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1.1. Volkswirtschaftliche Grundlagen

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Unterrichtspräsentation von Markus Hammele für den Wirtschaftsfachwirt im BBZ Augsburg 2017

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1.1. Volkswirtschaftliche Grundlagen

  1. 1. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Wirtschaftsbezogene Qualifikationen Volks- und Betriebswirtschaft 1.1. Volkswirtschaftliche Grundlagen von Markus Hammele Wirtschaftsfachwirt/in BBZ Augsburg
  2. 2. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.1. Markt, Preis, Wettbewerb Hinweis zur Vermittlung: u.a. Produktionsfaktoren 1.1.1.1. Preisbildung auf den unterschiedlichen Märkten - Marktgleichgewicht bei vollständiger Konkurrenz - Preisbildung bei unvollständiger Konkurrenz Anwendungstaxonomie: erläutern Hinweis zur Vermittlung: Polypol, Oligopol, Monopol 1.1.1.2. Wettbewerbspolitik - Funktionen des Wettbewerbs - Ziel und Instrumente der Wettbewerbspolitik Anwendungstaxonomie: überblicken Hinweis zur Vermittlung: 1.4.2.1. (Unterscheidung der einzelnen Konzentrationsformen) 1.1.1.3. Eingriffe des Staates in die Preisbildung Anwendungstaxonomie: beurteilen Hinweis zur Vermittlung: Subventionen, Höchst- und Mindestpreise, Steuern Lehrplan
  3. 3. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.1. Markt, Preis, Wettbewerb Hinweis zur Vermittlung: u.a. Produktionsfaktoren Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital Betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren „In der Betriebswirtschaftslehre unterscheidet man als betriebliche Produktionsfaktoren: ausführende, objektbezogene menschliche Arbeit, Werkstoffe (Material wie Rohstoffe, Halb- und Fertigerzeugnisse sowie Betriebs- und Hilfsstoffe), Betriebsmittel (z. B. Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, Transportmittel usw.) sowie Betriebs- und Geschäftsleitung für Leitung, Planung, Organisation und Kontrolle.“ Quelle: bpb.de (Bild und Text)
  4. 4. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren Lehrplan „alle Einsatzmengen, die für die Herstellung von Waren und Dienstleistungen erforderlich sind. Volkswirtschaftlich wird die Produktion von Gütern als die Kombination der drei Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital bezeichnet. Boden und Arbeit gelten dabei als ursprüngliche (originäre) Produktionsfaktoren, Kapital als abgeleiteter (derivativer) Produktionsfaktor. In modernen Betrachtungen wird als sogenannter vierter Produktionsfaktor Bildung bzw. technischer Fortschritt, Information oder Wissen hinzugerechnet.“ Quelle: bpb.de (Bild und Text)
  5. 5. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.1.1. Preisbildung auf den unterschiedlichen Märkten Definition: Unter Markt versteht man den ökonomischen Ort des Tausches, an dem sich durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage die Preise bilden. Video: Angebot und Nachfrage – TheSimpleEconomics auf youtube.com (2:49 min.) Lehrplan
  6. 6. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Angebot und Nachfrage Lehrplan
  7. 7. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Angebot und Nachfrage Lehrplan Weiteres Beispiel unter bpb.de
  8. 8. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.1.1. Preisbildung auf den unterschiedlichen Märkten Märkte werden unterschieden nach Marktarten Marktformen Polypol, Oligopol, Monopol – explainity auf youtube.com Lehrplan
  9. 9. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Marktarten / Merkmale des Marktes Unterteilung nach: a) sachlichen Merkmalen - Faktormärkte (Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt, Geld- und Kapitalmarkt - Handel von Produktionsfaktoren) - Sachgütermarkt (Produktionsgütermarkt, Konsumgütermarkt) b) nach organisiertem Merkmal - organisierter Markt (feste Regeln, z.B. Auktion, Börse) - nicht organisierte Märkte (Fehlen fester Regeln, z.B. Bazar, Flohmarkt)
  10. 10. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Marktarten / Merkmale des Marktes Unterteilung nach: c) nach dem Marktzutritt - offener Markt (freier Markt, z.B. NAFTA (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen), Europäischer Binnenmarkt) - beschränkter Markt + natürlich (z.B. seltene Produktionsmittel) + rechtlich (z.B. Patentrecht) + künstlich (z.B. Kartelle, Koalitionen) + faktisch (z.B. Ausbildung, Kapitalbesitz) - geschlossener Markt (z.B. hochwertige Rüstungsgüter - Uran)
  11. 11. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Marktarten / Merkmale des Marktes Unterteilung nach: d) nach der Vollkommenheit/Einheitlichkeit - vollkommener Markt: ein Markt ist vollkommen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: 1. Die Güter müssen sachlich gleichartig sein (homogen)  (keine Unterschiede in Qualität, Verpackung, z.B. Metalle, landwirtschaftliche Produkte) 2. Es sind keine persönlichen Präferenzen vorhanden (z.B. keine Stammkundschaft) 3. Es sind keine räumlichen Präferenzen vorhanden (Folge. alle sind entweder am gleichen Ort oder gleich weit weg) 4. Es gibt keine zeitlichen Präferenzen (z.B. gleiche Lieferfristen, gleich schnelle Bedienung) 5. Der Markt ist vollständig transparent (jeder verfügt über alle Informationen) (6. Die Marktteilnehmer handeln rational) (7. Die Marktteilnehmer reagieren unendlich schnell)
  12. 12. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Marktarten / Merkmale des Marktes Sind alle Bedingungen erfüllt, spricht man von einem vollkommenen Markt. Die ersten vier Bedingungen werden auch Homogenitätsbedingung genannt. Nahezu einziges Beispiel für den vollkommenen Markt ist die Börse. - unvollkommener Markt Ein Markt ist bereits dann unvollkommen, wenn nur eine (oder mehrere) der ersten vier Bedingungen nicht erfüllt sind. Ist lediglich die 5. Bedingung nicht erfüllt, spricht man von einem temporär unvollkommenen Markt. → Nahezu alle Märkte in der Realität sind unvollkommen.
  13. 13. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Marktfunktionen - Marktausgleichsfunktion Auf dem Markt findet beim Marktpreis der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage statt. - Marktausschaltungsfunktion Nicht konkurrenzfähige Anbieter bzw. einkommensschwächere Nachfrager werden vom Markt ausgeschalten. - Erziehungsfunktion Unternehmer mit zu hohen Preisen werden gezwungen, Kostensenkungen durchzuführen. Nachfrager, die zu wenig bezahlen wollen, erkennen, dass sie nicht befriedigt werden. - Signalfunktion Der Preis signalisiert den Knappheitsgrad eines Gutes. - Lenkungsfunktion Der Marktpreis lenkt die Produktionsfaktoren stets an die Stelle ihrer wichtigsten Verwendung. - Verteilungsfunktion Der Marktpreis hat einen Einfluss auf die Entlohnung der Produktionsfaktoren.
  14. 14. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Nachfragefunktion Überlegungen hinsichtlich des Kaufes von einem Doppelzentner Kartoffeln: Ein Nachfrager ist bereit, einen DZ um 40 € abzunehmen. Ein weiterer Nachfrager ist bereit, 3 DZ um 35 € abzunehmen Ein weiterer Nachfrager ist bereit, 5 DZ zu 30 € abzunehmen Ein weiterer Nachfrager ist bereit, 8 DZ zu 25 € abzunehmen. Je höher der Preis ist, desto geringer ist die Nachfrage. Je niedriger der Preis, desto höher ist die Nachfrage.
