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Zeit bei der Interaktion von Mensch und Computer

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Vortrag beim Kolloquium "Mensch-Computer-Interaktion" an der Universität hamburg, Fachbereich Informatik, am 13. Juli 2013

Embedded Demo, YouTube-Video 1
High Performance Touch, Microsoft Research 2012, 3:23
www.youtube.com/watch?v=vOvQCPLkPt4

Embeddes Demo, YouTube-Video 2
Google's Marissa Mayer: Speed wins, Web 2.0 Summit, 3:21
www.youtube.com/watch?v=BQwAKsFmK_8

Vimeo Version
https://vimeo.com/70357948

Soundcloud Version
https://soundcloud.com/ekphorie/zeit-mci

uxHH Radio (Streaming via archive.org)
http://uxhh-radio.blogspot.de/2013/07/fbi13-zeit.html

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Zeit bei der Interaktion von Mensch und Computer

  1. 1. Dr. Herbert A. Meyer artop – Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin 11. Juli 2013 Kolloquium „Mensch-Computer-Interaktion“, Universität Hamburg, Fachbereich Informatik Zeit bei der Interaktion von Mensch und Computer
  2. 2. 2013-07-11 Zeit & MCI  Je schneller, desto besser?  Zeitliche Informationsverarbeitung  High Performance Touch (Video)  Experimentelle Befunde Indifferenzpunkt Kippfiguren First View-Studien Akamai: Videostart Google: „Users really respond to speed“ (Video) 2 Überblick  Take Home Messages
  3. 3. 2013-07-11 Zeit & MCI 3 Einleitung Das UI ist ... ... zu langsam ... zu schnell Was ist schlimmer? ... zu variabel!
  4. 4. 2013-07-11 Zeit & MCI 4 Zeitliche Informationsverarbeitung Ebenen, Zeitschwellen, Integrationsstufen • Fusionsschwelle: Gleichzeitigkeit/Ungleichzeitigkeit bis 30 ms • Ordnungsschwelle: Aufeinanderfolge (früher/später) 30 ms • Perzeptive Verarbeitung/Reaktionszeit (die „Viertelsekunde“) 150 ms - 250 ms • Semantische Verarbeitung (die „Halbsekunde“, ein Gedanke) 250 ms - 500 ms • Subjektive Gegenwart (psychische Präsenzzeit, specious present) 2000 ms - 3000 ms
  5. 5. 2013-07-11 Zeit & MCI 5 Zeitliche Informationsverarbeitung Visualisierung der zeitlichen Integration nach E. Pöppel
  6. 6. 2013-07-11 Zeit & MCI 6 Direkte Manipulation/Instante Bedienung Tastatur, Maus, Touch Applied Sciences Group: High Performance Touch Microsoft Research 2012, Video, 3:23 http://www.youtube.com/watch?v=vOvQCPLkPt4
  7. 7. 2013-07-11 Zeit & MCI 7 Experimentelle Befunde Indifferenzpunkt nach Vierordt (1868) Pöppel, E. (1997). Grenzen des Bewußtseins. Frankfurt: Insel (S. 71).
  8. 8. 2013-07-11 Zeit & MCI 8 Experimentelle Material Necker-Würfel
  9. 9. 2013-07-11 Zeit & MCI 9 Experimentelle Befunde Necker-Würfel (Meyer, unveröff.)
  10. 10. 2013-07-11 Zeit & MCI 10 Experimentelle Befunde Necker-Würfel (Meyer, unveröff.)
  11. 11. 2013-07-11 Zeit & MCI 11 Experimentelles Material Weitere Kippfiguren
  12. 12. 2013-07-11 Zeit & MCI 12 Experimentelle Befunde Reversionsraten im Vergleich (Meyer, unveröff.)
  13. 13. 2013-07-11 Zeit & MCI 13 Experimentelle Befunde First View-Studien (Meyer & Hildebrandt, 1998-2000) Kontrollansicht für den Experimentator
  14. 14. 2013-07-11 Zeit & MCI Experimentelles Material First View-Studien (Meyer & Hildebrandt, 1998-2000) Beispiel einer Index-Seite
  15. 15. 2013-07-11 Zeit & MCI Experimentelle Befunde First View-Studien (Meyer & Hildebrandt, 1998-2000) Beispiel einer Vorschau-Seite mit Thumbnails
  16. 16. 2013-07-11 Zeit & MCI Experimentelle Befunde First View-Studien (Meyer & Hildebrandt, 1998-2000) Beispiel einer Seite mit Großbild
  17. 17. 2013-07-11 Zeit & MCI 17 Experimentelle Befunde First View-Studien: Power Law (Meyer, unveröff.) Vier kurz aufein- anderfolgende Durchgänge á 60 Klicks (Systemantwort- zeit konstant ca. 200 ms)
  18. 18. 2013-07-11 Zeit & MCI 18 Experimentelles Material First View-Studien Drei Beispiele für unterschiedlich viele Wahlmöglichkeiten auf der Index-Seite (eingesetzt für die Studien zu Hick‘s Law)
