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Gemeinwohlorientierte Plattformökonomie aufbauen - Politische Rahmenbedingungen schaffen

Politische Rahmenbedingungen schaffen: Eine gemeinwohlorientierte Plattformökonomie aufbauen – aber wie? Die Shareholder-Value-orientierte Ausrichtung der Plattformökonomie kommt nur wenigen zugute. Plattform-Genossenschaften eröffnen die Chance, eine gemeinwohlorientierte Alternative aufzubauen. Voraussetzung hierfür aber ist eine enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. 4-seitiger Schwerpunktartikel erschienen in der Fachzeitung ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33) https://www.oekom.de/zeitschriften/oekologisches-wirtschaften.html Autoren: Von Ela Kagel, Markus Sauerhammer, Thomas Dönnebrink und Jonas Pentzien

1 of 4
‌Die Digitalisierung führt zu einer Vielzahl von Umwälzun-
gen in Gesellschaft und Wirtschaft. Dies zeigt sich beson-
ders deutlich in der Entwicklung der Plattformökonomie. Di-
gitale Plattformen wie Airbnb, Facebook oder Amazon Mecha-
nical Turk ermöglichen verschiedene Arten der Interaktionen
und Transaktionen. Einige spezialisieren sich auf die Vermitt-
lung von Dienstleistungen, andere wiederum bieten die Leis-
tung ganzer Abteilungen von Unternehmen als On-Demand
Dienstleistungen an. Was jedoch alle Plattformen verbindet
(und sie von traditionellen Unternehmen unterscheidet), ist,
dass sie sich als vermittelnde Schnittstelle zwischen Anbieter/
innen und Konsument/innen schalten.
Diese besondere Stellung erlaubt es ihnen nicht nur, sich
Zugang zu Informationen über alle an der Transaktion betei-
ligten Individuen und Gruppen zu verschaffen, sondern auch,
die grundlegenden Rahmenbedingungen von Interaktion im
Internet zu bestimmen. Plattformen werden somit verstärkt
zu den zentralen „Infrastrukturen des digitalen Zusammenle-
bens“ (Seemann 2017).
Das Geschäftsmodell digitalen
­Infrastrukturen
Das Geschäftsmodell dieser digitalen Infrastrukturen lässt
sich anhand zweier Aspekte charakterisieren: Auf der einen
Seite zielen sie darauf ab, vormals nicht digital vermittelte
Transaktionen in die von ihnen geschaffene Struktur zu inte-
grieren und dadurch finanziell an ihnen beteiligt zu werden.
So wird die Buchung eines Zimmers heutzutage größtenteils
nicht mehr direkt beim Hotel getätigt, sondern vermehrt indi-
rekt über Vermittlungsplattform wie booking.com. In diesem
Prozess werden Plattformen selber zu Marktplätzen, da Anbie-
tende von Leistungen auf der von der Plattform bereitgestellten
Infrastruktur um potentielle Kund/innen konkurrieren (Ken-
ney & Zysman 2016). Auf der anderen Seite versuchen Plattfor-
men aber auch, ihren Profit zu steigern, indem sie die auf die-
sen Plattform-internen Märkten gewonnenen Informationen
über Anbietende und Nachfragende verarbeiten und weiterver-
kaufen (Srnicek 2018). Den Daten der Nutzer/innen kommt im
Kontext der Digitalisierung ein besonderer Stellenwert zu, da
sie von Firmen zur Optimierung ihrer Produktionsprozesse
herangezogen werden können.
Der Wert, den die Dienste einer Plattform für jede/n ein-
zelne Nutzer/in bieten, steigt dabei, umso größer die Gesamt-
anzahl der Nutzer/innen ist. Ein soziales Netzwerk wie Face-
book beispielsweise wird umso attraktiver, je mehr Bekannte
darauf anzutreffen sind. Dieses Phänomen, das in der For-
schung unter dem Begriff der Netzwerkeffekte verhandelt wird,
verstärkt einerseits die Tendenz zur Entwicklung von Mono-
polen und führt andererseits zu einer hohen Konzentration
von Macht bei den Besitzer/innen der Plattformmodelle. In
Deutschland sind dies vor allem durch Wagniskapital unter-
stützte Startups. Aufgrund dieses Phänomens der Netzwerk-Ef-
fekte ist es für Plattformen überlebenswichtig, auf einem neu
erschlossenen Markt innerhalb kurzer Zeit hohe Marktanteile
zu erzielen. Somit verfolgen die beteiligten Akteure, Wagnis-
kapitalgeber/innen wie auch Startup-Gründer/innen, zunächst
das Ziel des schnellen Wachstums. Dabei müssen die Unter-
nehmen unter Umständen in Kauf nehmen, kurzfristig keine
oder sehr geringe Gewinne zu erzielen. Die Aussicht, im Opti-
malfall via Monopolstellung und Monopolrendite jedoch lang-
fristig profitabel zu werden, beschert ihnen dennoch eine hohe
Marktbewertung. Diese soll es ermöglichen, im Falle eines
schnellen „Exits“ (der Veräußerung eines Unternehmens an
den Kapitalmarkt oder ein größeres Unternehmen) eine hohe
Kapitalrendite zu sichern.
