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2016.16.09 schutzkonzepte flüchtlingsunterkünfte

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Anforderungen an Schutzkonzepte für Minderjährige in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge _ Klaus-Peter Völlemecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie Stadt Köln_Ursula Enders, Zartbitter e.V.

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2016.16.09 schutzkonzepte flüchtlingsunterkünfte

  1. 1. Geflüchtete mit besonderem Schutzbedarf Kooperationsveranstaltung der Stadt Köln und dem Rat für Flüchtlingsfragen 16. 9. 2016 Historisches Rathaus zu Köln
  2. 2. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie Ursula Enders, Zartbitter e.V. Workshop Anforderungen an Schutzkonzepte für Minderjährige in Gemeinschaftseinrichtungen für Flüchtlinge
  3. 3. Bedürfnisse von Flüchtlingen und deren Kindern in Gemeinschafts- unterkünften Essen Bildung, Betreuung, gesellschaftliche Teilhabe Zusammenhalt der Familie Schutz Privatsphäre Wohnen und Schlafen Hilfe Körperhygiene/Pflege Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e. V.
  4. 4. Bedürfnisse von Flüchtlingen und deren Kindern in Gemeinschafts- unterkünften Essen Schutz Privatsphäre Wohnen und Schlafen Körperhygiene/Pflege individuelle Bedarfe • Ramadan • Heimatländer • Caterer/eigenständige Verpflegung Toiletten/Duschen • ausreichende Mindestzahl • geschlechtergetrennt • abschließbar • separate Schlafplätze/ Sichtschutz • Mindestgröße m² • maximale Aufenthalts- dauer in Hallen • Personalauswahl Standard • Schutz vor Übergriffen • Verfahrensstandards (z.B. Kinderschutz und häusliche Gewalt) • Transparenz in Abläufen Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  5. 5. Bedürfnisse von Flüchtlingen und deren Kindern in Gemeinschafts- unterkünften Bildung, Betreuung, gesellschaftliche Bildung Zusammenhalt der Familie Hilfe • (Aufenthalts-)Recht • Gesundheit • psychische Stabilisierung • Erziehungsberatung Zugang zu Regelsystemen • Kindertagesbetreuung • Schulbesuch • Sprachförderung • Belegungsmanagement • Zusammenführung mit UMA`s Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  6. 6. Beteiligte Ämter in der Stadtverwaltung Köln für ein umfassendes Schutzkonzept • Büro OB • Amt für Wohnungswesen • Gesundheitsamt • Amt für Kinder, Jugend und Familie • Amt für Schulentwicklung / Schulamt • Fachstelle Diversity / kommunales Integrationszentrum • Ausländeramt • Amt für Soziales und Senioren • Feuerwehr • Sportamt Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  7. 7. Themen des Jugendamtes IST : • Angebote für Familien in Gemeinschaftseinrichtungen durch den IKD • Angebote und Projekte der Kinder- und Jugendförderung • Kleinkindbetreuung in Spielgruppen und Kindertagesstätten • Hilfen zur Erziehung und Minderjährigenschutz SOLL : • Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zum Kinderschutz • Festlegung weiterer Bausteine für ein umfassendes Schutzkonzept gemeinsam mit Wohnungsamt (z.B. Schutz bei häuslicher Gewalt ) Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  8. 8. Kooperationsvereinbarungen zum Kinderschutz in Gemeinschaftseinrichtungen • Vertragspartner • Zielsetzung • Inhalte • Prävention • Vorgehen bei Gefährdung • Hinzuziehung einer kinderschutzerfahrenen Fachkraft • Beratung und Beteiligung Minderjähriger • Mitteilung einer Kindeswohlgefährdung an das Jugendamt • Umsetzung Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  9. 9. Zur Notwendigkeit institutioneller Kinder- /Gewaltschutzkonzepte Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  10. 10. Gewalt in Institutionen geschieht nicht zufällig. entscheidend für Ausmaß: • gesellschaftliche Bedingungen • biografische Faktoren • institutionelle Strukturen • Fachlichkeit Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  11. 11. Institutionelle Kinder-/ Gewaltschutzkonzepte • reduzieren das Risiko der Gewalt gegen Mädchen und Jungen, Frauen und Männer innerhalb der Institution • sichern kompetente Ansprechpersonen und Hilfe für betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  12. 12. Handlungsrahmen für • Vorgehen im Falle der Vermutung/des Verdachts (sexueller) Gewalt innerhalb der Einrichtung • Schutz und Hilfe für kindliche, jugendliche und erwachsene Nutzer*innen, die (sexuelle) Gewalt innerhalb oder außerhalb der Einrichtung erlebten • Präventionsmaßnahmen/-angebote gegen Gewalt innerhalb und außerhalb der Einrichtung Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  13. 13. Bausteine institutioneller Kinder- /Gewaltschutzkonzepte Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  14. 14. Biografische Risikofaktoren für Gewalt in Gemeinschaftsunterkünften zum Beispiel: • Kriegs-/Foltererfahrungen • lebensbedrohliche Erfahrungen auf der Flucht • (sexuelle) Gewalterfahrungen im Herkunftsland z.B. häusliche Gewalt, geschlechtsspezifische Gewalt • (sexuelle) Gewalterfahrungen auf der Flucht • Zeugenschaft von Gewalt • Ausgrenzung/Gewalt aufgrund von Homosexualität Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V.
