Martin Frechen   Neu Ulm
Martin FrechenIn meiner (Martin Frechen) Geschichte geht es um einen Wert, der mir besonders in der heutigenschnelllebigen...
2. LangfristigkeitLangfristigkeit hat viel mit Berechenbarkeit zu tun. Die Einarbeitungszeit eines Mitarbeiters in derFert...
Martin Frechen   Neu Ulm
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Martin Frechen Neu Ulm

297

Published on

Martin Frechen
  
In meiner (Martin Frechen) Geschichte geht es um einen Wert, der mir besonders in der heutigen schnelllebigen Zeit immer wichtiger ist: Nachhaltigkeit.
 
Mir begegnen tagtäglich Produkte, die nach dem Kauf- und Wegwerf-Prinzip erworben werden – sie spiegeln leider einen großen Teil unserer heutigen Gesellschaft wider. Zum Glück gibt es auf der anderen Seite aber immer mehr Menschen, die auf das Besondere Wert legen und Dinge über Generationen hinweg vererben. Genau für dieses Prinzip, Produkte für Generationen
zu schaffen, steht Steiff, und ich Martin Frechen bin sehr froh, mit dieser Firma alle Möglichkeiten geschaffen zu haben, dass dies auch in Zukunft möglich ist.

Published in: Business
0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total Views
297
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
0
Actions
Shares
0
Downloads
1
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