Jenseits des Shareholder-Values
Problematisch an diesen extraktiven Praktiken ist, dass
sie nicht selten auf Kosten vieler gehen und oftmals nur we-
nigen zugutekommen. In Deutschland ist die Politik derzeit
noch unschlüssig, wie sie auf diese mit dem Aufkommen der
Plattformökonomie in neuen Dimensionen auftretenden Pro-
bleme reagieren soll. Die aktuelle Gesetzeslage verstärkt die
Probleme häufig sogar noch. Da staatlich geförderte Instru-
mente der Wachstumsfinanzierung wie „INVEST – Zuschuss
für Wagniskapital“ oder der High-Tech-Gründerfond derzeit
Politische Rahmenbedingungen schaffen
Eine gemeinwohlorientierte Plattform-
ökonomie aufbauen – aber wie?
Die Shareholder-Value-orientierte Ausrichtung
der Plattformökonomie kommt nur wenigen
­zugute. Plattform-Genossenschaften eröffnen die
Chance, eine gemeinwohlorientierte ­Alternative
auf­zubauen. Voraussetzung hierfür aber ist eine
enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen ­
­und zivilgesellschaftlichen Akteuren.
Von Ela Kagel, Markus Sauerhammer,
Thomas Dönnebrink und Jonas Pentzien
20 ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33)
SCHWERPUNKT: Plattformökonomie
DOI 10.14512/OEW330420
ausschließlich Akteuren mit klassischer Wagniskapital-Finan-
zierung zur Verfügung stehen, werden über die aktuelle Inno-
vations- und Förderpolitik in erster Linie Modelle, die sich auf
eine eben solche Maximierung des Shareholder-Value fokussie-
ren, unterstützt. Vergleichbare Instrumente für gemeinwohl-
orientierte Ansätze gibt es nicht.
Nichtsdestotrotz sind in den letzten Jahren verstärkt Platt-
formmodelle entstanden, die im Sinne des commoning (Bau-
wens & Kostakis 2015) Formen der gemeinschaftlichen Pro-
duktion und Nutzung propagieren. Vor allem das Aufkom-
men genossenschaftlich organisierter Plattformen hat dabei
das Versprechen einer demokratischeren und nachhaltigeren
Plattformökonomie geweckt (Scholz 2014). Die deutsche Pio-
nierplattform Fairmondo beispielsweise hat es sich zum Ziel
gesetzt, eine faire Alternative zu den großen Plattformen im
Online-Handel wie Amazon oder Zalando zu schaffen. Im Ge-
gensatz zu den Marktführern wird Fairmondo deshalb nicht
von Großinvestor/innen unterstützt, sondern ist vollständig im
Besitz von über 2.000 Privatpersonen. Diese werden im Sinne
des genossenschaftlichen Prinzips an der Governance-Struktur
der Plattform beteiligt. Plattform-Genossenschaften wie Fair-
mondo sind somit nicht nur Transaktions-Plattformen, son-
dern ebenso ein Vehikel für eine solidarische Wirtschaft und
einen unternehmenskulturellen Wandel.
In der Politik werden derzeit nur begrenzt Ressourcen da-
für verwendet, diese Transformationsprozesse mitzugestal-
ten. Ohne eine Unterstützung durch die Politik ist das diesen
Entwicklungen zugrundeliegende Vorhaben, eine sozial, öko-
logisch und ökonomisch nachhaltige Alternative zu den gro-
ßen Playern der Plattformökonomie aufzubauen, aber kaum
zu verwirklichen. Zu groß der finanzielle und technologische
Vorsprung der Marktführer, der es ihnen erlaubt, schnell und
umfassend auf Änderungen und Innovationen zu reagieren.
Grenzen der Plattform-Politik?
Um einen politischen Wandel voranzutreiben, hat sich in
den letzten Monaten eine Allianz aus Akteuren des Genossen-
schafts-, Gründer- und Innovationssektors zusammengeschlos-
sen, deren Ziel es ist, auf eine Weiterentwicklung des Genos-
senschaftsmodells im Einklang mit den durch die „Plattformi-
sierung“ (Helmond 2015) hervorgerufenen Herausforderungen
hinzuwirken. Im Fokus der Allianz steht dabei die Frage da-
nach, welche politischen Rahmenbedingungen es überhaupt
braucht, um eine nachhaltige Ausgestaltung der Plattformöko-
nomie sicherzustellen und was der Staat tun kann und sollte,
um diese unterstützenden Rahmenbedingungen zu fördern.
In der wissenschaftlichen Debatte um die Ausgestaltung
der Plattformökonomie wird die Rolle des Staates ambivalent
betrachtet. Vor allem die Frage des „was kann?“ wird kontro-
vers diskutiert. Verstärkt wurde in den letzten Jahren auf ver-
meintliche Grenzen staatlichen Handelns verwiesen und argu-
mentiert, dass der globale und häufig nicht nationalstaatlich
gebundene Charakter von Plattformen Regulierung auf natio-
naler Ebene erschwere bzw. sogar unmöglich mache (Pasquale
2018). Andere wiederum fokussierten auf die den Plattformen
zugrundeliegende Technologie und charakterisierten diese als
Hindernis für staatliche Eingriffe. So würden „facts in the soft-
ware“, wie Algorithmen, die außerhalb der Reichweite politi-
scher Institutionen liegen, eine adäquate Regulierung dieser
neuen Marktakteure unmöglich machen (Kenney & Zysman
2016).
In diesen eher pessimistischen Perspektiven wird jedoch
vielfach ausgeblendet, dass Staaten nicht nur retrospektiv auf
ökonomische Veränderungen reagieren, sondern eine äußerst
aktive Rolle in der Ausgestaltung und Entwicklung ihrer Volks-
wirtschaften einnehmen (Zysman 1994). Indem geld- und fis-
kalpolitische Maßnahmen angewendet und regulativ wirt-
schaftliche Aktivität strukturiert wird, geben sie nicht nur den
politischen Rahmen für Marktaktivität vor, sondern ermögli-
chen die Entstehung von Märkten überhaupt erst (Reis 2012).
