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Stoevesand was ist gwa ok

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Gemeinwesenarbeit Überblick

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Stoevesand was ist gwa ok

  1. 1. Was ist Gemeinwesenarbeit ??? Prof. Dr. Sabine Stövesand Department Soziale Arbeit HAW Hamburg 1
  2. 2. Zentrale Begriffe/Prinzipien der GWA • Aktivierung Sozialraumorientierung • Partizipation • Lebensweltorientierung • Bildung und Empowerment • Ressourcenorientierung • Verbindung von Individueller und struktureller Ebene • Ganzheitlichkeit
  3. 3. Was ist GWA? • „GWA setzt weniger an Einzelfällen an, sondern ist charakterisiert durch die Aufgabe der Gestaltung von Verhältnissen – allerdings nicht im herkömmlichen sozial-planerischen Sinn von oben, sondern im gemeinsamen Tun mit Betroffenen und in politischen Interventionen der Professionellen“ (Bitzan 2016, S. 373).
  4. 4. Wo findet GWA statt? Da, wo Einrichtungen über ihren Tellerrand hinausschauen und sich aktiv/aktivierend auf das Gemeinwesen (Gesellschaft, Umwelt, soziales Umfeld) beziehen. Das können sein: • Altenbegegnungsstätten, Bürgerzentren, Elternschulen, Jugendhäuser, Kindertagesstätten, Mehrgenerationenhäuser, Nachbarschaftstreffs, Quartierbüros, Schulen, Soziokulturelle Zentren… GWA
  5. 5. GWA reiche Tradition, lange Geschichte • Vorläufer in den Settlements der 1880er Jahre in UK und USA Fachliche Etablierung: • 1912 erstmals im Vortrag als Community Organization von Baldwin erwähnt, • 1929 Hauptthema im Jahrgangband der Soziale Arbeit: Sozialprogramm, das für die gemeinsame, organisierte Arbeit an den Problemen einer Community stand und demokratische Ideale verfolgt (lokalen Demokratie) • Ab 1939 eigenständiges Handlungsfeld Sozialer Arbeit neben Einzelhilfe und Gruppenarbeit
  6. 6. Fachliche Etablierung in Deutschland • 1911 erstes Volksheim in Berlin • 1933-45 während NS-Regime verboten/zerstört • ab 1945 neue Etablierung via US amerikanischen Fachkräften und Austauch • ab 1962 Aufnahme in Rahmenlehrpläne höhere Fachschulen als dritte Methode • Ende der 1960er gilt GWA als modernste Form der Sozialarbeit • Renaissance im Rahmen sozialer Stadtentwicklung ab 1990er • Durchgängige Themen: Wohnen; Demokratisierung; Miteinander/Integration
  7. 7. Gemeinwesenarbeit: unterschiedliche Traditionen • Community work als integrative Stadtteilarbeit (Settlements, Nachbarschafts-heime) • Community work als Gemeinwesenentwicklung (Community Development, Infrastruktur,) • Community work als Aufbau von Bürgermacht Aktion (Community Organizing,) 7
  8. 8. Charakteristik • Arbeit mit größeren sozialen Systemen: d.h. mit Gruppen von Menschen mit ähnlichen Lebenslagen (z.B. Flüchtlinge, alte, armutsbetroffene Menschen) oder Bewohner_innen eines Stadtteils • keine Individualisierung: Problemanalyse und Handlungskonzepte beziehen die äußeren Verhältnisse stark mit ein (z.B. Wohnbedingungen, soziales Klima, soziale Infrastruktur) • Stärkung gemeinsamer Handlungsfähigkeit (Kollektives Empowerment): Verändernde Arbeit an Problemen und äußeren Verhältnissen gemeinsam mit den betroffenen Menschen • Methodenpluralität (z.B. niedrigschwellige Beratung, Gruppenarbeit, Kultur- und Bildungsarbeit, Öffentlichkeitsarbeit) GWA
  9. 9. Was tun Sie konkret in diesem Arbeitsbereich? • Hingehen!, hinschauen, fragen, recherchieren – Sozialraum- /Lebensweltanalysen • niedrigschwellig beraten und kommunizieren (Stadtteilcafé, Elterntreff, Streetwork ) • soziale Kontakte und kulturelles Leben fördern z.B. durch die Organisation von Festen, Ausstellungen, Flohmärkten… • mit StadtteilbewohnerInnen Projekte machen, z.B. zur lokalen Geschichte oder aktuellen Themen (Erzählkreise, Theater, Videos, Plakate) • Selbstorganisierungsprozesse initiieren und begleiten z.B. zur Durchsetzung sozialer Rechte, zu häuslicher Gewalt gegen Frauen oder zum Erhalt preisgünstigen Wohnraums  Es geht also sowohl um Einzelfallarbeit als auch um Arbeit mit Klein- und Großgruppen GWA
