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Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitseffekte, Handlungsempfehlungen

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Externe key note “Sharing Economy – Praxiserfahrungen von Ouishare“ zum Cluster-Workshops „Collaborative/sharing Economy“ im Rahmen der Wissenschaftichen Koordination der Fördermaßnahme „Nachhaltiges Wirtschaften" (NaWiKo).
Am 5. Dezember 2016 im Ecologic Institut, Pfalzburger Str. 43-44 10717 Berlin.

http://ecologic.eu/

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Sharing Economy - Definition, Entwicklung, Typologisierung, Nachhaltigkeitseffekte, Handlungsempfehlungen

  1. 1. Sharing Economy Praxiserfahrungen von OuiShare von Thomas Dönnebrink, @TDoennebrink OuiShare Connector Germany Freelancer Collaborative Economy Illustrationen von Thuy Chinh Duong Cluster-Workshop „Collaborative/sharing Economy“ im Rahmen der Wissenschaftlichen Koordination der Fördermaßnahme „Nachhaltiges Wirtschaften (NaWiKo) 05.12.2016 Ecologic Institut 10717 Berlin
  2. 2. Fragen 0. OuiShare & Sharing Economy 1. Definitionen & Typologisierungen von Sharing-Ansätzen? 2. Bewertung von Nachhaltigkeitseffekte von Sharing-Ansätzen? 3. Verstärkte Nutzung von Sharing Ansätzen Identifizerung von Win-win-Optionen Von Sharing-Ansätzen?
  3. 3. Community Building 1 Magazin ouishare.net 4 Globale Konferenzen (Paris) 3 Nationale Konferenzen (Barcelona & Rio) 2 Touren (LATAM/Europa) 8 Internationale Summits 100+ Facebook Gruppen 200+ OuiShare Events 2000+ Mitglieder 25.000+ Twitter 38.000+ Facebook Fans > 30 Städten in Europa, Lateinamerika & Nahen Osten 4. Internationale Konferenz. 18.-21.Mai 2016 “After the Gold Rush”
  4. 4. 30-city Europetour Think Tank& Do Tank
  5. 5. Vielen Dank für die Einladung Mein Name ist Thomas Dönnebrink. Ich bin als OuiShare Connector und Freelancer im Bereich der Kollaborative Ökonomie und Gesellschaft, gegenwärtig mit Schwerpunkt Plattform Kooperativismus tätig. Einige Sätze zu OuiShare – Selbst ein Produkt der kollaborativen Ökonomie - zur Einordnung: OuiShare ist vor gut vier Jahren in Paris aus einem Blog zum Thema kollaborativer Konsum entstanden und hat sich mittlerweile zu einem internationalen Peer-Netzwerk mit mehreren Tausend Mitgliedern entwickelt. Als Bewegung, think und do-tank hat OuiShare mittlerweile über 200 Events in mehren Dutzend Städten Europas, Lateinamerikas und des Nahen Ostens veranstaltet bei denen wir Akteure, Vordenker und Interessierte zusammenbringen. So findet seit Mai 2013 auch das dreitägige OuiShareFest in Paris statt. Als größte Veranstaltung zum Thema kollaborative Ökonomie und Gesellschaft zieht es eine zunehmend große Anzahl an Teilnehmer und Experten aus der ganzen Welt an: 2013: 500+ / 2014: 1000+ / 2015: 200+ / 2016: 3500+ Werte Openness – Transparency – Independence – Impact – Feedback – Action – MPRL (Meet People in Real Life) – PermanentBeta – Inclusion - Play
  6. 6. Bereiche Sharing/Kollaborative Ökonomie
  7. 7. Lassen Sie mich beginnen mit der kollaborativen Ökonomie. Wir unterscheiden vier Bereiche, welche sich natürlich überlappen und gegenseitig verstärken. Am bekanntesten und weitesten verbreitet ist das Feld des kollaborativen Konsums, meist auch bekannt unter dem Begriff Share- oder Sharing Economy. Weniger bekannt, aber vielleicht in Zukunft noch disruptiver für den Status Quo sind die Felder der kollaborativen Produktion und der kollaborativen Finanzierung. In einem vierten Bereich, der unter Begriffen wie Offenheit oder kollaboratives Wissen oder Lernen bekannt ist, werden Konzepte wie open software, open hardward, open knowledge, open government and governance zusammengefasst. Aspekte dieses Bereichs der Offenheit spielen für alle drei vorangehende Bereich auch eine wichtige Rolle. Wir werden gleich jeden dieser vier Bereiche noch etwas genauer betrachten.
  8. 8. Treiber & Vorbedingungen Sharing/Kollaborative Ökonomie
  9. 9. Was sind die Treiber dieser kollaborativen Ökonomie? Wir sehen vier Treiber am Werk. Nr. 1 Rasende Verbreitung technologischer Innovationen und Digitalisierung durch Internet & Smartphones. Nr. 2 Eine zunehmende Sehnsucht nach Gemeinschaft und Teilhabe nach Jahrzehnten autistischem Materialismus. Nr. 3 Ein wachsendes Umwelt-Bewusstsein und Achtsamkeit für die planetarischen Grenzen. Nr. 4 Ökonomische (Sach)Zwänge. Die Not als Mutter von Innovation. Die Treiber 2 & 3 stellen weitgehend eine Renaissance traditioneller Verhaltensweisen und alter Formen der Verbundenheit dar. Nichtdestotrotz können sie aufgrund ihres Bestebens den Status quo zu ändern, als Ausdruck sozialer Innovation betrachtet werden. Diese Treiber der sozialen Innovation verbinden sich mit den Treibern der technologischen Innovation und schaffen so eine neue disruptive Qualität, für die hier den Ausdruck KOLLABORATIVE INNOVATION prägen möchte. Wir betrachte diese Kollaborative Innovation sowohl als einen wichtigen Ursprung als auch kraftvollen Motor für die Werteverschiebung, die sich zunehmend entfaltet und das Wesen als auch den Lauf unserer Wirtschaft und Gesellschaft verändert.
