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Banken Packed Lunch am 30.11.2018

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Banken Packed Lunch am 30.11.2018

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Banken Packed Lunch am 30.11.2018

  1. 1. Italiens Haushaltspläne – eine Gefahr für die Währungsunion? bankenPacked Lunch 30. November 2018
  2. 2. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Agenda  Währungsunion und nationale Finanzpolitik  Italien – kurze Bestandsaufnahme  Der Spread  Ausblick 2
  3. 3. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. EWWU: Fiskalregeln unverzichtbar 3 Finanzpolitisch souveräne Nationalstaaten  Vertrauensverlust („Nachhaltigkeitsproblem“)  Abwertungsdruck, höhere Kapitalmarktzinsen  Effizienzverlust der gemeinsamen Geldpolitik  Gefahr von Nachahmern  Direkte Ansteckungseffekte (schwache Mitglieder)  Politische Gestaltungsmöglichkeiten; Primat der (gemeinsamen) Politik  Milde Form der gemeinsamen Souveränitätswahrnehmung Um Stabilität langfristig zu sichern  Fiskalregeln unverzichtbar Richt- schnur Gemeinsame Geldpolitik +
  4. 4. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. 4 Die Zinskonvergenz
  5. 5. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Agenda  Währungsunion und nationale Finanzpolitik  Italien – kurze Bestandsaufnahme  Der Spread  Ausblick 5
  6. 6. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. 6 Die Lage Wirtschaftliche Kenngrößen (Italien und der Euroraum, 2017) Italien Euroraum BIP (in Milliarden Euro) 1.725 11.206 BIP pro Kopf (in Euro) 28.500 32.900 Wachstum (in Prozent) 1,6 2,4 Schuldenstands- quote (in Prozent des BIP) 131,2 86,7 Staatl. Finanzierungssaldo (in Prozent des BIP) -2,3 -0,9 Inflation (in %; ggü. Vj.) 1,3 1,5 Arbeitslosenquote (Standardisiert) 11,2 9,1 Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) 2,8 3,9
  7. 7. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. 7 Bewertung  Überraschende Regierungskoalition (zwei sehr unterschiedliche „Kulturen“)  Gemeinsamer Nenner - Europa/Euro-Kritik („Sündenbock“ – lahmende Wirtschaft wegen „Brüsseler Spardiktat“) - vermeintlich einfache Lösungen (Verschuldung, „Wahlgeschenke“) Wirt- schaft  Erste Erfolge der Vorgängerregierungen - Leistungsbilanzdefizit (2002-2013) in einen -überschuss gedreht - Arbeitslosigkeit sinkt (von 13,1 % [Nov. 2014] auf 9,8 % im Aug. 2018)  Aber: Weiterhin Strukturprobleme - Staatsverwaltung (langjährige Planungs-, Genehmigungs- und Gerichtsverfahren) - schwaches Potenzialwachstum (hohe Lohnzusatzkosten, Demografie, Investitionen) Politik
  8. 8. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Agenda  Währungsunion und nationale Finanzpolitik  Italien – kurze Bestandsaufnahme  Der Spread  Ausblick 8
  9. 9. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. 9 „Lo spread“  Misstrauensvotum der Anleger  Für Staatshaushalt zurzeit „verkraftbar“ - Zinsen bei fälligen Anleihen (langjährige) zurzeit noch höher als für Neuemissionen - recht hohe durchschnittliche Laufzeit der Staatsschulden (gegenwärtig 7,3 Jahre) „Es gibt europäische Institutionen, die Terroris- mus auf den Märkten betreiben“ (Luigi Di Maio, 1. Okt. 2018)
  10. 10. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. 10 Die inländische Wirtschaft leidet bereits  Belastet Perspektiven der italienischen Wirtschaft  Starke Kursverluste italienischer Bankaktien (belastet Finanzierung der gesamten italienischen Wirtschaft)  Gefahr von Ansteckungseffekten (Finanzsektor, andere stark verschuldete Eurostaaten)  Geldpolitische Steuerung der EZB wird erschwert  Notwendige Reformen der EWWU werden schwieriger Akute Probleme  Rating „Investment Grade“ verliert  Italienische Staatsanleihen nicht mehr EZB- fähig sind  Verstärkte Kapitalflucht einsetzt Besonders kritisch wenn:
