Diagnostik

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Diagnostik

  1. 1. Cystische Fibrose Diagnostik
  2. 2. Lernziele <ul><li>Erläutern der diagnostischen Kriterien zum Nachweis der CF (klinisch, Labortests, Genetik). </li></ul><ul><li>Den Stellenwert des Chlorid-Schweißtests bei der Diagnose einordnen zu können. </li></ul><ul><li>Die Bedeutung des pränatalen Screenings und der neonatalen Untersuchungen zu erfassen. </li></ul><ul><li>Eine umfassende Kenntnis der verschiedenen diagnostischen Verfahren zum Nachweis der CF zu entwickeln. </li></ul>
  3. 3. <ul><li>Die Diagnose wird nicht auf genetischem Wege gestellt, sondern basiert auf dem klinischen Erscheinungsbild*: </li></ul><ul><ul><li>eine oder mehrere klinisch auffällige Befunde </li></ul></ul><ul><ul><li>> 60 mmol/L Chlorid im Schweiß </li></ul></ul><ul><li>* Bereits 1997 wurde eine Konsensus-Gruppe einberufen, um die klinischen Befunde, die die CF-Diagnose stützen zu definieren und Labortests zu identifizieren, die eine CFTR-Fehlfunktion nachweisen. </li></ul>Cystische Fibrose: Diagnose
  4. 4. Chlorid-Schweißtest <ul><li>Der Schweißtest bleibt der &quot;Goldstandard&quot; zum Nachweis oder zum Ausschluss einer Cystsichen Fibrose. </li></ul><ul><li>Der Schweißtest gilt als die sicherste Untersuchungsmethode, ist jedoch zuverlässig erst ab dem 3. Lebensmonat einsetzbar. </li></ul><ul><li>Die Rationale für diesen Test beruht auf der Erkenntnis, das die CFTR-Dysfunktion zu einer erhöhten Natrium- und Chlorid-Konzentration im Schweiß führt. </li></ul>
  5. 6. Chlorid-Schweißtest II <ul><li>Für die meisten CF-Betroffenen wird die klinische Diagnose durch einen erhöhten Chlorid-Wert im Schweiß von >60 mmol/L bestätigt (Pilocarpin-Iontophorese Methode). </li></ul><ul><ul><li>Werte zwischen 40-60 mmol/L werden als grenzwertig eingeordnet und bedürfen einer weiteren Abklärung. </li></ul></ul><ul><ul><li>Werte von <40 mmol/L gelten als normal. </li></ul></ul>
  6. 7. Schweißtest (Chlorid-Iontophorese)
  7. 8. Chloridwerte im Schweiß normal CF Schweiß-Chlorid (mEq/l)
  8. 9. Diagnostik - wenn der Schweißtest nicht möglich ist <ul><li>Der Immunreaktive-Trypsinogen-Test (IRT) wird bei Neugeborenen eingesetzt, die nicht genügend Schweiß für den Schweißtest produzieren. </li></ul><ul><li>Beim IRT werden Blutproben 2 bis 3 Tagen nach der Geburt auf ein spezielles Protein, dem Trypsinogen, hin untersucht. Ein positiver IRT-Test muss durch andere Untersuchungen bestätigt werden. </li></ul>
  9. 10. Optional - zusätzliche Diagnostik bei CF <ul><li>Ein kleiner Prozentsatz der CF-Patienten (ca. 1 %) weist normale Chlorid-Konzentrationen auf (<40 mmol/L). </li></ul><ul><li>Weiter diagnostische Verfahren erlauben den Nachweis auch bei untypischen, milden Formen der Erkrankung mit normalen Chlorid-Schweißkonzentrationen: </li></ul><ul><ul><li>Analyse von Mutationen innerhalb des CF-Gens </li></ul></ul><ul><ul><li>Das Vorhandensein einer bestimmten Mutation in den zwei CFTR-Genen, sagt mit großer Wahrscheinlichkeit die Erkrankung voraus . </li></ul></ul><ul><ul><li>Potenzialdifferenzmessung der Nasenschleimhaut (PD) </li></ul></ul><ul><ul><li>Unregelmäßigkeiten im Ionen-Transport im Epithel der Atemwege bei CF sind mit Veränderungen der transepithelialen Potenzialdifferenz verbunden, die gemessen werden kann. Eine hohe basale Potenzialdifferenz über die relativ Chlorid-undurchlässige Membran sind typisch für CF-Patienten. </li></ul></ul>
  10. 11. Diagnostik - Potenzialdifferenzmessung der Nasenschleimhaut <ul><ul><li>Potenzialdifferenzmessung der Nasenschleimhaut oder der Rektalschleimhaut (durch Biopsie gewonnen) </li></ul></ul><ul><ul><li>höhere Ionen-Konzentration in der Schleimhautzelle bei CF-Patienten </li></ul></ul><ul><ul><ul><li>normal: ø 25 mV (12 - 51 mV) </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>pathologisch: > 47 mV (22 - 103 mV ) </li></ul></ul></ul>
  11. 12. Diagnose - Funktionseinschränkungen einzelner Organe <ul><li>Eine weiterführende Diagnostik ist notwendig, um nachzuweisen, in welchem Ausmaß die verschiedenen Organsysteme, wie z.B. Lunge oder Darm betroffen sind. </li></ul><ul><li>Folgende Untersuchungen, die zudem die Diagnose erhärten können, werden durchgeführt: </li></ul><ul><li>Röntgenaufnahmen, </li></ul><ul><li>Lungenfunktionstests, </li></ul><ul><li>Sputumkultur zum Erregernachweis und </li></ul><ul><li>Stuhluntersuchungen, um Unregelmäßigkeiten bei der Verdauung nachzuweisen. </li></ul>
