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Ws0809 Luhmann Paradoxie

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Ws0809 Luhmann Paradoxie

  1. 1. Niklas Luhmann Tautologie und Paradoxie in den Selbstbeschreibungen der modernen Gesellschaft oder: Strategien der Entparadoxierung Universität Konstanz, FB Geschichte und Soziologie Klassiker-Seminar: Ökologische Kommunikation. Eine Einführung in Luhmanns Systemtheorie Dozent: Werner Binder, M.A. Referent: Sven Giersig WS 08/09, 29.1.2009
  2. 2. Selbstbeobachtung Selbstbeschreibung • Differenz der eigenen • gesteuerte Identität von anderem Beobachtung • fixiert Struktur für Beobachtung
  3. 3. Segmentäre Differenzierung • Lebenswichtigkeit in Kleinsteinheiten • Ordnung durch Raum, Personen und Mythen
  4. 4. Stratifikatorische Differenzierung • Asymmetrien und steigende Ungleichheiten • „Unwahrscheinlichkeit der Ordnung“ bedarf Explikation • Konkurrenzfreie Repräsentation der Gesellschaft in der Gesellschaft möglich
  5. 5. Funktionale Differenzierung • Verlust der „natürlichen, konkurrenzfreien Repräsentation“ • Reaktion: Abstraktion des Identitätsproblems
  6. 6. zwei Reflexionsformen über die Identität des Systems tautologisch paradox „es ist, was es ist“ „es ist, was es nicht ist“
  7. 7. Ideologie • Unsichtbarkeit des Ausgangspunktes • Einschluss der Gegenideologie
  8. 8. Ideologisches Gerüst • Gewalt / Eigentum • Staat / Gesellschaft • Individuum / Kollektiv
  9. 9. Temporalisierung • Ideologien: Einstellung zur historischen Zeit • Bsp: „Themenaustausch“
  10. 10. Sachdimension • Entscheidungen • Moral
  11. 11. Werte • halten der Kontingenz stand • „blinde Flecken“, die zum Beobachten und Handeln ausrüsten
  12. 12. Angst • Fixierpunkt der „neuen Werte“
  13. 13. Einschub: Tautologien sind Paradoxien • oder: Konservatismus ist unlogisch • Tautologien sind Unterscheidungen, die nicht unterscheiden (S. 97) • es geht um Umwandlung unendlicher in endliche Informationslasten
  14. 14. Selbstreferenz- unterbrechungen • Problem des Beschreibens von Beschreibungen von Beschreibungen... • Lösung: „natürliche / artifizielle“ Einschränkung von Selbstreferenz
  15. 15. Selbstreferenz- unterbrechungen natürlich artifiziell •als notwendige •kontingent Bedingung •lassen Durchblick zu •Verhindern Durchblick •Paradoxie muss auf Paradoxie Entparadoxiert werden Erkenntnisinstrument: das, was „natürlich“ für das System ist, wird als „artifiziell“ eingestuft
  16. 16. Selbstreferenz- unterbrechungen • entparadoxieren den Gegenstand der Beobachtung und die Beobachtung selbst • Ermöglichen so Selbstbeobachtung der Gesellschaft
  17. 17. Soziale Bewegungen • Selbstbeobachtungen und Selbstbeschreibungen müssen radikalisiert werden bis zum Erkennen der Paradoxie • Luhmann findet diese Radikalität in den Sozialen Bewegungen
  18. 18. Soziale Bewegungen • aber: Kritik bleibt letztlich moralische Kritik
  19. 19. „Das Geheimnis der Alternativen ist: daß sie gar keine Alternative anzubieten haben. Das müssen sie sich selbst und anderen verheimlichen. Darin liegt ihr Beitrag zur Entparadoxierung“
  20. 20. Beispiel nach Jürgen Markowitz (1992) „Das Problem der Paradoxien und die Semantik des Risikos“.
  21. 21. Knappheitsparadox • Umwandlung von (Zukunfts-)Unsicherheit in Sicherheit • Beseitigung von Knappheit • es entsteht für manche mehr Knappheit
  22. 22. Wachstumsparadox • durch immerwährendes Wachstum werden alle mehr haben, auch die die wenig haben • das haben-bedingte Nicht-Haben wird aus der Sozialdimension in die Zeitdimension transponiert
  23. 23. Ökoparadox • Wachstum führt zu ökologischer Gefährdung • die gegenwärtige Zukunftssicherung führt zu Verunsicherung zukünftiger Gegenwarten • Risiko-Semantik entparadoxiert das Öko- Paradox
  24. 24. • schliesslich führt das Öko-Paradox wieder zum Knappheitsparadox: • Durch Produktion von Sicherheit wird Unsicherheit erzeugt
  25. 25. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit ! • (... und für das Beobachten des Beobachters der Beobachtung) • Folien unter http://stud.giersig.eu

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