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Netzszene trifft Wirtschaft #Socialbar #StartupRheinSiegKreis

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Ist man Plattform oder nur Verkünder?

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Netzszene trifft Wirtschaft #Socialbar #StartupRheinSiegKreis

  1. 1. 38. Socialbar Netzszene trifft Wirtschaft Startup Rhein-Sieg-Kreis
  2. 2. 09/2017 prmagazin 1 Digitalberater reden an der Wirtschaft vorbei, kritisiert Gunnar Sohn. Wenn Snapchat-Heiopeis auf Unternehmer treffen NETZGEDANKEN Man sollte sich von den digital-transformatorischen Keynote-Dampfplauderern nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wer auf Frauen uriniert wieder Gründer und Chef von Snapchat Evan Spiegel, einen diktatorischen Kommunikationsstil pflegt und ein vulgärkapitalis­ tischesEgo­Management an den Tag legt wieUber­ Gründer Travis Kalanick, taugt nicht alsVorbild für die Wirtschaftswelt. Ex­Dax­Vorstand Thomas Sattelberger kann dieseEvangelisten nicht mehr hören, dieauf den Bühnen stehen und oberflächenkosmetischeGebilde alsGeschäftsmodelleder Zukunft propagieren, während sieim eigenen Unternehmen führungsmäßigmarodesind. Gleichesgilt für vielePhrasendrescher, diesich über KünstlicheIntelligenz (KI) auslassen. Dazu zählt für Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für KünstlicheIntelligenz (DFKI) der Dauerredner Ray Kurzw eil, der substanzfreieThesen vorlege. DieFolge, so Wahlster: „DasgrößteKI­Zentrum findet man nicht mehr in den USA,sondern mit dem DFKI in Deutschland. Dassliegt daran, dasswir versuchen, alsIngenieureauf dem Boden der Tatsachen zu bleiben.“ Leider halten sich vieleDigitalerklärer nicht an diese Empfehlung. Für MittelstandsexperteMarco Petracca wird dieKommunikation über diedigitaleTransformation in Deutschland immer deprimierender. „DieRhetorik auf den Bühnen und in den Wirtschaftsmedien ist kriegerisch. Etwa in der WiWo mit der Headline‚DieEinschläge rücken näher‘. Dastut der Sachenicht gut und führt in dieIrre. So desolat ist der Statusquo überhaupt nicht.“ Die Rückständigkeit sieht Petracca eher in der Berater- und Agenturbranche. Wer ständig nur über Snapchat trällert,kommuniziert an der Lebensrealität derWirtschaft vorbei. Ein Maschinenhersteller, der Sensoren einführt, in den Lieferketten auf KI setzt und bei der Produktion auf komplexeSoftwareangewiesen ist, könnemit dem Beraterquatsch auf Selfie­Niveau nichtsanfangen. „Wenn da ein Heiopei um dieEckekommt, der noch niein der Fertigungshallegestanden hat und irgendetwasvon verpassten Chancen in der Digitalisierung absondert, ist dasnicht sehr glaubwürdig“, kritisiert Petracca. Esgebezwar speziell im industriellen Mittelstand eine stoischeAblehnung, sich neuen Themen zu öffnen, aber diekönnten Beispieleausder Privatkunden­Eckenicht aufbrechen. „Esgibt Sanitärausstatter, dieihren Kunden 3D­Brillen geben, um neueBadezimmer virtuell betrach­ ten zu können. Soein Mann will nicht dieneuesteFace­ book­VR­Technik um dieOhren gekloppt bekommen. Der denkt in kleineren Dimensionen.“In der Netzszenewerde immer nur dasgroßeRad gedreht – von Story­ tellingbis4K­Videos.Kleineund mittelständische Betriebekönnten damit nichtsanfangen. „Viele Berater interessieren sich nicht für die Probleme und Herausforderungen, dieFirmen haben“, sagt Leadership­StrategeRalf Schw artz . „Dieinteressieren sich dafür, einen tollen Vortrag zu halten und selbst gefeiert zu werden. Das schafft man, wenn man über diefünf großen digitalen Unternehmen spricht, dieesweltweit geschafft haben. Essind aber diefalschen Beispiele, über diegesprochen wird. Man könnewunderschöneKonferenzen abhalten über diedigitaleWelt und über Unternehmen, diedigital funktionieren – also Apple,Amazon, Google,Facebook und Microsoft. „Dahinter gibt esaber zigtausende Firmen, dieesnicht geschafft haben. Auch im Silicon Valley. Über dieredet keiner“,moniert Schwartz. Man könnedieBig Fivenicht imitieren, von ihnen nicht mal etwaslernen. „Man kann eigentlich nur sagen: Ich vergessealles, wasich über mein Unternehmen und meinen Markt weiß,nehmeein weißesBlatt Papier und fangevon vorn an“, empfiehlt Schwartz. Auch wenn es nur eineÜbung ist, dieUnternehmer am Wochenende machen – ohneSnapchat.
  3. 3. Netzwerke werden zu Medien- Plattformen und Medien zu Netzwerk- Plattformen und Unternehmen zu Medien und Netzwerken
  4. 4. Ist man Plattform oder nur Verkünder?
  5. 5. „Die klassische Unternehmenskommunikation lief über den Gatekeeper Journalist, dann über den Gatekeeper Blogger oder Influencer und jetzt erleben wir den dritten Schritt. Unternehmen werden selbst zu Medien“, erläutert Karsten Lohmeyer, Chief Content Officer der Agentur „The Digitale“, die 2014 von der Deutschen Telekom als Content-Marketing- Startup aus der Taufe gehoben wurde.
  6. 6. „Ein großer Teil des täglich produzierten Medienbreis besteht aus belanglosem Entertainment, zusammengestrichenen Pressemitteilungen, schlecht recherchiertem Nutzwert und leider viel zu oft aus armselig versteckter Schleichwerbung.“ Guter Corporate Content killt schlechten Journalismus.
  7. 7. Die von uns in die Wege geleiteten Veränderungen erreichen kein Plateau, auf dem dann wieder eine Zeit lang Ruhe einkehrt. Das vermitteln Scharlatane: die digitale Transformation wurde nach Maßgabe des Beraters realisiert, jetzt können wir wieder zur Tagesordnung übergehen. „Allem ist eingeschrieben, dass nichts so bleibt, wie es jetzt schon angekündigt wird, sondern eben nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zum Nächsten ist“, sagt der Kulturwissenschaftler Stephan Porombka. An die Stelle von Gewissheiten rückt das Experiment. Achtung, digital-transformatorische Scharlatane
  8. 8. Chronisch Kranke und Digitalisierung
  9. 9. Wir machen keinen GA, wir machen einen WA
  10. 10. @gsohn ichsagmal.com https://www.facebook.com/Wirtschaftsanzeiger.Bonn.Cologne/

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