  10. 10. Was sind Vorbedingungen für die kollaborative Ökonomie? Es lassen sich vor allem vier Vorbedingungen ausmachen: 1. Vertrauen: Digitale Technology, GPS, Soziale Netzwerke ermöglichen kollaborative Technologien wie z.b. Reputation Systeme die Vertrauen schaffen. Misstraute Fremde (strangers) werden zu Vertrauten (frangers) oder sogar Freunden (friends). 2. Wachsender Glaube an die Commons wird geschaffen durch Werteverschiebungen wie bei der Bedeutung des Privateigentums, Lebenstilen wie auch Lebenszielen 3. Ungenutzte Kapazitäten werden zunehmend als uneffizient und verschwenderisch wahrgenommen (klassische Beispiel: der Privatwagen 23/24 am Straßenrand stehend). 4. Wachsender Netzwerkeffekt der zunehmend bessere matchings ermöglicht und gegen Null tendierende Transaktionskosten. Je mehr sich diese Vorbedingungen verbessern – und alle vier tun dies – desto schneller und weiter wird sich die kollaborative Ökonomie ausbreiten.
  11. 11. Entwicklung/Evolution des Objektes Kollaborative Ökonomie
  12. 12. Welche Entwicklungen lassen sich beobachten? Diese Entwicklung zusammenfassend können vier Phasen unterschieden werden: Phase 1 Wir verbinden uns um Informationen zu teilen. Phase 2 Wir verbinden uns untereinander um soziale Netzwerke zu bilden. Phase 3 Wir verbinden uns um digitale Güter zu teilen Phase 4 Wir verbinden uns um reale Güter zu teilen und zugänglich zu machen. Kurzum: Sharing und gemeinschaftliche Nutzung erreicht neue Dimensionen Zum einen durch neue Technologien, zum anderen durch neue Erfahrungen und Bedürfnisse.
  13. 13. Entwicklung/Evolution des Subjekts Kollaborative Ökonomie Kollaborative Ökonomie 3.0 (TD) Counterantidisintermediation (Kleiner, D.) Plattform Kooperativismus (Scholz, T.) Kollaborative Ökonomie 2.0 (TD) Antidisintermediation (Kleiner, D.) Plattform Kapitalismus (Lobo, S.) Kollaborative Ökonomie 1.0 (Dönnebrink, T) Disintermediation (Kleiner, D.) Social Sharing (?)
  14. 14. Betrachten wir nun die Subjekte der kollaborativen Ökonomie, d.h. die Akteure und ihre Motivationen, lassen sich folgende Entwicklungsstufen darstellen, die ich mit den Begriffen kollaborative Ökonomie 1.0, 2.0 und 3.0 bezeichnen möchte. Ich sehe sie als eine Abfolge von sich aufeinander beziehenden Gegenströmungen. Sehr spannend finde ich die Überlegungen und Bezeichnungen von Dmytri Kleiner in: 2016 Trebor Scholz and Nathan Schneider (eds) „Ours to Hack and to Own“ Kap. 12 S. 63-68 Beziehungsweise andere Bezeichnungen die sich in eine Abfolge stellen ließen: 1. Social Sharing (unbek.) 2. Plattform Kapitalismus (Sascha Lobo u.a.) 3. Plattform Kooperativismus (Trebor Scholz)
  15. 15. Kollaborative Ökonomie 1.0 Mehr Kollaboration als Ökonomie Akteure: Hobbytreibende, Interessen-Netzwerke, Aktivisten, etc Motivationen: soziale, ökologische, ökonomische, Formen der Selbstverwirklichung, Gemeinschaftsbildung, Lust an Unterhaltung oder Beitragen zum Allgemeinwohl. Beispiele: Wikipedia, Linux, Couchsurfing, Carpooling (Teilen von Kosten) „Now what you get are social interaction. … It used to be harder to explain this, when I first wrote sharing nicely in 2004 I couldn’t just point at airbnb (etc.)… , but at that time I could also point unproblematically at things that were happening that were genuinely social opposed to essentially an overlaying market.” Yochai Benkler auf dem Kultursymposium in Weimar 2016-06-03
  16. 16. In der kollaborativen Ökonomie 1.0 liegt der Fokus mehr auf dem teilen und kollaborieren als auf der Ökonomie. Die Akteure sowie Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor alle: Hobbytreibende, Netzwerke um gemeinsame Interessen, Aktivisten, nicht-kommerzielle Entitäten etc. Und ihre Motivationen sind vielfältig und unterschiedlich: es können soziale, ökologische, ökonomische oder Formen der Selbstverwirklichung, Gemeinschaftsbildung sein oder einfach aus Lust an Unterhaltung, des Teilens oder Beitragen zu einem Allgemeinwohl. Beispiele sind: Wikipedia, Linux, oder die Anfänge von Couchsurfing etc. Yochai Benkler, Harvardprofessor und Autor von Büchern wie „The Wealth of Networks“ (Der Reichtum von Netzwerken) beschreibt es auf folgende Weise: “... Das Ergebnis sind soziale Interaktionen. Es war schwierig dies zu erklären als ich 2004 "Sharing nicely" geschrieben habe, da ich noch nicht auf airbnb o.ä. verweisen konnte, allerdings konnte ich damals auch ohne Probleme auf die sich entfaltende Entwicklung zeigen, da sie noch wahrhaftig sozial war im Gegensatz zu sich später überstülpenden Marktmechanismen.