Der Staat reagiert also nicht nur nachträglich auf die Plattform-
ökonomie als eine ihm äußere Entwicklung, sondern hat ihr
ihre gegenwärtige Ausgestaltung überhaupt erst ermöglicht.
Um eine andere Form der Plattformökonomie in die Wege lei-
ten zu können, braucht es demnach auch einen grundlegenden
Wandel im staatlichen Handeln.
Förderliche Rahmenbedingungen schaffen
Wie genau aber kann dieser Wandel vonstattengehen? Um
die Rolle staatlicher Institutionen im Kontext sozialer Wert-
schöpfungsprozesse konzeptualisieren zu können, hilft das
von Bauwens & Kostakis geprägte Konzept des Partnerstaats
(2015). Dieses charakterisiert den Staat als Akteur, dessen pri-
märe Aufgabe darin liegt, autonom organisierte Formen der so-
zialen Produktion zu stärken und einen neuen commonsorien-
tierten Kompromiss zwischen zivilgesellschaftlichen und Wirt-
schaftsakteuren zu organisieren (ibid.). Diesem Ansatz folgend,
können Plattform-Genossenschaften ihr Potenzial nur unter
der Voraussetzung voll entfalten, dass sie selbst zu aktiven Ge-
staltungsinstrumenten der Digitalisierung werden. Da Genos-
senschaften aufgrund der gegenwärtigen Fokussierung auf den
Shareholder-Value aber nur begrenzt auf Anschubfinanzierung
zurückgreifen können, braucht es wiederum einen Staat, der
„Ohne eine Unterstützung
durch die Politik ist es kaum
zu verwirklichen, eine Alternative
zu den großen Playern der
Plattformökonomie aufzubauen.“
21ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33)
SCHWERPUNKT: Plattformökonomie
diese Formen der sozialen Produktion unterstützt. Die Idee
des Partnerstaats stellt somit kein Ideal dar, das von heute auf
morgen umgesetzt werden kann, sondern fungiert als Leitbild,
dem sich Schritt für Schritt angenähert werden muss. Um zu
konkretisieren, was erste Schritte in Richtung einer solchen auf
Partizipation und Gemeinschaftlichkeit setzenden Plattform-
ökonomie sein könnten, wurden im Kontext der Allianz ge-
nossenschaftlicher Akteure drei zentrale Forderungen an staat­
liche Institutionen entwickelt:
Digitale Agenda für Genossenschaften
Deutsche und europäische Akteure spielen in der Plattform-
ökonomie aktuell eine untergeordnete Rolle. Um dies zu än-
dern, braucht es mehr als eine Kopie der Modelle aus dem Si-
licon Valley. Diese Notwendigkeit hat die Regierung zwar im
Koalitionsvertrag identifiziert, bisher aber nicht umgesetzt. So
wird auf dem Papier zwar argumentiert, dass „starke deutsche
und europäische Akteure der Plattformökonomie [das Ziel
sind]“, gleichzeitig aber kein Fahrplan konkretisiert, wie diese
Akteure unterstützt werden können (2018). Um Plattform-Ge-
nossenschaften als Instrument einer gelebten Netzwerkökono-
mie tatsächlich als echte Alternative etablieren zu können, ist
demnach eine digitale Agenda nötig. Bausteine einer solchen
Agenda müssen u. a. sein:
❚	 Aufbau eines Clusters für das Ökosystem digitaler Genos-
senschaften aus PlatformCoop Pionieren und Unterstüt-
zungsentitäten
❚	 Integration dezentraler Technologien wie Blockchain für
den Aufbau digitaler Genossenschaftsmodelle
❚	 Unterstützung bei der Entwicklung und Nutzung genossen-
schaftlich orientierter Open Source-Technologien
❚	 Erarbeitung von verbindlichen Standards für Datenschutz,
Privatsphäre, Nutzer/innen-Mitbestimmung
Genossenschaftliche Experimentierräume
Für die Gewinnung von Erkenntnissen aus der Praxis und
die bestmögliche Verzahnung der Stärken unterschiedlicher
Akteure ist die Schaffung von physischer Infrastruktur in Form
von Innovations- und Experimentierräumen nötig. An diesen
Orten könnten sich die Akteure miteinander vernetzen, vonei-
nander lernen und gemeinsame Projekte realisieren. Gleich-
zeitig befördert dies neue Freiräume, in denen Innovationen
außerhalb etablierter Strukturen besonders gut entstehen kön-
nen. Für klassische Startups steht über Gründungs- und Inno-
vationszentren bereits eine solche Infrastruktur zur Verfügung.
Um das im Koalitionsvertrag gegebene Versprechen eines di-
gitalen „level playing fields“ einzuhalten (2018), sollte eine sol-
che Infrastruktur ebenso für genossenschaftliche und kollabo-
rative Plattformmodelle aufgebaut werden.
Finanzierungsstrategien
Der Aufbau digitaler Plattformen ist in der Gründungs- und
Wachstumsphase kapitalintensiv. Während es für Plattformmo-
delle mit einer Fokussierung auf Investor/inneninteressen öf-
fentliche Finanzierungsinstrumente gibt, stehen diese genos-
senschaftlichen und gemeinwohlorientierten Plattformgrün-
der/innen bislang nicht zur Verfügung. Will man diese bislang
brachliegenden Potenziale heben, ist ein Aufbau gleichwertiger
Förderinstrumente elementar. So könnte für die Gründungs-
phase genossenschaftlicher Startups beispielsweise das bereits
oben genannte Programm „INVEST – Zuschuss für Wagniska-
pital“ auf Crowdfunding ausgeweitet und in der Wachstums-
phase ein Instrument ähnlich dem „High-Tech Gründerfonds“
für Impact-Investoren aufgesetzt werden.
