Alexander MerowDas aureanische Zeitalter            II    Im Schatten des Verrats        Engelsdorfer Verlag              ...
Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbib- liothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diesePubl...
InhaltNachbetrachtungen ...................................................................7Die unverhoffte Mission..........
NachbetrachtungenDer allgemeine Kalender des Goldenen Reiches zeigteheute den 17. September des Jahres 3986 nach GutrimMal...
grüßend an ihm vorbeizogen, aber trotzdem verbittertwirkten. Neben ihm hatte sich der planetare StatthalterMagnus Shivas p...
»General, ich mache Euch persönlich keinen Vorwurf,denn Ihr habt lediglich die Befehle des Archons befolgt.Allerdings würd...
selbst auch nur das Opfer einer gnadenlosen Militärma-schinerie geworden, das redete er sich jedenfalls seitTagen ein.Doch...
hen, dass niemand der anderen Besucher des Badehausesetwas von dem brisanten Gespräch mitbekam.»Der gute Antisthenes! Ja, ...
»Ach?«»Offenbar hat sich der alte Mann denken können, dass wirihn als Sicherheitsrisiko betrachten«, schob Sobos nach.Sein...
»Viele Aureaner glauben allerdings weiterhin, dass Impera-tor Credos Platon ermordet worden ist, Juan!«, bemerkteLupon von...
Ȇberlasse das mir! Der gleiche Todesengel, der denImperator selbst schon besucht hat, wird auch seinenehemaligen Berater ...
hatte, war gestern wieder völlig außer Kontrolle geraten.Hatten sich sein Freund Kleitos und seine Bekannte Euge-nia selbs...
»Wieso denn?«, brummte Flavius und schlich ins Bad.»Weil du nur Unsinn geredet hast! Dann bist du auch nochgrölend vom Bar...
Flavius stöhnte vor Kopfschmerzen und kroch wiederunter seine Bettdecke.»Wir haben Terra doch schon repräsentiert, oder? W...
sich, kein Gespräch über den soeben beendeten Feldzugaufkommen zu lassen.Shivas hatte das verlegene Verhalten seines Gaste...
Jedenfalls hat vor allem der Senat auf diese Militäraktionbestanden. Er hat den Archon überredet und mich zudieser verrück...
»Und in den Euch unterstellten Nachbarsystemen?«, fragteLeukos dann.Der Statthalter stöhnte leise. »Lasst es bitte gut sei...
»Es ist auf jeden Fall seltsam. Wir haben neben diesenNotrufen noch weitere von Colod kommende Kommunika-tionssignaturen a...
»Das alles klingt jedenfalls verwirrend«, meinte Leukos.»Ich kann wirklich nicht sagen, was auf Colod geschehenist. Am mei...
Die unverhoffte MissionDie riesigen Wartehallen des Raumhafens von Remay warenmit Tausenden von Legionären verstopft. Eine...
erstes den Boden küssen. Zum Teufel mit der Legion unddiesem ganzen Mist«, flüsterte Princeps leise.»Wann geht es denn end...
Nach einer weiteren Stunde entnervender Warterei tauch-ten endlich mehrere Dutzend Angehörige des Flughafen-personals auf ...
Fast synchron griffen Flavius, Kleitos und Dutzende vonSoldaten um sie herum in ihre Taschen, um nachzusehen,wer ihnen all...
»Hat der Imperator jetzt vollkommen den Verstand verlo-ren?«, schimpfte einer der Legaten und stampfte wütendauf.Leukos st...
und versuchte den Blicken seiner Offiziere auszuweichen.Diese wurden mit jeder verstreichenden Sekunde wütender.»Wenn wir ...
Terras oberster Heerführer musste sich hingegen langsameingestehen, dass sein Vertrauen in den jungen Imperatorstark gesch...
müssen und daher noch fast vollzählig war. Jedenfalls imVergleich zu anderen Teilen der terranischen Streitmacht.Flavius h...
miteinander gesprochen, was Princeps zugleich dazugenutzt hatte, um sich bei der hübschen Krankenschwesterfür sein rüpelha...
»Ich habe noch immer nicht genau verstanden, was ausge-rechnet wir da sollen!«, murrte Princeps verärgert inRichtung des B...
»Die Legion ist eben nichts für brave Jünglinge aus gutemHause. Du hättest vielleicht lieber in deiner schönenHabitatswohn...
den müssen. Dann haben wir wenigstens unseren Spaß!«,höhnte ihnen der Legionär hinterher.Die beiden Rekruten ließen den So...
Bildschirm und das Töten findet Lichtjahre von seinemsicheren Wohnzimmer entfernt statt.Was ich damit sagen will ist, dass...
Transmitter haben uns belogen, die Senatoren habengelogen und vielleicht sogar der Imperator selbst.Was, wenn es gar nicht...
umgebenen Kerngebiet. Hier lebten zum größten TeilAnaureaner und nur eine geringe Anzahl von Angehörigenseiner eigenen Kas...
aus einem Gewirr von Informationsträgern hervor undöffnete die kleinen holographischen Bildschirme.»Wo ist es? Es muss hie...
schaft vielleicht doch nicht an ihrem Ziel ankommenkönnte.»Ich lasse die Wahrheit fliegen!«, sprach er leise und seinealte...
Ratlosigkeit und IntrigenDie schöne Eugenia hatte Flavius trotz seines nicht sehrschicklichen Verhaltens, damals in der Ba...
war, dass Flavius sie in den letzten Minuten ununterbro-chen angestarrt hatte. Der Rekrut räusperte sich.»Naja, es geht so...
nicht mehr loslassen«, unterbrach sie der junge Aureanermit zitternder Stimme.Nun war die Atmosphäre wirklich getrübt und ...
us blickte nach wie vor betrübt durch das kleine Restaurantund stieß einen Seufzer aus.»Es wird noch endlose Monate dauern...
Tugenden in Angriff genommen hatte. Platon hatte sichdie reichsten und mächtigsten Senatoren des GoldenenReiches mit seine...
Proxima Centauri System, die bedrohlich klingendenBerichte von Rebellionen, Massakern und Terroristen, undschließlich auch...
als hätte man uns alle für nichts durch das All fliegenlassen«, murrte der Feldherr.Der Flottenoffizier lächelte gequält. ...
»In vier Tagen wird unser neuer Archon die traditionelleReise zum Mars antreten, um sich dem aureanischen Volkzu zeigen!«,...
Reformen an erster Stelle. Nicht der Ruin der Nobilitas,wie ihn dieser Platon vorantrieb. Nein, echte Reformen!Das bedeute...
»Sie dürfen unbesorgt sein, werte Dame! Unter meinerFührung wird das Goldene Reich ein Ort sein, an dem füruns alle Milch ...
ihm schließlich nicht mehr eingebracht als einen kühlen,dunklen Platz in der Archontengruft am Stadtrand vonAsaheim.Trauri...
So viele soldatische Ehren hatte der junge Mann ausVanatium-Crax, jenem sauberen, guten Wohnviertel derteulanischen Megast...
»Hör auf zu maulen! Ich kann dieses Gejammer nichtmehr hören. Kein Aureaner im Goldenen Reich musshungern, egal ob er eine...
Sein Freund starrte ihn zornig an. »Gejammer? Wer jam-mert denn den halben Tag? Hä?«»Wenn du ein Problem damit hast, dann ...
fraktion aufgekauft worden, was absolut notwendig war,wenn man die Massen kontrollieren wollte. Bald gedachtesich Sobos an...
selnd Wein nachgossen oder ihn mit frischen Traubenfütterten.Sobos schloss seine Augen und genoss die warmen Son-nenstrahl...
»Ich wollte mich nur erkundigen, ob irgendwelche Nach-richten von Leukos und seiner Kriegsflotte eingegangensind!«Ein laut...
»Kümmert Euch um den Aufbau einer mir ergebenenStreitmacht und macht Euch um Leukos keine Sorgen. Ichbefehle Euch, jetzt z...
Noch immer ahnungslos …»Es wird ihrem Darm bald wieder besser gehen, HerrRothau«, sagte Eugenia mit sanfter Stimme und läc...
Eugenia wunderte sich. »Was für ein Besucher?«»Na, der junge Blondschopf. Wie heißt er noch gleich?Princeps, glaube ich. D...
sprächsthema, während ihn Eugenia aufmerksam musterte.Irgendwie fiel es ihm in ihrer Gegenwart immer etwasschwer, lässig z...
»Vielleicht stehen ja die Legionäre auf so etwas, aber ichnicht. Ich mag keine Holovisionen über Außerirdische, dasist all...
Flavius Vater rümpfte die Nase und verzog sein Gesicht.Hatte er Credos Platon für dessen Wertschätzung deraltaureanischen ...
»Ja, da kam neulich ein ganz interessanter Bericht auf demTransmitter-Kanal für Frauen. Da hat ein Medicus erklärt,wie der...
gefälligst anderen Dingen, Crusulla!«, donnerte Norecdurch das Wohnzimmer.»Nicht in diesem Ton!«, gab seine Frau zurück.»E...
Flavius hatte seinen Neurostimulator in der letzten Zeitnicht mehr so oft benutzt, wie noch auf dem Hinflug vonTerra nach ...
die Legion auf diesem Eisplaneten genau sollte, konnteSachs auch nicht sagen. Jedenfalls hatte er sich schon nachwenigen M...
Das aureanische Zeitalter - Im Schatten des Verrats (Roman)
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Teil 2 der Reihe: Nach dem Thracan-Feldzug freuen sich Flavius und sein Freund Kleitos darauf, endlich nach Terra zurückzukehren. Doch diese Hoffnung währt nicht lange, denn Oberstrategos Aswin Leukos schickt die Soldaten der 562. Legion auf eine Erkundungsmission ins Nachbarsystem, während der Rest der terranischen Streitkräfte zur Erde zurückfliegt. Nicht ahnend, welcher Verrat sich inzwischen hinter seinem Rücken abgespielt hat, gerät Leukos in eine geschickt konstruierte Falle des neuen Imperators Juan Sobos. Währenddessen finden sich Flavius, Kleitos und ihre Kameraden auf dem Eisplaneten Colod wieder, auf dem es einige seltsame Vorfälle zu untersuchen gibt. Was anfangs nach einem gewöhnlichen Routineeinsatz aussieht, entwickelt sich bald zu einem verzweifelten Kampf ums Überleben...

