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Von selten bis häufig: Hautreaktionen bei Tyrosinkinase-Inhibitoren

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Den Abschluss der Vortragsreihe machte Dr. Mark Anliker, Leitender Arzt Dermatologie Kantonsspital St. Gallen, mit dem mit interessanten und eindrücklichen Bildern unterstützten Schlussvortrag „Von …

Den Abschluss der Vortragsreihe machte Dr. Mark Anliker, Leitender Arzt Dermatologie Kantonsspital St. Gallen, mit dem mit interessanten und eindrücklichen Bildern unterstützten Schlussvortrag „Von selten bis häufig: Hautreaktionen bei Tyrosinkinase-Inhibitoren“.

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  • Titel der Präsentation 14. Januar 03
  • Transcript

    • 1. Von selten bis häufig: Tyrosinkinaseinhibitoren und die Haut… Mark David Anliker Dermatologie/ Allergologie Kantonsspital St.Gallen
    • 2. Anliker 2010 Wie wirken TKI? Von der Hemmung der Zellteilung zur Hemmung der Signalübertragung: ATP-Verbindungstasche wird besetzt, Phosphorylierung wird verhindert Auch in anderen sich teilenden Gewebe sind Tyrosinkinasen vorhanden
    • 3. Anliker 2010 Tyrosinkinaseihibitoren blockieren nicht nur im Tumor Es werden zwei Gruppen von Rezeptor-Tyrosinkinasen unterschieden . Zum einen Tyrosinkinasen humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptoren, also ErbB1-(EGFR)- und ErbB2- (HER2)-Rezeptoren, des Weiteren Tyrosinkinasen anderer Rezeptoren wie VEGF (vascular endothelial growth factor receptor)-, PDGF (platelet-derived growth factor receptor)-, FGF (fibroblast growth factor receptor)-, FLT-3 (fetal liver tyrosine kinase-3)-, SCF (stem cell factor)- oder c-Kit-Rezeptoren.
    • 4.
      • Arzneistoff  : Zugelassene Indikationen  
      • Dasatinib  Chronische Myeloische Leukämie akute Lymphatische Leukämie (ALL) oder lymphatische Blastenkrise der CML
      • Erlotinib  Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom; Pankreaskarzinom 
      • Imatinib   
      • Lapatinib  fortgeschrittener Brustkrebs,
      • Nilotinib  Chronische Myeloische Leukämie
      • Sorafenib 
      • Sunitinib 
      Anliker 2010 Tabelle 1: Zugelassene Tyrosinkinase-Inhibitoren
    • 5.
      • Arzneistoff   Zugelassene Indikationen  
      • Imatinib  Ph+ chronische Myeloische Leukämie (Ph+CML) in der chronischen Phase, in der akzelerierten Phase sowie in der Blastenkrise. Ph+ akute Lymphatische Leukämie (Ph+ALL) in Kombination mit Standardchemotherapie; Hypereosinophilensyndrom (HES), atypische myelodysplastische/ myeloproliferative Erkrankungen (MDS/MPD) oder aggressive systemische Mastozytose (SM) einhergehend mit Eosinophilie und einer platelet-derived growth factor (PDGF)-Rezeptor-alpha oder -beta Mutation oder einem FIP1L1-PDGFR-alpha Fusionsprotein. Behandlung unresezierbarer und/oder metastasierter maligner gastrointestinaler Stromatumoren (GIST) bei Erwachsenen . Behandlung von Erwachsenen mit unresezierbarem, rezidivierendem oder metastasiertem Dermatofibrosarkom protuberans (DFSP). 
      • Sorafenib  Leberzellkarzinom; fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom , wenn eine vorherige Interferon-alpha- oder Interleukin-2-basierte Therapie versagt hat oder die Patienten für eine solche Therapie nicht geeignet sind. 
      • Sunitinib   Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem und/oder metastasierendem Nierenzellkarzinom. Behandlung von Patienten mit malignem gastrointestinalem Stromatumor (GIST) bei Resistenz oder Intoleranz auf Imatinib. 
      Anliker 2010 Tabelle 1: Indikationen bereits zugelassener Tyrosinkinase-Inhibitoren
    • 6.
      • Tyrosinkinase sind stark vertreten in
      • Pigmentmalen
      • Verhornende Haut
      • Warzen
