Digitale ungleichheit 2.0 (ausarbeitung)
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Digitale ungleichheit 2.0 (ausarbeitung) Digitale ungleichheit 2.0 (ausarbeitung) Document Transcript

  • Eine Ausarbeitung im Seminar „Digitale Ungleichheit: sozialwissenschaftliche Analysen sozialer Ungleichheit im Internet“ bei Dr. phil. Stefan Iske Sommersemester 2009Digitale Ungleichheit 2.0 Fabian Hameister Masterstudiengang „Medienbildung – visuelle Kultur und Kommunikation“ 2. Fachsemester *** Wolfgang Ruge Masterstudiengang „Medienbildung – visuelle Kultur und Kommunikation“ 2. Fachsemester ***
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 2 Digitale Ungleichheit 2.0Inhalt 1 Einleitung ............................................................................................................................ 3 2 Web 2.0 - Zwischen Technik & Kultur........................................................................ 3 2.1 Tim O’Reillys Web 2.0 – Begriff................................................................................ 4 2.2 Das Web als Kulturraum ............................................................................................ 6 2.2.1 Die frühe Internetkultur ..................................................................................... 7 2.2.2 Die neue Internetkultur ...................................................................................... 8 2.2.3 Das Web 2.0 als Umbrella-Term ..................................................................... 10 3 Die Nutzung des Web 2.0 .............................................................................................. 10 3.1 Daten zur Nutzung neuer Webanwendungen ...................................................... 11 3.2 Long Tail vs. Short Head .......................................................................................... 13 4 Kompetenzen im Web 2.0 Alltag .................................................................................. 15 4.1 Computerspezifisches Wissen .................................................................................. 15 4.2 Soziale Kompetenz .................................................................................................... 15 4.3 Kognitive Fähigkeiten ............................................................................................... 16 4.4 Informationssuche als Schlüsselqualifikation ......................................................... 16 4.5 Literacy ........................................................................................................................ 17 5 Bildungspotenziale........................................................................................................... 17 5.1 Wissensbezug .............................................................................................................. 18 5.2 Handlungsbezug ......................................................................................................... 19 5.3 Grenzbezug ................................................................................................................. 20 5.4 Biografiebezug ............................................................................................................ 20 6 Fazit ...................................................................................................................................... 21 7 Quellen................................................................................................................................ 22Formales: Sofern nicht anders gekennzeichnet, sind die Hervorhebungen in Zitaten, demOriginaltext entnommen.
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 3 Digitale Ungleichheit 2.01 Einleitung Diese Ausarbeitung fungiert als Ergänzung zu einer Präsentation zum Thema„Ungleichheit im Web 2.0“, die wir am 03.07.2009 im Rahmen des Seminars „DigitaleUngleichheit: Sozialwissenschaftliche Analysen sozialer Ungleichheit im Internet“ an derOtto von Guericke – Universität gehalten haben1. Auf den folgenden Seiten werden wir den Inhalt der Präsentation in Schriftformwiedergeben und somit einen Einblick darin geben, was es heißen könnte im Zeitalter desWeb 2.0 von Digitaler Ungleichheit zu sprechen. Dabei gehen wir folgendermaßen vor: Zunächst wird der Begriff „Web 2.0“ geklärt, wobei wir uns hauptsächlich auf TimO’Reilly als Vertreter einer eher informatisch ausgelegten Perspektive und den soziologischgeprägten Ansatz von Udo Thiedeke beziehen. Daran anschließend geben wir einenÜberblick über die Nutzung des Web 2.0 in Deutschland und diskutieren die Daten anhanddes Phänomens von Short Head und Long Tail. Um zu einem Erklärungsansatz zu geben,warum die tatsächliche Nutzung des Web 2.0 so gering ausfällt, thematisieren wir imvierten Kapitel die Kompetenzen, die für eine aktive Partizipation erforderlich sind.Abschließend diskutieren wir die Potenziale der in der Arbeit angesprochenen Dienste vorder theoretischen Folie der strukturalen Medienbildung und ziehen ein resümierendesFazit.2 Web 2.0 - Zwischen Technik & Kultur Hinter dem Begriff Web 2.0 verbirgt sich eine Reihe verschiedenster Definitionen, dieunterschiedliche Akzente setzen. Dies ist den mannigfaltigen fachdisziplinären Kontextengeschuldet, in denen das „neue“ Internet mittlerweile im Fokus der Forschung steht. Wennman die Reihe der verschiedenen Definitionen betrachtet, fällt auf, dass diese – je nachdemob der fachliche Kontext eher der Informatik oder eher den Sozialwissenschaften nahesteht – zwischen zwei Polen oszilliert. Der eine Pol betrachtet eine Reihe von technischenNeuerungen als konstituierend für das Web 2.0, der andere legt den Schwerpunkt aufbestimmte Handlungspraxen des „Kulturraums Internet“. Die Definitionen sind dabei 1 Die Präsentation kann unter der URL http://wolfgang-ruge.name/divide2.0 im PDF-Formatheruntergeladen werden. Darüber hinaus steht sie auf den Plattformen Slideshare(.net) und Scribd(.com) zurVerfügung. Die Links finden sich unter der o.g. Adresse.