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  1. 1. Alexander MerowDas aureanische Zeitalter II Im Schatten des Verrats Engelsdorfer Verlag Leipzig 2012
  2. 2. Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbib- liothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diesePublikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.dnb.de abrufbar. ISBN 978-3-86268-834-0 Copyright (2012) Engelsdorfer Verlag LeipzigAlle Rechte, einschließlich des vollständigen und auszugswei- sen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten und bedürfen der schriftlichen Zustimmung des Autors. Hergestellt in Leipzig, Germany (EU) www.engelsdorfer-verlag.de 12,95 Euro (D)
  3. 3. InhaltNachbetrachtungen ...................................................................7Die unverhoffte Mission.........................................................23Ratlosigkeit und Intrigen ........................................................40Noch immer ahnungslos …...................................................58Terra verändert sich.................................................................76Der Eisplanet............................................................................93Unangenehme Begegnungen............................................... 109Hinterhalte ............................................................................. 127Unbekannte Feinde .............................................................. 145Auf sich allein gestellt........................................................... 165»Habt keine Furcht!«............................................................. 183Magnus Shivas wird entmachtet......................................... 208Opfergang .............................................................................. 221Der Zorn des Aswin Leukos............................................... 239Das Leid kehrt zurück.......................................................... 263 5
  4. 4. NachbetrachtungenDer allgemeine Kalender des Goldenen Reiches zeigteheute den 17. September des Jahres 3986 nach GutrimMalogor. Aswin Leukos, der oberste Feldherr der Erde,und seine Legionen hatten die Rebellion auf dem PlanetenThracan im Proxima Centauri System niedergeschlagenund das Zentrum des Aufstandes, die Slumstadt SanFavellas, dem Erdboden gleich gemacht. So jedenfallslautete die offizielle Version, welche die Simulations-Transmitter auf Thracan der Bevölkerung verkündeten.Ihren Sieg über die Aufständischen unterstrichen dieSoldaten Terras mit einem Triumphzug durch die Straßenvon Remay, der Hauptstadt des Planeten. Leuchtend roteLegionsbanner und Standarten aus Gold und Bronzeragten zwischen den in starren Formationen marschieren-den Legionären hervor, während langsam ein langer Wurmaus gepanzerten Kriegern an jubelnden Menschenmassenvorbeikroch.Die siegreichen Truppen wurden von Verbänden ausPanzern und mobilen Geschützen flankiert, die das Bildeiner unbesiegbaren Streitmacht perfekt abrundeten.Piktographierer und Archivatoren standen ebenfalls amRande der zahllosen Schaulustigen und versuchten mög-lichst viele Bilder des Spektakels mit ihren Aufnahmegerä-ten einzufangen.Im Hintergrund der glanzvollen Militärparade schobensich turmhohe Habitatskomplexe und Prachtbauten in denHimmel, was das ganze Szenario noch pompöser erschei-nen ließ.Oberstrategos Aswin Leukos stand auf einem Balkon ausweißem Marmor und betrachtete seine Soldaten, die zwar 7
  5. 5. grüßend an ihm vorbeizogen, aber trotzdem verbittertwirkten. Neben ihm hatte sich der planetare StatthalterMagnus Shivas postiert, der die Heerschau mit einemgelegentlich aufkommenden, zynischen Lächeln begutach-tete.»Welch ein Sieg, verehrter Leukos!«, flüsterte Shivas demersten General des Goldenen Reiches zu und grinste.»Lassen wir diesen Unsinn, Statthalter! Für uns gibt es hiernichts mehr zu tun. Wir verschwinden bald wieder!«,murrte der Oberstrategos leise.»Wie hoch sind eigentlich die Verluste bei den Legionen?«,wollte der kaiserliche Stellvertreter wissen.»Etwa 16.000 Tote und 7.000 Verwundete«, antworteteLeukos barsch.Magnus Shivas schien verwundert. »So viele? Dann habensich die Anaureaner von San Favellas ja heftiger gewehrt,als wir es erwartet hatten, nicht wahr?«Der terranische Feldherr schwieg und sah Shivas verärgertan.»Und wie viele Tote haben die Thracanai zu beklagen?«,fragte er im Gegenzug.»Fast 40.000 Milizsoldaten und einige Tausend Legionäre.Das ist auch mehr, als wir einkalkuliert hatten!«, erwiderteder weißhaarige Verwalter des Planeten.»Man kann es den Bewohnern von San Favellas nicht übelnehmen, dass sie sich bis zuletzt gewehrt haben. Ich hättemich an ihrer Stelle auch nicht einfach kampflos ab-schlachten lassen«, meinte Leukos.Magnus Shivas gab dem Terraner ein undurchsichtigesLächeln zurück und schüttelte den Kopf.Der Oberstrategos fuhr fort: »In den nächsten Tagen seidihr uns los! Dann ist dieses ganze Schmierentheater endlichbeendet …«8
  6. 6. »General, ich mache Euch persönlich keinen Vorwurf,denn Ihr habt lediglich die Befehle des Archons befolgt.Allerdings würde ich gerne wissen, was sich der Imperatorvon diesem Feldzug erhofft hat.Ich kann es mir lediglich so erklären, dass auch er falscheInformationen über die Verhältnisse auf Thracan erhaltenhat«, sagte Shivas.Aswin Leukos antwortete mit einem Achselzucken undverkniff sich die nächste Bemerkung. Schließlich starrte erwieder auf seine Soldaten herunter und versuchte guteMiene zum bösen Spiel zu machen.Irgendwo in der Masse der Legionäre, deren metallischeRüstungen in der Sonne glänzten, befanden sich auchFlavius Princeps, der junge Rekrut aus Vanatium in Teulan,und sein Kamerad Kleitos Jarostow.Die beiden Legionäre waren ebenfalls froh, dass dieKämpfe vorüber waren. Nun, so sagten sie sich, würdensie sich bald wieder auf den Weg nach Terra machen unddiesen Wahnsinn hoffentlich schnell wieder aus ihremGedächtnis streichen können.Flavius hatte die furchtbaren Bilder des Gemetzels in denStraßen von San Favellas noch immer im Kopf und vorseinem geistigen Auge zogen die düsteren Erinnerungen anTod und Zerstörung wieder und wieder vorbei. Besondersdie Kreuzigung der Gefangenen hatte ihn als ein Erlebnisuferloser Grausamkeit schockiert. Endlich war dieserSchrecken vorüber und Princeps nahm sich fest vor, fürden Rest seines Lebens Gutes zu tun, um seine Sündenirgendwie auszugleichen.Der junge Mann aus gutem Elternhaus hatte unter denBannern der Legion getötet und gebrandschatzt. Er wardazu gezwungen worden und hatte die Befehle derranghöheren Offiziere befolgen müssen. Flavius war 9
  7. 7. selbst auch nur das Opfer einer gnadenlosen Militärma-schinerie geworden, das redete er sich jedenfalls seitTagen ein.Doch bald sollte alles vorbei sein. Nur noch diese Paradeund ein paar Tage im Lager, dann ging es zurück in dieRaumschiffe und nach Terra. Zwar hasste Princeps dieinterstellaren Flüge mit Inbrunst und fürchtete nach wievor den Kälteschlaf, doch musste er diesmal zugeben, dasser sich fast auf die Rückreise durch das All freute.Juan Sobos, der reiche Grundherr aus dem Norden vonBraza und Oberhaupt der Optimatenfraktion im Senat vonAsaheim, der Hauptstadt des Goldenen Reiches von Terra,betrachtete einige Mosaike an der Wand des Badehauses,das er heute in Begleitung seines politischen Mitstreiters,Senator Lupon von Sevapolo, aufgesucht hatte.Dichter, wohlriechender Dampf hüllte das speckige Ge-sicht des Großgrundbesitzers ein. Der untersetzte Mannschnaufte und erhob sich von einer kleinen Holzbank,während er den Blick seinem Fraktionskollegen zuwandte.»Ich bin noch immer erstaunt, wie einfach das alles gewe-sen ist, Juan!«, sagte Lupon von Sevapolo und schob einselbstherrliches Lächeln hinterher.Sein Gegenüber nickte. »Ja, ich auch, wenn ich ehrlich bin.Credos Platon ist von uns wie ein hilfloser Wurm zertretenworden und schon bald wird man ihn vergessen haben.Jetzt kommt es aber darauf an, auch den Rest seinerGefolgsleute hier auf Terra zu entmachten.«»Eine Aufgabe, die der neue Oberstrategos Antisthenesvon Chausan sicherlich gerne in Angriff nehmen wird,nicht wahr? Man sagt, dass er die aureanische Kaste undalles, wofür sie steht, regelrecht hasst!«, flüsterte Luponvon Sevapolo und blickte sich um, als wollte er sicherge-10
  8. 8. hen, dass niemand der anderen Besucher des Badehausesetwas von dem brisanten Gespräch mitbekam.»Der gute Antisthenes! Ja, er hasst die aureanische Kaste,obwohl er selbst ein halber Aureaner ist. Aber eben nur einhalber, ein Bastard. Im Grunde hasst er sich selbst, würdeich sagen. Wie auch immer, ich werde ihm die notwendi-gen Befugnisse geben, mit Hilfe der Legionen notfallsjeden Widerstand mit Gewalt zu brechen. Antisthenes istskrupellos und in sich zerrissen vor lauter Neid und Wutauf die noch bestehende Ordnung. Das macht ihn zueinem idealen Werkzeug für unsere Ziele, mein lieberLupon«, munkelte der Optimatenführer.»Aber werden die Legionen denn jemanden als ihrenOberstrategos anerkennen, der kein reiner Aureaner ist?«,fragte Lupon von Sevapolo zweifelnd.»Sei unbesorgt! Das gehört alles zur neuen Epoche, diemein Werk sein wird. Mit der Zeit werden wir jedenLegaten durch einen uns ergebenen Mann ersetzen!«,bekräftigte der Grundherr.Sobos Fraktionskollege trottete in Richtung des Schwimm-beckens davon, wobei sein massiger Körper, der nur miteinem weißen Handtuch bedeckt war, wie ein Mehlsack aufzwei dünnen Beinen durch den milchigen Dampfschwankte.Der Anführer der Optimaten folgte ihm und glitt, nach-dem er sich seiner Toga entledigt hatte, in das kühleWasser. Lupon von Sevapolo schwamm einige Bahnendurch das kleine Schwimmbecken und lehnte sich dann anden Rand. Juan Sobos kam zu ihm herüber und winkte ihnzu sich.»Noch etwas! Clautus Triton ist verschwunden! Man hatihn bisher noch nirgendwo ausfindig machen können!«,zischelte der Optimatenführer leise. 11
