dem Hinweis, dass ich mich doch mit der Consumer-Abteilung in Verbindung setzen solle, hier gäbe es nur professionelle Systeme, Hardware und Software und kein Interesse an CHIP. Spätestens mit der Ankündigung des IBM PCs im August 1981, war das kein Thema mehr. Im Frühjahr 1980 hatten wir erstmals einen eigenen kleinen Stand auf der Hannover-Messe, hauptsächlich für Leser - Redaktionskontakt und Fragen. Vereinzelt kamen auch OEMs und ausländische Hersteller an den Stand und berichteten über neue Produkte im Sortiment und geplante Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Zur Hannover-Messe 1981 haben wir den Stand in Halle 18 (CeBIT Erweiterung) vergrößert. Und wie immer, für unsere Messeauftritte etwas besonders ausgedacht. Während der Messe performten 3 Student*innen der Hannover Schauspielschule (heute Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Studienbereich Schauspiel) am CHIP Stand in Halle 18. Dem Straßentheater (in San Francisco nachempfunden, haben wir am Stand pantomimische Performances durch SchauspielschülerInnen der Schauspiel-Hochschule in Hannover zu den Themen Computer, Roboter, (mit lauter Musik) aufführen lassen. Sicher hat die laute Musik, den ein oder anderen Aussteller auch genervt, aber einem beachtlichen Teil der Standbesatzungen hat die Musik gefallen und viel haben im Takt der Musik ihren Kopf gewiegt und geschüttelt und mit den Füßen zum Rhythmus der Musik gestampft. Titelmelodie aus Clockwork Orange von Walter Carlos Wilhelm Tell Overture (Rosini) in der Bearbeitung von Walter Carlos The Gold Bug Elan Parsons Projekt The Dragon: Stuffed Aubergine Vangeles La Danse du Feu Vangeles Pump and Circumstance March No. 1 Land of Hope and Glory Sir Edward Elgar Dauer: jeweils ca. 18 Minuten (Musik) P.S. Im nächsten Jahr war dann nur noch Musik in Standlautstärke erlaubt ;-)
  32. 32. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 32 / 69 Anzeigenwerbung und Anzeigenverkauf Es ist und war schon immer meine Überzeugung, dass der Produktmanager (egal ob sie/er im Hauptjob ChefredakteurIn, Vertriebs- oder AnzeigenmanagerIn ist) den Markt, das Produkt und das Klientel am besten kennt und auch kennen sollte. Wie schon bei der Einführung der Zeitschrift LaborPraxis (dort mit den Vogel Anzeigenvertretern) übernahm ich die ersten Jahre Anzeigenmarketing und Anzeigenverkauf alleine. Die Anzeigenverwaltung übernahm Anne Barrois, neben den Aufgaben meiner Assistenz. Schon bald erweiterten wir das Anzeigenteam um Silvia Stier, Klaus von Biedermann und Peter Hiller, später zusätzlich mit Harald Kempf als Anzeigenleiter. Ohne die Personal- aufstockung hätten wir das erfreuliche wachsende Anzeigengeschäft nicht bewältigt. Der junge Markt und viele neue Markteilnehmer suchten die Unterstützung von CHIP. Deshalb sind wir auch der AWA beigetreten, haben die LASI (Leseranalyse Special Interest) mit initiiert, die CHIP Workshops und die erste marktpsychologische Gemeinschaftsuntersuchung ‘Personal Computer’ mit Sinus, Heidelberg auf den Weg gebracht. Teilnehmer des ersten CHIP-Workshops in 1982 und CHIP-Gesprächspartner in der Industrie, im Handel und Agenturen hatten angeregt den Hypothesenkatalog aus einer Vorstudie von Horst Nowak als Ausgangspunkt für eine marktpsychologische Gemeinschaftsstudie zu nutzen. Im Juni 1983 haben sich unter Federführung von CHIP führenden Hersteller und Anbieter von Personal Computern und einige Peripheriegerät für eine marktpsychologische Gemeinschaftsstudie die erstmals Einstellungs- und Verhaltensdaten auf dem noch jungen Markt des Personal Computers erhebt geeinigt. Mit der Untersuchung und der Entwicklung von Zielgruppen-Typologien wurde Herr Horst Nowak, Inhaber und Leiter des SINUS Instituts beauftragt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des CHIP Workshops 1983 vorgestellt, diskutiert und waren bei den Briefings / Aufgabenstellungen in den CHIP Workshops eine der wichtigsten Grundlage. Verabschiedung der Erkenntnisziele, der Aufgabenbeschreibung und der Klassifikation erfolgte am 13.06. 1983. Beitrag aus mum, Oktober 1983
  33. 33. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 33 / 69 Der Erfolg im Anzeigenverkauf auch in den Anfangsjahren lag deutlich über unseren Erwartungen (wenn auch nicht immer zur Freude aller Leser) 1978: ∅ 19,5 Seiten ( 2 Ausgaben) 1979: ∅ 24,6 Seiten (10 Ausgaben) 1980: ∅ 37,3 Seiten (12 Ausgaben) 1981: ∅ 55,7 Seiten (12 Ausgaben) 1982: ∅ 78,5 Seiten (12 Ausgaben) 1983: ∅ 103,6 Seiten (12 Ausgaben)
  34. 34. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 34 / 69 Auch in den Folgejahren wuchs das Anzeigenaufkommen (nach Seiten) deutlich um dann nach 18 Jahren zunächst langsam und dann deutlich den Rückwärtsgang einzulegen. Leider ist die Zahlenreihe unvollständig. Ich habe versucht, aber ohne Erfolg die fehlenden Daten zu recherchieren bzw. bei CHIP direkt abzufragen. 1995: 2242 Seiten 1996: 1940 1997: 1967 1998: 1675 1999: ? 2000: 1.711 2001: 1.486 2002: 1.335 2003: 1.186 2004: 1.319 2005: 1.356 2006: 1.385 2007: 1.234 2008: 1.030 2009: 660 2010: 633 2011: 666 aber im Vergleich mit den meisten anderen Titel der Computerpresse konnte sich CHIP vergleichsweise für eine Weile noch ganz gut im Markt behauptet.