  17. 17. Kollaborative Ökonomie 2.0 Mehr Ökonomie als Kollaboration Akteure: VC gesponserte Start-ups Motivationen: vornehmlich ökonomischer Natur Marktanteilen, Monopolstellungen, Profitmaximierung, Extraktion Beispiele: Uber, Airbnb, Facebook, etc. „Think about Google, Youtube, flickr, Uber, airbnb -all companies which do no longer pay anyone for creating content and services but enable us to do this and then they have a vacuum cleaner and suck the value out of our exchange system. ... 100% of the market value is privatized, captured and is not reinvested in the capacity of the users to con- tribute. This is the real problem..” Michel Bauwens @PlatformCoopBerlin#1 Event 2016-03-04
  18. 18. In der kollaborativen Ökonomie 2.0 ist der Fokus mehr auf der Ökonomie als auf dem Teilen und Kollaborieren. Die Akteure und Entwicklungs- und Veränderungstreiber sind vor allem: VC gesponserte Start-ups. Und ihre Motivationen sind vornehmlich ökonomischer Natur: Eroberung von Marktanteilen, Anstreben von Monopolstellungen, Maximierung von Profiten, Extraktion von Werten (in Form von Geld, Daten etc.) Einige der bekanntesten Beispiele sind: Facebook, Airbnb, Uber y Co. Michael Bauwens, Co-Fundador der P2P Stiftung drückt es auf unserem ersten PlatformCoopBerlin Treffen folgendermaßen aus: “Denkt an Google, YouTube, flickr, Uber, Airbnb etc.– alles Firmen, die niemanden dafür bezahlen um Content zu schaffen, sondern sie erlauben uns es zu tun und dann haben siie einen Staubsauger mit dem sie den Wert aus unserem Austauschsystem sagen ... 100% des Marktwertes ist privatisiert und nichts wird reinvestiert in die Subsistenz der Beitragsleister. Dies ist das Kernproblem."
  19. 19. Kollaborative Ökonomie 2.0 Beispiele >1,5 Mio. Auflistungen in 34.000 Städten/191 Ländern (Wikipedia) VC: 2.39 Milliarde. $* + 1 Milliarde Fremdfinanzierung 8 Runden/33 Investoren/ 10 Akquisitionen (Crunchbase) Börsenwert: 25+ Milliarden? >400.000 Fahrer in den USA (Katz/Krueger) en: 449 Städte/66 Länder (Wikipedia) VC: >10 Millarden $* 14 Runden/72 Investoren (Crunchbase) Börsenwerte: 80+ Milliarden? *es finden sich sich nicht übereinstimmende Daten selbst auf Crunchbase selber
  20. 20. Werfen wir einen schnellen Blick auf die Flagschiffe dieser kollaborativen Ökonomie 2.0: Airbnb y UBER. Hier einige Zahlen welche ihre globale Ausdehnung, ihr finanzielles Potential, ihren spekulativen Wert und ihre geringe und exklusive Basis von Investoren und somit Besitzern. Innerhalb weniger Jahre bietet beispielsweise airbnb mehr Betten an als die größte Hotelkette und sie erreichen dies mit einem Bruchteil der Angestellten und erreichen an der Börse eine höhere Bewertung.
  21. 21. Uberisierung, Monokultur & Werte-Extrahierung Foto:http://venturebeat.com/2014/09/11/yes-a-build-your-own-uber-for-x-kit-costs-only-400/ Foto:syndicatspgic.frFoto:http://www.scriptonitedaily.com
  22. 22. Natürlich werden hier Airbnb und UBER nur pars pro toto für eine gesammte Gattung genannt. Viele Startups dieser Kategorie beginnen ihren Pitch mit: "Wir sind das airbnb, oder wir sind das UBER für X." Wobei X für eine x-beliebige Industrie, einen Lebensbereich oder ein bestimmtes Bedürfnis besteht. Bezüglich ihrer Ideen, Implementierungen und Ausgestaltungen zeigen sich die Startups facettenreich und kreativ. Allerdings lässt die Kreativität und Vielfalt rapide nach wenn es um Besitz- und Entscheidungsmodelle, wenn es um Ownership and Governance, geht. Hier herrscht meist eine Monokultur die - wie in der Landwirtschaft – schädlich und langfristig nicht nachhaltig ist. Der Begriff Uberisierung lässt sich nicht nur auf einen technischen Aspekt einer Plattform, eines Apps oder auf die Ermöglichung einer Peer-to-Peer Transaktion beziehen, sondern auch als Ausdruck einer Verengung der Designs und der Handlungsoptionen auf die des neoliberalen und libertären Silicon Valley. Und somit zeigt sich oftmals folgender Entwicklungspfad: Suche und Implementierung lediglich der Ideen mit Marktwert, d.h. die im Markt verkauft werden können. Anziehung großer Mengen von Venture Capital Skalierung und Anstrebung von Monopolstellungen um einen Börsengang oder einen schnellen und lukrativen Verkauf anzustreben, der einen hohen return on investment garantiert. Und alles Weitere wird - im besten Falle - dieser Logik untergeordnet – spätestens wenn das Risikokapital und damit die inherenten Sachzwänge das Steuer übernehmen. Die Präsenz und der Eindruck von Erfolg welche Namen wie UBER und Airbnb wie auch die Geschäftsmodelle und Philosophien, die sie representieren in den Medien, wie auch den Köpfen junger Entrepreneure wie auch Investoren mit Gewinnmaximierungsabsichten hinterlassen ist enorm. Es scheint, dass der Satz von Margret Thatchers TINA: “There is no alternative” noch immer kräftig nachhalt.