  9. 9. »Ach?«»Offenbar hat sich der alte Mann denken können, dass wirihn als Sicherheitsrisiko betrachten«, schob Sobos nach.Sein Parteifreund strich sich die Schweißperlen von derStirn und starrte gehässig durch die Dampfschwaden, dieüber der Wasseroberfläche davonzogen.»Er ist also untergetaucht?«»So sieht es aus! Triton muss unbedingt gefunden werden.Diese Aufgabe überlasse ich einer Person, die auf so etwasspezialisiert ist«, erklärte Sobos.»Was soll der alte Mann denn schon noch ausrichten? Erwird in ein paar Jahren ohnehin sterben«, meinte Luponvon Sevapolo.Der Grundherr aus Braza schüttelte den Kopf und schobseine wulstige Unterlippe nach oben.»Unterschätze Triton nicht! Der Alte ist seit Jahrzehntenmit allen Spitzfindigkeiten der großen Politik vertraut undweiß eine Menge Dinge, die nicht an die Öffentlichkeitkommen dürfen. Er muss gefunden werden!«, knurrteSobos.»Vielleicht hast du Recht, Juan. Immerhin unterhält Tritonvermutlich nach wie vor engen Kontakt zu einigen altau-reanisch gesinnten Senatoren in Asaheim.«Der Optimatenführer kniff die Augen zusammen undantwortete: »Die Altaureaner im Senat sind eine ausster-bende Spezies auf Terra. Sie sind führerlos und schon baldwerden sie nur noch belächelte Relikte einer untergegan-genen Ära sein. Kein Aswin Leukos, kein Clautus Tritonund auch keiner der anderen Feiglinge wird sich uns in denWeg stellen können. Die alte Ordnung besteht doch nurnoch aus Phrasen und Mythen. Niemand wird im Ernstfallmehr bereit sein, etwas für sie zu opfern. Sie wird zerfallen,denn ihre Zeit ist abgelaufen.«12
  10. 10. »Viele Aureaner glauben allerdings weiterhin, dass Impera-tor Credos Platon ermordet worden ist, Juan!«, bemerkteLupon von Sevapolo.»Das ist doch uninteressant. Diese Gerüchte werden baldverflogen und vergessen sein, wenn sie nicht von einerbekannten Person wie Triton eines Tages wieder angeheiztwerden«, flüsterte der Optimatenführer durch den Dampfund setzte eine ernste Miene auf.»Denkst du wirklich, dass die Milliarden Aureaner aufTerra und in den Kolonien uns irgendwann glaubenwerden, dass Credos Platon eines natürlichen Todesgestorben ist?«, wollte der Senator wissen.Sein Gegenüber wandte sich ihm zu. »Natürlich werden siedas. Wir kontrollieren bald wieder sämtliche Simulations-Transmitter-Netzwerke im gesamten Goldenen Reich undwerden verkünden, dass der Imperator aufgrund vonHerzversagen dahingeschieden ist, und wir werden das solange wiederholen, bis es jeder glaubt!«Lupon von Sevapolo wirkte nicht ganz überzeugt undkratzte sich am Kinn.»Der Geist der breiten Masse ist klein und träge. Dieständige Wiederholung einer Lüge macht diese irgendwannzur Wahrheit«, dozierte Sobos.»Dann gibt es da ja auch noch Aswin Leukos …«, brumm-te sein Fraktionskollege.»Der General wird Terra niemals mehr wiedersehen. Dafürwerde ich sorgen. Bald wird er an der Tafel seiner verehr-ten Ahnen im Jenseits sitzen, dieser altaureanische Narr!Aber dieses Thema besprechen wir besser zu einemanderen Zeitpunkt«, sagte Sobos.»Doch zurück zu Clautus Triton. Wie sollen wir ihn dennfinden?«, lenkte Lupon von Sevapolo ein. 13
  11. 11. »Überlasse das mir! Der gleiche Todesengel, der denImperator selbst schon besucht hat, wird auch seinenehemaligen Berater über kurz oder lang ausfindig machen.Triton wird sich auf Dauer nirgendwo verstecken können.Ich habe das bereits in die Wege geleitet«, versicherte dasOberhaupt der Optimaten.Der befreundete Senator klopfte ihm auf die Schulter undgrinste hämisch.»In einer Woche wird dich der Senat zum Archon ernen-nen. Daran wird auch der alte Triton oder sonst wer nichtsmehr ändern können!«Der Großgrundbesitzer grinste noch hämischer zurück,stieß sich sanft vom Beckenrand ab und glitt wie einebesonders fette Robbe durch das Wasser.»Clautus Triton wird einer von vielen sein, die meinenAmtsantritt nicht überleben werden!«, wisperte Juan Sobosdurch den Wasserdampf.Flavius Princeps gähnte aus vollem Halse und räkelte sichin seinem Hotelbett. Sein Freund Kleitos und er warengestern in Begleitung der hübschen KrankenschwesterEugenia Gotlandt bis in die frühen Morgenstunden durchdie Vergnügungsviertel der thracanischen HauptstadtRemay gezogen und hatten ausgiebig gefeiert.Überall in der riesigen Megastadt hatten sich Schwärmevon terranischen Legionären nach dem Triumphzug in denBars und Restaurants niedergelassen, um sich dem Alkoholund der Freizügigkeit zu widmen. Thracanischer Wein,Drogen und Neurostimulatoren hatten bei Tausenden derSoldaten dazu beigetragen, die Sinne zu vernebeln und dieblutigen Kämpfe um die anaureanische Slumstadt SanFavellas zu vergessen. Flavius, der bereits mit einemausgeprägten Hang zu diversen Genussmitteln zu kämpfen14
  12. 12. hatte, war gestern wieder völlig außer Kontrolle geraten.Hatten sich sein Freund Kleitos und seine Bekannte Euge-nia selbst auch ein wenig mit Rauschmitteln betört, warPrinceps wieder einmal vollkommen von seiner Sucht nachDrogen und Neurostimulationen übermannt worden.Dies alles war sehr zum Ärger der hübschen Eugeniagewesen, der von Flavius eigentlich ein unterhaltsamerAbend versprochen worden war. Allerdings hatte derexzessive Rauschmittelgenuss wenigstens dazu geführt, dassFlavius nicht mehr an die Schrecken der letzten Tage undWochen gedacht hatte, zumindest nicht an diesem Abend.Der junge Rekrut, der vollkommen unfreiwillig in dieLegion einberufen worden war, hatte auf Thracan dieRache Terras vollstreckt. Er hatte im Zuge der Straßen-kämpfe um San Favellas getötet und sogar dabei mithelfenmüssen, die gefangenen Anaureaner zu kreuzigen. Es warschrecklich gewesen und zudem wusste Flavius, dassTerras Legionen im Grunde an Unschuldigen Vergeltunggeübt hatten. Daran änderten auch die Rauschmittel nichts,welche lediglich dazu dienten, die eigenen Schuldgefühletief im Inneren zu verdrängen. Der junge Mann hatteschreckliche Dinge getan und nichts davon war mehrrückgängig zu machen.»Wo ist Eugenia denn?«, stöhnte Flavius und krabbelte ausdem Bett. Seine blutunterlaufenen, blauen Augen starrtenmüde ins Leere.Neben ihm wachte gerade Kleitos auf und blinzelte eben-falls verschlafen durch den Raum.»Was?«, brachte er nur heraus.»Eugenia? Wo ist sie denn?«»Die ist gestern Abend irgendwann gegangen. Eugenia warziemlich wütend auf dich. Hast du das nicht mehr mitbe-kommen, Princeps?« 15
  13. 13. »Wieso denn?«, brummte Flavius und schlich ins Bad.»Weil du nur Unsinn geredet hast! Dann bist du auch nochgrölend vom Barhocker gefallen und hast sogar Ärger miteinem Kellner angefangen. Weißt du das denn nichtmehr?«, brummte Kleitos.Ein lautes Röcheln schallte aus dem Badezimmer und esdauerte eine Weile, bis Flavius wieder zurück ins Zimmergetorkelt kam, um sich erneut auf seinem Bett niederzulas-sen. Der hochgewachsene Aureaner strich sich durch seineschweißverklebten, blonden Haare und stieß einen leisenWürgelaut aus, während sein schmales Gesicht zu zuckenbegann. Das waren die Nachwirkungen der gestrigenNeurostimulation.»Scheiße!«, murrte er und hielt sich den Kopf.»Ja, allerdings! Eugenia ist so nett und du musstest dich wieein anaureanischer Minenarbeiter im Vollsuff verhalten.Du hättest froh sein sollen, dass sie überhaupt mit unsmitgekommen ist. Ein solches Benehmen kann man einerDame nicht zumuten!«, schimpfte Kleitos.»Ich weiß auch nicht …«, bekam er zu hören.»Was weißt du nicht, Princeps?«»Ich weiß nicht, warum ich mich so selten zusammenrei-ßen kann, wenn ich feiern gehe!«, erwiderte Flavius in fastweinerlichem Ton.»Du hast dich diesem Kellner als »Schlächter von Terra«vorgestellt – das fand der gar nicht lustig. Was sollte dieserSchwachsinn denn?«»Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Tut mir leid!«»Deine genauen Worte waren: »Wer sich Terra nicht beugt,der wird plattgemacht!« Das hast du durch das halbe Lokalgebrüllt. So ein ungehobeltes Verhalten sehen auch unsereVorgesetzten nicht gerne. Wir repräsentieren hier auf Thra-can immerhin die Erde!«, rügte Kleitos seinen Kameraden.16
  14. 14. Flavius stöhnte vor Kopfschmerzen und kroch wiederunter seine Bettdecke.»Wir haben Terra doch schon repräsentiert, oder? Waswaren wir denn anderes als Schlächter, als wir diese Slum-stadt vernichtet haben?«Kleitos Jarostow winkte ab. »Das hat mich auch mitge-nommen, aber wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren.Es war nun einmal der offizielle Befehl des Archons. Wirhaben nur getan, was uns gesagt wurde!«»Dann ist der Archon der Oberschlächter!«, zischte Flavi-us.»Hör endlich mit diesem Blödsinn auf und behalte solcheKommentare in Zukunft für dich. Ich lege keinen Wert aufÄrger mit Zenturio Sachs oder irgendwelchen anderenOffizieren. Mit diesem Geschwätz kannst du dir in derLegion furchtbare Strafen einhandeln!«, warnte Kleitos undblickte sich verängstigt um.Sein Freund hatte sich inzwischen wie ein Säugling unterdem Laken zusammengerollt und antwortete nicht darauf.Nach einigen Minuten der Schweigsamkeit sagte er jedoch:»Ich sollte mir vielleicht das eigenständige Denken abgewöh-nen. Dann kann ich bei der Legion auch was werden …«Eine weitere Woche war vergangen und während sich dieterranischen Soldaten bereits auf den Rückflug zur Erde,der am morgigen Tag starten sollte, vorbereiteten, statteteOberstrategos Aswin Leukos dem thracanischen StatthalterMagnus Shivas noch einen letzten Besuch in dessen Resi-denz am Stadtrand von Remay ab.Der General nippte an einem goldenen Becher und ver-suchte den kaiserlichen Vertreter auf Thracan nicht allzulange anzusehen. Immer wieder wich er den Blicken deshochgewachsenen, weißhaarigen Mannes aus und bemühte 17
