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Ohlenburg 2018 10-18-hoh_wi_wa

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Second Thematic Workshop, of the WinWind projct, Leipzig Germany

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Ohlenburg 2018 10-18-hoh_wi_wa

  1. 1. 2. thematischer Workshop WinWind Windkraftanlagen auf Waldstandorten: Rahmenbedingungen, Praxisbeispiele und Akzeptabilität Windenenergie im Wald – Auswirkungen und Vermeidung naturschutzrechtlicher Konflikte Holger Ohlenburg, Referent Fachinformationen
  2. 2. Zentrale Fragen Welche spezifischen Auswirkungen gibt es und wie erheblich sind sie? Welche Optionen der Vermeidung und Kompensation gibt es? Wo gibt es noch Wissenslücken? © KNE, Holger Ohlenburg 2„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt
  3. 3. Wissensstand Reichenbach et al. (2015) ▪ Vögel ▪ Fledermäuse ▪ Pflanzen/Biotope ▪ (Wildkatze) ▪ (Boden, Wasser, Klima) ▪ Erholung Hurst et al. (2016) ▪ Fledermäuse © KNE, Holger Ohlenburg 3„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt
  4. 4. Boden/Flächeninanspruchnahme Auswertung von LBPs (2004 - 2014) ▪ WEA Fundament = vollversiegelt. ▪ Kranstellfläche und Zufahrt = i. d. R teilversiegelt. Dauerhaft teil-/versiegelte Fläche pro WEA: 0,35 Hektar. Besonderheiten ▪ Die Kranstellfläche bleibt dauerhaft teilversiegelt. ▪ Je nach Standort ggf. längere Zufahrt. ▪ Es können natürliche und verdichtungsgefährdete Böden betroffen sein. © KNE, Holger Ohlenburg 4„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt Holger Ohlenburg Reichenbach et al. (2015)
  5. 5. Waldrodung Auswertung von LBPs (Zeitraum 2004 – 2014) ▪ Dauerhaft baumfreie Fläche (Fundament, Kranstellfläche, Zuwegung): durchschnittlich 0,35 Hektar pro WEA. ▪ Temporär baumfreie Fläche (Lager und Montage): durchschnittlich 0,3 Hektar pro WEA.  Waldrodung pro WEA: < 1 Hektar  Forstrechtlicher Ausgleich! © KNE, Holger Ohlenburg 5„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt Holger Ohlenburg Reichenbach et al. (2015)
  6. 6. Wald- und Bodeninanspruchnahme Vermeidungsmaßnahmen ▪ Standortwahl!  Wald ist nicht gleich Wald!  Auswirkungen auf Zuwegung (möglichst kurz, wenige Kurven). ▪ Logistik und Transport  Lagerflächen außerhalb des Waldes,  platzsparende Transportfahrzeuge,  Anlagenbauteile (z. B. teilbare Rotorblätter),  platzsparende Kräne. ▪ Bei verdichtungsgefährdeten Böden  Keine Befahrung bei Nässe (Umweltbaubegleitung),  Baggermatten. © KNE, Holger Ohlenburg 6„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt
  7. 7. Pflanzen und Biotope Biotoptypenkartierung ergab: ▪ WEA häufig in Nadel(misch)forsten mit mittleren Biotopwerten. ▪ Auf teilversiegelten Flächen: nach kurzer Zeit Ruderalfluren mit mittlerem Biotopwert, teilweise Vorwaldstadien. ▪ Artenzahl steigt mit Alter der Standorte. Empfehlungen ▪ Geringwertige Wald-Standorte wählen! ▪ Auf WEA-Flächen Vermeidung der Ansiedlung von standortfremden Pflanzen. © KNE, Holger Ohlenburg 7„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt Kerstin Menke (ARSU GmbH) Reichenbach et al. (2015) Holger Ohlenburg
  8. 8. Vögel – Wissensstand ▪ Geänderte Zusammensetzung des Brutvogelbestands? ▪ Vertreibungseffekte? Untersuchungen: ▪ Vorher und Nachher, Vorhaben- und Referenzfläche, entfernungs- abhängige Parameter nach Errichtung. Ergebnisse: ▪ Keine Auswirkungen auf Singvögel. ▪ Keine Vertreibung von Hohltaube, Turteltaube, Baumpieper, Kernbeißer. ▪ Geringe Vertreibungswirkung für Spechte? Laufende Forschung zu Störwirkungen (ARSU GmbH). © KNE, Holger Ohlenburg 8„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt ARSU GmbH Brutplätze WEA-Gebiet Brutplätze Referenzgebiet Reichenbach et al. (2015)
