Successfully reported this slideshow.
We use your LinkedIn profile and activity data to personalize ads and to show you more relevant ads. You can change your ad preferences anytime.

Zukunftsvision MES - Was hat eigentlich Industrie 4.0 mit einer Pralinenschachtel zu tun?!

182 views

Published on

Als Manufacturing Execution Systems-Hersteller werden wir von unseren Kunden immer häufiger um Rat gebeten, wenn es um den Weg zur richtigen Industrie 4.0-Strategie geht.
In vielen Einzelgesprächen und Expertenrunden haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, so einfach und gleichzeitig wirksam wie möglich zu erklären, was Industrie 4.0 eigentlich wirklich ist und worauf Industriebetriebe bei der Strategieformulierung und Partnersuche dringend achten sollten.

Published in: Technology
  • Be the first to comment

Zukunftsvision MES - Was hat eigentlich Industrie 4.0 mit einer Pralinenschachtel zu tun?!

  1. 1. 15 Competence Book - MES Grußwort - Andreas Kirsch Was hat eigentlich Industrie 4.0mit einer Pralinenschachtel zu tun?! Als Manufacturing Execution Systems-Hersteller werden wir von unseren Kun- den immer häufiger um Rat gebeten, wenn es um den Weg zur richtigen Industrie 4.0-Strategie geht. In vielen Einzelgesprächen und Expertenrunden haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, so einfach und gleichzeitig wirksam wie möglich zu erklären, was Industrie 4.0 eigentlich wirklich ist und worauf Industriebetriebe bei der Strategieformulie- rung und Partnersuche dringend achten sollten. Life is a box of chocolate ... ... you never know, what you gonna get. Was Forrest Gump über das Leben wusste, hilft auch uns bei der Beantwortung der Frage, wie sich ein Unternehmen den Möglichkeiten von Industrie 4.0 nähern sollte. ... und 4.0 ein Allerlei! Bleiben wir beim Sinnbild der Pralinenschachtel, empfiehlt es sich, zunächst die „Konditoren“ unter die Lupe zu nehmen, die Industrie 4.0 verkaufen wollen. Dazu gehören Software-Hersteller aus den Bereichen ERP, MES und PLM, aber auch Ma- schinenbauer und Automatisierter sowie Verbände und Institute. Jeder Konditor verfolgt dabei ganz eigene Ziele, setzt individuelle Entwicklungsstan- dards ein und nutzt unterschiedliche Zutaten zur Pralinenherstellung - von Cloud, Big Data und virtualisierten Systemen über Tablets, Smartphones und Smart Objects bis hin zu diversen Netzwerktechnologien. Auf diese Weise entsteht ein äußerst heterogenes - teilweise inkompatibles - Allerlei an Industrie 4.0-Services. Natürlich wird jeder Konditor seine Pralinen als optimale Lösung anpreisen, was auch stimmen mag, aber sicherlich nicht immer und für jeden Pralinenkäufer. Pralinentester nicht immer hilfreich! Gut, dass es unabhängige Pralinen-Tester gibt. Die „Pralinen-Tester“ sind ebenfalls bunt gemischt und qualifizieren sich für ihre Aufgabe als Bewerter nicht zwingender Weise durch Fachkompetenz. Dazu gehören im Allgemeinen Institute und Organisa- tionen, aber auch Politik, Gewerkschaften, Juristen, Datenschützer und Journalisten. GRUßWORT: Andreas Kirsch, Vorstandsmitglied, GUARDUS Solutions AG
