dFehlerbaumanalyse für   Energiesysteme      Eugen Petrosean
Inhalt1. Allgemeine Vorgehensweise bei der Fehlerbaumanalyse2. Besonderheiten von Energiesystemen3. Fehlerbaumbasierte Zuv...
MotivationQuelle: Bild aus [Msc08]                3   / 52
Motivation                             Northeast blackout of 2003                              - Deregulierung des Stromma...
dFehlerbaumanalyse                    5   / 52
Ablauf einer FehlerbaumanalyseQuelle: Bild in Anlehnung an [Cep11]   6   / 52
Ziele der Fehlerbaumanalyse       - Beurteilung der Ausfallwahrscheinlichkeit des Systems         (Beurteilung der Zuverlä...
TOP-Ereignis         Elementares Ereignis – stellt das Versagen         einer Komponente des Systems dar         TOP-Ereig...
Systemdefinition      Scope – physikalische Randbedingungen,      Anfangskonfiguration des Systems, unerlaubte      Ereign...
Symbole eines Fehlerbaums                                       - resultiert aus der Interaktion           Top/Zwischenere...
Konstruktion eines FehlerbaumsQuelle: Bild in Anlehnung an [Sch04]   11   / 52
Konstruktion eines Fehlerbaums   Schritt 1: Identifizieren   des unerwünschten TOP-EreignissesQuelle: Bild in Anlehnung an...
Konstruktion eines Fehlerbaums   Schritt 2: Identifizieren   der Verursacher der ersten EbeneQuelle: Bild in Anlehnung an ...
Konstruktion eines Fehlerbaums   Schritt 3: Verbinden   der Verursacher mit dem TOP-Ereignis   durch logische Verknüpfunge...
Konstruktion eines Fehlerbaums   Schritt 4: Identifizieren   der Verursacher der zweiten EbeneQuelle: Bild in Anlehnung an...
Konstruktion eines Fehlerbaums   Schritt 5: Verbinden   der Verursacher der zweiten Ebene   mit dem TOP-Ereignis durch log...
Qualitative Auswertung   - Gruppen von elementaren Ereignissen werden systematisch identifiziert,     deren gemeinsames Ei...
Bestimmung der MCS           Schritt 1: Finde die booleschen Formeln für jede Zerlegung im Fehlerbaum                     ...
Bestimmung der MCS           Schritt 2: Ersetze in der Formel des TOP-Ereignisses alle zerlegten Ereignisse           durc...
Bestimmung der MCS           Schritt 3: Ersetze das nächste zerlegte Ereignis und forme in DNF um                         ...
Bestimmung der MCS           Schritt 5: Bilde für jeden Konjunktionsterm eine minimale Schnittmenge                       ...
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Quantitative Auswertung        Wahrscheinlichkeit für eine minimale Schnittmenge:                                         ...
Risk Achievement Worth- beschreibt die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für das Auslösen des TOP-Ereignisses- es wird angen...
Risk Achievement WorthTOP= A∨G1G1=B∧G2G2=C ∨DMCS TOP = A∨ B∧C ∨ B∧D P BASIC EVENTS : P A , P B , P C , P DP TOP =P A ...
Risk Reduction Worth- beschreibt die Verringerung der Wahrscheinlichkeit für das Auslösen des TOP-Ereignisses- es wird ang...
Risk Reduction WorthTOP= A∨G1G1=B∧G2G2=C ∨DMCS TOP = A∨ B∧C ∨ B∧D P BASIC EVENTS : P A , P B , P C , P DP TOP =P A P ...
Zusammenfassung - Standardverfahren für Sicherheits- und Zuverlässigkeitsuntersuchungen- schnelles Verständnis durch die g...
dBesonderheiten von Energiesystemen                                 29   / 52
Beispiel-EnergiesystemQuelle: Bild aus [Msc08]                       30   / 52
Abgrenzung der Begriffe      System Adequacy – Fähigkeit des Systems, ausreichend Energie in geforderter      Versorgungsq...
Funktionale Bereiche          Historisch bedingte Aufteilung eines Energiesystems:          Aber aus Sicht der Energietech...
Typische Störungen und FolgenQuelle: Bild in Anlehnung an [Elm08]   33   / 52
Beispielprozess zur Bewertung                 der ZuverlässigkeitQuelle: Bild in Anlehnung an [Hon09]   34   / 52
Beispielprozess zur Bewertung                 der Zuverlässigkeit                               TOP-Ereignis              ...
