Wiesbaden Magazin Ausgabe Juni 2009

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Wiesbaden Magazin Ausgabe Juni 2009

  1. 1. LANDESHAUPTSTADTWiesbaden Das Magazin der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden Ausgabe 02 / Juni 2009Stadt inBewegungProfi- und Breitensport stehen inWiesbaden nicht in Konkurrenz S.4PerfekteSchneiderkunstHaute Couture aus Wiesbaden S.12KulturschätzeDas Filmhaus bewahrt die Klassikerdes deutschen Films S.26 www.wiesbaden.de
  2. 2. Meine Wiesbadener Erlebniswelt Wiesbaden Marketing bietet Übernachtungspauschalen bereits ab 76 Euro pro Person im DZ. Zudem können Sie aus einer Reihe von Erlebnisbausteinen Ihren individuellen Wiesbaden- Besuch gestalten (mehr unter www.wiesbaden.de/individualangebote). Wir freuen uns auf Sie! Wiesbaden Marketing GmbH – Tourist Service – Tel.: 0611 - 17 29 777 Freitag, 16 Uhr Freitag, 19 Uhr Exklusiver Stadtrundgang mit 3-Gänge-Menü in einem einem privaten Gästeführer Gourmet-Restaurant Freitag, 14 Uhr Check-In in einem Wiesbadener Traditionshotel Freitag, 21 Uhr Casino-Besuch im Kurhaus WiesbadenSonntag, 11 UhrFahrt mit derhistorischenNerobergbahn zur Samstag, 11 UhrRussischen Kirche Einkaufsbummel durch das historische Quellenviertel Samstag, 15 Uhr Sonntag, 10 Uhr Entspannen in stilvollem Besuch des Kaffeehaus-Ambiente Museum Wiesbaden Samstag, 18 Uhr Traubenkernöl-Massage in der Kaiser-Friedrich-Therme www.wiesbaden.de
  3. 3. Editorial Magazin der Stadt Wiesbaden Ausgabe 2 / Juni 2009W IESBADEN NEU ERLEBEN : Nach einem erfolg-reichen Start geht das Wiesbaden Magazin in die Inhalt Sport in die Stadtzweite Runde. Wieder haben wir uns auf den Weg In Wiesbaden boomen gemacht, um für Sie die verborge- Spitzen- und Breitensport 4 nen Schätze der Stadt zu heben. Perfekte Schneiderkunst Worauf wir gestoßen sind: Viele Der Salon Elise Topell macht klassische Haute Couture 12 Botschafter für den Sport, ein Fußballstadion, das in Rekordzeit Erlebnisräume im Netzwerk Eine Allianz vermarktet entstand, Mode wie in Paris, die Kongressstadt WiesbadenMusikliebhaber ein großes Filmerbe, geballte Wirt- professionell 16Michael Herrmann schaftskompetenz, „Wunschlos glücklich"eine charmante Bildschirmgröße ZDF-Moderatorin Valerie Haller über ihr Leben in derund eines der größten Musikfesti- Landeshauptstadt 18vals in Deutschland. Und wir haben Heimliche Beraterhauptstadtviele unterschiedliche Menschen Consulting-Unternehmen schätzengetroffen, die eines gemeinsam den Standort Wiesbaden 20haben: Sie sind überzeugt von Bundesliga-Volley- „Stetig aufwärts“ ballclub WiesbadenWiesbaden, einer Stadt, in der es Das Rheingau Musik Festival ist eines der größten in Deutschland 24 sich gut leben und arbeiten lässt, die an sich bindet und die weiter Schatzkammer in Schwarz-Weiß Das Filmhaus bewahrt die neugierig macht. Unsere Funde Klassiker des deutschen Films haben wir gesichtet, die Bilder für die Nachwelt 26 festgehalten und die Geschichten dazu erzählt. Lassen Sie sichConsulting-Standort überraschen. FürWiesbaden Titelbild: Kurhaus Wiesbaden Ihre Erkundungs-tour durch dieses Heft wün- Impressumschen wir Ihnen viele spannende HERAUSGEBER: Wiesbaden Marketing GmbH, Geschäftsführer: Martin Michel (V.i.S.d.P.),Momente. Postfach 6050, 65050 Wiesbaden. REDAKTION UND TEXTE: Journalistenbüro Surpress, Dr. Guido Rijkhoek, Dr. Jutta Witte, WiesbadenIhre Redaktion ZDF-Börsenreporterin Valerie Haller FOTOS:Gerhard Hirsch, Frankfurt, Horst Goebel, Görsroth (Titel) LAYOUT UND HERSTELLUNG: D+K Horst Repschläger GmbH, Wiesbaden DRUCK: Stark Druck, Pforzheim
  4. 4. 4 Wiesbaden in Bewegung BREITEN- UND PROFISPORT BOOMEN IN WIESBADEN Bringt Sport in die Stadt! Die Wiesbadener lieben Bewegung. Jeder Dritte engagiert sich in der Landeshauptstadt in einem oder mehreren der 240 Sportvereine. Amateure, Ehrenamtliche, Profis und Funktionäre ziehen an einem Strang, um den Sport mitten in die Gesellschaft zu holen. V Von Taekwondo über Eishockey bis hin zum Langstreckenschwimmen: Es gibt kaum eine Sportart, die es in Wiesbaden umzusetzen." Dass der Sport ein idealer Bereich ist, um wirklich alle mitzuneh- men, ist an vielen kleinen Punkten er- nicht gibt. Den Boom, den das städtische kennbar, an denen die städtische Sport- Sportleben in den letzten Jahren erfährt, förderung in der Breite ansetzt. So för- erklärt Oberbürgermeister Helmut Müller dert Wiesbaden sportliche Sommercamps gerne mit dem Boris-Becker-Phänomen: für Jugendliche. Vereine können Sport- „Wenn Sie Leuchttürme haben, wenden anlagen, Turnhallen und Schwimmbäder sich plötzlich viele Menschen dem Sport kostenlos nutzen. Die Stadt hat ein Pro- zu". Idole, die vor allem die Jugend von gramm aufgelegt, mit dem gezielt Lang- Gameboy und Computer weglocken kön- zeitarbeitslose zu Übungsleitern fortge- nen, gibt es viele. Allein zwölf Wiesba- bildet werden und sie übernimmt die Eine Stadt für alle will Oberbürger- dener Vereine treten in der ersten oder Kosten, wenn ihre Bediensteten regel- meister Helmut Müller schaffen und zweiten Bundesliga an, darunter nicht mäßig ins Fitnessstudio gehen und so setzt dabei voll auf den Sport. nur klassische Publikumsmagneten chronischen Rückenschmerzen und ande- wie die Handballer oder Volleyballer, ren Zivilisationskrankheiten vorbeugen. sondern auch Sportler, die eher weniger Auch der Spitzensport hat in Wies- bekannte Sportarten ausüben, wie baden eine Heimat gefunden. Ein alljähr- Kraftdreikämpfer oder Radpolospieler. licher Reigen von sportlichen Großereig- „Profi- und Breitensport stehen für nissen hat sich mittlerweile in der mich nicht in Konkurrenz,“ betont Mül- Landeshauptstadt etabliert. So holt der ler. „Sie sind zwei Seiten der gleichen „Ball des Sports" seit Jahren Größen aus Medaille". Sport sei eine Querschnitts- Sport, Politik und Wirtschaft nach Wies- aufgabe: „Meine politische Idee ist es, baden. Zu den Höhepunkten im Wiesba- eine Stadt für alle zu schaffen und Sport dener Sportjahr zählen auch das Inter- ist ein Superinstrument, um diese Idee nationale Pfingstturnier, zu dem sich die