Plattform-Genossenschaften als
systemische Alternative
Die mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderun-
gen ähneln denen, die sich zur Zeit der industriellen Revo-
lution gestellt haben. Genossenschaften waren bereits damals
ein wichtiges Instrument von Arbeiter/innen um gesellschaft-
lichen Wandel mitzugestalten – zwischenzeitlich gehörten al-
leine in Deutschland mehr als 20 Millionen Menschen der ge-
nossenschaftlichen Bewegung an. Eine Weiterentwicklung die-
ser Bewegung im Kontext der Digitalisierung ist aber bisher
ausgeblieben. Gerade in Bezug auf die extraktiven Praktiken,
die im Rahmen der Plattformökonomie eine immer größere
Rolle spielen, liegt aber genau hier großes Potenzial, um eine
ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigere Plattform-
ökonomie aufzubauen.
Damit Genossenschaften im Zeitalter digitaler Plattformen
aber tatsächlich eine zentrale Rolle spielen können, sind zu-
sammengefasst zwei Entwicklungen vonnöten: Auf der einen
Seite braucht es eine stärkere Zusammenarbeit bereits beste-
hender Plattform-Genossenschaften. Eine starke soziale Bewe-
gung, die sowohl in die Zivilgesellschaft wie auch in die Poli-
tik wirkt, ist notwendig, um den Aufbau eines solidarischen
Ökosystems, das die Bedürfnisse dieses Organisationsmodells
adres­siert, zu befördern.
Auf der anderen Seite braucht es auf politischer Ebene eine
größere Offenheit für alternative Lösungsansätze die Formen
„Damit Genossenschaften
im Zeitalter digitaler Plattformen
eine zentrale Rolle spielen,
braucht es eine Zusammenarbeit
bestehender Plattform-
Genossenschaften.“
22 ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33)
SCHWERPUNKT: Plattformökonomie
des Gemeinschaftsbesitzes in den Mittelpunkt stellen. Derzeit
werden in der Innovationspolitik vor allem wagniskapitalfo-
kussierte Ansätze gefördert, welche die oben skizzierten Pro­
bleme in vielerlei Hinsicht nur verstärken. Um dies zu ändern,
muss die Genossenschaftsbewegung darauf hinwirken, dass
im partnerstaatlichen Sinne Kommunikation mit, Einbindung
von und partizipative Mitgestaltung durch Gruppen und Ak-
teure der Zivilgesellschaft stattfindet. Denn nur über so eine
enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen und
zivilgesellschaftlichen Akteuren kann es tatsächlich gelingen,
der gegenwärtigen Plattformökonomie nicht nur einen sozi-
aleren Anstrich zu geben, sondern eine echte systemische Al-
ternative aufzubauen, die dem Shareholder-Value-­fokussierten
Geschäftsmodell der gegenwärtigen Plattformgiganten wie
­Facebook, Amazon und Airbnb eine commonsbasierte und
auf das Gemeinwohl ausgerichtete Plattformökonomie entge-
gensetzt.
Literatur
Bauwens, M./Kostakis, V. (2015): Towards a New Reconfiguration Among
the State, Civil Society and the Market. In: Journal of Peer Production 7
(2015).
Helmond, A. (2015): The Platformization of the Web: Making Web Data
­Platform Ready. In: Social Media + Society 1 (2).
Kenney, M./Zysman, J. (2016). The Rise of the Platform Economy. In: Issues
in Science and Technology 32 (3).
Koalitionsvertrag (2018): Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD.
Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland.
Ein neuer Zusammenhalt für unser Land. Berlin.
Pasquale, F. (2018): Digitaler Kapitalismus – Wie Zähmen Wir Die Tech-­
Giganten? In: WISO Direkt 5.
Reis, J. (2012): The State and the Market: An Institutionalist and Relational
Take. In: RCCS Annual Review 4.
Scholz, T. (2016): Platform Cooperativism – Challenging the Corporate
­Sharing Economy. New York, Rosa Luxemburg Stiftung
Seemann, M. (2017): Was ist Plattformpolitik? Grundzüge einer neuen Form
der politischen Macht. In: spw 6. 44–49.
Srnicek, N. (2017): Platform Capitalism. Cambridge, Polity.
Zysman, J. (1994): How Institutions Create Historically Rooted Trajec­-
­tories of Growth. In: Industrial and Corporate Change 3 (1). ­
­243–283.
AUTOREN + KONTAKT
Ela Kagel ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von
­SUPERMARKT Berlin, einem unabhängigen Hub für
­Digitale Kultur und Kollaborative Ökonomie. Darüber
­hinaus sitzt sie im Vorstand der RChain Europe eG, ­
­einer Platform Cooperative, die Governance-Lösungen ­
­für ­andere Genossenschaften entwickelt.
Website: www.supermarkt-berlin.net
E‑Mail: ela@supermarkt-berlin.net
Markus Sauerhammer ist 1. Vorstand vom Social
­Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND). ­
­Zuvor war er bei der Crowdfunding-Plattform Startnext ­
­für Kooperationen verantwortlich und hat bei der ­
­IHK München diverse Angebote für Startups und ­
­zur digitalen Transformation aufgebaut.