Zusammenfassung- Definition des Begriffs Zuverlässigkeit in Bezug auf Energiesysteme   → Betriebssicherheit (engl. System ...
dFehlerbaumbasierte Zuverlässigkeitsanalyse          für Energiesysteme                                      37     / 52
Beschreibung der Methode– Analyse des Energiesystems aus Sicht der Verbraucher   → umfasst alle drei funktionalen Bereiche...
Ablauf der MethodeQuelle: eigene Darstellung                        39   / 52
Beispiel-EnergiesystemQuelle: Bild aus [Msc08]                       40   / 52
Darstellung der Topologie                    G1 – Generator 1                    B1 – Sammelschiene 1                    P...
Modell der Energieflusswege         (Functional Tree)                                       G1 – Generator 1              ...
Modell der Energieflusswege       (Rooted Tree)                             G1 – Generator 1                             B...
Modell der Energieflusswege             (Rooted Tree)- vor der Fehlerbaumkonstruktion werden Energieflusswege auf Konsiste...
Fehlerbaumkonstruktion      Fehlerbaum vom Standpunkt des Verbrauchers P1:               TOP-Ereignis                     ...
Qualitative und Quantitative                Analyse für Teilsysteme des Energiesystems:- Durchführung der qualitativen Ana...
Qualitative und Quantitative              Analysefür das gesamte Energiesystem:   Unzuverlässigkeit des Energiesystems:   ...
Qualitative und Quantitative              Analysefür das gesamte Energiesystem:   Einführung des Network Risk Achievement ...
Zusammenfassung- Modell eines Energiesystems wird in Teilmodelle aufgeteilt,  in Abhängigkeit von der Anzahl der Verbrauch...
FazitWas haben wir gesehen:- zwei unterschiedliche Methoden, wie eine Fehlerbaumanalyse für Energiesysteme durchgeführt we...
Literatur[Cep11]   Cepin, Marko: Assessment of Power System Reliability – Methods and Applications. Springer-Verlag, 2011[...
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Fehlerbaumanalyse Präsentation

  1. 1. dFehlerbaumanalyse für Energiesysteme Eugen Petrosean
  2. 2. Inhalt1. Allgemeine Vorgehensweise bei der Fehlerbaumanalyse2. Besonderheiten von Energiesystemen3. Fehlerbaumbasierte Zuverlässigkeitsanalyse für Energiesysteme 2 / 52
  3. 3. MotivationQuelle: Bild aus [Msc08] 3 / 52
  4. 4. Motivation Northeast blackout of 2003 - Deregulierung des Strommarktes - veraltete Netze mit schlechter Wartung konnten die ständig steigende Last nicht mehr verkraften → großflächiger Stromausfall im Nordosten der USA → 55 Millionen Menschen waren plötzlich ohne StromQuelle: Bild aus Wikipedia 4 / 52
  5. 5. dFehlerbaumanalyse 5 / 52
  6. 6. Ablauf einer FehlerbaumanalyseQuelle: Bild in Anlehnung an [Cep11] 6 / 52
  7. 7. Ziele der Fehlerbaumanalyse - Beurteilung der Ausfallwahrscheinlichkeit des Systems (Beurteilung der Zuverlässigkeit/Unzuverlässigkeit des Systems) - Identifizieren der wichtigsten Komponenten des Systems in Bezug auf ihre Zuverlässigkeit - Identifizieren der wichtigsten Komponenten des Systems in Bezug auf ihre Wartungspriorität - Verbesserung der Dokumentation des Systems und Aufrechterhaltung der Kenntnisse über dessen Verhalten 7 / 52
  8. 8. TOP-Ereignis Elementares Ereignis – stellt das Versagen einer Komponente des Systems dar TOP-Ereignis – Auftreten des TOP-Ereignisses wird mit Hilfe von logischen Verknüpfungen auf auf elementare Ereignisse zurückgeführt Der Begriff Versagen kann zwei Bedeutungen haben: Ausfall – die Unfähigkeit eines Systems bzw. einer Komponente, ihre Funktionalität auszuführen Störung – ein Ereignis, das ein System in einen unerwünschten Zustand versetzt 8 / 52