  23. 23. Plattform Kapitalismus, Kapitalismus auf Steroiden & das 1%
  24. 24. Ist es daher verwunderlich, dass am Ende aus dem Prozess herauskommt, was am Anfang hineingesteckt worden ist? Sascha Lobo hat in seinem Spiegel Online Artikel 2014 den Begriff Plattform Kapitalismus geprägt. Und Jeremiah Owyang betonte in seiner Keynote beim OuiShare Fest 2015, dass die VC, dass heißt die Venture Kapitalisten - in einer sehr kurzen Periode – ca. 12 Milliarden $ in die kollaborative Ökonomie investiert haben. Mit dem Ergebnis, dass der Großteil der Startups und mit ihr die kollaborative Ökonomie den Superreichen gehört und durch sie geleitet und bestimmt wird. Und Douglas Rushkoff, Autor des Bestsellers: „Throwing rocks at the Google Bus“ resumiert in seiner Rede bei der South by Southwest (SXSW) Konferenz, dass „die digitale Technologie sollte den Beginn einer Ära des Wohlstands einläuten, aber bisher hat sie lediglich den industriellen Kapitalismus auf Steroide gesetzt. Missionen von soziale Netzwerken werden auf Datenmining reduziert und Banken verschreiben sich Algorithmen anstatt sich auf Investitionen zu konzentrieren -alles im Namen des Wachstums. Es werden Start-ups für Milliarden verkauft, -aber sie zerstören mehr Beschäftigung und Märkte als sie schaffen." Daher fordert Rushkoff eine neues Betriebssystem für die digitale Wirtschaft und sagt in seinem Buch: "In dem Moment in dem wir aufhören die digitale Ökonomie nur auf das Wachstums des Kapitals hin zu optimieren und stattdessen beginnen es zu optimieren für die Zirkulierung von Werten zwischen Menschen, wird alles sehr schnell besser werden."
  25. 25. Kollaborative Ökonomie 3.0 = z.B. Plattform Kooperativismus Teilhabe an Besitz und Einfluss Akteure: Stakeholders -> Shareholder Motivationen: Teilhabe/Einfluss auf Produktionsmittel, Befreiung von Abhängigkeit Und Willkür externer Interessen, gerechtere Verteilung von Werten etc. Beispiele: Fairmondo, Stocksy, WeChance, tapazz platform cooperativism is about cloning the technological heart of online platforms and puts it to work with a cooperative model, one that puts workers, owners, communities, and cities in a kind of solidarity that leads to political power. Trebor Scholz: @PlatformCooperativism Conference in NYC 2015-11-12
  26. 26. Jetzt manifestiert sich die kollaborative Ökonomie 3.0. Zum Einen als Gegenbewegung der Kommerzialisierung und Vereinnahmung (im wahrsten Sinne des Wortes) der kollaborativen Ökonomie Und zum Anderen als menschlichere Alternative. Der Plattform Kooperativismus ist eine Ausformung dieser kollaborativen Ökonomie 3.0. Es wurde verstanden, dass es nicht ausreicht Zugänge zu schaffen, sondern was fehlt ist, dass Stakeholder einer Plattform auch deren Shareholder (Mitbesitzer und -entscheider) werden. Nur so kann Mitentscheidung bei Produktionsmitteln gewährleistet und eine Befreiung von Abhängigkeit und Willkür durch externe Entitäten, die andere Interessen verfolgen, sichergestellt werden. So wird vermieden, dass die auf den Plattformen geschaffenen Werte nicht extrahiert und in wenigen Händen konzentriert und somit noch mehr Ungleichheiten geschaffen werden, sondern dass diese mehr verteilt werden und somit mehr Gleichheit erzeugen. Existierende Beispiele von Plattform Kooperativen sind: Fairmondo, Stocksy, WeChance etc. – Mehr Beispiele folgen. Trebor Scholz, Professor an der New School Universität in New York City und Organisator der Platformcoop Konferenz, definiert eine Platform Kooperative folgendermaßen: „es handelt sich um das Klonen des technischen Herzens von digitalen Plattformen und das Einsetzen in ein kooperatives Modell, eins, welches Arbeiter, Besitzer, Community und Städte in eine Solidaritätsbeziehung bringt und zur politischen Macht führt."
  27. 27. Plattform Kooperativismus Komponenten Open Source Commons orientiert /nicht kommerziell offen (geschützt) Inklusiv 1.0 mehr oben Gemein- o. Gruppen- wohl orientiert Kollaborative Ökonomie 2.0 mehr unten Partikularinteressen- o. Profit orientiert Proprietär Profit orientiert kommerziell geschlossen (Patent) exklusiv 1.0 mehr oben Mitglieder / Gemeinwohl orientiert Genossen- schaftswesen 2.0 mehr unten Gruppenwohl orientiert Nicht-Mitglieder Plattform Koopera- tivismus Open Coops CBPP* *Commons basierte Peer-Produktion Schaubild: @TDoennebrink 2015/11
  28. 28. Die neue und disruptive Kollaborative Ökonomie (3.0) trifft Das traditionsreiche und erfahrene Genossenschaftswesen Problem: Bisher haben beide Gruppen kaum Kenntnis voneinander und Erfahrung miteinander. Eine Kollaboration bzw. Konvergenz liegt jedoch meines Erachtens auf der Hand und im Interesse beider. Wer schafft Werte auf einer Plattform? Es sind v.a. die User, bzw. die Prosumer, oder auch die Gesamtheit der stakeholder. Die Stakeholder zu Shareholdern zu machen wäre eine wäre eine Übertragung des traditionellen Genossenschaftsgedanken – und Erfahrungen auf die Online Plattformen wird der bisherigen Internetökonomie eine neue, sozialere, distributivere, demokratischere und somit langfristig nachhaltigere Ausrichtung und Prägung geben. Und jetzt stellen wir uns einmal vor (bezogen auf Deutschland) Tausende von Genossenschaften (in Deutschland 8.800), mit ihren Millionen von Mitgliedern (20 Mio) und - Dank der 1000- Coop-Banken - Milliarden von Kapital gehen eine Koalition mit der neuen kollaborativen Ökonomie 3.0 ein. Welch ein Potential! Vor allem wenn die Kollaboration der PlatformCoops in einem kooperativen Ökosystem sich auch auf das pooling von Ressourcen bei Entwicklung, Aufbau und Wartung einer Core Plattform bezieht. Hier kommt auch (die) Open Source (Bewegung) ins Spiel.
