ADHS und Beruf

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Workshops zu ADHS und Beruf und ADHS und Partnerschaft in Neubrandenburg

Workshops zu ADHS und Beruf und ADHS und Partnerschaft in Neubrandenburg

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  • 1. Dr. Martin Winkler Klinik Lüneburger Heide Bad Bevensen ADHS
  • 2.
    • ADHS und Beruf - Was ist ADHS? - Funktionelle Auswirkungen - Einen Beruf finden ? - Umgang mit ADHS
    • ADHS und Partnerschaft - Emotionen und ADHS - Kommunikation - Aus der Praxis
  • 3. KOMPASS
    • Es geht nicht darum, mehr Fokussierung zu lernen
    • Es geht nicht um noch mehr Organisationsstrukturen
    • Es geht nicht primär um Zeitmanagement
    • Es geht nicht um Struktur
    • Sie müssen IHREN eigenen inneren Kompass finden und sich danach richten können
    • Sie müssen lernen, sich selbst zu akzeptieren und mit Stärken und Schwächen umzugehen.
    • Sie müssen sich selbst WIRKLICH gut kennenlernen
    • Sie müssen lernen ihr Leben möglichst sicher und planvoll zu lenken.
    • Das ist ordentliche psychische ARBEIT
    • Jennifer Koretzky
  • 4. Der Anfang vor dem Anfang
  • 5. Symptome im Erwachsenenalter - fangen wir doch mal hiermit an Ressourcen bei ADHS / ADS - Das Leben mit ADHS bzw. mit einem ADHSler ist selten langweilig... http://dr.martin.winkler.googlepages.com/ressourcen Kann neue und kreative Lösungen für Probleme finden Stellt sich großen Herausforderungen Anpassungsfähig, kooperativ Abenteurer, leidenschaftlich, lebt außerhalb von engen Grenzen Findet neue Wege zu einem vorgegebenem Ziel Hilfsbereit Ambitioniert – möchte in der Kindheit noch am liebsten „Alles“ werden Künstlerische Kreativität Anziehend – die ADHS-Energie zieht andere Menschen häufig magisch an Sieht das große Ganze Kann in Notfallsituationen und Chaos den Überblick behalten Intuitives Erfassen von Problemen bei anderen Menschen Weiter Fokus – kann mehr sehen und berücksichtigen Kann im Chaos Ordnung gestalten Kann viele Dinge gleichzeitig Kann anderen das Gefühl geben, verstanden zu werden Kann über mehrere Dinge gleichzeitig reden Vielseitige berufliche Karrieren in einem Leben Zentrum der Aufmerksamkeit im Betrieb Kann häufig gut vor anderen Menschen präsentieren oder verkaufen Fühlt sich bei Veränderungen oder Herausforderungen wohl Leidenschaftlich gegenüber anderen und für eine Aufgabe Kann gut Konzeptideen entwerfen Entwickelt sich ständig Leidenschaftlich Kann gut Verknüpfungen herstellen Häufig guter Schriftsteller / Gedichteschreiber Musikalisch Gut in Krisensituationen Tierlieb Sucht möglichst viel Kontrolle und Struktur Kontaktbereit Empathisch und sensibel Unternehmertyp / Gründer Flexibel Typ, den/die man gerne um sich hat Zielorientiert Kann gut andere motivieren Multitaskingfähig Gut im Problemlösen Kann gut in der Öffentlichkeit sprechen (Politiker) Kann andere gut verstehen und auf sie eingehen, empathisch Kann gut Aufgaben delegieren und verteilen Gut in Notfallsituationen Toll beim Brainstorming Humorvoll, manchmal ironisch
  • 6. und viele viele weitere Stärken und positive Eigenschaften, die es wieder zu entdecken gilt... Guter Geschichtenerzähler Kinder lieben ihn / sie Pragmatiker bei handwerklichen Dingen Arbeitet hart und oft länger als andere Sucht harmonische Beziehungen zu Familienmitgliedern Hilfsbereit bis zur Selbstaufgabe Ständige Energie und in Action Erfasst schnell den Punkt Fähig zum Hyperfocus Ideenschmiede Kann toll visuell (in Bildern) denken Impulsiv und ohne Angst auch mal eine Abfuhr zu bekommen Initiator von Ideen und Projekten Intelligent Nachtmensch, benötigt nicht viel Schlaf Lernbereit / wissbegierig Kann Dinge mehrdimensional und von verschiedenen Seiten beleuchten Vielseitige Interessen und Begabungen Kann Menschen mit geringem Selbstwertgefühl gut unterstützen Nie gelangweilt Spricht aus, was andere denken Ständig da, wenn man ihn oder sie braucht Optimist Philosophisch und ganzheitlich orientiert Verspielt Pragmatisch Schneller Denker Widerstandsfähig, Stehaufmännchen Kann sich häufig gut anpassen und ist flexibel in neuen Gruppen Spontan Erfolgreich in neuen Projekten und Aufgaben Ist anderen Menschen häufig 2 Längen voraus Unorthodox Entdecker / bereit Risiken einzugehen
  • 7. ADHS -Veranlagung
  • 8.
    • Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Werner von Siemens dt. Erfinder (1816-1892)
  • 9. R Barkley
    • Nicht Hyperaktivität unterscheidet Erwachsene mit ADHS von „normalen“ Erwachsenen oder Patienten mit anderen Störungen, sondern - Ablenkbarkeit - impulsives Entscheiden - schlechte Exekutivfunktionen
    • Warum sollten also Kliniker und die Öffentlichkeit durch die Beibehaltung der Symptomatik „Hyperaktivität“ in Symptomlisten nur unnötig verwirrt werden?
  • 10. DSM-V (hypothetisch)
    • Ist leicht durch äußere Reize ablenkbar
    • Entscheidet sich häufig impulsiv
    • Kann eine Aktivität oder Verhalten nicht stoppen, wenn dies angemessen wäre
    • Beginnt eine Sache ohne genau die Anweisung verstanden oder gelesen zu haben
    • Kann bei fremdbestimmten Aufgaben die Ausdauer nicht aufrechterhalten
    • Kann Dinge schlecht in einer vorgegebenen Reihenfolge machen
    • Fährt mit einem Auto schneller / riskanter als Andere
    • Kann schlecht die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder Freizeitaktivitäten halten
    • Kann für sich selber schlecht Aufgaben und Aktivitäten organisieren
  • 11.
    • Emotionsregulation und Impulsivität
    Aufmerksamkeits-Steuerung Selbstorganisation und Handlungplanung
  • 12. Erklärungsmodell Aufmerksamkeit / Selbstkontrolle Belohnungssystem Reizoffenheit Aufmerksamkeitssteuerung Hohe Stressempfindlichkeit Emotionale Überflutung = mentaler Dauerstress Fehlende “Sättigung” Unmittelbare Belohnung Geringe Frustrationstoleranz Mangelnde Inhibibition = Impulskontrolle ADHS Sonuga-Barke. Neurosci Biobehav Rev. 2003;27:593.
  • 13.  
  • 14. Steuerungsschwäche ADHS Störung der Regulationsdynamik Als Aufmerksamkeitsstörung wird ein durch eine Verhaltensdiagnose gekennzeichneter medizinischer Zustand gekennzeichnet, bei dem eine erhebliche Beeinträchtigung der Aufmerksamkeitssteuerung charakteristisch ist. Zusätzlich liegen in vielen Fällen klare Anzeichen von Hyperaktivität und / oder Störungen der emotionalen Regulation – hauptsächlich der Impulskontrolle – sowie der Wahrnehmung und Gedächtnisbildung vor.
