Denken

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Marc und Edu - was, wenn denken Pflicht wäre?

Die Geschichten von Marc und Edu by Gebhard Borck

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Denken

  1. 1. Denken WAS, WENN DENKEN PFLICHT WÄRE Marc und Edu - was, wenn denken Pflicht wäre? Es war ein altes Thema, das im- tenkreis. Ich würde sagen, knapp zwei „Du hast Recht! Ich bin gerade mer wieder zwischen Marc und Edu Drittel wollen gar nicht denken.“ im geistigen Auge die Liste unserer aufkam. Edu hatte gerade eines sei- Bekannten durchgegangen und ja, die ner euphorischen Plädoyers für den Man konnte sehen, wie sich Edu Hälfte, wenn nicht sogar mehr, scheut freien Geist, das selbständige Denken anspannte und gezielt dagegen ar- sich davor, bei der Arbeit zu viel zu des Mitarbeiters beendet, als Marc gumentieren wollte. Er war bereit zu denken. Es ist schlicht zur anstren- ihn mitfühlend anschaute: „Klar wäre überzeugen. Doch er hielt inne. Sein gend, sich dauernd als Quertreiber, das super, wenn die Menschen mit- Blick schweifte ab und die Körper- Aufbegherer, Klugscheißer und das dächten. Wenn sie ihren Intellekt ein- spannung ging zurück. Marc wusste, alles zu outen. Viele Dinge in Organi- brächten und das alles. Einzig fehlt soeben hatte Edu bemerkt, dass er sationen machen offensichtlich kei- mir das Vertrauen in die Menschen. ihn, Marc, überzeugen wollte. Doch Selbst wenn Du es hinbekommst, daran glaubte Edu nicht mehr, was dass die „neue Führung“ mit solchen eine andere Geschichte ist. Statt zu Kurzartikelserie über Denkern umgehen kann, ich sehe argumentieren dachte Edu nach. schlicht nicht die Masse an Men- Es dauerte vielleicht eine halbe Gedanken & Gespräche schen, die auch denken will. Schauen Minute vielleicht sogar eine ganze, von Gebhard Borck | Sinnkopplung wir doch einmal in unseren Bekann- dann erhellte sich sein Blick: Gebhard Borck Experte für Sinnkopplung in Unternehmen: Beratung, Vorträge, Training, Coaching, Autor und Methodenentwickler Sein Ziel: © 2007 Gemeinsam mit seinen Kunden sinngekoppelte Zusammenarbeit zu verwirklichen. Weitere Infos: www.sinnkopplung.de
  2. 2. nen Sinn und dennoch wehrt sich nicht tun. Die Produktion macht sich keiner dagegen, hält niemand die Gedanken um kosteneffiziente Her- Kann schon sein, dachte ich. Es Stange fürs Denken hoch.“ Edu stellung, dann muss ich es nicht tun. viel mir schwer so überzeugt zu sein stimmte mir in so einem Punkt zu, Mein Chef macht sich Gedanken, wie Edu, dass das wirklich viele Un- das war neu! Und natürlich nicht das dass alles zusammen funktioniert, ternehmen wollten. Meine Realität Ende seiner Antwort. dann muss ich …! sprach da eine deutlich andere Spra- Wir organisieren uns zu Denkde- che. Eines wurde mir klar. Ich selbst „Was bringt uns das ein?“ Edu legierern. Denken ist in so einer Or- hatte, mit Edu im Rücken, neue Kraft erwartete eine Antwort. Ich zuckte ganisation keine Ressource, kein gefunden, Quertreiber, Aufbegehrer die Schultern: „Betriebsfrie- den?“ „Wirklich oder Vorder- gründig?“ Edu wartete wie- der. „Natür- lich nur Vor- dergründig, das erlebe ich ja jeden Tag.“ Meine Ant- wor t war nicht die er- wartete Ge- nugtuung für Edu. „Und?“ - „Und was?“ „ D a s Problem ist gar nicht, dass Führ ungsmit- arbeiter nicht fähig sind, mit denkenden Menschen umzugehen, dafür gibt es gute Lö- Mehrwert und keine Qualität es ist und Klugscheißer zu sein anstatt ein sungen. Das Problem ist auch nicht, Logistik, es ist ein organisatorischer Denkdelegierer. Ich wollte, dass mein dass heutzutage delegieren von be- Engpass und es ist ein Mangel, sowohl Unternehmen die Chance hat, in E- trieblichen Denkaufgaben offensicht- bezogen auf den Menschen, wie auch dus Zukunft eine Rolle zu spielen. lich besser für die Karriere ist. Das die Zusammenarbeit in Prozessen. Problem ist, unsere Organisationen Wer wirklich denkt, hat einen Makel.“ fördern und reizen an zur Denkdele- gation.“ Edu machte eine Pause. „Ich glaube,“ schloss er mit ei- nem aufbrechenden Blick in die Zu- „Eine Qualitätsabteilung macht kunft „die Organisationen, die wirkli- sich Gedanken um Qualität, dann ches Denken von ihren Mitarbeitern muss ich es nicht tun. Der Vertrieb fordern, sich für Denkende organisie- macht sich Gedanken um den Kun- ren und Denkdelegierer aktiv be- den, dann muss ich es nicht tun. Das kämpfen, machen anständiges, ethisch Marketing macht sich Gedanken um korrektes und langfristig erfolgreiches unsere Identität, dann muss ich es Business!“

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