Website: www.send-ev.de
E-Mail: markus.sauerhammer@send-ev.de
Thomas Dönnebrink arbeitet als Freiberufler in diversen
Netzwerkkontexten an den Themen Kollaborative
Ökonomie, PlatformCooperativism, Soziale Innovation
und gemeinschaftliche Ansätze.
Website: www.praedikow.de
E-Mail: thomas@hof-praedikow.de
Jonas Pentzien arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeit ­
­am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. ­
­Er ist Politologe und hat zur wissenschaftlichen Einbettung
der politischen Forderungen im Artikel beigetragen.
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
GmbH, gemeinnützig, Potsdamer Str. 105, 10785 Berlin.
Tel.: +49 30 884594-15
23ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33)
SCHWERPUNKT: Plattformökonomie

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Alte Ökonomie vs. Neue Ökonomie - Eine Gegenüberstellung
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Urban Networks for a Sharing Economy
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Gemeinwohlorientierte Plattformökonomie aufbauen - Politische Rahmenbedingungen schaffen

  • 1. ‌Die Digitalisierung führt zu einer Vielzahl von Umwälzun- gen in Gesellschaft und Wirtschaft. Dies zeigt sich beson- ders deutlich in der Entwicklung der Plattformökonomie. Di- gitale Plattformen wie Airbnb, Facebook oder Amazon Mecha- nical Turk ermöglichen verschiedene Arten der Interaktionen und Transaktionen. Einige spezialisieren sich auf die Vermitt- lung von Dienstleistungen, andere wiederum bieten die Leis- tung ganzer Abteilungen von Unternehmen als On-Demand Dienstleistungen an. Was jedoch alle Plattformen verbindet (und sie von traditionellen Unternehmen unterscheidet), ist, dass sie sich als vermittelnde Schnittstelle zwischen Anbieter/ innen und Konsument/innen schalten. Diese besondere Stellung erlaubt es ihnen nicht nur, sich Zugang zu Informationen über alle an der Transaktion betei- ligten Individuen und Gruppen zu verschaffen, sondern auch, die grundlegenden Rahmenbedingungen von Interaktion im Internet zu bestimmen. Plattformen werden somit verstärkt zu den zentralen „Infrastrukturen des digitalen Zusammenle- bens“ (Seemann 2017). Das Geschäftsmodell digitalen ­Infrastrukturen Das Geschäftsmodell dieser digitalen Infrastrukturen lässt sich anhand zweier Aspekte charakterisieren: Auf der einen Seite zielen sie darauf ab, vormals nicht digital vermittelte Transaktionen in die von ihnen geschaffene Struktur zu inte- grieren und dadurch finanziell an ihnen beteiligt zu werden. So wird die Buchung eines Zimmers heutzutage größtenteils nicht mehr direkt beim Hotel getätigt, sondern vermehrt indi- rekt über Vermittlungsplattform wie booking.com. In diesem Prozess werden Plattformen selber zu Marktplätzen, da Anbie- tende von Leistungen auf der von der Plattform bereitgestellten Infrastruktur um potentielle Kund/innen konkurrieren (Ken- ney & Zysman 2016). Auf der anderen Seite versuchen Plattfor- men aber auch, ihren Profit zu steigern, indem sie die auf die- sen Plattform-internen Märkten gewonnenen Informationen über Anbietende und Nachfragende verarbeiten und weiterver- kaufen (Srnicek 2018). Den Daten der Nutzer/innen kommt im Kontext der Digitalisierung ein besonderer Stellenwert zu, da sie von Firmen zur Optimierung ihrer Produktionsprozesse herangezogen werden können. Der Wert, den die Dienste einer Plattform für jede/n ein- zelne Nutzer/in bieten, steigt dabei, umso größer die Gesamt- anzahl der Nutzer/innen ist. Ein soziales Netzwerk wie Face- book beispielsweise wird umso attraktiver, je mehr Bekannte darauf anzutreffen sind. Dieses Phänomen, das in der For- schung unter dem Begriff der Netzwerkeffekte verhandelt wird, verstärkt einerseits die Tendenz zur Entwicklung von Mono- polen und führt andererseits zu einer hohen Konzentration von Macht bei den Besitzer/innen der Plattformmodelle. In Deutschland sind dies vor allem durch Wagniskapital unter- stützte Startups. Aufgrund dieses Phänomens der Netzwerk-Ef- fekte ist es für Plattformen überlebenswichtig, auf einem neu erschlossenen Markt innerhalb kurzer Zeit hohe Marktanteile zu erzielen. Somit verfolgen die beteiligten Akteure, Wagnis- kapitalgeber/innen wie auch Startup-Gründer/innen, zunächst das Ziel des schnellen Wachstums. Dabei müssen die Unter- nehmen unter Umständen in Kauf nehmen, kurzfristig keine oder sehr geringe Gewinne zu erzielen. Die Aussicht, im Opti- malfall via Monopolstellung und Monopolrendite jedoch lang- fristig profitabel zu werden, beschert ihnen dennoch eine hohe Marktbewertung. Diese soll es ermöglichen, im Falle eines schnellen „Exits“ (der Veräußerung eines Unternehmens an den Kapitalmarkt oder ein größeres Unternehmen) eine hohe Kapitalrendite zu sichern. Jenseits des Shareholder-Values Problematisch an diesen extraktiven Praktiken ist, dass sie nicht selten auf Kosten vieler gehen und oftmals nur we- nigen zugutekommen. In Deutschland ist die Politik derzeit noch unschlüssig, wie sie auf diese mit dem Aufkommen der Plattformökonomie in neuen