  • 15. Selbstorganisation
    • ADHS = Die Lücke zwischen Theorie und Praxis
    • Nur bei Interesse ist Motivation da
    • Gerade scheinbar einfache Dinge und Aufgaben gelingen mit zunehmender Dauer schlechter
    • Routinen entwickeln sich bedeutend später
  • 16. Störung der Selbststeuerung
    • ADHS ist genetisch bedingt. Die veränderten neuronalen Netzwerke bedingen in der Wechselwirkung mit Bezugspersonen eine negative Interaktion Prof. Steinhausen, Zürich
    • ADHS-Kinder und Jugendliche entwickeln ein nicht adäquates Niveau der Selbstregulation
    • Sie produzieren im Vergleich zu Peers desselben Alters/ Intelligenzniveau deutlich ernsthafter ausgeprägt als üblich Selbstregulationsschwankungen
    • ADHSler nutzen die neuronalen Netzwerke anders – suboptimal (?)
  • 17. 12 Symptome bei Erwachsene
    • Aufschieberitis, Probleme anzufangen
    • Organisationsdefizit
    • Zu viele Ideen gleichzeitig
    • Leichte Ablenkbarkeit
    • Versagensgefühle, Potential kann nicht umgesetzt werden
    • Ungeduldig
    • Schnell gelangweilt
    • Kurze Aufmerksam-keitsspanne
    • Unruhe, Anspannung
    • Unfähig zur Entspannung
    • Vergesslich
    • Ständig zu spät
  • 18. Innerlich unruhig Aber nicht immer offen sichtbar…
  • 19. Unaufmerksamkeit
    • Kann Anweisungen nicht umsetzen
    • Tagträumereien
    • Langsam bei Alltagsaufgaben
    • Wird schnell gelangweilt
    • Beginnt Aktivitäten ohne sie zu beenden
    • Vergesslich
    • Kann Inhalt von Büchern sich nicht merken
  • 20. ADHS bleibt als Anlage bestehen, verändert jedoch klinisches Erscheinungsbild bei Erwachsenen Unaufmerksamkeit Kindheit Pubertät Erwachsene 60%-80% 50-60% Hyperaktivität Impulsivität Sichtbare “ Normal” Beeinträchtigung, unterhalb Diagnosekriterien Diagnosekriterien
  • 21. Konformität Leistung Konformität Streber Angepasste Stille Außenseiter Unabhängige Non-Konformisten Unbemerkte Mitläufer
  • 22. Fehlende Orientierung…
    • Ich vermute, daß meine Magersucht und mein schlechtes Filtersystem irgendwie im Zusammenhang stehen. Die Unfähigkeit wichtige und unwichtige Informationen zu trennen, die lange Leitung / Auffassungsgabe und die Vergesslichkeit bewirkt, dass ich mich hilflos fühle und immer alle Leute fragen muss, das wiederum bewirkt eine gewisse Abhängigkeit. Ich merke zunehmend, daß ich nicht in der Lage bin mein Leben selbst zu organisieren. Ich fühle mich überfordert von all der Flut von Aufgaben, die das tägliche Leben an mich stellt und ich kann viele Dinge nicht umsetzen. Chaos im Kopf und Reizüberflutung sind die Folge und Zukunftsängste. Ich habe Angst älter zu werden.
  • 23.  
  • 24. Weiss Functional Impairment Scale
    • Familie
    • Alltagsfertigkeiten
    • Ausbildung und Beruf oder Schule / Studium
    • Selbstbild / Selbstwertgefühl
    • Sozialleben
    • Risikoverhalten
  • 25. Alltagsfertigkeiten
    • Gestörtes Essverhalten z.B. kein Frühstück keine gemeinsamen Mahlzeiten Essen vor dem Fernseher Heisshungerattacken abends Frustessen Essen wird vergessen Kein Durst (oder nur Kaffee…)
  • 26. Routinen
    • Unsystematische Handlungen ->
    • Braucht viel zu lange für Routine- Tätigkeiten
  • 27. Hotel Mama
    • Rechtzeitige Vorbereitung auf „Selbstständigkeit“
    • Autonomie-Abhängigkeits-Konflikt -> ADHSler überschätzen sich in ihrer Selbstständigkeitsentwicklung erheblich, klagen aber andere für Fehler an …
  • 28. Selbstbild – fehlende Selbstwirksamkeitserwartung
    • Pessimistisch, negative Sicht der Dinge
    • External locus of control
    • Selbst-zentrierter Wahrnehmungsstil
    • Chaotisches Lebensstil
    • Nicht strukturiert / desorganisiert
    • Introvertiert
    ADHS ist auch eine Soziale Integrationsstörung
  • 29. Die Familie leidet
    • Unfähigkeit zum Perspektivenwechsel
    • Bedürfnisse gegenüber Familie werden nicht richtig abgewogen
    • Andere müssen Aufgaben übernehmen
    • Viel Spannungen, wenig gemeinsamer Spaß
    • Angst vor Kontrollverlust bei Aggressionen
  • 30. Es sind immer die Anderen
  • 31. Was braucht ein ADHSler?
