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Behinderte im Storytelling

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Wie setze ich behinderte figuren und charaktäre im storytelling in film und literatur einsetzen

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Behinderte im Storytelling

  1. 1. BEHINDERTE CHARAKTERE IM STORY-TELLING Ein Vortrag von Domingos de Oliveira
  2. 2. Darum geht´s  Warum behinderte Charaktere?  Behinderte als Teil des Ambientes  Behinderte als Haupt- /Nebenfigur  Was ihr vermeiden solltet Anmerkung: Bilder wurden aus Urheberrechtsgründen entfernt.
  3. 3. Kennt ihr behinderte Figuren?  Kennt ihr Bücher, Serien oder Filme mit behinderten Protagonisten?
  4. 4. Beispiele  Monk, Sheldon (Big bang theory), Lisbeth Salander (Millenium), Dare Devil, Jorge von Bogos (Der Name der Rose), Lincoln Rhyme (Forensik-Serie von Jeffery Deaver), Julia (Sesamstraße), Rainman, Stevie (Malcolm mittedrin), Geordi LaForge (Raumschiff Enterprise), Speechless (TV-Serie über Unterstützte Kommunikation
  5. 5. Warum behinderte Haupt- und Nebenfiguren?  Behinderte sind ideale Charaktere. Sie sind auf viele Weisen einsetzbar.  Sie haben Probleme, sie haben Konfliktpotential, sie haben besondere Fähigkeiten und sie können unterhaltsam sein.  Die Literatur bietet eine gute Möglichkeit darzustellen, wie eine Behinderung so ist.
  6. 6. Behinderung muss behindern  Wenn ein behinderter Charakter vorkommt, sollte seine Behinderung auch eine Rolle spielen. Ansonsten muss er auch nicht behindert sein.  Es sollte also nicht beiläufig eine Behinderung erwähnt werden, wenn das nicht später noch einmal aufgegriffen wird.
  7. 7. Behinderte als Spiegel
  8. 8. Behinderte als Teil der Atmosphäre  Behinderte in der Öffentlichkeit symbolisieren im Westen Offenheit und Liberalität.  In armen Ländern symbolisieren Behinderte die Probleme des Alltags wie Armut und mangelnde medizinische Versorgung.
  9. 9. Behinderte als Arschloch-Filter  Wie Andere auf Behinderung reagieren, zeigt deren Charakter. Beispiele sind Unsicherheit, Ignoranz (ich wende mich ab) Samariter (der braucht bestimmt meine Hilfe) usw. Behinderte und Nicht-Behinderte begegnen sich im Aktion-Mensch-Video
  10. 10. Beispiele für behinderte Figuren
  11. 11. Lincoln Rhyme by Jeffery Deaver  Lincoln Rhyme ist der Haupt-Charakter in einer Thriller-Reihe von Jeffery Deaver. Er ist nach einem Unfall querschnittsgelähmt. Deaver stellt die Probleme eines Spät-Behinderten sehr anschaulich dar.  Rhymes Stärke ist, die gesammelten Beweise zu analysieren und damit den Täter zu überführen.
  12. 12. Monk Monk ist ein Polizist. Er hat unterschiedliche Zwangsstörungen. Durch diese Störungen kann er Spuren finden, die von anderen Menschen übersehen werden.
  13. 13. Gehörlose im Tatort  Im Tatort spielten Gehörlose mit.  Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Es war weniger ein Krimi als eine Lektion „Wie gehe ich mit Gehörlosen um?“. Die Story trat hinter die Botschaft zurück.
  14. 14. Umgang mit Klischees
  15. 15. Klischees sind unvermeidbar 1. Blinde sind hervorragende Telefonisten, weil sie sehr gut kommunizieren können. 2. Alle Gehörlosen kommunizieren über die Gebärdensprache. 3. Autisten arbeiten am liebsten alleine und sind perfekte Software-Tester. 4. „Man sieht Ihnen Ihre Behinderung gar nicht an“.  Ein blinder Detektiv ohne besonders scharfe Sinne wirkt seltsam. Dann muss die Figur auch nicht blind sein.  Andererseits riechen oder hören Blinde nicht besser als Sehende.  Deswegen sollte man versuchen, dass Klischee zu bestätigen und zu widerlegen.
  16. 16. Mit den Erwartungen des Lesers spielen  Der Leser hat ein bestimmtes Bild von Blindheit. Das Bild kann bestätigt oder widerlegt werden.  Hier greift die künstlerische Freiheit. Ein Blinder, der eine Operation durchführt oder ein Flugzeug fliegt? Unwahrscheinlich, aber mit genug Phantasie denkbar.
