Torsten Grote: Freie Software

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Vortrag »Freie Software und ihre Unentbehrlichkeit in der modernen Informationsgesellschaft« von Torsten Grote (FSFE), gehalten beim Treffen der AG Digitale Demokratie am 10.10.2009 in Berlin

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Torsten Grote: Freie Software

  1. 1. Freie Software und ihre Unentbehrlichkeit in der modernen Informationsgesellschaft Torsten Grote <Torsten.Grote@fsfe.org> Free Software Foundation Europe 10.10.2009
  2. 2. Gliederung 1. Was ist Software und wieso ist sie so wichtig? 2. Die Geschichte Freier Software 3. Software Lizenzen 4. Open Source 5. Freie Software und Arbeit 6. Verbaucherschutz und B¨rgerrechte u
  3. 3. Was ist Software? grob: Anleitung zur Verarbeitung und Vermittlung von Daten/Informationen Steuerung von Abl¨ufen a Meistens unlesbarer Maschinencode aus les- und bearbeitbarem Quelltext 010110110100100111 vs. fenster = new Window();
  4. 4. Was ist Software? grob: Anleitung zur Verarbeitung und Vermittlung von Daten/Informationen Steuerung von Abl¨ufen a Meistens unlesbarer Maschinencode aus les- und bearbeitbarem Quelltext 010110110100100111 vs. fenster = new Window();
  5. 5. Computer
  6. 6. Maschinen
  7. 7. Ampeln
  8. 8. Verwaltung
  9. 9. Handy
  10. 10. MP3-Player
  11. 11. Elektronische B¨cher u
  12. 12. Fernseher
  13. 13. Uhren
  14. 14. K¨hlschr¨nke u a
  15. 15. H¨user a
  16. 16. Computer
  17. 17. Kommunikation
  18. 18. Bildung
  19. 19. Information beziehen speichern verarbeiten
  20. 20. Software als Produktionsmittel 58 Prozent der Besch¨ftigten nutzen im Arbeitsalltag einen PC“ a 1 ” 1 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr.047 vom 01.02.2007
  21. 21. Software als Produktionsmittel 58 Prozent der Besch¨ftigten nutzen im Arbeitsalltag einen PC“ a 1 ” Texte Bilder/Fotos Musik Filme 1 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr.047 vom 01.02.2007
  22. 22. Eigenschaften von Software unbegrenzt und kostenlos zu verfielf¨ltigen a verschleißt nicht durch Nutzung erweiterbar und ver¨nderbar a
  23. 23. These Software hat einen unsch¨tzbar großen Wert f¨r unsere a u Gesellschaft. Dieser Wert wird weiter steigen. Macht uber Software → Macht uber Gesellschaft ¨ ¨ Beobachtungen: Nutzung, Verhaltungen und F¨higkeiten von Software meist a streng begrenzt wenige große Firmen kontrollieren Großteil der Software Urheberrecht und Vertr¨ge zur Profitmaximierung auf Kosten a der Gesellschaft
  24. 24. These Software hat einen unsch¨tzbar großen Wert f¨r unsere a u Gesellschaft. Dieser Wert wird weiter steigen. Macht uber Software → Macht uber Gesellschaft ¨ ¨ Beobachtungen: Nutzung, Verhaltungen und F¨higkeiten von Software meist a streng begrenzt wenige große Firmen kontrollieren Großteil der Software Urheberrecht und Vertr¨ge zur Profitmaximierung auf Kosten a der Gesellschaft
  25. 25. These Software hat einen unsch¨tzbar großen Wert f¨r unsere a u Gesellschaft. Dieser Wert wird weiter steigen. Macht uber Software → Macht uber Gesellschaft ¨ ¨ Beobachtungen: Nutzung, Verhaltungen und F¨higkeiten von Software meist a streng begrenzt wenige große Firmen kontrollieren Großteil der Software Urheberrecht und Vertr¨ge zur Profitmaximierung auf Kosten a der Gesellschaft
  26. 26. These Software hat einen unsch¨tzbar großen Wert f¨r unsere a u Gesellschaft. Dieser Wert wird weiter steigen. Macht uber Software → Macht uber Gesellschaft ¨ ¨ Beobachtungen: Nutzung, Verhaltungen und F¨higkeiten von Software meist a streng begrenzt wenige große Firmen kontrollieren Großteil der Software Urheberrecht und Vertr¨ge zur Profitmaximierung auf Kosten a der Gesellschaft