  15. 15. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Nachfragefunktion Der Nachfrager überlegt sich: Welche Menge bin ich bereit abzunehmen, wenn der Preis einen bestimmten Wert erreicht? Ändert sich meine Abnahmemenge bei einem anderen Preis? Der Nachfrager geht von einem bestimmten Preis aus und passt seine Menge entsprechend an.
  16. 16. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Nachfragefunktion Sonderfälle: 1) inverses Verhalten (umgekehrte Nachfragefunktion) z.B. Lacoste (Kauf aus Prestigegründen) verantwortliche Effekte: Veblen-Effekt (Prestige), Snob-Effekt (Einzigartigkeit), Mitläufer-Effekt und Preis als Qualitätsmaßstab
  17. 17. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Nachfragefunktion Sonderfälle: 2) starres Verhalten (Vollkommen unelastische Nachfrage, d.h. Preiselastizität = 0) v.a. bei existenznotwendigen Gütern  Brot, Insulin
  18. 18. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Bestimmungsgründe für die Nachfragefunktion: - die Nachfragefunktion ist eine Funktion des Preises (je höher der Preis, desto geringer ist die Nachfrage) - die Nachfragefunktion wird auch von den Preisen anderer Güter beeinflusst * bei substitutiven Gütern: z.B. Butter, Margarine - steigt der Preis für Butter, sinkt die Nachfrage danach; gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Margarine * bei komplementären (sich ergänzenden) Gütern: z.B. Fotoapparat und Film – steigen die Preise für Filme, sinkt nicht nur deren Nachfrage, sondern auch die Nachfrage nach Fotoapparaten * bei indifferenten Gütern: z.B. Wasserball, Bleistift - zwischen diesen Gütern besteht kein Zusammenhang - die Nachfragefunktion ist abhängig vom Einkommen der Haushalte (Definition: Unter Konsumsumme versteht man den Teil des Einkommens, der konsumiert wird) - die Nachfragefunktion ist abhängig von der Bedürfnisstruktur - die Nachfragefunktion ist abhängig von den Zukunftserwartungen der Haushalte
  19. 19. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Verschiebung der Nachfragefunktion: Die Nachfragefunktion verschiebt sich nach rechts, d.h. die nachgefragte Menge wird ausgeweitet, wenn: - das Einkommen steigt - die Sozialabgaben sinken - substitutive Güter teurer werden - das Konsumgut in Mode ist - komplementäre Güter billiger werden - die Zukunftserwartungen positiv sind Die Nachfragefunktion verschiebt sich nach links, d.h. die nachgefragte Menge wird eingeschränkt, wenn: - das Einkommen sinkt - substitutive Güter billiger werden - die Sozialabgaben steigen - komplementäre Güter teurer werden - die Sättigungsgrenze erreicht ist („es hat jeder“) - die Zukunftserwartungen negativ sind Die Verschiebung erfolgt immer in der Waagrechten, weil die Überlegungen von einem bestimmten Preis ausgehen.
  20. 20. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Die Elastizität der Nachfrage: Die Preiselastizität der Nachfrage gibt Auskunft darüber, wie stark die Nachfrager auf Preisänderungen reagieren. Sie wird ausgedrückt in einem Elastizitätskoeffizienten. Prozentuale Mengenänderung der Nachfrage Elastizitätskoeffizienten = ----------------------------------------------------------------- Prozentuale Preisänderung Beispiele: a) Ein Gut wird um 10 % billiger. Dies bedeutet eine Mengenausweitung um 20 %. Wie hoch ist der Elastizitätskoeffizient? Antwort: 2 b) Ein Gut wird um 10 % billiger. Dies bedeutet eine Mengenausweitung um 5 %. Wie hoch ist der Elastizitätskoeffizient? Antwort: 0,5
  21. 21. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Die Elastizität der Nachfrage: Ist der E. größer 1, dann nennt man die Nachfrage nach diesem Gut elastisch. Beispiel: Luxusgüter, Substitutionsgüter Ist der E. gleich 1, so spricht man von einer proportional elastischen Nachfrage. Ist der E. kleiner 1, so spricht man von einer unelastischen Nachfrage (d.h. große Preisänderungen haben nur geringe Mengenänderungen zur Folge). Beispiel: lebenswichtige Güter (Benzin) In der Zeichnung: Vollkommene elastische Nachfrage ist eine waagerechte Linie. Vollkommene starre Nachfrage ist eine senkrechte Linie.
  22. 22. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Die Angebotsfunktion Überlegungen hinsichtlich des Verkaufes von einem Doppelzentner Kartoffeln: Ein Anbieter kann bereits ab 20 € produzieren. 5 weitere Anbieter können ab 25 € produzieren 6 weitere Anbieter können ab 30 € produzieren 8 weitere Anbieter können ab 35 € produzieren Je höher der Preis ist, desto höher ist die angebotene Menge. Je niedriger der Preis, desto niedriger ist die angebotene Menge.
  23. 23. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Die Angebotsfunktion Der Anbieter überlegt sich: Welcher Preis muss auf dem Markt vorliegen, damit zumindest die Kosten gedeckt sind? Zunächst wird der Anbieter auf den Markt treten, der die günstigste Kostenstruktur hat. Ab einem etwas darüber liegenden Preis kommt ein weiterer Anbieter mit einer (geringfügig) schlechteren Kostenstruktur dazu (weil z.B. seine Transportwege länger sind und er dadurch höhere Kosten hat) usw.
  24. 24. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Die Angebotsfunktion Sonderfälle: 1. inverses Verhalten z.B. Arbeitsmarkt 2. starres Verhalten (vollkommen unelastisches Angebot, d.h. Preiselastizität = 0) z.B. Kunst- und Kulturgüter von verstorbenen Künstlern
  25. 25. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Bestimmungsgründe für die Angebotsfunktion: - die Angebotsfunktion ist eine Funktion des Preises (je höher der Preis, desto höher ist die angebotene Menge) - die Angebotsfunktion wird auch von den Preisen anderer Güter beeinflusst - die Angebotsfunktion ist abhängig von der Kostenstruktur des Anbieters: erst wenn diese gedeckt sind, wird ein Unternehmer ein Angebot abgeben - die Angebotsfunktion wird von den Zukunftserwartungen der Unternehmer beeinflusst
  26. 26. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Verschiebung der Angebotsfunktion: Die Angebotsfunktion verschiebt sich nach rechts, d.h. die angebotene Menge wird ausgeweitet, wenn: - die Produktionskosten fallen aufgrund * Steuererleichterungen * technischer Fortschritt * längere Maschinenlaufzeiten - Lager geräumt werden (z.B. Winterschlussverkauf) - neue Anbieter aus dem Ausland auftreten - die Zukunftserwartungen positiv sind (die Risikobereitschaft steigt) Die Angebotsfunktion verschiebt sich nach links, d.h. die angebotene Menge wird eingeschränkt, wenn: - die Produktionskosten steigen (Steuern erhöht werden usw.) - es Verknappungen gibt (z.B. durch Krieg, Missernten, Naturkatastrophen) - die Gewinnerwartungen sinken
  27. 27. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.1.1. Preisbildung auf den unterschiedlichen Märkten Wer hat die Macht? (nach dem wird die Marktform benannt) Dieses Schema wird Marktformenschema genannt (nach Eucken/Stackelberg) Beispiele (siehe Skript Olfert: Volks- und Betriebswirtschaft, S. 19)
  28. 28. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Marktformen Definition: Man spricht von einem Polypol, wenn die Zahl der Marktteilnehmer so groß ist, dass der Einzelne keinen Einfluss auf das Marktgeschehen hat. Definition: Man spricht von einem Oligopol, wenn die Zahl der Anbieter (und/oder Nachfrager) so gering ist, dass der Einzelne einen Einfluss auf das Marktgeschehen hat. Welche Zielsetzungen verfolgen die Marktteilnehmer? Sie versuchen, ihren Einfluss zu vergrößern, weil: - je größer der Einfluss ist, desto größer ist die Marktmacht - je größer die Marktmacht ist, desto größer ist die Möglichkeit zur Preisbestimmung
  29. 29. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Polypol ● Vollkommener Markt * Weder Anbieter noch Nachfrager haben einen Einfluss auf den Preis. * Bei linearer Kostenstruktur werden die Anbieter an der Kapazitätsgrenze produzieren. * Bei nicht linearer Kostenstruktur produzieren die Anbieter in dem Bereich, in dem der Umsatz größer ist als die Kosten. ⇒ Preis als Datum und Menge anpassen ● Unvollkommener Markt * Präferenzen liegen vor * Je größer die Unvollkommenheit des Marktes, desto größer ist der Einfluss auf den Preis ⇒ Preisspielraum (akquisitorisches Kapital) ⇒ eingeschränkter monopolistischer Handlungsspielraum Bsp.: Eisdiele in der Nähe eines Ausflugsortes ⇒ Preis nicht unbedingt Datum (siehe Abbildung) Schlagworte: Produktdifferenzierung (Farbe, Qualität usw.)
