Der Bibliothekskatalog 3.0 oder: Bibliografische Daten als Linked Open Data
by Anne Christensen
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Einführung in das Thema Linked Open Data für Metadaten aus Bibliotheken (Normdaten, bibliografische Informationen, Verfügbarkeitsinformationen) mit einer Anwendung der Designprinzipien für Linked ...
Einführung in das Thema Linked Open Data für Metadaten aus Bibliotheken (Normdaten, bibliografische Informationen, Verfügbarkeitsinformationen) mit einer Anwendung der Designprinzipien für Linked Data von Tim Berners-Lee auf Daten aus Bibliotheken.
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noch mal tausend Dank für eure konstruktiven Rückmeldungen! Weil das Replace-Feature von Slideshare ein paar Tage down war, konnte ich erst jetzt meine überarbeitete Fassung hochladen.
Ich habe versucht, insbesondere den Gedanken, dass der Katalog 3.0 nur eine von vielen möglichen Anwendungen von LOD wäre, besser herauszuarbeiten (Stichwort Entkoppelung), Folien 25 & 26. Das habe ich durch eure Kommentare selbst jetzt noch besser verstanden - danke!
Grundsätzlich ist mir schon auch klar, dass die Verwendung des Begriffs 'Katalog 3.0' irreführend oder zumindest irgendwie schief ist (das geht an dich, Till). Für diesen speziellen Vortrag muss das aber so sein, weil ich das Thema eigentlich bloß in eine normale Katalog 2.0-Fortbildung 'reinschmuggeln' will.
Telnet habe ich auch noch mit reingekommen, nicht zuletzt, weil ich so ein hübsches Bild unseres eigenen Telnet-Opacs gefunden habe. Und ansonsten habe ich auch noch ein paar Dinge behoben (schiefe Diagramme, Lizenz etc.)
Schöne Grüße,
Anne 3 years ago
#linkeddata ist aber (idealerweise) frei von speziellen Anwendungskontexten (wie dem Silo 'Katalog') und damit (idealerweise) universell verwendbar. So ein 'Katalog 3.0' (was immer das dann ist) ist dann 'nur noch' eine mögliche Anwendung auf Daten, die mit den aus verschiedensten Quellen aggregierten (nicht zwangsläufig im Sinne von 'geharvested') Daten irgendwas nützliches macht.
Was verstehst du denn unter dem 'Katalog 3.0'? Das wird mir nicht so ganz klar. Ist das eine Anwendung basierend auf linked data, um die Ressourcen einer Bibliothek nachzuweisen (im Idealfall ohne dass die Bibliothek überhaupt noch eigene Daten hat/produziert, weil die benötigten Daten irgendwo eh schon als linked data vorhanden sind und dann im 'Katalog 3.0' nur noch zu Darstellungen 'aggregiert' werden)? Oder ist das eine Anwendung über die die Bibliothek ihre eigenen Daten als linked data veröffentlicht? Oder beides oder was anderes?
OK, das sprengt vermutlich den Rahmen deiner Veranstaltung. Vielleicht kannst du den Leuten aber die Trennung von Anwendungen und Daten als wichtiges Konzept vermitteln (das wars auch schon beim Katalog 1.0 und 2.0, scheint in EDV-fernen Kreisen aber recht schwer verständlich zu sein)? 3 years ago
erstmal freue ich mich riesig, dass du diese Präsentation machst und auch so offen diskutieren lässt. So lernen wir alle was dabei. Sowas sollte öfter passieren (z.B. auf dem Bibliothekartag ;-). Hier mein Senf, ich schreib einfach mal, was mir in den Kopf kommt:
Titel: Spätestens mit Linked-Data ist das Metadatenkonzept unpassend, wenn diese Begrifflichkeit überhaupt jemals Sinn ergeben hat. Deshalb würde ich votieren für: Bibliographische Daten als Linked Open Data
Folie 2: „Total analog“ würde ich nicht sagen, es ist ja immerhin kein Bild, sondern Schrift und die ist digital (vgl. http://www.uebertext.org/2009/07/wann-ist-digitalitat.html) wenn sie auch nicht elektronisch gespeichert ist. Dem allgemeinen Sprachgebrauch mag das natürlich entsprechen…
Folie 5: Die Verlinkungen, die auf dieser Folie dargestellt werden, gibt es doch schon in der bibliothekarischen Sphäre. Wieso nicht ein paar Links „nach außen“ (ein „Außen“ wird es ja strengenommen gar nicht mehr geben), z.B. zur Webseite des Autors.
