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Effectuation - 83. Management 3.0 Stammtisch München

Schon seit Jahren ist die Rede von der VUCA-Welt, in der rasante technische Entwicklung und hohe Marktdynamik für die Unternehmen und uns als Gesellschaft große Herausforderungen bringen. Aktuell kommt die Corona-Pandemie dazu und erhöht den Grad abrupter Veränderungen und Unsicherheit noch einmal deutlich. An diesem Stammtisch-Abend stellt uns Birgit Mallow vor, wie wir bewusster und strukturierter mit Ungewissheit umgehen können. Aus der Entrepreneurship-Forschung wissen wir, dass erfolgreiche Mehrfachgründer in einem Umfeld von Ungewissheit grundlegend anders vorgehen als mit traditioneller Planung oder auch mit agilen Arbeitsweisen. Diese Forschungsergebnisse sind als „Effectuation“ bekannt und es wurde mittlerweile ein ganzer „Werkzeugkoffer“ mit Methoden entwickelt, um die Effectuation-Logik der Mehrfachgründer für Handlungsanlässe unter hoher Ungewissheit nutzen zu können.

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83. Management 3.0 Stammtisch
09.11.2020
Effectuation
JetztMöglichkeiten Fertig
Begrüßung und
Ankommen
Unsere Agenda 09.11.2020
Zeit der
Unsicherheit,
Ungewissheit
Eine andere
Entscheidungs-
logik
... wie selbst
nutzen?
[Tools]
Socializing und
Ausklang
Warm-up
3 Personen
5 Minuten
3 Gemeinsamkeiten
finden
Und was verbindet
Euch mit
Management 3.0 ?
2
Unsere Welt…
3
Unsicherheit - Ungewissheit
4
5
Nach Frank Knight
„Risk, uncertainty
and profil“, 1921
Das Urnen-Experiment

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  • 2. JetztMöglichkeiten Fertig Begrüßung und Ankommen Unsere Agenda 09.11.2020 Zeit der Unsicherheit, Ungewissheit Eine andere Entscheidungs- logik ... wie selbst nutzen? [Tools] Socializing und Ausklang
  • 3. Warm-up 3 Personen 5 Minuten 3 Gemeinsamkeiten finden Und was verbindet Euch mit Management 3.0 ? 2
  • 6. 5 Nach Frank Knight „Risk, uncertainty and profil“, 1921 Das Urnen-Experiment
  • 7. Unter Ungewissheit handeln wie ein Entrepreneur 6 Saras Sarasvathy, University of Virginia  Erforschte systematisch, wie erfolgreiche Mehrfachgründer vorgehen.  Ergebnis: Erfolgreiche Mehrfachgründer entscheiden und handeln unter Ungewissheit nach einer eigenen Logik Effectuation
  • 9. 4 Prinzipien und 1 „Metaprinzip“ 8 Metaprinzip - Grundüberzeugung: Die Zukunft ist (mit-)gestaltbar! 2. Leistbaren Verlust definieren: Was will ich maximal einsetzen, bspw. Zeit, Geld, Material, Kontakten…? 3. Unerwartetes nutzen: Welche möglichen Hebel bieten mir Zufälle und Störungen? 4. Partnerschaften eingehen: Wer ist bereit, mit zu machen, sich einzubringen und mit zu gestalten?  Welche Mittel haben wir zusammen? Welche neuen Ziele werden damit möglich? Handlungs- anlass! 1. Verfügbare Mittel analysieren („Bird in Hand“): - wer bin ich? – was weiß ich? – wen kenne ich?  Welche Ziele und Ergebnisse sind damit möglich und erreichbar? Sarasvathy, www.effectuation.com, Juli 2017
  • 10. Effectuation Prozess 9 Verfügbare Mittel Leistbarer Verlust Handlungsoptionen Partner, die sich einbringen wollen Neue Mittel Neue Ideen und Ziele Unerwartetes, Zufälle, Störungen als Chancen nutzen Handlungsanlass !
  • 11. Effectuation Prozess 10 Verfügbare Mittel Leistbarer Verlust Handlungsoptionen Partner, die sich einbringen wollen Neue Mittel Neue Ideen und Ziele Unerwartetes, Zufälle, Störungen als Chancen nutzen Handlungsanlass ! • Kleine gemeinsame Projekte • Jam Sessions • Design Thinking mit Rapid Prototyping • Hackathons • …
  • 12. Beide Logiken zugleich im Blick Kausale Logik und Effectuation sind kein Entweder-Oder. Welche Herangehensweise sich primär anbietet, hängt vom Unfang der Ungewissheit bzw. vom verfügbaren Wissen ab. Oft können wir dies aber auch gar nicht einschätzen. Dann lohnt die Chance auf Anreicherung um neue Sichtweisen und Ideen durch Effectuation. 11
  • 15. Effectuation als Methode 14 Nach: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. Zu Effectuation wurde mittlerweile eine ganze Toolbox an Formaten entwickelt. Effectuation wird damit als Methode nutzbar, die eingeführt und strukturiert eingesetzt werden kann.