  30. 30. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Polypol Preisdifferenzierung - räumliche Preisdifferenzierung - zeitliche Preisdifferenzierung - persönliche Preisdifferenzierung - Preisdifferenzierung nach der Menge ( Mengenrabatte) - Preisdifferenzierung nach der Verwendung
  31. 31. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Oligopol ⇒ Konzentrationsprozesse führen zu immer größeren Wirtschaftseinheiten (z.B. Automobilbranche) ⇒⇒ Globalisierung ?!? Der Oligopolist muss sowohl die Reaktionen seiner Konkurrenten als auch die Reaktionen der Nachfrager beachten. Wenn der Oligopolist preis- und absatzpolitische Maßnahmen durchführt, besteht aber eine Unsicherheit hinsichtlich der Stärke der Reaktion. Zwei Folgen sind denkbar: - ruinöser Wettbewerb: Die Oligopolisten führen solange Preissenkungen durch, bis einige vom Markt verschwinden. - Umsatzeinbußen: Bei notwendigen Preisanpassungen nach oben, z.B. aufgrund Rohstoffpreiserhöhungen, ziehen die Konkurrenten nicht mit. Deshalb: Auf oligopolistischen Märkten ist in der Regel eine Starrheit der Preise zu beobachten.
  32. 32. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Oligopol Sonderfall: Preisführerschaft: Einer bestimmt den Preis, die anderen folgen verzögert nach (z.B. Mineralölmarkt) Unterscheidung in Angebots- und Nachfrageoligopol sowie zweiseitiges (bilaterales) Oligopol
  33. 33. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Monopol - Bilaterales Monopol: Beide verfügen über Marktmacht, sodass im Normalfall sich keiner durchsetzen kann. Deshalb müssen Verhandlungen aufgenommen werden (z.B. Schlichtungsgespräche) oder Kämpfe ausgefochten werden (z.B. Streik oder Aussperrung). - Angebotsmonopol: Die Nachfrager nehmen den Preis als Datum und passen ihre Menge an. Der Anbieter verfügt über die Marktmacht schlechthin, d.h. er kann die Preise setzen. Wo? Dort, wo die Gewinne maximal sind, d.h. der Angebotsmonopolist maximiert seine Produzentenrente. Der gewinnmaximale Punkt des Monopolisten wird „Cournot’scher Punkt“ genannt. Er befindet sich auf dem links oberhalb des Gleichgewichtspreises verlaufenden Teils der Nachfragefunktion. Dies führt im Vergleich zum Polypol zu: - einem höheren Preisniveau - bei gleichzeitig schlechterer Versorgung der Bevölkerung Beispiel Cournot’scher Punkt
  34. 34. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Monopol - Nachfragemonopol Der Nachfragemonopolist maximiert seine Konsumentenrente (siehe Abbildung) Quelle: www.teialehrbuch.de Konsumentenrente: Ist der Betrag, den ein Käufer tatsächlich für ein Gut bezahlen würde (Zahlungsbereitschaft), minus dem tatsächlich bezahlten Betrag. Somit misst sie den Nutzen des Käufers aus der Teilnahme am Marktgeschehen (nicht den Nutzen der Ware!!) Produzentenrente: Die Produzentenrente in einem Markt ist die Summe der (zusätzlichen) Gewinne aller Verkäufer.
  35. 35. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.1.2. Wettbewerbspolitik Lehrplan Wettbewerbspolitik Funktionen des Wettbewerbs Ziele der Wettbewerbspolitik Instrumente der Wettbewerbspolitik Mit Wettbewerbspolitik möchte man erreichen, dass - Polypole und weite Oligopole gefördert werden - enge Oligopole und Monopole verhindert werden - Monopole und enge Oligopole zumindest kontrolliert werden können.
