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Gauner- und Bettlerzinken. Die geheimen Markierungen der Einbrecher und Hausierer

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Das Wort Zinken oder Zink bezeichnet die geheime Verständigung durch Laute, Gestik oder Mimik, vor allem aber durch grafische Zeichen, die von Angehörigen des „fahrenden Volks“ benutzt und meist nur von ihnen verstanden werden. Kennzeichnungen in der Tradition der historischen Zinken werden auch in der Gegenwart benutzt, zum Teil in Zusammenhang mit Bettelei und Wohnungseinbrüchen. In den 1990er Jahren und erneut seit 2009 sollen in Österreich Einbrüche in Verbindung mit Zinken aufgetreten sein. Die Presse zitiert jedoch auch einen Experten, der erklärt, dass kein Fall bekannt sei, „in dem ein Einbruch aufgrund eines ,Gaunerzinkens‘ begangen wurde“. Anfang 2014 wurden in Norddeutschland, u. a. in Flensburg, vermehrt Gaunerzinken gefunden und auch im Münsterland traten sie vereinzelt auf. Eine sehr moderne Variante mit alten Mitteln ist das so genannte WarChalking (engl. chalk ‚Kreide‘), bei dem offene oder öffentlich zugängliche WLANs kenntlich gemacht werden.

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Gauner- und Bettlerzinken. Die geheimen Markierungen der Einbrecher und Hausierer