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 4 Digitale Ungleichheit 2.0nicht als konkurrierend zu beachten, sondern setzen lediglich unterschiedlicheSchlaglichter. Das folgende Kapitel stellt nicht den Anspruch alle vorhandenen Definitionenaufzuzählen, möchte aber durch eine Beschreibung der beiden Pole den Begriff möglichstgenau konturieren.2.1 Tim O’Reillys Web 2.0 – Begriff Der Begriff „Web 2.0“ wurde ursprünglich von Tim O‘Reilly geprägt. Die Definitionfand ihren Ursprung im Platzen der dot.com-Blase und sollte deutlich machen, welcheUnterschiede das neue Web gegenüber dem alten auszeichnen würden: „The bursting of the dot-com bubble in the fall of 2001 marked a turning point for the web. Many people concluded that the web was overhyped, when in fact bubbles and consequent shakeouts appear to be a common feature of all technological revolutions. Shakeouts typically mark the point at which an ascendant technology is ready to take its place at center stage. The pretenders are given the bums rush, the real success stories show their strength, and there begins to be an understanding of what separates one from the other“ (OReilly 2005, 1). Um zu einer Definition zu gelangen stellte O’Reilly mit einigen Kollegen aus der IT-Branche (damals) neue Webanwendungen ihren Vorgängern gegenüber. So wurden z.B. dieFotoseiten Flickr und OFoto verglichen oder Googles Adsense dem bis dahinvorherrschenden Dienst für Onlinewerbung DoubleClick gegenübergestellt. Auf Basisdieses Vergleiches entstanden folgende Kennzeichen des Phänomens Web 2.0:  Das Web als Plattform.  Die Nutzung kollektiver Intelligenz.  Die Aggregation von Daten.  Eine neue Art der Softwareentwicklung (vgl. OReilly 2005). Der Begriff das „Web als Plattform“ meint, dass das Internet zum Arbeitszentrum desNutzers wird und den somit lokalen Rechner ablöst. Ein Beispiel für eine solche Ablösungstellen Anwendungen wie der Newsaggregator Netvibes oder Googles Weboffice GoogleDocs dar. Diese stellen dem Nutzer eine Arbeitsumgebung zur Verfügung, die unabhängigvom Betriebssystem oder der verwendeten Hardware im Browserfenster ausgeführt wird.Doch nicht nur das Programm ist unabhängig vom verwendeten Betriebssystem, auch dieDaten werden im Web gespeichert und sind somit nicht an das Endgerät des Nutzers
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 5 Digitale Ungleichheit 2.0gebunden. Das Internet wird somit zur Basis der Programme, die ein Anwender nutzt, undlöst somit bisherigen Plattformen wie Windows, Linux oder MacOS ab2. Die Nutzung kollektiver Intelligenz zeigt sich vor allem am prominentesten Beispiel, derWikipedia, ist aber auch bei Diensten wie Flickr oder Delicous anzutreffen. Als drittesBeispiel nennt O’Reilly die Blogosphere. Allen gemein ist, dass eine Gruppe von Nutzerngemeinsam eine Wissenssammlung aufbaut und organisiert. Das Kontinuum derAktivitäten reicht dabei von dem gemeinsamen Erstellen eines Lexikonartikels in derWikipedia bis zum Verschlagworten (taggen) von Links oder Bildern bei Delicious oderFlickr (vgl. OReilly 2005, 2–3). Michael Wesch beschreibt diese semantische Aufbereitungdes Webs mit dem prägnanten Satz „The Machine is us(ing us)“ und meint damit, dassdurch das taggen die einzelnen Informationen maschinenlesbar mit Sinn versehen werden3. Basis für Aggregation von Daten ist die technische Entwicklung, dass hinter den meistenWebanwendungen mittlerweile eine Datenbank steht: „Database management is a corecompetency of Web 2.0 companies, so much so that we have sometimes referred to theseapplications as ‚infoware‘ rather than merely software“ (OReilly 2005, 3). Diese Daten –und darin besteht die wesentliche Neuerung – sind jedoch nicht mehr an eine Anwendunggebunden, sondern können durch offene Schnittstellen ausgelesen und auch in anderenKontexten eingebunden werden. So entstehen die so genannten Mash-Ups, die Datenmehrere Dienste, und somit Daten unterschiedlicher Herkunft, zusammenbringen. Einprominentes Beispiel hierfür ist FlickrMaps, das die auf der Fotoseite Flickr gespeichertenBilder auf einer Landkarte anzeigt. Der oben erwähnte Dienst Netvibes stellt ebenfallskeine eigenen Daten zur Verfügung, sondern ermöglicht es dem Nutzer, Datenverschiedenster Dienste auf einer Seite zu versammeln. Die neue Art der Softwareentwicklung wird von O’Reilly noch in mehrere Unterpunkteaufgeteilt, was der informatisch-betriebswirtschaftlichen Ausrichtung seiner Definitiongeschuldet ist. Im Kern besteht die neue Art der Softwareentwickelung darin, dass derklassische Lebenszyklus der Software sich verändert. Anstatt ein Programm in regelmäßigen 2 Auch wenn er es nicht explizit nennt spielt O’Reilly hier mit gängigen Begrifflichkeiten im anglo-amerikanischen Sprachraum. Der Begriff „Plattform“ steht hier oftmals nicht für den verwendeten Rechner,sondern für das installierte Betriebssystem. Die Konsequenzen der Plattform Web gehen jedoch überplattformunabhängige Programme hinaus, welche ja auch mit Java zu realisieren wären. Dadurch, dass dasInternet auch zum Speicherplatz für Daten wird, beschränkt sich die Funktion des lokalen Rechnersvorrangig auf die, einen Internetzugang zur Verfügung zu stellen und quasi als Terminal zu fungieren. DerBoom der so genannten Netbooks unterstreicht diese Tendenz. 3 Für ausführliche Informationen siehe das Video Michael Wesch‘ auf Youtube:http://www.youtube.com/watch?v=NLlGopyXT_g
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 6 Digitale Ungleichheit 2.0Abständen zu verbessern und eine neue Version auf den Markt zu bringen, befinden sichWeb2.0-Applikationen im Stadium einer permanenten Betaversion, in welchem fortlaufendkleinere Änderungen eingefügt werden. Dieses hat auch ein neues Programmierparadigmazur Folge, das O’Reilly als Lightweight Programming Model bezeichnet O’Reilly. Web 2.0 –Software soll „lose gekoppelte Systeme“ bereitstellen, die Syndikation und somit auch den„Remix von Programmen ermöglichen. Logischerweise kann eine solche Software nicht aufder Ebene eines einzelnen Rechners erdacht werden, sondern muss das vernetzte Arbeitenim Blick haben (vgl. OReilly 2005, 4). Des Weiteren unterscheidet sich die neue Art derSoftwareentwicklung von der alten durch neue Technologien. Im Zentrum dieser neuenTechnologien steht die Verwendung von asynchronem Javascript und XML (AJAX),welche es ermöglicht dynamische einzelne Bereiche der Webapplikation nachzuladen.Dadurch werden Webseiten flüssiger zu bedienen und ermöglichen „web basedapplications with rich user interfaces and PC-equivalent interactivity“ (OReilly 2005, 5), dievon O’Reilly als Rich User Experiences bezeichnet werden. Die Web2.0-Definition von Tim O’Reilly hat unverkennbar eine betriebswirtschaftlich-technische Ausrichtung. Es geht darum neue Entwicklungen zu nobilitieren, wodurchkritische Aspekte unberücksichtigt bleiben. Auch die Frage, wie viele der Neuerungenwirklich neu sind, ist kritisch. Javascript und XML sind als Technologie wesentlich älter, alsdie Anwendungen die als Web 2.0 bezeichnet werden. Trotz der genannten Schwächen istdie Web 2.0 O’Reillys essenziell, weil sie immer noch als ein Referenzpunkt gilt.2.2 Das Web als Kulturraum Einen anderen Weg, um die Veränderungen im Web 2.0 zu beschreiben, geht UdoThiedeke, welcher den Wandel des Internets als Veränderungen in der führendenInternetkultur beschreibt. Unter Kultur versteht er dabei, „die Selbstbeschreibung von Individuenoder Kollektiven […], die ein Orientierungswissen über Handlungs- und Bewertungsmodalitäten inumgrenzten Sinnbereichen vermittelt“ (Thiedeke 2010, 51). Für das neue Internet ist die Fragenach technischen Neuerungen also eher sekundär, entscheidend ist die Frage nach denvorherrschenden Handlungspraxen der Individuen, die sich im Internet bewegen. Thiedeke unterscheidet dabei die frühe Internetkultur, die er in zeitlich in der Mitte der1990er-Jahre verortet, und die „neue“ Internetkultur, deren Entstehungspunkt um dieJahrtausendwende liegt. In beiden Kulturen gibt es zwei vorherrschende, in ihren Wertenteilweise konkurrierende Strömungen. Die frühe Internetkultur ist geprägt durch die