  36. 36. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Wettbewerbspolitik Funktionen des Wettbewerbs Ziele der Wettbewerbspolitik Instrumente der Wettbewerbspolitik Video: Benefits of competion policy for consumers (3:11 min.) - es.europa.eu Preis, Qualität, Auswahl, Innovation Freiheitsfunktion Allokationsfunktion Innovationsfunktion Marktbeschränkungs- funktion siehe Olfert Skript S. 32
  37. 37. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Wettbewerbspolitik Funktionen des Wettbewerbs Ziele der Wettbewerbspolitik Instrumente der Wettbewerbspolitik Beispiel EU: Der Wettbewerb zwingt Unternehmen dazu, ihre Produktpalette und ihre Preise ständig konkurrenzfähig zu halten, da sich die Verbraucher ansonsten anderen Unternehmen zuwenden. In einem freien Markt herrscht ein freies Spiel der Kräfte – zum Wohle der Verbraucher. Bisweilen versuchen Unternehmen jedoch, den Wettbewerb zu beschränken. Um die Märkte funktionsfähig zu halten, ist es Aufgabe von Behörden wie der Kommission, wettbewerbswidriges Verhalten zu verhindern bzw. zu stoppen. Die Kommission überwacht folgende Bereiche: - Vereinbarungen zwischen Unternehmen mit dem Ziel der Wettbewerbsbeschränkung - Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung - Fusionen - Bestrebungen, Märkte für den Wettbewerb zu öffnen - Staatliche Beihilfen für Unternehmen - Zusammenarbeit mit den nationalen Wettbewerbsbehörden in den EU-Mitgliedstaaten Quelle: ec.europa.eu Beispiele der EU
  38. 38. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Wettbewerbspolitik Funktionen des Wettbewerbs Ziele der Wettbewerbspolitik Instrumente der Wettbewerbspolitik Bundeskartellamt bundeskartellamt.de Fusionskontrolle, Kartellverbot, Missbrauchsaufsicht (siehe Kategorien auf der Homepage) Video: Kartellamt – Landesschau Baden-Württemberg (3:33 min.) bei youtube.com Bundesministerin für Wirtschaft: Brigitte Zypries bmwi.de Ministererlaubnis (z.B. Edeka-Tengelmann siehe zeit.de)
  39. 39. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Wettbewerbspolitik Funktionen des Wettbewerbs Ziele der Wettbewerbspolitik Instrumente der Wettbewerbspolitik Video: European Commission fighting against cartels (9:19 min.) - es.europa.eu Video: Kartell - TheSimpleEconomics (2:20 min.) auf youtube.com siehe Olfert Skript S. 33ff Preiskartell Quotenkartell Submissionskartell Fusionsverbote Ausbeutungs- missbrauch Behinderungs- missbrauch
  40. 40. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.1.3. Eingriffe des Staates in die Preisbildung Lehrplan Politische Preisbildung: In bestimmten Fällen ist es sinnvoll, dass der Staat in das wirtschaftliche Geschehen korrigierend eingreift, um sozial unerwünschte Erscheinungen zu korrigieren. Dabei unterscheidet man zwischen: - indirekte Eingriffe des Staates ( marktkonforme Eingriffe) Dabei werden lediglich Angebot und Nachfrage beeinflusst ohne den Marktpreismechanismus außer Kraft zu setzen. Dazu zählen z. B. steuerrechtliche Maßnahmen, Subventionen, Transferzahlungen und Zölle. - direkte Eingriffe des Staates ( marktkonträre Maßnahmen) Dazu zählen z. B. Höchstpreise und Mindestpreise
  41. 41. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Subventionen Quelle: bundesfinazministerium.de, Seite 16 Weitere interessante Seiten: z.B. 19, 21, 22 und 24
  42. 42. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Steuern Quelle: bundesfinanzministerium.de Seite 4
  43. 43. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Höchstpreise (z.B. Mieten; Arzneimittel) Höchstpreise sollen die Verbraucher vor übermäßig hohen Preisen schützen. Höchstpreise werden dann eingeführt, wenn das Angebot gering und die Nachfrage sehr groß ist. Der Höchstpreis ist nur wirksam, wenn er unter dem Gleichgewichtspreis liegt. Dadurch verliert der Gleichgewichtspreis seine Ausschaltungsfunktion und es kommt zu einem Nachfrageüberhang. Dadurch muss der Staat mengenregulierend eingreifen, um die knappen Güter gerecht zu Verteilen, z. B. durch Wartelisten oder Zuteilungskosten. Kritik an der Höchstpreispolitik: Die Mangellage wird verschärft, weil Investitionen unrentabel wären. Die Probleme in der Volkswirtschaft werden größer, weil die Ursachen der Inflation nicht beseitigt werden. Zudem bilden sich schwarze Märkte auf denen die knappen Güter unter der Hand verkauft werden. Quelle: www.firstwebcollage.com
  44. 44. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Mindestpreis (z.B. Mindestlohn; Agrarerzeugnisse) Mindestpreise sollen die Anbieter schützen, er kann eingeführt werden, wenn das Angebot sehr groß und die Nachfrage zu gering ist. Der Mindestpreis ist nur wirksam, wenn er über dem Gleichgewichtspreis liegt. Auch hier verliert der Gleichgewichtspreis seine Ausschaltungsfunktion und es kommt zu einem Angebotsüberhang. Hier muss der Staat Mengenmaßnahmen ergreifen um das Angebot zu verringern oder die Nachfrage zu erhöhen, z. B. durch Prämien für Flächenstilllegung, Anbaubeschränkungen, Aufkauf von Überproduktion und Einlagerung, Belebung des Verbrauchs durch Marketingmaßnahmen. Kritik an der Mindestpreispolitik: Es kommt zu Vernichtungsaktionen, es entstehen hohe Kosten für die Lagerung, Pflege, Verarbeitung und Veräußerung der Überschussproduktion, der Weltmarkt wird extrem belastet, weil Entwicklungsländer keine Möglichkeit haben Devisen durch Agrarexporte zu erwerben. Es bilden sich graue Märkte auf denen die Überproduktion unter der Hand verkauft werden. Quelle: www.firstwebcollage.com
  45. 45. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.2. Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung 1.1.2.1. Bruttoinlandsprodukt und Bruttonationaleinkommen Anwendungstaxonomie: erläutern Hinweis zur Vermittlung: Entstehung, Verwendung und Verteilung 1.1.2.2. Primär- und Sekundärverteilung des Volkseinkommen - Lohn- und Gewinnquote - Verfügbares Einkommen - Einkommensumverteilung Anwendungstaxonomie: unterscheiden Lehrplan
  46. 46. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.2.1. Bruttonationaleinkommen (BNE) Lehrplan Video: Geier Sturzflug – Bruttosozialprodukt (BSP) bei youtube.com Bruttonationaleinkommen (BNE) „Summe der innerhalb eines Jahres von allen Bewohnern eines Staates (Inländer) erwirtschafteten Einkommen, unabhängig davon, ob diese im Inland oder im Ausland erzielt wurden; bis 1999 auch Bruttosozialprodukt (BSP) genannt. Im Unterschied dazu umfasst das Bruttoinlandsprodukt alle im Inland erzielten Einkommen, egal ob diese von Inländern oder Ausländern erwirtschaftet wurden.“ Quelle: bpb.de Tabelle Quelle: destatis.de (Seite 3)
  47. 47. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.2.1. Bruttoinlandsprodukt (BIP) Lehrplan „Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft erwirtschaftet werden. Das BIP Deutschlands enthält auch die Leistungen der Ausländer, die innerhalb unseres Landes arbeiten, während die Leistungen der Inländer, die im Ausland arbeiten, nicht berücksichtigt werden.“ Quelle: bpb.de Abbildung Quelle: destatis.de (Seite 3)
  48. 48. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.2.1. Bruttoinlandsprodukt (BIP) Lehrplan Quelle: bpb.de Formel- sammlung S. 7f