  29. 29. Platform Cooperativism Conference *2015/11 www.platform.coop
  30. 30. Referenzen: Plattform Kooperativismus Hier sei auf einige Quellen für die weitere Lektüre bzw. Recherche verwiesen www.platform.coop Die offizielle Seite der PlatformCoop Conference an der New School University in NYC. Hier finden sich alle Informationen bezüglicher der ersten beiden Plattform Kooperativismus Konferenzen im November 2015 und 2016 in NYC (Programm, Speaker, Events, Videos, etc.) sowie weitere Informationen zu Ressourcen, Geschichten, Buchverweise. www.internetofOwnership.net Dient der community als weitere PlatformCoop Register, Bibliothek, Blog und zu Information Zu Aktionen und Campagnen wie #BuyTwitter / #WeAreTwitter Des Weiteren gibt es eine Reihe von PlatformCoop Facebookgruppen PlatformCoopBerlin – PlatformCoopBarcelona – PlatformCoopValencia Beispiele lokaler bzw. überregionale Gruppen .Rise of the Digital Cooperative als internationales Bulletinboard.
  31. 31. Platform Cooperativism Consortium *2016-11-11 www.platformcoop.newschool.edu
  32. 32. Plattform Kooperativismus Konsortium Auf der 2. Plattform Kooperativismus Konferenz in NYC wurde am 11.11.2016 das Plattform Kooperatismus Konsortium gegründet. Hier vier Beispielseiten des Internetauftritts des Konsortiums unter www.platformcoop.newschool.edu 1. Die Mission 2. Die 10 Aktivitätsbereiche: (Forschung, Interessensvertretung, Bildung, Design & Experimentierfelder, Antragsentwicklung, Solidarität, Funding, rechtliche Beratung, Dokumentation & Mapping, Speaker Büro. 3. Die Gründungsorganisationen (inklusive OuiShare) sowie 4. Auflistung der Beitragenden und Forscher.
  33. 33. Was ist eine Plattform? Firma (Box) Plattform (Netzwerk) Ökosystem (Medium) Quelle: Simone Cicero @meedabyte
  34. 34. Was ist nun eine Plattform? Es ist - dank technischer, sozialer und kollaborativer Innovationen und dank eines Wertewandels – eine neue Form von Kommunikation, Produktion, Interaktion und eine neue Möglichkeit seine Bedürfnisse zu befriedigen – jenseits traditioneller Intermediäre wie dem Staat oder privaten Firmen. Dies bedingt, dass Staaten, Regierungen und Firmen, sowie ihre Praktiken, Handlungsgewohnheiten und Geschäftsmodelle unter Innovationsdruck geraten. Es ergibt sich ein Entwicklungspfad von geschlossenen und auf Konkurrenz basierten Modellen hin zu Modellen die zunehmend offen und kollaborativ sind. Eine Plattform, so wie hier in der Graphik des platform design toolkits von Simone Cicero als zweiter Kreis um den ersten Kreis als Repräsentant der traditionellen Firma gezeichnet, kann einerseits als Expansion oder Outsource-Gebiet der Firma, als auch deren Auflösung gesehen werden.
  35. 35. Entwicklungstendenzen / Verschiebungen Produkt Service Marktplatz Plattform Commons? EGO System Monodirektional Produktion/Bereitstellung ECHO bzw. ECO System Bi- /Multidirektional Co-Produktion/Co-Creation
  36. 36. Folgende These: Es gibt eine Entwicklungsrichtung von der Produktion und dem (Ab)Verkauf von Produkten hin zu Dienstleistungen. Dies kann noch in einem klassischen Rahmen, d.h. den traditionellen Dichotomien: Produzenten vs. Konsumenten, Versorger vs. Klienten, Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer, Regierende vs. Regierte stattfinden, Lassen Sie es uns: EGO System nehmen aufgrund seiner unilateralen Ausgerichtetheit. Der Fokus liegt auf der Produktion und der Bereitstellung. Aber die Entwicklung bzw. Verschiebung hört hier nicht auf, sondern setzt sich weiter in Richtung Marktplätze und noch weiter Richtung Plattformen fort. Der Übergang von Marktplätzen zu Plattformen ist etwas unscharf, lässt sich aber anhand der Grade von Öffnung, von Rollen- und Optionsvielfalt, wie auch Möglichkeiten der Partizipation und Selbstverwaltung ziehen. Die Abgrenzung ist nicht immer klar und hängt auch wohl vom Blickwinkel ab. Aufgrund seiner bi- bzw. multidirektionalen Ausrichtung und seines Fokus auf Co-Produktion und Co-Creation kann man hier von einen ECHO System (im Sinne von Resonanz) bzw. einem ECO System (im Sinne eines breiten interrelationalen Umfeldes) sprechen. Hier bewegen wir uns jetzt in einem neuen Paradigma.
  37. 37. Sharing-Ansätze: Definitionen? Typologisierungen? Sprachgebrauch? Nach Botsman, 2013 gibt es keine einheitliche & vereinbahrte Definition der kollaborativen Ökonomie, http://www.fastcoexist.com/3022028/the-sharing-economy-lacks-a-shared-definition
  38. 38. Sharing-Ansätze: Definitionen? Typologisierungen? Sprachgebrauch?