Dimensionen auftretenden Pro- bleme reagieren soll. Die aktuelle Gesetzeslage verstärkt die Probleme häufig sogar noch. Da staatlich geförderte Instru- mente der Wachstumsfinanzierung wie „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ oder der High-Tech-Gründerfond derzeit Politische Rahmenbedingungen schaffen Eine gemeinwohlorientierte Plattform- ökonomie aufbauen – aber wie? Die Shareholder-Value-orientierte Ausrichtung der Plattformökonomie kommt nur wenigen ­zugute. Plattform-Genossenschaften eröffnen die Chance, eine gemeinwohlorientierte ­Alternative auf­zubauen. Voraussetzung hierfür aber ist eine enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen ­ ­und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Von Ela Kagel, Markus Sauerhammer, Thomas Dönnebrink und Jonas Pentzien 20 ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33) SCHWERPUNKT: Plattformökonomie DOI 10.14512/OEW330420
  • 2. ausschließlich Akteuren mit klassischer Wagniskapital-Finan- zierung zur Verfügung stehen, werden über die aktuelle Inno- vations- und Förderpolitik in erster Linie Modelle, die sich auf eine eben solche Maximierung des Shareholder-Value fokussie- ren, unterstützt. Vergleichbare Instrumente für gemeinwohl- orientierte Ansätze gibt es nicht. Nichtsdestotrotz sind in den letzten Jahren verstärkt Platt- formmodelle entstanden, die im Sinne des commoning (Bau- wens & Kostakis 2015) Formen der gemeinschaftlichen Pro- duktion und Nutzung propagieren. Vor allem das Aufkom- men genossenschaftlich organisierter Plattformen hat dabei das Versprechen einer demokratischeren und nachhaltigeren Plattformökonomie geweckt (Scholz 2014). Die deutsche Pio- nierplattform Fairmondo beispielsweise hat es sich zum Ziel gesetzt, eine faire Alternative zu den großen Plattformen im Online-Handel wie Amazon oder Zalando zu schaffen. Im Ge- gensatz zu den Marktführern wird Fairmondo deshalb nicht von Großinvestor/innen unterstützt, sondern ist vollständig im Besitz von über 2.000 Privatpersonen. Diese werden im Sinne des genossenschaftlichen Prinzips an der Governance-Struktur der Plattform beteiligt. Plattform-Genossenschaften wie Fair- mondo sind somit nicht nur Transaktions-Plattformen, son- dern ebenso ein Vehikel für eine solidarische Wirtschaft und einen unternehmenskulturellen Wandel. In der Politik werden derzeit nur begrenzt Ressourcen da- für verwendet, diese Transformationsprozesse mitzugestal- ten. Ohne eine Unterstützung durch die Politik ist das diesen Entwicklungen zugrundeliegende Vorhaben, eine sozial, öko- logisch und ökonomisch nachhaltige Alternative zu den gro- ßen Playern der Plattformökonomie aufzubauen, aber kaum zu verwirklichen. Zu groß der finanzielle und technologische Vorsprung der Marktführer, der es ihnen erlaubt, schnell und umfassend auf Änderungen und Innovationen zu reagieren. Grenzen der Plattform-Politik? Um einen politischen Wandel voranzutreiben, hat sich in den letzten Monaten eine Allianz aus Akteuren des Genossen- schafts-, Gründer- und Innovationssektors zusammengeschlos- sen, deren Ziel es ist, auf eine Weiterentwicklung des Genos- senschaftsmodells im Einklang mit den durch die „Plattformi- sierung“ (Helmond 2015) hervorgerufenen Herausforderungen hinzuwirken. Im Fokus der Allianz steht dabei die Frage da- nach, welche politischen Rahmenbedingungen es überhaupt braucht, um eine nachhaltige Ausgestaltung der Plattformöko- nomie sicherzustellen und was der Staat tun kann und sollte, um diese unterstützenden Rahmenbedingungen zu fördern. In der wissenschaftlichen Debatte um die Ausgestaltung der Plattformökonomie wird die Rolle des Staates ambivalent betrachtet. Vor allem die Frage des „was kann?“ wird kontro- vers diskutiert. Verstärkt wurde in den letzten Jahren auf ver- meintliche Grenzen staatlichen Handelns verwiesen und argu- mentiert, dass der globale und häufig nicht nationalstaatlich gebundene Charakter von Plattformen Regulierung auf natio- naler Ebene erschwere bzw. sogar unmöglich mache (Pasquale 2018). Andere wiederum fokussierten auf die den Plattformen zugrundeliegende Technologie und charakterisierten diese als Hindernis für staatliche Eingriffe. So würden „facts in the soft- ware“, wie Algorithmen, die außerhalb der Reichweite politi- scher Institutionen liegen, eine adäquate Regulierung dieser neuen Marktakteure unmöglich machen (Kenney & Zysman 2016). In diesen eher pessimistischen Perspektiven wird jedoch vielfach ausgeblendet, dass Staaten nicht nur retrospektiv auf ökonomische Veränderungen reagieren, sondern eine äußerst aktive Rolle in der Ausgestaltung und Entwicklung ihrer Volks- wirtschaften einnehmen (Zysman 1994). Indem geld- und fis- kalpolitische Maßnahmen angewendet und regulativ wirt- schaftliche Aktivität strukturiert wird, geben sie nicht nur den politischen Rahmen für Marktaktivität vor, sondern ermögli- chen die Entstehung von Märkten überhaupt erst (Reis 2012). Der Staat reagiert also nicht nur nachträglich auf die Plattform- ökonomie als eine ihm äußere Entwicklung, sondern hat ihr ihre gegenwärtige