  49. 49. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.2.1. Bruttoinlandsprodukt (BIP) International: Gross Domestic Product (GDP) Quelle: bpb.de
  50. 50. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.2.1. BIP UNASUR: Union Südamerikanischer Nationen ASEAN: Verband Südostasiatischer Nationen Quelle: wikipedia.org
  51. 51. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Wie lässt sich Wohlstand messen? Bruttoinlandsprodukt Gini-Koeffizient Index der menschlichen Entwicklung Ökologischer Fußabdruck Glücks-Index Zusammenfassung für 2010
  52. 52. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.2.2. Primär- und Sekundärverteilung des Volkseinkommen Primäre Verteilung: - funktionale Einkommensverteilung - personelle Einkommensverteilung Sekundäre Verteilung: - Steuern - Sozialversicherung - Transferzahlungen Lehrplan Verteilung des Volkseinkommen Verfügbares Einkommen Lohn- und Gewinnquote Einkommens- umverteilung
  53. 53. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Einkommen (Y) = Konsum (C) + Sparen (S) Einkommen (Y) = Konsum (C) + Investition (I) Lehrplan Verteilung des Volkseinkommen Verfügbares Einkommen Lohn- und Gewinnquote Einkommens- umverteilung Quelle: de.statista.com
  54. 54. 2017 Markus Hammele www.let-online.deLehrplan Verteilung des Volkseinkommen Verfügbares Einkommen Lohn- und Gewinnquote Einkommens- umverteilung Quelle: destatis.de Verfügbares Einkommen = Volkseinkommen – direkte Steuern – Sozialbeiträge + Transferzahlungen = +
  55. 55. 2017 Markus Hammele www.let-online.deLehrplan Verteilung des Volkseinkommen Verfügbares Einkommen Lohn- und Gewinnquote Einkommens- umverteilung Quelle: bpb.de Formel- sammlung S. 9 Arbeitnehmerentgelt Lohnquote = -------------------------------- Volkseinkommen Einkommen aus Unternehmer- Tätigkeit und Vermögen Gewinnquote = ---------------------------------------------- Volkseinkommen Lohnquote + Gewinnquote = 1 (oder 100%)
  56. 56. 2017 Markus Hammele www.let-online.deLehrplan Verteilung des Volkseinkommen Verfügbares Einkommen Lohn- und Gewinnquote Einkommens- umverteilung „Im Jahr 2005 belief sich das so definierte Einkommen je Haushalt auf durchschnittlich 56 200 Euro (siehe Schaubild 7). Um zum verfügbaren Einkommen in Höhe von durchschnittlich 36 900 Euro zu kommen, müssen alle geleisteten Transfers (2005: 19 300 Euro), vor allem direkte Steuern und Sozialbeiträge, abgezogen werden. Die im Schaubild 7 dargestellten Haushaltstypen verdeutlichen, dass nicht nur die Einkommenshöhe, sondern auch die Zusammensetzung des Haushaltseinkommens je Haushaltstyp sehr unterschiedlich ist. Bei Arbeitnehmerhaushalten dominiert mit Abstand das Einkommen aus unselbstständiger Arbeit, bei Selbstständigenhaushalten das Einkommen aus unternehmerischer Tätigkeit und Vermögen. Innerhalb der Haushaltstypen können die Einkommen im Einzelfall deutlich von den gezeigten Durchschnitten abweichen.“ Quelle: destatis.de
  57. 57. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Private Haushalte Faktoreinkommen: Unter Faktoreinkommen sind Einnahmen zu verstehen, die private Haushalte aus der zur Verfügungsstellung der Produktionsfaktoren Arbeit, Natur und Kapital erzielen. Arbeitseinkommen: Aus unselbständiger Arbeit (Unterscheidungen: Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, Soldaten) Bsp.: Stundenlohn, Gehalt, Dienstbezüge bzw. Akkordlohn, Prämienlohn Einkommen aus selbständiger Arbeit (Unternehmerlöhne) Kapitaleinkommen: Geldkapital (Zins) Sachkapital (Gewinn) Natureinkommen Pacht: Boden gehört dazu Miete: Boden gehört nicht dazu Das Volkseinkommen setzt sich zusammen aus der Summe aller Faktoreinkommen.
  58. 58. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Private HaushalteTransfereinkommen Transfereinkommen sind solche Einnahmen, denen keine unmittelbare wirtschaftliche Gegenleistung gegenüber stehen. Beispiel: Kindergeld, Hartz IV, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Wohngeld usw. Finanzierung aufgrund / aus: - Versicherungsprinzip (Arbeitslosenversicherung, Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung) - allgemeinen Steueraufkommen (Versorgungsleistungen, wie Kindergeld, Wohngeld usw.) In Deutschland findet die primäre Einkommensverteilung über die Verteilung der Faktoreinkünfte statt. Im Rahmen der sekundären Einkommensverteilung führt der Staat eine Umverteilung über Transferzahlungen durch. Nicht zuletzt aufgrund des Sozial- staatsgebots in Art. 20 Abs. 1 GG. Wirtschaftliche Bedeutung des Transfereinkommens - Sicherung und Erhaltung des Arbeitskräftepotential - Sicherung des positiven Beitrags zum Sozialprodukt - Die Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Konsumgüternachfrage !
  59. 59. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Darstellung der Einkommensverteilung Lohnquote Bereinigte Lohnquote = --------------------------------- x 100 (beschäftigungsstrukturbereinigt) Arbeitnehmerquote Beschäftigung im Berichtsjahr Arbeitnehmerquote = ------------------------------------------------- Beschäftigung im Basisjahr Unbereinigte LQ: berücksichtigt nicht, wie sich die Zahl der Arbeitnehmer im Zeitablauf verändert hat. Bereinigte LQ: hält Anteil der Arbeitnehmer immer wie im Basisjahr. Anwendung: Vor allem als Grundlage für Tarifgespräche; zur Analyse der Verteilungsgerechtigkeit. Kritik: - auch Arbeitnehmer beziehen Kapital- und Natureinkommen - Rentner, Arbeitslose, Studenten, Haushalte fehlen - keine Aussage über die Veränderung der Arbeitseinkommen des einzelnen Arbeitnehmers - Schattenwirtschaft (z.B. Schwarzarbeit): ca. 16% des BIP
  60. 60. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.3. Konjunktur und Wirtschaftswachstum Anwendungstaxonomie: kennen 1.1.3.1. Ziele der Stabilitätspolitik - Zielsetzung und ihre Messbarkeit - Zielkonflikte und Zielharmonien 1.1.3.2. Wirtschaftspolitische Maßnahmen und Konzeptionen - Geldpolitik - Finanzpolitik - Wachstumspolitik - Tarifpolitik - Arbeitsmarktpolitik - Umweltpolitik - Unterscheidung nachfrage- und angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Lehrplan
  61. 61. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Konjunktur Konjunktur: Zusammenwirken von sämtlichen wirtschaftlichen Größen zu einer von ihnen bestimmten Gesamtlage. Unterscheidung nach der Frist: kurzfristige Zyklen: (Kitchin-Zyklen (1923)): 2 - 5 Jahre Datenbasis: Großhandelspreise für GB u. USA mittelfristige Zyklen:(Juglar-Zyklen (1860)): 6 - 11 Jahre Datenbasis: Zeitreihen von Diskontsätzen u. Preisen aus Frankreich und GB. Grund: Maschineninvestitionszyklus ⇒ typische Länge für Konjunkturzyklen nach heutigem Verständnis langfristige Zyklen: (Kondratieff-Wellen (1926)): 48 – 60 Jahre Datenbasis: Zinsen und Preise seit 2. Hälfte des 18. Jahrhundert aus Frankreich, GB u. USA Grund: „Basisinnovationen“ (beruhend auf bahnbrechenden Erfindungen) z.B. 1800 Dampfschiff; 1850 Eisenbahn; 1900 Auto; 1950 Computer
