"Health claims aus Sicht der amtlichen Lebensmittelkontrolle" - Markus Zsivkovits (AGES)

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Anlässlich des 10-jährigen Bestehens der AGES und der 5-jährigen Kooperation mit dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fanden zwei Spezialveranstaltungen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel (NEM) statt, bei der die bisher umfassendste Erhebung zum Thema im deutschen Sprachraum exklusiv präsentiert wurde. Risiken und Nutzen von NEM wurden aus Sicht der Lebensmittel- & Arzneimittelsicherheit, Risikobewertung & Risikokommunikation, die den Verbraucherinteressen gerecht wird, betrachtet. Anbei die Dokumentation der beiden Fachtagungen mit den Vorträgen und Präsentationen:

1. AGES-BfR-Forum "Nahrungsergänzungsmittel: Nutzen und Risiko", 30. Mai 2012 (AGES, Wien)
http://www.ages.at/ages/ages-akademie/stakeholderveranstaltungen/wien-nahrungsergaenzungsmittel/

14. BfR-Forum Verbraucherschutz Nahrungsergänzungsmittel "Notwendig, Luxus oder gesundheitliches Risiko?", 10./11. Oktober 2012 (BfR, Berlin)
http://www.bfr.bund.de/de/veranstaltung/14__bfr_forum_verbraucherschutz__nahrungsergaenzungsmittel_-129397.html

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"Health claims aus Sicht der amtlichen Lebensmittelkontrolle" - Markus Zsivkovits (AGES)

