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Einführung der Soziokratie in der Firma Vitro LaserGuten Tag,Mein Name ist Rémy Renaud und ich bin Geschäftsführer der Fir...
der damit verbundene Stress und der Mehraufwand an Kommunikation kompensiert. Es gabtnatürlich am Anfang Fehler, die gemac...
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Einführung der soziokratie in der firma vitro laser kopie

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Einführung der soziokratie in der firma vitro laser kopie

  1. 1. Einführung der Soziokratie in der Firma Vitro LaserGuten Tag,Mein Name ist Rémy Renaud und ich bin Geschäftsführer der Firma Vitro Laser SolutionsUGWie fast jede Führungskraft hatte ich auch das Gefühl, meine Entscheidungen werden nichtvon allen Mitarbeiter mitgetragen. Damit eine Firma effizient arbeitet, müssen alle eineEntscheidung, die gefällt worden ist, mit aller Kraft umsetzen. Wenn eine dieser autokratischvon mir getroffenen Entscheidungen mangels Einsicht nicht mit dem nötigen Einsatz verfolgtwird, bekommen wir Probleme, die unsere Effizienz nach unten drückt.Daher war mein erstes Ziel, Anreize finanzieller Art zu schaffen, was aber auch nicht dieLösung sein kann, weil das Problem damit nur überdeckt wird.Eines Tages stieß ich auf einen Artikel in der Zeitschrift „Brand1“. Darin wurde einMitbestimmungssystem beschrieben, das auf den ersten Blick unser Dilemma auflösenkönnte. Ich besorgte mir mehr Information und fasste den Entschluss, das System in unsererFirma umzusetzen. Nach der positiv verlaufenden innerbetrieblichen Befragung wurde einSeminar im Soziokratischen Zentrum gebucht.Pieter und Isabell sind unsere Coaches.Jetzt muss man die Struktur unserer Firma betrachten. Sie ist geprägt von technischausgebildeten Mitarbeiter. Die meisten haben sich nie mit der Führung eines Betriebesauseinander gesetzt. Bei der ersten Zusammenkunft war dann auch zu hören, das es wohlbesser ist, das nur einer bestimmt, und das ist der Chef. Das Einführungsgespräch von Pieterhat aber deutlich gemacht, das die Führungs- und Umsetzungssituation bei Vitro nicht nurhier zur Leistungsreduzierungen führt. Dem kann nur dadurch begegnen, das alle einegetroffene Entscheidung verstehen und auch damit einverstanden sind. Ich sage immer, ineinem mehrheitlich gefassten Beschluss können 49% dagegen sein und 51% dafür. Dasbedeutet unter Umständen bremsen 49% der Belegschaft ein Vorhaben. In der Soziokratiepassiert dies nicht.Es wurde beschlossen, soziokratische Sitzungen im 6Woche Rhythmus abzuhalten. Die ersten5 Sitzungen wurden von Isabell und Pieter geleitet. Dies ist auch gut so, da die betriebsfremdeSitzungsleitung mehr Disziplin, was gerade am Anfang sehr wichtig ist, in die Gesprächebringt.Was hat uns bisher die Soziokratie gebracht.Das erste, was auffällt ist Kommunikation. Die Kommunikation, die vorher nur unter direktmiteinander arbeitsmäßig verzahnten Mitarbeitern stattfand, geschied heute breiter.Anregungen und auch Problemlösungen können dadurch von einer breiteren Basis auserarbeitet werden, was sehr viel schneller geht. Wir haben ein innerbetriebliches Wikigeschaffen, in dem jeder Mitarbeiter seine Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse einträgt. Hierwerden auch produktspezifische Informationen vorgehalten, so das sich jeder Mitarbeiter dieInfo besorgen kann, die er benötigt. Dies führt letztendlich zu einer großen Zeitersparnis.Die Sitzungen werden effizienter durchgeführt als früher. Dadurch, das jeder seine Meinungund seinen Beitrag ungehindert darstellen kann, kommt man schneller zu dem Punkt, wo eineEntscheidung getroffen wird. Es gab Mitarbeiter, die waren in den Sitzungen immer sehrzurückhaltend. Mit der Zeit legte sich dieses und die Beiträge werden immer besser.Bei Vitro Laser wurden, seit dem Einführen des Systems die Zuständigkeiten neu definiert.Die Verantwortung des einzelnen wurden erhöht und durch größere Freiheiten im Handeln
  2. 2. der damit verbundene Stress und der Mehraufwand an Kommunikation kompensiert. Es gabtnatürlich am Anfang Fehler, die gemacht worden sind. Aber, wenn man keine Fehler zulässt,wird der Mitarbeiter gehemmt und wir werden uns nicht weiterentwickeln.Vitro Laser arbeitet seit über einem Jahr mit der Soziokratie. Das heist aber nicht, das wirjetzt alles geregelt haben. Wir müssen noch einiges lernen. Ein unangenehmes Kapitel für unsalle war die Entscheidung über die Entlassung oder Weiterbeschäftigung eines Mitarbeiters.Wie führt man dies soziokratisch durch? Nach Rücksprache mit Isabell und Pieter haben wirin der letzten Sitzung das Thema angefasst. Im Nachhinein war bei einigen Teilnehmern derSitzung die Frage aufgekommen, war die Form, wie dies durchgezogen wurde richtig so, odermüssen wir etwas ändern.Laufende Projekte, die wir als wichtig erachten, sind die Entlohnungsstruktur und dierechtliche Festschreibung der Mitbestimmung. Für die Entlohnungsstruktur wurde einUnterkreis gebildet. Dieser wird Vorschläge erarbeiten, die im allgemeinen Kreis diskutiertwerden und entweder ein Vorschlag angenommen oder zur weiteren Bearbeitung zurück inden Unterkreis gegeben wird.Das Festschreiben der Soziokratie als Schutz vor möglichen Investoren, die unsere ganzeArbeit zunichte machen würden, wird im Moment nicht forciert. Mit Hilfe desSoziokratischen Zentrums sollen Rechtsanwälte gefunden werden, die rechtssichere Verträgeaufsetzen können.Mein Ziel ist es, das, wenn alles sicher läuft, meine Position als Geschäftsführer zurDisposition zu stellen, um diese Position durch eine vom Kreis gewählte Person zu besetzen.

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