  62. 62. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Konjunktur Sonderform: saisonaler Zyklus: jahreszeitlich bedingter, nur wenige Wochen/Monate dauernder Vorgang - vorhersehbar! Bsp: Baugewerbe, Tourismus-Branche, Landwirtschaft Quelle: https://berlinromexpress.files.wordpress.com/2011/11/kondratieff_gr.jpg
  63. 63. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Konjunkturzyklus Quelle: bpb.de
  64. 64. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.3.3.1. Die 4 Konjunkturphasen und deren wesentlichsten Merkmale Aufschwung (I): - Lagerabbau - Beginn von Arbeitskräfteeinstellungen - leichte Einkommenszunahme (real) - steigende Nachfrage/Produktion Boom (II): - hohe Investitionen - starke Nachfragesteigerung - starker Preisanstieg - Produktion an der Kapazitätsgrenze Abschwung (III): - abnehmende Gewinne - zunehmende Lagerbestände - Beginn von Kurzarbeit - rückläufige Nachfrage Depression (IV): - Konkurse - hohe Arbeitslosigkeit - Ausbleiben von Investitionen - sinkendes Einkommen (real)
  65. 65. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.3.3.1. Die 4 Konjunkturphasen und deren wesentlichsten Merkmale Konjunkturindikatoren Definition: Unter Konjunkturindikatoren versteht man Messgrößen, welche die Konjunkturschwankungen aufzeigen. Arten: Frühindikatoren: ermöglichen eine Früherkennung der konjunkturellen Entwicklung, z.B. Auftragseingänge, Baugenehmigungen, Geschäftsklima Präsensindikatoren: verdeutlichen die aktuelle Konjunkturentwicklung z.B. Produktion, Einzelhandelsumsätze, Lagerhaltung, Exporte/Importe Spätindikatoren: dienen der Erfolgskontrolle (Zeitverzug), z.B. Preisentwicklung, Beschäftigungslage, Volkseinkommen, Geldmenge Forderungen an Konjunkturindikatoren: * sie müssen verlässlich sein (keine zufälligen Schwankungen) * sie müssen eine stabile Beziehung zum Konjunkturverlauf haben
  66. 66. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.3.1. Ziele der Stabilitätspolitik Magisches Viereck – Stabilitätsgesetz (1967) Quelle: http://www.bpb.de/cache/images/1/8461-st-original.jpg%3F0B4AA „Das Bruttoinlandsprodukt stieg (Anm. MH: 2014) um 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 2013 hatte es nur ein Plus von 0,1 Prozent gegeben.“ Quelle: zeit.de Angestrebt: ca. 3 - 4% „Die Statistik zeigt die Arbeitslosenquote in Deutschland von Januar 2014 bis Januar 2015. Im Januar 2015 betrug die Arbeitslosenquote in Deutschland 7,0 Prozent.“ Quelle: statista.com Angestrebt: ca. 0,7 - 3% „Laut Berechnung des Ifo-Instituts stieg der Überschuss in der Leistungsbilanz 2014 um rund 30 Milliarden auf knapp 220 Milliarden Euro (285 Milliarden Dollar).“ Quelle: spiegel.de Angestrebt: 0% „Die aktuelle Inflationsrate beträgt im Januar 2015 = -0,30%, nach 0,20% im Dezember 2014.“ Quelle: tagesgeldvergleich.com Angestrebt: ca. 0 - 2% Lehrplan
  67. 67. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Quelle: http://www.bpb.de/cache/images/1/8461-st-original.jpg%3F0B4AA Zielkonflikt Wirtschaftswachstum vs. Preisanstieg Zielharmonie Wirtschaftswachstum vs. Beschäftigung Lehrplan Magisches Viereck – Stabilitätsgesetz (1967) 1.1.3.1. Ziele der Stabilitätspolitik
  68. 68. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Magisches Sechseck Quelle: http://www.bpb.de/cache/images/4/8474-st-original.jpg%3F1F8A2
  69. 69. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.3.2. Wirtschaftspolitische Maßnahmen und Konzeptionen Offenmarktgeschäfte Ständige Fazilitäten Mindestreservepolitik Lehrplan Geldpolitik Finanzpolitik Wachstums- politik Tarifpolitik Umweltpolitik Arbeitsmarkt- politik Unterscheidung nachfrage- und angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Finanzierungsaufgaben Stabilisierungsaufgaben Distributionsaufgaben Allokationsaufgaben Gründe für/gegen Wachstum Maßnahmen der Wachstumspolitik Tarifautonomie Tarifverträge Instrumente Ursachen Prinzipien Instrumente Aktive Passive
  70. 70. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Offenmarktgeschäfte: Ankauf und Verkauf von Wertpapieren durch die Zentralbank am Geld- oder Kapitalmarkt Ständige Fazilitäten: Übernachtliquiditäten bei den nationalen Zentralbanken auszuleihen oder anzulegen Mindestreservepolitik: Mindestreserve, Guthaben, das Kreditinstitute bei der Zentralbank in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes (Mindestreservesatz) ihrer reservepflichtigen Einlagen unterhalten müssen. Lehrplan Geldpolitik
  71. 71. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Offenmarktpolitik „Bezeichnung für den Ankauf und Verkauf von Wertpapieren durch die Zentralbank am Geld- oder Kapitalmarkt. Der Handel kann dabei mit kurz- oder langlaufenden Wertpapieren und von der Zentralbank endgültig oder nur für eine bestimmte Frist erfolgen. Endgültige Offenmarktgeschäfte sind Käufe oder Verkäufe von Wertpapieren durch die Zentralbank ohne eine Rücknahmevereinbarung. Werden die Wertpapiere dagegen von der Zentralbank nur für eine bestimmte Zeit angekauft und das verkaufende Kreditinstitut verpflichtet, diese wieder zurückzukaufen, liegt ein Wertpapierpensionsgeschäft vor. Offenmarktgeschäfte der Zentralbank haben Auswirkungen auf die Geldmenge und die Kosten für Kredite in der Volkswirtschaft. Werden von der Zentralbank Wertpapiere am offenen Markt gekauft, ist eine Vergrößerung der Geldmenge in der Volkswirtschaft die Folge, da dem Bankensektor Zentralbankgeld zugeführt wird. Steht mehr Geld für die Kreditvergabe zur Verfügung, sinken tendenziell die Zinsen, die Kredite werden billiger. Der Verkauf von Wertpapieren seitens der Zentralbank verteuert dagegen Kredite und bewirkt eine Verringerung der Geldmenge. Offenmarktpolitik wurde in der Vergangenheit von der Deutschen Bundesbank eingesetzt. Offenmarktgeschäfte bilden auch im Rahmen der geldpolitischen Mittel der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Schwerpunkt. Dabei kann die Zentralbank bei manchen, im Tenderverfahren ausgeschriebenen Geschäften (Mengen- bzw. Zinstender) über die Konditionen (Laufzeit, Zinssatz und Zuteilungsvolumen) äußerst flexibel auf die jeweiligen liquiditätspolitischen Erfordernisse reagieren. Folgende Offenmarktgeschäfte werden unterschieden: Hauptrefinanzierungsgeschäfte, längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, Feinsteuerungsoperationen und strukturelle Operationen.“ Quelle: www.bpb.de
  72. 72. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Offenmarktpolitik Offenmarktgeschäfte: Unter diesem Begriff wird ein relativ breites Spektrum von Instrumenten zusammengefasst. Vornehmlich handelt es sich dabei um verschiedenartig ausgestattete Pensionsgeschäfte, bei denen die EZB für einen begrenzten Zeitraum Wertpapiere von den Geschäftsbanken erwirbt und ihnen dafür entsprechende Liquidität zur Verfügung stellt. „Kauf und Verkauf von Wertpapieren durch die Zentralbank auf eigene Rechnung am offenen Markt. Als offener Markt wird der allen Teilnehmern zugängige allgemeine Geld- und Kapitalmarkt oder die Börse bezeichnet.“ Quelle: http://www.boerse-online.de Hauptrefinanzierungssatz: „Hauptrefinanzierungsgeschäfte, zu den geldpolitischen Instrumenten der EZB zählende Geschäfte, denen im Rahmen der Offenmarktpolitik eine Schlüsselfunktion zukommt und die als befristete Transaktionen von den nationalen Zentralbanken im Wege von Standardtendergeschäften (Mengen- oder Zinstender) mit einer Laufzeit von etwa zwei Wochen durchgeführt werden. Über Hauptrefinanzierungsgeschäfte können sich Geschäftsbanken gegen Hinterlegung von refinanzierungsfähigen Sicherheiten beim Europäischen System der Zentralbanken auf Zeit Zentralbankgeld beschaffen. Der für Hauptrefinanzierungsgeschäfte erhobene Zinssatz (Hauptrefinanzierungssatz) hat die Funktion eines Leitzinses der EZB.“ Quelle: http://lexikon.meyers.de