  15. 15. sich, kein Gespräch über den soeben beendeten Feldzugaufkommen zu lassen.Shivas hatte das verlegene Verhalten seines Gastes allerdingslängst durchschaut und ging nun selbst in die Offensive.»Dieser Militärschlag gegen San Favellas scheint Euchnoch immer peinlich zu sein, Oberstrategos! Oder liege ichda falsch?«, sagte der Statthalter.Leukos schluckte und stellte seinen Becher auf den Mar-mortisch vor sich. Er zögerte für einen kurzen Augenblickmit seiner Antwort und gab dann zurück: »Nun, Ihr kenntdie Antwort doch eigentlich! Ich kann nicht leugnen, dasses mir sehr unangenehm ist, Euch in eine derartige Lagegebracht zu haben. Es tut mir wirklich leid, an einer sol-chen Farce beteiligt gewesen zu sein. Ich denke, dass wirbeide gezwungen worden sind, mit Kanonen auf Spatzenzu schießen!«Shivas lächelte gequält. »Diese Spatzen waren zudemunschuldig. Unsere Soldaten haben ohne jeden Grund einschreckliches Massaker angerichtet. Ein Blutbad, wie esThracan seit ewigen Zeiten nicht mehr erlebt hat!«»Aber es war der kaiserliche Befehl! Was hätte ich denn tunsollen?«, versuchte sich Leukos zu rechtfertigen.»Wir zwei hätten uns diesem Wahnsinn verweigern müs-sen! Das ist unser beider Schuld! Ich bin Altaureaner wieIhr, Oberstrategos, und ich habe keinerlei Sympathien fürdie untere Kaste, aber wir haben hier großes Unrechtgetan«, brummte der Statthalter.Der erste General Terras schwieg und nickte lediglich.Schließlich bat er noch um einen Schluck Wein.»Ist der Archon vielleicht selbst falsch informiert wor-den?«, fragte Shivas.»Credos Platon ist ein Ehrenmann, wie ich es selten erlebthabe. Ich kann es mir auch nur so erklären, Statthalter.18
  16. 16. Jedenfalls hat vor allem der Senat auf diese Militäraktionbestanden. Er hat den Archon überredet und mich zudieser verrückten Aktion genötigt. Allen voran dieserverfluchte Juan Sobos!«, zischte Leukos.»Juan Sobos? Terras reichster und mächtigster Groß-grundbesitzer? Dieser Mann hat großen Einfluss, nichtwahr?«, meinte der Thracanos.»Er ist eine Schlange! Ja, Sobos ist ein gewaltiges Schwer-gewicht im Senat von Asaheim. Im wahrsten Sinne desWortes. Ich hasse ihn und seinesgleichen!«, betonte derOberstrategos mit Nachdruck.Shivas winkte ab. »Wir können das Geschehene nicht mehrrückgängig machen. Eure Aufgabe hier ist erledigt und nungeht es wieder zurück nach Terra, General!«Aswin Leukos sagte für einen Moment nichts. Dann erhober sich von seinem Platz und verschränkte die Händehinter seinem Rücken.»Wenn meine Legionen noch etwas für Euch tun können,dann lasst es mich wissen, Statthalter!«, bemerkte er leise.Der kaiserliche Vertreter schob seine weißen Augenbrauennach oben und seine Miene wirkte zynisch. »Vielen Dankfür das Angebot, aber wir haben hier keine weiterenAufgaben für Terras Elitekrieger …«»Dann werden wir morgen entehrt dieses System verlassen.Gut, so möge es sein«, knurrte Leukos.»Es dürstet Euch also nach echtem Ruhm, Oberstrategos?«»Lassen wir das!«»Hier herrscht Frieden! Im Proxima Centauri System gibtes nach wie vor keinen Anlass, irgendwelche Legioneneinzusetzen, General«, bekräftigte Shivas genervt.Sein Gast schien zu grübeln und ließ seinen Blick gedan-kenverloren durch den prachtvollen Raum schweifen. 19
  17. 17. »Und in den Euch unterstellten Nachbarsystemen?«, fragteLeukos dann.Der Statthalter stöhnte leise. »Lasst es bitte gut sein,Oberstrategos …«»Aber ich fühle mich Euch verpflichtet! Diese Zerstörungvon San Favellas war eine Schmach für meine Legionen, sosehe ich das jedenfalls. Gibt es denn keine Möglichkeit,eine Aufgabe zu finden, die einem terranischen Feldherrenwürdig erscheint?«Magnus Shivas schüttelte den Kopf und schloss die Augen.»Soll ich Eure Männer vielleicht auf eine Erkundungsmis-sion nach Colod schicken?«, bemerkte der Statthalter mitleicht spöttischem Unterton.»Colod?«»Ja, ein eisiger Minenplanet im benachbarten Heel-System.Ach, vergesst es doch, Oberstrategos!«»Tobt dort auch ein Aufstand gegen Euch?«, hakte Leukosneugierig nach.Shivas lachte laut auf. »Was meint Ihr mit »auch«? Hier aufThracan war nie ein Aufstand! Nein, Colod ist ein fastunbewohnter Eisplanet, eine Minenkolonie …«»Und was sollen meine Legionen dort?«»Wir werden uns demnächst selbst darum kümmern,General Leukos!«»Sagt es mir bitte, Statthalter! Ich würde Euch gerne einwenig Arbeit abnehmen.«»Was Eure Legionen dort sollen? Nun, das kann ich garnicht sagen. Der Kontakt zu den Kolonisten ist seit einpaar Jahren abgebrochen und wir haben vor einigenMonaten diverse Notsignale erhalten. Und noch etwasanderes …«, murmelte Shivas nachdenklich.Leukos wunderte sich. »Was meint Ihr?«20
  18. 18. »Es ist auf jeden Fall seltsam. Wir haben neben diesenNotrufen noch weitere von Colod kommende Kommunika-tionssignaturen aufgefangen, die wir nicht zuordnen können.Ich wollte die ganze Zeit schon eine bewaffnete Expediti-onstruppe losschicken, um die Vorfälle zu untersuchen.Überlasst diese Angelegenheit ruhig uns, Oberstrategos!«,erklärte der Thracanos.Der terranische Feldherr lächelte und machte den Ein-druck, als sei er erfreut, doch noch eine sinnvolle Aufgabefür seine Soldaten gefunden zu haben.»Nein, bitte! Es wäre mir eine große Ehre, Euch dieseArbeit abzunehmen«, sagte Leukos.»Ich verspreche Euch General, dass wir damit auch selbstfertig werden«, schnaufte Shivas.Der Feldherr sprang auf und stellte sich vor seinen Ge-sprächspartner. »Erweist unseren Legionen diese Gunst,Statthalter! Gebt meinen Soldaten die Möglichkeit, echtenRuhm zu erlangen – oder wenigstens etwas Sinnvolles zutun! Reicht meine Streitmacht denn für ein Eingreifenaus?«Diesmal konnte sich Magnus Shivas ein breites Grinsennicht verkneifen.»Ob über 80.000 Elitesoldaten samt schwerem Kriegsgerätausreichen, um einen kaum besiedelten Eisblock zu unter-suchen? Ich denke schon! Colod hat offiziell gerade einmal10 Millionen Einwohner. Weiterhin ist es mehr als un-wahrscheinlich, dass dort irgendein Krieg wütet. Es ist nurseltsam, dass man überhaupt nichts mehr von diesemPlaneten hört und alle Verbindungsversuche fehlschlagen.Es würde höchstens darum gehen, einmal nachzusehen,was dort vorgefallen ist. Dafür reicht eine einzige Legionvollkommen aus und sogar die würde wohl nur nachColod fliegen, um sich dort die Gliedmaßen abzufrieren.« 21
  19. 19. »Das alles klingt jedenfalls verwirrend«, meinte Leukos.»Ich kann wirklich nicht sagen, was auf Colod geschehenist. Am meisten beunruhigen mich aber diese fremdartigenSignale, die wir aufgezeichnet haben. Sie lassen sich keinembekannten Code zuordnen und ergeben auch überhauptkeinen Sinn«, erläuterte der Statthalter.»Was soll man davon halten?«, brummte der Feldherr.Shivas ließ sich von einem Diener eine weitere Weinflaschebringen und musterte seinen Gast mit einem gewissenUnverständnis.»Überlasst uns die ganze Sache. Diese Angelegenheit istsicherlich nur eine Formalität und Ruhm gibt es auf Colodohnehin nicht zu ernten«, sagte der weißhaarige Mann.»Nein! Ich bestehe darauf! Terras Legionäre drücken sichvor nichts und ich stehe in Eurer Schuld. Ich werde allesfür eine Expedition nach Colod vorbereiten!«, drängteAswin Leukos entschlossen.22
  20. 20. Die unverhoffte MissionDie riesigen Wartehallen des Raumhafens von Remay warenmit Tausenden von Legionären verstopft. Eine sengendeSonne schickte ihre Strahlen durch die breiten Fenster ander Decke des Gewölbes und Flavius wischte sich denSchweiß von der Stirn. Umgeben von Hunderten weitererSoldaten, die im Laufe des stundenlangen Wartens immerunangenehmere Gerüche von sich gaben, verharrten Kleitosund er mitten in einer Masse bulliger Berufskrieger.Alle waren heute in Zivil gekommen und die meisten derMänner saßen auf ihren Rucksäcken und Proviantkisten,lässig auf die Anweisungen des Flughafenpersonals war-tend, welches die terranischen Soldaten in den nächstenStunden zurück in die Bäuche der gigantischen Schlacht-schiffe geleiten sollte. Heute ging es nach Hause zur Erde.Der blutige Feldzug auf Thracan war vorbei und ein jederLegionär war glücklich, nicht in den Straßen der zerstörtenSlumstadt San Favellas geblieben zu sein.So erfüllte trotz des dichten Menschengedränges in denWartehallen eine allgemein fröhliche und lockere Stim-mung den gesamten Raumhafen.»Endlich geht es wieder nach Hause!«, schnaufte Kleitosund kramte eine Wasserflasche aus seinem Rucksack.Flavius wirkte ebenfalls mehr als erleichtert, obwohl ergelegentlich mit Angstattacken kämpfen musste, in Erwar-tung des kommenden Raumfluges.Doch wer sich durch das brennende San Favellas gekämpfthatte, der sollte wohl auch dem Schrecken der Kälteschlaf-kammer gelassen ins Auge blicken können.»Dieser Wahnsinn ist endlich vorüber! Wenn ich meinenFuß wieder auf terranische Erde setze, dann werde ich als 23
  21. 21. erstes den Boden küssen. Zum Teufel mit der Legion unddiesem ganzen Mist«, flüsterte Princeps leise.»Wann geht es denn endlich los?«, knurrte einer der Be-rufssoldaten neben den beiden jungen Burschen undbetrachtete genervt sein digitales Chronometer. Jarostowsah ihn kurz an und zuckte dann mit den Achseln.»Eugenia scheint immer noch sauer zu sein. Sie hat sichnach unserem Ausflug in die Bars von Remay nicht mehrbei mir gemeldet«, bemerkte Flavius betrübt.»Du solltest dich schnellstens bei ihr entschuldigen. Viel-leicht redet sie ja dann wieder mit dir!«, empfahl Kleitos.»Vermutlich ist sie schon auf der Polemos. Die Angehöri-gen des Schiffspersonals sind offenbar bereits an Bordgegangen«, murmelte Princeps.Sein Freund aus dem Norden von Skantlant reichte ihmseine Wasserflasche.»Hier, nimm einen Schluck! Diese stickige Luft ist ja kaumzum Aushalten«, sagte er.»Danke!« Flavius trank das restliche Wasser aus. »Hauptsa-che, wir verlassen diesen verfluchten Planeten endlich!«Nachdenklich blickte Kleitos zu ihm herüber. »Wir haben16.000 Mann verloren. Das ist ganz schön viel, oder?«»Wir leben jedenfalls noch und sollten dem Göttlichendafür danken. So ein Irrsinn! Ich will nur hier weg, zurücknach Terra und nach Vanatium«, murrte Princeps.»Hoffentlich geht es meinen Eltern und meiner Schwestergut«, kam von Kleitos.»Die letzte Nachricht von meiner Familie ist vor zweiMonaten eingetroffen«, sagte Flavius und wirkte bedrückt.»Naja, wir sind jetzt mit diesem Dreck fertig. Was für eineVerschwendung von Lebenszeit …«»Nicht so laut! Halte dich mit diesem Gequatsche zurück!«,zischte ihm Jarostow ins Ohr.24