Ausgestaltung überhaupt erst ermöglicht. Um eine andere Form der Plattformökonomie in die Wege lei- ten zu können, braucht es demnach auch einen grundlegenden Wandel im staatlichen Handeln. Förderliche Rahmenbedingungen schaffen Wie genau aber kann dieser Wandel vonstattengehen? Um die Rolle staatlicher Institutionen im Kontext sozialer Wert- schöpfungsprozesse konzeptualisieren zu können, hilft das von Bauwens & Kostakis geprägte Konzept des Partnerstaats (2015). Dieses charakterisiert den Staat als Akteur, dessen pri- märe Aufgabe darin liegt, autonom organisierte Formen der so- zialen Produktion zu stärken und einen neuen commonsorien- tierten Kompromiss zwischen zivilgesellschaftlichen und Wirt- schaftsakteuren zu organisieren (ibid.). Diesem Ansatz folgend, können Plattform-Genossenschaften ihr Potenzial nur unter der Voraussetzung voll entfalten, dass sie selbst zu aktiven Ge- staltungsinstrumenten der Digitalisierung werden. Da Genos- senschaften aufgrund der gegenwärtigen Fokussierung auf den Shareholder-Value aber nur begrenzt auf Anschubfinanzierung zurückgreifen können, braucht es wiederum einen Staat, der „Ohne eine Unterstützung durch die Politik ist es kaum zu verwirklichen, eine Alternative zu den großen Playern der Plattformökonomie aufzubauen.“ 21ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33) SCHWERPUNKT: Plattformökonomie
  • 3. diese Formen der sozialen Produktion unterstützt. Die Idee des Partnerstaats stellt somit kein Ideal dar, das von heute auf morgen umgesetzt werden kann, sondern fungiert als Leitbild, dem sich Schritt für Schritt angenähert werden muss. Um zu konkretisieren, was erste Schritte in Richtung einer solchen auf Partizipation und Gemeinschaftlichkeit setzenden Plattform- ökonomie sein könnten, wurden im Kontext der Allianz ge- nossenschaftlicher Akteure drei zentrale Forderungen an staat­ liche Institutionen entwickelt: Digitale Agenda für Genossenschaften Deutsche und europäische Akteure spielen in der Plattform- ökonomie aktuell eine untergeordnete Rolle. Um dies zu än- dern, braucht es mehr als eine Kopie der Modelle aus dem Si- licon Valley. Diese Notwendigkeit hat die Regierung zwar im Koalitionsvertrag identifiziert, bisher aber nicht umgesetzt. So wird auf dem Papier zwar argumentiert, dass „starke deutsche und europäische Akteure der Plattformökonomie [das Ziel sind]“, gleichzeitig aber kein Fahrplan konkretisiert, wie diese Akteure unterstützt werden können (2018). Um Plattform-Ge- nossenschaften als Instrument einer gelebten Netzwerkökono- mie tatsächlich als echte Alternative etablieren zu können, ist demnach eine digitale Agenda nötig. Bausteine einer solchen Agenda müssen u. a. sein: ❚ Aufbau eines Clusters für das Ökosystem digitaler Genos- senschaften aus PlatformCoop Pionieren und Unterstüt- zungsentitäten ❚ Integration dezentraler Technologien wie Blockchain für den Aufbau digitaler Genossenschaftsmodelle ❚ Unterstützung bei der Entwicklung und Nutzung genossen- schaftlich orientierter Open Source-Technologien ❚ Erarbeitung von verbindlichen Standards für Datenschutz, Privatsphäre, Nutzer/innen-Mitbestimmung Genossenschaftliche Experimentierräume Für die Gewinnung von Erkenntnissen aus der Praxis und die bestmögliche Verzahnung der Stärken unterschiedlicher Akteure ist die Schaffung von physischer Infrastruktur in Form von Innovations- und Experimentierräumen nötig. An diesen Orten könnten sich die Akteure miteinander vernetzen, vonei- nander lernen und gemeinsame Projekte realisieren. Gleich- zeitig befördert dies neue Freiräume, in denen Innovationen außerhalb etablierter Strukturen besonders gut entstehen kön- nen. Für klassische Startups steht über Gründungs- und Inno- vationszentren bereits eine solche Infrastruktur zur Verfügung. Um das im Koalitionsvertrag gegebene Versprechen eines di- gitalen „level playing fields“ einzuhalten (2018), sollte eine sol- che Infrastruktur ebenso für genossenschaftliche und kollabo- rative Plattformmodelle aufgebaut werden. Finanzierungsstrategien Der Aufbau digitaler Plattformen ist in der Gründungs- und Wachstumsphase kapitalintensiv. Während es für Plattformmo- delle mit einer Fokussierung auf Investor/inneninteressen öf- fentliche Finanzierungsinstrumente gibt, stehen diese genos- senschaftlichen und gemeinwohlorientierten Plattformgrün- der/innen bislang nicht zur Verfügung. Will man diese bislang brachliegenden Potenziale heben, ist ein Aufbau gleichwertiger Förderinstrumente elementar. So könnte für die Gründungs- phase genossenschaftlicher Startups beispielsweise das bereits oben genannte Programm „INVEST – Zuschuss für Wagniska- pital“ auf Crowdfunding ausgeweitet und in der Wachstums- phase ein Instrument ähnlich dem „High-Tech Gründerfonds“ für Impact-Investoren aufgesetzt werden. Plattform-Genossenschaften als systemische Alternative Die mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderun- gen ähneln denen, die sich zur Zeit der industriellen Revo- lution gestellt haben. Genossenschaften waren bereits damals ein wichtiges Instrument