  73. 73. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Ständige Fazilitäten Die Geschäftsbanken haben die Möglichkeit, Übernachtliquiditäten bei den nationalen Zentralbanken auszuleihen oder anzulegen. Definition „geldpolitische Instrumente des Europäischen Systems der Zentralbanken zur kurzfristigen Zuführung (Spitzenrefinanzierungsfazilität) bzw. Abschöpfung (Einlagefazilität) von Zentralbankgeld (Übernachtliquidität). Die Initiative für die Nutzung der ständigen Fazilitäten geht von den Monetären Finanzinstituten aus. Für die Nutzung gibt es in der Regel keine mengenmäßigen Höchstgrenzen, allerdings kann die EZB bei Bedarf Beschränkungen einführen oder die Bedingungen für die Inanspruchnahme anpassen. Die vom EZB-Rat nach geldpolitischen Erfordernissen bestimmten Zinssätze der ständigen Fazilitäten bilden in der Regel die Ober- und Untergrenze für den Tagesgeldsatz am (Interbanken-)Geldmarkt und liefern somit Anhaltspunkte für die mittelfristige Orientierung der Zinspolitik der EZB.“ Quelle: http://lexikon.meyers.de
  74. 74. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Mindestreserve Hierunter versteht man jene Einlagen, welche die Geschäftsbanken bei den nationalen Zentralbanken unterhalten müssen. „Mindestreserve, Guthaben, das Kreditinstitute bei der Zentralbank in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes (Mindestreservesatz) ihrer reservepflichtigen Einlagen unterhalten müssen. Ursprünglich zur Sicherung der Liquidität gedacht, dienen Mindestreserven heute eher geldpolitischen Zwecken, da die Notenbank über die Festsetzung der Mindestreserven (Mindestreservepolitik) die Nachfrage nach Zentralbankgeld und auf diesem Wege die Geldmenge beeinflussen kann. Durch eine Verringerung (Erhöhung) der Mindestreservesätze wird die Liquidität der Kreditinstitute und damit deren Bereitschaft zur Kreditgewährung vergrößert (eingeschränkt). Auch im Rahmen der EWU dient die Mindestreservepflicht als geldpolitisches Instrument. Über die Gestaltung der Mindestreservesätze entscheidet der Rat der Europäischen Zentralbank. Im Gegensatz zu den vorherigen Regelungen der Deutschen Bundesbank werden die Mindestreserven bei der Europäischen Zentralbank allerdings verzinst.“ Quelle: http://lexikon.meyers.de
  75. 75. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Finanzpolitik Finanzierungsaufgaben Quelle: bpb.de Skript: Olfert, S. 68f Quelle: wko.at
  76. 76. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Finanzpolitik Stabilisierungsaufgaben Quelle: bpb.de Erschreckende Bilanz der Abwrackprämie wiwo.de (16.12.2010) Video: Arbeit, Zins und Geld - Keynesianismus - Das 1x1 Miss J auf youtube.com (14:50 min.)
  77. 77. 2017 Markus Hammele www.let-online.deLehrplan Finanzpolitik Distributionsaufgaben (Umverteilung) Quelle: arm-und-reich.de Quelle: insm.de
  78. 78. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Finanzpolitik Allokationsaufgaben „In der Volkswirtschaftslehre wird unter Allokation die Zuteilung von knappen Gütern auf verschiedene Verwendungsmöglichkeiten verstanden. Dabei gilt, dass zugeteilte Güter nicht gleichzeitig woanders verwendet werden können. Auf den Finanzsektor übertragen, versteht man unter Allokation die Verteilung des knappen Gutes Geld. Dabei kann das Kapital, dass investiert werden soll, in viele verschiedene Bereiche verteilt werden. So kann ein Anleger beispielsweise in verschiedene Branchen oder Regionen oder in Aktien und Anleihen investieren. In Marktwirtschaften funktioniert die Allokation über den Preismechanismus.“ Quelle: boersennews.de Strukturpolitik Finanzausgleich regional sektoral vertikal horizontal Bund Länder Kommunen Bayern Hessen ... Kanzlerin verspricht Hilfe für strukturschwache Kommunen Quelle: zeit.de
  79. 79. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Finanzpolitik Quelle: handelsblattmachtschule.de (Seite 17)
  80. 80. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Finanzpolitik Quelle: bayernkurier.de
  81. 81. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Wachstums- politik Gründe für Wachstum - erhöht den Wohlstand (das verfügbare Einkommen) - erhöht die Beschäftigung und senkt Arbeitslosigkeit - erhöht Produktivität und verschafft einen Vorsprung im Systemwettbewerb - ermöglicht Investitionen in Umweltschutz - erleichtert die Bedienung von Staatsschulden und die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme - entschärft Verteilungskonflikte und verringert Armut - wird als Fortschritt wahrgenommen Quelle: nachhaltigkeit.info Gründe gegen Wachstum - führt zu Überkonsum, ohne dabei das individuelle und gesamte Wohlbefinden zu steigern - führt zu einer Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit und des damit einhergehenden Stresslevels - fördert technischen Fortschritt, dieser kann aber auch negative Folgen haben - trägt zu Umweltzerstörung bei - kann negative Folgen für Kapitalbildung haben - verstärken Ungleichheit - BIP-Wachstum als Hauptziel der Makroökonomie gefährdet Entwicklung Quelle: nachhaltigkeit.info
  82. 82. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Wachstums- politik Maßnahmen der Wachstumspolitik Quelle: bpb.de
  83. 83. 2017 Markus Hammele www.let-online.deLehrplan Umweltpolitik Ursachen - starkes weltweites Bevölkerungs- wachstum - Verstädterung (z.B. Mexico City) - Wirtschaftswachstum (z.B. Indien, China) - technisch- wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Wandel (z.B. Einwegflaschen) Prinzipien - Verursacherprinzip - Gemeinlastprinzip - Kooperationsprinzip - Vorsorgeprinzip (siehe nächste Folie) Instrumente - Auflagen (z.B. Luftfilter, Umweltplakette) - Abgaben (z.B. Ökosteuer (Mineralöl- und Stromsteuer) - Umweltzertifikat (z.B. CO2-Zertifikate) Umweltpolitik bei bpb.de Quelle: lernhelfer.de
  84. 84. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Umweltpolitik Prinzipien Vorsorgeprinzip: Grundsatz der Umweltpolitik zur Sicherung der Lebensgrundlagen der gegenwärtigen und künftigen Generationen. Besagt, dass durch ökologisch wirksame Maßnahmen Umweltschäden von vorn herein vermieden werden sollen bzw. bestimmte Stoffe und Energiearten bis zum Nachweis ihrer ökologischen Harmlosigkeit als möglicherweise gefährlich zu gelten haben. Beispiel: Gentechnik, Stammzellenforschung Verursacherprinzip: Grundsatz der Umweltpolitik, nachdem die gesamten volks- wirtschaftlichen Kosten einer ökonomischen Aktivität von denjenigen Wirtschaftsobjekten zu tragen sind, die sie verursacht haben. Beispiel: CO2-Zertifikate, Müllgebühren Gemeinlastprinzip: Grundsatz der Umweltpolitik, nachdem die Kosten der Umweltbelastung, Umweltqualitätsverbesserung und Beseitigung von Umweltbelastung nicht den Personen, Gütern und Verfahren zugeordnet werden von denen die Umweltbelastungen ausgehen, sondern der Allgemeinheit. Beispiel: Stadtreinigung, Straßenbeleuchtung Kooperationsprinzip: Hier geht man davon aus, dass nicht nur die Verursacher, sondern auch die Nutznießer der produzierten Güter an den externen Kosten beteiligt werden. Beispiel: Tabaksteuer, Ökosteuer
