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Prof. Sibylle Peters: Junge Eltern in Teilzeit- Ausbildung (TzA)

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Präsentation über die Individualisierung und Flexibilität in der Berufsbildung
www.sibylle-peters.de

Published in: Education, Business, Technology
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Prof. Sibylle Peters: Junge Eltern in Teilzeit- Ausbildung (TzA)

  1. 1. Junge Eltern in Teilzeit- Ausbildung (TzA) Individualisierung und Flexibilität in der Berufsbildung 24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  2. 2. Gliederung <ul><li>Wesentliches </li></ul><ul><li>TzA– ein bildungs- + arbeitsmarktpolitisches Phänomen der 90‘er Jahre im Kontext von Überganssystemen </li></ul><ul><li>TzA – zum Wandel von Form + Inhalt der Berufsbildung der letzten Jahre als Teil der Neugestaltung der Berufsbildung </li></ul><ul><li>TzA– Wandel der Zielgruppen + neue organisations- + gesellschaftspolitische Herausforderungen (nicht Berufe sondern Förderung berufsunabhängiger sozialer Kompetenzen + Prozessgestaltung stehen im Fokus) d.h. zentral sind: </li></ul><ul><li>- Vereinbarkeitswünsche + Individualisierung </li></ul><ul><li>- Fachkräftemangel + Netzwerkmanagement </li></ul><ul><li>Angebote an unbesetzten Ausbildungsplätze höher </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  3. 3. Wesentliches I <ul><li>Zwischen Schulabschluss + Berufsbildung hat sich in den 90er Jahren ein Übergangssystem etabliert, das Sammelbecken für größere Zielgruppen wurde, die nicht in die Berufsbildung Eingang fanden: stattdessen überwogen Ein- + Anpassungsprozesse außerhalb des Berufsbildungssystems </li></ul><ul><li>Diese Übergangssysteme haben Sonderformen in Organisation, Zielgruppen, Abschlüsse, Zugang etc. in hoher Differenzierung hervorgebracht + damit Sonderformen verfestigt, in denen ein Großteil der Jugendlichen ohne qualifizierten Berufsabschluss verweilt </li></ul><ul><li>Eine unzureichende Berufsbildung hat in Übergangssystemen (1/3 der Auszubildenden) vermeintlich die Unternehmen von „schwierigen“ Zielgruppen entlastet, de fakto haben Unternehmen sich von ca. 1/3 aller Ausbildungsinteressierten abgeschnitten + die eigene Fachkräfteentwicklung versäumt </li></ul><ul><li>ca. 5% der auszubildenden Betriebe bilden aus, alte Bundesländer etwas mehr, weil sie Berufschulabsolventen haben </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  4. 4. Wesentliches II <ul><li>In den neuen Bundesländer haben sich Übergangsysteme besonders etabliert, d.h., Betriebe haben nicht ausgebildet + somit wird der Fachkräftemangel deutlich als fehlende Investition (2004: 670.468 sind in BVJ + Berufsfachschulen, nicht in betriebl. Ausbildung; insg. Sind 1.37 Mill. Jugendlich bis 29 Jahren ohne Berufsbildungin: BBB,2006,18 ) </li></ul><ul><li>Auflösungsverträge seit 2008 bestätigen, dass das Berufsbildungssystem Erfahrungen der Übergangssysteme besser nutzen muss zukünftig </li></ul><ul><li>Ihre Angebotspolitik können Unternehmen gegenüber Ausbildungsinteressierten stärken, indem sie Erfahrungen aus den Übergangssystemen gezielt nutzen + Vereinbarkeit von Ausbildung + Elternzeit durch Teilzeit- Ausbildung anbieten + dieses in die Unternehmenskultur als soziale Innovation integrieren + damit zukunftsoffen aufgestellt sind </li></ul><ul><li>Diese Angebotspolitik der Unternehmen soll mit den Support leitenden Organisationen verbessert werden, ins. Wie diejenigen, die jungen Eltern helfen, diese für eine Teilzeit- Ausbildung gewinnen (finden/ suchen) können </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  5. 