    • Strukturierung
    • Positive Kontakte (Mentoren)
    • Medienkompetenz = Fernsehen, Videospiele, Internet abschalten
    • Ausreichender Schlaf
    • Regelmässige Ernährung
    • Bewegung
    • Notfallkoffer für Rückschläge und Veränderungssituationen
  • 32. Was fehlt mir …
  • 33. Was brauchen Jugendliche mit ADHS (nach Neuhaus)
    • Einen roten Faden (!) in allen Lebensbereichen hilfreiche Strukturen, Strategien und wertschätzende Unterstützung (aber nicht Ausnutzen der Eltern oder Bezugspersonen)
  • 34. Vorbilder
    • Ein positives Modell… wie man als Erwachsener mit ADHS umgehen kann Humorvoll, syndromtypische Probleme meistern
  • 35.  
  • 36.
    • Klare Kommunikation kurze Sätze keine langen Diskussionen positiv Ausdrücken, was man erwartet frühzeitiges Ankündigen von neuen Aufgaben und Erwartungen
  • 37.
    • Sinnvollen Umgang mit Gefühlen keine emotionellen Spitzen nicht auf Nörgeln eingehen Im Hier und Jetzt bleiben Auszeit später Konflikt klären
  • 38. Strukturen einhalten
    • Konsequenzen, keine Strafen Auszeit Sandwich- Methode konstruktive Dinge ansprechen Kritik Ermunterung Klare Konsequenzen überlegen
  • 39. Üben und Vormachen…
    • Hilfen beim Aufbau von neuem Verhalten sehr kurzfristiges Feedback Orientierungsreaktion non-verbal
  • 40.  
  • 41. Stressbewältigung
    • ADHSler fühlen sich in Stress-Situationen „wohl“
    • Können aber schlecht mit Alltagsstressoren umgehen
    • Fühlen sich leicht „überwältigt“ von scheinbar simplen Anforderungen und Entscheidungen
    • Haben keine systematischen Problembewältigungsstrategien
  • 42. Schwierigkeiten und Potentiale 5)
    • Hypersensibilität
    • Jähzorn, Impulsivität und Ungeduld
    • Albernheit
    • Ablenkbarkeit
    • Starke Intuition
    • große Energiereserven
    • Humor / kann sogar vor dem Burn-Out bewahren wenn der Stress zu groß wird
    • Mehrspuriges Bewusstsein
    Verletzte Gefühle Feinfühlig, Gespür für den richtigen Zeitpunkt, Instinkt Explodieren, sich aus einer Situation nach der anderen verdrücken kraftvolle zielgerichtete Attacken, schnelles Handeln, Gelegenheiten blitzartig nutzen, sofortige Reaktion auf Situation (die andere noch nicht einmal durchschaut haben) Witze reißen oder sich über andere lustig machen, um vom Problem der eigenen Überforderung/Überanstrengung abzulenken Schlagfertigkeit, heitere Seite der Situation sehen können, über jene Dinge lachen, die nicht zu ändern sind, dem Gefühl der Hilflosigkeit die Schärfe nehmen Was hat man verpasst, während man mit den Gedanken woanders war? Auf mehreren Ebenen gleichzeitig denken, reden und handeln können, in Abläufen am Arbeitsplatz Muster erkennen können
  • 43. Die ADS-Typen im Beruf
    • Extrovertiertes ADS
    • Tätigkeiten im Verkauf,
    • in hoch riskanten Berufen,
    • in der Unterhaltungsbranche.