  85. 85. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Tarifpolitik Tarifautonomie - Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberverbände (z.B. DAV) - Gewerkschaften (z.B. verdi) Instrumente - Tarifverhandlung - Schlichtung (Friedenspflicht) - Arbeitskampf (Streik, Aussperrung) Tarifverträge - Löhne und Gehälter - Ausbildungsvergütung - Pausenregelung - Wochenarbeitszeit - Urlaub - Verbandstarifvertrag - Firmen-/Haus-/Werks-/ Unternehmenstarifvertrag - Geltungsbereich - Günstigkeitsprinzip - Grundsatz der Unabdingbarkeit Quelle: sueddeutsche.de Zum Artikel Quelle: iwkoeln.de (Seite 5) Quelle: de.statista.com
  86. 86. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Arbeitsmarkt- politik Aktive Arbeitsmarktpolitik Wiedereingliederung Qualifizierung Mobilisierung - Arbeitsvermittlung - Förderung der beruflichen Weiterbildung (Umschulung) - Förderung von Existenzgründungen - Mobilitätshilfen Passive Arbeitsmarktpolitik Einkommensausfälle kompensieren - Arbeitslosengeld I - Arbeitslosengeld II - Kurzarbeitergeld - Entgeltsicherung für ältere Arbeitnehmer
  87. 87. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Arbeitsmarkt- politik Aktive Arbeitsmarktpolitik Passive Arbeitsmarktpolitik Quelle: bpb.de Zum Beitrag Quelle: bpb.de Zum Beitrag
  88. 88. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Lehrplan Finanzpolitik Quelle: handelsblattmachtschule.de (Seite 17)
  89. 89. 2017 Markus Hammele www.let-online.deLehrplan Unterscheidung nachfrage- und angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Quelle (links): Wirtschaft und Soziale Demokratie; S. 38 Simon Vaut u.a. Quelle: Der Streit der Lehrmeinungen Abitur 2006 in Brandenburg (Leistungskurs) Wie viel Staat braucht die Wirtschaft? (Aufgabe 2) Quelle: lernhelfer.de Konjunktur und Wirtschaftswachstum Quelle: wissenistmanz.at
  90. 90. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.4. Außenwirtschaft 1.1.4.1. Freihandel und Protektionismus Anwendungstaxonomie: kennen 1.1.4.2. Besonderheiten der EU - Europäischer Binnenmarkt - Europäische Währungsunion Anwendungstaxonomie: erläutern Lehrplan
  91. 91. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.4.1. Freihandel und Protektionismus „Als Freihandel bezeichnet man einen internationalen Handel, der nicht durch Handelshemmnisse wie Zölle oder Import-Kontingente eingeschränkt ist. Die Idee des Freihandels basiert auf dem klassischen Wirtschaftsliberalismus. Eine daraufhin ausgerichtete Wirtschaftspolitik bezeichnet man als Freihandelspolitik, eine dem Freihandel entgegengesetzte Politik als Protektionismus. Da Freihandel allein den internationalen Handel (Außenhandel) zwischen souveränen Staaten betrifft, bezeichnet man den freien Handel (Verkehr) mit Waren, Kapital u. a. innerhalb von Bundesstaaten u. ä., die einen Binnenmarkt haben (z. B. USA, EU, einzelne Nationalstaaten u. a.) nicht als „Freihandel“, sondern als Binnenhandel. Aus Sicht der meisten Ökonomen lassen sich durch Freihandel Wohlfahrtsgewinne realisieren. Allerdings sind die entwicklungs-, umwelt- und sozialpolitischen Folgen des Freihandels umstritten.“ Quelle: wikipedia.de
  92. 92. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.4.1. Freihandel und Protektionismus Wirtschaftliche Vorteile von Freihandel: - Kostenvorteile - Spezialisierung - Exportgeleitetes Wachstum - Beschäftigung - Qualität der Arbeitsplätze - Skalenerträge - Technologietransfer - Effizienz - sinkende Preise Politische Argumente für Freihandel: - schützt nationale Entscheidungsträger vor speziellen Interessenverbänden und verhindert eine stetig steigende Unterstützung ineffizienter Industrien und Produktionszweige im Inland - führt zu einer internationalen Arbeitsteilung - kann als politisches Machtinstrument genutzt werden Quelle: sw-cremer.de - Stormy Mildner; überarbeitete Version des Internet-Beitrags „Weltwirtschaft“ (www.weltpolitik.net/sachgebiete/wirtschaft)
  93. 93. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.4.1. Freihandel und Protektionismus Wirtschaftliche Vorteile von Projektionismus: - Terms of Trade - Infant Industry Argument - Marktversagen - Größenvorteile - Sicherung eines bestimmten Einkommensniveaus - Sicherung eines bestimmten Beschäftigungsniveaus - Verhinderung der Abwanderung heimischer Unternehmen - Internationaler Steuerausgleich - Umwelt- und Sozialstandards - Ausgleich der Handelsbilanz - Fiskalische Gründe Politische Argumente für Projektionismus: - Sicherheitsargument - Innere Stabilität - Reziprozität (Gegenseitigkeit) - Protektionismus als Druckmittel Quelle: sw-cremer.de - Stormy Mildner; überarbeitete Version des Internet-Beitrags „Weltwirtschaft“ (www.weltpolitik.net/sachgebiete/wirtschaft)
  94. 94. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.4.1. Freihandel und Protektionismus Informationsmaterial von bpb.de: Freihandel vs. Protektionismus Video: Wohlstand für alle: Was bringen Freihandelsabkommen? Eine Dokumentation von Tilman Achtnich (Quelle: bpb.de) – (44 min.)
  95. 95. 2017 Markus Hammele www.let-online.de 1.1.4.2. Besonderheiten der EU Video: Die Europäische Union einfach erklärt – explainity bei youtube.com (4:07 min.) Aufbau der Europäischen Union Video: Wie funktioniert Demokratie in der EU? Die Anstalt (ZDF) – ZDFlachbar bei youtube.com (8:27 min.) Quelle: wirtschaft-4u.de Quelle: bpb.de
  96. 96. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Europäischer Binnenmarkt Quelle: bundesfinanzministerium.de
  97. 97. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Europäischer Binnenmarkt Video: Warum ist die EU eine gute Sache? - wirtschaft-4u.de (3:15 min.) Europäischer Binnenmarkt – von Micro-Lectures Wirtschaftspolitik (iwp) bei youtube.com (15:33 min.)
  98. 98. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Europäische Währungsunion Video: Die EZB und das Eurosystem in drei Minuten – European Central Bank bei youtube.com (3:30 min.) Geldpolitische Instrumente der EZB – Alexander Müller bei youtube.com (6:08 min.) Europäische Zentralbank
  99. 99. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Quelle: bpb.de 28 Länder: Kroatien (2013) Mehr Infos: europa.eu
  100. 100. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Zentrale EU Institutionen http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Union
  101. 101. 2017 Markus Hammele www.let-online.de Quelle: bpb.de Europäische Währungsunion 19 Staaten Lettland (2014) und Litauen (2015) Quelle: bundesbank.de Konvergenzkriterien

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