  5. 5. Wiesbaden in Bewegung 5Reiterelite der Welt im BiebricherSchloss-park versammelt und der Tri-athlonwettkampf Ironman 70.3. DenAbschluss bildet im Herbst die Olym-pische Ballnacht im Kurhaus. Hier fei-ert der hessische Landessportbundseine Athleten. Mitten in die Stadt will Müller Nachwuchsstar Tobiasden Sport holen. Deswegen ist das Bremser will fair gewinnen.Fußballstadion des SV Wehen Wiesba-den nicht auf die grüne Wiese gesetzt,sondern am Rande der Innenstadt ge- RADSPORT: l Ganz oder gar nichtbaut worden. Deswegen soll direkt imZentrum eine neue, große Sporthalleentstehen. Identifikation mit der Stadtund Integration aller Mitbürger sinddas Ziel. Der Aktionstag „Respectyour next", an dem Behinderte und Tobias Bremser flitzt über Waldwege, vergangenen Jahr drei deutsche Mei-Nichtbehinderte gemeinsam Sport trei- brettert einen Abhang hinunter und stertitel, 15 Landesmeistertitel und denben, gehört dazu. Die Bereitschaft der bremst ab. „Ich bin schon immer ersten Platz in der Nachwuchswer-Wiesbadener Vereine, den Behinder- gerne Rad gefahren", sagt der 15- tung des Landes Hessen. Wer im Rad-tensport auszubauen, sei sehr groß, jährige Nachwuchsfahrer des Rad- sport nicht hinterher fahren wolle,betont Müller. Als politisches Ziel und sportclubs Wiesbaden. müsse hart trainieren und sich sehrnicht als eine „zufällige, nette Mit neun Jahren hat er im Rad- bewusst ernähren, betont RSC-Ge-Geschichte" soll er jetzt erstmals fest sport angefangen, mit zehn sein erstes schäftsführer Jürgen Balz: „Hier giltim Sportentwicklungsplan verankert Rennen gewonnen. Inzwischen ist To- die Devise ganz oder gar nicht." Inwerden. Und zum Thema „eine Stadt" bias 16-facher Hessenmeister: „Mein dem Bewusstsein, dass der Radsportgehören auch die rund 90.000 Wies- Traum ist es, bei einer Weltmeister- vermutlich nur zu retten ist, wennbadener mit Migrationshintergrund. schaft im Nationaltrikot zu fahren." man bei den Jüngsten ansetzt, ver-Überdurchschnittlich viele von ihnen Der RSC Wiesbaden ist ein Beispiel für folgt der Verein zudem eine klareengagieren sich ehrenamtlich für die hervorragende Aufbauarbeit, die in Anti-Doping-Strategie. „Wiesbadenden Sport und leisten so einen wesent- vielen Sportvereinen geleistet wird. gewinnt fair", heißt die Initiative, derlichen Beitrag für das Zusammen- Seit seiner Gründung vor zehn Jahren sich auch der RSC angeschlossen hat.wachsen der Stadtgesellschaft. l verschrieb sich der Radsportclub einer „Wir wollen den Kids zeigen, dass intensiven Jugendförderung. Inzwi- man sauber gewinnen kann", erklärt schen werden die Früchte sichtbar. Die Balz. l 60 Fahrer des Vereins gewannen im
  6. 6. 6 Wiesbaden in Bewegung VO L L E Y BA L L :l Made in China Die blau-gelben Bälle pfeifen zweimal das Double aus Deut- durch die Halle. Elf Spielerin- scher Meisterschaft und Pokal- nen hechten, schmettern und sieg. Ihre Erfahrungen gibt klatschen sich ab. Zweimal am Yang, die seit 20 Jahren in Tag, fünfmal die Woche trai- Deutschland lebt, nun an die nieren die Bundesligistinnen Wiesbadener Volleyballerinnen vom Volleyballclub Wies- weiter. Sieben Damenmann- baden. Mit verschränkten schaften spielen für den VCW. Armen steht Xiaojun Yang da Das Bundesligateam mußte und beobachtet das Geschehen sie komplett neu aufbauen. mit Argusaugen. Ab und zu Acht Nationalitäten, Sprachen kommt eine knappe Anwei- und Kulturen gilt es täglich sung vom Spielfeldrand: „Go" in Einklang zu bringen. Eine oder „OK, Seiten wechseln". echte Herausforderung. Doch Seit sie die Mannschaft im Yang bleibt cool, selbst, wenn vergangenen Jahr übernom- der Lärm von 1.000 Zuschau- men hat, wird in Wiesbaden ern ohrenbetäubend wird. Volleyball „Made in China" Mit Tabellenplatz fünf ist die gespielt. Die Trainerin verlangt Mannschaft jetzt nach einer 100 Prozent Einsatz: „Dieser spannenden Saison belohnt Sport bedeutet nicht nur Kraft worden. l und Körpergröße, sondern auch Intelligenz und viel Teamgeist." Auf Kraft, Intelligenz und Olympiagold und Platz Teamgeist kommt es an. eins bei der Weltmeisterschaft VCW-Trainerin Xiaojun hat Yang in den 80er Jahren Yang sorgt für den vollen mit der chinesischen National- Einsatz. mannschaft geholt, mit dem Team von Stuttgart-Feuerbach
  7. 7. Wiesbaden in Bewegung 7 GOLF: l Nachwuchshoffnung mit Träumen und Disziplin Sie ist eine Nachwuchshoffnung Wiesbaden darf als die Mutter im deutschen Golfsport und sie des Golfsports in Deutschland gel- will hoch hinaus. Spanien, USA, ten. Engländer und Schotten grün- Schweden – seit Katharina Söhn- deten hier Ende des 19. Jahrhun- lein im vergangenen Herbst in den derts den ersten Golfclub auf deutschen Nationalkader aufge- deutschem Boden. Die Stadt ist rückt ist, nimmt sie im Schnitt alle heute Sitz des Deutschen Golfver- zwei Monate an einem internatio- bands und der Vereinigung Club- nalen Turnier teil. „Ich komme viel freier Golfspieler, einer der größten rum", gesteht die 16-jährige Wies- deutschen Sportvereine. Das um- badenerin, die Golf und Schule nur fangreiche Angebot mit zwei 18- noch mit eiserner Disziplin unter Loch-Anlagen und einem Neun- einen Hut bekommt. Nun träumt Loch-Platz hat dafür gesorgt, dass sie von einem Stipendium für Golf in Wiesbaden die Nische des eines der begehrten Golf-Colleges Elitären verlassen hat. Dank der in den USA: „Ich könnte mir vor- umfangreichen finanziellen Förde- stellen, später Profi zu werden." rung des Deutschen Golfverbands können sich heute auch Familien aus der Mittelschicht diesen Sport leisten. Als Elfjährige hat Katharina Söhnlein zu spielen begonnen, eher aus Zufall, weil auch ihre El-Katharina Söhnlein spielt tern damals aktive Golfamateurefür Deutschland. wurden. Und noch immer faszi- niert sie der Sport, bei dem es vor allem auf eine ausgefeilte Schlag- technik ankommt: „Es macht ein- fach Spaß." l
  8. 8. 8 Wiesbaden in Bewegung REITSPORT: l Präzisionsarbeit im Sattel Im Frühjahr und Sommer sieht man in den ländlichen Vororten Wiesbadens vor allem eines: Pfer- de. Reiten zählt in der hessischen Landeshauptstadt beinahe zum Breitensport. Und ein Großereignis zieht sogar die an, die sich selbst nicht in den Sattel trauen: Jedes Jahr trifft sich im Park von Schloss Biebrich die internationale Spitze der Spring-, Dressur- und Vielseitigkeitsreiter für vier Tage zum Pfingstturnier. Hans-Günter Winkler, Rainer Klimke, Meredith Michaels Beerbaum und Isabell Werth haben hier gewonnen. Seit Jahren mit dabei ist auch Anja Plönzke. Die Wiesbadener Amazo- ne zählt zu den Publikumslieblin- gen im Dressurviereck und ist im internationalen Spitzensport fest etabliert. „Reitsport ist für mich längst zum Beruf geworden", sagt die 40-Jährige, die das Gestüt Tannenhof mit über 60 Pferden zusammen mit ihrem Ehemann Roland Bauer leitet. Sechs Pferde trainiert Anja täglich, betreut das Internetportal „ClipMyHorse" mit seinen LIVE- Übertragungen und bestreitet rund 20 Turniere im Jahr. Eine Dressur- prüfung bedeutet für sie und ihre Vierbeiner Feinstarbeit. 200 bis 350 Übergänge verlangt eine rund sechsminütige Grandprix-Kür in der Musik und damit volle Kon- zentration und Präzision beim Rei- ten. „In der Kür hole ich die Stär- ken meiner Pferde heraus", sagt die Reiterin. Nach dem Verkauf ihres Erfolgspferdes Solero steht Dressurreiterin Anja Plönzke und im Moment vor allem das Training ihre Nachwuchspferde Le Mont d´Or mit dem Nachwuchs auf dem Pro- (oben) beim Wiesbadener Pfingsttur- gramm. Zum Beispiel mit Le Mont nier und Lucky Dance beim Training D´Or, der dieses Jahr beim Wies- auf dem Gestüt Tannenhof. badener Mediencup für acht- bis zehnjährige Pferde sein Debut im Schlosspark geben durfte. l