  35. 35. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 35 / 69 Momentaufnahme im Sommer 1980
  36. 36. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 36 / 69 Warum gab es damals kaum Konkurrenz für CHIP Warum haben damals Franzis und Heise das Feld nicht bestellt und es uns damit großzügig überlassen? Nun, die in 1975 im Windschatten der Funkschau gestartete Zeitschrift elo hatte sensationelle Abverkaufszahlen und ansehnliche Anzeigenverkäufe und man wollte diese Pfründe nicht gefährden, sondern das aufkeimende Themenfeld mit 'abfrühstücken'. Mit einer eignen Zeitschrift mc - Die Mikrocomputer-Zeitschrift, kam Franzis erst 1981, zuvor gab es mc als Rubrik in der Funkschau. (Das erinnert mich immer ein wenig an die Populare Electronic (US), die in der Januar-Ausgabe 1975 (den gefakten) Altair 8800 Computer groß auf der Titelseite präsentiert hat, aber im Bereich Mikrocomputer und Personal Computer nie wirklich in der Spitzengruppe der US Spezialtitel mithalten konnte. Heise Verlag hatte erst 1977 seine erste 'Fachzeitschrift' "ELRAD - Magazin für Elektronik und technische Rechneranwendungen" gestartet und der damalige Chefredakteur glaubte noch viele Jahre, dass das mit den Mikro- und Homecomputern nichts werden wir, nichts werden kann. Später, nach dem Versuch mit einer Beilage 'computing today' in ELRAD, startete dann Ende 1983, erst ganz langsam, dann aber umso gründlicher, die Computerzeitschrift c't - magazin für computertechnik. Unser einziger, direkte "Wettbewerber" im Sommer 1978 war Winfried Hofacker mit seiner Zeitschrift ELCOMP. Sie war die erste (eigenständige) Fachzeitschrift für Mikrocomputer in Deutschland - wenn auch nur mit (ca.) 2 Wochen Vorsprung. Außerdem gab es (seit Juni 1978) das erste deutschsprachige Mikroprozessor-Fachblatt (im Manuskriptdruck) 65xx MicroMag - Computing Software Hobby von Roland Löhr, Ahrensburg, siehe auch unter http://www.weller.to/his/1975-79.htm
  37. 37. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 37 / 69 Und dies kam so: Winfried Hofacker, hatte von Vogel's CHIP-Plänen gehört - der Chronist hatte mit der Werbung und dem Verkauf von Anzeigen bereits begonnen und so rief Hofacker mich an, um herauszubekommen, ob das stimmt. Er versuchte mich, in einem langen Telefonat davon zu überzeugen, dass das mit CHIP bei Vogel wohl nichts wird, nichts werden kann und wir das besser lassen sollte. Der Vogel Verlag würde nur unnötig Geld in den Sand setzen. Da seine fürsorglichen Worte bei mir nicht auf fruchtbaren Boden fielen, fragte er mich, wann denn genau die erste Ausgabe erscheinen würde, um mir dann verschmitzt anzukündigen, dass auch er eine Zeitschrift für Computertechnik plane, dieses aber in jeden Fall noch vor CHIP erscheinen und uns das Leben schwer machen würde. Wie wir wissen, kam es dann ein wenig anders, als Hofacker prognostiziert hatte.
  38. 38. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 38 / 69 Bei der Arbeit am Apple II Computer Mein flehendes Bitten nach einem Beistelltisch wurde erhört. Doch ein zusätzlicher Arbeitsstuhl für die Arbeit am Computer, war in den Anschaffungsrichtlinien des Vogel- Verlags nicht vorgesehen und konnte deshalb nicht bewilligt werden. Als der Chronist Ende 1983, gut 5 Jahre nach dem Start von CHIP, die Verlagsleitung der Special Interest Publikationen des Vogel Verlags abgegeben hat, hatte das CHIP Magazin bereits zahlreiche Geschwister und Cousinen bekommen, war breit aufgestellt und am Leser- und Anzeigenmarkt hochgeschätzt. Im Jahr 1982 erzielte die Verlagsgruppe Populärtechnische Zeitschriften bereits einen Umsatz von rund 8,9 Mio. DEM und erreichte für 1983, mit einem erneuten Wachstum von 40+ %, einen Umsatz von mindestens 12,5 Mio. DEM (die genauen Zahlen kann ich leider nicht liefern, da ich im Dezember aus den Diensten von Vogel ausgeschieden bin.)
