Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12

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voestalpine steigert Umsatz und Ergebnis deutlich

Der voestalpine-Konzern konnte im 1. Halbjahr 2011/12 den Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 15 Prozent, das operative Ergebnis (EBIT) um 28 Prozent sowie das Vor- und Nachsteuerergebnis um jeweils 40 Prozent erhöhen.

Mehr Informationen unter http://bit.ly/uVB0hk

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Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12

  1. 1. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12www.voestalpine.com
  2. 2. voestalpine-Konzern in Zahlen1 H 2010/11 vs. 1 H 2011/12Mio. EUR 1 H 2010/11 1 H 2011/12 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.09.2010 30.09.2011 in %Umsatzerlöse 5.191,8 5.977,7 15,1EBITDA 710,5 824,2 16,0EBITDA-Marge 13,7 % 13,8 %EBIT 414,2 531,4 28,3EBIT-Marge 8,0 % 8,9 %Ergebnis vor Steuern 317,4 443,3 39,7Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)1 249,7 346,1 38,6Ergebnis je Aktie (EUR) 1,24 1,82 46,8Investitionen 169,2 227,4 34,4Abschreibungen 296,3 292,8 –1,2Capital Employed 7.841,7 8.253,5 5,3Eigenkapital 4.370,0 4.771,2 9,2Nettofinanzverschuldung 2.873,5 2.905,1 1,1Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals 65,8 % 60,9 %Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) 39.862 41.168 3,31 Q 2011/12 vs. 2 Q 2011/12Mio. EUR 1 Q 2011/12 2 Q 2011/12 01.04.– 01.07.– Veränderung 30.06.2011 30.09.2011 in %Umsatzerlöse 3.051,5 2.926,2 –4,1EBITDA 462,9 361,3 –21,9EBITDA-Marge 15,2 % 12,3 %EBIT 317,6 213,8 –32,7EBIT-Marge 10,4 % 7,3 %Ergebnis vor Steuern 271,8 171,5 –36,9Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss)1 209,6 136,5 –34,9Ergebnis je Aktie (EUR) 1,13 0,69 –36,4Investitionen 117,0 110,4 –5,6Abschreibungen 145,3 147,5 1,5Capital Employed 8.245,6 8.253,5 0,1Eigenkapital 4.878,3 4.771,2 –2,2Nettofinanzverschuldung 2.779,6 2.905,1 4,5Nettofinanzverschuldung in % des Eigenkapitals 57,0 % 60,9 %Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) 40.939 41.168 0,61 Vor nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen.
  3. 3. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 Sehr geehrte Damen und Herren,einmal mehr hat sich die Realwirtschaft in Europa im bisherigen Jahresverlauf in einem alles andere alsfreundlichen Umfeld außergewöhnlich gut geschlagen. Trotz ausufernder Schuldenkrise in immer mehrStaaten, trotz enormer Abschreibungserfordernisse und damit zunehmenden Zukunftsängsten im Finanz­sektor, trotz Orientierungslosigkeit an den Kapitalmärkten und trotz zunehmender Ratlosigkeit der politi­schen Entscheidungsträger über den richtigen Weg in die Zukunft haben die „echten“ Unternehmen in deninzwischen mehr als drei Jahren „nach Lehman“ für die Rückkehr zu Wachstum und Beschäftigung für denweitaus überwiegenden Teil der Bevölkerung in Europa gesorgt.Die Realwirtschaft hat im Gefolge der Krisenjahre 2007 und 2008 ihre Hausaufgaben offensichtlich gründ­licher und wohl auch mit mehr Nachdruck als andere Wirtschaftsbereiche gemacht: Kosten reduziert,Strukturen gestrafft, Effizienz und Produktivität erhöht und damit die globale Wettbewerbsfähigkeit ver­bessert, die Abhängigkeit vom Bankensektor – der vielen Unternehmen nicht mehr als der zuverlässigePartner wie vor der Finanzkrise 2008 erscheint – reduziert und die Abhängigkeit von einem in entscheiden­den Zukunftsfragen sträflich zögerlichen Europa durch forcierte Globalisierung verringert.Europa und seine Politik würden gut daran tun, sich etwas intensiver mit jenem Wirtschaftsbereich aus­einanderzusetzen, der allein in der Lage ist, die Zukunft langfristig abzusichern, nämlich der Realwirtschaftbzw. der Industrie, auch wenn diese offensichtlich – anders als Teile des Finanzsektors – nicht als „system­relevant“ gesehen werden.Dabei erwartet die Realwirtschaft vor allem eines: Klarheit über die langfristigen Rahmenbedingungen amStandort Europa als Voraussetzung für eine nachhaltige Investitionstätigkeit am alten Kontinent. Dabeigeht es um eine verlässliche, kalkulierbare Wirtschafts­ und Wettbewerbspolitik genauso wie um einheit­liche Mindestgrundsätze in der Steuer­ und Beschäftigungspolitik, um angemessene Spielregeln für dieFinanzmärkte genauso wie um eine langfristige Forschungspolitik mit transparenten Fördersystemen,um klare Regeln für die budgetäre Gestion der einzelnen Länder genauso wie um eine an den konkretenBedürfnissen, aber auch Möglichkeiten orientierte Energie­, Umwelt­ und Klimapolitik. Und es geht umvieles andere mehr, jedenfalls aber immer wieder darum, transparente und kalkulierbare Bedingungen fürein langfristiges realwirtschaftliches Engagement in Europa herzustellen, die sich nicht im Jahrestaktverändern.Sollte es Europa auf Dauer verabsäumen, solche Voraussetzungen zu schaffen, wird sich der Fokus unter­nehmerischen Handelns der Industrie schon im Interesse einer Erhaltung der globalen Konkurrenzfähigkeitzwangsläufig auf andere Wirtschaftsregionen richten, die bessere Bedingungen für eine nachhaltig erfolg­reiche Entwicklung bieten.Es ist spät, aber noch nicht zu spät, die notwendigen Entscheidungen für eine konkurrenzfähige europäischeZukunft zu treffen. Über eines sollten wir uns allerdings im Klaren sein: Sich künftig nur mehr gegenseitigKredite einzuräumen oder die Haare zu schneiden, wird nicht reichen, unseren heutigen Lebensstandardzu erhalten. Linz, 16. November 2011 Der Vorstand Wolfgang Eder Franz Hirschmanner Franz Kainersdorfer Robert Ottel Franz Rotter Wolfgang Spreitzer 3
  4. 4. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 Highlights 1 Solider Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2011/12 mit Umsatzzuwachs und deutlicher Verbesserung in allen Ergebniskategorien gegenüber der 1. Hälfte des letzten Geschäftsjahres. Anhaltende Staatsschuldenkrise, Turbulenzen an den Finanz- und Kapital- märkten sowie zögerliche Entscheidungsprozesse auf politischer Ebene schaffen in Europa ein zunehmend volatiles ökonomisches Umfeld. Reduzierte Wachstumserwartungen für 2011 und 2012 sowie rückläufige Frühindikatoren der weltweiten Konjunkturentwicklung wirken verunsichernd auf Kunden und Konsumenten. Vor diesem Hintergrund im 1. Halbjahr anhaltende Konjunkturschwäche in der Bau- und Bauzulieferindustrie, aber auch Bedarfsrückgang in der Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie. Demgegenüber entwickeln sich die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, der Maschinenbau, die Öl- und Gasindustrie sowie der Eisenbahn- und Luftfahrtsektor in den ersten sechs Monaten abgesehen von saisonalen Schwankungen weitgehend stabil auf hohem Niveau. voestalpine-Konzern steigert Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2011/12 auf 5.977,7 Mio. EUR bzw. um 15,1 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2010/11 (5.191,8 Mio. EUR). EBIT und EBITDA noch deutlicher verbessert: EBIT erhöht sich um 28,3 % von 414,2 Mio. EUR auf 531,4 Mio. EUR, EBITDA um 16,0 % von 710,5 Mio. EUR auf 824,2 Mio. EUR.4
  5. 5. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 Verbesserung der EBIT-Marge gegenüber den ersten sechs Monaten 2010/11 von 8,0 % auf 8,9 % und der EBITDA-Marge von 13,7 % auf 13,8 %. Ergebnis vor und Ergebnis nach Steuern gegenüber Vorjahreswerten jeweils deutlich erhöht, EGT von 317,4 Mio. EUR auf 443,3 Mio. EUR bzw. um 39,7 %, Ergebnis nach Steuern2 von 249,7 Mio. EUR auf 346,1 Mio. EUR bzw. um 38,6 % verbessert. Eigenkapitalentwicklung im 2. Quartal 2011/12 durch Auszahlung der Dividende in Höhe von 135,0 Mio. EUR und Rückstellung für die Bedienung des Hybrid- kapitals in Höhe von 65,2 Mio. EUR geprägt. Dividendenleistung und Hybridkapitalbedienung sowie negative Working Capital-Effekte führen gegenüber Jahresbeginn zu einer vorübergehenden Steigerung der Gearing Ratio von 57,8 % auf 60,9 %. Ergebnis je Aktie mit 1,82 EUR um 46,8 % über dem Vergleichswert 2010/11. Anzahl der Stammbelegschaftsmitglieder (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) seit Beginn des Geschäftsjahres per 30. September 2011 um 468 Mitarbeiter auf 41.168 Beschäftigte erhöht. Anstieg des Gesamtbeschäftigtenstandes (Stammpersonal, Leihpersonal, Lehrlinge) im gleichen Zeitraum von 46.066 auf 47.109 Mitarbeiter.1 Soweit nicht ausdrücklich ein anderweitiger Verweis erfolgt, beziehen sich alle Vergleichszahlen auf das 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2010/11.2 Vor nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen. 5