  22. 22. Nach einer weiteren Stunde entnervender Warterei tauch-ten endlich mehrere Dutzend Angehörige des Flughafen-personals auf und öffneten einige Durchgänge am anderenEnde der riesigen Wartehalle, die den Weg zu einer Reihebreiter Rolltreppen freigaben. Diese führten nach oben zuden Raumschiffen.Im gleichen Moment erschallte ein lauter Jubelschrei undHunderte von Soldaten warfen vor Freude ihre Rucksäckein die Luft. Dann wurden die einzelnen in dieser Wartehal-le versammelten Kohorten aufgerufen.»Alle Soldaten der 1311. Legion von Terra, Kohorten I bisIII, vortreten! Sie dürfen passieren!«, tönte es aus denLautsprechern an der Hallendecke.Wie eine freigelassene Schafherde setzten sich die Aufgeru-fenen unverzüglich in Bewegung, um sich auf die Rolltrep-pen zu drängen. Princeps sah den Männern neidischhinterher.»Na, toll! Das kann ja jetzt noch endlose Stunden dauern,bis alle wieder in den Schiffen sind«, stöhnte er.Jarostow nickte und verdrehte die Augen. Es folgtenweitere Durchsagen, doch die Soldaten der 562. Legionvon Terra, zu der Flavius und Kleitos gehörten, wurdenimmer noch nicht aufgefordert vorzutreten.Mehr und mehr terranische Soldaten verschwanden indesüber die steilen Rolltreppen in Richtung der wartendenSchlachtschiffe und die Halle leerte sich langsam. Undwährend sich zunehmend mehr Soldaten der 562. Legionmurrend und schimpfend darüber ausließen, warum sienoch nicht an der Reihe waren, schallte plötzlich dasschrille Klingeln Hunderter von Kommunikationsbotendurch die nervöse Unruhe. 25
  23. 23. Fast synchron griffen Flavius, Kleitos und Dutzende vonSoldaten um sie herum in ihre Taschen, um nachzusehen,wer ihnen allen eine Nachricht geschickt hatte.Princeps öffnete einen kleinen holographischen Bildschirmund heftete seinen Blick an die Buchstaben der Mitteilung,die Unschönes verkündete. Um ihn herum brach ein lautesGezeter aus, welches von Sekunde zu Sekunde lauterwurde. Leise las sich Flavius die Nachricht selbst vor undfühlte, wie sich seine Nackenhaare aufstellten.»Soldaten der 562. Legion von Terra!Ihr erhaltet hiermit einen neuen Befehl. Die 562. Legionwird nicht nach Terra zurückfliegen, sondern sich stattdes-sen auf den Weg zum Planeten Colod im benachbartenHeel-System machen.Alle Soldaten der 562. Legion von Terra haben sich in zweiStunden in Wartehalle 14 zu versammeln. Weitere Instruk-tionen folgen!Gez. Aswin Leukos, Oberstrategos von Terra«Legatus Throvald von Mockba, einer der höchsten Legi-onsoffiziere und Stellvertreter des Oberstrategos, wie aucheinige weitere Legaten, hatten sich um Aswin Leukosherum in einer geräumigen Kabine am Bug der Ultimus,des riesigen Flagschiffs der terranischen Kriegsflotte,versammelt. In sechs Stunden sollten die Schlachtkreuzerund ihre Eskortschiffe Thracan verlassen. SämtlicheSoldaten waren wieder an Bord der stählernen Gigantengegangen und warteten auf den Beginn der Rückreise zurErde, doch dann hatte eine neue Nachricht von Terra denOberstrategos und seinen Kommandostab erschüttert.26
  24. 24. »Hat der Imperator jetzt vollkommen den Verstand verlo-ren?«, schimpfte einer der Legaten und stampfte wütendauf.Leukos starrte ihn grimmig an. »Derartige Aussagen duldeich nicht. Er ist immer noch unser aller Archon, auchwenn ich Euren Unmut verstehen kann, Staufus!«»Habe ich das jetzt richtig verstanden? Der Kaiser verlangt,dass 20000 Legionäre, also vier ganze Legionen, als Besat-zungstruppen hier auf Thracan zurückbleiben sollen? Undauch noch für fünf Jahre?«, fauchte der Legat und dieGruppe Offiziere redete wild durcheinander.»Ja, Ihr habt es richtig verstanden! Ich bin ebenfalls erzürntüber diesen unsinnigen Befehl!«, schrie Leukos.Nun trat Throvald von Mockba vor den Feldherrn. »Ichfasse also zusammen: Von den 100.000 Legionären, dieTerra verlassen haben, sind 16.000 bei den Kämpfen umSan Favellas gefallen, 20.000 Mann sollen hier auf Thracanbleiben und weitere 4.800 Soldaten habt Ihr zu diesemEisplaneten geschickt, damit sie irgendetwas untersuchensollen …«»Ja!«, brummte Leukos.»Also bleiben uns noch knappe 60.000 Mann, die nachTerra zurückkehren«, meinte Throvald verärgert.»Ja! Ich kann selbst rechnen!«, knurrte ihn der Oberstrategosan.»Besatzungstruppen für Thracan!«, zischte einer der Offi-ziere und schüttelte den Kopf.»Und diese Nachricht ist erst vor zwei Stunden eingetrof-fen?«, hakte ein anderer nach.»Verflucht, ja!«, kam von Leukos.Nervös und ratlos zugleich fummelte der Oberstrategos anden goldenen Verzierungen seines Brustpanzers herum 27
  25. 25. und versuchte den Blicken seiner Offiziere auszuweichen.Diese wurden mit jeder verstreichenden Sekunde wütender.»Wenn wir wieder auf Terra sind, dann müssen wir eineErklärung von Credos Platon und dem Senat verlangen!Wir werden hier wie die Tanzbären vorgeführt!«, wetterteneinige Legaten.Der oberste Feldherr Terras kratzte sich am Kopf und ließseine Männer schimpfen. Schließlich ordnete er an, dass20.000 Legionäre wieder aus den Schiffen aussteigen undnach Remay zurückkehren sollten.»Unsere Soldaten werden vor Wut kochen, wenn sieerfahren, dass sie noch fünf weitere Jahre hier bleibensollen! Für nichts!«, bemerkte Throvald.»Wählt Ihr die vier Legionen aus, die dieses zweifelhaftePrivileg haben sollen!«, bat Leukos seinen Stellvertreter.Dann machte er auf dem Absatz kehrt und verließ denRaum mit schnellen Schritten.Nun brach unter den versammelten Legaten fast einTumult aus und Leukos hörte ihr Fluchen und Tobennoch auf dem Gang.»Lächerlich!«, spie der Feldherr aus und einige Angehörigedes Schiffspersonals, die ein paar Metallkisten durch denGang schleppten, sprangen verängstigt zur Seite, alsLeukos wie ein zorniger Bulle an ihnen vorbeirannte.Eine Stunde später erhielten 20.000 Legionäre den unan-genehmen Befehl, die Kriegsschiffe wieder zu verlassenund in die thracanische Hauptstadt zurückzukehren.So war auch für diese Soldaten der Traum von einemHeimflug nach Terra wie eine Seifenblase zerplatzt, was zuwütenden Protesten und sogar Handgreiflichkeiten gegen-über einigen Vorgesetzten führte.28
  26. 26. Terras oberster Heerführer musste sich hingegen langsameingestehen, dass sein Vertrauen in den jungen Imperatorstark geschwunden war.Die Anweisung, 20.000 terranische Legionäre als Besat-zungstruppen auf Thracan zurückzulassen, war völligsinnlos und ein weiterer Meilenstein auf einem immerlängeren Weg militärischer Fehlentscheidungen.Einen Tag später hatten die terranischen Schlachtkreuzerden Planeten Thracan wieder verlassen und befanden sichauf dem Rückweg zur Erde. Bis auf eines der riesigenKampfschiffe: die Polemos.Dem schweren Raumkreuzer folgte eine kleinere thracani-sche Fregatte, die zusätzliche Versorgungsgüter für die4.813 Soldaten der 562. Legion mit sich führte und vonMagnus Shivas wohlwollend zur Verfügung gestellt wor-den war.Flavius und Kleitos hatten es nicht fassen können. Siewaren, zusammen mit den restlichen Soldaten ihrer Legi-on, einfach zu einer Sondermission abkommandiert wor-den. Nun befanden sie sich auf dem Weg nach Colod,einem Planeten, dessen Namen kaum einer der Männerjemals zuvor gehört hatte. Das bedeutete nichts anderes alseine weitere, beschwerliche Reise durch das All, aber nichtin Richtung des geliebten Heimatplaneten, sondern weithinaus in die Finsternis zwischen den Systemen, dennColod war etwa drei Lichtjahre von Thracan entfernt.Warum Aswin Leukos ausgerechnet die 562. Legion vonTerra für diese Erkundungsmission ausgewählt hatte,wussten die einfachen Soldaten nicht. Einige vermutetenaber, dass sich der Oberstrategos für diesen Verbandentschieden hatte, weil jener bei den Kämpfen um dieStadt San Favellas nur geringe Verluste hatte hinnehmen 29
  27. 27. müssen und daher noch fast vollzählig war. Jedenfalls imVergleich zu anderen Teilen der terranischen Streitmacht.Flavius hatte gestern einen regelrechten Nervenzusam-menbruch erlitten, als ihm der Inhalt dieses Befehls be-wusst geworden war. Vielen seiner Kameraden war esallerdings nicht besser ergangen, denn auch die erfahrenenBerufssoldaten hatten nach dem Gemetzel auf Thracankeine Lust mehr, noch weiter durch das All zu fliegen, umirgendwelche Erkundungsmissionen durchzuführen.Selbst Zenturio Sachs hatte gegenüber dem Oberstrategosoffen seinen Unmut gezeigt, zumal auf dem EisplanetenColod ohnehin kaum Aussicht auf einen Kampf bestand.Er hatte von einer »unsinnigen Mission« gesprochen undsich daraufhin von Leukos eine gehörige Rüge eingehan-delt.Die 4807. Legion von Terra, welche auf dem Hinflugzusammen mit der 562. Legion von der Polemos nachThracan gebracht worden war, hatte hingegen nach Terrazurückkehren dürfen. Die Soldaten waren einfach auf dieanderen neun Schlachtkreuzer verteilt worden.»Nur die armen Schweine von der 562. haben die Arsch-karte gezogen!«, schimpften die Legionäre daraufhin,wobei sie es barsch, aber treffend formulierten.Eugenia Gotlandt war angesichts dieses Befehls ebenfallsvon Entsetzen gepackt worden, denn auch für das vielköp-fige Schiffspersonal der Polemos bedeutete der unverhoff-te Flug nach Colod weitere Jahre in der Eintönigkeit undEnge des Schlachtkreuzers.So hatte sich die junge Frau voller Verzweiflung dochwieder bei Flavius gemeldet, um bei ihm Trost zu suchen.Das war aus der Sicht des jungen Mannes der einzigeLichtblick an diesem schwarzen Tag. Zwei Stunden langhatten die beiden gestern am Kommunikationsboten30