  9. 9. Systemdefinition Scope – physikalische Randbedingungen, Anfangskonfiguration des Systems, unerlaubte Ereignisse Resolution – Granularitätsstufe der elementaren Ereignisse Ground Rules – formale Konventionen zur Erstellung eines Fehlerbaums 9 / 52
  10. 10. Symbole eines Fehlerbaums - resultiert aus der Interaktion Top/Zwischenereignis mehrerer Ereignisse durch eine (Top Event/Intermediate Event) logische Verknüpfung - repräsentiert das Versagen einer Komponente Elementares Ereignis - wird nicht weiter (Basic Event) aufgegliedert und stellt die feinste Auflösung des Fehlerbaums dar - tritt ein, sobald mindestens ein Eingangseregnis Oder-Verknüpfung eingetreten ist (Or Gate) - die Anzahl der Eingänge ist beliebig - der Ausgang ist genau dann wahr, wenn alle seine Eingänge Und-Verknüpfung wahr sind (And Gate) - die Anzahl der Eingänge ist beliebig 10 / 52
  11. 11. Konstruktion eines FehlerbaumsQuelle: Bild in Anlehnung an [Sch04] 11 / 52
  12. 12. Konstruktion eines Fehlerbaums Schritt 1: Identifizieren des unerwünschten TOP-EreignissesQuelle: Bild in Anlehnung an [Sch04] 12 / 52
  13. 13. Konstruktion eines Fehlerbaums Schritt 2: Identifizieren der Verursacher der ersten EbeneQuelle: Bild in Anlehnung an [Sch04] 13 / 52
  14. 14. Konstruktion eines Fehlerbaums Schritt 3: Verbinden der Verursacher mit dem TOP-Ereignis durch logische VerknüpfungenQuelle: Bild in Anlehnung an [Sch04] 14 / 52
  15. 15. Konstruktion eines Fehlerbaums Schritt 4: Identifizieren der Verursacher der zweiten EbeneQuelle: Bild in Anlehnung an [Sch04] 15 / 52
  16. 16. Konstruktion eines Fehlerbaums Schritt 5: Verbinden der Verursacher der zweiten Ebene mit dem TOP-Ereignis durch logische VerknüpfungenQuelle: Bild in Anlehnung an [Sch04] 16 / 52
  17. 17. Qualitative Auswertung - Gruppen von elementaren Ereignissen werden systematisch identifiziert, deren gemeinsames Eintreten genügt, um das TOP-Ereignis auszulösen → Bezeichnung: Minimal Cut Sets (MCS) bzw. minimale Schnittmangen Single Point Failure – Minimale Schnittmengen mit einem einzelnen elementaren Ereignis, dessen Eintreten allein genügt, um das TOP-Ereignis auszulösen 17 / 52
  18. 18. Bestimmung der MCS Schritt 1: Finde die booleschen Formeln für jede Zerlegung im Fehlerbaum G=GA∧GB GA= A1∨ A2∨ A3∨A4 GB= B1∨ B2∨B3∨B4Quelle: Bild in Anlehnung an [Cep11] 18 / 52
  19. 19. Bestimmung der MCS Schritt 2: Ersetze in der Formel des TOP-Ereignisses alle zerlegten Ereignisse durch ihre Formeln und forme in DNF um G=GA∧GB G= A1∨ A2∨ A3∨ A4∧ B1∨B2∨ B3∨B4 GA= A1∨ A2∨ A3∨ A4 → G= A1∧B1∨ A2∧ B1∨ A3∧B1∨ A4∧ B1∨ A1∧ B2 ∨ A2∧B2∨ A3∧B2∨ A4∧B2∨ A1∧ B3∨ A2∧B3 GB=B1∨ B2∨B3∨ B4 ∨ A3∧ B3∨ A4∧B3∨ A1∧B4∨ A2∧B4∨ A3∧B4 ∨ A4∧B4Quelle: Bild in Anlehnung an [Cep11] 19 / 52
  20. 20. Bestimmung der MCS Schritt 3: Ersetze das nächste zerlegte Ereignis und forme in DNF um – Schritt 4: Wiederhole Schritt 3 für alle noch übrigen Ereignisse –Quelle: Bild in Anlehnung an [Cep11] 20 / 52
  21. 21. Bestimmung der MCS Schritt 5: Bilde für jeden Konjunktionsterm eine minimale Schnittmenge G= A1∧B1∨ A2∧ B1∨ A3∧B1∨ A4∧ B1∨ A1∧ B2 ∨ A2∧B2∨ A3∧B2∨ A4∧B2∨ A1∧ B3∨ A2∧B3 ∨ A3∧ B3∨ A4∧B3∨ A1∧B4∨ A2∧B4∨ A3∧B4 ∨ A4∧B4 Minimale Schnittmengen: {A1 , B1}, {A2 , B1}, ,{A4 , B4 }Quelle: Bild in Anlehnung an [Cep11] 21 / 52