  9. 9. Wiesbaden in Bewegung 9 JU-JUTSU:l Auch mit HandicapSie laufen im Kreis, manche la- Gemeinsam stark: Ju-Jutsu-Welt-chend Hand in Hand. Ein Junge meister Mario Staller und die integra-schmeißt sich hin und klatscht be- tive Gruppe des JCW beim Traininggeistert mit beiden Händen aufden Boden. Dann ist Techniktrai-ning angesagt bei der integrativenGruppe des Judo Clubs Wiesbaden.Zwanzig behinderte Erwachsene,Jugendliche und Kinder rollennach vorne ab, bringen den Geg-ner zu Fall und stellen sich immerwieder einem fairen Zweikampf.„Der Urgedanke ist die Weiterent-wicklung der Persönlichkeit", er-klärt Ju-Jutsu-Weltmeister MarioStaller. Kaum ein Sport sei deswe-gen besser für das Selbstwert- undKörpergefühl von behindertenMenschen. „Es geht hier nicht umLeistung, es geht um den persönli-chen Erfolg", sagt Staller. Behindertensport ist in Wies-baden auf dem Vormarsch – auchbei den Schwimmern, im Fußball,Basketball und Tischtennis. DassSport Schwache und Starke glei-chermaßen fördern kann, machenWiesbadens Judoka beispielhaftvor. Fünf Nationalkaderathletentrainieren hier. In der Stadt ist dasBundesleistungszentrum für dieJu-Jutsu-Jugend, ein Erfolg, dervor allem auf Staller zurückgeht.Seit 11 Jahren kämpft der 24-jährige BKA-Beamte im National-team. 2008 hat er den ersten Platzbei der Weltmeisterschaft, beimEuropacup und bei den Paris undGerman Open geholt. Diesen Som-mer will er bei den World Gamesin Taiwan die Goldmedaille gewin-nen. Abheben tut er deswegen be-stimmt nicht und ganz klar: Nachder letzten Verbeugung bekommtjeder Judokämpfer mit Handicapein Autogramm. l
  10. 10. 10 Wiesbaden in Bewegung FUSSBALLl Rekordhalter im StadionbauDass es im Fußball immer wieder giert", erinnert sich der 77-Jährige.schwere Zeiten gibt, hat Heinz Han- Das 15 Millionen Euro teuere Stadionkammer schon als Jugendlicher ge- nach den Plänen des Architekturbüroslernt. Kurz nach dem Krieg, als 15- Albert Speer & Partner wurde in mo-Jähriger, habe er sich gebrauchte dularer Bauweise errichtet. Die Kon-Fußballschuhe auf dem Schwarzmarkt struktion aus Stahlrohren und Contai-besorgt, erinnert sich der 77-jährige nern ließe sich problemlos auf einePräsident des Fußballclubs SV Wehen Kapazität von bis zu 20.000 Zuschau-Wiesbaden. Doch der Vater, ein stren- ern erweitern oder auch komplett de-ger Bahnbeamter, habe ihm den montieren. Doch dazu wird es so bald„Proletensport" verboten: „Da hat er nicht kommen, da ist Hankammer sichdie Schuhe einfach verbrannt." sicher: „Der SV Wehen ist in meiner Hankammer hat nie aktiv Fußball Zeit viermal abgestiegen, aber er istgespielt. Sportgeschichte hat der auch immer wieder aufgestiegen." lGründer des WasserfilterunternehmensBRITA trotzdem geschrieben. Als derSV Wehen 2007 in die 2. Bundesliga Heinz Hankammer baute dieaufstieg, ließ Hankammer in einer Re- BRITA-Arena in Rekordzeit.kordzeit von weniger als vier Monatenein Fußballstadion für rund 12.000Zuschauer in Wiesbaden bauen. DieStadtverwaltung stellte das Grund-stück zur Verfügung, erarbeitete einenBebauungsplan und die nötigen Ge-nehmigungen. „Die Behörden habenungeheuer schnell und positiv rea-
  11. 11. Wiesbaden in Bewegung 11 Die Wurfscheiben fliegen aus dem Bunker – Sekundenbruchteile später werden sie getroffen. SCHIESS-SPORT l Zusammenspiel von Körper und Geist Mit Tempo 80 kommen die beiden gelockt. In der Landeshauptstadt ist Wurfscheiben aus dem Bunker ge- der Deutsche Schützenbund (DSB) rast. Nur Sekundenbruchteile später ansässig. Hier unterhält der Spitzen- zerplatzen sie in der Luft. Waldemar verband der mehr als 1,4 Millionen Schanz klappt die Flinte auf, nimmt deutschen Sportschützen sein Bun- die leeren Patronenhülsen raus, desleistungszentrum. Die National- schiebt zwei neue rein. mannschaften des DSB und Top- „Beim Schießen kommt es dar- schützen aus dem Ausland kommen auf an, eine absolut präzise Bewe- regelmäßig nach Wiesbaden, um gung zu machen, auch unter großem sich für nationale und internationale psychischem Druck", sagt Schanz. Wettkämpfe fitzumachen. Das durch Deutscher Meister, Europameister, jüngste Gewalttaten beschädigte Vizeweltmeister und Weltcup-Gewin- Image der Sportschützen bedrückt ner: Der 40-jährige Wiesbadener Schanz. Es gehe im Schießsport hat im Trap und Doppeltrap – dem weder ums Krachmachen, noch um Schießen auf eine oder zwei fliegen- das Protzen mit Waffen, betont der de Tonscheiben – während der ver- 40-Jährige: „Das Zusammenspiel gangenen 15 Jahre so ziemlich alles von Körper und Geist, die absolute gewonnen, was man auf nationaler Selbstbeherrschung, das ist das, und internationaler Ebene gewinnen was mich an meinem Sport faszi-Meisterschütze Waldemar Schanz kann. Die exzellenten Trainingsbe- niert." ksucht nach absoluter Präzision. dingungen haben den langjährigen Zeitsoldaten nach Wiesbaden
  12. 12. 12 Wiesbadener PerfektionD E R R O L LS R OY C E D E R S C H N E I D E R K U N S TIn Wiesbaden gibt esnoch Haute CoutureHaute Couture gilt unter Fachleuten alsaussterbende Gattung. Selbst in Paris wirddie „hohe Schneiderkunst“ zu einem immerselteneren Luxus. Doch Lollo Grund, Chefin E Es ist kurz vor halb fünf. Langsam füllt sich der kleine Modesalon an der Wiesbadener Wilhelm- straße. Während die Gäste zu ihren Plätzen ge- führt werden, warten auf der Galerie drei Modelsdes Wiesbadener Modesalons „Elise-Topell- zwischen aufgeklappten Schuhkartons und Käs-Couture“, hält ihr die Treue – als letzte in ten mit Schmuck auf ihren Auftritt. Lollo Grund legt überall mit Hand an und gibt letzte Anwei-Deutschland. sungen. 30 Kreationen mit Namen wie Caravel, Monte Carlo, Venezia oder Berenice haben sie und ihre Mitarbeiterinnen für diesen Sommer entworfen und maßgeschneidert.