  28. 28. miteinander gesprochen, was Princeps zugleich dazugenutzt hatte, um sich bei der hübschen Krankenschwesterfür sein rüpelhaftes Verhalten in Remay zu entschuldigen.In den nächsten Tagen wollten sie sich irgendwo in einemder Ruheräume der Polemos treffen, um noch ein wenigzu plaudern. Das hatten sie sich fest vorgenommen. Undschließlich gab es da auch noch Kleitos, der ebenfalls seinLeid mit Flavius zu teilen gedachte.Doch die Streitkräfte des Goldene Reiches lebten nuneinmal von einem strikten System von Befehl und Gehor-sam. Der einfache Soldat wurde nicht gefragt, er hatte zugehorchen und zu dienen. Gehorsam war eine der altau-reanischen Tugenden und nur auf diese Weise, so sagten esdie Alten, konnte ein Sternenreich überhaupt zusammen-gehalten werden.Es dauerte nicht lange, da hatte die Polemos das ProximaCentauri System hinter sich gelassen und verschwand inder Schwärze des Weltraums. Nur noch in weiter Fernespendete die orangeglühende Sonne ein wenig Licht, daslangsam immer schwächer und schwächer wurde.»Diese verdammten Idioten!«, fauchte Flavius in sichhinein und sprang von seinem Bett auf, um durch dieKabine zu tigern.»Hör endlich mit der Heulerei auf, Junge!«, knurrte ihn einhünenhafter Legionär an, der am anderen Ende des Rau-mes auf einem metallenen Stuhl hockte.Kleitos lag gegenüber auf seinem mit grauen Laken über-zogenen Bett und sagte nichts. Sein Gesichtsausdruck ließjedoch vermuten, dass er im Minutentakt zwischen Angstund Wut wechselte. 31
  29. 29. »Ich habe noch immer nicht genau verstanden, was ausge-rechnet wir da sollen!«, murrte Princeps verärgert inRichtung des Berufssoldaten auf dem Stuhl.Dieser richtete sich auf und kam auf den jungen Rekrutenzu.»Hör zu, Kleiner! Du bist hier seit Stunden nur am me-ckern, aber ich glaube kaum, dass dieses riesige Schiffgleich umdrehen und nach Terra zurückfliegen wird, nurweil du das gerne hättest. Wir sollen da hinten irgendwasuntersuchen. Offenbar ist der Kontakt zu diesem komi-schen Planeten abgebrochen. Das steht alles im aktualisier-ten Missionsbriefing, das du eigentlich auf deinem Kom-munikationsboten haben müsstest.«»Ja, kann schon sein!«, schimpfte Flavius.»Lies gefälligst die Befehlsaktualisierungen. Unsere Offizie-re schicken die doch nicht aus reiner Langeweile an dieSoldaten raus!«, brummte der Legionär.»Ich habe ja jetzt noch endlose Monate Zeit, diesen ganzenMist genau zu studieren«, gab Princeps zurück.Jetzt schaltete sich ein weiterer Soldat ein, der ebenfalls aufeinem der Betten lag und sich bisher aus dem Gesprächherausgehalten hatte.»Junge, dein Gelaber nervt! Wir alle haben keine Lust aufdiese blöde Aktion! Halt endlich die Schnauze, damit ichein wenig dösen kann!«, rief er.»Schon gut!«, erwiderte Flavius und hob beschwichtigenddie Hände.»Wenn du so ein Jammerlappen bist, Bursche, dann hättestdu dich nicht bei der Legion melden sollen!«, schob derMann jetzt nach.Der andere Soldat grinste verächtlich und stimmte seinemKameraden zu.32
  30. 30. »Die Legion ist eben nichts für brave Jünglinge aus gutemHause. Du hättest vielleicht lieber in deiner schönenHabitatswohnung auf der Plattform bleiben sollen – beideinen Eltern!«, stänkerte der Veteran.Plötzlich erhob sich Kleitos von seinem Schlafplatz undstellte sich direkt hinter den gereizt wirkenden Berufssolda-ten.»Er hat sich nicht bei der Legion gemeldet und ich auchnicht. Wir wurden einfach eingezogen und man hat unsnicht gefragt!«Der bullige Krieger drehte sich zu Jarostow um und packteihn blitzartig an der Gurgel, so dass der Rekrut wie einkleiner Fisch an der Angel hing.»Man hat euch nicht gefragt? Ach, wie schade! Ich habedich auch nicht nach deiner Meinung gefragt, Bübchen!«,grunzte er.»Lass gut sein, Ronnox! Die zwei gehören zu dem Rekru-tenkindergarten, den man uns aufgehalst hat«, sagte derLegionär auf dem Bett genervt und zog sich die Deckeüber den Kopf.Schließlich ließ der Veteran, dessen Augen bösartig funkel-ten, Kleitos wieder los und lachte laut auf.»Dann gewähre ich euch noch ein wenig Welpenschutz!Ha, ha! Welpenschutz!«, bellte er durch die Kabine undsetzte sich wieder auf den metallischen Stuhl.»Euch wachsen demnächst schon noch ein paar Eier,Jungens!«, spottete der Soldat schließlich. »Noch zwei, dreiEinsätze wie in San Favellas und ihr werdet auch zu soeinem harten Burschen wie ich!«Princeps sagte nichts mehr, winkte Kleitos zu sich undverließ mit ihm den Schlafraum.»He, Kinder! Vielleicht gibt es auf diesem Eisplaneten auchein paar Anaureaner, denen wir die Kehlen durchschnei- 33
  31. 31. den müssen. Dann haben wir wenigstens unseren Spaß!«,höhnte ihnen der Legionär hinterher.Die beiden Rekruten ließen den Soldaten weiter seinedummen Kommentare abgeben und schenkten ihm keineAufmerksamkeit mehr.»Sind wir denn hier nur von Verrückten umgeben?«, fragtePrinceps seinen Freund leise.»Es sind ja nicht alle so! Zenturio Sachs ist doch eigentlichganz nett, oder?«, antwortete Kleitos.»Wenn er einem nicht gerade mit dem Gladius den Kopfabschlägt, vielleicht schon …«, murrte Flavius betrübt.»Das hier sind eben Terras härteste Soldaten. Was erwar-test du denn von ihnen? Dass sie mitfühlende, sensibleZeitgenossen sind?«»Gut, dass du wenigstens hier bist, Kleitos! Mit dir kannich mich zum Glück auch über Dinge unterhalten, dienichts mit Mord und Totschlag zu tun haben. Glaube mir,ich will nicht so enden wie diese brutalen Kerle!«, meintePrinceps.Sein Kamerad stimmte ihm zu und sie gingen weiter denKorridor entlang. Dann kamen sie zu einem Aufzug, vordem sich bereits einige Personen versammelt hatten.»Manche Legionäre sind seit Jahrzehnten im Dienst undhaben schon zahlreiche Einsätze mitgemacht. Ich glaube,dass viele von ihnen einfach im Laufe der Zeit immermehr abgestumpft sind«, bemerkte Kleitos.»Es ist nun einmal so, dass der gewöhnliche aureanischeBürger mit den Angehörigen der Legion im Alltag so gutwie nichts zu tun hat. Vielen ist kaum bewusst, dass es sieüberhaupt gibt, denn Terra ist seit langer Zeit ein friedli-cher Ort. Wenn es Krieg gibt, dann sieht der durchschnitt-liche Aureaner ihn höchstens auf seinem holographischen34
  32. 32. Bildschirm und das Töten findet Lichtjahre von seinemsicheren Wohnzimmer entfernt statt.Was ich damit sagen will ist, dass diese Berufssoldaten unddie Masse der Aureaner in zwei vollkommen verschiede-nen Welten leben. Die einen leben nur für den Kampf,während die anderen sich derartige Dinge überhaupt nichtmehr vorstellen können – und wohl auch nicht wollen. Mirerging es ja nicht anders, wenn ich ehrlich bin«, erklärteFlavius.Sein Freund schnaufte betrübt und musste zugeben, dassPrinceps nicht Unrecht hatte. Schließlich öffnete sich dieAufzugtür und ein Schwarm Männer und Frauen strömtehinein. Flavius und Kleitos blieben jedoch stehen, folgtenihnen nicht und unterhielten sich weiter.»Das ist durchaus richtig, was du sagst. Viele Aureanerergötzen sich doch an dem, was in San Favellas geschehenist. Sie lieben es, wenn ihnen die Simulations-Transmitterzeigen, wie stark das Goldene Reich ist. Dann sprechen siedavon, dass »wir« diesen Krieg gewonnen haben.Dabei war es nicht einmal ein Krieg. Es war eher wie beieinem Leitwolf, der einen schwächeren Wolf in seinemRudel totgebissen hat, damit die anderen Tiere wissen, dasser der Stärkste ist«, sagte Kleitos.Flavius überlegte und sagte für einen Augenblick nichts.Dann meinte er: »Diese ganze Sache ist irgendwie seltsamgewesen. Da schickt Terra 100.000 Legionäre und seinezehn besten Kriegsschiffe nach Thracan, um einen angeb-lich riesigen, systemweiten Aufstand niederzuschlagen, undam Ende ist da überhaupt nichts. Gar nichts!«»Das war wirklich merkwürdig«, gab Jarostow zu.»Ich glaube manchmal, dass sie uns alle belogen haben!Vielleicht war alles eine große Lüge, die Simulations- 35
  33. 33. Transmitter haben uns belogen, die Senatoren habengelogen und vielleicht sogar der Imperator selbst.Was, wenn es gar nicht um irgendeinen Aufstand ging?Wenn dieser ganze Militäreinsatz nur auf einer großenLüge basierte? Aber was verbirgt sie dann?«, sinniertePrinceps leise, während ihn Kleitos ungläubig anstarrte.»Glaubst du das wirklich, Flavius?«, fragte er.»Denk einfach mal genau über das alles nach! Da war eineMenge faul an dieser ganzen Hysterie um den angeblichenAufstand auf Thracan. Ich bin mir inzwischen absolutsicher. Sie haben uns alle belogen!«Clautus Triton blickte aus dem Fenster der kleinen Woh-nung des Habitatskomplexes. Vor zwei Wochen war ernach Seeland, der kleinen Inselkette südöstlich von Vasta,geflohen und hatte sich einen sicheren Unterschlupfgesucht. Jetzt befand er sich in Welltara, der größten Stadtauf diesen unscheinbaren Inseln mitten im Ozean. ImVergleich zu Asaheim war Welltara allerdings nicht vielmehr als ein Dörfchen. Alles war hier überschaubar undirgendwie unbedeutend. Seeland war am anderen EndeTerras und der alte Mann hoffte, dass er hier die letztenJahre seines Lebens ungestört verbringen konnte.Der ehemalige Berater des Imperators, den der frühe Todseines Herrn innerlich zerbrochen hatte, stellte sich inzwi-schen jedoch die Frage, ob es wirklich eine gute Idee gewe-sen war, ausgerechnet nach Seeland zu fliehen. Einerseitswaren diese Inseln ein unauffälliger Ort und er hoffte, dassman ihn hier nicht finden würde, doch andererseits stelltedieses meerumspülte Eiland zugleich auch so etwas wie eineGefängnisinsel dar. So empfand es Clautus jedenfalls.Seeland gehörte offiziell nicht zum Goldenen Reich,jedenfalls nicht zu seinem von titanischen Grenzwällen36