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 7 Digitale Ungleichheit 2.0„kalifornische Ideologie“ und den „Cyberspace“. Die neue Internetkultur versammelt das„Web 2.0“ und die „Folksonomy“. Wir werden im Folgenden die vier genanntenStrömungen kurz skizzieren, da diese einen Hinweis darauf geben, was es heißen könnte,wenn im Web 2.0 von digitaler Spaltung gesprochen wird.2.2.1 Die frühe Internetkultur Die Kennzeichen der frühen Internetkultur lassen sich tabellarisch wie folgt darstellen: Kalifornische Ideologie Cyberspace Trägergruppe Virtuelle Klasse Cybercitizens Motto Selbstverwirklichung Selbstbefreiung Ziel marktliberale Ordnung Freiheit durch Technik Wirkung Verblendungszusammenhang Fortschrittsutopie Tabelle 1: Charakteristika der frühen Internetkultur. (Quelle: Thiedeke 2010, 55) Der Begriff kalifornische Ideologie wurde von den Journalisten Richard Barbrook und AndyCameron im Jahr 1997 geprägt. Sie beschreiben eine Gruppe von Individuen, die sich, inder Tradition Karl Marx‘, als virtuelle Klasse sieht und als neue Elite betrachtet. Ihr Ziel istdie Selbstverwirklichung, quasi die Urversion des amerikanischen Traums, der von vielenmit Kalifornien verbunden wird: „Kalifornien liegt nicht nur unter der ewigen Sonne, die das Leben erleichtert, an den Küsten des anbrandenden Pazifik, der zum Wellenreiten verführt, und auf einer tektonischen Erdbebenzone, die das Stabile in Frage stellt. Kalifornien stellt zugleich die Abrisskante des amerikanischen Traums von der ‚final frontier‘ dar. Hier geht der Treck nach Westen geographisch nicht mehr weiter. Er muss hinaus über das Meer, hinauf in den Weltraum und hinein in den kybernetischen Sinnraum des Internets, den Cyberspace. Eine Komponente der neuen Internetkultur scheint somit die kalifornische Version des amerikanischen Traums zu sein, das rastlose Vorwärtsdrängen“ (Thiedeke 2010, 53). Im Internet, so die Vision der kalifornischen Ideologie, kennt die Selbstverwirklichungkeine Grenzen, da das neue Kommunikationsmedium die letzte Grenze physischerEingebundenheit überschreitet. Alles, was denkbar ist, ist nur einen Klick entfernt. Dabeifindet die Selbstverwirklichung, die die kalifornische Ideologie beschreibt, vor demHorizont einer neoliberalen Marktordnung statt. Diesen unreflektierten Glauben an dieunbegrenzten Möglichkeiten des Internets, meint Thiedeke, wenn er die Wirkung derkalifornischen Ideologie als „Verblendungszusammenhang“ bezeichnet (vgl. Thiedeke2010, 53-55). Vor diesem Hintergrund ist auch verständlich, warum die Diskussion um die digitaleSpaltung jahrelang auf die Frage des Zugangs konzentriert blieb. Wenn das Internet an sich
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 8 Digitale Ungleichheit 2.0schon Selbstverwirklichung fördert, dann reicht der Zugang um sich der virtuellen Eliteanzuschließen. Die Vertreter des Cyberspace glauben ebenfalls an die unbegrenzten Potenziale desvirtuellen Raums, stellen diese aber in einen anderen Dienst. Die Bewegung findet ihrenUrsprung in Barlows Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace. Ihre Anhänger begreifensich als „Netzbürger“ (Netcitizens), die sich in einem neuen Raum befinden, derunabhängig von einer physisch-realen Macht existiert. Nationalstaaten, so die vertreteneMeinung, haben im Internet keine Bedeutung. Das Ziel der Gruppierung ist dieSelbstbefreiung, was eine Befreiung von geltenden Werten und Normen, vor allem abereine Befreiung von der vorherrschenden neoliberalen Ordnung meint, wodurch derCyberspace eine Gegenposition zur kalifornischen Ideologie markiert: „Wir sehen uns einem Fortschrittsglauben konfrontiert, wonach individuelle und politische Freiheit durch Technik zu erlangen ist. Und wir registrieren das Misstrauen, dass eine technologische Klasse die Technik zur Verblendung und Ausbeutung manipulieren könnte“ (Thiedeke 2010, 54).2.2.2 Die neue Internetkultur Durch die fortschreitende technische Entwicklung und die rasante Verbreitung vonInternetzugängen wurde das Internet ubiquitär. Dadurch änderte sich auch die Einstellungder Nutzerinnen und Nutzer zum Medium: „Es gehört zunehmend zur Erfahrunginteraktionsmedialer Kommunikation, nicht mehr ins Netz zu gehen, sondern im Netz zusein, wobei alle die kommunizierten Wirklichkeiten steuern und alleine durch ihre Zugriffeauf das Internet individuell verändern“ (Thiedeke 2010, 56). Diese veränderte Rolle des Internets in der alltäglichen Lebenswelt hat auch eineVeränderung der im Internet vorherrschenden Kultur zur Folge, die sich tabellarisch wiefolgt darstellen lässt: Web 2.0 Folksononomy Trägergruppe engagierte Netznutzer Schwarm Motto Mitmachen Bewerten Ziel Netzwerk Überleben Wirkung soziale Vernetzung Meinungsballungen Tabelle 2: Charakteristika der neuen Internetkultur. (Quelle: Thiedeke 2010, 58) Die Kernpunkte der beiden Kulturen finden sich durchaus auch in Tim O’Reillys Web2.0 - Definition und insbesondere die Vertreter des Web 2.0 berufen sich auf seine
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 9 Digitale Ungleichheit 2.0Rhetorik. Die von Thiedeke vorgenommene Trennung lenkt den Blick jedoch darauf, dassFolksonomy und Web 2.0 nicht nur zweiten Seiten derselben Entwicklung sind, sondernbeiden unterschiedliche Erfahrung und Erwartungen an das Internet zugrunde liegen. Die Trägergruppe des Web 2.0 sind engagierte Nutzer, die ökonomische, vor allem aberzeitliche Ressourcen opfern, um im neuen Internet mitzumachen, z.B. indem ein Beitrag inder Wikipedia erstellt wird. Ihr Ziel ist dabei die Vernetzung mit Gleichgesinnten, so dassein soziales Netzwerk entsteht. Diese soziale Vernetzung ist dabei eng an die technischeEntwicklung gekoppelt. „So zeigt sich das Netz selbst als paradoxes Medium einer massenhaften individuellen Beteiligung und einer mittelbaren Unmittelbarkeit der sozialen Kontakte. Das Netz ist soziotechnisch, ohne, dass man genau bestimmen könnte, ob es die Technik oder die Nutzer sind, die seine Entwicklung vorantreiben. Es öffnet Wissenshorizonte und führt damit die Wissensfülle und unser aller Nichtwissen vor Augen, weil potenziell jede und jeder eine ganze Wirklichkeit der Kommunikation, ein ganzes globales soziales Netzwerk initiieren kann und so an die Grenzen der anderen individuellen Welten stößt. Und dabei geht es nicht darum, dass alle das auch tun, sondern dass es alle könnten“ (Thiedeke 2010, 56). Die andere Strömung der neuen Internetkultur ist die Folksonomy. Die Entwicklungdieser fußt auf der Logik der Netzkommunikation: „Als Grundbedingung der Netzkommunikation lässt sich daher Variation von Kommunikationen, Identitäten, Gruppen, Welten und