  13. 13. Wiesbadener Perfektion 13 „Wir machen hier Handwerk und Mode", be- tont die Frau mit dem roten Pagenkopf. Ein ex- zellenter Stoff, präzise Handarbeit und eine seit 60 Jahren unverwechselbare Handschrift. Diese drei Dinge sind es, die ihre Kollektionen aus- machen. Eher selten kommt in Grunds Atelier die Nähmaschine zum Einsatz. Statt dessen nähen ihre Mitarbeiterinnen, die sie gerne „ihre Kinder" nennt, selbst Säume noch nach uralten Techniken von Hand, ziehen Fäden einzeln aus Wollstoffen heraus, besticken Jacken mit Perlen, fertigen Blu- men aus Seidenstoff passend zum Abendkleid an. 150 Stunden Arbeit stecken in der weißen Bole- rojacke, die mit einem langen schwarzen Rock zum Abendkostüm „Monte Carlo" gehört. Ideen für ihre Schöpfungen findet Grund überall: „Ich laufe so lange durch eine Stadt bis ich das Neue spüre." Ihre Stoffe kauft sie bei den besten Adressen, bei Gandini, Aston Rom oder Clerici. Bis zu 450 Euro kostet ein Meter der kost- baren Ware. Wolle, Seide, Leinen, Baumwolle, Cashmere: Grund verarbeitet nur Naturfasern. Es sind Stoffe, die gleichzeitig matt und glänzend sind oder deren Streifen sich wie von selbst be- wegen. „Da können Sie drin schlafen", sagt sie und zerknüllt einen azurblauen Seidenblazer in ihren Händen, der sich sofort wieder glättet. Mode aus dem Hause Topell soll nicht den Wett- streit um das extravaganteste Outfit gewinnen. Sie soll Neues in Topqualität kreieren, ohne dabei Persönlichkeiten aus dem Auge zu verlieren. Nach dem Tod der Gründerin vor 27 Jahren hat Grund den Salon übernommen. Deren Namen Elise Topell trägt das Geschäft noch heute. Er hat in der deutschen Modewelt einen Klang wie Rolls Royce im Automobilbau. Auch Preise und Kund- Vieles ist Schwarz-Weiß – mal streng in Na- schaft sind vergleichbar. Mindestens einen vier-delstreifen, mal glamourös mit vielen, von Hand stelligen Eurobetrag kostet ein komplettes Ensem-gefertigten Stickereien. Die Stoffe fließen am ble. Ihre Klientel kommt aus der ganzen Welt,Körper, Nähte sind kaum erkennbar. Das liegt an begleitet den Salon treu seit Jahrzehnten undeiner besonderen Schnitttechnik, die das Haus sorgt für den nötigen Umsatz. „Wir leben von derTopell seit Jahrzehnten pflegt und die auf Made- Order", erklärt die Chefin. Und da sie auf daslaine Vionnet zurückgeht. Die legendäre französi- Geschäft mit Accessoires und Parfums verzichtet,sche Modeschöpferin gilt als die Erfinderin des die auch bei den Pariser Modehäusern das meiste„Diagonalschnitts" und führte von 1912 bis 1940 Geld bringen, hält sich ihr persönlicher Luxusihren Salon in Paris. in Grenzen: „Geld haben sie nie in meinem Job. Das sieht immer nur reich aus."
  14. 14. 14 Wiesbadener Perfektion Elise Topell, die große alte Dame der Haute Modeschöpferin Lollo Couture in Deutschland, war ähnlich unpräten- Grund prüft einen tiös. Die Frau, die ursprünglich Mathematik stu- Crêpe-Stoff für den dieren wollte, verschlug es nach dem Zweiten Sommer. Weltkrieg aus Berlin nach Wiesbaden. Bei ihr hat Grund den absoluten Blick für Stoffe gelernt, das Drapieren und einen pragmatischen Ansatz für ihre Entwürfe. Jedes Kleid, so Topells Credo, müsse einen logischen Aufbau haben. „Wir müs- sen technische Lösungen finden, ohne den Schick zu verlieren." So drückt es Grund aus. Die Handwerkskunst, die sie bei Topell ge- lernt hat, hat sie Zeit ihres Lebens an ihre Schü- lerinnen weiter gegeben: „Heute bin ich die wich- tigste Ausbildungsschmiede hierzulande". Ihre Erfolge können sich sehen lassen. In 40 Jahren haben nur zwei Prozent ihrer Lehrlinge die Aus- bildung abgebrochen. Erst im April konnte das Haus Topell mit seinem Nachwuchs glänzen: Gleich vier von fünfzehn Preisträgerinnen des diesjährigen Kreativwettbewerbs der Maßschnei- der-Innung Frankfurt-Main-Taunus lernen im Moment im Salon an der Wilhelmstraße. Eine von denen, die Grunds Schule durchlaufen haben, ist auch Anna von Griesheim. „Ich habe bei ihr gelernt, was Eleganz heißt", sagt die Mo- dedesignerin, die unter anderem Angela Merkel, Friede Springer und Sabine Christiansen einklei- det. Grunds Schneidertechnik ist für sie immer noch der Maßstab: „Das Besondere ist, wie sie den Fall des Stoffes beeinflusst." Was ihre strenge Ausbilderin ihr in den 80er Jahren beigebracht habe, brauche sie heute noch, wenn sie ihre Kol- lektionen entwerfe. „Der Salon", sagt von Gries- heim, „ist ihr Lebenswerk". Wer ihn nach Lollo Grund weiter führen wird ist noch offen. Sie hofft, dass eine ihrer Mitarbei- terinnen das Know-How und die Ausdauer auf- bringen wird, um ihr Werk fortzusetzen. Zwölf bis 13 Stunden dauert ihr Arbeitstag noch immer. Aber der Einsatz lohnt sich. Als das letzte Kostüm, das letzte Abendkleid vorgeführt sind, erklingen Beifall und Begeisterungsrufe. Den Applaus nimmt Grund bescheiden entgegen. Eine Verschnaufpau- se gönnt sie sich selbst nach einer erfolgreichen Modenschau nicht. „Die Arbeit mit der Mode", sagt sie, „hält jung."
  15. 15. Wiesbadener Perfektion 15 Nur Kreativität,perfekte Handarbeit und die besten Stoffe schaf- Nicht jedes teure Stück ist gleich Haute Couture fen wahre Eleganz. DieModelle aus dem Hause Zwei Kollektionen aus mindestens Syndicale de la Couture Francaise Der Begründer der Haute Couture Topell zeigen es. 35 Modellen muss ein französi- zur Haute Couture. Die großen kam übrigens aus England: scher Modeschöpfer pro Jahr Haute Couture Shows in Paris Charles Frederick Worth erfand zeigen, exklusive Materialien ver- setzen die Trends für die interna- das Modellkleid, eröffnete 1858 in arbeiten, mindestens 15 Schneide- tionale Modewelt und geben den Paris den Modesalon „Worth et rinnen und Schneider beschäfti- Stil für die Prêt-à-porter-Modelle Bobergh" und schickte seine Frau gen und neben Konfektionsware – die Mode von der Stange – vor. Marie als erstes Mannequin auch maßgeschneiderte Kleidung Zu den großen französischen in der Modegeschichte auf den anfertigen. Erst dann gehört er Couturiers gehören Chanel, Chris- Laufsteg. nach den Regeln des Chambre tian Dior, Gaultier und Lacroix.
