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Kommunikationsmodelle

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Eine neue Darstellung bekannter Komm. Modelle

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Kommunikationsmodelle

  1. 1. Kommunikationsmodelle 1copyright Gettinger 2016
  2. 2. ‚Werkzeug‘ -Modell der Sprache nach Karl Bühler 1. SPRACHE ALS WERKZEUG DER VERSTÄNDIGUNG 2copyright Gettinger 2016
  3. 3. Das Dreifundamentenschema: „einer – dem anderen – über die Dinge“ „Der Kreis in der Mitte symbolisiert das konkrete Schallphänomen“ - Das Dreieck steht für das Zeichen. Die Seiten des Dreiecks symbolisieren [...] die semantischen Funktionen des (komplexen) Sprachzeichens“ als „drei variable Momente“ -Das Zeichen steht in einer Beziehung zum Sender, zum Empfänger und zu Gegenständen und Sachverhalten. Ein Sprachzeichen hat nach Bühler eine Ausdrucksfunktion, eine Appellfunktion und eine Darstellungsfunktion. Im Modell wird dies von Bühler (1934) verkürzt zu • Ausdruck • Appell • Darstellung 3copyright Gettinger 2016
  4. 4. ‚Code Modell‘ oder auch: Sender-Empfänger-Modell 4copyright Gettinger 2016
  5. 5. 2. SPRACHE ALS PSYCHOSOZIALE WIRKLICHKEITSONSTRUKTION 4 Seiten einer Nachricht nach Schulz-von-Thun Das ‚4-Ohren-Modell‘ nach Schulz-von-Thun 5copyright Gettinger 2016
  6. 6. War im ‚Werkzeugmodell‘ die Beziehungsebene ‚implizit‘, so wird sie im pragmatischen psychosozialen Sprachmodell explizit: a) „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist." b) „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ c) „Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten“. d) „Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.“ DIE KOMMUNIKATIONSPARTNER BESTIMMEN SICH GEGENSEITIG – ‚Der Mensch wird am Du zum Ich‘. Interaktion ist grundlegend! Kommunikation ist ‚etwas miteinander teilen‘, ‚etwas einander mitteilen‘, und auch: Wir erschaffen uns und unsere Wirklichkeiten im Medium unserer Sprache. 6copyright Gettinger 2016
  7. 7. SPRACHEN ALS MENTALE MODELLE VON WIRKLICHKEIT Wortsymbole und das menschliche Nervensystem: - Worte nicht mit den Sachen verwechseln, welche diese symbolisieren - Worte können niemals alles über ein Ding sagen - Worte über Worte usw. können ohne Ende gesagt werden Oder anders formuliert: - Die Landkarte ist nicht das Gelände - Die Landkarte zeigt nicht das ganze Gelände - Die Landkarte spiegelt sich selbst wider Alfred H. Korzybski (1880 – 1950) 7copyright Gettinger 2016
  8. 8. Sprache besteht nicht nur aus den Wörtern. Die Situationen, in denen wir uns befinden, der Körper und die Sprache bilden zusammen ein einziges System. Sprache ist implizit im menschlichen Lebensprozess. Alle lebenden Körper erzeugen und implizieren ihre eigenen nächsten Schritte. Leben heißt: die nächsten Schritte erzeugen. Der lebende Körper weiß aus- und einzuatmen, und nach Nahrung zu suchen, wenn er hungrig ist. Und auch in einer neuen Situation kommen neue nächste Schritte vom ‚wissenden‘ Körper. Die gewöhnlichen Situationen in einer Kultur haben alle ihre passenden Sätze, eine Auswahl der möglichen Redensarten, die man brauchen könnte. Die Worte bedeuten die Wirkung, die sie haben, wenn sie in einer Situation angewendet werden. Unsere Sprache und die allgemeinen Situationen bilden zusammen ein einziges System. Diese körperliche Verbindung zwischen Worten und Situationen ist jedoch genau so wichtig, wenn die Situation ungewohnt ist und wenn, was gesagt werden muss, keine festgelegten Worte und Sätze hat. 3. ORGANISCHE SPRACHMODELLE 8copyright Gettinger 2016