  15. 15. Biografische Risikofaktoren für Gewalt in Gemeinschaftsunterkünften mögliche Folgen u. a.: • Übererregung („am Anschlag sein“) • Kontrollverlust • Reinszenierungen von Gewalterfahrungen im Kontakt mit • anderen Nutzer*innen • ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  16. 16. Biografische Risikofaktoren für Gewalt in Gemeinschaftsunterkünften Notwendige Hilfen u. a.: Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V • Rechtsberatung • Unterstützung bei Familien- zusammenführung • medizinische Versorgung • psychische Stabilisierung (z. B. traumapäd. Angebote für Kinder und Jugendliche) • Erziehungsberatung
  17. 17. Risikofaktor: Gewalttätige Auseinandersetzungen in den Abendstunden Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  18. 18. Risikofaktor: Gewalttätige Auseinandersetzungen in den Abendstunden Kinder und Jugendliche sind Gewaltdynamiken schutzlos ausgeliefert. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  19. 19. Risikofaktor: Gewalttätige Auseinandersetzungen in den Abendstunden Ursachen: • Geflüchtete kommen aus Ländern, in denen man abends aktiv wird. • abends: • viele anwesende Personen • fehlende Präsenz von Sozialarbeiter*innen • kaum/keine pädagogischen Angebote • körperliche Ruhe löst Flashbacks traumatischer Vorerfahrungen aus Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  20. 20. Risikofaktor: Gewalttätige Auseinandersetzungen in den Abendstunden Mädchen und Jungen haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt! Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  21. 21. Mindeststandard: • pädagogische Angebote durch sozialarbeiterische Fachkräfte in den Abendstunden • Präsenz von Sozialarbeiter*innen in den Abendstunden • Schutzräume, in die Kinder und Jugendliche sich zurückziehen können • Krisenintervention in den Abendstunden • Verfahrensstandards (z. B. bei häuslicher Gewalt) • Transparenz in Abläufen Risikofaktor: Gewalttätige Auseinandersetzungen in den Abendstunden Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  22. 22. Risikofaktor: Unzureichende Information über Kinderrechte Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder,Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V Nur wer seine Rechte kennt, kann sie vertreten! Recht auf Bildung, Betreuung, gesellschaftliche Teilhabe Recht auf Hilfe Recht auf Privatsphäre Wohnen und Schlafen Recht auf Schutz
  23. 23. Risikofaktor: Unzureichende Information über Kinderrechte Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder,Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V Mindeststandard: • Information aller Mädchen und Jungen über Kinderrechte bei Eintritt in die Institution • bildgestützte Kommunikationsmittel • Deutsch und Muttersprache • kindgerechtes Beschwerdemanagement über zuverlässige, pädagogisch qualifizierte, vom Betreiber der Unterkunft unabhängige Ansprechpartner*innen
  24. 24. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V Risikofaktor: Unzureichende Bildungs- und Freizeitangebote für Mädchen und Jungen „Uns ist so langweilig!“
  25. 25. Bildung, Betreuung Zugang zu Regelsystemen • Kindertagesbetreuung • Schulbesuch Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V. Freizeitangebote Integration/gesellschaftliche Teilhabe • Sprachförderung • sozialraumbezogene Projekte Risikofaktor: Unzureichende Bildungs- und Freizeitangebote • Kinder im Vorschulalter • Kinder im Grundschulalter • Jugendliche • geschlechtsspezifische Angebote für Kinder und Jugendliche Mindeststandard:
  26. 26. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V. Risikofaktor: unzureichende Räumlichkeiten zum Beispiel: fehlende Privatsphäre