  10. 10. (interkulturelle) Kommunikation und Begegnung schaffen, Herausfinden von Interessen BILD GWA
  11. 11. Kontakt zwischen unterschiedlichen Gruppen fördern, Beziehungsaufbau BILD GWA
  12. 12. Unterstützung von Selbsthilfe , Aneignung und Gestaltung von (Bewegungs)Räumen BILD GWA
  13. 13. Schaffung anregungsreicher Milieus und entsprechender lokaler Infrastruktur BILD GWA
  14. 14. um: Verbesserung der Wohnsituation BILD GWA
  15. 15. Unterstützung von Selbstorganisation und Teilhabe
  16. 16. 16
  17. 17. Es geht um: • die Stärkung und Erweiterung der individuellen und kollektiven Ausdrucksfähigkeiten und Handlungs- kompetenzen der Menschen (Existenzsicherung, Aktivierung, Bewusstwerdung, ⌠kulturelle⌡ Bildung), • die Befähigung zu Selbstorganisation, Interessenvertretung und Teilhabe (Partizipation, Empowerment), • den Aufbau von sozialen Beziehungen und Kooperationen (Netzwerk- und Nachbarschafts- arbeit, Integration, Konfliktprävention), • die Förderung von Stadtteilkultur sowie die Stabilisierung und Revitalisierung belasteter Quartiere (Quartiersentwicklung). GWA
  18. 18. Und um? • Beteiligung an Planungsprozessen z.B. Spielplatzgestaltung, organisieren • Gemeinwesenökonomie wie Tauschringe oder Stadtteilgenossenschaften fördern • BürgerInnenversammlungen planen und moderieren, kommunalpolitische Einmischung unterstützen. • Austausch und Verbindungen zwischen lokalen AkteurInnen wie BewohnerInnen, PolitikerInnen, Stadtverwaltung, Geschäftsleuten und ExpertIinnen organisieren (Gremienarbeit) • Kooperationen schaffen z.B. zwischen ASD, Jugendtreff, Elternberatung und Stadtteilbüro im Rahmen der Hilfen zur Erziehung. GWA
  19. 19. Bedeutung, Bedingungen und Perspektiven von GWA 1. Fachlichkeit: GWA ist ein traditionsreiches, fachlich gesättigtes, mehrdimensionales Konzept Sozialer Arbeit 2. Keine kurzfristige Projektlogik: erforderlich sind insbesondere Zeit und Kontinuität. Die immer gängigeren kurzfristigen Projektlogiken passen nicht zu der Prozesshaftigkeit der GWA-Arbeit. 3. GWA wirkt gegen Politikverdrossenheit und stärkt Demokratie: durch ihren direkten Kontakt zu zahlreichen Menschen und die vielen persönlichen Gespräche; die alltagsnahe, niedrigschwellige Förderung politischer Bildung, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und des Zusammenhalts im gemeinsamen Handeln. 4. Offenheit und klare Kante: GWA muss immer offen sein für die Anliegen und Sorgen, die von Einzelnen an sie herangetragen werden. Wenn sich hinter der Besorgnis von Bürger*innen aber vor allem Ressentiments und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verbergen, muss GWA das auch so benennen. 5. Kooperation und konkrete Utopien: GWA hat Expertise darin, Menschen zusammenzubringe, sie ermutigt dazu, Bilder eines besseren Lebens nicht nur zu entwerfen, sondern sie – konkret und kleinräumig – umzusetzen.
  20. 20. Zusammefassende Definition von GWA • Gemeinwesenarbeit richtet sich ganzheitlich auf die Lebenszusammenhänge von Menschen. • Ziel ist die Verbesserung von materiellen (z.B. Wohnraum, Existenzsicherung), infrastrukturellen (z.B. Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Grünflächen) und immateriellen (z.B. Qualität sozialer Beziehungen, Partizipation, Kultur) Bedingungen unter maßgeblicher Einbeziehung der Betroffenen. • GWA integriert die Bearbeitung individueller und struktureller Aspekte in sozialräumlicher Perspektive. • Sie fördert Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation im Sinne von kollektivem Empowerment sowie den Aufbau von Netzwerken und Kooperationsstrukturen. • GWA ist somit immer sowohl Bildungsarbeit als auch sozial- bzw. lokalpolitisch ausgerichtet (Stövesand/Stoik 2013: 21).
  21. 21. GWA Film Link zum GWA-Film ist hinterlegt

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