  9. 9. Sprache besteht nicht nur aus den Wörtern. Die Situationen, in denen wir uns befinden, der Körper und die Sprache bilden zusammen ein einziges System. Sprache ist implizit im menschlichen Lebensprozess. Alle lebenden Körper erzeugen und implizieren ihre eigenen nächsten Schritte. Leben heißt: die nächsten Schritte erzeugen. Der lebende Körper weiß aus- und einzuatmen, und nach Nahrung zu suchen, wenn er hungrig ist. Und auch in einer neuen Situation kommen neue nächste Schritte vom ‚wissenden‘ Körper. Die gewöhnlichen Situationen in einer Kultur haben alle ihre passenden Sätze, eine Auswahl der möglichen Redensarten, die man brauchen könnte. Die Worte bedeuten die Wirkung, die sie haben, wenn sie in einer Situation angewendet werden. Unsere Sprache und die allgemeinen Situationen bilden zusammen ein einziges System. Diese körperliche Verbindung zwischen Worten und Situationen ist jedoch genau so wichtig, wenn die Situation ungewohnt ist und wenn, was gesagt werden muss, keine festgelegten Worte und Sätze hat. 3. ORGANISCHE SPRACHMODELLE 9copyright Gettinger 2016
  10. 10. „Worte sind Siegel des Geistes, Endpunkte - oder richtiger Stationen - unendlicher Erlebnisreihen, die aus fernster, unvorstellbarer Vergangenheit in die Gegenwart hineinreichen und ihrerseits Ausgangspunkte zu neuen unendlichen Reihen werden, die in eine ebenso unvorstellbar-ferne Zukunft tasten. Sie sind "das Hörbare, das am Unhörbaren haftet", das Gedachte und das Denkbare, das aus dem Undenkbaren wächst. Das Wesen des Wortes erschöpft sich darum weder in seiner Nützlichkeit, als Vermittler von Begriff und Idee, noch in seiner gegenwärtigen Bedeutung, sondern besitzt zugleicherzeit Eigenschaften, die über das Begriffliche hinausgehen - so wie die Melodie eines Liedes, obwohl mit einem gedanklichen Inhalt verbunden, dennoch nicht mit diesem identisch ist oder von ihm ersetzt werden kann. Und es ist gerade diese irrationale Eigenschaft, die unsere tiefsten Gefühle erregt, unser innerstes Wesen erhebt und es mitschwingen lässt mit anderen.“ Angarika Govinda SPRACHE 10copyright Gettinger 2016
  11. 11. % Situationsbedeutung /- deutung (‚Sprache‘) Körperzustand Energie / Affekt SITUATION 11copyright Gettinger 2016
  12. 12. Affektlogik n. Luc Ciompi /1 • Denken und Fühlen sind untrennbar miteinander verbunden. • Mann/Frau kann nicht nicht gestimmt sein • unser Erleben ist affektiv gefärbt (Orte, Menschen, Zeiten, ...) - positiv oder negativ • Organ der Gefühle = Körper • Gefühle organisieren und integrieren Gedanken, verbinden sich zu Denk-Fühl- Verhaltensprogrammen durch Lern- und Sozialisationsprozesse 12copyright Gettinger 2016
  13. 13. 1. Gefühle sind Motor und Bremser des Denkens =Energetika hohes Tempo: intensive Gefühle, niedriges Tempo: gedämpfte Gefühle 2. Gefühle schaffen Denk-Hierarchien = fokussieren Aufmerksamkeit 3. Gefühle beeinflussen Lernen und Erinnern/Speichern bestimme Lerninhalte = Tor-Funktion 4. Gefühle ziehen wie ein Magnet bestimmte Gedanken an und stoßen andere ab, bringen also affektspezifische Logiken hervor Affektlogik n. Luc Ciompi /2 13copyright Gettinger 2016
  14. 14. • In jeder Art von Kommunikation ist die affektive Stimmung wichtiger als das kognitive Verständnis. Stimmung erschließt „Fundamental- Botschaften“ • Ohne eine minimale affektive Übereinstimmung („gemeinsame Wellenlänge“) gelingt Kommunikation nicht • Wichtig ist daher affektive Einstimmung/Eingehen/den anderen von dort abholen, wo er sich befindet. • Affektive Stimmungen, die sich verbal und non-verbal sehr sensibel mitteilen, sind höchst ansteckend (mikro- und makrosozial), breiten sich blitzschnell aus und beeinflussen auch nachfolgende Situationen Schlussfolgerungen für die Kommunikation: 14copyright Gettinger 2016
  15. 15. copyright Gettinger 2016 15
