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Se, Vortrag Okt09

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Se, Vortrag Okt09

  1. 1. Arbeitnehmermitbestimmung in der Europäischen Aktiengesellschaft 8.Februar 2010 Walter Gagawczuk Arbeiterkammer Wien
  2. 2. Das Grundkonzept <ul><li>wie beim Europäischen Betriebsrat , d.h. </li></ul><ul><ul><li>primär: Verhandlungen zwischen den Arbeitnehmervertretern (sog. Besonderes Verhandlungsgremium = BVG) und dem Management </li></ul></ul><ul><ul><li>subsidiär: Auffangregelung („standard rules“), wenn keine Vereinbarung zustandekommt </li></ul></ul><ul><li>Folge : </li></ul><ul><ul><li>Auffangregelung ist „Richtschnur“ für Verhandlungen, aber </li></ul></ul><ul><ul><li>keine einheitliche Lösung </li></ul></ul>
  3. 3. Verhandlungen (1) Beteiligte und Frist <ul><li>Beteiligte: </li></ul><ul><ul><li>Arbeitnehmer: Arbeitnehmervertreter der betroffenen Gesellschaften in proportionaler Aufteilung nach den Mitgliedstaaten bilden BVG </li></ul></ul><ul><ul><li>Arbeitgeber: ? (keine rechtlichen Vorgaben) </li></ul></ul><ul><li>Frist: </li></ul><ul><ul><li>bis 6 Monate ab Konstituierung des BVG </li></ul></ul><ul><ul><li>einvernehmliche Verlängerung um weitere 6 Monate möglich </li></ul></ul>
  4. 4. Verhandlungen (1a) Beteiligte (öst. Umsetzung) <ul><li>durch Beschluss der Betriebsräte der beteiligten Gesellschaften </li></ul><ul><ul><li>mit Stimmengewichtung </li></ul></ul><ul><ul><li>wer: Betriebsrat oder Gewerkschaftsvertreter </li></ul></ul><ul><li>wenn nur eine österr. Gesellschaft beteiligt ist und diese keinen Betriebsrat hat? </li></ul><ul><ul><li>ungeregelt ! </li></ul></ul><ul><ul><li>richtlinienkonforme Umsetzung ? </li></ul></ul>
  5. 5. Verhandlungen (2) Inhalt der Vereinbarung <ul><li>Zusammensetzung des SE-Betriebsrates </li></ul><ul><li>Befugnisse und Verfahren zur Unterrichtung und Anhörung </li></ul><ul><li>Mitbestimmung der ANV im Verwaltungs- oder Aufsichtsorgan </li></ul><ul><ul><li>nicht zwingend, ausgenommen Umwandlung (keine Minderung der Mitbestimmung möglich) </li></ul></ul><ul><li>Sonstiges: </li></ul><ul><ul><li>Geltungsbereich, Häufigkeit der Sitzungen, Ressourcen, Zeitpunkt des Inkrafttretens, Voraussetzungen für Neuverhandlungen etc. </li></ul></ul>
  6. 6. Verhandlungen (3) mögliche Ergebnisse <ul><li>Vereinbarung </li></ul><ul><li>Beschluss gem. Art 3 Abs 6 der RL </li></ul><ul><ul><li>Beschluss des BVG mit besonders qualifizierter Mehrheit keine Verhandlungen aufzunehmen oder aufgenommene Verhandlungen abzubrechen </li></ul></ul><ul><ul><li>Folge: Auffangregelung kommt nicht zur Anwendung, sondern „bloß“ nationale Vorschriften über Unterrichtung und Anhörung und EBR-Bestimmungen </li></ul></ul><ul><li>keine Vereinbarung innerhalb der Frist und kein Beschluss gem. Art 3 Abs 6 der RL  Auffangregelung </li></ul>
  7. 7. Die Auffangregelung (1) Vertretungsorgan (SE-Betriebsrat) <ul><li>setzt sich aus Arbeitnehmervertretern der SE und ihrer Tochtergesellschaften und Betriebe zusammen </li></ul><ul><li>Aufteilung zwischen den Mitgliedstaaten wie beim BVG (je 10% der Arbeitnehmer oder Bruchteil davon ein Mitglied) </li></ul><ul><li>Bestellung bzw. Wahl der jeweiligen Arbeitnehmervertreter erfolgt nach den innerstaatlichen Vorschriften </li></ul>