  6. 6. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 Zwischenlagebericht Wirtschaftliches Umfeld Wesentlich schwieriger stellte sich die Lage in der Bau­ und Bauzulieferindustrie dar, die sich Die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres mit Ausnahme des privaten Wohnbaus seit Aus­ 2011/12 waren von makroökonomischer Seite bruch der Krise 2008 im überwiegenden Teil durch eine wechselhafte Entwicklung geprägt. Europas bis heute nicht erholt hat. Seit Frühjahr Das 1. Quartal schloss zunächst nahtlos an den 2011 ebenfalls wenig Dynamik zeigt die Elektro­, bereits vor über einem Jahr begonnenen Auf­ Hausgeräte­ und Konsumgüterindustrie, ein wärtstrend an und brachte weitere Wachstums­ Indikator dafür, dass die Verunsicherung die End­ impulse in allen für den voestalpine­Konzern konsumenten zu erfassen beginnt. wichtigen Marktsegmenten und Absatzregionen. Diese Entwicklungen treffen die einzelnen Divi­ Entsprechend positiv verlief auch die Ergebnis­ sionen des voestalpine­Konzerns in unterschied­ entwicklung. licher Ausprägung. Während in der Division Mit Anfang des Sommers rückte neben der Dis­ Bahnsysteme bisher keine nennenswerten und kussion über die Verschuldungssituation Süd­ in den Divisionen Edelstahl, Profilform und europas auch die Anhebung der Schuldengrenze Automotive neben einer gewissen Verunsiche­ in den USA in den Fokus des öffentlichen Inte­ rung auf Kundenseite nur geringe Auswirkungen resses. Trotz einer politischen Einigung über die erkennbar sind, ist in der Division Stahl in einer Ausweitung der Staatsschulden in den USA kam Reihe von Kundensegmenten eine zunehmende es im Laufe der Sommermonate zu einer zuneh­ Zurückhaltung spürbar. menden Verunsicherung der internationalen Als Reaktion darauf haben die meisten europä­ Finanz­ und Kapitalmärkte, welche sich in der ischen Stahlunternehmen die Produktion seit Folge durch die kritische Entwicklung in Grie­ September deutlich zurückgenommen, um An­ chenland und Italien sowie die daraus resultie­ gebot und Nachfrage in Europa wieder in ein rende Diskussion über die Zukunft von EU und ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Erstmals Euro noch verschärfte. seit Beginn der Rohstoffhausse vor rund sieben Im Gefolge dieser Entwicklungen kam es gegen Jahren reagieren auch die Rohstoffmärkte auf Ende des Sommers auch in Teilen der Realwirt­ diese Entwicklungen, und zwar mit deutlich rück­ schaft zu einem vorsichtigeren Bestellverhalten läufigen Erz­ und Kohlepreisen. der Kunden, sodass sich die Entwicklung in den In geografischer Hinsicht sind die Schwellen­ für den voestalpine­Konzern wesentlichen Bran­ länder – allen voran China, Indien und Brasilien chen zunehmend differenzierter darstellte. – nach wie vor Träger des globalen Wirtschafts­ Unbeeinflusst robust auf hohem Niveau ent­ wachstums. In den reifen Volkswirtschaften, vor wickelte sich die Nachfragesituation im gesamten allem in Europa, aber auch in den USA leidet die 1. Halbjahr 2011/12 in den Industriesegmenten wirtschaftliche Entwicklung unter der hohen Automobil­ und Nutzfahrzeugbau, Maschinen­ Schuldenquote einer Reihe von Regionen sowie bau, Eisenbahn­ und Flugzeugtechnik sowie im den Unsicherheiten über die Zukunft der Kapital­ Energiebereich (Öl und Gas). und Finanzmärkte.6
  7. 7. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12Geschäftsverlauf des Division Stahl, zum anderen auch die üblichenvoestalpine-Konzerns saisonalen Effekte in den übrigen Divisionen, noch verstärkt durch eine zunehmend abwartendeGegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres Haltung auf Kundenseite. Vor diesem Hinter­konnte der voestalpine­Konzern in der 1. Hälfte grund fiel das konzernale EBITDA im unmittel­des laufenden Geschäftsjahres sowohl beim Um­ baren Quartalsvergleich um 21,9 % von 462,9satz als auch in allen Ergebniskategorien deutlich Mio. EUR auf 361,3 Mio. EUR, das EBIT verrin­zulegen. So stieg der Umsatz um 15,1 % von gerte sich gleichzeitig von 317,6 Mio. EUR auf5.191,8 Mio. EUR im Vorjahr auf 5.977,7 Mio. 213,8 Mio. EUR, ein Minus von 32,7 %.EUR. Im Vergleich zum direkten Vorquartal Das Ergebnis vor Steuern fiel für die ersten sechs(1 Q GJ 2011/12) zeigte sich die Umsatzentwick­ Monate des Geschäftsjahres 2011/12 mit 443,3lung im 2. Quartal mit –4,1 % leicht rückläufig. Mio. EUR um 39,7 % höher aus als in der Ver­Dies ist im Wesentlichen auf die üblichen saiso­ gleichsperiode des Vorjahres (317,4 Mio. EUR).nalen Sommereffekte zurückzuführen, wobei die Das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss1)Division Stahl im August zusätzlich einen drei­ stieg weitgehend analog dazu um 38,6 % vonwöchigen Erweiterungsstillstand zu verkraften 249,7 Mio. EUR auf 346,1 Mio. EUR. Das Ergeb­hatte. nis je Aktie (EPS) beläuft sich damit für die 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2011/12 auf 1,82In den operativen Ergebniskategorien EBITDA EUR (Vorjahr: 1,24 EUR).und EBIT zeigt der Halbjahresvergleich mit demVorjahr auf Konzernebene beim EBITDA eine Das Eigenkapital erhöhte sich in den ersten sechsErgebnisverbesserung um 16,0 % von 710,5 Mio. Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 um 80,1EUR auf 824,2 Mio. EUR, das EBIT erhöhte sich Mio. EUR bzw. 1,7 % auf 4.771,2 Mio. EUR. Diesogar um 28,3 % von 414,2 Mio. EUR auf 531,4 Steigerung ist auf das deutlich positive ErgebnisMio. EUR. Mit Ausnahme der Division Stahl (in­ nach Steuern von 346,1 Mio. EUR zurückzu­vestitionsbedingter Betriebsstillstand im 2. Quar­ führen, wobei die Dividendenausschüttung intal) trugen alle Divisionen zu dieser positiven Höhe von 135,0 Mio. EUR sowie der anteils­Entwicklung bei, wobei die Division Edelstahl mäßige Rückstellungsanteil der Hybridkapital­mit einer EBIT­Steigerung von 88,7 % gegenüber zinsen von 65,2 Mio. EUR im 2. Quartal desdem Vorjahreswert besonders hervorzuheben ist. Geschäftsjahres traditionell dämpfend auf dieAber auch die übrigen Divisionen konnten beim Eigenkapitalentwicklung wirkten. Ausschlagge­EBIT jeweils zweistellige Zuwachsraten für sich bend für den Aufbau des Working Capital und inverbuchen. Folge dessen für die Erhöhung der Nettofinanz­ verschuldung um 7,1 % von 2.713,1 Mio. EURIm Ergebnisvergleich des 2. Quartals mit dem per 31. März 2011 auf 2.905,1 Mio. EUR perdirekten Vorquartal zeigen sich einmal mehr die 30. September 2011 waren neben saisonalenAuswirkungen des August­Stillstandes in der und konjunkturellen Ursachen auch betriebs­1 Vor nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen. 7
  8. 8. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 bedingte Effekte auf Grund des dreiwöchigen dem Vergleichswert des Vorjahres um 5,4 % von Betriebsstillstandes in der Division Stahl. Zum 3,75 Mio. Tonnen auf 3,95 Mio. Tonnen steigern. Ende des 1. Halbjahres 2011/12 ergibt sich somit Verhältnismäßig den größten Zuwachs ver­ eine Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in zeichnete dabei die Division Bahnsysteme mit Prozent des Eigenkapitals) von 60,9 %. Sie liegt 25,9 % auf 810.000 Tonnen. Allerdings war der damit um 3,1 Prozentpunkte über jener vom Vorjahreswert durch eine geplante Hochofen­ 31. März 2011 (57,8 %), wird sich im weiteren Großreparatur im 2. Quartal 2010/11 reduziert. Jahresverlauf aber wieder deutlich verringern. Während sich die Rohstahlproduktion in der Division Edelstahl um 6,3 % auf 430.000 Tonnen Der voestalpine­Konzern konnte die Rohstahl­ erhöhte, blieb sie in der Division Stahl mit 2,71 produktion im 1. Halbjahr 2011/12 gegenüber Mio. (+0,4 %) Tonnen nahezu unverändert. Quartals- und Halbjahresentwicklung des voestalpine-Konzerns im Zahlenvergleich Mio. EUR 1Q 2Q 1H 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 01.04.– 01.04.– 01.07.– 01.07.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2010 30.06.2011 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011 in % Umsatzerlöse 2.556,1 3.051,5 2.635,7 2.926,2 5.191,8 5.977,7 15,1 EBITDA 350,9 462,9 359,6 361,3 710,5 824,2 16,0 EBITDA-Marge 13,7 % 15,2 % 13,6 % 12,3 % 13,7 % 13,8 % EBIT 203,3 317,6 210,9 213,8 414,2 531,4 28,3 EBIT-Marge 8,0 % 10,4 % 8,0 % 7,3 % 8,0 % 8,9 % Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) 39.595 40.939 39.862 41.168 39.862 41.168 3,38