  9. 9. Vögel - Vermeidungsmaßnahmen Planungsphase ▪ Standortwahl und -optimierung, ▪ Ggf. CEF-Maßnahmen (Lebensstättenverlust). Bauzeitlich (störungsempfindliche Arten) ▪ Rodungs- und Bauzeitenoptimierung, ▪ Umweltbaubegleitung. Betrieblich (kollisionsempfindliche Arten) wie im Offenland ▪ Perspektivisch auch technische Systeme? Laufende Forschung zu betrieblichen Maßnahmen (NatForWINSENT) © KNE, Holger Ohlenburg 9„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt Frank Vassen / Pixabay Holger Ohlenburg
  10. 10. Fledermäuse – Kollisionen (Tötungen) ▪ Vergleich von Aktivitätsdaten von Wald- und Offenlandstandorten  Kaum Unterschiede (Reichenbach et al. 2015). ▪ Auswertung Aktivitätsdaten aus verschiedenen Höhen über dem Wald  Aktivität einzelner sensibler Arten nimmt mit der Höhe stark ab (Hurst et al. 2016). Vermeidungsmaßnahmen ▪ Abschaltmaßnahmen aus Offenland auf Waldstandorte übertragbar. ▪ Abschaltzeiten ab Inbetriebnahme. ▪ 50 m Abstand von Waldoberkante zu Rotorunterkante (Hurst et al. 2016). ▪ Bauzeitenoptimierung, ggf. Baumhöhlenkontrolle (Tötungsverbot). © KNE, Holger Ohlenburg 10„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt FrInaT GmbH
  11. 11. Fledermäuse – Lebensraumverlust ▪ Verlust von Quartierbäumen. ▪ Störeffekte und Habitat-Fragmentierung? ▪ Artsteckbriefe nach Hurst et al. (2016).  Bedeutung des Waldes, Empfehlungen zur Erfassung, Bewertung, Vermeidung und Ausgleichsmaßnahmen. Vermeidungsmaßnahmen ▪ Standortwahl und -optimierung, ▪ CEF-Maßnahme Nutzungsverzicht, Habitatbaum-Ausweisung, Fledermauskästen. Laufende Forschung zu Störungseffekten (FrInaT GmbH). © KNE, Holger Ohlenburg 11„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt
  12. 12. Potenziell relevante Tierarten Wildkatze (Felis sylvestris) ▪ Wissensstand zu Auswirkungen eingeschränkt (Reichenbach et al. 2015). ▪ Störungen/Tötungen? (insbes. Wurfzeit sensibel). Vermeidungsmaßnahmen ▪ Standortwahl, ▪ Rodungs- und Bauzeitenoptimierung, ▪ Kontrolle auf Fortpflanzungsstätten, ▪ nächtliche Wartungseinschränkungen, ▪ CEF-Maßnahme Wurzelstubben-Haufen. © KNE, Holger Ohlenburg 12„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt Saguari / Pixabay Bundesamt für Naturschutz
  13. 13. Potenziell relevante Tierarten Haselmaus (Büchner et al. 2017) ▪ Tötungen bei Rodungsarbeiten und Baufeldvorbereitung, ▪ Verlust von Lebensstätten. Vermeidungsmaßnahmen ▪ Standortwahl, ▪ Rodungs- und Bauzeitenoptimierung, ▪ Umweltbaubegleitung, ▪ Vergrämung bzw. Umsiedlung, ▪ Ggf. Aufwertung von Ersatzlebensräumen (CEF). © KNE, Holger Ohlenburg 13„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt Martin Steiger / Wikimedia Bundesamt für Naturschutz (2013)
  14. 14. Klima Waldspezifische Auswirkungen ▪ Veränderung des Waldinnenklimas durch dauerhafte und temporäre Rodung.  Sekundärwirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. © KNE, Holger Ohlenburg 14„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt Holger Ohlenburg ARSU GmbH
  15. 15. Kompensationsmaßnahmen Multifunktionale Maßnahmen! ▪ Nutzungsaufgabe, ▪ Umbau in naturnahe Waldbestände, ▪ Erhöhung Alt- und Totholzanteil, ▪ Biotopverbundstrukturen. Artspezifische Maßnahmen ▪ Künstliche Nest- bzw. Quartierangebote, ▪ artspezifische Strukturen im Wald, ▪ Verbesserung Nahrungsangebot. © KNE, Holger Ohlenburg 15„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt Abstand zum Vorhaben!