      • Haarwurzeln (Pigmentierung)
      • Nägel
      • Und somit auch Ziel von TKIs
      Anliker 2010 Weshalb kommt es zum Angriff gegen die Haut?
    • 7.
      • zeig mir deine Hände und ich sage wer du bist.......
      • Was sonst nur Mechaniker handwerker und Bauarbeiter aufweisen zeigt sich unter TKIs sehr häufig
      Anliker 2010 Häufige Reaktion auf Sunitinib und Sorafenib
    • 8. Anliker 2010 Häufigkeit beobachter Nebenwirkungen unter Sunitinib Hautnebenwirkungen in der Mehrzahl der Behandelten Nebenwirkung anzahl Patienten aus N=119 Beginn nach Tumor Nieren CA GIST Hand Fuss Reaktion 43 5-82 Tage 26 17 Mundhöhlenentzündung 43 1. bis 15.Woche 26 17 Gesichtsschwellung 29 1. bis 18.Woche 22 7 gelbliches Gesicht 20 1. bis 18.Woche 13 7 Haar Depigmentierung 16 7. bis 16.Woche 12 4 Splitterblutungen der Nägel 12 3. bis 12.Woche 9 3 Ausschlag am Körper 15 1. bis 8.Woche 11 4 Schwellung Unterschenkel 14 1. bis 10.Woche 11 3 Rötung im Gesicht 11 1. woche bis 8 Monat 9 2 Haarausfall 7 4. woche bis 7. Monat 4 3 akneformer Ausschlag 6 1. bis 12.Woche 5 1 Gefühlsstörung Kopfboden 1 6.Woche 1 0
    • 9. Anliker 2010 Wie häufig ist die Haut mit betroffen? Hautveränderung sind in der Mehrzahl (3/4) der Patienten anzutreffen
    • 10. Sorafenib (Nexavar ® )
      • Hand-Fuss-Reaktionen + Akrales Erythem (MA)
      Psoriasiforme Plaques schmerzhafte Schwielen scharf begrenzte Splitterblutungen Anliker 2010
    • 11.
      • Schwielen, verdickte Haut und Rhagaden
      • Sorafenib 43%, nach 1-8 Wochen
      • Sunitinib 52% nach 1 bis 12 Wochen
      Anliker 2010 Das häufigste Problem der Haut bei TKI
    • 12.
      • Häufigste Veränderung
      • Sofenib und Sunitinib ca. 50% der Behandelten
      • paradoxe Reaktion der Haut
      • An Händen und Füssen
      • übermässige Teilung der hautzellen, möglicher Gegenmechanismus auf Angriff durch Immunsystem
      Anliker 2010 An Druckexponierten Flächen
    • 13. Anliker 2010 Nicht zu verwechseln Hand and foot syndrome= akrales Dysaestesiesyndrome bei Chemotherapie= giftige Reaktion Andere Behandlung Hand und Fuss Reaktion= übermässige Verhornung und Schwielenbildung
    • 14. Sunitinib (SU11248) und Sorafenib
      • Schwielen: schmerzhaft, meist an Druckstellen und über den Knöchelön, Hyperkeratose mit z.T. starker Schuppungsneigung
      Anliker 2010
    • 15. Sunitinib (SU11248,Sutent ® )
      • Ausschlag am Stamm 1%% 1-8. Woche
      • Purpurfarbene Maculopapeln bis 5mm gross, rel. gut begrenzt, v.a. am Stamm, nicht juckend
      Anliker 2010
    • 16. Sunitinib (SU11248,Sutent ® )
      • Ausschlag am Stamm : Behandlung
      • Behandlung mit Cortisoncrèmes,
      • Rückfetttung mit Harnstoff niedrigprozentig
      • z.B. Excipial U- Lipolotio, Optiderm Lotio
      • Milchsäure z.B. Antidry Lotion
      Anliker 2010
    • 17.
      • Phänomene
      • Patient mit plötzlicher Entzündung und Rötung von sog. Alterswarzen, die dann verschwanden.
      • Vermehrte Tyrosinkinase in den Warzen?
      Anliker 2010 Seltsame Reaktionen
    • 18.
      • Pusteln v.a. im Gesicht Kopfboden Hals und Brustbein
      • Keine Akne, Angriff des Immunsystems auf TK in der Talgdrüse
      • eher bei Sunitinib in ca. 5% der Behandelten
      Anliker 2010 Haarbalgsentzündung
    • 19.
      • Pusteln v.a. im Gesicht Kopfboden Hals und Brustbein
      • Keine Akne,
      • Behandlung: Mit lokalen Cortisonpräparaten!
      • Auch Tetrazykline (Antibiotika) antientzündlich für die Pusteln
      Anliker 2010 Haarbalgsentzündung
    • 20. Sunitinib: Depigmentierungen +Haarveränderungen
      • Veränderung der Hautfarbe
        • Weisse Haut  gelblicher teint (ohne Hepatitis)
        • Dunkle Haut  de-pigmentatierung (Fleckförmig oder generalisiert)