  16. 16. 16 Service aus Wiesbaden Rhein-Main-Hallen: Ein modernes VeranstaltungszentrumDIE WIESBADENER KONGRESSALLIANZErlebnisräume imKongress-NetzwerkMessen und Fachkongresse locken jedes Jahr Hunderttausende von Besuchernnach Wiesbaden. Verbände, Unternehmen und Veranstalter aller Art wissen dieQualitäten der Landeshauptstadt zu schätzen. Für einen perfekten Ablauf von derBuchung bis zum Abschlussempfang sorgt die Wiesbaden Kongressallianz. Jagdschloss Platte: Das Kurhaus: Verbindet moderne Technik und historische Eleganz
  17. 17. Service aus Wiesbaden 17 E „Ein Name, ein Gesicht, ein Auftritt“, lau- tet die Philosophie der Marketingkoopera- tion, die seit August 2007 zentrale An- fen. So soll schließlich die Stadt insge- samt profitieren. Jeder gelungene Kon- gress, jede erfolgreiche Messe kann das laufstelle für die Planung und Abwicklung Image Wiesbadens bei den zahlreichen von Veranstaltungen ist. Die großen Ta- Besuchern nur verbessern. gungszentren Kurhaus und Rhein-Main- Der Veranstaltungsstandort Wiesba- Hallen, die beiden „Eventlocations“ Jagd- den kann mit einer Menge Trümpfe auf- schloss Platte und Biebricher Schloss, 16 warten. Das Angebot reicht von familiär Hotels und die Wiesbaden Marketing GmbH geführten Hotels über Fünf-Sterne-Häuser haben sich der Allianz mittlerweile ange- bis zu den Rhein-Main-Hallen, wo in schlossen. Mit der Sektkellerei Henkell&Co zwölf Hallen und Sälen insgesamt 20.000 und dem Casino Wiesbaden unterstützen Quadratmeter Ausstellungs- und Veran- auch zwei Partner außerhalb der Veran- staltungsfläche für Messen und andere staltungsbranche den Zusammenschluss. Großereignisse zur Verfügung stehen. Das „Wir bieten Dienstleistungen aus zentral gelegene Kurhaus sowie das einer Hand“, erklärt der Sprecher der Alli- Biebricher Schloss am Rheinufer und das anz, Wiesbadens Wirtschaftsdezernent Jagdschloss Platte vor den Toren der Stadt Detlev Bendel. Potenzielle Veranstalter bieten modernen Veranstaltungsservice vor können Anfragen nach Tagungsräumen, historischer Kulisse. Staatstheater, Casino,Für besondere Events im Grünen Schloss Biebrich: Versprüht barocken Charme Catering, Hotelzimmern, Shuttle-Service, der nahe Rheingau und eine attraktive Restaurants oder Stadtführungen für das Innenstadt lassen für das Rahmenpro- Rahmenprogramm an einen festen An- gramm alle Möglichkeiten offen. sprechpartner richten und bekommen bin- Diese breite Angebotspalette wird nun nen 48 Stunden die Angebote gebündelt zusammengeführt und professionell ver- zurück. „Das spart Zeit, Arbeit und Geld“, marktet. Die Allianz akquiriert gezielt betont Bendel. Veranstaltungen und pflegt individuelle Bei kleinen und großen Unternehmen, Kundenkontakte. Unter dem Dach der Berufs- und Fachverbänden, die in der Allianz präsentiert sich zudem der Kon- hessischen Landeshauptstadt ihre Kon- gressstandort nach außen, so zum Beispiel gresse, Tagungen und Seminare veranstal- auf Fachmessen. Von dieser Strategie Detlev Bendel, ten wollen, kommt die effiziente Arbeit profitieren auch Einzelhandel und Gastro- Wirtschaftsdezernent der Kongressallianz gut an. Dabei ist sie nomie. „Viele Leistungsträger aus der mehr als nur Marketinginstrument. Die Wirtschaft werden“, beschreibt Bendel den Mehr Informationen Mitglieder wollen nicht nur ihre individu- Synergieeffekt, „mittelbar oder unmittel- unter www.wiesbaden.de/ kongressallianz ellen Stärken vermarkten, sondern das bar zu Nutznießern, wenn der Kongress- Profil Wiesbadens als Kongressstadt schär- standort Wiesbaden floriert“.
  18. 18. 18 Mein WiesbadenZ D F - B Ö R S E N R E P O R T E R I N VA L E R I E H A L L E R I M G E S P R Ä C H„Ich bin eigentlichwunschlos glücklich"Wir treffen Valerie Haller in ihrem Wiesbadener Lieblingscafé. Mit ihr ins Gespräch zu kommen istleicht. Die ZDF-Journalistin wirkt offen, locker und völlig uneitel. Seit 2000 erklärt Haller denTV-Zuschauern das Auf und Ab der Aktienkurse, die Krisen und Aufschwünge in der Wirtschaft.Die gebürtige Münchnerin berichtet für das „heute journal" von der Frankfurter Börse undmoderiert das ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO. Seit acht Jahren lebt die 38-Jährige in Wiesbaden.Frau Haller, Sie sind direkt ausNew York nach Wiesbaden ge-kommen. Ein Kulturschock?Wenn ich ehrlich sein soll: Ja. Ich hattesechs Jahre in New York gelebt, mittenin Manhattan, und dort eine unglaubli-che Zeit verbracht. New York war dieStadt, wo ich als Studentin schon immerhin wollte. Ich habe dort meinen Masterin Journalistik gemacht, bin bei „Bloom-berg“ in die Wirtschaftsberichterstattungeingestiegen, habe für das ZDF von derWall Street berichtet. Aber ich wussteauch: Wenn Du beruflich weiterkommenwillst, musst Du nach Deutschlandzurück.Warum sind Sie inWiesbaden gelandet?Ich habe mir seinerzeit Wohnungen inMainz und Wiesbaden angeschaut undschnell gespürt, dass Wiesbaden irgend-wie besser zu mir passt. Mittlerweilebin ich hier schon dreimal umgezogenund fühle mich richtig zu Hause. 1Sie haben drei Begriffe umWiesbaden zu beschreiben.Da fällt mir an allererster Stelle zukehren. Man ist hier schnell mitten Was machen Sie in IhrerLebensqualität ein. Und dann Natur in der Natur. Hinter unserer Wohnung Freizeit?und Heimeligkeit. fängt der Wald an. Und gleichzeitig Ich verbringe viel Zeit mit meinem leben wir unheimlich zentral, können kleinen Sohn, gehe regelmäßig ins Fit-Was macht für Sie die Lebens- alles zu Fuß erledigen, Freunde treffen - nessstudio. An den Wochenenden gehequalität dieser Stadt aus? wie hier im „Spital“. Es zieht mich ich mit meiner Familie im DambachtalEs ist einfach schön, aus meinem oft immer wieder mitten in die Stadt. spazieren oder fahre auf den Neroberg.doch hektischen Job in die Ruhe zurück- Toll finde ich vor allem, was Wiesbaden