  2. 2. 16 Competence Book - MES Grußwort - Andreas Kirsch Ganz zum Schluss kommen erst die avisierten Pralinenkäufer, also die Industriebe- triebe, welche die feilgebotenen Süßwaren genießen sollen. Diese stehen nun vor der Herausforderung, aus dem mittlerweile sehr großen Angebot an Services die passen- den herauszufinden - ohne Detailwissen darüber, was sich tatsächlich in der Praline befindet. Schließlich kann man dem Schoko-Konfekt nicht von außen ansehen, was für eine Füllung in ihm steckt, wie sie für den einzelnen Betrieb wirklich schmeckt und ob sie auch bekömmlich ist. Was wäre wenn ... Gäbe es einen standardisierten Leitfaden für die Auswahl und Be- wertung von 4.0-Angeboten, würde er wohl mit einer scheinbar ein- fachen Frage beginnen: „Was habe ich mit meiner Produktionsorganisation eigentlich in Zu- kunft vor? Diese Frage klingt vielleicht im ersten Moment völlig banal. Doch es ist eine Tatsache, dass viele Unternehmen darauf gar keine gute Antwort haben, bevor sie sich auf das Abenteuer 4.0 einlassen. Erst wenn ich eine klare Vorstellung entwickle, was mich persönlich antreibt und wohin mein unternehmerischer Weg geht, kann ich die richtigen Werkzeuge wählen. Darauf aufbauend wäre es im Folge- schritt ein Leichtes, die folgenden (konstruktiv-kritischen) Fragen zu beantworten, beziehungsweise zu bewerten: • Woraus genau besteht der Industrie 4.0-Lösungsansatz, der mich interessiert? • Welchen konkreten Nutzen bringt er? • Wie gut passt er zu unserer Strategie? • Auf welche Weise greift das Angebot in meine betrieblichen Abläufe ein - zum Beispiel hinsichtlich veränderter Arbeitsweisen, Zuständigkeiten oder Entscheidungswege und -geschwindigkeiten? • Welche technologischen Standards hat der Hersteller zugrunde gelegt? • Was kostet das Angebot in Beschaffung, Change-Management und Betrieb? • Welches unternehmerische Risiko birgt das Angebot hinsichtlich Datenschutz, Prozesssicherheit und -stabilität? • Wie kann ich mich Schritt für Schritt in die richtige Richtung entwickeln, ohne Gefahr zu laufen den Anschluss zu verlieren oder gar zu scheitern? Stellt man sich also die richtigen Fragen, ist der Weg zur unternehmenseignen Indus- trie 4.0-Marschroute gar nicht so schwer. Selbstverständlich helfen Anbieter wie wir auch in Zukunft tatkräftig mit, wenn es um die Beantwortung individueller Industrie 4.0-Belange geht. Industrie 4.0 ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um im Rahmen der eige- nen Strategie die vorhandenen Strukturen, Services und Prozesse zu optimieren und zu verändern, um noch besser Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Das sollte man nicht vergessen und sich auch nichts anderes einreden lassen. Nur wenn man sich die richtigen Pralinen aus der Schachtel heraussucht, wird die Prali- nenschachtel zu einem individuellen Genuss. „Industrie 4.0 ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um im Rahmen der eigenen Strategie die vorhandenen Strukturen, Services und Prozesse zu optimieren und zu verändern, [...]“
  3. 3. 17 Thema Competence Book - MES Andreas Kirsch ist seit Mitte 2006 Vorstandsmitglied der GUARDUS Solutions AG. Im April 2007 initiierte Andreas Kirsch die Gründung des etablierten DIN Arbeitskreises für MES, der un- ter seiner Leitung die VDMA 66412 Einheitsblätter erarbeitet hat. Darüber hinaus leitet Andreas Kirsch die internationale Working Group im Rahmen der ISO Standardisierung von Manufacturing Operation Management kurz MOM. Ein Ergebnis der Arbeits- gruppe ist die ISO 22400 mit der das erste Mal Produktionskennzahlen für die Fertigungsindustrie international anerkannt standardisiert wurden. Durch seine Mitgliedschaften in verschiedenen Standardi- sierungsgremien ist Andreas Kirsch darüber hinaus auch stark in das aktuelle Thema Industrie 4.0 involviert. Andreas Kirsch

×