  39. 39. Ende 2014 gab es aus der Berliner Senatsverwaltung Wirtschaft, Technologie und Bildung heraus das Interesse der Frage der Sharing und Collaborative Economy in der Stadt nachzugehen. Als Viererteam wurden wir beauftragt eine kleine Potenzialanalyse zu schreiben. In diesem Kontext habe ich einen Vorschlag für einen Satz von 15 Indikatoren und Aspekten ausgearbeitet, die helfen sollten Sharing und Kollaborative Ansätze zu definieren bzw. differenzieren, bzw. einer Diskussion zu Klassifizierung, Typologisierung, Sprachgebrauch und Taxonomie anzuregen. Der link zum Google Doc bitly.com/Indikatoren-CollaborativeEconomy bzw. bitly.com/Indicators-CollaborativeEconomy wurde einerseits mit einem Aufruf in den Netzwerken veröffentlich und andererseits eingearbeitet in das gut 30 seitige Paper für den Senat mit dem Titel: Von der geteilten zur teilenden Stadt. Berlin auf dem Weg zur Sharing City. Bei Interesse finden Sie die Potenzialanalyse mit den 15 Indikatoren- vorschlägen im Internet - etwas versteckt und erst auf eine kleine politische Anfrage und nach 15 monatigem Schubladendasein unter berlin.de/sen/wirtschaft bzw. auf Sharingberlin.de/potenzialanalyse. Und auch in den Netzwerken wurde zwar die Wichtigkeit kommentiert, aber neben einigen kurzen Feedback von Michel Bauwens und anderen wollte sich allerdings niemand an das trockene Brot der Taxonomie und Klassifizierung heran arbeiten. Und somit gilt auch heute noch: Es scheint vor allem das Bauchgefühl oder die Selbstdefinition zu sein welche eine Firma, eine Plattform oder ein Projekt zum Teil der Share oder Collaborative Economy werden lässt - oder eben nicht. Meine Anregung war: Ein Satz von Indikatoren (Aspekten) kann einen wertvollen qualitativen Rahmen setzen. Und nachdem ein gewisser Konsenz für einen bestimmten Satz von Indikatoren gefunden worden ist - es sollten aus pragmatischen Gründen so wenige und so prägnant formuliert wie möglich, aber so viele und so ausführlich wie nötig sein - könnte dieser im Bezug auf unterschiedliche Entitäten und Aktivitäten getestet werden um zu sehen welche zutreffen und welche nicht. Bzw. bis zu welchem Grad. Letzteres würde eine weitere Gradifizierung bzw. Quantifizierung für jeden Indikator oder Aspekt benötigen, z.B. von 1- 5 oder verbal in From von: “trifft sehr zu” vs. “ trifft gar nicht zu” oder so ähnlich. Dies würde weitere Differenzierungen und Quantifizierungen für eine bessere Evaluation, Vergleich und Klassifizierung – oder eventuell sogar Förderung oder Besteuerung, Erlaubnis oder Verbot ermöglichen. (Vorbild hier die EEK Energie-Effizienzskala von Haushaltsgeräten)
  40. 40. Sharing-Ansätze: Definitionen? Typologisierungen? Sprachgebrauch? Vorschlag von 15 Indikatoren als Bewertungskriterien 01 Lokal wertschöpfend (vs. wertabfließend) 02 Resilienz fördernd (vs. Krisenanfälligkeit) 03 Eigentum streuend (vs. Eigentum konzentrierend) 04 Optionsausweitung & Rollenvielfalt (vs. Options‐ & Rollenbegrenzung) 05 Selbst‐ & Mitbestimmung (vs. Fremdbestimmung) 06 Selbst‐ & Mitgestaltung (vs. Gestaltungsvorgabe) 07 Gemeinschafts‐ bzw. beziehungsfördernd/ inkludierend (vs. Isolierend/ exkludierend) 08 Gemeinschaftliche Nutzung (vs. ausschließliche/ Individual‐Nutzung (Abverkauf, Einweg) 09 Offenheit & Transparenz (vs. Silos & Intransparenz) 10 Horizontal (Peer) (vs. hierarchisch) 11 Ressourcen schonend/Kreislaufwirtschaft (vs. Ressourcen verbrauchend /Einweg) 12 Teilhabe‐ & Gestaltungsvielfalt über Geld hinaus (vs. nur über Geld) 13 Vertrauensbildend (vs. vereinzelnd) 14 Gemeinwohlorientiert (vs. Partikularinteressen) 15 Grundbedürfnisse befriedigend (vs. Luxusbedarf/ Verschwendung
  41. 41. Sharing-Ansätze: Definitionen? Typologisierungen? Sprachgebrauch? Nach Albert Canigueral https://es.linkedin.com/in/albertcanigueral http://oikonomics.uoc.edu/divulgacio/oikonomics/es/numero06/dossier/acanigueral Positive Nebenprodukte kollaborativer Ökonomie aus gesellschaftlicher & ökologischer Sicht • Aus weniger Ressourcen mehr machen • Ein effizienterer Gebrauch mit dem Selben. • Verbreitung des Prinzips, dass Zugang besser ist als Besitz (Kelly, 2009) • Schaffung von Abundanz in der Gesellschaft (absolut bei digitalen, relativ bei realen Gütern) • Bürger werden selber zu einem gewissen Grad zu wirtschaftlichen Agenten, in der Lage Werte zu generieren und mit anderen Bürgern in direkter Weise auszutauschen. • Bandbreite von Austauschmodalitäten: via Geld (Miete, Kauf-Verkauf) aber auch via Dreieckstauscha, soziale oder andere Währungen, Schenkung, kostenloser Verleih • So Verbreitung von Autosuffizienz auf Ebene kleiner Gruppen und gleichzeitiger Betonung der Interdependenz mit der Gesellschaft
  42. 42. Sharing-Ansätze: Definitionen? Typologisierungen? Sprachgebrauch? Sharing Business Model Compass Zur Evaluierung von Verantwortlichkeit einer Plattform – nach Cohen/Munoz 2016