5. TzA ein bildungs- + arbeitsmarktpolitisches Phänomen der 90‘ Jahre <ul><li>Wandel in dem Verständnis, was Ressourcen sind + welche Ressourcen wichtig sind: Technologien, Menschen + Netzwerke – alle 3 gleich wichtig? Mensch wird wichtigste Ressource, aber arbeitsmarktpolitisch driftet die Angebotsseite + die Nachfrage der Auszubildenden auseinander </li></ul><ul><li>Immer mehr „nicht kompatible“ Ausbildungsinteressierte finden sich in Übergangssystemen wider + für sie werden Maßnahmen „geschneidert“ mit Hemmschwellen des Übertritts in die betriebliche Berufsbildung </li></ul><ul><li>Dadurch wird bildungs- + arbeitsmarktpolitisch eine „Restgruppe“ die spezielle Maßnahmen wie Einarbeitung, Berufsvorbereitung etc. bedarf, kreiert gleichzeitg Neuordnung der BB mit hohem Anforderungsniveau </li></ul><ul><li>Es entsteht ein Vakuum, ein Raum zwischen Schulabschluss + „Berufsreife“, der politisch kreiert ist + in dem alle nicht „passfähigen“ Ausbildungsinteressierte parken, in Schleifen auf Berufsbildung warten – in Übergangssystemen der Berufsbildung verweilen </li></ul><ul><li>Denn das bildungs- + arbeitsmarktpolitische Diktat lautet für Berufsbildung ungebrochen, die Technologien bestimmen Tempo, Inhalt + Ziel der Berufsbildung </li></ul><ul><li>Teilzeit- Ausbildung wird ohne Verlängerung der Ausbildungszeit gesehen, junge Frauen unter 18 Jahren sind Zielgruppe im Übergangssystem </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  6. 6. TzA– zum Wandel von Form + Inhalt der Berufsbildung <ul><li>Infolge neuer Herausforderungen nimmt der Modulcharakter der Berufsbildung in Ausdifferenzierungen + Spezialisierungen zu, ebenso der Verlust der Übersichtlichkeit </li></ul><ul><li>Neue Phänomene: die Komplexität nimmt zu, soziale Probleme, Integration von Zielgruppen, Partizipationserfordernisse bringen die Berufsbildung an ihr Grenzen– ein Wandel der Berufsbildung ist unumgänglich </li></ul><ul><li>Stichwort: Entberuflichung - der Erwerb von anderen Fähigkeiten ist gefragt </li></ul><ul><li>In den 90‘ er Jahren wird deshalb besonders Aufmerksamkeit auf die 2. Schwelle gelegt, d.h., die Passage zwischen Ausbildung + Berufstätigkeit wird besonders ausgebaut, die 1. Schwelle zwischen Schulabschluss + Berufsbildung ist Gegenstand der Übergangssysteme + das Phänomen der Ausbildungs(un)fähigkeit entwickelt sich zu einem wirtschaftlichen Problemfeld, deshalb: Übergangssystemen sollen nun (seit 2008) in das Berufsbildungssystem integriert werden </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  7. 7. TzA– zum Wandel von Form + Inhalt der Berufsbildung <ul><li>Neben technischen Innovationen sind soziale Innovationen gefragt, + die Frage seit 2008 lautet: wie muss das Berufsbildungssystem organisatorisch verändert werden damit es soziale Innovationen initiieren + zulassen kann …. Familienförderung stärkt soziale Integration + soziale Innovation…..so nunmehr eine politische Annahme </li></ul><ul><li>Wandel der Berufsbildung: technische Entwicklungen wurden durch Wirtschaft gepuscht, soziale Innovationen werden jetzt politisch gepuscht </li></ul><ul><li>Fördern + Fordern werden Schlaglichter für Change- Prozesse in Berufsbildung + Personalentwicklung – Zutritt in Berufsbildungssystem flexibilisiert sich </li></ul><ul><li>Selektion von im Übergangssystem parkenden Auszubildenden wird aufgehoben, soziale Kompetenzen gewinnen infolge von Komplexität an Bedeutung in der Berufsbildung </li></ul><ul><li>Teilzeit- Ausbildung wird ein neues Modell: noch 2000 waren bereits 25% aller Auszubildenden in Teilzeit- Ausbildung, es wurde seinerzeit als Abweichung von Normalität in Sonderformen gesehen, Vollzeitmodell galt als alleiniger Maßstab </li></ul><ul><li>Berufsabschluss für ALLE , auch für diejenigen Zielgruppen aus den Übergangssystemen, lautet die bildungspolitische Forderung sowie die Förderung Lebenslangen Lernens … Durchlässigkeit ist eine politische Forderung </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  8. 8. TzA– Wandel der Zielgruppen I <ul><li>Neue organisations- + gesellschaftspolitische Herausforderungen: </li></ul><ul><li>Vereinbarkeitswünsche + Individualisierung </li></ul><ul><li>Die Organisation wird Basis von Neuerungen, Arbeitshandeln in dynamisierten Prozessen nimmt zu </li></ul><ul><li>Spielräume im sozialen Bereich werden in der Organisation erprobt </li></ul><ul><li>Verbesserung des Systems Berufsbildung wird gesucht, Übergangssysteme sind dysfunktional, gebraucht werden neue Zielgruppen + Ausbildungskapazitäten </li></ul><ul><li>gesucht werden jugendl. Erwachsene mit Partizipations- + Selbstverantwortung </li></ul><ul><li>Aufstieg durch Bildung wird eine neue Qualifizierungsoffensive 2008 (Zahl der Jugendlichen ohne abgeschlossene Berufsbildung soll gesenkt werden – In fünf Jahren von 18% auf ca. 10%) </li></ul><ul><li>Teilzeit- Ausbildung mit einer Vereinbarkeitsregel soll erprobt werden - auch für Altbewerber wird dies ermöglicht </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  9. 9. TzA– Wandel der Zielgruppen II <ul><li>Neue organisations- + gesellschaftspolitische Herausforderungen: </li></ul><ul><li>Fachkräftemangel + Netzwerkmanagement </li></ul><ul><li>Integration in den Arbeitsmarkt kann nur über Netzwerke + soziale Integration der auf eine Berufsbildung Wartenden möglich werden, das System soll flexibler werden, weniger die jungen Eltern, Fachkräftemangel erfordert neue Selektionskriterien </li></ul><ul><li>Das Berufsbildungssystem ist insgesamt von innen zu flexibilisieren, nicht die Zielgruppen der Berufsbildung anzupassen, bzw. davon ausgegliedert zu werden, aus dieser „Fehlentwicklung“ junge Eltern zu rekrutiere, ist für Unternehmen + Support- Organisationen nicht ohne Anstrengungen zu bewältigen </li></ul><ul><li>neue Modelle sollen in die Regelausbildung integriert werden, soziale Kompetenzen sind von allen gefordert und werden verbindlich </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  10. 10. TzA– Wandel der Zielgruppen III <ul><li>Angebot- und Nachfragen an Ausbildungsplätzen entwickelt sich </li></ul><ul><li>dysfunktional, alte Bundesländer speisen Nachfrage aus </li></ul><ul><li>Berufsfachschulen, die gibt es in den neuen Bundesländern weniger, </li></ul><ul><li>insofern mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als unversorgte </li></ul><ul><li>Bewerber ( Rückganng: BBB, 2010 ) </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters
  11. 11. Ziel von JET <ul><li>Die Vereinbarkeit von Ausbildung und Familie für ein nachhaltiges, sozial- und personalpolitisches Modell in der Berufsbildung zu etablieren </li></ul><ul><li>Merci! </li></ul>24.05.2011 Prof. Dr. Peters

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