  19. 19. Mein Wiesbaden 19 Sie sind viele Jahre im Ge- schäft. Haben Sie in all der Zeit etwas erlebt, was sich mit der jetzigen Krise vergleichen lässt? Nein, denn selbst die so genannte Inter- netblase vor neun Jahren, die unsere Zunft intensiv beschäftigt hat, hat keine vergleichbaren Auswirkungen gehabt. Jetzt geht es um die gesamte Wirtschaft weltweit. Es geht um alle Lebensberei- che. Das ist schon ein historischer Einschnitt. Und alle warten auf eine Ant- wort, wollen wissen, wann die Krise vor- bei ist. Deswegen sind wir Wirtschafts- journalisten im Moment ganz besonders gefordert und gefragt. Unser Genre steht bei der Berichterstattung derzeit im Fokus wie noch nie. Das ist schon eine wirklich spannende Zeit. Viele blicken im Moment eher ängstlich in die Zukunft. Was sagt denn Ihre Lebensplanung? Ich bin, so wie ich jetzt hier lebe, eigentlich wunschlos glücklich und hoffe, dass das auch so bleibt. Ich muss nicht jeden Tag große Veränderungen haben. Ich gehe lieber in kleinen Schritten durchs Leben. 2 1 Zum Relaxen auf den Neroberg 2 Zeitungslektüre im Café Spitalim Sommer zu bieten hat: Das Open Air verfolge die Lage. An diesen Tagen bin 3 Auf Sendung für das ZDFKino in den Reisinger Anlagen besuche ich erst sehr spät zu Hause. Dann istich schon seit einigen Jahren. Dann aber unser Au-pair-Mädchen für dasgibt es die vielen Straßenfeste. Manch- Kind da und später am Abend über-mal setzen wir uns zu Hause einfach auf nimmt mein Mann den Kleinen. WISOden Balkon und hören der Musik von moderiere ich im Moment nur acht-draußen zu. Im Moment bin ich auf der bis zehnmal im Jahr.Suche nach einer Reitbeteiligung. Auchhierfür bietet Wiesbaden viele Möglich- Was macht einen guten Wirt-keiten. schaftsjournalisten aus? In diesem Beruf muss man sehr komplexeSie müssen knallharte Arbeits- Zusammenhänge so vermitteln, dasstage bewältigen und das die Fachleute sich kompetent informiertmit einem acht Monate alten fühlen, dass aber auch diejenigen dieBaby. Wie läuft das? Botschaft verstehen, die nicht jeden TagIm Moment mache ich Teilzeitarbeit in die Börsenkurse studieren. Das stelltder Elternzeit. Das ist relativ komforta- mich jedes Mal, wenn ich meine Mode-bel: Ich bin an zehn Tagen im Monat rationen schreibe, vor neue Herausfor-an der Börse, fahre dann um 14.00 Uhr derungen.nach Frankfurt, führe Interviews und 3
  20. 20. 20 Wirtschaft und Wissen 1S TA N D O R T W I E S BA D E N W „Wiesbaden hat eine relativ hohe Berater- dichte“, sagt Ansgar Richter, Wirtschafts-Die heimliche wissenschaftler und Consultingexperte an der angesehenen European Business School. Mehr als 500 ConsultingfirmenBeraterhauptstadt sind in der Landeshauptstadt ansässig. „Der Anteil der Berater an der Gesamt- bevölkerung ist bundesweit der höchste“, sagt auch Tom Sommerlatte, Senior Advisor beim traditionsreichen Beratungsunter- nehmen Arthur D. Little. Manchen gilt Wiesbaden daher als Deutschlands „heim-Sie sind meist jung, stets gut gekleidet und sie können liche Beraterhauptstadt“.überzeugen. In einer global vernetzten Wirtschaft sitzen Wer in der Branche arbeitet, muss leistungsstark sein. „Es ist nicht unge-Unternehmensberater in einer Schlüsselstellung wie sonst wöhnlich, dass die Mitarbeiter um 3.00 oder 4.00 Uhr morgens aus demnur noch die Finanzindustrie. Unternehmen brauchen die Büro kommen“, sagt Dierk Rottmann,smarten Akademiker als Türöffner und Wegweiser in Direktor des auf Corporate Finance Beratung spezialisierten UnternehmensZeiten des Wachstums, aber erst recht in Zeiten der Krise. @VISORY partners: „Bei Beratern finden
  21. 21. Wirtschaft und Wissen 21 2 3Sie eine hohe Identifizierung mit derArbeit.“ Der typische Berater ist Mitte 30,männlich und hat einen Hochschulab-schluss. Damit aber hören die Gemein-samkeiten auch schon auf. Ein Studiumder Betriebswirtschaft ist als Eintritts-karte in die Beraterlaufbahn nicht zwin-gend. „Das Studienfach ist nicht entschei-dend“, erklärt Richter: „Consultingkann man erst in der Praxis lernen.“ Undso arbeiten neben Betriebswirten auchJuristen, Naturwissenschaftler und Inge-nieure als Berater. „Dazu kommen Exo-ten wie Psychologen, Linguisten oder 1 Mehr als 500 Beratungsunternehmen habenauch Theologen“, berichtet Sommerlatte. in Wiesbaden ihren Sitz.Wichtiger als theoretische Kenntnisse 2 Ein guter Berater muss überzeugen können.sei ein gutes Verhältnis zum Kunden: 3 Wiesbadens Gründerzeitvillen sind bei Con-„Ein guter Berater muss seinen Klienten sultingunternehmen als Firmensitz beliebt.besser verstehen als dieser sich selbst.“Die Fähigkeit, sich schnell in fremde
  22. 22. 22 Wirtschaft und Wissen genseitigen Hilfe wurden in den vergan- genen Jahren zudem regionale Consulting- Netzwerke aufgebaut, darunter das von der Stadt Wiesbaden betreute Kompe- tenzNetzConsulting (KNC) oder das privat organisierte „network consulting rheinmain“ (ncrm). „Das ist eine Platt- form, um Initiativen und Projekte zu entwickeln“, erklärt ncrm-Sprecher Volker Lindemann. Die Netzwerke machen möglich, dass kleinere Beratungsfirmen ihre unterschiedlichen Kompetenzen bündeln, um Unternehmen in den Gebie- ten Management, Controlling, Vertrieb und Produktion gemeinsam zu beraten. „Das ist ein ganz konkreter Geschäfts- nutzen“, betont Lindemann. Die hohe Dichte spezialisierter Bera- ter in Wiesbaden geht auf einen Mix ver- schiedener Einflüsse zurück. „Das Rhein- Main-Gebiet als ökonomisches Schwer- gewicht, die zentrale Lage innerhalb Deutschlands, die Nähe zum Frankfurter Flughafen, aber auch die Lebensqua- lität“, nennt Boy Andresen, Chef des auf Altersversorgung und Beratung speziali- sierten Beratungshauses Watson Wyatt Heissmann, als Gründe. Dazu kommt das Gewerbeflächenangebot. „Wir haben für unser Unternehmen einen schönen Alt-Unternehmen hineinzuversetzen und einer strategischen Neuausrichtung, bei bau gesucht“, erklärt Rottmann: „Das istüberzeugen zu können, sei die Haupt- Finanz-, IT- und Personalfragen. Dane- in Frankfurt relativ schwierig.“stärke eines Beraters. ben sind in den vergangenen Jahren Die so genannten weichen Stand- Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat mehr und mehr mittelständische Bera- ortfaktoren haben offenbar für viele Be-die Anforderungen an die Consultants tungsgesellschaften entstanden, die auf rater den Ausschlag gegeben, sich inverändert. Kostenreduzierung, Risiko- nur ein Themenfeld spezialisiert sind. Wiesbaden anzusiedeln. Oft gelobt wirdmanagement und die Anpassung von Ge- Für die Wiesbadener Consultingbranche die Überschaubarkeit der 275.000 Ein-schäftsmodellen seien derzeit die Haupt- sind diese Mittelständler typisch. „Wir wohner zählenden Stadt. „Die Wege sindanforderungen der Kundschaft, erklärt haben eine Fülle von funktionalen Spe- kurz und man weiß, wer was macht“,der Bundesverband Deutscher Unterneh- zialisten in den Bereichen Risikomanage- erklärt Thomas Götzfried, der seine IT-mensberater (BDU). Einem Unternehmen ment, Altersversorgung, Marktforschung und Personalberatungsgesellschaft 1997sind nach Einführung von Kurzarbeit und Personalberatung“, erklärt Richter. von Frankfurt nach Wiesbaden verlager-die Kredite gekündigt worden. Schuld- Den Vorsprung der weltweit operieren- te. Damit gebe es ideale Bedingungenverschreibungen wurden ins Ausland den großen Beratungsgesellschaften in zum Austausch zwischen den Unterneh-verkauft und nun wollen die Gläubiger einer globalisierten Wirtschaft versuchen men: „Man kann hier networken.