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Smart Borders

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Demokratie (kennt) keine Grenzen? Früher waren Grenzen zwischen Wald - und Wiesenfeldern mit einem Schlagbaum, die heutige High-Tech-Grenzen nutzen unsichtbare Methoden. Nationale Grenztore können sich mittlerweile automatisch öffnen und schließen, wenn ein GPS-gechipptes Fahrzeug um Einlass begehrt. Oder es wird der Herzschlagscanner für Lastwägen an Fährhafen im französischen Calais, eingesetzt, um versteckte Passagiere zu entdecken. Sind "Smart Borders" schon lange Realität und ist die Einführung intelligenter Grenzen von Demokratien eine wünschenswerte Entwicklung? In meinem Vortrag spreche ich tiefergehend über weitere Vor- und Nachteile.

Published in: Government & Nonprofit
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Smart Borders

  1. 1. Smart Borders Wie die nationalstaatlichen Grenzen von morgen aussehen
  2. 2. von Valerie Lux 01/2019 www.digilux.blog
  3. 3. Grenzkontrollen zwischen EU-Mitgliedsstaaten werden gerechtfertigt durch den mangelnden Schutz der EU-Außengrenzen
  4. 4. 1. SIS- Schengen-Informationssystem VIS - Visa-Informations-System
  5. 5. 2. Eurodac Datenbank mit gespeicherten Fingerabdrücken aller Asylsuchenden Mit der Eurodac können EU-weit Fingerabdrücke von Asylbewerbern verglichen ermittelt werden, die bereits in einem anderen Mitgliedstaat um Asyl nachgesucht haben
  6. 6. 4. EU - Entry Exist -System ab 2020 Ziel: Effizientere Grenzen Terroristen, Schmuggler, Kriminelle und Menschenhändler zu entdecken Migranten, die mit einem Touristenvisum einreisen und länger bleiben, werden automatisch entdeckt (Datenbank schlägt Alarm)
  7. 7. Schnell Das EES- System verknüpft automatisch Personen mit ihrem Visum bei Einreise (man kann beim Übertritt automatisch seinen Pass scannen lassen)
  8. 8. - Das EES wird Fingerabdrücke sammeln Dank der gespeicherten Daten kann die Grenzbeamtin erkennen, wer schon einmal an der Grenze abgewiesen wurde (Entry refusals)
  9. 9. Die EU will wissen, wer sich in der EU aufhält Kontrollverlust
  10. 10. Wer hat Zugriff auf des EES? Grenzbeamte an den Schengen-Grenzen Justizvollzugsbehörden der Mitgliedsstaaten Europol
  11. 11. Wer ist Lisa?
  12. 12. Krum Garkov (BUL)
  13. 13. LISA European Agency for the operational management of Large-Scale IT Systems
  14. 14. LISA hat weitreichende Befugnisse -Eigenständig die IT-Großsysteme weiter entwickeln -Neue Standorte eröffnen -Neue Pilotprojekte und Testverfahren durchführen
  15. 15. St. Johann im Pongau (Backbone -CS-SIS, BCU)
  16. 16. LISA koordiniert soll die “effiziente und schnelle” Abfrage aller Datenbanken für EU-Grenzbeamte ermöglichen EES NEU Ecris-Tcn Eurodac Etias NEU
  17. 17. Zentrale Herausforderung von LISA: Interoperabilität der Datenbanken sicherzustellen Definition Interoperabilität: “Fähigkeit von Informationssystemen, Daten auszutauschen”
  18. 18. St. Johann im Pongau (Backbone -CS-SIS, BCU) Strassburg (CS-SIS, CU) Tallinn
  19. 19. Was ist Testa?
  20. 20. Testa ist das technische Rückgrat aller Datenbanken der Europäischen Union
  21. 21. Beispiel Die Agentur “Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht” in Lissabon möchte eine Email schicken an die Drogenbeauftrage der Bundesregierung in Berlin und nutzt dafür Testa.
  22. 22. 3 Säulen von TESTA 1. Lokale Domain 2. Local Connection Domain Points 3. EuroDomain
  23. 23. TESTA: Zwei Datenzentren + Zwei Sicherheitszentren ERKENNT CYBER- ANGRIFFE
  24. 24. CSP untersützt: EMAIL - DIENST - SMTP (simple mail transfer protocol) Das hier kann nicht zwischen den EU-Institutionen passieren:
  25. 25. Technische Voraussetzungen von TESTA End-to-End Trust (Verschlüsselng) Ein einziges TESTA-Netzwerkkontrollzentrum kann das virtuelle Netz verwalten - und wenn es möglich ist - können physische Netzwerke geteilt werden TESTA unterstützt Anwendungen mit Protokollen wie HTTP HTTPS FTP Mailprogramm SMTP