  27. 27. Geschichte Zwischen 50er und 80er Jahren war das anders Software wurde mit allen geteilt gegenseitiges Helfen f¨hrt zu st¨ndiger Verbesserung u a Firmen wohlwollend, sehen Software als Mehrwert f¨r Produkt u ab 80er zunehmend Einschr¨nkungen von Nutzer-Freiheiten a Firmen spezialisieren sich auf Software und Verkauf von Kopien k¨nstliche Verknappung: teilen/kopieren wird kriminalisiert u gegenseitiges helfen wird unm¨glich gemacht o
  28. 28. Geschichte Zwischen 50er und 80er Jahren war das anders Software wurde mit allen geteilt gegenseitiges Helfen f¨hrt zu st¨ndiger Verbesserung u a Firmen wohlwollend, sehen Software als Mehrwert f¨r Produkt u ab 80er zunehmend Einschr¨nkungen von Nutzer-Freiheiten a Firmen spezialisieren sich auf Software und Verkauf von Kopien k¨nstliche Verknappung: teilen/kopieren wird kriminalisiert u gegenseitiges helfen wird unm¨glich gemacht o
  29. 29. Richard Stallman Programmierer am MIT AI Laboratory Teil der damaligen Hacker Community erlebt Wandel und erkennt fr¨hzeitig Gefahren der u Entwicklung
  30. 30. Richard Stallman Programmierer am MIT AI Laboratory Teil der damaligen Hacker Community erlebt Wandel und erkennt fr¨hzeitig Gefahren der u Entwicklung
  31. 31. Was ist Freie Software? 1. Freiheit der Nutzung Die Freiheit, das Programm f¨r jeden Zweck zu nutzen u 2. Freiheit mir selbst zu helfen Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an seine Bed¨rfnisse anzupassen u 3. Freiheit Anderen zu helfen Die Freiheit, Kopien der Software zu erstellen und weiterzugeben 4. Freiheit die Gemeinschaft zu unterst¨tzen u Die Freiheit, ein Programm zu ver¨ndern, und die ver¨nderte a a Version weiterzugeben use, study, share and improve
  32. 32. Was ist Freie Software? 1. Freiheit der Nutzung Die Freiheit, das Programm f¨r jeden Zweck zu nutzen u 2. Freiheit mir selbst zu helfen Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an seine Bed¨rfnisse anzupassen u 3. Freiheit Anderen zu helfen Die Freiheit, Kopien der Software zu erstellen und weiterzugeben 4. Freiheit die Gemeinschaft zu unterst¨tzen u Die Freiheit, ein Programm zu ver¨ndern, und die ver¨nderte a a Version weiterzugeben use, study, share and improve
  33. 33. Was ist Freie Software? 1. Freiheit der Nutzung Die Freiheit, das Programm f¨r jeden Zweck zu nutzen u 2. Freiheit mir selbst zu helfen Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an seine Bed¨rfnisse anzupassen u 3. Freiheit Anderen zu helfen Die Freiheit, Kopien der Software zu erstellen und weiterzugeben 4. Freiheit die Gemeinschaft zu unterst¨tzen u Die Freiheit, ein Programm zu ver¨ndern, und die ver¨nderte a a Version weiterzugeben use, study, share and improve
  34. 34. Was ist Freie Software? 1. Freiheit der Nutzung Die Freiheit, das Programm f¨r jeden Zweck zu nutzen u 2. Freiheit mir selbst zu helfen Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an seine Bed¨rfnisse anzupassen u 3. Freiheit Anderen zu helfen Die Freiheit, Kopien der Software zu erstellen und weiterzugeben 4. Freiheit die Gemeinschaft zu unterst¨tzen u Die Freiheit, ein Programm zu ver¨ndern, und die ver¨nderte a a Version weiterzugeben use, study, share and improve
  35. 35. Was ist Freie Software? 1. Freiheit der Nutzung Die Freiheit, das Programm f¨r jeden Zweck zu nutzen u 2. Freiheit mir selbst zu helfen Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an seine Bed¨rfnisse anzupassen u 3. Freiheit Anderen zu helfen Die Freiheit, Kopien der Software zu erstellen und weiterzugeben 4. Freiheit die Gemeinschaft zu unterst¨tzen u Die Freiheit, ein Programm zu ver¨ndern, und die ver¨nderte a a Version weiterzugeben use, study, share and improve