  22. 22. Bestimmung der MCS Minimale Schnittmengen: {A1 , B1}, {A2 , B1}, ,{A4 , B4 } → jede solche Schnittmenge enthält genau zwei elementare Ereignisse → zwei elementare Ereignisse müssen gleichzeitig eintreten, um das TOP-Ereignis auszulösen → Ausfall des SystemsQuelle: Bild in Anlehnung an [Cep11] 22 / 52
  23. 23. Quantitative Auswertung Wahrscheinlichkeit für eine minimale Schnittmenge: m P MCS =∏ P B i j j =1 P B j Wahrscheinlichkeit für das elementare Ereignisses B j Wahrscheinlichkeit für das TOP-Ereignis: n n P TOP =∑ P MCS −∑ P MCS ∩ MCS i i j i=1 i j n  ∑ P MCS ∩MCS ∩MCS −⋯−1n−1 P MCS ∩MCS ∩∩MCS i jk i j k 1 2 n Approximierte Variante: n P TOP =∑ P MCS i i=1 23 / 52
  24. 24. Risk Achievement Worth- beschreibt die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für das Auslösen des TOP-Ereignisses- es wird angenommen, dass eine Komponente k mit 100%-Wahrscheinlichkeit ausfällt P TOP  P k =1 RAW k = P TOP→ Identifizieren der Komponenten, die sehr gut instand gehalten werden müssen → um der Erhöhung der Ausfallwahrscheinlichkeit des Systems entgegenzuwirken 24 / 52
  25. 25. Risk Achievement WorthTOP= A∨G1G1=B∧G2G2=C ∨DMCS TOP = A∨ B∧C ∨ B∧D P BASIC EVENTS : P A , P B , P C , P DP TOP =P A P B P C  P B P DBestimmung des RAW für jedes einzelne elementare Ereignis: P TOP  P A=1 1 P B P CP B P D RAW A= = P A P B P C P B P D P AP B P C  P B P D P TOP  P B =1 P A P C  P D RAW B = = P A P B P C  P B P D P AP B P C  P B P D 25 / 52
  26. 26. Risk Reduction Worth- beschreibt die Verringerung der Wahrscheinlichkeit für das Auslösen des TOP-Ereignisses- es wird angenommen, dass der Ausfall einer Komponente k mit 100%-Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden wird P TOP RRW k = P TOP  P k =0 → Identifizieren der Komponenten, die dazu beitragen können, die Ausfallwahrschenlichkeit des Systems zu reduzieren 26 / 52
  27. 27. Risk Reduction WorthTOP= A∨G1G1=B∧G2G2=C ∨DMCS TOP = A∨ B∧C ∨ B∧D P BASIC EVENTS : P A , P B , P C , P DP TOP =P A P B P C  P B P DBestimmung des RRW für jedes einzelne elementare Ereignis: P A P B P C P B P D P AP B P C  P B P D RRW A= = P TOP  P A=0 P B PC P B P D P A P B P C  P B P D P AP B P C  P B P D RRW B = = P TOP  P B =0  PA 27 / 52
  28. 28. Zusammenfassung - Standardverfahren für Sicherheits- und Zuverlässigkeitsuntersuchungen- schnelles Verständnis durch die graphische Darstellung des Fehlerbaums → intuitiv- mathematische Grundlage ist die boolesche Algebra → eindeutige Entscheidungen- man bekommt qualitative und quantitative Ergebnisse → minimale Schnittmengen → RAW k , RRW kAber:- menschliches Versagen ist nicht erfassbar- das TOP-Ereignis muss vorher bekannt sein- neue Gefahren werden nicht entdeckt 28 / 52
  29. 29. dBesonderheiten von Energiesystemen 29 / 52
  30. 30. Beispiel-EnergiesystemQuelle: Bild aus [Msc08] 30 / 52
  31. 31. Abgrenzung der Begriffe System Adequacy – Fähigkeit des Systems, ausreichend Energie in geforderter Versorgungsqualität bereitzustellen → statische Zustände des Energiesystems System Security – Fähigkeit des Systems, plötzlichen Störungen zu widerstehen → dynamische Zustände des EnergiesystemsQuelle: Bild in Anlehnung an [Nig03] 31 / 52
  32. 32. Funktionale Bereiche Historisch bedingte Aufteilung eines Energiesystems: Aber aus Sicht der Energietechnik: - ein System, das die Energielieferung nach verschiedenen physikalischen Gesetzen gewährleistet → Zusammenspiel von vielen komplexen Komponenten: -Schaltanlagen, Sammelschienen, TransformatorstationenQuelle: Bild in Anlehnung an [Hon09] 32 / 52