    • Werden häufig Unternehmer.
    Wirkt verbal als auch körperlich hyperaktiv Meist herrlicher Sinn für Humor Ist impulsiv und offen Dramatisch, ausdrucksstark und sehr kontaktfreudig Liebt Publikum Lädt sich zur gleichen Zeit mehr auf, als zehn Leute schaffen können
  • 44. Die ADS-Typen im Beruf
    • Introvertiertes ADS
    • Häufig Handwerker,
    • Künstler,
    • Mechanisches Talent oder Technikfreaks.
    • Betreuer und Helfer.
    • Leute, die gern im Freien sind.
    Impulsiv und sensibel, was jedoch nicht immer gleich festzustellen ist. Denken eher über Dinge nach, als dass sie Dinge tun. Still, aber dabei innerlich rastlos.
  • 45. Die ADS-Typen im Beruf
    • Stark strukturiertes ADS
    • Militär,
    • Buchhaltung,
    • Linienpiloten.
    • Tätigkeiten, bei denen es auf Details und eine stark strukturierte Umgebung ankommt.
    Braucht Strukturen Sehr bestimmend Extrem fokussiert Wenn sich nur ein Element ihrer Struktur verändert, können sie ausrasten, in Rage geraten und ein Chaos anrichten Neigen dazu, anderen die Schuld zu geben. Beziehungen und Kompromisse fallen schwer.
  • 46. ADHS, Suchtverhalten und der Arbeitsplatz Weniger Suchterkrankungen Weniger suchtbedingte Ausfälle „ win – win „ - Situation Steigerung der Produktivität Arbeitsbedingungen anpassen ADHS erkennen
  • 47. Integratives Therapiekonzept Pharmakotherapie Stimulantien / Atomoxetin Training von Alltagsfertigkeiten Spezifischer Psychotherapieprozess für ADHS und komorbide Störungen Therapeutisch geführtes Unterstützungssystem und die ADHS-Besonderheiten VERSTEHENDE Bezugspersonen
  • 48. 7 Schritte zum Erfolg
    • Machen Sie Dinge, die sie gut können. Vergeuden Sie nicht Zeit damit Dinge tun zu müssen, die sie nicht können (Das haben Sie in der Schule schon genug gehabt)
    • Delegieren Sie Dinge, die Sie nicht können
    • Nutzen sie ihre Kreativität
    • Seien Sie gut genug organisiert um ihre Ziele zu erreichen
    • Nehmen Sie den Rat von Menschen an, denen Sie vertrauen.
    • Halten Sie den Kontakt zu einigen engen Freunden
    • Leben Sie mit ihrer positiven Seite Ned Hallowell, 2005
  • 49. Neuro-kognitiver Ansatz der Rehabilitation
    • Funktionelles Verständnis von ADHS
    • Optimierung der kognitiven Funktionen = Pharmakotherapie
    • Ressourcenorientierte Bewältigungsstrategien und Umgebungsveränderungen unter Einbeziehung der Angehörigen / soziales Umfeld
    • Kognitive Therapie / Neubewertung
    • Neue Fertigkeiten erlernen und trainieren
    • Psychotherapeutische Behandlung der komorbiden Störungen / Selbstwertproblematik / Interaktionsstörung
    • Sozialberatung
  • 50. Mastering Your Adult ADHD ( Safren, Perlman, Sprich )
    • Psychoedukation und Einführung
    • Beteiligung der Familienangehörigen
    • Organisation von mehreren Aufgaben
    • Problemlösetraining
    • Organisation von Papierarbeit
    • Geringe Aufmerksamkeitspanne und Ablenkbarkeit
    • Anpassung der Umgebung
    • Kognitives Modell der ADHS
    • Konstruktivere Gedanken
    • Wiederholung
    • Fertigkeiten im Umgang mit Aufschieben
    • Rückfallprophylaxe
  • 51. Fertigkeiten
    • Organisation und Planung Aufgabenliste Aufgaben in Teilaufgaben unterteilen Prioritäten Problemlösetraining TRIAGE und Ablagesystem
    • Umgang mit Ablenkungen Aufgaben an Aufmerksamkeitsspanne anpassen Ablenkungs-Stop Ablenkungen entfernen Wichtige Dinge an eigenem Platz Ablenkungen erkennen („Mache ich was ich tun soll?“)
    • Kognitive Strategien Protokoll von negativen Gedanken Typische „Denkfehler“ bei ADHS Konstruktive Selbstaussagen üben
    • Aufschieberitis
  • 52. Soziale Kompetenz
    • Kontrolle von Wut und Frustrationen
    • Akzeptanz einer Autorität
    • Schlechte Beziehungen zu Gleichaltrigen
    • Probleme der familiären Interaktion
    • Hochrisikoverhalten
    • Widerstand gegen Versuchungen
    • Anders sein….