  17. 17. Figuren-Entwicklung
  18. 18. Mögliche Recherche-Quellen  Natürlich solltest Du recherchieren, bevor Du einen behinderten Charakter entwirfst.  Es gibt viele Biographien von Behinderten.  Auf Facebook findest Du zu jeder Behinderung eine Gruppe.  Oder sprich den Blinden oder Rollstuhlfahrer auf der Straße an. Wenn sie gerade gegessen haben, beißen die auch nicht. Barrierefreiheit im Internet 18
  19. 19. Barrierefreiheit im Internet 19  Behinderungen bringen unterschiedliche Probleme mit sich. Ein Querschnittsgelähmter wird kein Actionheld, ein Blinder sieht nicht, wie jemand aussieht, ein Autist, der Verhöre durchführt entspricht nicht dem typischen Autisten.  Die künstlerische Freiheit kann nicht unendlich gedehnt werden. Welche Behinderung soll sie haben?
  20. 20. Geburts- und Spät-Behinderte  Ein Geburts-Behinderter ist besser an seine Behinderung angepasst als ein Spät- Behinderter. Ein Spät-Erblindeter braucht viel Zeit, um sich zu orientieren oder einen Computer zu benutzen. Auch sind seine Sinne nicht so stark trainiert wie die eines Geburts-Blinden.  Ein Spät-Behinderter kämpft mit den oft drastischen physischen und psychischen Folgen der Behinderung.
  21. 21. Behinderten Gegen-Charakter  Ein Gegen-Charakter mit der gleichen Behinderung verhindert zu starke Klischee-Bildung.  Dem inselbegabten Autisten kann ein „durchschnittlicher“ Autist zur Seite gestellt werden.  Solche Gegensatz-Paare sind im Story-Telling üblich, siehe Holmes/Watson.
  22. 22. Die Genialität heraus stellen  Der Charakter erklärt selbst, wie außergewöhnlich seine Fähigkeiten sind. Er ist eben nicht wie alle anderen Blinden, Autisten oder Außerirdischen.
  23. 23. Hier lauern Stolperfallen
  24. 24. Ein ganz normaler Behinderter Bis auf die Behinderung ist der behinderte Charakter eine ganz normale Person. Er sollte eine Beziehung haben oder traurig sein, wenn er keine hat. Er sollte konventionelle Hobbies haben, sich über Schönes freuen und über Doofes ärgern. Der Behinderte ist also eine Person wie Du und ich. Bitte reduziert ihn nicht auf seine Behinderung.
  25. 25. Literatur soll nicht umerziehen  Keine wegen ihrer Behinderung moralisch überlegenen Figuren  Kein Grundkurs in political correctness  Keine Anleitung zum Umgang mit Behinderten  Das kann alles vorkommen, sollte aber nicht im Vordergrund stehen.
  26. 26. Keine schlechten Pointen  Schwerhörige und sehbehinderte Charaktere laden zu Witzen über akustische/visuelle Missverständnisse ein.  Damit sollte man es nicht übertreiben. Es wirkt schnell so, als ob sich der Autor über die Behinderung lustig macht.
  27. 27. Ein ganz normaler Held  Alltägliche Leistungen durch einen Behinderten sind keine Heldentaten.  Ausnahmen gibt’s: Ein frisch Erblindeter darf sich freuen, wenn er das erste Mal allein die Straßenbahn benutzt. Das sollte nur aus seiner persönlichen Perspektive dargestellt werden.
  28. 28. Behinderte als Opfer  Behinderte werden oft als hilflose Opfer dargestellt. Ihre Situation soll Mitleid erregen.  Dadurch wirkt Behinderung wie eine Schwäche.  Behinderte können zwar Opfer sein. Sie sollten aber auch als menschlich dargestellt werden.
  29. 29. Behinderte dürfen leiden  Behinderte dürfen durchaus an ihrer Behinderung leiden. Das macht sie menschlicher.  Es müssen also nicht immer andere Personen oder die Gesellschaft am Leiden schuld sein.
  30. 30. Dann testet mal los! Danke für Eure Aufmerksamkeit
  31. 31. Anmerkungen  In dieser Präsentation gehe ich davon aus, dass der Autor selbst keine Behinderung hat.  Es werden hier nur Vorschläge gemacht. Die literarische und dichterische Freiheit sollte grundsätzlich gewahrt bleiben.  Es wird immer Personen geben, die mit der Darstellung nicht zufrieden sind. Zumeist sind das Personen, die selbst keine Behinderung haben.

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