  39. 39. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 39 / 69 Das Portfolio der CHIP Familie in 1983 (Auszug)
  40. 40. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 40 / 69 CHIP Ableger, Services und Neuentwicklungen CHIP Specials (ab 1980) Auflage: zwischen 14 - 25.000 Exemplare Anzeigenpreis: 1/1 sw 2.750 DEM Einzelverkaufspreis: 24,00 DEM
  41. 41. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 41 / 69 CHIP Wissen Buchreihe ab 1980 Nach dem großen Markterfolg unserer CHIP Special Reihe mit Best of, Hardware + Software Katalogen, Programmierung, etc. wollten wir das Portfolio schnell mit CHIP Büchern erweitern. Doch die Projektgespräche mit dem geschätzten Kollegen Siegfried Heilmann (Leiter des Vogel Buchverlags) führten schnell zu einer Ernüchterung. Ja, so sagte mir Herr Heilmann, er würde gerne die geplante Buchserie verlegen, aber diese müssten in inhaltlicher und textlicher Qualität sowie der Aufmachung den Qualitätsansprüchen des Buchverlags entsprechen. Bei der Vorlaufzeit vom fertigen Manuskript bis zum Erscheinen müsste ich mit ca. 1,5 Jahren rechnen und unsere Vorstellungen über die Startauflagen seien doch eher unrealistisch und widersprächen den langjährigen Erfahrungen des Buchverlags. Als klar war, dass wir so nicht zusammenkommen konnten, rang ich Herrn Heilmann sein Einverständnis ab, dass wir die Buchreihe "CHIP Wissen" zunächst in meiner Verlagsgruppe herausausgeben und bei Bedarf auf das Know-how des Buchverlags zurückgreifen könnten. Gesagt getan, starteten wir die Reihe "CHIP Wissen" zunächst mit einigen Übersetzungen von Standard-Werken und US-amerikanischen Bestsellern und zunehmend originären Inhalten unserer Fachautoren. Die Farbgebung unterschied die Kategorien Populär - Hardware - Software - Anwendung Das erste CHIP Wissen-Buch Was der Mikrocomputer alles kann (1980) von Jerry Willis, deutsche Übersetzung von Bernd Pol Orginaltitel: Peanut Butter and Jelly Guide to Computers (1978)
  42. 42. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 42 / 69 In der Reihe CHIP Wissen erschienen 1980 Was der Mikrocomputer alles kann Willis, Jerry. - Pol, Bernd Würzburg : Vogel, 1980, 1. Aufl. Programmierung des 6502 Zaks, Rodnay. - Würzburg : Vogel, 1980, Dt. Erst-Ausgabe. der 3. amerikanischen Aufl. Programmieren mit PASCAL Baumann, Rüdeger. - Würzburg Vogel, 1980, 1. Aufl. μP-Programmierfibel für 2650, 6502, 6800, 8080/85 Sacht, Hans-Joachim. - Würzburg : Vogel, 1980, 1. Aufl. Mein Computer / Bd. 2. Software - Würzburg : Vogel, 1980, 1. Aufl. Mein Computer / Bd. 1. Hardware - Würzburg : Vogel, 1980, 1. Aufl. alle Titel lassen sich via dnb.de abrufen (Stand: 27.08.2018) https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=CHIP+Wissen&cqlMode=fal- se&sortOrderIndex=jhr_asc Fremde und eigene Bücher boten wir dann auch im Rahmen des CHIP-Buchservice im Direktvertrieb an, da das englisch- und deutschsprachige Sortiment im Buchhandel noch sehr überschaubar war. Als der Erfolg der CHIP Bücher sichtbar wurde und die Nachfrage im Buchhandel wuchs, legte sich bei unseren Kolleg*innen das Fremdeln über die neuen Produktionsweisen und verkürzte Produktionszeiten, sowie Buchmarketing und Absatzwege und der Vogel Buchverlag übernahm der Buchverlag die CHIP Wissen Buchreihe in sein Fachbuch-Programm.
  43. 43. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 43 / 69 CHIP Buchservice
  44. 44. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 44 / 69 CHIP Reisen ab 1980 nach USA und Japan
  45. 45. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 45 / 69 CHIP Musik
  46. 46. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 46 / 69 CHIP Länder-Supplements (ab 1980) Japan, Taiwan und Hongkong
  47. 47. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 47 / 69 CHIP Workshops (ab 1982) Eigentlich wollten wir die CHIP Workshop Reihe schon in 1981 realisieren. Doch der Leiter der Zentralen Werbung des Vogel-Verlags - der geschätzte Kollege Gerhard Kase fürchtete, dass wir mit unseren Workshops die Reputation der Würzburger Werbefachgespräche und Pressegespräche beschädigen würden. Nach intensiver Überzeugungsarbeit klappte es dann aber ab Herbst 1982. Mikrocomputer - ein neuer Markt CHIP-Workshop ’82 am 18. und 19. November 1982 mit den Referenten Dr.-Ing. Peter Kayser (Gesamthochschule Kassel) Horst Nowack (Sinus) Dr. Dieter Nenner (Apple) Thomas Centner (Diepold) Arbeitsgruppen unter Leitung Georg Tiesler (McCann-Erickson) Ralph Schlehofer (SMP) Wolfgang H. Ehle (Marsteller) Horst R. Becker (Marketing Service, Hannover)
  48. 48. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 48 / 69 Das ausführliche Protokoll
  49. 49. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 49 / 69 Computer-Marketing heute und morgen CHIP Workshop ’83 am 17. und 18. November 1983 mit den Referenten Michael Gora (Arthur D. Little) Romin Neumeister (IBM) Thomas Centner (Diebold) Peter Beike (Marketing und Media Forschung und Beratung, Heusenstamm)