  • 17. Profiling – ist mein Projekt ungewiss? 16 Mögliche Leitfragen zum Profiling Planbarkeit der Zukunft:  Was genau bestimmt die Zukunft?  Was ist vorhersehbar? Was ist unvorhersehbar?  Was müsste sein, damit die Zukunft planbar wird? Verhandelbarkeit der Ziele:  Welche Zielvorstellungen gibt es bereits? Wie spezifisch werden diese formuliert?  Welcher Stakeholder hat welchen Einfluss?  Wo bestehen welche Zielkonflikte? Eindeutigkeit der Information:  Welche Informationen liegen vor? Wo können wir nach benötigten Informationen suchen? Bspw.: Was sagen die Stakeholder? Wie beurteilen informierte Außenstehende die Situation?  Welche Widersprüche bestehen?  Lassen sich aus den verfügbaren Informationen Handlungsempfehlungen ableiten? Dynamik der Veränderung:  Wie schnell ändern sich die Rahmenbedingungen?  Hat die Veränderungsgeschwindigkeit sich in letzter Zeit verändert?  Sind zukünftige sprunghafte Veränderungen denkbar oder wahrscheinlich? Ausmaß der Komplexität:  Wie gut lässt sich beschreiben, wie sich das System verhält (reagiert, funktioniert)?  Wie groß ist die Anzahl der Elemente des Systems und wie stark sind diese miteinander vernetzt?  Gibt es Konsens über Best- oder Good-Practices für die Situation? Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 18. Mittelinventar Leitfragen: „Wer ich bin“: Hier geht es um den eigenen Charakter, persönliche Eigenschaften, eigene Stärken und Vorlieben, Wünsche und Werte – all das, was die eigene Persönlichkeit und Individualität ausmacht. „Was ich weiß“: Im Fokus stehen hier die eigene berufliche Ausbildung, der Werdegang, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Erfahrungen und konkrete Tätigkeiten, die man ausgeübt hat. Hinzu kommen Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die außerhalb der Arbeitswelt erworben wurden – etwa durch Hobbys oder in anderen Bereichen des Privatlebens. Hinzu kommen weitere Ressourcen und Quellen (Bücher, zeitnah buchbare Seminare, Videos, …), die zur Verfügung stehen. (Mit Ressourcen sind hier „Dinge“ gemeint, die sich nicht verbrauchen). „Wen ich kenne“: Denkt an n all die Menschen, die Ihr in den einzelnen Stationen des bisherigen Lebens kennengelernt habt – besonders jene, die Euch gut kennen und die Ihr sofort kontaktieren könntet. Ferner das persönliche und berufliche Netzwerk (Kunden, Lieferanten, Partner, Interessenten, Mitbewerber, Meinungsmacher,…) Was von mir passt zum Thema? (Fit) 17 Quelle: Heiko Bartlog nach: Michael Faschingbauer: Effectuation. [Tool]
  • 19. Getting started 18 1. Überlegt zunächst, welches Thema oder Anlass Ihr für die Übung nehmen wollt. Dann überlegt Ihr, welche Mittel Ihr in Bezug auf diesen Handlungsanlass selbst bereits zur Verfügung habt. 2. Im nächsten Schritt überlegt ihr, was Euer leistbarer Einsatz für das Thema ist. 3. Aus verfügbaren Mitteln und leistbarem Einsatz leitet Ihr Eure Handlungsoptionen ab: Wichtig ist, dass vor allem die nächsten Schritte ganz konkret sind. Bspw.:  Herrn Müller morgen um 10:00 anrufen  Im Internet morgen Nachmittag wichtige Aspekte recherchieren… Welche Handlungsoptionen könnten sich daraus ergeben …? Welches Ziel wird erreichbar …? [Tool]
  • 20. Partnerschaften 19 Effectuators gehen Partnerschaften mit denen ein, die sich einbringen wollen Offene Beitragseinladungen und Verhandlungen mit einer Haltung „ja, und…“ statt „ja, aber…“ zielen auf gemeinsames Co-Kreieren Zum Handlungsanlass entstehen so gemeinsame neue Ideen und Handlungsoptionen