  1. 1. „Health Claims aus Sicht der amtlichen Lebensmittelkontrolle“Mag. Markus Zsivkovits, MScTOXInstitut für Lebensmittelsicherheit WienBfR Forum Verbraucherschutz NEMBerlin, 10.10.2012www.ages.at Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
  2. 2. LebensmittelElmadfa I. et al.: Titelbild Österr. Ernährungsbericht 2008/2012http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/5/6/0/CH1048/CMS1288948560136/der_gesamte_ernaehrungsbericht.pdf
  3. 3. RechtsgrundlagenRICHTLINIE 2002/46/EG vom 10. Juni 2002 zur Angleichung derRechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über NahrungsergänzungsmittelBGBl. II Nr. 88/2004 idgF Verordnung über Nahrungs-ergänzungsmittel (Nahrungsergänzungsmittelverordnung - NEMV)
  4. 4. Nahrungsergänzungsmittel (NEM)  sind Lebensmittel  dienen zur Ergänzung der normalen Ernährung  bestehen aus Einfach- oder Mehrfachkonzentraten von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen  mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung  in dosierter Form (Kapseln, Pastillen, Flüssig- ampullen etc.)  zur Aufnahme in abgemessenen, kleinen Mengen
  5. 5. Nutzen – Ernährungsbericht 2008  Kalorien !!!!!!!!!  Zu viel Fett, gesättigte Fettsauren,  Zu wenig Ballaststoffe Als Risikonährstoffe sind auch aktuell die Vitamine Folsäure und Vitamin D sowie Calcium und Eisen bei den Frauen (zwischen 18 und 50 Jahren) zu charakterisieren. Weiterhin ist Natrium (hauptsachlich aufgenommen in Form von Kochsalz) als Risiko- nährstoff hinsichtlich einer exzessiven Zufuhr zu charakterisieren. http://bmg.gv.at/cms/home/attachments/3/7/1/CH1250/CMS1081844270722/der_gesamte_ernaehrungsbericht.pdf Elmadfa I. et al., Österreichischer Ernährungsbericht 2008
  6. 6. Claims V - Grundlagen Irreführungsverbot Wissenschaft VERORDNUNG (EU) Nr. 432/2012 Quelle: Mag. K. Koßdorff, http://www.dielebensmittel.at/
  7. 7. EFSA- Bewertungen?Positivliste 80 % negative Bewertungen Zahlreiche v.a. „andere Substanzen“ durch EFSA negativ bewertet fast nur Claims für Nährstoffe (z.B. Vitamine / Mineralstoffe) http://ec.europa.eu/nuhclaims/index.cfm?event=register.home
  8. 8. Nutzen durch pos. EFSA-Bewertungen? Den Claims ein „Schnippchen“ schlagen Vitamine sind eine einfache und billige Reformulierungsmöglichkeit „jetzt mit wertvollem Vitamin C (aus der Natur)“ 15 Claims (Art. 13) wurden für Vitamin C zugelassen
  9. 9. Zulässige Vitamin C - Claims
  10. 10. Nutzen durch pos. EFSA-Bewertungen?Macht das noch Sinn? „Die Aufnahme an Vitamin C war bei allen Alters- gruppen im Bereich der Empfehlungen und kann daher als zufriedenstellend eingestuft werden.“ Elmadfa I. et al. Österr. Ernährungsbericht 2012, Seite 160 Kosten? Vitamin C kostet ca. 12 €/kg;  12 mg (15 % RDA) kosten 0,000144 €übrigens …… 1 kg Vitamin C deckt den Tagesbedarf einesErwachsenen für ca. 10.000 Tage bzw. für 27 Jahre siehe: Hagenmeyer et. Hahn, Stoff R, 06/2010, S 261 f.
  11. 11. Nutzen durch pos. EFSA-Bewertungen? Aufgrund der bisherigen positiven Art. 13 Claim Bewertungen („Batch 1 – 3“) können sehr viele gesundheitsbezogene „Indikationen“ mittels einer einfachen Nährstoff-Formulierung ausgelobt werden: 12 mg Vitamin C 120 mg Kalzium 1,25 mg Zink sinnvoll ? 0,15 mg Kupfer Quelle: Hagenmeyer/Hahn 2010 http://www.lexxion.de/de/zeitschriften/fachzeitschriften-deutsch/stoffr/archiv/heft-62010.html
  12. 12. Botanicals – ZwetschkenQuestion:1164 - Prunes (dried plums) - Normal bowel function/normalgastrointestinal function/normal colonic function “a cause and effect relationship has been established between the consumption of dried plums of and maintenance of normal bowel function.” The Panel considers that the following wording reflects the scientific evidence: “Dried plums/prunes can contribute to normal bowel function”. The Panel considers that, in order to obtain the claimed effect, about 100 g of dried plums (prunes) should be consumed daily. The target population is the general population. http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/pub/2712.htm
  13. 13. Botanicals – Zwetschken
  14. 14. Vertriebswege „normale“ „NEM“ Lebensmittel Internet Supermarkt Apotheke Discounter Ethno-Shop Drogerie Arzt Markt Direktvertrieb Ab-Hof „Fachgeschäfte“
  15. 15. Probenstatistik NEMRoutineproben Bean- Anteil beanstandeter Jahr Probenzahl standungen Proben 2008 234 98 42 % 2009 127 35 32 % 2010 187 74 40 % 2011 214 74 35 %  ohne „Schwerpunktsanktionen“ Markus Zsivkovits, 30.05.2012 15
  16. 16. PlanprobenbewertungProben aus dem lebensmittelüblichen Vertriebswegen (Lebens-mittelhandel, Discounter, Drogeriemärkte, 47 % aller gezogenenProben) waren zirka 14 % aller Fälle zu beanstanden.Aus für Nahrungsergänzungsmittel üblichen, jedoch lebens-mitteluntypischen Vertriebswegen (Sport(ler)fachgeschäfte, Apo-theken etc., 53 % aller Proben) waren 60 % aller Proben zubeanstanden.Hauptbeanstandungsgründe waren – wie in der Vergangenheit –Kennzeichnungsverstöße.Somit ergibt sich bei Proben aus den lebensmitteluntypischenVertriebswegen, bei fast identer Probenanzahl eine zirka 4-facheBeanstandungsquote.
  17. 17. Fazit Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche („gesunde“) Ernährung.
  18. 18. Kontakt Mag. Markus Zsivkovits, MScTox AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH Institut für Lebensmittelsicherheit Wien Abteilung: LEBE Telefon: +43(0)5 0555 35292 A-1220 Wien, Spargelfeldstrasse 191 E-Mail: markus.zsivkovits@ages.at www.ages.at

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