  50. 50. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 50 / 69 Personalcomputer – ein Markt erwacht CHIP Workshop ’84 am 29. und 30. November 1984 mit den Referenten Dipl.-Ing. Dr. Lothar Schmidt (Infratest) Dr. Jörg Koch (Roland Berger) Jürgen Olschewski (Olivetti) Joachim Kempin (Microsoft) Arbeitsgruppen unter Leitung Rainer Asper (Olivetti) Wolfgang Ehle (WHW-Werbung) Peter von Windau (Roland Berger) Jürgen Berger (Nokia) Eduard Stupening (Infratest) Dr. Dietrich Nenner (Computer Consulting)
  51. 51. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 51 / 69 Gründung des Software-Verlags Intersoft GmbH (1980 - 1983) Das Angebot von Software für Mikrocomputer in Deutschland war in den Anfangszeiten von CHIP sehr dünn oder aber proprietär für bestimmte Mikro- und Mini-Computerhersteller bzw. Vertriebsfirmen. Bei meinem Besuch auf der Comdex 1979 in Las Vegas lernte ich Tony Gould, den Präsidenten des Software-Vertriebsunternehmen Lifeboat Ass./ Intersoft Corp. in New York kennen. Nach mehreren Gesprächen und einem Besuch in New York kamen wir überein, dass wir dem abhelfen sollten und planten, eine gemeinsam Software-Vertriebsfirma und Software-Verlag zu gründen, um dem Mangel abzuhelfen und so maßgeblich zu einer schnelleren Entwicklung des Computermarktes auch im deutschsprachigen Raum beizutragen. Im September 1981 gründeten wir ein 50/50 Joint Venture, die Intersoft GmbH in Ismaning b. München mit folgenden Leistungen - Veröffentlichung und Vertrieb von Standard-Software - Formatierung von CP/M Software für über 100 Computer und Software-Formate - Anpassung + Vertrieb von Betriebssystemen (CP/M, CP/M 86, SB 86, Software Bus 80 / 86 - Übersetzung und Anpassung von ausländischer Standard-Software - Vertriebsübernahme von deutscher Standard-Software und deren internationalen Vertrieb - Beratung und Hotline für Hersteller, OEM’s und Händler Der Geschäftsprozess war sehr einfach. Das Joint Venture erhielt unbeschränkten Zugang zu der Technologie und Produktionsanlagen für über 100 verschiedene Computer und über 65 Diskettenformaten und wurde in die bestehenden Distributionsverträge von rd. 200 Softwareverträgen eingebunden. Mit Leistungen von Lifeboat Associates und den Industriekontakten und Marketingressourcen des Vogel-Verlags erzielten wir schnelles Wachstum und gute Kooperationen in der Branche., deren Erfolg wesentlich von der verfügbaren Software abhängig war. Mit Herstellern und Vertriebsfirmen entwickelten zudem gemeinsame Software- Kataloge, die wesentliche Voraussetzung, für deren Vertriebserfolg waren. Unter anderem für Hewlett- Packard Bürocomputer HP 125, und dem Wang Wang Writer. Außerdem vertrieben wir die englischsprachige Zeitschrift ‘Lifelines’ für professionelle Softwareanwender. sowie die umfangreiche CPMUG Software Sammlung der CP/M User Group (USA).
  52. 52. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 52 / 69
  53. 53. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 53 / 69 Doch in 1982 änderten sich die Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum und den Erfolg von Intersoft schlagartig. Unser JV-Partner geriet in eine finanzielle Schieflage und konnte die Lieferanten und Autoren nicht fristgerecht bezahlen. Es folgenden ‘Lieferung nur gegen Vorauskasse’, Lieferstopp und die Überprüfung und Anpassung von Vertriebsverträgen. Vielfach verlor Lifeboat Ass. das Recht zu internationalen Distribution über seine Vertriebsgesellschaften in der Schweiz, Frankreich, Japan und Deutschland. Das bedeutet die Notwendigkeit jeweils eigene nationale Verträge zu verhandeln und abzuschließen, welche sich aber nur in den seltensten Fällen lohnen würden (mit Ausnahme der Lifeboat eignen Software und der deutschen Intersoft Software). Ich erinnere mich u.a. an Micro Focus (UK) Cobol. Dort waren wie bei vielen anderen Firmen auch, inzwischen Vertriebsverträge nur mit fixen Mengenabnahmen. D.h. bei der ersten Bestellung des Softwarepakets CIS Cobol (damaliger Verkaufspreis 2.495 DEM) sollte man jetzt Lizenzen für rd. 20.000 DEM (und mehr) kaufen und auf Halte legen. Bei dem umfangreichen Softwareangebot hätten wir schnell viel 100 Tausende DEM für den Abschluss von Lieferverträgen investieren müssen, ohne zu wissen, ob und wie schnell sich die Ware wieder abverkaufen lassen würde. Wie bereits beschrieben, wir standen damals in Deutschland noch am Anfang der Entwicklung für Standard-Software. Dr. Eckernkamp hatte mir damals angeboten, mich ganz der Entwicklung und dem Erfolg von Intersoft zu widmen und die Verlagsleitung der populärtechnischen Zeitschrift des Vogel Verlags abzugeben. Die Entscheidung für CHIP & Co fiel mir damals leicht, wir hatten noch so viel interessante Verlagsprojekte in der Pipeline, die ich mit den Kolleg*innen zum Erfolg führend wollte. Und ich denke, diese Entscheidung war auch aus Sicht des Verlags die einzig richtige.