  9. 9. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12Division Stahl1 Mio. EUR 1Q 2Q 1H 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 01.04.– 01.04.– 01.07.– 01.07.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2010 30.06.2011 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011 in % Umsatzerlöse 856,2 1.038,3 928,3 978,1 1.784,5 2.016,4 13,0 EBITDA 134,1 155,9 139,8 116,1 273,9 272,0 –0,7 EBITDA-Marge 15,7 % 15,0 % 15,1 % 11,9 % 15,4 % 13,5 % EBIT 80,7 101,3 85,1 59,8 165,8 161,1 –2,8 EBIT-Marge 9,4 % 9,8 % 9,2 % 6,1 % 9,3 % 8,0 % Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) 9.497 9.544 9.470 9.499 9.470 9.499 0,3Marktumfeld und Geschäftsverlauf fragerückgang – in bislang allerdings durchausVom Marktumfeld unabhängig waren die ersten überschaubaren Dimensionen – festzustellensechs Monate des Geschäftsjahres 2011/12 in der war.Division Stahl von der letzten Phase des Erwei­ Dies gilt vor allem für den umsatzmäßig größtenterungsprogramms „L6“ geprägt. Dieses Pro­ Geschäftsbereich Qualitätsflachstahl, wo im Ge­gramm hatte zum Ziel, die Kapazität am Stahl­ gensatz zu diesen Kernkundensegmenten diestandort Linz von 5,5 auf 6 Mio. Tonnen Rohstahl Nachfrage aus der Konsumgüter­ und Hausge­zu steigern und gleichzeitig die Kapazitäten der räteindustrie schon über den gesamten bisheri­nachgelagerten Aggregate entsprechend anzu­ gen Verlauf des Geschäftsjahres deutlich unterpassen und optimal aufeinander abzustimmen. der des Vorjahres blieb. Im Hinblick auf dieDas letzte Großvorhaben aus diesem Projekt wa­ Staatsschuldendiskussionen in vielen Ländernren der Austausch der letzten zwei (von insgesamt nicht unerwartet zeigten sich in der Bau­ undsieben) Walzgerüste des Warmwalzwerkes (womit Bauzulieferindustrie wie bereits in den Vorperi­die Kapazität von bisher 4,6 auf nun 4,9 Mio. oden weiterhin keine Anzeichen einer konjunk­Tonnen Durchsatz pro Jahr erhöht wurde) sowie turellen Erholung.der Bau einer neuen Stranggießanlage im Stahl­ Analog zur allgemeinen Konjunkturentwicklungwerk. Für den Austausch der Gerüste musste die bewegten sich im 1. Halbjahr 2011/12 die Roh­Warmbreitbandstraße im August für drei Wochen stoffpreise insgesamt – noch – auf einem stabilkomplett abgestellt werden, was im 2. Quartal hohen Niveau und konnten auf Grund der allesdes laufenden Geschäftsjahres zu deutlich gerin­ in allem guten Auftragslage weitgehend an dengeren Produktions­ und Verkaufsmengen und Markt weitergegeben werden.damit auch entsprechenden Gewinnauswirkun­gen geführt hat. Der Geschäftsbereich Grobblech verzeichneteMarktseitig war die Division Stahl während des eine anhaltend gute Nachfrage sowohl aus der1. Halbjahres 2011/12 von einer insgesamt sta­ Öl­ und Gasindustrie als auch aus dem Sektorbilen und im Wesentlichen von den Bereichen der Alternativenergien, wobei allerdings dieAutomobil und Energie, aber auch dem Maschi­ Windenergie nach der Rücknahme staatlichernenbau getragenen Entwicklung geprägt, wobei Förderungen im 1. Halbjahr schwächer tendierte.jedoch bei einzelnen Kunden auch in diesen Be­ Der Rückgang konnte jedoch durch Aufträge inreichen bereits seit dem Spätsommer ein Nach­ anderen Bereichen problemlos kompensiert1 Seit 1. April 2011 werden die beiden Tochterunternehmen voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH und Importkohle Gesellschaft m.b.H nicht mehr im Rahmen der Division Stahl gesteuert und berichtet. Im vorliegenden Konzernzwischenabschluss sind diese beiden Gesellschaften dem Geschäftssegment „Sonstige“ zugeordnet. Die Vorjahresvergleichszahlen wurden entsprechend angepasst. 9
  10. 10. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 werden. Regionale Nachfragetreiber sind haupt­ Erweiterungsstillstands im August an das Vorjahr sächlich Projekte in Australien, Brasilien und dem anschließen. Sie erzielte im 1. Halbjahr 2011/12 Nahen Osten, wogegen sich in Europa leichte ein EBITDA von 272,0 Mio. EUR, das um 0,7 % Abschwächungstendenzen zeigten. Alles in allem und damit nur unwesentlich unter dem Ver­ ist der Grobblechbereich aber bereits bis in das gleichswert des vergangenen Geschäftsjahres 1. Quartal des kommenden Geschäftsjahres voll (273,9 Mio. EUR) liegt. Das EBIT beläuft sich auf ausgelastet. 161,1 Mio. EUR gegenüber 165,8 Mio. EUR im Im Geschäftsbereich Gießerei operieren derzeit Jahr zuvor, das entspricht einem Rückgang um alle Produktionsstandorte ebenfalls an der Kapa­ 2,8 %. zitätsgrenze, wobei die Entwicklung der Auftrags­ Auf Grund der im Vergleich dazu – vor allem eingänge eine Absicherung der Vollauslastung rohstoffbedingt – deutlich gestiegenen Umsatz­ jedenfalls bis zum Ende des laufenden Geschäfts­ erlöse stellen sich die operativen Ergebnismargen jahres ermöglicht. Für den Geschäftsbereich An­ gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig dar; die arbeitung verlief das Geschäftsjahr bislang hin­ EBITDA­Marge beträgt aktuell 13,5 % (1. Halb­ gegen deutlich schwieriger, da sich die Hoffnung jahr 2010/11: 15,4 % ), die EBIT­Marge liegt bei auf eine spürbare Konjunkturerholung nach dem 8,0 % (9,3 %). Sommer nicht erfüllt hat und der Markt insge­ samt nach wie vor von einem Überangebot ge­ In der unterjährigen Quartalsentwicklung weist prägt ist. Dennoch konnten – vorwiegend durch die Division Stahl vom 1. auf das 2. Quartal die stabile Konjunktur der Automobil­ und 2011/12 einen Rückgang der Umsatzerlöse um Automobilzulieferindustrie – die Liefermengen 5,8 % von 1.038,3 Mio. EUR auf 978,1 Mio. EUR auf einem insgesamt guten Niveau gehalten aus, der im Wesentlichen durch saisonale Effekte werden. und durch die temporären, investitionsbedingten Anhaltend vorsichtiges Bestellverhalten der Kun­ Mengenrücknahmen bedingt war. Diese Faktoren den und fallende Marktpreise führten im Ge­ spiegeln sich allerdings in der Ergebnisentwick­ schäftsbereich Stahl­Service­Center ebenfalls zu lung deutlicher wider und führten im 2. Quartal einem bislang mäßigen Geschäftsverlauf. zu einem Rückgang des EBITDA um 25,5 % von Trotz des schwierigen Umfelds wiesen die Seg­ 155,9 Mio. EUR auf 116,1 Mio. EUR, das EBIT mente Anarbeitung und Stahl­Service­Center lag mit 59,8 Mio. EUR um 41,0 % unter jenem unverändert positive Ergebnisse aus. des unmittelbaren Vorquartals (101,3 Mio. EUR). Die Margen gingen im 2. Quartal des Geschäfts­ Entwicklung der Kennzahlen jahres demzufolge von 15,0 % auf 11,9 % beim Die Division Stahl konnte im 1. Halbjahr 2011/12 EBITDA bzw. von 9,8 % auf 6,1 % beim EBIT ihre Umsatzerlöse auf nunmehr knapp über zurück. 2 Mrd. EUR steigern sowie EBITDA und EBIT absolut betrachtet auf dem guten Niveau des Mit 9.499 Beschäftigten zum Ende des 1. Halb­ Vorjahres halten. jahres 2011/12 blieb der Stammbelegschaftsstand Im Einzelnen legten die Umsatzerlöse um 13,0 % der Division Stahl gegenüber dem Vorjahr (9.470) von 1.784,5 Mio. EUR auf 2.016,4 Mio. EUR zu. praktisch unverändert. Ergebnisseitig konnte die Division Stahl trotz des10
  11. 11. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12Division EdelstahlMio. EUR 1Q 2Q 1H 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 01.04.– 01.04.– 01.07.– 01.07.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2010 30.06.2011 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011 in %Umsatzerlöse 613,8 750,7 623,1 713,0 1.236,9 1.463,7 18,3EBITDA 77,1 120,6 78,3 97,1 155,4 217,7 40,1EBITDA-Marge 12,6 % 16,1 % 12,6 % 13,6 % 12,6 % 14,9 %EBIT 36,6 82,7 38,5 59,0 75,1 141,7 88,7EBIT-Marge 6,0 % 11,0 % 6,2 % 8,3 % 6,1 % 9,7 %Mitarbeiter(ohne Leihpersonalund Lehrlinge) 11.097 11.443 11.135 11.502 11.135 11.502 3,3Marktumfeld und Geschäftsverlauf bereich High Performance Metals eine stabilDie Division Edelstahl verzeichnete im 1. Halb­ hohe Nachfrage nach Schnellarbeits­, Edelbau­,jahr 2011/12 eine insgesamt sehr positive Ent­ Ventil­ und Spezialstählen sowie einen unge­wicklung, deren Dynamik sich allerdings im brochen starken Bedarf aus den Sektoren Luft­2. Quartal etwas verlangsamte. Die leichte Ab­ fahrt, Öl/Gas und chemischer Industrie. Lediglichschwächung ist – neben den üblichen saison­ bei Werkzeugstahl waren in einigen Kundenseg­bedingten Rückgängen während der Sommer­ menten, allen voran dem Automobilbau und dermonate – auf das tendenziell vorsichtigere Be­ Energietechnik, leichte Auftragsrückgänge er­stellverhalten in einigen Abnehmerbranchen kennbar.infolge der zunehmend aus dem Finanzbereich Die Entwicklung im Geschäftsbereich Specialauf die Realwirtschaft übergreifenden konjunk­ Forgings zeigt sich in den ersten sechs Monatenturellen Unsicherheit zurückzuführen. des Geschäftsjahres 2011/12 gegenüber demDennoch ist alles in allem festzuhalten, dass die schwierigen Vorjahr insgesamt weiter deutlichBedarfe aus den Sektoren Automobil, Maschinen­ verbessert, wobei hervorzuheben ist, dass sichbau, Öl­ und Gasexploration, Konsumgüter­ die positive Dynamik hier auch im 2. Quartalindustrie und Luftfahrt über den gesamten Verlauf fortgesetzt hat. Wesentliche Treiber hierfür warendes 1. Halbjahres auf