No notes for slide

Martin Frechen Neu Ulm

  1. 1. Martin Frechen Neu Ulm
  2. 2. Martin FrechenIn meiner (Martin Frechen) Geschichte geht es um einen Wert, der mir besonders in der heutigenschnelllebigen Zeit immer wichtiger ist: Nachhaltigkeit.Mir begegnen tagtäglich Produkte, die nach dem Kauf- und Wegwerf-Prinzip erworben werden –sie spiegeln leider einen großen Teil unserer heutigen Gesellschaft wider. Zum Glück gibt es auf deranderen Seite aber immer mehr Menschen, die auf das Besondere Wert legen und Dinge überGenerationen hinweg vererben. Genau für dieses Prinzip, Produkte für Generationenzu schaffen, steht Steiff, und ich Martin Frechen bin sehr froh, mit dieser Firma alle Möglichkeitengeschaffen zu haben, dass dies auch in Zukunft möglich ist.Im Mai 2006 bin ich, Martin Frechen als Geschäftsführer für Marketing, Vertrieb und Finanzen indie Geschäftsführung der Margarete Steiff GmbH eingetreten. Steiff hatte in der Zeit von 1980 bis2002 hervorragend von Sammlerartikeln gelebt, doch diese Phase war vorüber. Die Umsätzebrachen ein und die neue Unternehmens-Ausrichtung konzentrierte sich auf den Spielwarenbereich.Der Spielwarenmarkt funktioniert jedoch vollkommen anders als der Sammlermarkt Steiff-Produktesind um ein Mehrfachesteurer als andere Plüschtiere, und mit diesen Preisen, so die damaligeMeinung, könnten keine Marktanteile gewonnen werden. Man analysierte daraufhin denWettbewerb, der ausschließlich in Asien produzieren ließ, und beschloss 2003, einen Teil derProduktion dorthin auszulagern. Als ich 2006 Geschäftsführer wurde, lief ein Teil der Produktion inAsien, und ich führte dies zunächst fort. Ein Jahr später kam mein Kollege, Herr WilfriedBlömekeTrox, als Technischer Geschäftsführer hinzu, und wir waren uns ziemlich schnell einig, dasEngagement in China zu beenden. Auf Dauer würde die Produktion von Steiff in Asien nichtfunktionieren, und so war die logische Konsequenz: Wir müssen wieder zurück. Die Grundlageunserer Entscheidung kann ich aus heutiger Sicht in drei Punkte zusammenfassen, die ichnachfolgend ausführen möchte: 1. Fertigkeiten, 2. Langfristigkeit und 3. vollständige Produkt-Sicherheit.1 . FertigkeitenDies ist sicherlich der grundlegendste Punkt. Oftmals wird anstelle des Wortes Produktion auch dasWort ,Fertigung’ verwendet. Dahinter steht das Wort ,Fertigkeiten’, und das hat in unserem Fallausschließlich mit Menschen und nicht mit Maschinen zu tun. Als die Verlagerung nach Asienbegann, gingen wir davon aus, dass es relativ einfach sein würde, unsere Produkte dort herzustellen.Im Nachhinein stellten wir fest, dass wir die Wertschätzung unserem eigenen Können gegenüberviel zu niedrig eingestuft hatten. Viele asiatische Hersteller haben uns nach anfänglicherBegeisterung – wer möchte nicht Steiff als Referenz angeben- schon während der Musterphaseabgesagt.Unseren hohen Ansprüchen waren sie nicht gewachsen. Wir stellten fest, dass gerade in solch einemhandwerklichen Prozess sehr viele kleine Details eine große Rolle spielen, die schnell unterschätztwerden. Zwar ist es uns gelungen, durch massive Kontrollen und eine umfangreiche Ausbildung derArbeiter die gewünschte Qualität zu erzielen, aber es war ein sehr mühsamer Weg, der lange dauerteund durch eine wachsende Fluktuation torpediert wurde. Und dies bringt mich zu meinem zweitenPunkt- Langfristigkeit.
  3. 3. 2. LangfristigkeitLangfristigkeit hat viel mit Berechenbarkeit zu tun. Die Einarbeitungszeit eines Mitarbeiters in derFertigung beträgt 8-12 Monate, die Fluktuation in Asien betrug ebenfalls etwa ein Jahr und war sehrschwer einzuschätzen. Wir konnten nie sicher sein, wie viele der Mitarbeiter nach dem chinesischenNeujahrsfest zurückkamen. Eröffnete nebenan eine Fabrik mit nur geringfügig besserenKonditionen, waren die Mitarbeiter von heute auf morgen weg. Ein weiterer Punkt waren dieGrundmaterialien. Es war nicht einfach, eine Kontinuität in den Grundmaterialien herbeizuführen,wie wir sie von unseren europäischen Lieferanten gewöhnt sind. Mal war die Lieferung wiegewünscht, mal nicht. Allerdings lässt sich ohne Mitarbeiter und ohne Rohware kein Produktherstellen. Hinzu kam noch eine weitere Gegebenheit, die uns aufgeschreckthat: die Skandale um Schadstoffe in Spielzeug aus China im Jahr 2007, als andere HerstellerMillionen Spielzeuge zurückrufen mussten. Wir stellten uns die Frage, wie wir ausschließenkönnen, dass sich bedenkliche Stoffe in unseren Vormaterialien befinden oder im Fertigungsprozessin die Produkte gelangen.3. SicherheitUns war klar, dass wir 100%-ige Sicherheit nur garantieren können, wenn wir alle Prozesse inunseren eigenen Händen halten. Wir benötigen einen geschlossenen Kreislauf. So kam es zu einerGegebenheit, die wir jetzt als glückliche Wendung beschreiben können: Die Firma Schulte ausDuisburg ist seit 1901 unser Lieferant für Mohair und Alpaca-Plüsche. Schulte hatte 1901 denMohair erfunden, das ,Fell’ für den Teddybären. Die Webpelze der Firma Schulte sind für uns derwichtigste Rohstoff in der Produktion, da wir damit etwa die Hälfte des Umsatzes generieren. Esgibt kein anderes Unternehmen, das eine vergleichbare Qualität liefern kann. Im Jahr 2008 tratSchulte mit der Offerte an uns heran, die Firma zu übernehmen. Durch diese Übernahme konntenwir uns von der Rohmaterialseite unabhängig machen und haben nun die Möglichkeit, unsereeigenen Grundmaterialien herzustellen. So sind wir in der Lage, den gesamten Produktionsprozess-vom Einkauf des Garns über das Weben der Plüsche und alle weiteren Fertigungsschritte bis zumfertigen Produkt- selbst zu bestimmen und damit lückenlos die Qualität der Steiff-Produktegarantieren zu können. Heute sind wir kurz vor dem Abschluss, die gesamte Produktion wieder inden eigenen Werken zu leisten. Durch unsere eigene Weberei und unsere eigenen Produktionsstättensind wir vollständig unabhängig und können garantieren, dass wir die ,schönsten, besten undsichersten Teddybären und Kuscheltiere der Welt’ herstellen, die hoffentlich Generationen vonKindern Freude bereiten.Ein Artikel von Martin FrechenDer Autor Martin Frechen wurde 1968 in Köln Geboren und arbeitete bis 2010 als Geschäftsführerfür die Margarete Steiff GmbH.Video mit Martin Frechen auf YoutubeMade in Germany | Steiff – Irrweg nach Chinadipl. oec. martin frechen, joachim martin frechen, martin bock frechen, martin frechen, martinfrechen 2010, martin frechen berlin, martin frechen geschäftsführer, martin frechen immobilien,martin frechen innenstadt, martin frechen neu ulm, martin frechen steinel, martin hornig frechen,martin markt frechen, martin müller frechen, martin wittmers elektrotechnik frechen, sankt martinfrechen, st. martin frechen st martin frechen 2011
  4. 4. Martin Frechen Neu Ulm

×