  54. 54. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 54 / 69 PE Populäre Elektronik, ein Zukauf (ab Juli 1981) Das Selbstbau-Magazin. Für Leute, die bei Elektronik richtig schalten! Erstausgabe: Juli 1981 (unter Vogel Regie) Startauflage: 85.000 Exemplare (Druck) Verkaufte Auflage: 40 - 45.000 Exemplare Anzeigenpreise 1/1sw: 4.000, 4c 5.500 DEM Einzelverkaufspreis: 5 DEM, Abo 55 DEM
  55. 55. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 55 / 69 MICRO-digest (ab Oktober 1981) Das internationale Händlermagazin Deutschsprachige Auflage: 1.500 Exemplare (Druck) Anzeigenpreis 1/1sw: 1.500 DEM Einzelverkaufspreis: 8,00 DEM, ABO 60 DEM Pan-European magazine for mini- and microcomputer in English, French, German, Italian Publiziert von den Mitgliedern der EMPA - European Micro Publishers Association - die Verlage Jackson (IT), microsystem (FR), Kluwer (NL) und Vogel (DE). Ab September 1983 erschien das bisherige internationale Händlermagazin als Newsletter für den deutschsprachigen Raum (D-A-CH)
  56. 56. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 56 / 69 Vogels Ausflug in die USA: PC Magazine 1982 & PC World 1983 Am 12. August 1981 wurde der IBM PC 5150 von Don Estridge (Philip D. Estridge, Foto) im Ballroom des Waldorf Astoria Hotels offiziell angekündigt. Die erste IBM PC's wurde zunächst nur in den Vereinigten Staaten und in Kanada verkauft und ab Oktober 1981 (USA) ausgeliefert. Im Herbst 1981 (während der Comdex) lud mich Tony Gold (Lifeboat Associates) eine Mannschaft unter Leitung von David Bunnell kennenzulernen, die gerade dabei sei, für den neuen IBM PC ein eigenes Magazine auf die Beine zu stellen. Er selbst und Eddie Currie würden beabsichtigen, das Projekt finanziell zu unterstützen, ob ich mir das auch für Vogel vorstellen könnte. Ich führte im Laufe der Woche noch ein paar Gespräche mit den Schlüsselleuten und ja ich konnte mir das gut vorstellen. Zurück in Deutschland informierte ich die Geschäftsführung des Vogel Verlags über die Chance eines Joint-Venture und machte den Vorschlag, dass Vogel mit dem Start des Magazins PC einen ersten Schritt verlegerischen Engagement in den USA wagen sollten. Der Verlag stimmte zu und ich startete mit der Vorbereitung des Investments. Geplant war zunächst ein 50/50 Joint Venture, in den beide Partner ihre Anteile in Cash (wenn ich mich recht erinnere jeweils 150.000 USD einbringen, die zusammen, jedenfalls nach der vorgelegten Entwicklungsrechnung die Unternehmung finanzieren sollten. Da Tony Gold (und der geplante Herausgabetermin) drängte, haben wir die Vogel-Einlage geleistet, aber zunächst auf ein Treuhänderkonto überwiesen, welches freigegeben werden sollte, sobald die Verträge unter Dach und Fach sind und die Firma gegründet war. Dieses Jahr 1982 war ein sehr schwieriges Jahr für Lifeboat und die verfügbaren Finanzmittel waren knapp, sodass sich die Verhandlungen lange hinschleppten und sich Lifeboat nicht in der Lage war, die besprochenen Einlage zu leisten. So suchten Tony Gold und Eddie Currie ohne uns zu benachrichtigen einen Käufer des PC Magazines, welches von Anfang an einen prima Start hinlegte. David informierte mich zwar, dass es Verhandlungen mit IDG und Ziff-Davis gäbe, aber über den jeweils erreichten Fortschritte war er nicht informiert. Er und fast die gesamte Mannschaft sah IDG als die bessere, bevorzugte Lösung und es gab auch mehrere Gespräche und Diskussionen mit Patrick McGovern und David hatte die Zusage, dass ohne seine Zustimmung und die der Mannschaft keine Entscheidung getroffen werde. Uns waren die Hände gebunden und wir standen ohne U.S. Partner da, das Geld lag in New York und ich und der Verlag waren uns sicher, dass IDG oder Ziff-Davis keinen deutschen Verlag brauchen würde, um das neue Magazin unter Leitung von David Bunnell und seinem Team zum Erfolg zu führen.
  57. 57. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 57 / 69 PC - The Independent Guide to IBM Personal Computers Charter Issue: February / March 1982 (212 pages ) Ich war noch einige Male in San Francisco und habe mit David Bunnel, Cheryl Woodard und anderen, das Konzept der Zeitschrift, Abowerbung, Vertrieb und Marketing besprochen. Von den Verkaufsabsichten bekam ich nichts mit. Doch, um es kurz zu machen, am 19. November 1982 verkaufte unser Partner Tony Gold das Magazin an Ziff-Davis und nicht wie vorher besprochen und vom Team gefordert an IDG. David rief mich an und informierte mich, dass dieser Verkauf an Ziff-Davis wider den Wunsch und ohne Vorabinformation der Mannschaft getroffen worden sei und dass fast alle Mitarbeiter entschlossen seien, nicht zu Ziff-Davis zu wechseln und möglichst bald ein neues Magazin auf die Beine zu stellen, und zwar mit Unterstützung von Pat McGovern. David bat mich im Anschluss an die Comdex nach San Francisco zu kommen, um zu diskutieren, wie man das neue Magazin „PC World“ am besten gegen das PC Magazine positionieren könnte. So haben wir es gemacht. Die erste Ausgabe von PC World erschien dann knapp 3 Monate später.
  58. 58. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 58 / 69 PC World Magazine Charter Issue: March 1983 (310 pages) Das war es dann erst mal mit den Ambitionen als Vogel-Verlag in den Vereinigten Staaten Fuß zu fassen und ich konzentrierte mich, da der Verkauf des IBM PCs im Januar 1983 langsam anlief auf die Herausgabe eines deutschen PC Magazines, welche im April 1983 auf den Markt kommen sollte.