  1. 1. Gaunerzinken Bereits im 16. Jahrhundert waren in Europa erstmals grafische Hinweise zu beobachten, mit deren Hilfe sich Bandenmitglieder darüber informierten, ob es sich lohnt, einzubrechen. Heutzutage fast schon in Vergessenheit geraten, bedienen sich manche Einbrecher immer noch dieser Zeichensprache. Die so genannten Gaunerzinken befinden sich häufig an Eingangstüren, in der Ecke eines Briefkastens oder am Rand der Klingeltafel einer Gegensprechanlage. Unscheinbare Signale an ausspionierten Wohnungen warnen nachkommende Diebe vor etwaige Gefahren oder machen darauf aufmerksam, dass es hier etwas zu holen gibt. Dies ist nur eine Auswahl bekannter Gaunerzinken. Es existiert eine Vielzahl verschiedener Motive, die sich im Aussehen und in Ihrer Bedeutung häufig unterscheiden. Das Internet bietet die Möglichkeit gezielt nach bestimmten Zeichen und deren Bedeutung zu suchen! Empfehlung der Kriminalprävention • Wenn Sie Gaunerzinken im Umfeld Ihrer Wohnung / Ihres Hauses entdecken, entfernen Sie diese! • Machen Sie Ihre Nachbarn darauf aufmerksam. Vielleicht entdecken Sie weitere markierte Stellen. Die geheimen Markierungen der Einbrecher und Hausierer Gauner- und Bettlerzinken
  2. 2. www.tiroler.at 4020 Linz, Gruberstraße 32 Tel. 057891-0 Fax. 057891-71-566 email: office@ooev.at www.keinesorgen.at
  3. 3. Aufgepasst! Mit wenigen Linien und Kreisen hinterlassen Kriminelle Hinweise, um Informationen über die Bewohner und deren Lebensumstände auszutauschen. Sie fallen kaum auf: kleine Markierungen an Hauswänden, Türen, bei Gegensprechanlagen, Briefkästen oder an Zäunen. Gemeint sind sogenannte Gaunerzinken, die von manchen Einbrechern gezeichnet und gedeutet werden. Nicht nur Kriminelle machen sich die Zeichensprache zunutze: Auch manche Bettler, Vertreter von religiösen Gruppierungen, Vertreter und Prospekt-Verteiler hinterlassen sich gegenseitig Zeichen. Ein modernes Phänomen ist das sogenannte „War Chalking“. Hier wird mit Kreide an ein Haus gezeichnet, dass es z.B. einen ungeschützten WLAN-Zugang in Reichweite gibt, der angezapft werden kann. Am besten ist es, derartige Zeichen zu entfernen bzw. sogar solche Gaunerzinken, die die unliebsamen Gäste abschrecken, hinzuzufügen. Auf den folgenden Seiten finden Sie die gängigsten Gaunerzinken abgebildet und beschrieben. Dr. Wolfgang Weidl Martin Janovsky Mag. Othmar Nagl Vorstände der oberösterreichischen VERSICHERUNG AG 1
  4. 4. Herkunft Ihren Ursprung haben die Gaunerzinken im „Rotwelschen“, einer Gauner-Geheimsprache, die im zwölften Jahrhundert entstand. Kriminelle nutzten diese Sprache, um sich unerkannt über bevorstehende Taten unterhalten zu können. Im 16. Jahrhundert entwickelten sich daraus grafische Darstellungen, die an ein Haus angebracht wurden, um anzuzeigen, wann dieses ausgeraubt oder angezündet werden soll. Sie wurden vor allem mit Kreide oder Kohle an die Wände gemalt oder eingeritzt und sind die Grundlage der auch heute noch verwendeten Gaunerzinken. Die Zeichen können sich auch an Komplizen richten und darüber informieren, welche Gefahren zu erwarten sind, z. B. ob es einen bissigen Hund oder eine Alarmanlage gibt. In Banden kundschaftet beispielsweise zunächst eine Person die Tatgelegenheiten aus und teilt dann Mittätern oder anderen Einbrechern über Markierungen diese Erkenntnisse mit. 2
  5. 5. 3 „Abhauen!“ „Achtung, bissiger Hund!“ „2 Kinder, 2 Frauen und 1 Mann im Haus!“
  6. 6. 4 „Alleinstehende Person!“ (2. Variante) „Alleinstehende Person!“ (1. Variante) „Nur Frauen!“
  7. 7. 5 „Alleinstehende Frau!“ „Nur Männer im Haus!“ „Hier wohnen alte Leute!“
  8. 8. 6 „Arme Leute!“ (Variante 2) „Arme Leute!“ (Variante 1) „Frauen mit weichen Herzen!“
  9. 9. 7 „Kein Mann im Haus!“ „Liebenswürdiger Mensch!“ „Achtung, brutaler Hausbesitzer!“
  10. 10. 8 „Behörden- mitarbeiter!“ „Die Polizei wird gerufen!“ „Aktive Polizisten!“
  11. 11. 9 „Dieser Gemeinde ausweichen!“ „Hier ist die Polizei!“ „Hund!“
  12. 12. 10 „Frau liebt Männer!“ „Fromm tun lohnt sich!“ „Arbeit wird belohnt!“
  13. 13. 11 „Gefahr, immer bewohnt!“ „Gefährlich, Hände weg!“ „Unbewohntes Haus!“
  14. 14. 12 „Günstig zum Diebstahl!“ „Hier gibt es Geld!“ „Einbruch lohnt!“
  15. 15. 13 „Hier gibt es nichts zu holen!“ „Hier gibt es was!“ „Hier gibt es nichts!
  16. 16. 14 „Hier einmal gearbeitet!“ „Hier gibt es Essen!“ „Nachtlager möglich!“
  17. 17. 15 „Am Abend kommen!“ „Aufdringlich werden!“ „Ruhig aufdringlich werden!“
  18. 18. 16 „Krank spielen!“ „Leute sind ruppig!“ „Vorsicht Prügel!“
  19. 19. 17 „Lohnendes Objekt!“ (Variante 2) „Nichts Interessantes!“ „Lohnendes Objekt!“ (Variante 1)
  20. 20. 18 „Gestehen!“ „Bereits beraubt!“ „Bedrohung durch Waffe!“
  21. 21. 19 „Verhaftet!“ „Betteln verboten!“ „Guter Empfang, wenn man von Gott spricht!“
  22. 22. 20 „Verschlüsseltes WLAN!“ „Offenes WLAN!“ „Geschlossenes WLAN!“
  23. 23. 21 Impressum: Herausgeber, Verleger und für den Inhalt verantwortlich: Oberösterreichische VersicherungAG, Gruberstr. 32, 4020 Linz, www.ooev.at „War-Chalking“ War-Chalking bezeichnet die Markierung von an einem bestimmten Ort empfangbaren WLAN mittels Farb- oder Kreidezeichen (englisch: chalk = Kreide). Die Zeichen werden üblicherweise auf Häuserwänden, dem Straßenpflaster oder Laternenpfählen angebracht und geben teilweise sogar die SSID sowie das WEP-Kennwort an. Eingeweihte erkennen so schnell, wo man gratis im Internet surfen kann. Hierbei wird eine szenetypische Schreibweise verwendet. So bedeutet ein geschlossener Kreis, dass es sich bei dem vorliegenden WLAN um ein geschlossenes Netz handelt. Zwei entgegengesetzte Kreishälften bedeuten ein offenes, ungesichertes Netz.RundherumsinddietechnischenInformationen platziert, die einen Zugang zum Netz gewähren.
  24. 24. www.keinesorgen.at Vertrauen ist gut. Keine Sorgen sind besser.

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