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Trauma und Skin Picking

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Barbara Schubert, Psychotherapeutin aus Frankfurt, zeigt in diesem Vortrag, was Skin Picking und Trauma miteinander zu tun haben und berichtet von aktuellen Therapieformen.

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Trauma und Skin Picking

  1. 1. Trauma und Skin Picking Barbara Schubert Heilpraktikerin für Psychotherapie Köln 26.11.2017
  2. 2. © bs.coaching November 2017 2 Trauma, der Moment der absoluten Hilflosigkeit
  3. 3. © bs.coaching November 2017 3 Was ist ein Trauma? 1) n  Die Verknüpfung einer traumatischen Situation mit maximaler Angst und Erregung (= Todesangst). Diese Verknüpfung bleibt posttraumatisch erhalten, während die traumatischen Merkmale häufig unspezifisch im impliziten Gedächtnis (Unterbewusstsein) gespeichert werden. n  Im Trauma-Gedächtnis sind neben den konkreten Trauma-Erfahrungen auch etliche unspezifische Reize abgespeichert, die mit dem Trauma zufällig oder nur am Rande verbunden sind (Bilder, zufällige Umgebungsdetails, Geruch, Geräusche, etc.). Trigger-Reize, die traumatische Emotionen wecken, sind oftmals unspezifisch und werden somit schnell generalisiert. Auf diese Weise wird das Vermeidungsverhalten gesteigert. n  Bei Trauma wird unterschieden zwischen o  Monotrauma und multiplem bis hin zum komplexen Trauma (High Global) o  Man-made und Non-Man-made-Trauma n  Je früher ein Trauma stattfindet, desto gravierender sind die Auswirkungen für den Betroffenen.
  4. 4. © bs.coaching November 2017 4 Und wieder im Dort und Damals
  5. 5. © bs.coaching November 2017 5 Wann und wie entsteht ein Trauma? 1) n  Ein Trauma kann durch unterschiedliche Ereignisse wie z. B. Unfälle, Stürze, Verletzungen, Operationen (insbesondere frühe chirurgische Eingriffe), Ertrinken, Ersticken, Geburtstrauma, Vernachlässigung, Verlust einer geliebten Person, Verlassen werden (Kinder, die alleine im Krankenhaus bleiben mussten), Emotionaler oder Ritueller Missbrauch, Gewaltausübung, Horror (Zeuge oder Opfer von Gewalt), Sexuelle Übergriffe, Flucht, Krieg, Folter, Naturkatastrophen, Konzentrationslager usw. n  Je nach Ausprägung der Resilienz (Widerstandskraft des Betroffenen) kann es einen komplett unterschiedlichen Umgang mit einem Trauma geben. n  Tiere in der freien Wildbahn haben keine Trauma. Auch nach einem für sie lebensbedrohlichen Angriff zeigen sie nicht die beschriebenen Symptome wie ein Mensch, da diese den Überschuss der aktivierten Energie wieder durch bestimmte körperliche Reaktionen abbauen. n  Beim Menschen bleibt dieser Prozess oft durch Vernunft geleitete Überlegung (im Neokortex) unabgeschlossen, d.h. die Symptombildung (= Retraumatisierung) manifestiert sich.
  6. 6. © bs.coaching November 2017 6 Fragmentierte Erinnerung
  7. 7. © bs.coaching November 2017 7 Traumafolgen 1) n  Traumatisierte leben mit einer tiefen inneren Verletzung, die nicht bewältigt werden kann und immer wieder aufgerufen oder reaktiviert wird. Das kann durch eine Art Sogwirkung (Versuch als erwachsene Person das Trauma zu überwinden) oder durch Flash-Backs geschehen. So bleibt das Trauma ein Fremdkörper in der Seele. n  Traumatisierte verstehen häufig ihre eigenen Gefühle nicht. Eine chronische innere Unruhe kann sich mit depressiven Stimmungsphasen abwechseln. Es kommt zu nicht nachvollziehbaren Stimmungsschwankungen wie z. B. plötzlichem Weinen, Wutausbrüchen und permanentem ‚Angespannt oder immer auf dem Sprung - sein‘. Glück, Zufriedenheit und Lebensfreude können oft gar nicht oder nur sehr eingeschränkt wahrgenommen werden. n  Auslösende Reize (Trigger) können traumatische Emotionen erzeugen und zu Flash-Backs führen. Damit gehen häufig ein Rasen bzw. Springen der Gedanken (Hyperarousal), dissoziative Zustände, Vermeidung bestimmter Situationen, Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Panik-Attacken, das innere Gefühl der Entfremdung, Schlaf-Störungen mit Alpträumen, zwanghaftem Grübeln und/ oder einem Zustand der Erstarrung einher.
  8. 8. © bs.coaching November 2017 8 Aufbau Gehirn 1)
  9. 9. © bs.coaching November 2017 9
  10. 10. © bs.coaching November 2017 10 Regulation des autonomen Nervensystems (ANS) 1)