  59. 59. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 59 / 69 IC-Wissen Bürokommunikation (ab April 1983) Informationen, Ideen und Entscheidungshilfe für Führungskräfte IC-Wissen startete als Themen-Supplement in 14 ausgewählten und IVW geprüften Träger- Fachzeitschriften des Vogel-Verlags in Würzburg - München, mit einer verbreiteten Auflage von 174.468 Exemplaren und mehr als 350.000 Kontaktchancen (Mehrfachleser). Erstausgabe: April / Mai 1983 Anzeigenpreis 1/1 sw: 12.000 DEM 1/1 4c 15.000 DEM IC im Titel steht für - integrated circuits - interoffice communication - Information for the CEO / Chefsache
  60. 60. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 60 / 69 PC Personal Computer Magazin (ab April 1983) IBM PC’s wurden in Deutschland offiziell erst ab Januar 1983 ausgeliefert. Aber, erste Importware gab es schon 1982, unter anderem von der Computer Terminal AG (CH) sowie der Allerdata Computer Handels und Organisations GmbH.
  61. 61. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 61 / 69 PC Das unabhängige Magazin für IBM Personal Computer aus dem Vogel Verlag, Würzburg München Ausgabe 1 April / Mai 1983 (Erstausgabe) Erscheinungstag 28. März 1983 Startauflage: 70.000 Exemplare Einzelverkaufspreis: 6, 00 DEM ab Ausgabe August / September 1983 PC Das unabhängige Magazin für IBM Personal Computer und kompatible Systeme mit PC-Soft Anwenderprogramme Einzelverkaufspreis: 6, 00 DEM Die Zielgruppen - kommerzielle Kunden, die sich vom Hersteller IBM besondere Beratung und prompten Service erwarten - kommerzielle Kunden, für die IBM Produkte bisher zu groß, zu speziell und damit zu aufwendig waren - Manager und Spezialisten, die den IBM Personal Computer als intelligemtes Terminal und/oder für individuelle Problemlösungen einsetzen möchten - Käufer und Anwender, die den bisherigen Angeboten von Microcomputer und Personal Computern noch skeptisch oder abwartend gegenüberstanden - Umsteigern von anderen Angeboten - private Anwender und Selbstständige, die sich vom Hersteller IBM besondere Beratung, Sicherheit und/oder Prestige versprechen.
  62. 62. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 62 / 69 HC Homecomputer Magazin (ab November 1983) Source: kultboy.com HC Mein Home-Computer Das Magazin für aktives Computern Ausgabe 1: November 1983 Erscheinungstag: 31. Oktober 1983 Erscheinungsweise: monatlich Startauflage: 100.000 (Druck) - Start 11/83 - nach Ausgabe 10/86 eingestellt Die Zielgruppe - Nutzern von Home-Computern in der Freizeit, zu Hause, in der Schule und im Beruf - sog. "Beginner", die verstehen, dass die Beherrschung des Werkzeug Computer für den persönlichen und beruflichen Erfolg immer wichtig wird dazu erschienen später auch wieder auch HC Specials und die HC ‘aktiv computern’ Buchreihe von 1984 - 1991.
  63. 63. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 63 / 69 Ab 1982 publizierten wir zusätzlich Custom Publishing Magazine, unter anderem Apple persönlich Verkaufte Auflage 11.000
  64. 64. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 64 / 69 Olivetti Personal Computer
  65. 65. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 65 / 69 Erste (offizielle) internationale Lizenz für CHIP noch vor meinem damaligen (Zwischen-)Abschied vom Vogel-Verlag (für die Periode von 1983 - 1993) konnten wir auf der Buchmesse 1983 mit Giuseppe Nardella, die erste Lizenz für eine italienische Ausgabe der Zeitschrift CHIP vereinbaren. Die Erstausgabe erschien im Februar 1984 beim Verlag Tecniche Nuove, Milano (Startauflage: 15.000 Exemplare). Schon im ersten Jahr veröffentlichte Tecniche Nuove auch vier CHIP Specials.
  66. 66. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 66 / 69 So gehts, wenn man Titelschutz nicht international denkt In Spanien erschien in 1981 (unauthorisiert) ebenfalls ein Computermagazin unter der Marke CHIP - als kleine Entschädigung schickte die Kollegen ein paar Flaschen CHIP Wein.
  67. 67. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 67 / 69 Die CHIP Großfamilie von 1978 - 2003 (unter Vogel Flagge)
  68. 68. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 68 / 69 Die Internationalisierung der Zeitschriftenmarke CHIP & Co ab 1989 Die Fortsetzung der Bemühungen um Lizenzausgaben nahm dann Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre nach dem Wegfall des sog. Eisernen Vorhangs und die Auflösung der Blöcke durch Perestroika, Glasnost und Neuem Denken wieder an Fahrt auf.