  • 53. Hyperaktivität
    • Körperliche Bewegung ermöglichen
    • Wechsel zwischen Sitzen und Stehen
    • Pausen einplanen
    • Sport und Gymnastik nutzen
    • Mitschreiben oder Zeichnen während Besprechungen
    • Wechsel der Arbeitsorte
  • 54. Ablenkbarkeit
    • Einzelbüro oder Nutzung von leerstehenden Besprechungsräumen
    • Visuelle Timer als Ablenkungsstop
    • Computer aus
    • Kompatible Kollegen suchen
    • Stimulierende Atmosphäre schaffen
    • Hintergrundkulisse (Lüfter, weisses Rauschen)
  • 55. Ablenkbarkeit
    • Störquellen wie Klingeln, Durchgangsverkehr etc. beseitigen
    • Ausreichend Schlaf und Bewegung
    • Pünktlichkeit und feste Zeitstrukturen trainieren
    • Pausen einplanen und einhalten
    • Schreibtisch 15 Minuten vor Dienstschluss aufräumen
  • 56. Coaching Aufgaben definieren Handlungsschritte festlegen Erfolg überprüfen Selber können Sich kennenlernen
  • 57. SGB IX umsetzen
    • §1 Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen
    • §5 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben wie berufsorientierende Assessments Teil- und Vollqualifizierung bis zur 2 jährigen Umschulung behindertengerechte Arbeitsplatzgestaltung
  • 58.  
  • 59. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! www.klinik-lueneburger-heide.de www.adhs.ch
  • 60. ADHS und Partnerschaft
  • 61. Liebe macht blind
    • Liebe erfüllt im psychiatrischen Sinne die Kriterien des Wahns
    • Man(n) / Frau sieht alles rosa-rot
  • 62. Die positiven Seiten
    • Kreativ in kleinen Dingen
    • Spontan - macht das Leben spannend
    • Loyal (nicht immer = treu)
    • Empathisch und fürsorgend
    • Intuitives Verstehen
    • Interessant
  • 63. ADHS und Beziehung
    • Impulsivität : Handeln ohne zu Denken
    • Suche nach Nervenkitzel
    • Provokation zur Stimulation
    • Vergesslichkeit bei Verabredungen
    • Schlechte Kommunikation
    • Mangel an Ordnung / Organisation
    • Geringe Ausdauer Dinge zu erledigen
  • 64. Unrealistische Träume
    • All you need is love…
    • Ich habe meinen Traumpartner gefunden
    • Ich verstehe seine / ihre Probleme
    • Es war mein Fehler
    • Wenn er nur Medikamente nehmen würde, wäre ALLES anders
    • Kinder würden uns zusammenschweissen
  • 65. Die Paarbeziehung
  • 66. Aneinander vorbei reden
  • 67. Identitätssuche
  • 68. Emotionale Überflutung
    • Reizüberempfindlichkeit
    • Rasche Erregung, langsame Normalisierung
    • Emotionen, Gedanken und Handlungen überfluten Mädchen mit ADHS -> nicht selten Selbstverletzungen
    • „ Aussteigen“ bei unpassender Ansprache
  • 69. Validieren von Gefühlen
    • Empathie und Verständnis
    • Bestätigung
    • Positives Feedback
    • Gemeinsames Erkunden statt Unverständnis Deutungen / Analysen Schuldzuweisungen Spekulationen
  • 70. Affektive Labilität AD/HS