  12. 13. Diagnostik - Organsysteme <ul><li>Darm </li></ul><ul><li>Messung der Pankreasfunktion </li></ul><ul><ul><li>Messung des Fettgehaltes im Stuhl </li></ul></ul><ul><ul><li>Messung von Trypsin im Stuhl (nur noch selten eingesetzt) </li></ul></ul><ul><ul><li>Sekretin-Stimulationstest - Die Sekretin-Stimulation gilt als die sensibelste Methode die exokrine Pankreas-Insuffizienz zu erfassen </li></ul></ul><ul><ul><li>Elastase-Nachweis im Stuhl - gängiges Verfahren, weil einfach durchzuführen </li></ul></ul><ul><li>Röntgenbilder in mehren Sequenzen vom oberen Gastrointestinaltrakt </li></ul>
  13. 14. Diagnostik - Organsysteme <ul><li>Lunge </li></ul><ul><li>Röntgenthoraxaufnahme oder CT der Lunge (High-Resolution CT) </li></ul><ul><li>Lungenfunktionstests </li></ul><ul><li>Lungenfunktionsparameter können zuverlässig erst ab dem 4 - 6 Lebensjahr bestimmt werden, daher weniger zur Diagnosestellung, sondern eher zur Verlaufskontrolle. </li></ul>
  14. 15. Diagnostik im zeitlichen Verlauf <ul><li>pränatal </li></ul><ul><li>neonatal </li></ul><ul><li>Standarduntersuchungen bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Verdacht auf CF </li></ul><ul><li>Verlaufsuntersuchungen bei CF-Patienten </li></ul>
  15. 16. Pränatales Screening <ul><li>Die In-utero-Diagnose der CF basiert auf dem Nachweis von zwei CF-Mutationen beim Fetus durch Chorionzottenbiopsie oder einer Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung). </li></ul><ul><li>Indikationen für ein pränatales Screening sind: </li></ul><ul><ul><li>CF-Genträgerstatus der Eltern </li></ul></ul><ul><ul><li>CF-Erkrankung bei Geschwistern </li></ul></ul><ul><ul><li>Hinweise für eine fetale intestinale Obstruktion während der Routine-Ultraschall-Untersuchung. </li></ul></ul>
  16. 17. Neonatales Screening I <ul><li>Einige europäische Länder nehmen an einem neonatalen Screening Programm für CF teil. </li></ul><ul><li>Das neonatale Screening-Protocol ist von Land zu Land unterschiedlich. Zum Standard zählen: </li></ul><ul><ul><li>Messung des immunoreactiven Trypsinogen (IRT) im Blut </li></ul></ul><ul><ul><li>wenn positiv, dann wird eine CFTR Gen-Analyse durchgeführt </li></ul></ul>
  17. 18. Kein neonatales CF-Screening in Deutschland
  18. 19. Neonatales Screening II <ul><li>Eine frühe CF-Diagnose durch ein neonatales Screening ist mit folgenden Vorteilen verbunden: </li></ul><ul><ul><li>Verbesserter Ernährungsstatus </li></ul></ul><ul><ul><li>Verringerte Morbidität </li></ul></ul><ul><li>Allerdings konnte bisher in keiner Studie der Nachweis erbracht werden, dass die neonatale Diagnostik mit einer geringer ausgeprägten Lungenerkrankung oder einer verbesserten Überlebensrate einhergeht. </li></ul>
  19. 20. Neonatale Diagnostik <ul><li>1 Lebenswoche + Wiederholung in der 4.- 6.Woche: </li></ul><ul><li>Nachweis von immunreaktivem Trypsin (IRT), normalerweise ist kein Trypsin im Blut vorhanden. </li></ul><ul><li>Gentest : 35 - 40 der häufigsten Mutation werden getestet </li></ul><ul><li>Schweißtest : Pilocapin + Gleichstromelektrode wird zur Schweißsekretion auf Haut aufgebracht, sammeln mit Kapillarkollektor </li></ul><ul><li>nach dem 1. Lebenstag durchführbar </li></ul>
  20. 21. Diagnostik - Verlaufskontrolle bei CF-Patienten <ul><li>Kontrolle von Länge, Gewicht, Thoraxumfang </li></ul><ul><li>Röntgenthoraxaufnahme </li></ul><ul><li>Sputumkultur bzw. tiefer Rachenabstrich zum Erregernachweis </li></ul><ul><li>Messung des Fettgehaltes im Stuhl </li></ul><ul><li>Bestimmung von Entzündungsparametern </li></ul><ul><li>Lungenfunktionstests </li></ul><ul><li>Allgemeine Laboruntersuchungen: Blutbild, Elektrolyte, Transaminasen, Gerinnung, BKS, CRP, Immunglobuline, Eisen etc. </li></ul>
  21. 22. Charts für die Kurzschulung
  22. 23. Diagnostik <ul><li>Schweißtest : Chloridkonzentration im Schweiß > 60 mmol/l; sicherste Untersuchungsmethode, jedoch erst ab dem 3. Lebensmonat </li></ul><ul><li>Trypsinogen -Bestimmung im Fersenblut des Neugeborenen (bei CF meist erhöhte Konzentration) </li></ul><ul><li>Pränatal : gentechnologischer Nachweis veränderter DNA-Abschnitte auf Chromosom 7 (CF-DNA-Sonde)  Chorionzottenbiopsie erfasst Großteil der betroffenen Kinder </li></ul>

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