  16. 16. copyright Gettinger 2016 16 Literatur: • David Bohm, Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen. Herausgegeben von Lee Nichol. Klett-Cotta, Stuttgart 1998 • Karl Bühler, Sprachtheorie: Die Darstellungsfunktion der Sprache. 3. Auflage. G. Fischer, Stuttgart u. a. 1999 (1934), • Luc Ciompi, Affektlogik. Über die Struktur der Psyche und ihre Entwicklung. Ein Beitrag zur Schizophrenieforschung. Klett-Cotta, Stuttgart, 1982 • Eugene Gendlin, Focusing. Technik der Selbsthilfe bei der Lösung persönlicher Probleme (Originaltitel: Focusing übersetzt von Katherina Schoch), 4. Auflage, Reinbek bei Hamburg 2004 • Anagarika Govinda, Grundlagen Tibetischer Mystik, Weilheim 1975 • Schulz von Thun, Miteinander reden 1 – Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Rowohlt, Reinbek 1981 • Paul Watzlawick, Janet H. Beavin, Don D. Jackson, Menschliche Kommunikation – Formen, Störungen, Paradoxien. Huber, Bern 1969
  17. 17. Kommunikation – und das ‚allzu Menschliche‘..... copyright Gettinger 2016 17
  18. 18. copyright Gettinger 2016 18 Kommunikationsparadoxon „Das ist das Kommunikationsparadoxon: erst die Bewusstheit für die begrenzten Möglichkeiten unserer Kommunikation und das Anerkennen dieser Grenzen ermöglicht deren Überschreiten – danach können wir immer besser miteinander kommunizieren; ja, das ist mysteriös, wie in einem Märchen.“ JACOB NEEDLEMAN
  19. 19. • Jeder Mensch sieht und erlebt die Welt ganz spontan durch seine ganz ‚persönliche Brille’ • Diese ‚persönlichen Brillen’ unterscheiden sich oft gewaltig, denn sie sind das natürliche Ergebnis der Lebenserfahrungen und Lebensgeschichte ihres ‚Trägers’ • Fast jeder Mensch fühlt sich dann am wohlsten, wenn er in seiner Sicht auf die Welt bestätigt wird: d.h., wenn seine Wünsche und Erwartungen in Erfüllung gehen. Und umgekehrt: er ist tief frustriert, wenn seine Brille angezweifelt, angegriffen oder gar zerstört wird • Kommen sich Menschen nahe, dann ist es nur eine Frage der Zeit und des Abstands, bis die Unterschiede hart aufeinander stoßen – Konflikt!!!!!! TATSACHEN.......
  20. 20. Jedes Problem erlaubt zwei Standpunkte: unseren eigenen und den falschen. (Channing Pollock)
  21. 21. EIN WITZ!? Kennen sie den? Im Zuge eines Strafprozesses trägt der Kläger voller Überzeugungskraft seine Version des Falls vor; und nachdem er sein Plädoyer beendet hat, sagt der Vorsitzende Richter: „Sie haben ganz recht!“ Dasselbe passierte auch nachdem Vortrag der Verteidigung beendet war. Da springt der Beisitzer auf und schreit, ganz außer sich: „Herr Rat, es können doch nicht beide Seiten ganz recht haben!“ Daraufhin erwidert der Richter ganz ruhig: „Sie haben ganz recht!“ Ja, beiden Seiten haben ganz recht – wenn man durch ihre subjektiven Brillen schaut. Und beide haben auch Unrecht, wenn man den Fall durch die Brille eines unbeteiligten ‚neutralen Dritten’ betrachtet.....aber auch diese ‚neutrale’ Sicht ist noch nicht ‚die ganze Wahrheit’. Aber annähernder das, was man ‚gerecht’ und ‚wahr’ nennt.
  22. 22. „Der reife Erwachsene, der die Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen vermag, hat eines gelernt: das Gefühl von den Mustern zu lösen, die unter dem Druck der Abhängigkeit entstanden sind, und den Drang zum Handeln auf das zu richten, was sich ihm als zweckmäßig erweist. Dank der Kontrolle, der er durch das Verlagern des Gefühlsinhaltes erworben hat, ist auch die Gefühlsintensität unter seiner Kontrolle. Dieses Ziel ist in den schon erwähnten Zielen inbegriffen. Es wird oft unbewusst danach gehandelt, daher die sprunghaften Erfolge oder Misserfolge. Wenn man das Ziel klar vor sich sieht, dann kann man zielen lernen – und merken, wenn man daneben zielt.“ -Moshe Feldenkrais, Das starke Selbst, S. 146
  23. 23. 5 Mängel in alltäglicher Kommunikation, welche diese erschweren bis scheitern lassen..... •Mangel an Skepsis (Mentale Landkarten mit der Landschaft verwechseln, ‚Metaphysik‘ statt aufmerksamer Untersuchung) •Mangelnde Selbstwahrnehmung •Mangel an Empathie •Mangel an gegenseitigem Vertrauen •Mangel an kommunikativen Wissen und Können

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