“ Inplötzlich ihr Geld sehen. Keine untypische die kleinen Consultingfirmen durch Ver- der Landeshauptstadt ließen sich ArbeitSituation derzeit. Dann müssen Berater netzung auszugleichen. und Wohnen gut verbinden, betont auchran, um die Finanzierung der Firmen „Wir haben Kooperationspartner in Andresen: „Ich bin hier in zehn Minutenneu zu strukturieren, Risiken abzubauen Asien, in Frankreich, in Nordamerika, die im Büro, in 20 Minuten am Frankfurterund neue Geldgeber zu finden. ähnlich aufgestellt sind wie wir“, betont Flughafen und in zehn Minuten im Große Consultingfirmen mit teils @VISORY-Chef Rottmann: „Investoren Theater.“über 1.000 Beschäftigten sind die Alles- im nordamerikanischen oder arabischenkönner der Branche. Sie optimieren das Raum anzusprechen, ist für uns Tages-Management ihrer Klienten, beraten bei geschäft.“ Zum Austausch und zur ge-
  23. 23. Wirtschaft und Wissen 231 Bei vielen Beraternfindet man eine hoheIdentifizierung mit derArbeit.2 Die zentrale Lageder Stadt ist für vieleConsultingunterneh-men ein Standortvor-teil.3 „In zehn Minutenim Büro, in zehn Mi-nuten im Theater." 2 3
  24. 24. 24 Kultur und KönnenR H E I N G A U M U S I K F E S T I VA L„Stetig aufwärts" „Eigentlich freue ich mich auf jedes Konzert.“ Wenn Michael Herrmann so einen Satz sagt, klingt ehrliche Begeisterung durch. Seit 1988 betreut und leitet der 65-Jährige das Rheingau Musik Festival (RMF), eines der größten Klassikereignisse in Deutschland. Jeden Sommer lockt der zweimonatige Konzert- reigen mehr als 120.000 Besucher nach Wiesbaden und in den Rheingau. Foto: Helmut R. Schulze 2 1
  25. 25. Kultur und Können 25WWirtschaftskrise hin, Finanzkrise her -trotz ökonomisch schwieriger Rahmen-bedingungen halten die Klassikfans dem der Landesbank Hessen-Thüringen, Opel oder der Deutschen Lufthansa auf- gebracht. Die zweite Hälfte kommtRMF die Treue. Schon drei Monate vor über den Kartenverkauf in die Kasse. DieFestivalbeginn am 27. Juni waren rund finanzielle Förderung durch das Landzwei Dutzend der insgesamt 141 Konzer- Hessen ist mit 25.000 Euro pro Jahr eherte ausverkauft. „Der Vorverkauf läuft symbolischer Natur.phantastisch", sagt Herrmann. Das Ziel, im von Kunst, Kultur und Markenzeichen des Rheingau Musik Wein geprägten Rheingau ein Klassikfes-Festivals sind seine vielfältigen Spiel- tival zu etablieren, hat Herrmann vielestätten. Schlösser, Kirchen und Weingü- Jahre verfolgt. Inspiriert wurde er Mitte 3ter verwandeln sich in Konzertbühnen. der 60er Jahre durch den Besuch des vonHauptspielorte sind der Fürst-von-Met- Pablo Casals ins Leben gerufenen Kam-ternich-Saal von Schloss Johannisberg, mermusikfestivals im südfranzösischendas Wiesbadener Kurhaus sowie das Prades. Doch der Plan, die Großen derehemalige Zisterzienserkloster Eberbach. klassischen Musik in seine RheingauerDie Klosterbasilika ist gleichsam die Heimat zu holen, blieb lange ein Traum.Keimzelle des RMF. Hier fanden 1988 Herrmann machte eine Lehre als Buch-die ersten Konzerte statt. Der nur karg händler, jobbte als Taxifahrer und arbeite-ausgestattete, weitgehend auf die Archi- te als Hotelmanager auf Gran Canaria.tektur reduzierte Innenraum der romani- Erst die Arbeit für verschiedene Konzert-schen Basilika schlägt Besucher fast au- agenturen brachte ihn ab 1982 ins Musik-genblicklich in seinen Bann. Doch auch geschäft: „Ich habe damals vor allem DDR-der Thiersch-Saal des Kurhauses wird Künstler wie Peter Schreier und Ludwigvon den Stars der Klassik hoch geschätzt. Güttler in den Westen vermittelt." DieseDie Violinvirtuosin Anne-Sophie Mutter Kontakte sollten sich beim Start deslobt seine „lebhafte Akustik", die eine RMF als extrem hilfreich erweisen.perfekte Balance zwischen Klangvolumen Inzwischen gibt es kaum einen Super-und Detailpräzision zulasse. star der Klassik, der noch nicht im Rhein- Im Herbst 1987 hat Herrmann das gau aufgetreten ist. In diesem Jahr sindFestival mit einigen musikbegeisterten unter anderem die Pianistin Martha Arge-Freunden aus der Taufe gehoben. Das rich, das London Symphony Orchestraerste RMF im Sommer 1988 endete aller- sowie – unter der Leitung von Danieldings als finanzieller Fehlschlag. Nach Barenboim – das Orchester der Mailän-19 Konzerten klaffte ein Loch in der der Scala dabei. Das diesjährige FestivalKasse von fast 300.000 Mark, wie der steht ganz im Zeichen dreier großerIntendant sich erinnert: „Doch danach Jubiläen: Vor 200 Jahren starb Josephging es stetig aufwärts." Inzwischen sind Haydn. Im gleichen Jahr wurde Felix140 bis 150 Konzerte pro Jahr die Regel. Mendelssohn geboren. Zum 250. MalDie Besucher kommen aus allen Teilen jährt sich zudem der Todestag von GeorgDeutschlands und dem benachbarten Friedrich Händel. Insgesamt 20 Konzerte 4Ausland: „Die Auslastung liegt seit mehr ehren die drei Komponisten. So führenals zehn Jahren bei über 90 Prozent." die Englisch Baroque Soloists unter der 1 Seit über zehn Jahren leitet Michael Dem Engagement von Sponsoren ist Leitung von John Eliot Gardiner Händels Herrmann das Rheingau Musik Festival.es zu verdanken, dass der Besuch des Oratorium „Israel in Egypt" auf. Enoch 2 Kloster Eberbach ist die KeimzelleRMF auch für Menschen mit kleinem zu Guttenberg dirigiert Haydns „Schöp- des Festivals.Geldbeutel bezahlbar ist. Tickets gibt es fung". Und als krönender Abschluss steht 3 Faszinierende Atmosphäre:schon ab 15 Euro. Der Gesamtetat von Händels „Messiah" auf dem Programm. Ehemaliges Dormitorium des Klosters.rund sechs Millionen Euro wird zur 4 Die Akustik der KlosterbasilikaHälfte durch Förderer wie Lotto Hessen, eignet sich vor allem für Vokalmusik.der Sektmarke „Fürst von Metternich“,