Wirklichkeiten behaupten. Durch die große Zahl der individuellen Kommunikationsteilnehmer, deren Beteiligung typischerweise nicht massenmedial gebündelt oder individualmedial adressiert ist, findet Netzkommunikation auf der Grundlage zufällig ausgewählter Themen, Zeiten, Personen oder Orte statt. Wird eine solche Selektion für weitere Kommunikation genutzt, so hat die Restabilisierung einer unterscheidungsfähigen Struktur stattgefunden. Sie trägt dann z.B. als neues Thema, neues Netzwerk, neue Webidee wieder zur Variation der Netzkommunikation bei“ (Thiedeke 2010, 57). Diese Logik führt zu dem Entstehen von Meinungsballungen, deren Attraktivität durchdas Prinzip der mitlaufenden Bewertung und den Aktionen der Bewertenden erzeugt wird.Dementsprechend ist das Motto der Folksonomy das fortlaufende Bewerten vonAngeboten. Die Bewertungen des einzelnen stehen dabei der Masse der anderenBewertungen gegenüber, sodass Thiedeke als Trägergruppe der Folksonomy den Schwarmbenennt. Die Folksonomy repräsentiert „einen im Detail blinden Entstehungsprozess vonMeinungsballungen, dem die Kommunizierenden in ihrem Handeln, wie ein Schwarmfolgen und so das überkommenen Prinzip hierarchischer Meinungsbildung in Fragestellen“ (Thiedeke 2010, 58). Die hier genannten Strömungen der Internetkultur stellen zwei Umgangsweisen mitdem Netz dar, die auch einen Hinweis darauf geben könnten, was Ungleichheit im Web 2.0
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 10 Digitale Ungleichheit 2.0bedeuteten könnte. Die im Web 2.0 betriebene Vernetzung führt bei den Beteiligten zueiner Erhöhung des sozialen Kapitals, die bei einer Partizipation am Schwarm derFolksonomy sicherlich nicht in diesem Maße zu erwarten ist. Jedoch steht das Web 2.0prinzipiell jedem offen, sodass an dieser Stelle wohl nicht von einer strukturellenUngleichheit gesprochen werden.2.2.3 Das Web 2.0 als Umbrella-Term Die bisher genannten Definitionen weichen vom Alltagsgebrauch des Wortes Web 2.0ab. Dieses wird oftmals als Kennzeichen für eine Gruppe an bestimmten Anwendungengebraucht, auch wenn diese nicht alle für das Web 2.0 proklamierten Prinzipien erfüllen.Neil Selywyn merkt zurecht an, dass der Begriff Web 2.0 „can be seen as an umbrella termfor a host of internet applications such as social networking, wikis, folksonomies, virtualsocieties, blogging, multiplayer online gaming and ‘mashups’“ (Selwyn 2010, 14). DieseDefinition des Web 2.0 über einen Kanon von Webseiten beantwortet sicherlich nicht dieFrage, was genau das neue Internet auszeichnet, ist aber für die Betrachtungunterschiedlicher Nutzungsmuster hilfreich, weil sie Orte definiert, an denen dieunterschiedlichen Nutzungsformen betrachtet werden können. Die ARD/ZDF-Onlinestudie auf die wir uns im Folgenden beziehen werden, definiertdas Web 2.0 durch folgende Anwendungen: Virtuelle (Spiele-) Welten, Weblogs, Wikipedia,Soziale Linksammlungen, Bilder- und Videocommunities und Soziale Netzwerke (vgl.Gscheidle/Fisch 2007, 399). Wie diese einzelnen Anwendungen im Einzelnen genutztwerden, ist Gegenstand des nächsten Kapitels.3 Die Nutzung des Web 2.0 Wenn man die Nutzung der Web 2.0 – Anwendungen betrachtet, fällt auf, dass dietatsächliche Nutzung sowohl im englischen aber insbesondere im deutschen Sprachraumvon der Rhetorik der Vertreter des Web 2.0 abweicht. Dies betrifft auch eher technikaffinejüngere Generationen: „Aside from inequalities in access and engagement, there is growing evidence that many young people’s actual uses of digital technologies remain rather more limited in scope than the web 2.0 rhetoric would suggest, with internet use often blended with more passive forms of media consumption such as television viewing. Surveys of young people’s technology use at home show a predominance of computer game playing, text messaging and retrieval of online content“ (Selwyn 2010, 18).
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 11 Digitale Ungleichheit 2.0 Wie gering die Nutzung von Web 2.0 – Angeboten im deutschen Sprachraum ist, unddass sich auch innerhalb dieser schon deutliche Unterschiede in der Nutzung finden lassen,zeigen die folgenden quantitativen Daten.3.1 Daten zur Nutzung neuer Webanwendungen Eine wertvolle Quelle für Daten über die Nutzung von Medienangeboten stellt diejährlich in den Mediaperspektiven veröffentlichte ARD/ZDF-Online-Studie dar. Wirbeziehen uns im Folgenden auf die Ergebnisse des Jahres 2007 und 2008, da dieErgebnisse für dieses Jahr zum Zeitpunkt dieser Ausarbeitung noch nicht vorliegen. Dabeibeschränken wir uns darauf, die beiden aktivsten Nutzergruppen (14-19 und 20-29 Jahre)der am wenigsten aktivsten Gruppe (60+) gegenüberzustellen, da dies zur einer Illustrationdes eindeutig sichtbaren Gefälles innerhalb der Nutzung ausreichend ist. virtuelle Spielwelten private Netzwerke berufliche Netzwerke 60+ Videoportale 20-29 Lesezeichen Fotogalerien 14-19 Weblogs Gesamt Wikipedia 0 20 40 60 80 100 Abb. 1: Web 2.0 Nutzung 2007. (Quelle: Gscheidle/Fisch2007, 400) Bei Betrachtung der Daten fallen eindeutige Unterschiede in der Nutzung auf. Diesebetreffen einerseits das Alter der Nutzer, andererseits die Art des Dienstes. Das Verhältnis von Nutzung und Alter ist schnell beschrieben: Mit steigenden Alter derNutzer nimmt die Partizipation an Web 2.0-Angeboten ab. Dieses Ergebnis ist wenigerverwunderlich, da Seniorinnen und Senioren generell nicht zu den Early-Adopters zählenund somit auch neuen Medienangeboten eher skeptisch gegenüber stehen. Die jüngerenwachsen in einer medialisierten Umwelt auf, sodass sie weniger Berührungsängste mitneuen Medienangeboten haben. Einzig und allein bei der Nutzung beruflicher Netzwerkesind die 14-19 jährigen nicht führend, was darin begründet liegt, dass die beruflicheKarriere erst später relevant wird. Bei der Nutzung der einzelnen Dienste fällt auf, dass es unabhängig von derAltersgruppe klare Differenzen gibt. Die Wikipedia wird von allen Nutzergruppen am
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 12 Digitale Ungleichheit 2.0meisten genutzt, soziale Lesezeichendienste fristen ein Schattendasein4. Der Unterschied inder Nutzung lässt sich dabei mit der von Thiedeke vorgenommen Trennung von Web 2.0und Folksonmy beschreiben. Dienste bei denen der Aufbau eines Netzwerks und dasMitmachen im Vordergrund stehen sind beliebter als Dienste, die auf das Bewerten vonAngeboten aus sind. Die die reine Nutzung von Angeboten jedoch nichts über die Art derNutzung aussagt, hat diese Vermutung eher spekulativen Charakter. Wir werden diesesPhänomen nun an den Daten des Jahres 2008 diskutieren. virtuelle Spielwelten private Netzwerke berufliche Netzwerke Videoportale 60+ Lesezeichen 20-29 Fotogalerien 14-19 Weblogs Wikipedia Gesamt 0 20 40 60 80 100 Abb. 2: Web 2.0 Nutzung 2008. Quelle: (Gscheidle/Fisch 2008, 359) Die Daten des Jahres 2008 bestätigen die Ergebnisse des Jahres 2007. Zwar ist bei allenAngeboten eine steigende Nutzung zu Verzeichnen, die Unterschiede der alters- undangebotsspezifischen Nutzung bleiben jedoch erhalten. Interessant ist jedoch eineAusweitung der Erhebung, die nach aktiver und passiver Nutzung fragt: 70 60 50 40 30 20 10 Passiv 0 Aktiv Abb. 3: aktive und passive Nutzung 2008. (Quelle: Gscheidle/Fisch 2008, 361) 4 Lediglich bei der Zielgruppe der Senioren werden virtuelle Spielwelten noch weniger genutzt als socialBookmarking – Dienste.