gutem Niveau lagen, nur die Luftfahrzeugindustrie sowie in leicht abge­die Nachfrage aus dem Energiemaschinenbau schwächtem Ausmaß der Nutzfahrzeugsektor.blieb weiter unter den Erwartungen. Regional Die anhaltend unter den Erwartungen liegendebetrachtet zeigten insbesondere die Märkte in Nachfrage aus dem EnergiemaschinensektorNordamerika und Asien, aber auch in Westeuropa lässt hingegen in diesem Segment weiterhineine solide Entwicklung, während in Südamerika keine Trendwende erkennen. Nach wie vor be­eine leichte Abkühlung im verarbeitenden Ge­ lastet blieb dieser Geschäftsbereich in ergebnis­werbe – bei gleichzeitig aber insgesamt immer mäßiger Hinsicht durch die ungünstige US­noch robuster Binnennachfrage – eingetreten Dollar/Euro­Wechselkursrelation.ist. Entwicklung der KennzahlenIn Summe lagen daher sowohl Auftragseingang Die Division Edelstahl konnte im 1. Halbjahrals auch Auftragsstand über den Vergleichswerten 2011/12 von allen Divisionen des voestalpine­des Vorjahres und ermöglichten somit in allen Konzerns die markantesten Umsatz­ und Ergeb­Produktionsgesellschaften eine Vollauslastung nissteigerungen erzielen.der Kapazitäten. Auf Grund eines höheren Preisniveaus bei gleich­ zeitig gestiegenen Versandmengen legte derDie detaillierte Betrachtung der einzelnen Ge­ Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum desschäftsbereiche der Division zeigt im Geschäfts­ Vorjahres um 18,3 % von 1.236,9 Mio. EUR auf 11
  12. 12. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 1.463,7 Mio. EUR zu. Entsprechend deutlich ver­ So sanken die Umsatzerlöse im 2. Quartal um bessert stellen sich demzufolge auch das EBITDA 5,0 % (von 750,7 Mio. EUR auf 713,0 Mio. EUR). (um 40,1 % von 155,4 Mio. EUR auf 217,7 Mio. Auch ergebnismäßig blieb die Division damit EUR) und das EBIT (sogar um 88,7 % von 75,1 sowohl beim EBITDA (–19,5 % von 120,6 Mio. Mio. EUR auf 141,7 Mio. EUR) dar. Demgemäß EUR auf 97,1 Mio. EUR) als auch beim EBIT liegen im 1. Halbjahr 2011/12 auch die EBITDA­ (–28,7 % von 82,7 Mio. EUR auf 59,0 Mio. EUR) Marge (Anstieg von 12,6 % auf 14,9 %) und die unter den entsprechenden Vorquartalswerten. EBIT­Marge (von 6,1 % auf 9,7 %) klar über den Die EBITDA­Marge ging vom 1. auf das 2. Quar­ Vorjahreswerten. tal von 16,1 % auf 13,6 % und die EBIT­Marge von 11,0 % auf 8,3 % zurück. Gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal zeigte die Umsatz­ und Ergebnisentwicklung im Per 30. September 2011 beschäftigte die Division 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres bedingt Edelstahl 11.502 Mitarbeiter. Das entspricht ge­ durch saisonale Effekte und das auf Grund kon­ genüber dem Vorjahr (11.135) einer Steigerung junktureller Verunsicherung zunehmend vorsich­ der Stammbelegschaft um 3,3 % bzw. um 367 tigere Bestellverhalten der Kunden allerdings Beschäftigte. eine rückläufige Tendenz. Division Bahnsysteme Mio. EUR 1Q 2Q 1H 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 01.04.– 01.04.– 01.07.– 01.07.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2010 30.06.2011 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011 in % Umsatzerlöse 667,9 752,8 668,4 751,6 1.336,3 1.504,4 12,6 EBITDA 91,0 120,7 93,6 108,2 184,6 228,9 24,0 EBITDA-Marge 13,6 % 16,0 % 14,0 % 14,4 % 13,8 % 15,2 % EBIT 63,0 92,2 66,2 79,7 129,2 171,9 33,0 EBIT-Marge 9,4 % 12,2 % 9,9 % 10,6 % 9,7 % 11,4 % Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) 9.743 10.197 9.833 10.267 9.833 10.267 4,4 Marktumfeld und Geschäftsverlauf der sich durch ein zunehmend aggressives Kon­ Das konjunkturelle Umfeld der Division Bahn­ kurrenzumfeld noch weiter verschärft und damit systeme war im 1. Halbjahr 2011/12 von einer am deutschen Produktionsstandort in Duisburg insgesamt guten, in den einzelnen, durchwegs auch bereits zu einem erheblichen Auslastungs­ hochspezialisierten Geschäftsbereichen jedoch rückgang geführt hat. Im Geschäftsbereich Wei­ naturgemäß differenzierten Entwicklung gekenn­ chentechnik wurde die gute Nachfrage weiterhin zeichnet. von den überdurchschnittlich dynamischen In der Bahninfrastruktur setzte sich der bereits Märkten Südafrikas, Australiens, Brasiliens und seit einigen Quartalen herrschende Trend in der Türkei sowie durch steigende Investitionen den wichtigsten Produktgruppen und Markt­ in Nordamerika getrieben. regionen unvermindert fort. Im Geschäftsbereich Die Nachfrage im Geschäftsbereich Draht blieb Schienentechnik stand in Europa einer stabilen im 1. Halbjahr – vor allem aus der Automobil­ und Nachfrage nach Premiumgüten ein anhaltender ­zulieferindustrie sowie dem Nutzfahrzeugbau Preisverfall bei Standardqualitäten gegenüber, – insgesamt auf hohem Niveau, obgleich sich im12
  13. 13. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12Laufe des 2. Quartals bei einfachen Qualitäten EUR wider. Für das 1. Halbjahr 2011/12 weist dieein leichter Bedarfsrückgang abzuzeichnen Division Bahnsysteme demnach einen Anstiegbegann. Der Geschäftsbereich Nahtlosrohr war ihrer EBITDA­Marge von 13,8 % auf 15,2 % undin der 1. Hälfte des Geschäftsjahres im OCTG­ eine Steigerung der EBIT­Marge von 9,7 % aufSegment (Öl und Gas) durch eine ungebrochen 11,4 % aus.starke Nachfrage aus Nordamerika und eineebenfalls stabile Entwicklung in Europa sowie Im direkten Quartalsvergleich blieben die Um­darüber hinaus neue Kontrakte im Nahen/ satzerlöse im 2. Quartal 2011/12 mit 751,6 Mio.Mittleren Osten gekennzeichnet. Stabil positiv EUR gegenüber dem unmittelbaren Vorquartalstellte sich – bei allerdings rückläufiger Preisten­ (752,8 Mio. EUR) stabil. Maßgeblich dafür sinddenz – der Absatz im Segment industrieller Rohre vor allem Umsatzzuwächse in der Weichentech­dar. Im Geschäftsbereich Stahl der Division Bahn­ nik, wogegen in den Geschäftsbereichen Schienesysteme ist jedenfalls noch bis Ende des Ge­ und Draht leichte Preiserhöhungen einem ge­schäftsjahres eine weitgehende Vollauslastung ringfügigen Mengenrückgang gegenüberstan­gegeben. den. Der Geschäftsbereich Nahtlosrohr wies imSchließlich war auch der im letzten Geschäftsjahr 2. Quartal sowohl mengenmäßig als auch preis­aus der Division Edelstahl neu hinzugekommene lich eine weiter steigende, das Segment Schweiß­Geschäftsbereich Schweißtechnik (Welding Con­ technik eine stabile Tendenz auf.sumables) im bisherigen Verlauf des 1. Halbjahres Die ergebnismäßige Abschwächung vom 1. aufvon einer insgesamt guten Mengen­ und Preis­ das 2. Quartal ist vorwiegend auf einen saisonalentwicklung gekennzeichnet. bedingten Mengenrückgang bei Schiene und Walzdraht sowie die Belastung durch nochmalsEntwicklung der Kennzahlen gestiegene Rohstoffpreise zurückzuführen, dieGegenüber den bereits hohen Vergleichswerten auch durch ein leicht höheres Erlösniveau nichtdes Vorjahres konnte die Division Bahnsysteme in vollem Umfang ausgeglichen werden konnten.in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres Im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 musste2011/12 sowohl beim Umsatz als auch bei den die Division Bahnsysteme demzufolge einenErgebnissen nochmals zulegen. Rückgang des EBITDA gegenüber dem unmittel­So stiegen die Umsatzerlöse um 12,6 % von baren Vorquartal um 10,4 % von 120,7 Mio. EUR1.336,3 Mio. EUR auf 1.504,4 Mio. EUR. Diese auf 108,2 Mio. EUR und eine Verringerung deserfreuliche Entwicklung ist darauf zurückzu­ EBIT um 13,6 % von 92,2 Mio. EUR auf 79,7 Mio.führen, dass der markante Mengenrückgang bei EUR hinnehmen. Daraus resultiert im 2. QuartalStandardschienen mit einem gegenüber dem eine leicht rückläufige Entwicklung der EBITDA­Vorjahr deutlich höheren Preisniveau über alle Marge (von 16,0 % auf 14,4 %) bzw. der EBIT­Produktgruppen und durch nochmals gestiegene Marge (von 12,2 % auf 10,6 %).Versandmengen bei Nahtlosrohren mehr als kom­pensiert werden konnte. Zum Stichtag 30. September 2011 beschäftigteDie positive Erlösentwicklung spiegelt sich auch die Division Bahnsysteme 10.267 Mitarbeiter.ergebnisseitig in einer weiteren Verbesserung Gegenüber dem Vorjahr (9.833 Mitarbeiter) ent­des EBITDA um 24,0 % von 184,6 Mio. EUR auf spricht dies einem Anstieg im Bereich der Stamm­228,9 Mio. EUR und einer Erhöhung des EBIT belegschaft um 434 Beschäftigte bzw. 4,4 %.um 33,0 % von 129,2 Mio. EUR auf 171,9 Mio. 13