  69. 69. Hugo E. Martin, Zur Früh- und Vorgeschichte von CHIP Seite 69 / 69 Nachbemerkungen Für diese kurze Zusammenstellung der Vor- und Frühgeschichte von CHIP habe ich meine Erinnerungen und Notizen mit einigen „Mittätern „abgeglichen. Unter anderem mit Henning Wriedt (Gründungsredakteur), Joachim Bloos (Market Research & Marketing) und Axel Herbschleb (Vertrieb). Die Aufzeichnungen sind und werden unvollständig bleiben, aber können vielleicht auch so einen Beitrag leisten, sich an die Anfänge von CHIP und der Computerpresse in Deutschland (D-A-CH) zu erinnern! Sie möchten etwas ergänzen oder Korrekturen beisteuern? 1 Gerne, hier meine Touchpoints / Kontaktangebote Hugo E. Martin's Blog https://blog.hemartin.net Hugo E. Martin on Facebook https://www.facebook.com/hugo.e.martin Hugo E. Martin on Twitter https://twitter.com/hemartin Hugo E. Martin on LinkedIn https://www.linkedin.com/in/hemartin/ Hugo E. Martin on Xing https://www.xing.com/profile/HugoE_Martin/ eMail hemartin@emartin.net Fon +49-30-236278-36 Fax +49-30-236278-38
  70. 70. Erstausgabe CHIP 1/1978 und 40. Jahre später CHIP 9/201870
  71. 71. Grußbotschaft an CHIP (BurdaForward) vom Gründungsredakteur und ersten Chefredakteur der Zeitschrift CHIP Liebe Leser, verehrte Anwesende, ich möchte mich beim Veranstalter für die Gelegenheit bedanken, an sie eine Grußbotschaft zum 40. Geburtstag der CHIP zu richten. Sie werden mich sicherlich fragen wollen, wie es denn so war, als Ende der 70er Jahre die CHIP gegründet wurde. Meine Antwort kann abendfüllend werden, aber keine Panik in Richtung Ausgang - ich werde sie davon verschonen. "Schnell setzten Unternehmen auf diese Technologie..." Schnell setzten bereits einige Unternehmen, wie zum Beispiel National Semiconductor, Signetics, Siliconix und etwas später auch Intel auf diese Technologie - und bis Anfang der 80er Jahre waren es dann schon mehr als 100 Halbleiterfirmen im relativ jungen Silicon Valley, denn die ersten Unternehmen "lieferten" ja gewissermaßen jede Menge Talent, wobei die Stanford University voll in die Hand dieser Start-ups spielte. Moore's Law beschrieb bereits 1965, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem IC etwa alle zwei Jahre verdoppelt - gekoppelt mit einem atemberaubenden Preisverfall. "Meine Einwahlen kostete mich erhebliche Telefongebühren" In dieser Technologieexplosion gab es in den USA bereits einige Computerzeitschriften und auch Computerclubs, die diese enorme Entwicklung begeistert begleiteten. Meine Einwahlen in die dortigen Computerclubs mit einem 300 Baud Akustikkoppler kosteten mich erhebliche Telefongebühren - aber ich war einfach zu neugierig. Damit war es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland ein entsprechendes Magazin den atemberaubenden Feldzug der ICs und Computer in Wort und Bild begleitete. Es ist unschwer vor- zustellen, dass damals in der Industrie und zunehmend auch im Privatbereich ein sehr großer Informationshunger auf vielen Ebenen zu verzeichnen war. Und wir Redakteure waren mittendrin mit einer Flut von hochinteressanten Produkten sowohl im Consumermarkt als auch im Industriebereich. Nicht zu vergessen die Meldungen über Firmenneugründungen. Die einzige Konstante in der Elektronikindustrie war die Veränderung - wie auch heute. Und CHIP gehört bis heute zu den Zeitschriften, die diese faszinierende Entwicklung sehr aufmerksam verfolgen und den Lesern entsprechend berichten. Inzwischen revolutioniert das Internet den weltweiten Kommunikationsbereich und ich wünsche der CHIP von Herzen weitere erfolgreiche 40 Jahre in diesem sich ewig wandelnden Technologiebereich. Ihr Henning Wriedt Henning Wriedt im Gespräch mit CHIP anlässlich des 40. Geburtstags von CHIP "Hugo E. Martin war für das kommerzielle Geschäft zuständig und ich für den redaktionellen Inhalt" Quelle: https://www.chip.de/news/CHIP-ist-40-Grussbotschaft-des-ersten-Chefredakteuren_143210669.html 71
  72. 72. Anhang: Materialien, Ausschnitte 72
  73. 73. 73
  74. 74. 74
  75. 75. Vogel Kundenzeitschrift MUM: Start CHIP (September / Oktober 1978) 75
  76. 76. 76
  77. 77. 77
  78. 78. 78
  79. 79. IPE 1978 - Die erste Mikro- und Personal Computer Expo in Deutschland parallel zu electronica im Pschorr-Festsaal organisiert von Reinhard Nedela, Alexander Baretzky und anderen 79
  80. 80. CHIP Leserumfrage in der Ausgabe 3/1979 80
  81. 81. 81
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  83. 83. Sinus - marktpsychologisch Gemeinschaftsuntersuchung 83
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  97. 97. HC Mein Homecomputer eine Spätkommer - der Leser und Anzeigenmarkt verlangt spezifisch auf den Homcomputer zugeschnitten Zeitschriften. 97
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  100. 100. 100
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  102. 102. Nachtrag vom 11. Februar 2015 Auf der Website videospielgeschichten.de habe ich zwei informative Beiträge (ein Interview, eine Rückblende) von André Eymann [ on Twitter @retro_reader ] zu der letzten Neuentwicklung unter meine (zweiten) Ägide bei Vogel entdeckt Quelle: HC Impressum Interview mit Wolfgang Taschner von HC Mein Home-Computer http://www.videospielgeschichten.de/hcredaktioninterview.html HC Mein Home-Computer - Eine Rückblende http://www.videospielgeschichten.de/hcmeinhomecomputer.html allen Home Computer Fans der 80er Jahre zum Nachlesen sehr empfohlen! Siehe auch den Blogeintrag vom 13. Februar 2015 Achtung #Nostalgie: HC Mein Home-Computer Magazin 1983 - 1986 http://blog.hemartin.net/2015/02/achtung-nostalgie-hc-mein-home-computer.html 102
