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Sprache und Wirklichkeit

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Im Coaching und im Training verwenden wir oft unbedacht Redewendungen die eine besondere Wirkung auf die Zuhörer*innen und Klient*innen haben. Wir lenken und manipulieren unbewusst. Es ist deshalb lohnenswert, sich über die Sprache im Training Gedanken zu machen.

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Sprache und Wirklichkeit

  1. 1. SEITE I6 Bereich flTraining !B".."rrng lurr"la lWettspiete Beobachtungen aus der Kommunikationswissen- schaft werden im Ten- nistraining und im Spie- lercoaching leider zu selten ber�cksichtigt. Nachfolgend finden Sie einige Praxisbeispiele und Vorschl�ge zu einer ver�nderten Ausdrucks- weise des Trainers im Training und beim Coaching: Versuchen beinhaltet schon immer den Hin- weis auf die M�glichkeit des Scheiterns. das Wort ,,versuchen" aus dem Trainerwortschatz zu verbannen und den Was der Coach sagt, wird vom Spieler inter- pretiert und hat - in der Regel - eine nachhaltige Wirkung auf das Den- ken und die innere Hal- Spieler anzuleiten, es doch mal so ,,zu ma- chen". Diese Zuschreibung durch den Coach kann eine Bewertung und eine Fokussierung auf einen vermeintlichen Fehler im Spiel oder in der Technik beinhalten. Dabei vernachl�ssigt der Coach, dass seine Be- obachtung mehr �ber ihn selber und �ber sei- ne Vorstellungen als �ber das Handeln und die Absichten des Spie- Iers aussagt. Besser ist.." den Spie- ler zu fragen, warum er diese L�sung f�r eine taktische oder techni- sche Problemstellung gew�hlt hat. Keine Handlung des Spielers geschieht ,,grundlos". Gemeinsam lassen sich dann m�gliche Alternati- ven erarbeiten. ,,M�ssen" macht Druck und bezieht die Sicht- weisen des Spielers zu wenig mit ein. dem Spie- ler Handlungsvorschldge zu machen und mit die- tung des Spielers. Des- halb ist es f�r den Coach wichtig, auf Wir- kung von Worten zu achten und passende Worte zu verwenden. sen zu experimentieren. Die Entscheidung �ber die Handlungen liegen letztlich in der Verant- woftung des Spielers. Der Coach wirkt dabei unterst�tzend. Die Verkn�pfung einer positiven Aussage mit dem Wort ,,aber" be- wirkt eine soforcige Ein- schr�nkung der ersten Aussage. in der Kommunikation Trainer -Spieler weitestgehend auf das Wort ,,aber" zu verzichten. ,,Nicht schlecht" bein- haltet das Wort schlecht. Das bleibt beim Spieler h�ngen. Die Verneinung durch ,,nicht" wird nicht rich- tig wahrgenommen. ,,das machst Du gut!" Diese Aussagen f�hren dazu, dass der Fokus sich auf den Schlag ins Netz oder den Schlag Tennistraining 3tt7 I I I I I Sprache wirkt und macht Wirklichkeit i
  2. 2. HTLFEN r�nrnarNER SElTE I7 Bereich flTraining lB"rr"rrng Altersstufen [bl"r' ' E;. --'-"o ins Aus richtet! ,,Spiel den Ball deutlich �ber das Netz" oder ,,Spiel den Ball ins Feld" oder ,,Suche Dir als Ziel einen Punkt oder ein Zielfeld im gegnerischen Spielfeld." Zu viel ,,Kopf ' macht ,,kopflastig". Gerade in Sportarten, in denen viel Kreativit�t und spontanes Handeln erforderlich ist, wirkt das bewegungsein- schr�nkend.. ,,Lass meinen Vorschlag auf Dich wirken und experimentiere in Dei- nem Spiel damit!" Das ist eine der Lieblingsfra- gen von Trainern, wenn sie mit neuen Spielern zu arbei- ten beginnen. Das richtet den Blick auf die vermeintli- chen und subjektiv wahrge- nommenen ,,Schw�chen" und gibt diesen einen �ber- h�hten Stellenwert. den Spieler zuerst nach seinen St�rken zu fragen und mit ihm �ber seine St�rken zu reden. Letztlich ist es im- mer offen und spielerspezi- fisch zu kl�ren, ob besser weiter an den St�rken oder an Schw�chen gearbei- tet wird. Wettspiele Anzahl der Spieler: Raum: Erzeugt eine Drucksituation auf den Spieler und vermit- telt das Gef�hl es nicht gut zu machen. die Methodik des ,,Gut/noch besser Feedbacks" anzuwenden. z.B. ,,Den Ball hast Du sehr gut gespielt, noch besser w�re es, ihn mit mehr Win- kel zu spielen." Das ist eine Aufforderung an den Spieler im Training oder im Wettkampl mit der er erst mal wenig anfan- gen kann. Die Aufforderung bed�r'fte einer genauen Er- kl�rung und einer vom Spie- ler durchdachten Umset- zung. mit Meta- phern und Analogien zu arbeiten. ,,Beweg Dich wie ein Tiger" l�sst sich schnel- ler und leichter verarbeiten und verbraucht weniger Ressourcen im pr�frontalen Kortex. Analogien und Metaphern greifen auf bereits im Bewe- gungsged�chtnis gespeicher- te Bewegungsabl�ufe zu- r�ck. Textildruck . Transferdruck . Exklusive Papierveredelung -{ �+ .1," n il Ltrk.i

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