  27. 27. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V Risikofaktor: unzureichende Räumlichkeiten Mindeststandard: Privatsphäre Wohnen und Schlafen Toiletten und Duschräume • separate Schlafplätze/ Sichtschutz • Mindestgröße m² • maximale Aufenthalts- dauer in Hallen • ausreichende Mindestzahl • geschlechtergetrennt • abschließbar • Duschzeiten für männliche Jugendliche nicht vergessen!!! klare Raumstruktur, Bedarfe unterschiedlicher Personengruppen berücksichtigen
  28. 28. Risikofaktor: keine gewachsene institutionelle Identität Gemeinschaftunterkünfte sind in der Regel keine gewachsenen Institutionen, sondern Antwort auf aktuellen Bedarf. In Unterkünften arbeiten unterschiedliche Träger/Firmen, Berufsgruppen, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter*innen. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  29. 29. Risikofaktor: keine gewachsene institutionelle Identität Auswirkungen: • Mangel an institutioneller Identität • kein gemeinsames/institutionelles Leitbild • keine einheitlichen institutionellen Regeln • kein gemeinsamer Arbeitsstil/Arbeitstempo • Konflikte zwischen Berufsgruppen/Trägern • Konflikte um Zuständigkeiten • Unklarheiten bezüglich Beschwerdeverfahren • Orientierungslosigkeit bei Geflüchteten Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  30. 30. Risikofaktor: keine gewachsene institutionelle Identität Mindeststandard: • für alle verbindlicher Verhaltenskodex/Dienstanweisungen Beispiel Verhaltenskodex: Wir begegnen geflüchteten Kindern und Jugendlichen auf eine respektvolle Art und Weise. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  31. 31. Risikofaktor: unklare Leitungs- und Arbeitsstrukturen Mindeststandard: • klare Leitungsstrukturen • klare personelle Trennung der Arbeitsfelder Administration/Organisation und Sozialarbeit/Pädagogik Klaus Peter Völlmecke, Amt für Kinder Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  32. 32. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V Risikofaktor: unklare Leitungs- und Arbeitsstrukturen Mindeststandard: • Arbeitsplatzbeschreibungen entsprechend der beruflichen Qualifikation Beispiel Security: Keine Übertragung pädagogischer Aufgaben an Security (z.B. Spiele- und Medikamentenausgabe)! Security darf nicht zum Hauptansprechpartner für geflüchtete Mädchen und Jungen werden!
  33. 33. Beispiel: Kleidung der Security macht vielen Kindern und Jugendlichen Angst, da sie der Kampfkleidung von Soldaten und des „IS“ ähnelt. Mindeststandard: wenig bedrohliche, sportliche Kleidung für Security Risikofaktor: inadäquate Sachausstattung Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V
  34. 34. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V. Risikofaktor: Überforderung und unzureichende Fachlichkeit
  35. 35. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V. Risikofaktor: Überforderung und unzureichende Fachlichkeit Ursachen: • Zuständigkeit sowohl für administrative/organisatorische als auch sozialarbeiterische/pädagogische Arbeitsbereiche • Überforderung mangels dem Tätigkeitsfeld entsprechender fachlicher Qualifikation • geringe/keine Berufserfahrung • kaum Einarbeitung/Fortbildung • ungenügende Teamstrukturen • zu wenig Fachberatung durch Betreiber • zu wenig Supervisionsangebote
  36. 36. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder, Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V. Risikofaktor: Überforderung und unzureichende Fachlichkeit Mindeststandard: • klare Strukturierung der Arbeitsfelder • fachliche Qualifikation entsprechend dem Tätigkeitsfeld • intensive Einarbeitung • Fortbildung und Supervision für alle Berufsgruppen • Angebote der Psychohygiene für Mitarbeiter*innen • regelmäßige Teamsitzungen • regelmäßige Teamsitzungen der Heimleitungen • gute Vernetzung im Sozialraum
  37. 37. Klaus-Peter Völlmecke, Amt für Kinder Jugend und Familie • Ursula Enders, Zartbitter e.V. Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit!

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