  26. 26. TESTA: Firewall
  27. 27. TESTA - technische Voraussetzungen EuroDomain nutzt ein MPLS-Netz als Infrastruktur, darauf thront ein IP-Sec Domainname: testa.eu Getrennt vom Internet
  28. 28. Testa ist dafür da, eine sichere Umgebung für die EU-Mitgliedsstaaten zu kreieren… … damit sie mehr digitale Dienstleistungen anbieten können.
  29. 29. Central Service Processing unterstützt alle TESTA- Nutzer mit: DNS NTP Back-Up von CSP ist in Bratislava -> <- Hauptquartier in Brüssel
  30. 30. Mit Testa lassen sich nur Botschaften von Behörden der untersten Geheimhaltungsstufe übermitteln Für EU-Verschlusssachen gelten vier Geheimhaltungsgrade, je nachdem, wie schwerwiegend die Auswirkungen einer Offenlegung wären: TRÈS SECRET UE/EU TOP SECRET: Die unbefugte Weitergabe dieser Informationen könnte den wesentlichen Interessen der EU oder eines oder mehrerer Mitgliedstaaten äußerst schweren Schaden zufügen. SECRET UE/EU SECRET: Die unbefugte Weitergabe dieser Informationen könnte den wesentlichen Interessen der EU oder eines oder mehrerer Mitgliedstaaten schweren Schaden zufügen. CONFIDENTIEL UE/EU CONFIDENTIAL: Die unbefugte Weitergabe dieser Informationen könnte den wesentlichen Interessen der EU oder eines oder mehrerer Mitgliedstaaten Schaden zufügen. RESTREINT UE/EU RESTRICTED: Die unbefugte Weitergabe dieser Informationen könnte für die Interessen der EU oder eines oder mehrerer Mitgliedstaaten nachteilig sein.
  31. 31. EuroDomain “Local Connection Domain Point” bietet durch ein TAP eine IP-Sec verschlüsselte Verbindung an (oder ein nationales Netzwerk bietet einen TAP an, nicht die eigene LAN-Struktur einer Behörde) Lokale Domain einer Behörde eines Mitgliesstaats verbindet sich mit dem LCDP LCDP verbindet sich mit Central Service Processing LCDP Nationale Behörde CSD Brüssel EU-Behörde
  32. 32. Resilienz “Ein Wesensmerkmal resilienter Netze ist es, dafür zu sorgen, dass störende Ereignisse nicht zum Verlust der Funktionsfähigkeit führen.” Verteidigung IDS - Intrusion Detection System IPS - Intrusion Prevention System
  33. 33. Datenschutz?
  34. 34. sTesta Secured Trans European Services for Telematics between Administration von HP Abgewickelt wird der Datenabgleich über die Kommunkationsinfrastruktur STESTA. Die Kommunikation im sTESTA-Netz funktioniert dabei mit einem auf XML-basierten Austauschprotokoll Nationale Behörden kommunizieren mit der Schnittstelle zum sTESTA-Netz durch verschlüsselte Mail.
  35. 35. Weitere Datenbanken
  36. 36. Seit 2018 ECRIS-TCN Ecris-TCN besteht aus Identitätsdaten (alphanumerische Daten und Fingerabdruckdaten) sämtlicher in den Mitgliedstaaten verurteilten Migranten. Ein Suchmechanismus ermöglicht den Mitgliedstaaten die Online-Durchsuchung des Inhaltsverzeichnisses. Ein „Treffer“ ermittelt den Mitgliedstaat, in dem ein bestimmter Migrant verurteilt wurde. Im Anschluss daran kann der ermittelte Mitgliedstaat um die Bereitstellung der vollständigen Strafregisterinformationen über das bestehende ECRIS ersucht werden. Verurteilung: Grenzübertritt?
  37. 37. Was ist mit Third Country Nationals? Staatenlose + und Nicht-EU-Bürger
  38. 38. ETIAS European Travel Information Authorisation System Datenbank für die Reisenden, die kein Visum für die EU benötigen (Serben, Ukrainier) Wer erfolgreich mit ETIAS registriert ist, kann ungehindert in die EU ein- und ausreisen
  39. 39. Europäisches Strafregisterinformationssystem ECRIS - European Criminal Records Information System ECRIS basiert auf einer dezentralen IT-Architektur, bei der die Strafregisterdaten nur in den nationalen Datenbanken der Mitgliedstaaten gespeichert und auf entsprechendes Informationsersuchen zwischen den zentralen Behörden der Mitgliedstaaten in elektronischer Form ausgetauscht werden.

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