  16. 16. Zusammenfassung und Fazit Mögliche zusätzliche Auswirkungen bei WEA auf Waldstandorten: ▪ Leicht höhere Flächen- und Waldinanspruchnahme möglich. ▪ Vögel: einzelne sensible Arten wie z. B. Schwarzstorch, weitere? ▪ Fledermäuse: Lebensraumverluste. ▪ Ggf. weitere Tierarten: z. B. Wildkatze, Haselmaus. Es gibt aber auch spezifische Maßnahmen: ▪ Standortwahl und -optimierung, ▪ Umweltbaubegleitung, ▪ artspezifische Abschaltzeiten, ▪ artspezifische CEF- und (multifunktionale) Ausgleichsmaßnahmen. © KNE, Holger Ohlenburg 16„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt ARSU GmbH Fazit: Eine naturverträgliche Realisierung von WEA im Wald ist möglich!
  17. 17. Quellen und weiterführende Literatur ▪ Büchner et al. (2017): Berücksichtigung der Haselmaus (Muscardinus avellanarius) beim Bau von Windenergieanlagen. Natur und Landschaft 92 (8). S. 365-374. ▪ Hurst et al. (2015): Erfassungsstandards für Fledermäuse bei Windkraftprojekten in Wäldern. Diskussion aktueller Empfehlungen der Bundesländer. Natur und Landschaft 90 (4). S. 157–169. ▪ Hurst et al. (2016): Fledermäuse und Windkraft im Wald. Naturschutz und Biologische Vielfalt 153. Bonn-Bad Godesberg. 400 S. ▪ Reichenbach et al. (2015): Bau- und Betriebsmonitoring von Windenergieanlagen im Wald. Abschlussbericht vom 30.11.2015. Oldenburg. 351 S. Link zum Dokument. Laufende Forschungsprojekte: ▪ Fledermäuse und Windenergie im Wald II (FrInaT GmbH, Laufzeit: 2015-2019). ▪ Betriebsmonitoring von WEA im Wald – Auswirkungen auf die Avifauna (Leitung: ARSU GmbH, Laufzeit: 2017-2020). ▪ NatForWINSENT (u.a. Vermeidungsmaßnahmen) (Leitung: ZSW) © KNE, Holger Ohlenburg 17„Windenergie im Wald – Vermeidung und Kompensation naturschutzrechtlicher Konflikte“ am 18.10.2018, Erfurt
  18. 18. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakt zum Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende: Holger Ohlenburg  +49 30 – 7673738-22  holger.ohlenburg@naturschutz-energiewende.de  www.naturschutz-energiewende.de  @KNE_tweet Abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal Die KNE-Präsentation wird nur zur internen Verwendung zur Verfügung gestellt. Für eine Weiterleitung oder Veröffentlichung ist die Zustimmung des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende erforderlich.

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