  19. 19. 2013-07-11 Zeit & MCI 19 Experimentelle Befunde First View-Studien: Hick‘s Law (Meyer, unveröff.) Ausgewertet wurde die Reaktionszeit bis zur Auswahl auf den Index-Seiten (Systemantwortzeit konstant ca. 200 ms)
  20. 20. 2013-07-11 Zeit & MCI 20 Experimentelle Befunde First View-Studien: Pacemaker-Effekt
  21. 21. 2013-07-11 Zeit & MCI 21 Experimentelle Befunde First View-Studien: Pacemaker-Effekt (CHI 2002)
  22. 22. 2013-07-11 Zeit & MCI 22 Experimentelle Befunde First View (Pacemaker-Effekt, CHI 2002)
  23. 23. 2013-07-11 Zeit & MCI 23 Experimentelle Befunde Thadhani, 1981
  24. 24. 2013-07-11 Zeit & MCI 24 Experimentelle Befunde First View-Studien: Strategy-Shift (Meyer, unveröff.) Anzahl der Klicks (von insg. 55)
  25. 25. 2013-07-11 Zeit & MCI 25 Experimentelle Befunde First View-Studien: Rekognitions-Effekt
  26. 26. 2013-07-11 Zeit & MCI 26 Experimentelle Befunde Viewers start leaving if video doesn’t play in 2 seconds Krishan & Sitaraman, Akamai, IMC‘12, Nov. 2012, ACM http://people.cs.umass.edu/~ramesh/Site/HOME_files/imc208-krishnan.pdf
  27. 27. 2013-07-11 Zeit & MCI 27 Experimentelle Befunde Users really respond to speed Google's Marissa Mayer: Speed wins http://www.youtube.com/watch?v=BQwAKsFmK_8
  28. 28. 2013-07-11 Zeit & MCI 28 Experimentelle Befunde Jake Brutlag, Google, Inc., June 22, 2009 http://services.google.com/fh/files/blogs/google_delayexp.pdf
  29. 29. 2013-07-11 Zeit & MCI 29 Take Home Messages Psychologischer Ausgang  Je kürzer die Systemantwortzeit ist, desto stärker „konzentriert“ sich der Benutzer auf die Gegenwart der Interaktion. Er bleibt also gedanklich bei der Interaktion.  Je länger die Systemantwortzeit ist, desto stärker ist die Einbeziehung zurückliegender und zukünftiger Interaktionszyklen...  ... und desto stärker ist die „Ablenkung“ auf außerhalb der Interaktion liegende Sachverhalte.
  30. 30. 2013-07-11 Zeit & MCI 30 Take Home Messages Warten und Erwarten  Es gibt bei dem Benutzer eine Erwartungshaltung, die davon ausgeht, dass die Systemantwortzeit der Komplexität der rechnerinternen Vorgänge entspricht.  Dabei gilt Maister‘s Law: Satisfaction = perception minus expectation
  31. 31. 2013-07-11 Zeit & MCI 31 Take Home Messages Tanz  Der Benutzer passt die Dauer seiner Aufgabenbearbeitung bis zu einer bestimmten Grenze der Dauer der Systemantwortzeit an. Er reagiert in zeitlicher Hinsicht "elastisch" auf das vom System vorgegebene Tempo.  Wenn die Kommunikation zwischen zwei Partnern abläuft, dann ergibt sich ein Rhythmus. Wer immer sehr schnell und viel auf einen länger nachdenkenden Gegenüber antwortet, übt damit gewissermaßen Druck auf ihn aus. Der Druck kann in Stress münden.
  32. 32. 2013-07-11 Zeit & MCI 32 Take Home Messages Bewusst und unbewusst  Systemantwortzeiten haben Auswirkungen, deren sich Benutzer gewahr werden: z.B. Verärgerung bei langer Wartezeit.  Systemantwortzeiten haben zusätzlich Auswirkungen, die sich sozusagen heimlich einschleichen: z.B. Veränderung der Arbeitsgeschwindigkeit bzw. des strategischen Vorgehens.
  33. 33. 2013-07-11 Zeit & MCI 33 Take Home Messages Keine optimale Zeit  Es gibt keinen allgemeingültigen Wert zur optimalen Gestaltung der Systemantwortzeit; sie muss dem Setting angepasst werden.  Es ist zu insbesondere zu beachten, ob die Antwortzeit zwischen verschiedenen Tasks oder innerhalb eines Tasks auftaucht (Closure-Prinzip, „train of thought“, Brechung der subjektiven Gegenwart).  Die Variation der Antwortzeit hat einen starken Einfluss auf die subjektive Sicherheit des Benutzers bei der Interaktion.  Es ist darauf zu achten, dass die Antwortzeit sowohl zu schnell als auch zu langsam sein kann.
  34. 34. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! meyer@artop.de

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