  14. 14. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 Division Profilform Mio. EUR 1Q 2Q 1H 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 01.04.– 01.04.– 01.07.– 01.07.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2010 30.06.2011 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011 in % Umsatzerlöse 273,5 329,6 283,0 302,4 556,5 632,0 13,6 EBITDA 39,1 51,2 39,5 33,2 78,6 84,4 7,4 EBITDA-Marge 14,3 % 15,5 % 14,0 % 11,0 % 14,1 % 13,4 % EBIT 28,4 41,1 28,9 23,1 57,3 64,2 12,0 EBIT-Marge 10,4 % 12,5 % 10,2 % 7,6 % 10,3 % 10,2 % Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) 4.032 4.232 4.113 4.260 4.113 4.260 3,6 Marktumfeld und Geschäftsverlauf Entwicklung der Kennzahlen Nach einer sehr guten Marktentwicklung im Im 1. Halbjahr 2011/12 konnte die Division Profil­ 1. Quartal des Geschäftsjahres war der Konjunk­ form sowohl ihre Umsatz­ als auch ihre Ergeb­ turverlauf im Spätsommer durch eine gewisse niswerte gegenüber den ersten sechs Monaten Kundenzurückhaltung geprägt. des Vorjahres steigern. Die Umsatzerlöse er­ höhten sich um 13,6 % von 556,5 Mio. EUR auf Der Geschäftsbereich Rohre und Profile verzeich­ 632,0 Mio. EUR, was vor allem aus höheren nete – auch saisonal bedingt durch die traditionell Durchschnittserlösen und gestiegenen Versand­ schwächeren Sommermonate – einen leichten mengen im Geschäftsbereich Rohre und Profile Rückgang der Absatzmengen. Auf Grund sinken­ resultiert. Das Ergebnis vor Abschreibungen der Preise beim Vormaterial übten die Kunden (EBITDA) stieg um 7,4 % von 78,6 Mio. EUR auf vor allem beim Handelsgeschäft im Standard­ 84,4 Mio. EUR, auf Grund des überproportio­ bereich erhebliche Dispositionszurückhaltung. nalen Umsatzanstiegs ergab sich jedoch ein leich­ Unverändert positive Nachfrageimpulse kamen ter Rückgang der EBITDA­Marge gegenüber dem hingegen aus den Sektoren Nutzfahrzeugbau Vorjahr von 14,1 % auf 13,4 %. In den ersten sechs und landwirtschaftliche Maschinen, wogegen die Monaten des Geschäftsjahres 2011/12 erzielte Bereiche Bau­ und Bauzulieferindustrie zwar die Division Profilform ein operatives Ergeb­ stabil, aber auf unverändert niedrigem Niveau nis (EBIT) von 64,2 Mio. EUR und lag damit um blieben. 12,0 % über ihrem Vorjahres­EBIT von 57,3 Mio. Nach wie vor robust stellte sich im gesamten EUR. Die EBIT­Marge blieb mit 10,2 % nahezu 1. Halbjahr 2011/12 der Geschäftsverlauf im Be­ unverändert (Vorjahr: 10,3%). reich Precision Strip auf Grund konstant hoher Gegenüber dem sehr starken Niveau des un­ Nachfrage nach den Hauptprodukten Bimetall mittelbaren Vorquartals stellt sich die Umsatz­ und Spezialbandstahl dar. Der Geschäftsbereich und Ergebnisentwicklung im 2. Quartal rückläufig Lagertechnik schließlich war vor allem im dar. Während die Umsatzerlöse vergleichsweise 2. Quartal durch einen erfreulichen Auftragsein­ leicht um 8,3 % von 329,6 Mio. EUR auf 302,4 gang infolge der Vergabe einiger Großprojekte Mio. EUR zurückgingen, fielen die Einbußen geprägt. beim EBITDA (–35,2 % von 51,2 Mio. EUR auf 33,2 Mio. EUR) und beim EBIT (–43,8 % von 41,1 In regionaler Hinsicht stellte sich der Geschäfts­ Mio. EUR auf 23,1 Mio. EUR) deutlicher aus. verlauf in den USA (Solarindustrie, Luftfahrt, Relativ zum Umsatz ergibt sich im 2. gegenüber Kabinenbau) unverändert robust und in Europa dem 1. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 dem­ insgesamt zufriedenstellend, saisonal jedoch nach ein Rückgang der EBITDA­Marge von etwas schwächer dar. 15,5 % auf 11,0 % bzw. der EBIT­Marge von14
  15. 15. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/1212,5 % auf 7,6 %. Neben saisonal bedingt nied­ Zum 30. September 2011 beschäftigte die Divi­rigeren Liefermengen im Sommerquartal waren sion Profilform 4.260 Mitarbeiter. Gegenüber demfür diese Entwicklung vor allem die nun auf das Vorjahr (4.113) entspricht dies einem Anstieg derErgebnis im 2. Quartal zur Gänze durchschla­ Stammbelegschaft um 147 Beschäftigte bzw.genden Vormaterialpreiserhöhungen aus der 3,6 %.Vorperiode verantwortlich.Division AutomotiveMio. EUR 1Q 2Q 1H 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 2010/11 2011/12 01.04.– 01.04.– 01.07.– 01.07.– 01.04.– 01.04.– Veränderung 30.06.2010 30.06.2011 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011 in %Umsatzerlöse 242,6 293,1 234,1 291,7 476,7 584,8 22,7EBITDA 26,4 31,1 26,6 24,1 53,0 55,2 4,2EBITDA-Marge 10,9 % 10,6 % 11,4 % 8,3 % 11,1 % 9,4 %EBIT 12,8 18,5 12,1 11,1 24,9 29,6 18,9EBIT-Marge 5,3 % 6,3 % 5,2 % 3,8 % 5,2 % 5,1 %Mitarbeiter(ohne Leihpersonalund Lehrlinge) 4.555 4.863 4.638 4.978 4.638 4.978 7,3Marktumfeld und Geschäftsverlauf Auch im Nutzfahrzeugbau, vor allem im Seg­Das 1. Halbjahr 2011/12 war in der Division Auto­ ment der schweren Lkw, hat sich die Nachfrage­motive (abgesehen von saisonalen Effekten) von erholung im 1. Halbjahr fortgesetzt.einer insgesamt guten Marktentwicklung und Sowohl im Pkw­ als auch im Nutzfahrzeugsektoreiner entsprechend stabilen Auslastung gekenn­ haben sich zuletzt allerdings die Anzeichen fürzeichnet. eine Abschwächung der Branchenkonjunktur,Wesentlicher Treiber dafür waren die kontinuier­ wie etwa höhere Rabatte und kürzere Lieferzeitenlich auf hohem Niveau liegenden Produktions­ einzelner Hersteller verstärkt.werte der europäischen Automobilhersteller. VonJänner bis September 2011 stieg die europäische Überwiegend erfreulich stellten sich im bisherigenAutomobilproduktion (einschließlich Russlands) Verlauf des Geschäftsjahres die Non­Automotive­gegenüber demselben Zeitraum des vergangenen Aktivitäten – insbesondere im Bereich Solar­Jahres um 7 %. Sie liegt damit nur noch gering­ energie/Photovoltaik – dar, die jedoch abhängigfügig unter der Vor­Krisen­Benchmark des Jahres von der jeweiligen nationalen Förderlandschaft2008. regional eine sehr uneinheitliche Dynamik auf­Einen deutlichen Produktionsanstieg wiesen vor weisen.allem die deutschen Hersteller auf, wobei insbe­sondere das für den voestalpine­Konzern wichtige Entwicklung der KennzahlenPkw­Premiumsegment von einem weiterhin über­ Gegenüber dem Vorjahr konnte sich die Divisionproportionalen, hauptsächlich von der Dynamik Automotive in der 1. Hälfte des Geschäftsjahresdes asiatischen Absatzmarktes getriebenen 2011/12 sowohl umsatz­ als auch ergebnismäßigWachstum geprägt war. verbessern. Im Einzelnen legten die Umsatz­ 15
  16. 16. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 erlöse um 22,7 % von 476,7 Mio. EUR auf 584,8 gehalten werden konnten. Die Rückgänge bei Mio. EUR zu. Das EBITDA erhöhte sich um den Ergebnissen spiegeln im Wesentlichen die 4,2 % von 53,0 Mio. EUR auf 55,2 Mio. EUR, im Periodenvergleich noch gestiegenen Vor­ wohingegen das EBIT mit einem Anstieg um materialpreise wider: Das EBITDA sank im sogar 18,9 % von 24,9 Mio. EUR auf 29,6 Mio. 2. Quartal demzufolge um 22,5 % von 31,1 Mio. EUR markant über jenem des Vorjahres liegt. Auf EUR auf 24,1 Mio. EUR, das EBIT stellte sich Grund der im Jahresverlauf weiter gestiegenen gegenüber dem Vorquartal noch stärker – nämlich Vormaterialpreise ergab sich allerdings ein leich­ um 40,0 % von 18,5 Mio. EUR auf 11,1 Mio. EUR ter Rückgang der EBITDA­Marge von 11,1 % auf – rückläufig dar. Daraus errechnet sich für das 9,4 %, die EBIT­Marge konnte hingegen mit 2. Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 eine 5,1 % auf dem Niveau des Vorjahres (5,2 %) ge­ EBITDA­Marge von 8,3 % (1. Quartal: 10,6 %) halten werden. bzw. eine EBIT­Marge von 3,8 % (6,3 %). Im unmittelbaren Quartalsvergleich ist hervor­ Zum 30. September 2011 beschäftigte die Divi­ zuheben, dass die Umsatzerlöse im 2. Quartal sion Automotive 4.978 Mitarbeiter. Dies entspricht mit 291,7 Mio. EUR trotz der saisonalen Effekte im Bereich des Stammpersonals gegenüber dem (Werksferien bei Kunden) gegenüber dem Vorjahr (4.638) einem Zuwachs um 340 Beschäf­ 1. Quartal (293,1 Mio. EUR) weitgehend stabil tigte oder 7,3 %.16