  • 71. Gefühlsregulation
    • Intermittierende Dysphorie
    • Überschiessende emotionale Reaktionen
    • Exlodierende Spannung
    • Kurze reaktive depressive Symptome oder Angst
    • Geringe Stresstoleranz
  • 72. Affektlabilität
    • Gekennzeichnet ist durch Wechsel zwischen normaler und niedergeschlagener Stimmung sowie leichtgradiger Erregung. Die niedergeschlagene Stimmungslage wird vom Patienten häufig als Unzufriedenheit oder Langeweile beschrieben. Die Stimmungswechsel dauern Stunden bis maximal einige Tage (hat das Verhalten bereits zu ernsthaften oder anhaltenden Schwierigkeiten geführt, können sie sich ausdehnen). Im Gegensatz zur „major depression“ (endogene Depression) finden sich kein ausgeprägter Interessenverlust oder somatische Begleiterscheinungen. Die Stimmungswechsel sind stets reaktiver Art, deren auslösende Ereignisse zurückverfolgt werden können. Gelegentlich treten sie aber auch spontan auf.
    • Aus Leitlinien der DGPPN zu ADHS im Erwachsenenalter
  • 73. Mandelkern
    • „ Umschmeicheln“ der Amygdala
    • Emotionale Überflutung verhindern
    • Syndrom der Extreme „Makro – Weitwinkel“
    • Stressempfindlichkeit
    • Emotionale Regulationsstörung bei Frauen durch hormonelle Schwankungen noch erschwert
  • 74. Funktionelles Verständnis von ADHS
    • Abbau von Selbstvorwürfen und Erwartung des Scheitern
    • Entwicklung eines funktionellen Verständnisses
    • Abbau von rigiden / nihilistischen Einstellungen und
    • Aufbau von konstruktiven Verhalten -> sich der Herausforderung ADHS stellen
  • 75.  
  • 76. Erwachsen werden…
  • 77. Therapie und Selbstbewusstein
  • 78. Burnout
  • 79. Co-Abhängig?
  • 80. Gelegenheiten…
  • 81. Kommunikations-training bei ADHS
  • 82. Ausdrücken positiver Gefühle
    • Positive Gefühle und damit verbundene Erlebnisse werden nicht als bedrohlich erlebt
    • Das gegenseitige Mitteilen positiver Gefühle hat auch für den Angesprochenen einen belohnenden Charakter und erhöht die Motivation, sich nett und konstruktiv zu verhalten
  • 83. Ziel
    • Sich direkt äußern
    • Die positiven Aspekte des Zusammenlebens wieder verdeutlichen
    • „ Ich-“Gebrauch
    • Konkretes Verhalten ansprechen und direkt darauf beziehen
    • Mit eigenen Worten zusammenfassen
  • 84. Wie macht man das ?
    • Blickkontakt suchen = Gesprächspartner anschauen
    • Ihm genau beschreiben, was mir gefallen hat
    • Ihm sagen, wie ich mich dabei gefühlt habe
    • Üben, d.h. es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
  • 85. Aktives Zuhören
    • die Fähigkeit zuzuhören und das Gesagte auch tatsächlich aufzunehmen
    • An der Meinung des Anderen Interesse signalisieren
    • Sprecher anschauen
    • Ihm durch Rückmeldung wie Kopfnicken, „ja“, „aha“ Aufmerksamkeit bekunden
    • Bei Unklarheiten nachfragen
    • Das Gehörte zurückmelden
  • 86. Bremse !