  • 21. Marktplatz der Macher Ein häufig genutztes Tool ist der „Marktplatz der Macher“. Es ist Open-Space-basiert, integriert dabei aber die Prinzipien von Effectuation. Der Marktplatz steht in der Regel unter einem definierten Handlungsanlass. Alle Teilnehmer sind eingeladen, ihre Ideen in den Marktplatz einzu- bringen. Dieser lebt von den Dialogen, die die Teilnehmer führen: Es geht um Beitragseinladungen, um andere „ins Boot zu holen“ und aus den Ideen gemeinsame neue Ideen zu kreieren. Die Ideen werden als sog. Schnellboote definiert: Jedes Schnellboot bleibt in der Verantwortung seines Captains, der auf dem Marktplatz versucht, Partner zu finden (Crew). Ob das Schnellboot tatsächlich gestartet wird, einen Hafen erreicht oder unterwegs strandet oder wieder zum Hafen zurückkehrt – alles ist erlaubt und erwünscht. 20 Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 22. Schnellboote definieren Die Schnellboote werden auf einem vorgedruckten Template skizziert und diese Kurzbeschreibung wird während der Fahrt nach Bedarf aktualisiert. Es geht darum, wirklich nur wenige erste Schritte zu gehen, mit minimalen Ressourcen an Zeit, Geld und Material, um ein Thema zu erkunden und Ungewissheit zu reduzieren. 21 Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 23. Schnellboot-Monitor 22 Es hat sich bewährt, eine transparente Übersicht über alle Schnellboote auf einem Schnellboote-Monitor herzustellen. Dieser Monitor ist auf den ersten Blick ähnlich aufgebaut wie ein Kanban-Board, ohne dass allerdings die Kanban-Regeln gelten. In einem regelmäßigen Schnellboote- StandUp (bspw. als Daily oder Weekly) stellen die Captains gemeinsam Transparenz her, in welchem Status sich ein Schnellboot gerade befindet. Dies gibt den anderen Teilnehmern die Möglichkeit eine Unterstützung als Crew- Mitglied anzubieten und sich einzubringen (Prinzip Partner gewinnen, kokreativ weiter gestalten). Ein Schnellboot-Monitor dient der gemein- samen Transparenz über alle Initiativen und ihren erreichten Status. Auch „versenkte“ oder zurück (in den Hafen) gebrachte Schnellboote werden gewertschätzt. [Tool]
  • 24. Commitometer 23 | © Mit diesem Tool macht eine Gruppe oder Team die Verbindlichkeit transparent, die die Mitglieder bzgl. einer Maßnahme aktuell verspüren. Am einfachsten und schnellsten geht es, wenn sich alle Beteiligte auf einer vereinbarten Skala aufstellen, die auf dem Fußboden markiert wird. Liegt die Verbindlichkeit eines Mitglied unterhalb von ca. 60% kann darüber verhandelt werden, welche Bedingungen erfüllt sein müssten, damit der Betreffende auf der Skala einen Schritt weiter nach oben geht: „Was müsste zusätzlich sein?“ oder „Was müsste anders sein?“ Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 26. Literatur und Links • Faschingbauer, Michael: Effectuation: Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln, Stuttgart 2017 • Plattform der Effectuation Experts: www.effectuation.at Michael Faschingbauer, Prof. Dietmar Grichnik – Universität St. Gallen, Prof. René Maurer – ESCP Europe, Saras Sarasvathy – University of Virginia, Effectuation Experts der Community • Faschingbauer, Michael; Mauer, René: www.effectuation-intelligence.biz • Mallow, Birgit: FirstBird Experten-Webinar Intrapreneure – eine Frage des Recruiting? https://de.slideshare.net/BMA17/expertenwebinar-intrapreneure-eine-frage-des-recruiting • Birgit Mallow: Effectuation Expert – Praktiker https://www.effectuation.at/project/birgit-mallow-muenchen/ 25
  • 27. 26 Birgit Mallow Organisationsentwicklung und Prozessberatung München und Dresden +49 171 / 276 42 61 | bma@mallow-consulting.de | www.mallow-consulting.de  Agile Facilitator (Coaching, Consulting und Training, Workshops) und ausgebildete Systemisch-Agile Organisationsbegleiterin  Agile Produkt-/Konzept-Entwicklung und –Service-Erbringung mit Scrum, Kanban, ScrumBan, Agile Skalierung (SAFe, LeSS, …) Business Agility mit Flight Levels (Flight Levels Coach)  Agile Organisation – Wertschöpfungsorganisation undogmatisch inspiriert von Organisationsdesign Future Leadership | Intrinsify, Kollegial geführtem Unternehmen, Soziokratie/S3/Holakratie, BetaCodex  Effectuation Expert  Agile Transformationen und Organisationsentwicklung Akkreditierter Consultant Barrett Analytics (Barrett Values Centre), Großgruppenkonferenzen, OpenSpace Agility / OpenSpace Beta LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/birgit-mallow-b3812b49 XING: http://www.xing.com/profile/Birgit_Mallow Twitter: @BirgitMallow Noch Fragen? Dann fragt mich doch!