  17. 17. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12Kartellverfahren 47,5 % von 64,0 Mio. EUR auf 94,4 Mio. EURBahnoberbaumaterial erhöhten. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht zurzeit die Fertigstellung des Großprojekts „L6“.Nach Einleitung eines Kartellverfahrens durch Die wesentlichen Maßnahmen im 1. Halbjahrdas deutsche Bundeskartellamt im Zusammen­ 2011/12 bildeten dabei die endgültige Inbetrieb­hang mit dem Verdacht kartellrechtswidriger nahme der umfassend erneuerten und sowohlVerhaltensweisen im Markt für Bahnoberbau­ vom Kapazitäts­ als auch Breitenspektrum erwei­material wurden in der Division Bahnsysteme terten Warmbreitbandstraße und der neueninsgesamt sechs leitende Mitarbeiter ihrer Funk­ Stranggießanlage 7. Diese beiden modernstetionen enthoben. Zurzeit erfolgt die Aufarbeitung Technologie darstellenden Aggregate, die jeweilsder betroffenen Sachverhalte in uneingeschränk­ im Sommer 2011 – und sogar etwas früher alster Kooperation mit den zuständigen Behörden. geplant – erfolgreich in Betrieb genommenDarüber hinaus wurde die Division Bahnsysteme wurden, ermöglichen dem Unternehmen dieals Konsequenz aus diesem Verfahren einer um­ langfristige Erschließung neuer Produktdimen­fassenden organisatorischen und führungsmäßi­ sionen und ­qualitäten. Weiters befinden sich ingen Neuordnung unterzogen. der Division Stahl die Errichtung eines neuen Tiegelgasgasometers und die eines weiteren modernen Stoßofens in der GrobblechfertigungGeschäftsbeziehungen derzeit planmäßig in Umsetzung. Die Fertigstel­mit nahestehenden lung beider Vorhaben ist bis Ende des laufendenUnternehmen und Personen Geschäftsjahres vorgesehen.Informationen zu den Geschäftsbeziehungen Die Investitionen der Division Edelstahl beliefenmit nahestehenden Unternehmen und Personen sich in den ersten sechs Monaten des Geschäfts­befinden sich in den erläuternden Anhang­ jahres 2011/12 auf 33,6 Mio. EUR und lagen da­angaben. mit um 4,0 % unter dem Wert des Vorjahres (35,0 Mio. EUR). Der deutliche Rückgang des Inves­ titionsvolumens ist darauf zurückzuführen, dassInvestitionen bereits im vergangenen Geschäftsjahr umfang­ reiche Kapazitätserweiterungen im Schmiede­Im 1. Halbjahr 2011/12 beliefen sich die Investi­ bereich abgeschlossen werden konnten. Dertionen des voestalpine­Konzerns auf 227,4 Mio. Schwerpunkt der laufenden InvestitionstätigkeitEUR. Sie lagen damit zwar um 34,4 % über dem liegt auf der Beseitigung von Kapazitätseng­krisenbedingt niedrigen Vergleichswert des Vor­ pässen und der Verkürzung von Durchlaufzeitenjahres (169,2 Mio. EUR), aber gleichzeitig immer in der Produktion. Damit wird einerseits dienoch deutlich unter dem Abschreibungsniveau Effizienz des Working Capital­Managements(292,8 Mio. EUR). weiter verbessert, andererseits werden die Liefer­ zeiten für Kunden verringert. Ein besondererNeben einer Vielzahl umweltrelevanter Maß­ Fokus gilt dabei der Kapazitätserhöhung beinahmen (siehe dazu auch das Kapitel „Umwelt“ Aggregaten im Bereich der pulvermetallurgischauf den Seiten 19 und 20 dieses Aktionärsbriefes) hergestellten Stähle und der umgeschmolzenenstanden im bisherigen Verlauf des Geschäftsjah­ Güten. Im Vertrieb konzentrieren sich die Inves­res solche Investitionsvorhaben im Mittelpunkt, titionen auf den Ausbau des Kundenservice, vor­die dem weiteren nachhaltigen Ausbau der Tech­ nehmlich die Anarbeitung von Edelstählen sowienologie­ und Qualitätsführerschaft dienen. die Wärmebehandlung.Mehr als 40 % des konzernalen Investitions­ Die Division Bahnsysteme erhöhte ihre Investi­volumens entfielen auf die Division Stahl, deren tionen gegenüber dem Vorjahr um 39,1 % vonAufwendungen sich gegenüber dem Vorjahr um 30,7 Mio. EUR auf 42,7 Mio. EUR. Nachdem die 17
  18. 18. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 bereits in den letzten Veröffentlichungen de­ systemen auf Glasfasertechnologiebasis zur tailliert dargestellten Großinvestitionen erfolg­ Gänze übernommen. Die Integration beider reich abgeschlossen sind, befinden sich hier Aktivitäten in die Weichentechnologiesparte derzeit keine größeren Einzelvorhaben in Um­ verläuft nach Plan. setzung. Darüber hinausgehend hat der voestalpine­ In der Division Profilform verläuft die Umsetzung Konzern im bisherigen Verlauf des Geschäfts­ der zweiten Stufe des Investitionsprojekts in jahres 2011/12 keine Akquisitionen oder Devesti­ Kematen, Niederösterreich, das eine nachhaltige tionen getätigt. Erhöhung der Produktionskapazitäten für Band­ stahl zum Ziel hat, weiterhin plangemäß. Auf Grund dieses langfristigen Großvorhabens im Mitarbeiter Geschäftsbereich Precision Strip beliefen sich die Investitionen der Division Profilform auf Zum 30. September 2011 beschäftigte der 23,7 Mio. EUR (Vorjahreswert lag ebenfalls bei voestalpine­Konzern 41.168 Mitarbeiter (ohne 23,7 Mio. EUR). Leihpersonal und Lehrlinge). Dies entspricht ge­ genüber dem Vergleichswert des Vorjahres Die Division Automotive verdreifachte ihr Investi­ (39.862) einem Anstieg der Stammbelegschaft tionsvolumen im 1. Halbjahr 2011/12 von 8,9 Mio. um 3,3 % oder 1.306 Beschäftigte. EUR auf 27,4 Mio. EUR. Neben kleineren Weitere 4.343 Mitarbeiter befanden sich zum maschinellen Erneuerungen für die Herstellung Ende des 1. Halbjahres 2011/12 in Leiharbeits­ von Präzisionsrohrkomponenten lag der Schwer­ verhältnissen, das sind um 21,2% bzw. 759 Per­ punkt hauptsächlich auf dem Aufbau einer Pro­ sonen mehr als im Jahr zuvor. duktion von gestanzten Bauteilen am bestehen­ Mit 30. September 2011 bildete der voestalpine­ den Divisionsstandort in Linz und den dafür er­ Konzern weltweit 1.598 Lehrlinge und damit um forderlichen Investitionen in Pressenanlagen und 70 Jugendliche (oder 4,2 %) weniger als im Vor­ die Infrastruktur. jahr (1.668) aus. Der Gesamtbelegschaftsstand (Stammpersonal, Leihpersonal, Lehrlinge) belief sich zum 30. Sep­ Akquisitionen tember 2011 damit auf 47.109 Mitarbeiter. Dies entspricht gegenüber dem Vergleichswert des Wie bereits im Aktionärsbrief zum 1. Quartal Vorjahres (45.114 Personen) einer Steigerung 2011/12 ausführlich berichtet, erfolgten zu Be­ um 4,4 %. ginn des Geschäftsjahres zwei kleinere, strate­ gisch jedoch wichtige Akquisitionen im Ge­ schäftsbereich Weichentechnik der Division Forschung und Entwicklung Bahnsysteme. Zum einen erwarb die voestalpine BWG GmbH Zum bereits fünften Mal fand im Frühherbst 2011 71,0 % am deutschen Unternehmen Lasa Schie­ die „Synergieplattform“, das konzernweite Treffen nentechnik GmbH mit Sitz in Bremen, das auf der Forschungsmitarbeiter, statt. Die Veranstal­ Instandhaltung und Verschweißen von Straßen­ tung, die vorrangig auf Informations­ und Erfah­ bahnweichen und ­schienen spezialisiert ist, und rungsaustausch unter Einbeziehung externer baut damit den Nahverkehrsservicebereich aus. Fachexperten ausgerichtet ist, befasste sich dies­ Zum anderen wurden vom niederländischen mal mit dem sowohl für die Werkstoff­ als auch Unternehmen Baas B.V. Anlagevermögen und die Verfahrensentwicklung zentralen Thema Know­how für die Entwicklung und Produktion „numerische Simulation“. Neben der Vermittlung von Radsatzdiagnose­ und Achserkennungs­ des aktuellen Wissensstandes in Bezug auf Soft­18
  19. 19. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12wareentwicklungen standen vor allem Berichte weiten Emissionsgrenzwerten für industrielleüber die laufenden Kooperationen auf diesem Anlagen im Vordergrund. Zu den EinzelheitenGebiet sowohl innerhalb des Konzerns als auch wird jeweils auf die ausführlichen Erläuterun­mit externen wissenschaftlichen Partnern im Vor­ gen in den vorangegangenen beiden Veröffent­dergrund. lichungen (Geschäftsbericht 2010/11 und Aktio­ närsbrief zum 1. Quartal 2011/12) verwiesen.Für Werkstoffentwicklung relevante Grundlagen­forschung findet unter anderem bereits seit ge­ An den einzelnen Konzernstandorten wurde imraumer Zeit in Kooperation mit dem Institut für bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2011/12Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie wieder eine Vielzahl umweltrelevanter Maß­an der Technischen Universität Wien statt. Um nahmen verwirklicht, mit denen der – im interna­die intensive Zusammenarbeit, die sich nicht zu­ tionalen Branchenvergleich – bereits überdurch­letzt in zahlreichen gemeinsamen Forschungs­ schnittlich hohe Standard der voestalpine­Gruppeprojekten und Dissertationen widerspiegelt, in den Bereichen Energie­ und Rohstoffeffizienz,weiter zu vertiefen, hat die voestalpine an diesem Senkung der Luft­ und Wasseremissionen sowieInstitut die Finanzierung einer Stiftungsprofessur Abfallvermeidung und ­verwertung weiter nach­übernommen. haltig verbessert wird.Im Herbst 2011 wurde die 4­Jahres­Evaluierung So setzte die Division Stahl am Standort Linzdes „Competence Center for Excellent Technolo­ unter anderem im Gießereibereich weiteregies in Advanced Metallurgical and Environmen­ Schritte zur Abfallreduktion und senkt mit demtal Process Development“ (K1MET) aus dem Einbau einer zweiten Trennstufe bei der beste­österreichischen „COMET“­Programm vor­ henden Chromittrennanlage den Zukauf vongenommen. Dieses Kompetenzzentrum hat die Neusand künftig um bis zu 10 %. Bei der Trocken­Optimierung der metallurgischen Prozesse im abgasreinigungsanlage MEROS wurde in derHinblick auf größtmögliche Produktqualität und Abgasreinigung an der Sinteranlage von Kalk­Abfallvermeidung („Zero Waste“) unter mini­ hydrat auf Natriumhydrogenkarbonat umgestellt,malem Einsatz von Energie und Rohstoffen zum wodurch die Menge an gefährlichen Abfällen inZiel und führt Wissenschaft und Industrie in ge­ diesem Bereich um rund ein Drittel