  34. 34. umgebenen Kerngebiet. Hier lebten zum größten TeilAnaureaner und nur eine geringe Anzahl von Angehörigenseiner eigenen Kaste hatte sich auf den Inseln niedergelas-sen. Meistens waren die hier ansässigen Aureaner Ge-schäftsleute oder Besitzer von Planktonfarmen.Der greise Würdenträger aus Asaheim, der bereits demvorletzten Archon für Jahrzehnte gedient hatte, verließseinen schmutzigen Habitatsblock, in dem er sich verkro-chen hatte, nur sehr selten.Immer noch gab der hochgewachsene, hagere Mann einaristokratisches Bild ab. Von seinem Erscheinungsbild herwar er viel zu auffällig in dem Gewimmel von Anaurea-nern, das die Straßen von Welltara bestimmte. DieseTatsache war Clautus bewusst und er achtete darauf,möglichst in den trostlosen vier Wänden seiner kleinenWohnung zu verweilen.»Hier wird man mich irgendwann finden, nachdem icheinsam und allein gestorben bin. Die letzten Jahre einesLebens, das ich stets verantwortlich gelebt habe, werde ichin diesem dunklen Loch verbringen. Wie ein Hase inseinem Bau, der sich vor den Jägern versteckt. Aber vorhermuss ich noch etwas erledigen …«, murmelte Triton leisevor sich hin und betrachtete den blauen Himmel jenseitsdes Fensters.»Ja, ich muss noch etwas erledigen. Die Wahrheit darfnicht in Vergessenheit geraten. Nein, das darf sie niemals.Ich muss ihm eine Nachricht schicken, er muss wissen,was sie hier auf Terra getan haben …«, wisperte der alteMann.Nach einer Weile ging er in einen Nebenraum und durch-wühlte einige Schubladen in einem schäbigen Metall-schrank. Schließlich kramte Triton mehrere Datenkristalle 37
  35. 35. aus einem Gewirr von Informationsträgern hervor undöffnete die kleinen holographischen Bildschirme.»Wo ist es? Es muss hier irgendwo sein!«, sagte er leise zusich selbst.Nach einer halben Stunde hatte Clautus gefunden, was ersuchte. Mit einem kurzen Lächeln, das sein von Trauerund Sorgen gezeichnetes Gesicht für die Zeit eines Wim-pernschlages erhellte, öffnete er das Gehäuse eines Kom-munikationsboten und ein weiterer Bildschirm tat sich auf.Der greise Berater schnaufte aufgeregt und seine dürren,langen Finger huschten durch die Luft, um eine Botschaftzu verfassen.»Es muss ans Licht kommen!«, flüsterte der Mann wiederund wieder, während er angestrengt die auf dem ho-lographischen Bildschirm leuchtenden Buchstaben be-trachtete.»Wenn sie mich finden, wird sich die Wahrheit bereits aufihrem Weg durch das All befinden. Sie werden sie nichtmehr einfangen können, auch wenn sie mich ermorden.Ich muss es ihm sagen!«Als der ehemalige Berater des toten Archons mit seinerArbeit fertig war, sank er erschöpft in sich zusammen undwischte sich einige Schweißperlen von der Stirn. Dannlächelte er erleichtert, als hätte er seine Seele von einerquälenden Last befreit.»Sie sollen alles erfahren! Diesen ganzen unglaublichenVerrat, dieses unglaubliche Verbrechen. Ich bete dafür,dass die Schuldigen eines Tages dafür bezahlen mögen …«Clautus Triton aktivierte den Sendemodus seines Kommu-nikationsboten und der schwebende Bildschirm leuchteteauf. Er wiederholte dies mehrere Dutzend Male, dennoffenbar quälte ihn die Sorge, dass seine wichtige Bot-38
  36. 36. schaft vielleicht doch nicht an ihrem Ziel ankommenkönnte.»Ich lasse die Wahrheit fliegen!«, sprach er leise und seinealten Augen füllten sich mit Tränen.Keuchend vor innerer Anspannung und Aufregung hieltsich der Greis den Kopf und verkroch sich schließlich wieein krankes Tier in einer dunklen Ecke des kleinen Rau-mes. Clautus ließ den Kommunikationsboten zu Bodenfallen. Mit einem leisen Klackern rollte das Gerät über dieFliesen vor seinen Füßen und blieb an der gegenüberlie-genden Wand liegen.»Mögen sie alles erfahren!«, stieß er aus und begann hem-mungslos zu weinen. 39
  37. 37. Ratlosigkeit und IntrigenDie schöne Eugenia hatte Flavius trotz seines nicht sehrschicklichen Verhaltens, damals in der Bar in Remay, nachlangem Hin und Her doch noch eine Audienz gewährt – soempfand es der junge Mann jedenfalls. Beide hatten sichheute im obersten Deck der Polemos getroffen, um einwenig zu plaudern.Princeps hatte sich riesig gefreut, dass die gutaussehendeKrankenschwester seine zahlreichen Entschuldigungenschließlich angenommen und ihm erlaubt hatte, etwas Zeitmir ihr zu verbringen. Nun saßen die zwei in einem ge-räumigen Bistro, wo sich zu diesem Zeitpunkt kaumandere Gäste aufhielten. Zumeist waren die übrigenBesucher hier Angehörige des Schiffspersonals, wasbedeutete, dass sie sich in der Regel leiser als die Legionäreunterhielten und auch ansonsten durch ein im Allgemeinenbesseres Benehmen auffielen.Interessiert musterte Flavius die junge Dame, welche sichihm gegenüber an einen kleinen, runden Tisch gesetzthatte. Er betrachtete ihr dunkelbraunes, fast ins Schwarzeübergehendes Haar, das glatt und lang war. Der Kontrastvon Eugenias dunklen Haaren zu ihrer äußerst hellen, fastschneeweißen Haut, war dem jungen Aureaner bereitsaufgefallen, als er sie das erste Mal gesehen hatte. DieseFrau war wirklich eine Augenweide, eine Wahrheit, die ihrhoher, schlanker Wuchs und das schmale, von wachenblauen Augen geschmückte Gesicht, nur noch deutlicherunterstrichen.»Kannst du inzwischen einigermaßen schlafen?«, fragteEugenia und es schien, als ob es ihr durchaus aufgefallen40
  38. 38. war, dass Flavius sie in den letzten Minuten ununterbro-chen angestarrt hatte. Der Rekrut räusperte sich.»Naja, es geht so. Ich wache noch immer ab und zu mittenin der Nacht auf, falls man hier draußen im All von»Nacht« sprechen kann, aber insgesamt geht es besser.Und wenn es ganz schlimm ist, dann nehme ich ein paardieser Pillen von Dr. Phyrrus«, erklärte Princeps.»Die sind sehr gut«, meinte die Krankenschwester undlächelte.Für einen Augenblick schauten beide in eine jeweils andereRichtung und schwiegen. Flavius ließ sich von einemKellner etwas zu trinken bringen und kratzte sich danngrübelnd am Kopf.»Es ist doch völlig normal, dass dich diese schrecklichenDinge auf Thracan noch beschäftigen. Ich wüsste über-haupt nicht, wie ich derart furchtbare Bilder wieder ausmeinem Kopf verbannen sollte«, sagte Eugenia jetzt.»Vor allem diese Kreuzigungen. Das war das pure Grauen.Ich verstehe noch immer nicht, warum sie das von unsverlangt haben. So viele Anaureaner so bestialisch zu töten.Lass uns über etwas anderes reden, das verdirbt mirwirklich nur den Abend«, erwiderte Flavius.»Es ist doch nicht deine Schuld …«, versuchte die jungeFrau den Legionär zu beruhigen.»Alle haben wir niedergemetzelt. Jeden, der uns vor denBlaster kam. Wir waren die gepanzerten Boten der Ver-nichtung!«, flüsterte Princeps abwesend vor sich hin undstierte auf den Boden seines Glases hinab.»Was hättest du denn tun sollen? Du musstest gehorchen«,lenkte Eugenia mit sanfter Stimme ein und ergriff seineHand.»Lassen wir dieses Thema ruhen. Wenigstens für heuteAbend. Es wird mich ohnehin den Rest meines Lebens 41
  39. 39. nicht mehr loslassen«, unterbrach sie der junge Aureanermit zitternder Stimme.Nun war die Atmosphäre wirklich getrübt und genau dashatte Flavius eigentlich vermeiden wollen. Seine Fingerglitten in seine Hosentasche, wo sich der Neurostimulatorbefand. Am liebsten hätte sich der Soldat jetzt die höchst-mögliche Stufe an Glücksgefühlen durch das Hirn gejagt,aber er riss sich zusammen.»Wie geht es eigentlich Kleitos?«, wollte Eugenia jetztwissen und bemühte sich, ein anderes Thema zu finden.»Gut! Mehr oder weniger! Er spricht nicht so viel über das,was ihn bewegt«, gab Princeps leise zurück und erschiennoch immer etwas weggetreten.»Denkst du eigentlich noch oft an Vanatium?«, fragte dieKrankenschwester.»Ja, natürlich! Jeden Tag! Ich wünschte, wir wären wiederauf dem Weg nach Terra, aber das Oberkommando derverfluchten Legion hat sich ja bereits eine neue Mission füruns ausgedacht …«»Das wird schon nicht so schlimm wie der Thracan-Einsatz, Flavius! Mach dir mal keine Sorgen, es ist dochlediglich ein kleiner, unwichtiger Planet. Allerdings habeich auch keine Lust auf diesen Flug«, bemerkte Eugenia.»Ein unwichtiger Planet! In der Tat, das ist wohl so. Undwarum sollen ausgerechnet wir dorthin fliegen?«, brummtePrinceps.»Es ist eben so. Nach dieser Mission wird alles vorbei seinund wir werden Terra endlich wiedersehen. Wenn wir wiederzu Hause sind, dann besuchst du mich mal in Midheim undwir gehen zusammen aus. Vorausgesetzt Sie benehmen sichanständig, Herr Legionär!«, scherzte Eugenia.Ihr Gegenüber strengte sich an, seine gute Laune wieder zufinden, doch so richtig wollte es ihm nicht gelingen. Flavi-42
  40. 40. us blickte nach wie vor betrübt durch das kleine Restaurantund stieß einen Seufzer aus.»Es wird noch endlose Monate dauern, bis wir Terrawieder erreichen. Bis dahin dürfen wir uns auf Kälteschlaf-kammern und diesen elenden Eisplaneten freuen. Machenwir uns doch nichts vor, das große Los haben wir beidehier nicht gezogen …«, meinte der Rekrut traurig.Drei Monate waren inzwischen seit dem Abflug vonThracan vergangen und die terranische Kriegsflotte, wieauch die Polemos, hatten das Proxima Centauri Systemweit hinter sich gelassen. Es verging kein Tag, an dem sichAswin Leukos nicht den Kopf darüber zerbrach, wie es zuder Fehlentscheidung, die diesem Militäreinsatz vorausge-gangen war, hatte kommen können.Mehr und mehr überfiel ihn ein Gefühl von Unsicherheitund Misstrauen. Hatte man ihn vielleicht bewusst ge-täuscht? Wollte man ihn unter Umständen sogar loswer-den? Aber warum?Dass ihn viele der reichen Senatoren auf Terra aufgrundseiner altaureanischen Gesinnung hassten, war ihm be-kannt, aber trotzdem ergab das alles keinerlei Sinn.Zudem hatte ihn Imperator Credos Platon ja persönlichnach Thracan geschickt, um diese Rebellion, die in Wirk-lichkeit gar keine war, niederzuwerfen. Weiterhin hatte derArchon selbst die gnadenlose Vernichtung der SlumstadtSan Favellas angeordnet. Dieser Befehl lag ihm nochimmer im Magen. Warum hatte gerade Platon, dieser dochoffenbar so engagierte und vernünftige Imperator, einenderartigen Irrsinn angeordnet?Wie hatte Leukos den jungen Kaiser bewundert. Wiebeeindruckt war er gewesen, als der jugendliche Archonseine Landreform und die Wiederbelebung der alten 43