  8. 8. Die Auffangregelung (2) Unterrichtungs- und Anhörungsrechte des SE-Betriebsrats <ul><li>Bezieht sich auf Angelegenheiten, die </li></ul><ul><ul><li>die SE selbst oder einer ihrer Tochtergesellschaften oder einen ihrer Betriebe in einem anderen MS betreffen oder </li></ul></ul><ul><ul><li>über die Befugnisse der Entscheidungsorgane auf der Ebene der einzelnen MS hinausgehen </li></ul></ul><ul><li>Recht auf regelmäßige Berichte und Anhörung über </li></ul><ul><li>die Entwicklung der Geschäftslage und die Perspektiven der SE und mindestens ein jährliches Treffen mit der Geschäftsleitung </li></ul><ul><li>Weiters: </li></ul><ul><ul><li>Recht auf Übermittlung der Tagesordnung der Hauptversammlung und des Verwaltungsorgans bzw. des Leitungs- und Aufsichtsorgans </li></ul></ul><ul><ul><li>besondere Unterrichtungs- und Anhörungsrechte bei außer- gewöhnlichen Umständen, die erhebliche Auswirkungen auf die Interessen der Arbeitnehmer haben </li></ul></ul>
  9. 9. Die Auffangregelung (3) Mitbestimmung – wann anwendbar ? <ul><li>Vorher-Nachher Prinzip </li></ul><ul><li>Umwandlung: </li></ul><ul><ul><li>immer dann, wenn vor der Umwandlung Mitbestimmungsvorschriften galten </li></ul></ul><ul><li>Verschmelzung: </li></ul><ul><ul><li>wenn es vor der Eintragung in mindestens einer der beteiligten Gesellschaften Mitbestimmung gab und diese sich auf mindestens 25% der Arbeitnehmer der beteiligten Gesellschaften bezog </li></ul></ul><ul><ul><li>wenn es vor der Eintragung in mindestens einer der beteiligten Gesellschaften Mitbestimmung gab und diese sich auf weniger als 25% der Arbeitnehmer der beteiligten Gesellschaften bezog und ein entsprechender Beschluss des BVG gefasst wird </li></ul></ul><ul><li>Errichtung einer Holding-SE oder Tochter-SE </li></ul><ul><ul><li>Prozentsatz ist 50, sonst wie bei Verschmelzung </li></ul></ul>
  10. 10. Sonstige Vorschriften (2) Strukturänderungen (öst. Umsetzung) <ul><li>Recht auf Einberufung zu Neuverhandlungen, wenn es nach der Gründung der SE zu wesentlichen Struktur- änderungen kommt </li></ul><ul><li>wesentliche Strukturänderungen: </li></ul><ul><ul><li>Sitzverlegung, Wechsel des Verwaltungssystems, Einschränkung oder Verlegung von Unternehmen oder Betrieben, Zusammenschluss von Unternehmen oder Betrieben... </li></ul></ul><ul><li>wenn keine Vereinbarung zustande kommt, dann gilt die Auffangregelung </li></ul><ul><ul><li>maßgeblicher Zeitpunkt ist Scheitern der Verhandlungen! </li></ul></ul>
  11. 11. Ablaufplan stark vereinfacht Schriftliche Information der Arbeitnehmervertreter – Bildung eines BVG Verhandlungen zwischen BVG und Management Vereinbarung kommt zustande BVG beschließt keine Verhandlungen aufzunehmen oder bricht Verhandlungen ab Verhandlungen scheitern - Auffangregelung gilt EBR kann gegründet werden, aber keine Mitbestimmung!

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