  11. 11. © bs.coaching November 2017 11 Funktionsweise des autonomen Nervensystems ANS) 1)
  12. 12. © bs.coaching November 2017 12 Kohärenz 1/4) n  Mit dem Wort Kohärenz wird in der Psychologie beschrieben, dass die formalen Denkabläufe von Menschen in sich logisch, zusammenhängend und nachvollziehbar sind. Kohärenz beschreibt den stimmigen Fluss der Selbstregulation zwischen Körper, Geist und Seele. n  Das Kohärenzgefühl funktioniert wie das ideale Zusammen- spiel bei einem Orchester, das von einem Komponisten angeleitet wird. Es wird bei einem Menschen bis zum 10. Lebensjahr ausgebildet. n  Positive Kohärenz wie Stimmigkeit, Harmonie, Ruhe werden von Menschen und auch von größeren Tieren ausgestrahlt und haben eine positive Auswirkung auf andere.
  13. 13. © bs.coaching November 2017 13 Kohärenz und Trauma 2) n  Beim Erleben eines Traumas (insbesondere im frühkindlichen Alter) kommt diese Kohärenz nicht zustande bzw. wird unterbrochen. In so einem Fall schwingen die Themen sozusagen gegeneinander. n  Die Unterbrechung (oder das Nichtzustandekommen) der Kohärenz kann bewirken, dass es zu folgenden psychischen Störungen kommt . . . Ø  Hyperarousal (Übererregung) wie Gedankenrasen, Reizbarkeit, innere Unruhe, sich wie angetrieben fühlen, pausenlos kontrollieren müssen etc. Ø  Konstriktionen (Vermeidung) wie Suchtverhalten, Abschneiden von den eigenen Gefühlen, Dissoziation, sozialer Rückzug etc. Ø  Intrusionen (Wiedererleben) wie Flash-Backs, Zwanghaftes Grübeln etc. n  Selbstverletzendes Verhalten geht an der Grenze zwischen Übererregung und Momenten der inneren Entspannung entlang. n  Demo-Übung mit dem Hoberman Sphere
  14. 14. © bs.coaching November 2017 14 Selbstverletzendes Verhalten dient der Stressbewältigung (M. Huber, Traumatherapeutin) 5) n  Von der Psychodynamik her hat die Selbstverletzung eine Doppelfunktion und ist somit der Ausdruck eines inneren Konflikts. Es geht darum, Ø  etwas zu spüren: sich - die Gefühle, den Körper, den nachlassenden Druck, Tränen, den Schmerz, den Körper und die Erleichterung . . . Ø  und etwas nicht zu spüren: das ‚Eigentliche‘ = die Realität des Traumas, die Wahrheit über das eigene frühere Leid, die Wut, die Erschöpfung . . . n  Damit hat die Selbstverletzung eine klare Funktion: Es ist die sekundäre fixe Idee, die von der primären fixen Idee ablenkt: Dem unbewältigten Teil der vergangenen (Trauma-)Erfahrung. Und wie bei jeder Symptom-Trance ist auch bei der Selbstverletzung die Dissoziation der entscheidende Faktor. n  Als Symptom hat Selbstverletzung häufig den Charakter einer Sucht. Das Ablaufschema der Selbstverletzung spricht dafür: Ø  Innerer Drang oder Druck Ø  Selbstverletzung Ø  Vorübergehende ‚Erlösung‘ Ø  Neuer Druck baut sich auf
  15. 15. Möglichkeiten in der Therapie n  Erlernen von Orientierung, Achtsamkeit und Entspannung zur Reduktion des inneren Drucks n  Aufspüren und Reduktion von Stressverstärkern und Aufzeigen von hilfreichen Alternativen n  Fokussierung auf die positiven Aspekte im Leben (z. B. Finden der Ressourcen mit Hilfe von einem ‚Glückstagebuch‘) n  Kognitive Verhaltenstherapie zur Veränderung der Skin Picking – Situationen n  Grenzen (er-)spüren, Grenzen setzen und halten, Grenzen bei anderen wahrnehmen n  Thema Kommunikation verbessern wie z. B. „NEIN-Sagen“ lernen n  Konfliktfähigkeit verbessern n  Angemessener Umgang mit Wut, Aggression und Retroflektion 7) erlernen n  Erhöhung des Selbstwertgefühls und der Selbstliebe n  Aufbau einer Struktur (z. B. Wochenplan mit mind. 20% Verweilzeit) © bs.coaching November 2017 15
  16. 16. Quellen/ Literaturhinweise 1)  Elfriede Dinkel-Pfrommer – Vorlagen aus dem Seminar ‚Somatic Experiencing (SE) nach Dr. Peter Levine, Modul 1 2)  Elfriede Dinkel-Pfrommer – Vorlagen aus dem Seminar ‚Somatic Experiencing (SE) nach Dr. Peter Levine, Modul 2 3)  Elfriede Dinkel-Pfrommer – Vorlagen aus dem Seminar ‚Somatic Experiencing (SE) nach Dr. Peter Levine, Modul 3 4)  Wikipedia, Internet – Stichwort Kohärenz 5)  Michaela Huber, „Trauma und die Folgen“, S. 168 – S. 169 © bs.coaching November 2017 16
  17. 17. Kontaktdaten Barbara Schubert Hamburger Allee 59 60486 Frankfurt am Main Telefon 069 - 770 75 440 Mobil 01 51 - 15 01 88 50 E-Mail www.bs-coaching-therapie.de © bs.coaching November 2017 17

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