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 13 Digitale Ungleichheit 2.0 Die Daten zur aktiven und passiven Nutzung widerlegen die Vermutung, dass Dienstemit dem Ziel des Mitmachens und der Netzwerkbildung eine größere Motivation zurNutzung bieten. Gerade bei beliebtesten Angeboten, der Wikipedia und denVideoportalen, überwiegt eine passive Nutzung, was eine rein rezeptive Haltung impliziert.Nicht das Mitmachen sondern des Betrachten steht im Vordergrund. Die aktive Nutzungder beliebtesten Angebote liegt unter der aktiven Nutzung der sonst wenig genutztenvirtuellen Spielewelten, die den in Relation auf die Gesamtnutzerzahl den höchsten aktivenNutzeranteil aufweisen. Dies liegt allerdings auch in der Struktur der Angebote begründet,eine passive Nutzung widerspricht der Grundlogik der Spielewelten. Die Frage, welche Motivation den aktiv handelnden zugrunde liegt, kann an dieser Stelleleider nicht geklärt werden. Eindeutig scheint jedoch zu sein, dass die Frage ob die Nutzereher dem Web 2.0 oder der Folksonomy folgen, nicht in der Struktur der Angebotebegründet liegt. Die Relation zwischen aktiver und passiver Nutzung ist bei genauerer Betrachtung nichtverwunderlich. Sie stellt nur eine extreme Version des im Web allgemein bekanntenPhänomens von Long Tail und Short Head dar.3.2 Long Tail vs. Short Head Bei der Recherche über Web 2.0 Phänomene trifft man immer wieder auf 2 Begriffe, dieim Zusammenhang mit Nutzerzahlen, Partizipationsraten, Relevanz oder anderenKennzahlen der Erfassung der Funktionsweisen von Produkten und Dienstleistungen imInternet stehen. Die Begriffe „Long Tail“ und „Short Head“ treten vermehrt da auf, wo manvon Web 2.0 Anwendungen oder Eigenschaften spricht. Bei den Ausdrücken „Long Tail“ und „Short Head“ handelt es sich um Begriffe, dieursprünglich aus der Marktwirtschaft, genauergesagt dem E-Commerce stammen. Populärwurden die Begriffe in der Web 2.0 Diskussion durch Chris Anderson. Er beschrieb mitihnen das Verhältnis von Sucheingaben beim Internetkaufhaus Amazon. Im Falle vonAmazon war und ist es so, dass es eine unglaubliche Fülle von einzigartigen Suchanfragengibt, die den „Long Tail“ darstellen. Allerdings gibt es auch eine kleine Menge vonSuchanfragen, die immer und immer wieder gestellt werden. Diese Bilden den „ShortHead“ (vgl. Anderson o.J.)). Es ist demnach so, dass eine kleine Menge an Suchbegriffen sehr häufig nachgefragtwird, eine sehr große Menge an Suchbegriffen, jedoch sehr selten nachgefragt wird.
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 14 Digitale Ungleichheit 2.0Erstaunlich dabei ist, dass sich die eine Mengenverteilung wie beim Paretoeffekt, der sogenannten 80-20 Regel ergibt. Diese Besagt, dass 80% der Effekte von lediglich 20% derAktionen ausgehen und umgekehrt – 20% der Effekte sind auf 80% der Aktionenzurückzuführen. Auf die Suchanfragen bei Amazon umgerechnet würde das bedeuten, dass80% der Nutzer nach lediglich 20% der eingegebenen Suchworte verantwortlich sind undsomit nur 20% der Produkte gesucht haben. Die Minderheit von 20% der Kunden beiAmazon haben nach den restlichen 80% der Produkte gesucht (vgl. Search ToolsConsulting 2008). Diese 80-20 Regel kann jedoch extreme Züge annehmen und den „Short Head“ immerkürzer werden lassen. So lässt sich bei näherer Betrachtung verschiedenster InternetAngebote vor allem im Web 2.0 gelabelten Bereich feststellen, das sich eine 90-9-1 Regelals zutreffend herauskristallisiert hat. Im Klartext heiß das, dass 90% aller User im Web„Lurker“ sind. Sie nutzen also die Gegebenheiten der verschiedenen Dienste rein passivoder rezeptiv, ohne eigene Beiträge oder anderen Content (Inhalt) oder andere Formen derMitarbeit beizusteuern. Die 1% der User aus der 90-9-1 Regel sind die aktiven Nutzer desInternets. Sie schreiben Rezensionen oder Beiträge für Wikipedia, sie stellen Videos, Bilderoder anderen medialen Content ein, oder beteiligen sich in irgendeiner anderen Art. Diese1% aktive User steuern ihre Beiträge regelmäßig bei und sind für einen Großteil allenInhalts bei den diversen Communties und Anwendungen verantwortlich. Die restlichen 9%der User sind die User die gelegentlich und nicht regelmäßig bzw. selten Inhalte undBeiträge beisteuern. Somit befinden sie sich auch was Menge der generierten Inhalte angehtZwischen den 90 und den 1% (vgl. Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V. 2007). Extreme Ausprägungen nimmt die 90-9-1 Regel bei einzelnen Diensten wie Blogs undWikipedia an. Nur 0,1% der Betreiber eines Blogs posten dort täglich etwas ein. Für ein„elektronisches öffentliches Tagebuch“ ist das doch erstaunlich wenig. Insgesamt kann beiBlogs in Bezug auf ihre Update-Häufigkeit eher eine 95-5-0,1 Regel angewandt werden.Extremere Formen nimmt das Missverhältnis bei Wikipedia-Partizipienten an. 99% derUser sind Lurker und lesen in Wikipedia, nur ohne zu diskutieren oder selbst Artikel zuverändern oder gar neu zu schreiben. Es sind ungefähr 0,003% aller Wikipedia-User,welche die 1000 aktivsten Autoren darstellen. Diese 0,003% liefern 2/3 allerÜberarbeitungen von Wikipediaarikeln. Man würde hier also von einer 99,8-0,2-0,003Regel ausgehen (vgl. Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V. 2007).