  43. 43. Boyd Cohen, Prof. @EADA Business School und Pablo Muñoz, Prof. @ University of Leeds Der Sharing Business Model Compass, ist kein Werkzeug für einfache Klassifizierung, sondern ein dynamisches Modell um die Kräfte der Firmen/Akteure zu verorten, die sich auf dem Feld der kollaborativen Ökonomie bewegen (wollen). Der Sharing Business Model Compass besteht aus sechs Dimensionen charakteristisch für Geschäftsmodelle der kollaborativen Ökonomie: Technologie, Transaktion, Handlungsmotivation, Ressourcenteilung, Governance Model und Plattformtypus Jede Dimension hat drei Gradierungen: Vier Dimensionen (Transaktion, Handlungsmotivation, Goverance Model und Plattformtypus) bewegen sich auf dem Kontinuum von Markt Sharing (Profit- Exitstreben) zu Commons Sharing (Gemeinwohlstreben). Zwei Dimensionen (Technologie und Ressourcenteilung) bewegen sich nicht auf einem Kontinuum zwischen besagten Polen, sondern beide Pole können sich einer der drei Optionen bedienen. Ein gutes Werkzeug für Regierungen und Regulierungsbehörden zum besseren Verständnis der Nuancen und angemesseneren Regulierung/Deregulierung von Sharing Aktivitäten What's a «Responsible Sharing Economy Startup»? http://www.shareable.net/blog/whats-a-%E2%80%9Cresponsible-sharing-economy- startup%E2%80%9D
  44. 44. Sharing-Ansätze: Definitionen? Typologisierungen? Sprachgebrauch? By Javier Creus https://es.linkedin.com/in/javicreus
  45. 45. Sharing-Ansätze: Definitionen? Typologisierungen? Sprachgebrauch?
  46. 46. Modell pentagrowth.com von Javier Creus. Mit seinem Team hat er 50 Organisationen untersucht, die zwischen 2008 and 2013 jährlich mehr als 50% /Jahr gewachsen sind. (Bsp.: Wikipedia, Spotify, Airbnb u.a.) Es fasst in 5 Hebeln die Schlüsseldimensionen zusammen, 1. Connect (Network): Je größer die Anzahl der Knotenpunkte (nodes) die eine Entität in der Lage ist zu verknüpfen, desto größer das Wachstumspotential (hier in der wachsenden Gradierung: sozial, mobile, IOT) 2. Collect (Inventar): Je geringer der interne Aufwand, den eine Entität braucht um verfügbares Inventar aufzubauen, desto größer das Wachstumspotential (hier in der wachsenden Gradierung: Zentralisiert, dezentralisiert, Commons) 3. Empower (Nutzer): Je mehr eine Entität die Kapazitäten der Nutzer nutzen kann, desto größer das Wachstumspotential (hier in der wachsenden Gradierung: Nutzer (1 Rolle), Nutzer/Produzent (2 Rollen) Mehrere/beliebige Rollen) 4. Enable (Partner): Je größer die Anzahl der Partner die das von der Entität bereitgestellte tool nutzen um ihr eigenes Geschäft aufzubauen, desto größer das Wachstumspotential (hier in der wachsenden Gradierung: Zur Verfügungstellung, Co-Märkte, Co-Kreierung) 5. Share (Wissen): Je größer die community, die einen Gemeinschaftsinn mit dem Ressourcenbesitz der Entität entwickelt (Identifikation), desto größer das Wachstumspotential (hier in der wachsenden Gradierung: Proprietär, Nicht-kommerziell, Offen)
  47. 47. Sharing-Ansätze: Definitionen? Typologisierungen? Sprachgebrauch? By Sharon Ede http://au.linkedin.com/in/sharonede Value: Who benefits? • Commodify vs commonify • Extractive vs. Regenerativ Power: Who owns it? • Centralised vs. Distributed • Exclusive vs. Inclusive/Participatory • Mediated vs. Disintermediated https://docs.google.com/document/d/1FhvZqBX05_-J9UDjdj_6bewLx2du-q1bbDpisGrJNRE/edit
  48. 48. Bewertung von Nachhaltigkeitseffekten? PICO Les Pionniers du Collaboratif Neue Lösungsansätze für kollektive Nachhaltigkeits- Entwicklungsherausforderungen? Wie können pol. Entscheidungsträger Initiativen „öffentlichen Interesses“ unterstützen? Kernaussagen • In einige Fällen ist das Überkommen geplanter Obsoleszenz, Abfallvermeidung Kernmotivation. • P2P Marktplätze kann Abfall reduzieren, möglicher Rebound & lokaler Austausch sind entscheidend. • Neuen Nachhaltigkeitslösungen stehen adminis- trative Silos und etablierte Praktiken entgegen. • Trotz gewisser Unterstützung mangelt es v.a. im Bereich Kommunikation und starken Partnerschaften http://www.iddri.org/Themes/01-PicoPaper_ISSUE-BRIEF_EN.pdf
  49. 49. Bewertung von Nachhaltigkeitseffekten? Estudio de VIBBO (2016) Einsparungseffekte von 5 Second-Hand Platformen aus S/N/F/E/I in Tonnen CO2, Sofas, Flügen MAD-NYC Einige Zahlen • VIBBO 10 Mio. Use-cases 930 Mio Umsatz • Subito fast 4x, Leboncoin fast 10x? • Motivationen: Kostenvorteil, Nutzen für andere, verantwortliche Konsum • Total 12.5 Mio t CO2 = 3 Jahre Verkehr in Paris http://www.consumocolaborativo.com/2016/04/21/el-mercado-de-segunda-mano-ahorro-700-000-toneladas-de-co2-al-medio-ambiente-en-2015/