vermindertmeinsamen Forschungs­ und Entwicklungspro­ wird. Wesentliche Maßnahmen zur weiterenjekten zusammen. Die Experten des Evaluie­ nachhaltigen Reduktion von Staubemissionenrungsteams haben die bisher geleistete Arbeit als wurden zudem in der Grobblechfertigung bzw.sehr gut bewertet, womit das Kompetenzzentrum zur verbesserten Abwärmenutzung im Bereichfür die zweite Förderperiode qualifiziert ist. der Anarbeitungsaktivitäten realisiert. Die Division Edelstahl erzielt an ihrem schwedi­Umwelt schen Produktionsstandort Hagfors mit dem Um­ stieg von Erdöl und Flüssiggas auf das umwelt­Auch im Verlauf des 1. Halbjahres 2011/12 stan­ freundlichere Erdgas künftig eine substanzielleden unverändert die aus Sicht der europäischen Verminderung spezifischer Emissionen (Stick­Stahlindustrie langfristig zentralen Themenbe­ stoffoxide, Schwefeldioxid und Staub) beim Elek­reiche CO2/Post­Kyoto­Regime, EU­Verordnung troschlackeumschmelzprozess und hat überdiesREACH (Registrierung, Evaluierung, Autorisie­ eine Reihe von Maßnahmen in der Luftrein­rung und Beschränkung von Chemikalien) und haltung, unter anderem durch Optimierung vonRevision der IPPC­Richtlinie (Integrated Pollution Staubfiltern, umgesetzt. Am DivisionsstandortPrevention and Control Directive) mit dem Kapfenberg, Österreich, ist im Bereich der Ener­Schwerpunkt der Vereinheitlichung von EU­ gieeffizienz der Einbau eines Regenerativbrenner­ 19
  20. 20. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 systems hervorzuheben, mit dem gegenüber Ausblick herkömmlichen Brennern der Energieverbrauch um bis zu 50 % reduziert wird. „Einer sich überwiegend solide entwickelnden Realwirtschaft steht ein hoch volatiler Finanz­ In der Division Bahnsysteme wurden am deut­ sektor gegenüber, dessen weitere Tendenz stark schen Schienenproduktionsstandort Duisburg dadurch bestimmt sein wird, wie rasch es den Transformatoren für Elektroantriebe durch zum Teil hoch verschuldeten reifen Volkswirt­ Aggregate mit geringerer Verlustleistung ersetzt. schaften dies­ und jenseits des Atlantiks gelingt, Mit dieser Maßnahme ist eine Energieeinsparung ihre Staatsfinanzen wieder in geordnete Bahnen von jährlich 360.000 kWh verbunden. Effizienz­ zu lenken.“ Diese Feststellung aus dem Aktio­ steigerungsmaßnahmen zur Minimierung des närsbrief vom August zum 1. Quartal des laufen­ Strom­ und Gasverbrauchs wurden überdies an den Geschäftsjahres hat nichts an Aktualität anderen deutschen Standorten der Draht­ und eingebüßt. Ganz im Gegenteil: Durch die weitere Weichenfertigung gesetzt. Eskalation der Verschuldungsprobleme in Grie­ chenland und Italien sowie die damit verbun­ In der Division Profilform lag der Schwerpunkt dene Notwendigkeit, den „Rettungsschirm“ der der umweltrelevanten Aktivitäten zum einen auf Euro­Länder maßgeblich zu erweitern und zu­ einer erheblichen Senkung des Energiever­ sätzliche Maßnahmen zur Erhaltung der Zah­ brauchs am belgischen Produktionsstandort, lungsfähigkeit der beiden Länder zu setzen, während zum anderen im Bereich der Abfall­ und haben sich die volkswirtschaftlichen Rahmenbe­ Kreislaufwirtschaft in der französischen Profil­ dingungen in Europa weiter verschärft. Damit fertigung die Verpackungen von Holz auf Stahl kam es in den letzten Monaten auch nicht zur umgestellt wurden; der wesentliche Vorteil dieses erhofften Beruhigung der Finanz­ und Kapital­ Schritts liegt in der deutlich besseren Wiederver­ märkte, womit sich das konjunkturelle Sentiment wertbarkeit und der höheren Qualität von Stahl­ für die Realwirtschaft ab dem Spätsommer eben­ verpackungen. falls einzutrüben begann. Dennoch sollten die jüngsten Beschlüsse der Europäischen Union Die Division Automotive realisierte in ihrer bzw. der Euro­Länder in Verbindung mit den Re­ Präzisionsrohrfertigung am Standort Krieglach, gierungswechseln in den beiden aktuellen Österreich, Maßnahmen zur Energieeinsparung Hauptkrisenländern in den nächsten Monaten im Ausmaß von rund 22.000 Nm³ Erdgas pro Jahr zu einer gewissen Beruhigung sowohl in der und damit eine entsprechende Senkung des CO2­ politischen als auch ökonomischen Entwicklung Ausstoßes. Europas führen. Die hohen Standards des voestalpine­Konzerns Ausgehend von einer weitgehend stabilen Ent­ im Bereich Umwelt und Sicherheit wurden in den wicklung in den übrigen wesentlichen Wirt­ vergangenen Monaten erneut mit verschiedenen schaftsregionen der Welt – und damit einer an­ nationalen und internationalen Auszeichnungen haltenden Nachfrage in den wichtigsten europä­ honoriert. Die jüngste Anerkennung wurde mit ischen Exportmärkten –, sehen wir den aktuellen der Auszeichnung zum „klima:aktiv mobil Pro­ Konjunkturverlauf daher nicht als Wiederkehr jektpartner“ des österreichischen Bundesminis­ der „Krise“ im Sinne eines „double dip“. Vielmehr teriums für Land­ und Forstwirtschaft, Umwelt gehen wir von einer zyklischen Abkühlung im und Wasserwirtschaft im September 2011 der Gefolge des breiten Wirtschaftsaufschwungs in voestalpine Stahl Service Center GmbH zuteil. der Periode von Herbst 2009 bis zum Frühjahr Das Unternehmen wurde für die stufenweise dieses Jahres aus. Sofern nicht in den nächsten Umstellung von diesel­ auf elektobetriebene Monaten eine neuerliche Verschärfung der Schul­ Stapler und ein neues Lagerverwaltungssystem denkrise zu zusätzlicher Verunsicherung führt, ausgezeichnet. erscheint eine Rückkehr zu einem wieder20
  21. 21. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12stärkeren Wachstum der Realwirtschaft auch inEuropa im Verlauf der 1. Jahreshälfte 2012 durch­aus realistisch.Bis auf Weiteres muss allerdings sowohl auf derKunden­ als auch der Endkonsumentenseiteüberwiegend von einem vorsichtigen Bestell­verhalten ausgegangen werden, da im Gefolgeder breiten Verschuldungsdiskussion einerseitsin einer Reihe von Industriebereichen nach wievor erhebliche Verunsicherung über die weitereMarktentwicklung herrscht und sich andererseitsdie Konsumenten in ihrer privaten Dispositioneher verhalten zeigen.Vor diesem Hintergrund wird sich der bereits im2. Quartal des Geschäftsjahres spürbare Trendeiner branchenspezifisch differenzierten Order­tätigkeit in den nächsten Monaten auch in denKundensegmenten des voestalpine­Konzerns fort­setzen. Weitgehend stabil sollen sich dabei derEnergiebereich, der Maschinenbau, Teile derAutomobilindustrie einschließlich des Nutzfahr­zeugsektors, die Flugzeugindustrie und der außer­europäische Eisenbahnbereich entwickeln. Allesin allem zeichnet sich damit für die voestalpine­Gruppe nach einer erfolgreichen 1. Jahreshälfteein schwierigeres 2. Halbjahr ab. Konnte die an­gestrebte deutliche Ergebnisverbesserung ge­genüber der Vorjahresperiode in den ersten sechsMonaten noch erreicht werden, so wird dies inder 2. Jahreshälfte auf Grund der volatileren Kon­junktursituation nicht mehr möglich sein. Insge­samt muss aus heutiger Sicht für das Gesamtjahr2011/12 daher (ohne Berücksichtigung allfälligerEinmaleffekte aus dem Schienenkartellverfahren)mit einer gegenüber dem Vorjahr leicht abge­schwächten Ergebnisentwicklung gerechnetwerden. 21
  22. 22. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 Investor Relations voestalpine AG im Vergleich zu ATX und internationalen Indizes Veränderungen gegenüber Ultimo März 2011 in % voestalpine ATX STOXX Index (Europa) DJ Industrial Index 120 110 100 90 80 70 60 1. April 2011 30. September 2011 Kursverlauf stabilen Entwicklung der Realwirtschaft, die sich der voestalpine-Aktie auch in robusten Auftragseingängen des voest­ alpine­Konzerns bis in den Spätsommer 2011 Die nach dem guten Beginn im 1. Quartal noch widerspiegelte, ließen Frühindikatoren auf Grund begründete Erwartung, dass die voestalpine­ eines sich zunehmend negativ entwickelnden Aktie in weiterer Folge die 40­EUR­Kursmarke gesamtwirtschaftlichen Sentiments verstärkt überschreiten würde, hat sich auf Grund des zu­ Zweifel an einem Anhalten der stabilen Entwick­ nehmend turbulenten makroökonomischen Um­ lung aufkommen. Immer kritischer stellte sich feldes und kontinuierlich nach unten revidierter überdies auch die Verschuldungsproblematik in Prognosen der globalen Konjunkturentwicklung Teilen der Eurozone und den USA dar, die zu­ nicht erfüllt. Ungeachtet einer noch weitgehend sammen mit der langen Unklarheit über konkrete22