  103. 103. Verstärkung im Vertriebsmarketing 103
  104. 104. 104
  105. 105. Intersoft Softwareangebot und realisierte Format105
  106. 106. Intersoft Softwareanpassungen und Label Software (deutsch)106
  107. 107. 107
  108. 108. Stammbaum der Elektro, Elektrotechnik, Elektronik und IT&C Titel des Vogel-Verlags von 1919 - 1983 in Pößneck, Coburg, Würzburg und München 108
  109. 109. Erstausgabe CHIP 1/1978 und 40. Jahre später CHIP 9/201870
  110. 110. Grußbotschaft an CHIP (BurdaForward) vom Gründungsredakteur und ersten Chefredakteur der Zeitschrift CHIP Liebe Leser, verehrte Anwesende, ich möchte mich beim Veranstalter für die Gelegenheit bedanken, an sie eine Grußbotschaft zum 40. Geburtstag der CHIP zu richten. Sie werden mich sicherlich fragen wollen, wie es denn so war, als Ende der 70er Jahre die CHIP gegründet wurde. Meine Antwort kann abendfüllend werden, aber keine Panik in Richtung Ausgang - ich werde sie davon verschonen. "Schnell setzten Unternehmen auf diese Technologie..." Schnell setzten bereits einige Unternehmen, wie zum Beispiel National Semiconductor, Signetics, Siliconix und etwas später auch Intel auf diese Technologie - und bis Anfang der 80er Jahre waren es dann schon mehr als 100 Halbleiterfirmen im relativ jungen Silicon Valley, denn die ersten Unternehmen "lieferten" ja gewissermaßen jede Menge Talent, wobei die Stanford University voll in die Hand dieser Start-ups spielte. Moore's Law beschrieb bereits 1965, dass sich die Zahl der Transistoren auf einem IC etwa alle zwei Jahre verdoppelt - gekoppelt mit einem atemberaubenden Preisverfall. "Meine Einwahlen kostete mich erhebliche Telefongebühren" In dieser Technologieexplosion gab es in den USA bereits einige Computerzeitschriften und auch Computerclubs, die diese enorme Entwicklung begeistert begleiteten. Meine Einwahlen in die dortigen Computerclubs mit einem 300 Baud Akustikkoppler kosteten mich erhebliche Telefongebühren - aber ich war einfach zu neugierig. Damit war es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland ein entsprechendes Magazin den atemberaubenden Feldzug der ICs und Computer in Wort und Bild begleitete. Es ist unschwer vor- zustellen, dass damals in der Industrie und zunehmend auch im Privatbereich ein sehr großer Informationshunger auf vielen Ebenen zu verzeichnen war. Und wir Redakteure waren mittendrin mit einer Flut von hochinteressanten Produkten sowohl im Consumermarkt als auch im Industriebereich. Nicht zu vergessen die Meldungen über Firmenneugründungen. Die einzige Konstante in der Elektronikindustrie war die Veränderung - wie auch heute. Und CHIP gehört bis heute zu den Zeitschriften, die diese faszinierende Entwicklung sehr aufmerksam verfolgen und den Lesern entsprechend berichten. Inzwischen revolutioniert das Internet den weltweiten Kommunikationsbereich und ich wünsche der CHIP von Herzen weitere erfolgreiche 40 Jahre in diesem sich ewig wandelnden Technologiebereich. Ihr Henning Wriedt Henning Wriedt im Gespräch mit CHIP anlässlich des 40. Geburtstags von CHIP "Hugo E. Martin war für das kommerzielle Geschäft zuständig und ich für den redaktionellen Inhalt" Quelle: https://www.chip.de/news/CHIP-ist-40-Grussbotschaft-des-ersten-Chefredakteuren_143210669.html 71
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  114. 114. Anhang: Materialien, Ausschnitte 75
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  117. 117. Vogel Kundenzeitschrift MUM: Start CHIP (September / Oktober 1978) 78
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  123. 123. IPE 1978 - Die erste Mikro- und Personal Computer Expo in Deutschland parallel zu electronica im Pschorr-Festsaal organisiert von Reinhard Nedela, Alexander Baretzky und anderen 84
  124. 124. CHIP Leserumfrage in der Ausgabe 3/1979 85
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  168. 168. Nachtrag vom 11. Februar 2015 Auf der Website videospielgeschichten.de habe ich zwei informative Beiträge (ein Interview, eine Rückblende) von André Eymann [ on Twitter @retro_reader ] zu der letzten Neuentwicklung unter meine (zweiten) Ägide bei Vogel entdeckt Quelle: HC Impressum Interview mit Wolfgang Taschner von HC Mein Home-Computer http://www.videospielgeschichten.de/hcredaktioninterview.html HC Mein Home-Computer - Eine Rückblende http://www.videospielgeschichten.de/hcmeinhomecomputer.html allen Home Computer Fans der 80er Jahre zum Nachlesen sehr empfohlen! Siehe auch den Blogeintrag vom 13. Februar 2015 Achtung #Nostalgie: HC Mein Home-Computer Magazin 1983 - 1986 http://blog.hemartin.net/2015/02/achtung-nostalgie-hc-mein-home-computer.html 129
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  174. 174. Stammbaum der Elektro, Elektrotechnik, Elektronik und IT&C Titel des Vogel-Verlags von 1919 - 1983 in Pößneck, Coburg, Würzburg und München 135

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