    • Zur Vermeidung von Eskalationen (Streit) kommt dem „aktiven Zuhören“ eine ganz entscheidene Rolle zu : Durch die Regel, zuerst die Äußerung des Sprechers zusammenzufassen, wird das Gespräch gebremst.
    • Sofortige Gegenreaktionen wie Gegenkritik, Rechtfertigung oder Ablehnung werden vermieden.
  • 87. Äußern von Wünschen
    • Wünsche kann man nicht von den Augen ablesen
    • Die eigene Erwartung kann manchmal überhöht sein bzw. nicht unausgesprochen von einer anderen Person erkannt werden
  • 88. Konstruktives Mitteilen von Wünschen
    • Gesprächspartner anschauen
    • Ihm genau beschreiben, worum ich ihn bitte
    • Ihm sagen, wie ich mich dabei fühle
    • Bitte mit Worten wie „ich würde mich sehr freuen, wenn Du“ beginnen oder unterstützen
  • 89. Spezifisches Ausdrücken von negativen Gefühlen
    • Die mangelnde Fähigkeit negative Gefühle oder Kritik auszudrücken, führt oft zu spannungsreichen Auseinandersetzungen
    • Häufig geht dem bereits eine Vielzahl von negativen Vorerlebnissen voraus bis die emotionale Geladenheit immer grösser geworden ist und in einem Streit entladen wird
  • 90. Ausdruck von negativen Gefühlen
    • Gesprächspartner anschauen, fest und bestimmt sprechen
    • Ihm / ihr genau beschreiben, was mir mißfallen hat
    • Ihm / ihr sagen, wie man sich dabei gefühlt hat
    • Ihm / ihr einen Vorschlag machen, wie er / sie dies in Zukunft vermeiden könnte
  • 91. Lernen, etwas nicht zu beachten
    • Mit den Augen und der Stimme Konfrontation vermeiden
    • Wegschauen, Tonfall und Lautstärke senken
    • Aus der Situation gehen
    • Aussagen wie „Ich weiss, was du von mir willst, aber ich könnte auch…“
    • Eine Alternative anbieten, die die Bedürfnisse aller abdeckt
  • 92. Tempo
    • Die richtige „innere Geschwindigkeit“ finden
    • Sex funktioniert nur, bei einer Startgeschwindigkeit zwischen 20 und 100
    • „ Hypo“ unter 10, „Hyper“ über 200?
    • -> Ich hatte immer das Gefühl, mein Mann fährt Fahrrad und ich muss zu Fuß gehen…
  • 93. Literatur
    • ADHS das kreative Chaos Dr Walter Beerwerth
    • Lass mich, doch verlass mich nicht Cordula Neuhaus
  • 94. Wirkung von Stimulanzien v v Dopamin- speicher Dopamin Transporter Cytoplasmatisches Dopamin Methylphenidat blockiert Wiederaufnahme Präsynaptisches Neuron Synapse Wilens T, Spencer TJ. Handbook of Substance Abuse: Neurobehavioral Pharmacology. 1998;501-513. Amphetamine blocks reuptake Amphetamine blockieren
  • 95. Methylphenidat-Präparate 22% sofort 78% „verzögert“ Concerta Medikinet retard Ritalin LA 50 % akut 50 % Retard Ritalin Medikinet Equasym MPH-Hexal Ritalin SR Equasym retard 30 % akut 70 % Retard
  • 96.
    • Appetitminderung
    • Kopf- und Bauch-schmerzen
    • Puls- und Blutdruck-erhöhung
    • Innere Unruhe
    • Schlafstörungen (?)
    • Schwindel
    • Übelkeit
    • Kognitive Beeinträchtigungen (über 1 mg /kg KG)
    • Depressive Verstimmung bei Überdosierung
    • Vegetative Blässe
    • Ggf. Tic
    • Psychotische Reaktionen bei Überdosierung
    Rebound-Effekt : Unruhe bzw. ADHS-Symptome am Ende der Wirkdauer des MPH Mögliche Nebenwirkungen