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 15 Digitale Ungleichheit 2.0 Als Fazit lässt sich feststellen, dass obwohl alle die Möglichkeit der Teilnahme haben,nur ein geringer Prozentsatz diese Möglichkeit auch wirklich nutzt. Im Angesicht diesergravierenden Differenzen zwischen Lurker und Produser Zahlen stellen sich einige Fragen.Wie Repräsentativ sind die Rezensionen auf Amazon, wenn sie nur von 1% der Käuferüberhaupt angefertigt werden? Zeigen Meinungsumfragen in Politikcommunities überhauptdie Richtigen Trends an? Ist Verbraucherfeedback repräsentativ? Es gibt scheinbar Unterschiede zwischen dem passiven, rezeptiven User und demaktiven, Content generierenden Produser. Die Unterschiede und die Erkenntnis, dass nichtalle User im Netz gleich sind, führen zu der schlussendlich wichtigsten Frage: WelcheFähigkeiten sind es, welche die aktiven von den passiven Usern unterscheiden?4 Kompetenzen im Web 2.0 Alltag Das Web 2.0 genannte Internet der heutigen Zeit fordert, wie auch schon seinunmittelbarer Vorgänger, dem User einige Kompetenzen ab, die über eine rein technischeKompetenz hinausgehen. Auch wenn Fähigkeiten wie Programmierkenntnisse, Fachwissenüber die Computerbenutzung und eine sowohl abstrakte als auch komplexe Vorstellungvon Dateisystemen ohne Zweifel hilfreich, in manchen Fällen sogar notwendig sind, sosind sie jedoch nicht die einzigen Fähigkeiten die der moderne, gebildete und erfolgreicheInternetuser von heute braucht.4.1 Computerspezifisches Wissen Um die Vielzahl von Webanwendungen verstehen und bedienen und letztendlich auchin irgendeiner Form nutzen zu können, bedarf es eines Wissens über den Computer vondem aus diese Anwendungen bedient werden und darüber hinaus auch noch Wissen überentsprechende Offlinevorgänge, die durch die Web 2.0 Anwendungen ins Netz ausgelagertwerden. So ist beispielsweise ein Videokonverter nicht einfacher zu bedienen, nur weil erjetzt komplett als Onlineanwendung zur Verfügung steht (vgl. Krings/Riehm 2006).4.2 Soziale Kompetenz Ein oft gebrauchtes Schlagwort im Zusammenhang mit Web 2.0 ist das „SozialeNetzwerk“. Diese Netzwerke mit verschiedenen Schwerpunkten, Themen undGestaltungen gibt es zu tausenden im Netz und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 16 Digitale Ungleichheit 2.0und Vielfalt. Damit diese Netzwerke auch „sozial“ sind, bedarf es eines gewissen Maßes an„sozialer Kompetenz“ von Seiten der Akteure. Diese Kompetenz impliziert dengegenseitigen Respekt sowie die Gruppenbildung und stellt den sozialen Charakter derNetzwerke da. Durch sie wird ein nicht unerheblicher Teil des Mehrwerts eines solchenNetzwerks generiert (vgl. Krings/Riehm 2006).4.3 Kognitive Fähigkeiten Um in den komplexen Netzwerken des Internet und Web 2.0 klarzukommen und einenNutzen zu generieren, sind komplexere kognitive Fähigkeiten des Benutzers gefordert, alses noch im „alten“ Internet der Fall war. Für Navigation und Arbeit im Netz ist eine Artvernetztes Denken notwendig, das darüber hinaus sowohl spezielle Lern- als auchDenkmuster abfordert um die Informationsflut erfolgreich zu meistern. Auch dieWahrnehmung des Benutzers wird durch die immer häufiger auftretenden dynamischenund animierten Inhalte des Netz herausgefordert. Mustererkennung um Basiselemente inverschiedenen Anwendungen wiederzufinden wird eine Notwendigkeit. (vgl.Krings/Riehm 2006)4.4 Informationssuche als Schlüsselqualifikation Die Suche nach Informationen, also das Erkennen eines Bedürfnisses, die Erkenntnisüber die notwendigen Maßnahmen zur Bedürfnisbefriedigung, das Ausfindigmachen derInformation und ihre korrekte Anwendung werden zur essenziellen Schlüsselqualifikation.Um die Informationssuche individuell erfolgreich zu gestalten bedarf es auf Seite des Userseines „formellen Wissens“ und eines allgemeinen „strukturalen Wissens“. Das formelle Wissenist das Wissen, welche Angebote es im Internet gibt, die zur Informationssuche genutztwerden können. Diese Angebote müssen keine unmittelbare Relevanz haben, allein dasWissen um ihre Existenz und ihren potentiellen Informationsgehalt können bei derInformationssuche helfen. Beim strukturalen Wissen handelt es sich um das Wissen, wiedas Internet „gebaut“ ist. Was für Vernetzungsstrukturen es gibt und wie Seitenhierarchienaussehen könne, ist essentiell, um Informationen ausfindig zu machen. Um auch die richtige Information zu erhalten und somit im Netz erfolgreich zu seinbedarf es der Fähigkeit Informationen abschätzen zu können. Der Suchende muss, wenn ereine Information gefunden hat, beurteilen können, wie relevant diese für sein Bedürfnisoder Problem sind. Der Wahrheitsgehalt der Information muss überprüft oder zumindest
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 17 Digitale Ungleichheit 2.0abgeschätzt werden um die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit der Information unddamit ihre Wirksamkeit sicherzustellen. Zu guter Letzt muss auch die Aktualität derInformation abgeschätzt werden. Besonders in einer dynamischen Welt und vor allem imInternet kann die Halbwertszeit von Informationen erschreckend schnell vorüber sein.Darum gilt es die Aktualität der Information gegen zu prüfen oder im Notfall erfolgreichabzuschätzen (vgl. Krings/ Riehm 2006).4.5 Literacy Die kombinierten notwendigen Fähigkeiten, die man braucht um erfolgreich im Netz zubestehen bzw. sich zu Recht zu finden, können unter dem Begriff (Media-)Literacyzusammengefasst werden. Mit Literacy oder Literarität ist so etwas wie die Fähigkeit zum„Lesen“ des Internets gemeint. Lesen alleine reicht jedoch nicht, da Literarität auf Texteangewandt bedeutet diese Texte seine Worte und Satzteile flüssig lesen zu können und imTextzusammenhang verstehen zu können. Angewandt auf das Internet und das Web 2.0 ist es dieFähigkeit die gegeben Informationen, Anwendungen und Services mit ihren Mash-ups,Widgets, Plugins, Softwares und virtuellen Einrichtungen zu koordinieren und koordiniertzu nutzen. Literacy kann, genau wie Lesen und Schreiben nicht theoretisch erlernt werden.Sie bildet sich als Basisfähigkeit neben Lesen, Schreiben und Rechnen nur durch üben undAnwenden heraus. Literacy entwickelt sich wie das Netz ständig weiter und passt sich an,soweit genügend Anwendungszeit und Übung vorhanden ist. Grundlage sind jedoch dieEinzelnen zuvor vorgestellten Fähigkeiten. Sie zusammen bilden die Literacy die notwendigist, um Web 2.0 nutzen und verstehen zu können (vgl. Krings/ Riehm 2006).5 Bildungspotenziale Die unterschiedliche (Nicht-) Nutzung der diversen Web 2.0 – Angebote spielt nurdann eine Rolle, wenn der aktive Gebrauch von Wikipedia, Flickr, etc. einen Vorteil fürden Nutzer bringt. Wir werden in dieser Arbeit anhand der Theorie der strukturalenMedienbildung (Jörissen/Marotzki 2009) diskutieren, inwieweit die aktive Partizipation amWeb 2.0 Bildungspotenziale bietet. Vor dem gewählten theoretischen Hintergrund nennen Benjamin Jörissen und WinfriedMarotzki folgende Bereiche in denen das Internet Bildungspotenziale entfaltet:
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 18 Digitale Ungleichheit 2.0 Abb. 4: Bildungspotenziale des Internetes, eingeordnet in die Reflexionsdimensionen der strukturalenMedienbildung. Quelle: Eigene Grafik. Zu der Einordnung der einzelnen Phänomene vgl. Jörissen/Marotzki2009, 169-238 Einige der genannten Phänomene sind auch im Zeitalter des Web 2.0 noch präsent abernicht unbedingt Web 2.0spezifsch. Wir werden uns im Folgenden auf die Anwendungenbeziehen, die genuin im Web 2.0 verortet sind. Dabei handelt es sich um: die Wikipedia, dieBlogosphere, Soziale Netzwerke, Avatare und bestimmte Formate neuerBiografisierungsformen. Welche Bildungspotenziale diese bieten, werden wir nun kursorisch skizzieren. Dabeiordnen wir die einzelnen Anwendungen anhand der vorgenommenen Kategorisierung.5.1 Wissensbezug Die Wikipedia wird in von Jörissen und Marotzki in die Dimension des Wissensbezugseingeordnet. Dies liegt nicht allein darin begründet, dass sie mittlerweile zu einerAnsammlung an Faktenwissen geworden ist, die – zumindest bei technikaffinen Themen –mittlerweile die Encyclopedia Brititanica schlägt, sondern auch darin, dass die Struktur derWikipedia die Reflexion über die Genese von Wissen und die Rolle von Autoritätenermöglicht. Der Wert der Wikipedia liegt nicht nur in der großen Faktenfülle, vielmehr „ist das stete Wachstum, das Funktionieren und der eigentliche Wert dieser Wissenssammlung einzig und allein den sozialen Strukturen, dem zwischenmenschlichen Umgang in der Community, zu verdanken, die sich selbst reglementiert und – vereint durch ein gemeinsames Ziel – freiwillig einen immensen Aufwand betreibt, um dieses zu erreichen“ (Jörissen/Marotzki 2009, 187).
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 19 Digitale Ungleichheit 2.0 Die Bildungspotenziale der Wikipedia erschöpfen sich also nicht in der Vermittlung vonFaktenwissen, die begriffstechnisch eher mit dem Begriff des (er-)Lernens zu fassen ist,sondern liegen vor allem in der Partizipation am Prozess der Wissensgenese. Ebenfalls in die Dimension des Wissensbezug eingeordnet wird das Phänomen derBlogosphere. Diese Einordnung ist dabei nicht ausschließlich zu verstehen, da sich dieDimensionen überschneiden und eine Anwendung auch Bildungspotenzialeunterschiedlicher Couleur bieten kann. So wäre es durchaus möglich auch die Potenzialeder Blogosphere in Bezug auf Identitätsfindung zu thematisieren. Diese Thematisierunglegt den Schwerpunkt jedoch auf die einzelnen Artikulationen der einzelnen Blogger. DieEinordnung in die Dimension des Wissensbezug thematisiert dagegen die Verlinkung alszentrales Merkmal der Blogosphere, dass sich durch Track- und Pingbacks, aber auchKommentare konstituiert. „Damit wird ein Anreiz des Bloggens deutlich, der etwa über die bloße Selbstdarstellung, wie sie auch auf Homepages erreichbar wäre, hinaus geht – dieser Anreiz liegt unmittelbar in der Sozialität des Bloggens. Private Blogger, die sich mit anderen Bloggern vernetzen und eine Community des Lesens, Gegenlesens und Kommentierens bilden, erschaffen sich damit ein neues kulturelles Feld, dessen komplexe Bildungseffekte zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken“ (Jörissen/Marotzki 2009, 191) Die komplexen Bildungseffekte äußern sich darin, dass mit der Blogosphere einvernetzter und dadurch diskursiver Raum entstanden, in dem Wissens generiert, verbreitetund diskutiert wird. Blogging ist somit als „eine neue, fluide Weise sozial vermittelterReflexivität […] und insofern der Transformation von Selbst und Weltverhältnissen imSinne des Gedankens der strukturalen Medienbildung zu verstehen“ (Jörissen/Marotzki2009, 191). Auch hier wird deutlich, dass die Bildungspotenziale weniger im Lesen von Blogssondern vielmehr in aktiver Partizipation an der Blogosphere – sei es nun durchregelmäßigen bloggen oder „nur“ durch das Verfassen von Kommentaren – liegen.5.2 Handlungsbezug Ein weiteres für das Web 2.0 konstitutives Merkmal sind die so genannten sozialenNetzwerke, die in jüngster Zeit an die Seite der klassischen Communities treten, dabeijedoch einer anderen Grundlogik folgen. In sozialen Netzwerken ist das Motto des Web2.0, das vernetzen, besonders präsent, die diese darauf basieren, Verbindungen zwischen deneinzelnen Teilnehmern, kurzum das Netzwerk um eine Person, sichtbar zu machen. Basisfür dieses Phänomen stellt dabei das Small-World-Theorem Stanley Milgrams dar, welcher
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 20 Digitale Ungleichheit 2.0in einem Experiment belegte, dass ein Mensch mit jedem anderen Menschen über maximalsechs Verbindungen bekannt ist. Obwohl diese Logik eine andere als die eherthemenzentrierte Grundausrichtung der klassischen Online-Community ist, stellen wohlsoziale Netze als auch Communities Räume sozialer Vernetzung dar. Diese virtuellenGemeinschaften bieten die Möglichkeit für vielfältige und komplexe kulturelle Praxen (vgl.Jörissen/Marotzki 2009, 192). Dies zeigt sich unter anderem in dem Bildernetzwerk Flickr: „Was Außenstehenden leicht als amorphe neue Bilderflut erscheinen könnte [...] Fotos von einigen Millionen Mitgliedern bereit), erweist sich bei näherer Hinsicht als ein zwar ausgesprochen komplexes, aber durchaus strukturiertes und von vernetzter Sozialität getragenes Phänomen“ (Jörissen/Marotzki 2009, 201). Es ist müßig an dieser Stelle darauf hinweisen, dass auch hier die Ausschöpfung derBildungspotenziale einer aktiven Beteiligung bedarf.5.3 Grenzbezug In der Bildungsdimension Grenzbezug werden die vor allem in virtuellen Weltenverwendeten Avatare relevant. Diese bieten dem Nutzer oder Schöpfer dieser neueMöglichkeiten das eigene Welt- und Selbstverhältnis zu verhandeln und thematisieren dabeibisher selbstverständliche Grenzen indem „sie die Grenze zwischen Subjekt undtechnologischer Struktur überschreiten: Auf der Basis der genannten Beobachtungenerscheint es angemessen zu sagen, dass die ‚Handlungsinstanz‘ in virtuellen Welten einNutzer/Avatar-Hybrid, also ein hybrider Akteur ist“ (Jörissen/Marotzki 2009, 223). Wie komplex die Thematisierung des eigenen Selbstverhältnisses vor dem Hintergrunddes Wirkens als Hybrider Akteur ist, ist dabei von der konkreten virtuellen Welt abhängigin welcher der Avatar situiert ist. Eine genauere Darstellung der einzelnen virtuellen Weltenund der aus ihrer Struktur resultierenden Bildungspotenziale würde den Rahmen dieserArbeit sprengen (Zur Thematik vgl. Jörissen 2010).5.4 Biografiebezug Die stärker werdende Vernetzung innerhalb des Web 2.0 hat auch neue komplexeFormen der Biografiesierung zur Folge. Ein neu entstandenes Format ist das derkollektiven Geschichtenerzählung, welches unter anderem durch Portale wie Miomivertreten wird. Die Basis dieser Seiten ist,