  36. 36. Was ist Freie Software? 1. Freiheit der Nutzung Die Freiheit, das Programm f¨r jeden Zweck zu nutzen u 2. Freiheit mir selbst zu helfen Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen, und es an seine Bed¨rfnisse anzupassen u 3. Freiheit Anderen zu helfen Die Freiheit, Kopien der Software zu erstellen und weiterzugeben 4. Freiheit die Gemeinschaft zu unterst¨tzen u Die Freiheit, ein Programm zu ver¨ndern, und die ver¨nderte a a Version weiterzugeben use, study, share and improve
  37. 37. 1983 GNU is not Unix
  38. 38. 1983 GNU is not Unix 1985 Free Software Foundation
  39. 39. 1983 GNU is not Unix 1985 Free Software Foundation 1991 GNU/Linux
  40. 40. 1983 GNU is not Unix 1985 Free Software Foundation 1991 GNU/Linux 2001 Free Software Foundation Europe
  41. 41. Softwarelizenzen Freiheit trotz Urheberrecht? Urheber gibt mit Softwarelizenz Rechte auf und kn¨pft ggf. u Bedingungen daran BSD GNU GPL
  42. 42. Softwarelizenzen Freiheit trotz Urheberrecht? Urheber gibt mit Softwarelizenz Rechte auf und kn¨pft ggf. u Bedingungen daran BSD GNU GPL Freiheit dank Urheberrecht Copyleft nutzt Urheberrecht um Freiheiten an ein Werk zu binden Kopien und abgeleitete Werke m¨ssen gleiche Freiheiten u gew¨hren a praktisch: gleiche Lizenz
  43. 43. Softwarelizenzen Konflikt BSD vs. GPL Freiheit f¨r Entwickler oder f¨r Nutzer? u u GPL kompatible Lizenzen Anforderungen beider Lizenzen sind vereinbar Werke unter kompatiblen Lizenzen k¨nnen in GPL Software o einfliessen Zusammengesetztes Werk steht unter GPL Public Domain deutsch Gemeinfreiheit Werk unterliegt nicht (mehr) dem Urheberrecht kein Rechtsverzicht in Dt.
  44. 44. Softwarelizenzen Konflikt BSD vs. GPL Freiheit f¨r Entwickler oder f¨r Nutzer? u u GPL kompatible Lizenzen Anforderungen beider Lizenzen sind vereinbar Werke unter kompatiblen Lizenzen k¨nnen in GPL Software o einfliessen Zusammengesetztes Werk steht unter GPL Public Domain deutsch Gemeinfreiheit Werk unterliegt nicht (mehr) dem Urheberrecht kein Rechtsverzicht in Dt.
  45. 45. Softwarelizenzen Konflikt BSD vs. GPL Freiheit f¨r Entwickler oder f¨r Nutzer? u u GPL kompatible Lizenzen Anforderungen beider Lizenzen sind vereinbar Werke unter kompatiblen Lizenzen k¨nnen in GPL Software o einfliessen Zusammengesetztes Werk steht unter GPL Public Domain deutsch Gemeinfreiheit Werk unterliegt nicht (mehr) dem Urheberrecht kein Rechtsverzicht in Dt.
  46. 46. Open Source praktisch betrachtet fast identisch mit Freier Software 1998 eingef¨hrter Marketing Begriff u Verschiedene Worte transportieren verschiedene Ideen praktische Vorteile und Entwicklungsmodell im Vordergrund ethische und politische Werte treten in Hintergrund
  47. 47. Open Source praktisch betrachtet fast identisch mit Freier Software 1998 eingef¨hrter Marketing Begriff u Verschiedene Worte transportieren verschiedene Ideen praktische Vorteile und Entwicklungsmodell im Vordergrund ethische und politische Werte treten in Hintergrund
  48. 48. Freie Software und Arbeit kommerzielle Software kein Gegensatz zu Freier Software zunehmende Professionalisierung neue Gesch¨ftsmodelle a freier Markt vs. Monopole
  49. 49. Zusammenarbeit und Synergieeffekte
  50. 50. Verbraucherschutz und B¨rgerrechte u Fremdbestimmung durch unfreie Software mit Freier Software zur Selbstbestimmung Datenschutz und Privatsph¨re a demokratische und ¨ffentliche Kontrolle o Machtverteilung stets im Interesse der Nutzer Schaffung einer fast missbrauchsfreien technischen Infrastruktur f¨r unsere Gesellschaft u
  51. 51. Verbraucherschutz und B¨rgerrechte u Fremdbestimmung durch unfreie Software mit Freier Software zur Selbstbestimmung Datenschutz und Privatsph¨re a demokratische und ¨ffentliche Kontrolle o Machtverteilung stets im Interesse der Nutzer Schaffung einer fast missbrauchsfreien technischen Infrastruktur f¨r unsere Gesellschaft u
  52. 52. Danke! Fragen?

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