      • Haare
        • Depigmentierung (weiss während der Behandlung, original-farben während den Pausen, es resultiert ein Zebrastrefen-Muster!)
      Therapie: Keine Anliker 2010
    • 21.
      • Hautnebenwirkungen in der Mehrzahl der Behandelten
      Anliker 2010 Häufigkeit beobachter Nebenwirkungen unter Sorafenib Nebenwirkung Anzahl Patienten aus N=109 Beginn nach Tumor Nieren CA Leber CA Hand Fuss Reaktion 52 3-56Tage 18 34 Haarausfall 38 2. bis 16 Woche 15 13 Mundhöhlenentzündung 28 1. bis 8 Woche 11 17 Ausschlag am Körper 23 1. bis 8 Woche 10 13 fettiges Ekzem im Gesicht 4 1. bis 9 Woche 2 2 trockene Haut 3 3,4, und 16. Woche 2 1 Splitterblutungen der Nägel 3 3.,7., und 12. Woche 2 1 Ekzem genital 2 2. und 12. Woche 1 1 Zyste im Gesicht 1 8. Monat 0 1
    • 22. Sorafenib (Nexavar ® ) Sunitinib (Sutent ®)
      • Hand-Fuss-Reaktionen + Akrales Erythem (MA)
      • Behandlung:
      • Keine engen Schuhe, Druckstellen vermeiden, Reibung vermeiden (Handschuhe, dicke Socken
      • Crèmes die die Hornhautschichten ablösen mit Harnstoff 10% ( z.B. Carbamid Cr., Nutra plus Cr) oder salicylvaseline>5% -20%
      Anliker 2010
    • 23. Anliker 2010 Sonderbares? Fleckförmiger Haarausfall: Zum glück sehr selten Diffuser Haarausfall jedoch ist häufiger Sorafenib 38% Sunitinib 7%
    • 24.
      • Hautnebenwirkungen in der Mehrzahl der Behandelten
      Anliker 2010 Häufigkeit beobachter Nebenwirkungen unter Imatinib Nebenwirkung Anzahl Patienten aus N=39 Beginn nach Juckreiz 40% 7 Wochen Schwellung der Augengegend 74% 5-6 Wochen Ausschlag am Körper 66% 8 Wochen Nagelveränderungen selten Später? Röschenflechte-artig Ausschlag Sehr selten 7 Wochen trockene Haut häufig Nach einigen Wochen
    • 25. Imatinib (Glivec ®) und Sorafenib
      • Periorbitale Oedeme (Schwellung der Augengegend
      • DD perakutes kontaktallergisches Ekzem
      • Therapie: Kühlende Umschläge (z.B. Ringer-L)
      • Steroid in Crèmegrundlage (z.B. Betnovate Cr)
      Anliker 2010
    • 26. Imatinib
      • Ganzkörperrötung mit stark ekzematöser Komponente mit Erosionen nach 4 Wochen Gliveec
      • Therapie: Steroid und Rückfettung in Salbengrundlage z.B. Elocom Salbe und Excipial Fett Salbe
      Anliker 2010
    • 27. Imatinib
      • Nagelzerstörung ohne Pilze nach 3 Monaten, krümelig psoriasiform
      • Behandlung mit Harnstoff und Cortisontropfen (Entzündungshemmung) evtl Abkleben
      Anliker 2010
    • 28. Ekzem, Plaques, Röschenflechte-artige Veränderungen (Imatinib) J Am Acad Dermatol November 2005 Psoriasiform Pityriasiform Anliker 2010
    • 29. Anliker 2010 Sonderbares? Verschwinden sämtlicher Sommersprossen!
    • 30.
      • Mechanische Tätigkeiten reduzieren
      • Weite Schuhe, Handschuhe, Druckstellen vermeiden
      • Nägel kurz schneiden
      • Regelmässige Pflege der Haut, Harnstoff
      • Sonnenschutz
      Anliker 2010 Prophylaxe
    • 31.
      • Patienten die TKI erhalten reagieren in der Mehrheit mit Hautreaktionen
      • Die Reaktionen sind nicht gefährlich, aber hinderlich, juckend und manchmal auffällig
      • Grund ist das vermehrte Vorkommen von Tyrosinkinase in der verhornenden Haut, Warzen und Schleimhaut
      • Eine rechtzeitige Aufklärung, Pflege und Behandlung ist notwendig
      Anliker 2010 FAZIT
    • 32. Thank you for your attention PD Lucie Heinzerling MD Dermatology/Allergology KS St. Gallen Teresa Jaeger MD Dermatology/Allergology KS St. Gallen Marianne Lerch MD Dermatology/Allergology KS St. Gallen Uwe Hauswirth MD DermatologyAllergology KS St. Gallen Anliker 2010 Vielen Dank an: Dr. Dieter Köberle Onkologie KS St. Gallen PD Dr. Silke Gillessen Onkologie KS St. Gallen

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