  23. 23. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12politische Lösungen die ohnehin bereits erheb­ Unternehmensanleihe (2011–2018)liche Verunsicherung auf den Kapital­ und Anfang Februar 2011 wurde von der voestalpineFinanzmärkten noch zusätzlich verschärfte. AG eine siebenjährige Anleihe mit einem KuponVor diesem Hintergrund verlor allein der öster­ von 4,75 % und einem Volumen von 500 Mio.reichische Leitindex ATX im 3. Kalenderquartal EUR am Kapitalmarkt platziert. Das Interesse2011 über 30 % seines Wertes; die voestalpine­ daran war überdurchschnittlich hoch, sodassAktie verzeichnete in diesem Umfeld als Früh­ das Orderbuch (für die ursprünglich mit einemzykliker einen Kursrückgang von 42 % (von 38,07 Betrag von 300 bis 400 Mio. EUR geplante Trans­EUR auf 21,95 EUR), lag damit aber immer noch aktion) ein Volumen von über 700 Mio. EUR er­besser als der Durchschnitt der Aktien der euro­ reichte. Am 3. Februar 2011 erfolgte die Handels­päischen Stahlindustrie im gleichen Zeitraum. aufnahme im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse. Lag die Anleihe Anfang April noch knapp unter dem Ausgabekurs, gab es bis Ende Sep­Anleihen tember 2011 leichte Zugewinne. Das Wertpapier schloss am 30. September 2011 bei 101 (% desHybridanleihe (2007–2014) Face Value).Die Hybridanleihe mit einem Volumen von 1.000Mio. EUR wurde im Oktober 2007 zur teilweisen Analysen über die voestalpine AG werdenRefinanzierung des Erwerbs der BÖHLER­ derzeit von folgenden Investmentbanken/UDDEHOLM AG begeben. Nach den Turbulen­ Instituten erstellt:zen auf den Finanzmärkten ab Herbst 2008 ver­ Bank of America/Merrill Lynch, Londonringerte sich der Anleihenkurs bis auf 75 (% des BHF­BANK, FrankfurtFace Value) gegen Ende des Geschäftsjahres Cheuvreux, Frankfurt/Paris2008/09. Seit April 2009 hat sich der Preis der Citigroup, LondonAnleihe Schritt für Schritt erholt, notierte im Commerzbank, FrankfurtJänner 2010 erstmals wieder über 100 (% des Face Credit Suisse, LondonValue) und lag zum Ende des 1. Halbjahres Deutsche Bank, London2011/12 bei 102 (% des Face Value). Erste Bank, Wien Exane BNP Paribas, ParisUnternehmensanleihe (2009–2013) HSBC, LondonDie im März 2009 zum Höhepunkt der Kredit­ JP Morgan, Londonkrise aus Gründen der Liquiditätssicherung be­ Main First, Frankfurtgebene Unternehmensanleihe (Volumen 400 Mio. Morgan Stanley, LondonEUR, Kupon 8,75 %) hat seit ihrer Emission deut­ Nomura, Londonliche Kursgewinne verzeichnet. Verglichen zum Raiffeisen Centrobank, WienHöchstkurs von über 114 (% des Face Value) im Steubing AG, FrankfurtMärz 2010 notierte die Anleihe gegen Ende des UBS, London1. Halbjahres 2011/12 mit rund 108 (% des Face UniCredit, München.Value) aber wieder etwas niedriger. 23
  24. 24. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 Informationen zur Aktie Aktiennominale 307.132.044,75 EUR, zerlegt in 169.049.163 Stückaktien. Stand der Aktien im Eigenbesitz zum 30. September 2011: 301.219 Stk. Aktiengattung Stammaktien lautend auf Inhaber Wertpapierkennnummer 93750 (Börse Wien) ISIN AT0000937503 Reuters VOES.VI Bloomberg VOE AV Kurse (jeweils zum Tagesende) Börsenhöchstkurs April 2011 bis September 2011 38,90 EUR Börsentiefstkurs April 2011 bis September 2011 21,04 EUR Kurs zum 30. September 2011 21,95 EUR Ausgabekurs IPO Oktober 1995 5,18 EUR All-Time-High-Kurs (12. Juli 2007) 66,11 EUR Börsenkapitalisierung zum 30. September 2011* 3.703.173.631,08 EUR * Basis: Gesamtaktienanzahl abzüglich rückgekaufter Aktien. Geschäftsjahr 2010/11 Gewinn/Aktie 3,04 EUR Dividende/Aktie 0,80 EUR Buchwert/Aktie 27,39 EUR Terminvorschau 2011/12 Veröffentlichung 3. Quartal 2011/12 15. Februar 2012 Geschäftsbericht 2011/12 30. Mai 2012 Hauptversammlung 4. Juli 2012 Ex-Dividenden-Tag 9. Juli 2012 Dividenden-Zahltag 16. Juli 2012 Veröffentlichung 1. Quartal 2012/13 7. August 2012 Veröffentlichung 2. Quartal 2012/13 7. November 201224
  25. 25. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 25
  26. 26. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 voestalpine AG Finanzdaten zum 30.09.2011 Nach International Financial Reporting Standards (IFRS) Konzernbilanz Aktiva 31.03.2011 30.09.2011 A. Langfristige Vermögenswerte Sachanlagen 4.371,4 4.297,4 Firmenwert 1.419,5 1.420,9 Andere immaterielle Vermögenswerte 379,9 352,1 Anteile an assoziierten Unternehmen 142,8 143,0 Andere Finanzanlagen 158,7 163,0 Latente Steuern 383,2 363,4 6.855,5 6.739,8 B. Kurzfristige Vermögenswerte Vorräte 2.824,1 3.292,9 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 1.709,8 1.747,8 Andere Finanzanlagen 453,6 409,9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.233,4 624,1 6.220,9 6.074,7 Summe Aktiva 13.076,4 12.814,5 Mio. EUR26
  27. 27. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12Passiva 31.03.2011 30.09.2011A. Eigenkapital Grundkapital 307,1 307,1 Kapitalrücklagen 421,1 403,4 Hybridkapital 992,1 992,1 Gewinnrücklagen und andere Rücklagen 2.897,5 2.998,6 Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 4.617,8 4.701,2 Nicht beherrschende Anteile 73,3 70,0 4.691,1 4.771,2B. Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten Pensionen und andere Arbeitnehmerverpflichtungen 833,2 827,1 Rückstellungen 83,3 78,2 Latente Steuern 237,0 242,1 Finanzverbindlichkeiten 3.070,5 2.631,4 4.224,0 3.778,8C. Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten Rückstellungen 402,1 406,5 Steuerschulden 134,7 103,9 Finanzverbindlichkeiten 1.427,9 1.446,4 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 2.196,6 2.307,7 4.161,3 4.264,5Summe Passiva 13.076,4 12.814,5 Mio. EUR 27
  28. 28. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12 Konzern-Kapitalflussrechnung 01.04.–30.09.2010 01.04.–30.09.2011 Betriebstätigkeit Ergebnis nach Steuern 249,7 346,1 Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 304,8 271,8 Veränderungen des Working Capital –80,4 –450,2 Cashflow aus der Betriebstätigkeit 474,1 167,7 Cashflow aus der Investitionstätigkeit –221,3 –231,5 Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit –525,0 –537,8 Verminderung/Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente –272,2 –601,6 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenanfang 1.028,6 1.233,4 Veränderungen von Währungsdifferenzen 5,1 –7,7 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Periodenende 761,5 624,1 Mio. EUR28
  29. 29. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 01.04.– 01.04.– 01.07.– 01.07.– 30.09.2010 30.09.2011 30.09.2010 30.09.2011Umsatzerlöse 5.191,8 5.977,7 2.635,7 2.926,2Umsatzkosten –4.064,2 –4.697,6 –2.066,6 –2.334,5Bruttoergebnis 1.127,6 1.280,1 569,1 591,7Sonstige betriebliche Erträge 166,3 168,0 54,8 86,3Vertriebskosten –467,9 –475,6 –234,6 –230,2Verwaltungskosten –265,1 –293,4 –123,2 –145,2Sonstige betriebliche Aufwendungen –146,7 –147,7 –55,2 –88,8Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) 414,2 531,4 210,9 213,8Ergebnisse von assoziierten Unternehmen 16,0 10,9 10,1 5,4Finanzerträge 28,7 50,2 13,0 26,9Finanzaufwendungen –141,5 –149,2 –73,1 –74,6Ergebnis vor Steuern (EBT) 317,4 443,3 160,9 171,5Steuern vom Einkommen und vom Ertrag –67,7 –97,2 –32,3 –35,0Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 249,7 346,1 128,6 136,5Zuzurechnen den: Anteilseignern des Mutterunternehmens 209,1 306,5 108,4 116,6 Nicht beherrschenden Gesellschaftern 4,6 3,6 2,2 1,9 Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 36,0 36,0 18,0 18,0Verwässertes und unverwässertes Ergebnisje Aktie (EUR) 1,24 1,82 0,64 0,69Gesamtergebnisrechnung:Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) 249,7 346,1 128,6 136,5Sonstiges Ergebnis Hedge Accounting –12,3 17,7 –16,6 19,9 Latente Steuern auf Hedge Accounting 3,6 –4,4 4,1 –4,9 Währungsumrechnung 18,2 –24,0 –34,6 –22,0Sonstiges Ergebnis in der Periode, netto 9,5 –10,7 –47,1 –7,0Gesamtergebnis in der Periode 259,2 335,4 81,5 129,5Zuzurechnen den: Anteilseignern des Mutterunternehmens 218,6 295,8 61,8 109,2 Nicht beherrschenden Gesellschaftern 4,6 3,6 1,7 2,3 Vorgesehener Anteil Hybridkapitalbesitzer 36,0 36,0 18,0 18,0Gesamtergebnis in der Periode 259,2 335,4 81,5 129,5 Mio. EUR 29
  30. 30. Aktionärsbrief 1. Halbjahr 2011/12Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung 1 H 2010/11 1 H 2011/12 Nicht be- Nicht be- herrschende herrschende Konzern Anteile Gesamt Konzern Anteile Gesamt Eigenkapital zum 01.04. 4.189,6 72,8 4.262,4 4.617,8 73,3 4.691,1 Gesamtergebnis in der Periode 254,6 4,6 259,2 331,8 3,6 335,4 Dividendenausschüttung –84,3 –6,4 –90,7 –135,0 –9,4 –144,4 Rückkauf/Verkauf von eigenen Aktien 5,0 – 5,0 5,6 – 5,6 Dividendenausschüttung an Hybridkapitalbesitzer –65,2 – –65,2 –65,2 – –65,2 Anteilsbasierte Vergütungen – – – –15,5 –0,2 –15,7 Sonstige Veränderungen –4,0 3,3 –0,7 –38,3 2,7 –35,6 Eigenkapital zum 30.09. 4.295,7 74,3 4.370,0 4.701,2 70,0 4.771,2 Mio. EUR30

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