  33. 33. Typische Störungen und FolgenQuelle: Bild in Anlehnung an [Elm08] 33 / 52
  34. 34. Beispielprozess zur Bewertung der ZuverlässigkeitQuelle: Bild in Anlehnung an [Hon09] 34 / 52
  35. 35. Beispielprozess zur Bewertung der Zuverlässigkeit TOP-Ereignis ZwischenereignisQuelle: Bild in Anlehnung an [Hon09] 35 / 52
  36. 36. Zusammenfassung- Definition des Begriffs Zuverlässigkeit in Bezug auf Energiesysteme → Betriebssicherheit (engl. System Security bzw. Safety) ist im Kontext der Fehlerbaumanalyse entscheidend- Aufbau eines Energiesystems → Energieerzeugungsnetz, Übertragungsnetz, Verteilernetz-typische Störungen in einem Energiesystem, die in die Fehlerbaumanalyse einbezogen werden müssen → überlastete Leitungen, Niederspannung, Hochspannung, Spannungszusammenbruch- Vorstellung einer Möglichkeit, wie ein Fehlerbaum für Energiesysteme konstruiert werden kann 36 / 52
  37. 37. dFehlerbaumbasierte Zuverlässigkeitsanalyse für Energiesysteme 37 / 52
  38. 38. Beschreibung der Methode– Analyse des Energiesystems aus Sicht der Verbraucher → umfasst alle drei funktionalen Bereiche des EnergiesystemsAber:– Zuverlässigkeit der Energieversorgung der Verbraucher ist spezifisch für jeden einzelnen Verbraucher des Energiesystems – Aufteilung des Energiesystems in Teilsysteme – jedes Teilsystem hat nur einen Verbraucher – Bewertung der Zuverlässigkeit des Energiesystems hängt von einzelnen Bewertungen der Zuverlässigkeit der Teilsysteme ab – für n Verbraucher werden n Fehlerbäume aufgestellt → qualitative und quantitative Analyse für jeden aufgestellten Fehlerbaum 38 / 52
  39. 39. Ablauf der MethodeQuelle: eigene Darstellung 39 / 52
  40. 40. Beispiel-EnergiesystemQuelle: Bild aus [Msc08] 40 / 52
  41. 41. Darstellung der Topologie G1 – Generator 1 B1 – Sammelschiene 1 P1 – Verbraucher 1 L12 – Leitung zwischen B1 und B2 G2 – Generator 2 B2 – Sammelschiene 2 P2 – Verbraucher 2 L13 – Leitung zwischen B1 und B3 ... Adjazenzmatrix: Verbindungsmatrix:     0 1 1 1 2 3 A= 1 0 1 A= 2 1 3 1 1 0 3 1 2 41 / 52
  42. 42. Modell der Energieflusswege (Functional Tree) G1 – Generator 1 B1 – Sammelschiene 1 P1 – Verbraucher 1 L12 – Leitung zwischen B1 und B2 G2 – Generator 2 B2 – Sammelschiene 2 P2 – Verbraucher 2 L13 – Leitung zwischen B1 und B3 ... - baumbasierte Repräsentation aller möglichen elektrischen Verbindungen zwischen der Energiequelle und dem Verbraucher → für n Verbraucher werden n FunktionsbäumeFunktionsbaum vom Standpunktdes Verbrauchers P1: 42 / 52
  43. 43. Modell der Energieflusswege (Rooted Tree) G1 – Generator 1 B1 – Sammelschiene 1 P1 – Verbraucher 1 L12 – Leitung zwischen B1 und B2 G2 – Generator 2 B2 – Sammelschiene 2 P2 – Verbraucher 2 L13 – Leitung zwischen B1 und B3 ... Gewurzelte Bäume anhand der Verbindungsmatrix:   1 2 3 A= 2 1 3 → 3 1 2 43 / 52
  44. 44. Modell der Energieflusswege (Rooted Tree)- vor der Fehlerbaumkonstruktion werden Energieflusswege auf Konsistenz geprüft 1. Test auf überlastete Leitung 2. Test auf erforderliche Spannung Verwendung von Testergebnissen: 1. Möglichkeit – Vernachlässigung von Testergebnissen 2. Möglichkeit – Berücksichtigung von Testergebnissen → deutlich höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten für störungsanfällige Komponenten 3. Möglichkeit – Entfernen von störungsanfälligen Komponenten aus dem topologischen Modell des Energiesystems 44 / 52
  45. 45. Fehlerbaumkonstruktion Fehlerbaum vom Standpunkt des Verbrauchers P1: TOP-Ereignis Funktionsbaum vom Standpunkt des Verbrauchers P1:Quelle: Bild in Anlehnung an [Cep11] 45 / 52