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 21 Digitale Ungleichheit 2.0 „dass die User ihre eigenen, mit diesen Ereignissen verbundenen Erfahrungen kommentieren. Auf diese Weise wird zu den einzelnen, klassischer Weise massenmedial vermittelten Geschehnissen ein ganzes Spektrum individueller Perspektiven sichtbar (die dann wiederum, ganz im Sinne des Web 2.0-Gedankens, von anderen Mitgliedern kommentiert werden können)“ (Jörissen/Marotzki 2009, 233). Die eigene Biografie wird also in ein Verhältnis zu anderen gesetzt, wodurch einMoment der Dezentrierung entsteht. Eine weitere im Web 2.0 aktuelle Form der Verhandlung des eigenen Selbstverhältnissessind die so genannten Life-Blogging-Dienste oder andere Formen vernakulärerArtikulation. Dadurch dass die Äußerungen in einem öffentlichen Raum vor teilweiseunbekannten Lesern erfolgt, muss der Nutzer solcher Dienste die Erwartungen undReaktionen seinen Publikums antizipieren, was auch eine Vergewisserung darüber verlangt,welches Bild er in der Öffentlichkeit darstellen will (vgl. Jörissen/Marotzki 2009, 234ff). Wie bei den vorhergegangen Angeboten ist auch hier eine aktive PartizipationVoraussetzung.6 Fazit Dass sich das Internet im Laufe seiner Existenz grundlegend gewandelt hat, ist kaum zubestreiten. Aus diesem Grund haben Begriffe wie „Web 2.0“ oder „neue Internetkultur“auch ihre Daseinsberechtigung. Wodurch sich dieser neue Kulturraum von seinemVorgänger unterscheidet, welche Möglichkeiten er bietet und welche Potenziale in ihmstecken, das haben Leute wie Tim O‘ Reilley und Udo Thiedeke zur Genüge ausgeführt. Interessant ist aber vor allem, wodurch sich das „Web 2.0“ in der Praxis tatsächlichauszeichnet: eine riesige Kluft zwischen Inhaltsproduzenten und Anwendungsnutzern. Das„Web 2.0“ mag ja theoretisch das „Mitmach-Web“ sein, doch zeigen die Statistiken, dassnur sehr wenige dieses Angebot - in die Produzentenrolle zu Schlüpfen - auchwahrnehmen. Die breite Masse bleibt, wie in den frühen Internetzeiten auch, auf derUserseite. Die Gründe hierfür können in verschiedenen Bereichen, wie Usability, Interesse,Motivation, Literarität oder auch Bildung gesucht werden. Viele User können oder wollennicht aktiv am kulturellen Angebot des „neuen Internets“ teilnehmen. Dabei ist die Fragedes Könnens keinesfalls trivial. Um in der heutigen Informationsgesellschaft und vor allemim Web 2.0 zurecht zu kommen, sind eine Vielzahl von Fähigkeiten notwendig, die es zuerlernen und zu üben gilt, bevor man aktiver Nutzer und Teilnehmer in der neuen
  • Fabian Hameister & Wolfgang Ruge 22 Digitale Ungleichheit 2.0„Onlinekultur“ werden kann. Von daher ist es nicht verwunderlich das selbst in einemKulturraum, der theoretisch dazu einlädt, dass jeder alle Möglichkeiten hat, es zu einerUngleichheit der User kommt. Die Teilung erfolgt hier nicht wie dereinst im Digital Divide in „Onliner“ und„Offliner“. Heute wird unterschieden in aktive und passive Nutzer, in „Produser“ und„Lurker“ oder in „Könner“ und „Nichtkönner“. Der Charakter des Internets hat sichgewandelt, was bleibt ist das alte Problem, alle auf einen einheitlichen Stand zu bekommen. Früher war es eine technische Frage, den Digital Divide zu lösen, heute ist es eine Fragevon Bildung und nicht zuletzt Medienbildung, im neuen Kulturraum „Web 2.0“ gleicheVoraussetzungen für alle zu schaffen. Sieht man den Stand von heute muss man glasklarfeststellen, es herrscht Ungleichheit im „Web 2.0“.7 QuellenAnderson, Chris (o.J.): About Me. URL: http://www.longtail.com/about.html [Stand 2009-08-11]Gscheidle, Christoph/Fisch, Martin (2007): Onliner 2007: Das „Mitmach-Netz“ im Breitbandzeitalter. In:Media Perspektiven (8/2007), 393–405.Gscheidle, Christoph/Fisch, Martin (2008): Mitmachnetz Web 2.0. Rege Beteiligung nur in Communities. In:Media Perspektiven (7/2008), 356–365.Jörissen, Benjamin (2010): Strukturale Ethnografie Virtueller Welten. In: Grell, Petra/Marotzki,Winfried/Schelhowe, Heidi (Hg.): Neue digitale Kultur- und Bildungsräume. Wiesbaden: VS Verl. fürSozialwiss., 119–143.Jörissen, Benjamin/Marotzki, Winfried (2009): Medienbildung - Eine Einführung: Theorie - Methoden -Analysen. Stuttgart: UTB.Krings, Bettina-Johanna/Riehm, Ulrich (2006): Internet für alle?: Die Diskussion des „digital divide“ revisted.In: Rehberg, Karl-Siegbert (Hg.): Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede. Frankfurt a. M.: Campus,3052–3061. URL: http://www.itas.fzk.de/deu/lit/2006/krri06a.pdf [Stand 2009-08-11]OReilly, Tim (2005): What Is Web 2.0: Design Patterns and Business Models for the Next Generation ofSoftware. URL: http://oreilly.com/pub/a/web2/archive/what-is-web-20.html?page=1 [Stand 2009-08-06]Search Tools Consulting (2008): The Long Tail and Short Head of Search: Search Tools Report. URL:http://www.searchtools.com/analysis/long-tail.html [Stand 2009-08-11]Selwyn, Neil (2010): A new education for a new digital age?: Towards a critical analysis of young people,education and the contemporary digital landscape. In: Grell, Petra/Marotzki, Winfried/Schelhowe, Heidi(Hg.): Neue digitale Kultur- und Bildungsräume. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss., 13–25.Thiedeke, Udo (2010): Von der „kalifornischen Ideologie“ zur „Folksonomy“ - die Entwicklung derInternetkultur. In Grell, Petra/Marotzki, Winfried/Schelhowe, Heidi (Hg.): Neue digitale Kultur- undBildungsräume. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss, 51–60.Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V. (2007): Beteiligung an Communities. URL:http://www.vdz.de/ustrends.html?ustDataId=120 [Stand 2009-08-11]