  50. 50. Nachhaltigkeitseffekte: Studien & Links Empfehlungen aus dem OS Netzwerk • Heinrichs (2013), "Sharing Economy A Potential New Pathway to Sustainability" www.n.ereserve.fiu.edu/GLRESF274.46.pdf • Leismann et al. (2013), "Collaborative Consumption Towards a Resource-Saving Consumption Culture” www.mdpi.com/2079-9276/2/3/184/pdf • Cohen and Kietzmann (2014), “Ride On! Mobility Business Models for the Sharing Economy”, www.papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2519349 • Daunorienė et al. (2015) "Evaluating Sustainability of Sharing Economy Business Models" www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1877042815058413 • Demailly & Novel (2014) "The sharing economy make it sustainable” http://www.iddri.org/Evenements/Interventions/ST0314_DD%20ASN_sharing%20economy.pdf • ESADE: „We Share. Who Wins: unravelling the controversies of the collaborative economy“ http://www.slideshare.net/ESADE/antenna-for-social-innovation-controversies-collaborative-economy •Reparatur http://www.millorquenou.cat/cat/reparat • Elektronikverwertung http://www.ereuse.org/en/ • Lebensmittelverwertung http://www.consumocolaborativo.com/2015/11/09/nace-yonodesperdicio-la-primera-app-contra-el-desperdicio-de-comida Einschätzung: Weniger Konsum/Verbrauch von Produkten, aber mehr Dienstleistungen -> positiver Effenkt auf Ressourcengebrauch. Aber auch neuer Konsum aufgrund geringem Preis oder mehr Convenience. Übereinstimmend: Aufgrund der Komplexität, Rebound-Effekten und Interdependenzen erscheinen metrische Erhebungen schwierig oder Wenig aussagekräftig – v.a. bei langfristigen Studie und schnellen Innovationszyklen. (Als Teammitglied des ESADE Social Innovation Institute: kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie oben: „Solange Plattformen keine Maktrodaten teilen, ist es schwierig unabhängig Schlussfolgerungen zu ziehen.“ Dank an: Hugo Guyader (S) Albert Cañigueral (E) Esther Val (E)
  51. 51. Sharing-Ansätze: Verstärkte Nutzung & Identifizierung von win-win Optionen ALLGEMEINE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 1. Wahrnehmen & Sensibilisieren 2. Verstehen & differenzieren 3. Regulieren & deregulieren 4. Wertschätzen, sichtbar machen & fördern 5. Kooperieren & integrieren 6. Profilieren & proaktiv agieren KONKRETE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN (Ausw.) 1. Verwaltungsübergreifende AGs 2. On- & Offline Plattformen für Kollaboration 3. Gesetzesinitiativen pro bürgl. Engagement, Non-profit & kooperativer Rechtsformen 4. Allianz europäischer Sharing Cities 5. Initierung europäischer Sharing City Resolution 6. Gütesiegel ökosozialer Sharing-Produkte
  52. 52. Wie können Nutzer motiviert werden Sharing-Ansätze verstärkt zu nutzen und damit eine weitere Verbreitung und intensivere Nutzung solcher Ansätze gefördert werden? Welche Win-win-Optionen lassen sich mit Blick auf unterschiedliche Sha- ring-Ansätze identifizieren? Gegenfrage: Sollen Nutzer überhaupt motiviert werden Sharing-Ansätze verstärkt zu nutzen? Weitere Verbreitung finden, bzw. intensiver nutzen? Ich würde sagen es kommt darauf an. Sowohl auf den Kontext, als auf die erzielte (Langzeit)Wirkung ((v.a. kurzfristige convenience vs. Langfristige Nichtnachhaltigkeit). Eher Win-Win bei multistakeholder, inklusiven, distributiven und Gemeinwohl orientierten Sharing Ansätzen Weniger/kaum/kein Win-Win bei Konzentrierung, Monopolisierung, exklusiven, extraktiven, exploitativen und Partikularinteressen orientierten Sharing Ansätzen. Verweis auf die sechs allgemeinen Handlungsempfehlungen verweisen, die abschließender Bestandteil unser – vom Berliner Senat beauftragten – Potentialanalyse war und sukzessive aufeinander aufbauen. ALLGEMEINE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN 1. Wahrnehmen & Sensibilisieren 2. Verstehen & differenzieren 3. Regulieren & deregulieren 4. Wertschätzen, sichtbar machen & fördern 5. Kooperieren & integrieren 6. Profilieren & proaktiv agieren „A revolution doesn‘t happen when society adopts new tools, it happens When society adopts new behaviour“ Clay Shirky
  53. 53. Vielen Dank! Thomas Dönnebrink OuiShare Connector Germany Freelancer Collaborative Economy www.about.me/thomasdoennebrink thomas@ouishare.net @tdoennebrink +49 176 32335744 Illustrationen von Thuy Chinh Duong chinh@harry.do @chinhzilla Besonderer Dank @AlbertCanig
  54. 54. Sharing-Ansätze: Verstärkte Nutzung & Identifizierung von win-win Optionen Einige Gesetze mit Nachhaltigkeitsimpact 1. Schweden: Reparatur MwSt 25% -> 12%, 50% der Arbeitskosten steuerlich absetzbar. 2. Frankreich: Solarzellen oder Begrünung als Bedachung bei Neubau. 3. Frankreich: Verbot von Plastikgeschirr 4. Frankreich: Geplante Obsoleszenz unter Strafe 5. Barcelona: 2050 – 100% Altern. Energie – 50% Produktion/Landwirtschaft aus eigener Region 6. Helsinki: 2025 – Privatautos aus der Innenstadt verbannt.

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