  46. 46. Qualitative und Quantitative Analyse für Teilsysteme des Energiesystems:- Durchführung der qualitativen Analyse für jeden konstruierten Fehlerbaum → Bestimmung der minimalen Schnittmengen bezüglich jedes einzelnen Fehlerbaums- Durchführung der quantitativen Analyse für jeden konstruierten Fehlerbaum → Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit für jedes Teilsystem, d.h → Bestimmung der Unzuverlässigkeit der Energieversorgung für jeden einzelnen Verbraucher → Bestimmung der RAW- und RRW-Größen bezüglich einzelner Komponenten des jeweiligen Teilsystems 46 / 52
  47. 47. Qualitative und Quantitative Analysefür das gesamte Energiesystem: Unzuverlässigkeit des Energiesystems: NL Ki U PS =∑ U i i=1 K U i - Unzuverlässigkeit der Energieversorgung des i-ten Verbrauchers NL - Anzahl der Verbraucher im Energiesystem K i - Kapazität des i-ten Verbrauchers in MW K - Gesamtkapazität des Energiesystems - ist Summe der Kapazitäten einzelner Verbraucher Ki - Gewichtungsfaktor des i-ten Verbrauchers K 47 / 52
  48. 48. Qualitative und Quantitative Analysefür das gesamte Energiesystem: Einführung des Network Risk Achievement Worth : NL NL ∑ U i U k =1 K i ∑ U i K i RAW ik U PS U k =1 i =1 U i U k =1 NRAW k = = NL = i =1 NL mit k RAW i = U PS Ui ∑ U i Ki ∑ Ui Ki i=1 i =1 Einführung des Network Risk Reduction Worth: NL NL U PS ∑ U i Ki ∑ U i Ki k Ui NRRW k = = NL i=1 = NL i=1 mit RRW i = U i U k =0 U PS U k =0 K ∑ U i U k =0 K i ∑ U i RRW k i i=1 i=1 i 48 / 52
  49. 49. Zusammenfassung- Modell eines Energiesystems wird in Teilmodelle aufgeteilt, in Abhängigkeit von der Anzahl der Verbraucher im Energiesystem → Beschreibung aller Kombinationen von Energieflüssen ist möglich → das Modell entspricht sehr stark einem realistischen Energiesystem- für jedes Teilmodell wird eine Fehlerbaumanalyse durchgeführt → unbedingt notwendig ist die Aufstellung der Funktionsbäume, gewurzelten Bäume, Fehlerbäume → quantitative und qualitative Analyse für jeden einzelnen Fehlerbaum - Einführung neuer Kenngrößen für die Bestimmung der Zuverlässigkeit eines Energiesystems k k → U PS , NRAW , NRRW 49 / 52
  50. 50. FazitWas haben wir gesehen:- zwei unterschiedliche Methoden, wie eine Fehlerbaumanalyse für Energiesysteme durchgeführt werden kann → Konstruktion eines Fehlerbaums oder mehrerer Fehlerbäume- wie die Besonderheiten von Energiesystemen in die Fehlerbaumanalyse einbezogen werden- quantitative Auswertungen einzelner Fehlerbäume werden zu neuen quantitativen Größen für Energiesysteme zusammengeführt 50 / 52
  51. 51. Literatur[Cep11] Cepin, Marko: Assessment of Power System Reliability – Methods and Applications. Springer-Verlag, 2011[Elm08] Elmakis, David: New Computational Methods in Power System Reliability. Springer-Verlag, 2008[Hon09] Hong, Ying-Yi; Lee, Lun-Hui: Reliability assessment of generation and transmission systems using fault-tree analysis. Energy Conversion and Management 50 (2009) 2810-2817, 2009[Msc08] Amin, Massoud; Schewe, Phillip F.: Preventing Blackouts. Scientific American, 2008[Nig03] Nighot, Rajesh U: Incorporating Substation and Switching Station Related Outages in Composite System Reliability Evaluation. University of Saskatchewan, 2003[Sch04] Schwindt, Eike: Gefahrenanalyse mittels Fehlerbaumanalyse. Universität Paderborn, 2004 51 / 52
  52. 52. dVielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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