  11. 11. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. 11 Banken in Italien halten deutlich mehr Staatsanleihen  Ausländische Investoren haben sich in den letzten 10 Jahren im großen Umfang aus italienischen Staatsanleihen zurückgezogen (-17,7 Prozentpunkte).  Italienische Banken halten einen deutlich höheren Anteil (+ 7,6 Prozentpunkte) der heimischen Staatsschulden als vor 10 Jahren. In Spanien, Frankreich oder Deutschland ist der Anteil, den die inländischen Banken an der heimischen Staatsverschuldung halten, hingegen gesunken. Italien Spanien Frankreich Deutschland Inländische Banken (2. Q. 2008) 19,7  (12,1) 16,7  (20,9) 6,6  (13,0) 32,3  (41,3) Notenbank (2. Q. 2008) 19,3  (4,2) 21,1  (3,1) 20,3  (3,0) 16,8  (0,6) Andere Inländer (2. Q. 2008) 27,3  (32,2) 19,6  (29,4) 19,8  (27,3) 1,9  (2,6) Ausland (2. Q. 2008) 33,7  (51,4) 42,5  (46,6) 53,3  (56,7) 49,1  (55,5) Quelle: Macrobond. Bruegel und eigene Berechnungen. Wer hält die Staatsschulden? Anteil an den Staatsschulden in % (2. Quartal 2018 im Vergleich zum 2. Quartal 2008)
  12. 12. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Agenda  Währungsunion und nationale Finanzpolitik  Italien – kurze Bestandsaufnahme  Der Spread  Ausblick 12
  13. 13. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. 13 Möglicher Zeitplan für ein Defizitverfahren  Bericht der Europäischen Kommission (21. Nov. 2018)  Wird im „Wirtschafts- und Finanzausschuss“ beraten (bis 4. Dez. 2018)  KOM empfiehlt dem Rat der Wirtschafts- und Finanzminister (ECOFIN) ein Defizitverfahren Dez. Jan. Feb. Mrz. Apr. Mai Jun. Jul. Aug. ECOFIN entscheidet mit qualifizierter Mehrheit über EDP; macht Vor- gaben und setzt Frist (6 Monaten, bei ernsten Fällen 3 Monate) ECOFIN entscheidet auf Vor- schlag der KOM (binnen eines Monats) mit umgekehrter qualifizierter Mehrheit über Geldbuße (0,2 % des BIP) Wenn KOM besonders schwer- wiegenden Verstoß feststellt  ECOFIN entscheidet binnen eines Monats mit umgekehrter qualifizierten Mehrheit über unverzinsliche Einlage (0,2 % des BIP) Europawahl (23. – 26. Mai 2019) EZB (13.12.): Entscheidung zu Nettokäufen EZB: neuer Kapital- schlüssel ECOFIN stellt mit qualifizierter Mehrheit (auf Empfehlung der KOM) fest, dass Mitgliedstaat Empfehlungen nicht gefolgt ist Sep. Weitere Eskala- tion: Sanktionen bis 0,5 % des BIP und jährliches EDP-Verfahren (Excessive Defizit Procedure, EDP) ECOFIN kann Mit- gliedstaat in Verzug setzen und weitere Maßnahmen inner- halb von 4 Monaten verlangen
  14. 14. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. 14 Auf was kommt es jetzt an?  Intensiver Dialog - Gemeinsames Interesse an einer starken italienischen Wirtschaft - Ökonomische Zusammenhänge der EWWU erläutern - „Sündenbockrolle“ nicht akzeptieren  Verbale Deeskalation  Längerfristige Stabilität der WU sichern - Gefahr von Ansteckungseffekten eindämmen (u. a. für Vertrauen werben) - Finanzpolitisches Regelwerk schützen - Institutionelle Reformen (EWWU) voranbringen  Überzeugende wirtschaftspolitische Strategie für mehr Wachstum (steilerer Wachstumspfad)  Unmissverständliche Absage an Spekulationen über Euroaustritt  Vertrauen der Anleger und Investoren ist wichtig!  Erfolgreiche Reformen nicht zurückdrehen Europäische Kommission und Eurostaaten Italien
  15. 15. ©BundesverbanddeutscherBankene.V. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Bundesverband deutscher Banken

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