von Arbeiter/innen um gesellschaft- lichen Wandel mitzugestalten – zwischenzeitlich gehörten al- leine in Deutschland mehr als 20 Millionen Menschen der ge- nossenschaftlichen Bewegung an. Eine Weiterentwicklung die- ser Bewegung im Kontext der Digitalisierung ist aber bisher ausgeblieben. Gerade in Bezug auf die extraktiven Praktiken, die im Rahmen der Plattformökonomie eine immer größere Rolle spielen, liegt aber genau hier großes Potenzial, um eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigere Plattform- ökonomie aufzubauen. Damit Genossenschaften im Zeitalter digitaler Plattformen aber tatsächlich eine zentrale Rolle spielen können, sind zu- sammengefasst zwei Entwicklungen vonnöten: Auf der einen Seite braucht es eine stärkere Zusammenarbeit bereits beste- hender Plattform-Genossenschaften. Eine starke soziale Bewe- gung, die sowohl in die Zivilgesellschaft wie auch in die Poli- tik wirkt, ist notwendig, um den Aufbau eines solidarischen Ökosystems, das die Bedürfnisse dieses Organisationsmodells adres­siert, zu befördern. Auf der anderen Seite braucht es auf politischer Ebene eine größere Offenheit für alternative Lösungsansätze die Formen „Damit Genossenschaften im Zeitalter digitaler Plattformen eine zentrale Rolle spielen, braucht es eine Zusammenarbeit bestehender Plattform- Genossenschaften.“ 22 ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33) SCHWERPUNKT: Plattformökonomie
  • 4. des Gemeinschaftsbesitzes in den Mittelpunkt stellen. Derzeit werden in der Innovationspolitik vor allem wagniskapitalfo- kussierte Ansätze gefördert, welche die oben skizzierten Pro­ bleme in vielerlei Hinsicht nur verstärken. Um dies zu ändern, muss die Genossenschaftsbewegung darauf hinwirken, dass im partnerstaatlichen Sinne Kommunikation mit, Einbindung von und partizipative Mitgestaltung durch Gruppen und Ak- teure der Zivilgesellschaft stattfindet. Denn nur über so eine enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Akteuren kann es tatsächlich gelingen, der gegenwärtigen Plattformökonomie nicht nur einen sozi- aleren Anstrich zu geben, sondern eine echte systemische Al- ternative aufzubauen, die dem Shareholder-Value-­fokussierten Geschäftsmodell der gegenwärtigen Plattformgiganten wie ­Facebook, Amazon und Airbnb eine commonsbasierte und auf das Gemeinwohl ausgerichtete Plattformökonomie entge- gensetzt. Literatur Bauwens, M./Kostakis, V. (2015): Towards a New Reconfiguration Among the State, Civil Society and the Market. In: Journal of Peer Production 7 (2015). Helmond, A. (2015): The Platformization of the Web: Making Web Data ­Platform Ready. In: Social Media + Society 1 (2). Kenney, M./Zysman, J. (2016). The Rise of the Platform Economy. In: Issues in Science and Technology 32 (3). Koalitionsvertrag (2018): Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. Ein neuer Aufbruch für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land. Berlin. Pasquale, F. (2018): Digitaler Kapitalismus – Wie Zähmen Wir Die Tech-­ Giganten? In: WISO Direkt 5. Reis, J. (2012): The State and the Market: An Institutionalist and Relational Take. In: RCCS Annual Review 4. Scholz, T. (2016): Platform Cooperativism – Challenging the Corporate ­Sharing Economy. New York, Rosa Luxemburg Stiftung Seemann, M. (2017): Was ist Plattformpolitik? Grundzüge einer neuen Form der politischen Macht. In: spw 6. 44–49. Srnicek, N. (2017): Platform Capitalism. Cambridge, Polity. Zysman, J. (1994): How Institutions Create Historically Rooted Trajec­- ­tories of Growth. In: Industrial and Corporate Change 3 (1). ­ ­243–283. AUTOREN + KONTAKT Ela Kagel ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von ­SUPERMARKT Berlin, einem unabhängigen Hub für ­Digitale Kultur und Kollaborative Ökonomie. Darüber ­hinaus sitzt sie im Vorstand der RChain Europe eG, ­ ­einer Platform Cooperative, die Governance-Lösungen ­ ­für ­andere Genossenschaften entwickelt. Website: www.supermarkt-berlin.net E‑Mail: ela@supermarkt-berlin.net Markus Sauerhammer ist 1. Vorstand vom Social ­Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND). ­ ­Zuvor war er bei der Crowdfunding-Plattform Startnext ­ ­für Kooperationen verantwortlich und hat bei der ­ ­IHK München diverse Angebote für Startups und ­ ­zur digitalen Transformation aufgebaut. Website: www.send-ev.de E-Mail: markus.sauerhammer@send-ev.de Thomas Dönnebrink arbeitet als Freiberufler in diversen Netzwerkkontexten an den Themen Kollaborative Ökonomie, PlatformCooperativism, Soziale Innovation und gemeinschaftliche Ansätze. Website: www.praedikow.de E-Mail: thomas@hof-praedikow.de Jonas Pentzien arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeit ­ ­am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung. ­ ­Er ist Politologe und hat zur wissenschaftlichen Einbettung der politischen Forderungen im Artikel beigetragen. Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) GmbH, gemeinnützig, Potsdamer Str. 105, 10785 Berlin. Tel.: +49 30 884594-15 23ÖkologischesWirtschaften 4.2018 (33) SCHWERPUNKT: Plattformökonomie