Folie 11: Was verstehst du genauer unter automatischer Anreicherung? Ich glaube intellektuelle Auswahl wird immer wichtig sein, weil auch das Linked-Data-Netz wie das heutige Web ein „messy place“ (ich glaube so hat es mal Ian Davis ausgedrückt) ist. Im Linked-Data-Web kann ja jedeR über jede Ressource beliebige Aussagen treffen. Der große Katalog (das Linked-Data-Web) wird dadurch natürlich erweitert, dass muss aber nicht immer eine „Anreicherung“ sein, weil eben auch Falschaussagen gemacht werden können. Meines Erachtens könnte es die Aufgabe von Bibliotheken sein, die Aussagen aus vertrauenswürdigen Quellen zu sammeln und zur Recherche zur Verfügung zu stellen. Sobald vertrauenswürdige Quellen identifiziert sind, kann dies automatisch passieren.
Folie 14: Es wird keine „Katalogisate“ mehr geben. Es gibt nur noch Ressourcen (Werke, Manifestationen, Items wenn man FRBR nehmen will), über die Aussagen getroffen werden. Katalogisate wären vielleicht so etwas wie ad hoc generierte Bündel von Aussagen über eine Ressource. Allerdings ist es bei jeder Benutzung unterschiedlich, welche Aussagen von I)nteresse sind. M.E. ist in diesem Fall wichtig, dass Klassen (Dokumenttyp) und Prädikate URIs bekommen, dass also zumindest minimale Ontologien entstehen.
Folie 16: Hmm, ich verstehe glaube ich nicht so ganz, ws du meinst, finde es aber auch sehr schwierig, diesen Grundsatz für die Bibliothekswelt zu übersetzen…
Wo ist das vierte Prinzip „Include links to other URIs. so that they can discover more things.” ?
Im Allgemeinen muss ich Tills Anmerkung Recht geben, dass das Ganze zu sehr an dem Konzept eines Katalogs hängt, der von anderen getrennt gesehen werden kann. Ich denke gerade, dass eine konsequente Umsetzung von Linked Open Data dazu führt, dass alle, die Linked Data publizieren in einen großen Katalog katalogisieren. Den können wir Linked-Data-Web oder „Global Digital Library“ nennen wie Till das mal passenderweise in NGC4Lib geschrieben hat (siehe http://article.gmane.org/gmane.culture.libraries.ngc4lib/7035).
Alles in allem ist es keine leichte Aufgabe, die Vorzüge von Linked Data Bibliothekaren zu erklären, die noch nichts damit zu tun hatten. Das liegt vor allem daran, dass viele Fragen hinsichtlich der Umsetzbarkeit grundlegender Aspekte des Linked-Data-Webs noch ihrer Beantwortung harren (z.B. Provenienz, Versionierung, Skalierbarkeit und natürlich Endnutzeroberflächen).
Ich unterstütze dich gerne weiter bei der Erstellung der Präsentation. Ich werde versuchen, auch noch einige konstruktive Vorschläge nachzuliefern, nachdem ich hier in erster Linie Probleme aufgezeigt habe
Liebe Grüße
Adrian 3 years ago
Noch eine Idee, geht viell. ein bißchen in die Richtung dessen, was @tillk meinte: Ich würde die Entkopplung der Daten von der (Such-)Anwendung betonen. Wenn es einen (schwierigen) Gedanken gibt, den ich in einem Katalog-3.0-Vortrag dem Publikum vermitteln wollte, denn wäre es der, daß mit dieser Entkopplung sozusagen ’die Karten neu gemischt’ werden, und neuartige Anwendungen entstehen können, die wir noch gar nicht erahnen, solange wir nur an lineare Erweiterung des Konzepts ’Katalog’ denken. Vielleicht sollte man sagen: Es wird neue Gelegenheiten und Orte geben, die Literatur in den Bibliotheken zu entdecken. Ein bißchen hat man diesen Effekt ja schon durch das Wikipedia-PND-Projekt, der Wikipedia-Personenartikel als Weg zur Literatur von/über die jeweilige Person...
Vielleicht ist auch zu erwähnen, daß die Aufspaltung von Bibliotheks-Daten und -Anwendungen die Chance bietet, den Fluch loszuwerden, mit dem Kataloge in den 90er und 00ern belegt waren, den Vendor Lock-In. Der Zugriff auf Literaturdaten soll und muß sich heute nicht mehr durch die Nadelöhre proprietärer APIs bzw. Exklusivverträge zwischen den Großen in der Informationsbranche zwängen.
Die Diagramme auf den Folien 17 und 20 sind bei Slideshare schief angekommen.
Ansonsten: Tolle Präsentation!
Ah, noch ein Nachtrag: Um Form und Inhalt konsistent zu halten solltest du deine Slideshare-Präsentationen vielleicht noch unter eine Creative-Commons-Lizenz stellen? :) 3 years ago