  26. 26. 26 Kultur und KönnenDEUTSCHES FILMHAUSSchatzkammer inSchwarz-WeißEs ist von außen halb Kunstwerk, halb Bürogebäude und es birgteinen der größten Kulturschätze der Bundesrepublik. Seit Ende Märzdas Deutsche Filmhaus in Wiesbaden seine Tore öffnete, haben tau-sende Produktionen aus der Frühzeit des Kinos eine neue Heimat.A„Aus meiner Sicht konnte uns allen nichts Bes-seres passieren", sagt Helmut Poßmann, Vor- mentalwerk „Metropolis" wird derzeit im Film- haus mit Hilfe aufwändiger Technik rekonstru-stand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, iert. Seit rund 80 Jahren verloren geglaubteund meint damit das Filmhaus. Jahrzehntelang Szenen sind vor knapp einem Jahr auf einerwaren wichtige Institutionen der deutschen 16-Millimeter-Filmkopie in Argentinien aufge-Filmwirtschaft an den verschiedensten Orten taucht. Sie werden nun digitalisiert, behutsamangesiedelt. Nun sitzen fast alle unter einem wiederhergestellt und in den Film eingefügt.Dach: Die Spitzenorganisation der Filmwirt- Zur Berlinale 2010 soll der Science-Fiction-schaft (SPIO) mit ihren Tochterfirmen, die für Klassiker in der neu restaurierten Fassung derdie Altersfreigabe von Filmen und vergleichba- Öffentlichkeit präsentiert werden.ren Bildträgern zuständige Freiwillige Selbst- Gegen den Verfall hilft Restaurierung,kontrolle (FSK), das Institut für Kino und Film- gegen das Vergessen nicht. Schwarz-Weiß-kultur (IKF), das Digital Department des Filme werden im Fernsehen kaum noch ausge-Deutschen Filminstituts (DIF) und der Medien- strahlt, von Stummfilmen ganz zu schweigen.anwalt Heiko Wiese. Dazu kommen Unterneh- Dabei finanziert sich die Arbeit der Stiftungmen, die auf Vertrieb, Nachbearbeitung und ausschließlich aus Lizenzgebühren, wie sie fürRestaurierung von Filmen spezialisiert sind. TV-Sendungen und Kino-Vorführungen fällig 2Auch das Landesstudio Hessen des ZDF ist im werden. Doch auch hier hilft die Digitalisie-Frühjahr eingezogen. rung: Bereits 180 Klassiker aus den Beständen Unter all diesen Institutionen steht die der Murnau-Stiftung wurden in den vergange- 1 Die Wiesbadener Murnau-Murnau-Stiftung nicht zufällig im Zentrum der nen Jahren auf DVD publiziert, zur Freude von Stiftung hat tausende Filme imAufmerksamkeit. Die Stiftung hält die Rechte Cineasten – nicht nur in Deutschland. Auch in Bestand.an fast allen großen Filmen, die in der ersten den USA und Asien begeistern die zeitlosen 2 Aufwändige Technik: Ar-Hälfte des 20. Jahrhunderts auf deutschem Meisterwerke die Filmfreunde, berichtet Poß- beitsplatz für die RestaurierungBoden gedreht wurden. Legendäre Streifen wie mann: „So ist beispielsweise in Japan ein von Filmen.„Der Blaue Engel", „Nosferatu" oder „Das Cabi- neuer Markt entstanden." 3 Murnau-Vorstand Helmutnet des Dr. Caligari" sind darunter. 2.000 Um die Filmkunst der Vergangenheit auch Poßmann im Deutschen Film-Stummfilme und 1.000 Tonfilme sowie 3.000 vor Ort präsentieren zu können, verfügt das haus.Kurz-, Werbe- und Dokumentarfilme sind es Filmhaus über eine Fläche für Wechselausstel-insgesamt – eine gewaltige Schatzkammer in lungen sowie ein eigenes Kino, das sich mitSchwarz-Weiß. seinem Programm an die breite Öffentlichkeit Auftrag der Murnau-Stiftung ist es, die wendet. Neben den Klassikern werden hierWerke der Vergangenheit vor dem Verfall und künftig auch aktuelle Produktionen und Film-dem Vergessen zu retten. „Wir übernehmen premieren gezeigt. „Damit kommt nicht nurhier eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Be- das Deutsche Filmhaus, sondern auch Wiesba-deutung", sagt Poßmann. Fritz Langs Monu- den ins Gespräch", betont Poßmann.
  27. 27. Kultur und Können 2713 I M N ÄC H S T E N H E F T L E S E N S I E : Die Weisen von Wiesbaden Grüne Metropole Seit 1964 sitzt der so genannte Viele Städte bezeichnen sich Sachverständigenrat, das wirt- als grüne Großstadt. Wiesbaden schaftspolitische Beratergremium hätte diesen Titel wirklich der Bundesregierung, in Wies- verdient. Begleiten Sie uns auf baden. Unser Magazin zeigt, wie einem Streifzug über Streu- die Arbeit der „Fünf Weisen" obstwiesen, durch ausgedehnte funktioniert. Wälder und herrliche Parks.
  28. 28. LANDESHAUPTSTADT Veranstaltungshighlights in WiesbadenRheingauer Weinwoche 14. - 23. August 2009An rund 118 Ständen präsentieren die Winzer Wiesbadens und der Rheingau-Region ihre köstlichen Produkte, zusammen mit einem reichhaltigen Angebot anlokalen Spezialitäten und einem bunten Unterhaltungsprogramm.Sparkassen Finanzgruppe IRONMAN Germany 70.3 16. August 2009Auch in diesem Jahr werden wieder mehrere zehntausend Zuschauer live ver-folgen wie über ca. 3.000 Profiathleten und Freizeitsportler sich dem „härtestenhalben Tag des Jahres“ mit 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 kmLaufen quer durch den hügeligen Rheingau-Taunus-Kreis und Wiesbaden stellen.Folklore 009 28. - 30. August 2009Neben einem starken Musik- und Comedyprogramm, Clubevents und After-showpartys wird das 33. Festival – Folklore 009 die Besucher mit seinem außer-gewöhnlichen Ambiente begeistern.Stadtfest 24. - 27. September 2009Während des Stadtfestes wird auf den schönsten Plätzen Wiesbadens ein täglichwechselndes Programm geboten. Neben dem Wiesbadener Herbstmarkt findetauch die Wiesbadener-Automobil-Ausstellung auf dem Schloßplatz statt. Dasereignisreiche Wochenende wird mit dem Erntedankfest auf dem „Warmen Damm“abgerundet. Zum Abschluss der Festtage bietet sich bei einem verkaufsoffenenSonntag in der Innenstadt ein Bummel durch die umliegenden Geschäfte an.Sternschnuppen Markt 24. November - 23. Dezember 2009Vor malerischer Kulisse erwarten den Besucher Kunsthandwerk sowie vorweih-nachtliche und winterliche Spezialitäten.Besuchen Sie die hessische Landeshauptstadt und erfahren Sie Lebenslust undFeierfreude! Die Wiesbaden Marketing GmbH bietet Ihnen attraktive Pauschalenzu den Veranstaltungshighlights.Weitere Informationen und Buchungen unter:Wiesbaden Marketing GmbH- Tourist Service - Tel.: 0611-1729-777Postfach 6050 Fax: 0611-1729-70165050 Wiesbaden tourist-service@wiesbaden-marketing.de Wiesbaden Marketing GmbH www.wiesbaden.de

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