  41. 41. Tugenden in Angriff genommen hatte. Platon hatte sichdie reichsten und mächtigsten Senatoren des GoldenenReiches mit seinen Reformen zu Feinden gemacht – unddennoch war er ihnen mutig entgegengetreten, um dasImperium und die aureanische Kaste vor Verfall undKorruption zu bewahren.Und dann war es zu diesem Attentat auf den ehemaligenStatthalter von Thracan gekommen, das angeblich einigeTerroristen aus San Favellas zu verantworten hatten.Letztendlich hatte man ihn, als Oberstrategos, mit einerganzen Armada ins Proxima Centauri System geschickt,um Terras Ehre wiederherzustellen.Grübelnd starrte Leukos über die Kommandobrücke derUltimus, des ersten Schiffs der Sternenflotte, als ihnplötzlich ein Angehöriger des Schiffspersonals ansprach.Der Feldherr drehte sich um.»Wir haben nun fast drei Viertel der Lichtgeschwindigkeiterreicht, Herr! Das soll ich Euch ausrichten!«, sagte derMann.Ein kurzes Nicken war alles, was der Flottenbedienstete alsAntwort erhielt. Dann bat ihn Leukos wieder zu gehen,damit er in Ruhe nachdenken konnte. Schließlich setztesich der General vor einige Konsolen und ließ seinen Blicküber eine Reihe leuchtender Knöpfe und Monitore schwei-fen. Doch man merkte ihm an, dass er mit seinen Gedan-ken an einem ganz anderen Ort war.»Es ist alles vollkommen verwirrend …«, murmelte Leukosund begann damit, sämtliche Nachrichten, die seit demBeginn seiner Reise von Terra aus eingetroffen waren, zustudieren. Das hatte er in den letzten Wochen täglich getanund es war fast zu einer Art Sucht geworden. Auf demkleinen Bildschirm vor seinen Augen betrachtete er dieAnweisungen des Archons, die Bilder vom Aufstand im44
  42. 42. Proxima Centauri System, die bedrohlich klingendenBerichte von Rebellionen, Massakern und Terroristen, undschließlich auch den kalt formulierten Befehl des Impera-tors, die angebliche Terroristenhochburg San Favellas alsWarnung an die Aufständischen zu vernichten.Man hatte ihn und seine Truppen zum Narren gehalten.Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Simulati-ons-Transmitter im ganzen Goldenen Reich von großenSiegen über die Rebellen berichten würden, wenn dieBilder und Berichte der Piktographierer irgendwann Terraund die Koloniewelten erreichten.Im Vorfeld dieser sinnlosen Mission hatten MilliardenAureaner die schrecklichen Szenen gesehen, die ihnen vonden Medien gezeigt worden waren und die das ganzeImperium erzürnt hatten: Anaureaner und thracanischeUnabhängigkeitskämpfer, die wie wilde Tiere über seineKastenbrüder hergefallen waren. Brennende Habitatskom-plexe, zerstörte Städte und tobende Massen.»Nichts davon war da!«, brummte Leukos leise und sprangvon seinem Sitz auf.»Habt Ihr etwas gesagt, Herr?«, erkundigte sich ein Mannneben ihm und schaute ihn unterwürfig an.»Nein! Schon gut! Ich habe nur laut gedacht!«, erklärte derGeneral und lief gedankenverloren über die Kommando-brücke.»Ich werde Credos Platon sagen müssen, wie enttäuschtich von ihm bin. Aber vielleicht hat er es auch selbst nichtbesser gewusst«, flüsterte Leukos, während ihn einigeFlottenoffiziere verwundert ansahen.»Bedrückt Euch etwas, Herr?«, fragte einer der Männernach.»Nein! Es ist nur …! Ich weiß nicht, was ich von diesemganzen Einsatz auf Thracan halten soll. Es kommt mir vor, 45
  43. 43. als hätte man uns alle für nichts durch das All fliegenlassen«, murrte der Feldherr.Der Flottenoffizier lächelte gequält. »Bitte vergebt mir,wenn ich das jetzt sage, Oberstrategos, aber so ergeht eswohl jedem hier auf der Ultimus!«»Seien Sie ruhig ehrlich! Auch Sie haben das Recht, sichüber eine derart seltsame Angelegenheit zu wundern«,meinte Leukos.»Aber warum haben sie uns alle nach Thracan geschickt,wenn da gar kein Aufstand gewesen ist?«, wunderte sichder Offizier.»Über diese Frage zerbreche ich mir auch seit Wochen denKopf, aber ich finde keine Antwort!«, erwiderte der General.Die riesigen Marmorsäulen, welche die pompöse Ein-gangshalle des Archontenpalastes von Asaheim trugen undsich bis zur Kuppel des gewaltigen Prunkgewölbes er-streckten, strahlten im Mondlicht, das durch die Fenster inder Decke schien. Prunkvolle Mosaike, prächtige Gemäldeund überdimensionale Wandteppiche umgaben die zahlrei-chen Besucher des Festes, zu dem der neue Kaiser, JuanSobos, eingeladen hatte.Einige der alten Gemälde waren jedoch bereits auf Anwei-sung des frisch gekrönten Archons überstrichen worden,weil sie zu sehr an die altaureanische Lehre erinnerten.Diese wollte Sobos aus den Gedächtnissen seiner Unterta-nen auslöschen und daher hatte er auch den Befehl gege-ben, weitere Porträts und Darstellungen in den nächstenMonaten durch neue Bildnisse zu ersetzen.Diener und Würdenträger, gehüllt in Samt und Seide,huschten durch die Masse der fröhlich plaudernden Gäste,während im Minutentakt neue Besucher hinzukamen, umsich der feiernden Gesellschaft anzuschließen.46
  44. 44. »In vier Tagen wird unser neuer Archon die traditionelleReise zum Mars antreten, um sich dem aureanischen Volkzu zeigen!«, erklärte eine in die Jahre gekommene Dameaus der Nobilitas, die in einen fein gearbeiteten Mantel ausseltenen Tierfellen trug.Juan Sobos, der nur wenige Meter von ihr entfernt standund sich gerade mit einigen seiner politischen Mitstreiterunterhalten hatte, kam mit einem breiten Grinsen zu ihrherüber.»Madame Alana aus Tromum! Ihr habt wieder alles genauim Blick, nicht wahr?«, scherzte der Kaiser.»Ich freue mich so für Euch, mein lieber Archon!«, sagtedie Frau.»Aber eines habt Ihr vergessen, Gnädigste!«, fügte Soboshinzu.Die Dame ließ ihren langgezogenen Kopf theatralisch nachhinten schnellen und spielte verwundert.»Aha? Dann klärt mich auf, werter Archon!«, erwiderte sielachend.»Nun, ich stelle mich nicht nur dem aureanischen Volkvor, sondern auch dem anaureanischen Volk. Sie wissendoch, dass es für mich dieses veraltete Kastendenken nichtgibt!«, sprach der Imperator und ließ seiner Aussage einAugenzwinkern folgen.Madame Alana klatschte in die Hände und hob ihrenknochigen Zeigefinger.»Wie konnte ich das vergessen! Ihr habt Euch ja so vielvorgenommen! So viele Reformen meine ich …«Der Archon nickte und nahm einen kräftigen SchluckWein aus seinem mit funkelnden Rubinen verziertenGoldbecher. Dann antwortete er in einer Lautstärke, dieauch alle anderen um ihn herum stehenden Gäste verneh-men konnten: »Ja, so ist es! Bei mir stehen die wirklichen 47
  45. 45. Reformen an erster Stelle. Nicht der Ruin der Nobilitas,wie ihn dieser Platon vorantrieb. Nein, echte Reformen!Das bedeutet für uns alle mehr Freiheit im Geschäftslebenund noch mehr Wohlstand für alle Menschen auf Terraund in den Kolonien!«Jetzt schaltete sich ein ergrauter Senator, der eine umJahrzehnte jüngere Blondine im Arm hatte, in das Ge-spräch ein.»Es ist unser aller Glück, dass dieser Credos Platon so jungdahingeschieden ist!«, höhnte er.Sobos faltete seine speckigen Hände und erinnerte aneinen Priester aus der Vorgeschichte Terras. Mit betroffe-ner Miene legte er seinen Kopf zur Seite und presste dieLippen aufeinander.»Aber, aber! Senator Magee! Ich muss doch sehr bitten! Ichhatte im Grunde nichts gegen den jungen Burschen,obwohl wir nicht immer einer Meinung waren. Er hat essicherlich nur gut gemeint, doch dieser ganze Stress dergroßen Politik hat ihn zu Grunde gerichtet. Das hat seinHerz nicht mitgemacht, wie uns die Medici ja zu berichtenwussten. Ich fand seinen frühen Tod aber trotz allem sehrtragisch und es ist mir ein wichtiges Anliegen, seinen Platzjetzt gewissenhaft auszufüllen!«Einige Optimaten, die sich inzwischen um den Archonherum versammelt hatten, schauten Sobos mit wissendenBlicken an. Manche konnten sich ein hämisches Schmun-zeln nicht verkneifen.»Mein Mann ist ja der Politiker in unserem Hause. Ichhabe von diesen Dingen keine Ahnung und sie interessie-ren mich auch nicht«, meinte Madame Alana aus Tromumund rief einen Diener zu sich, um sich noch ein Erfri-schungsgetränk bringen zu lassen.48
  46. 46. »Sie dürfen unbesorgt sein, werte Dame! Unter meinerFührung wird das Goldene Reich ein Ort sein, an dem füruns alle Milch und Honig fließen wird«, erklärte der Ar-chon gönnerhaft.Schließlich begann die Dame aus Tromum noch ein wenigüber diverse Banalitäten zu plaudern. Sie erzählte von ihrerletzten genetischen Überholung und ließ sich von JuanSobos versichern, dass auch wirklich keinerlei Falten mehrin ihrem Gesicht zu sehen waren.Irgendwann verabschiedete sich der Kaiser höflich, aberbestimmt, von der schwatzhaften Adeligen und wandtesich den anderen Gästen zu.Heute Abend hatte sich die gesamte Optimatenfraktiondes Senates von Asaheim im Archontenpalast versammeltund Juan Sobos wusste, dass noch einige wichtige Gesprä-che mit seinen engsten Vertrauten aus der nobilen Seil-schaft anstanden.Einige wenige altaureanisch gesinnte Senatoren, die eben-falls zu dem prunkvollen Fest erschienen waren, versuch-ten sich irgendwie mit den neuen Verhältnissen zu arran-gieren. Niemand von ihnen wagte es noch, den neuenImperator zu kritisieren oder gar herauszufordern. Soboshatte dem einen oder anderen auch äußerst lukrativeGeschäftsbeteiligungen vorgeschlagen, was bei den meis-ten ausreichte, um sie auf Spur zu bringen.Die Optimaten waren aus dem Konflikt mit dem verstor-benen Archon Credos Platon jedenfalls eindeutig als Siegerhervorgegangen, auch wenn sie sich dafür unehrenhafterMethoden hatten bedienen müssen.Aber derartige Dinge waren laut Sobos nun einmal legitimeMittel auf dem glänzenden Parkett der großen terranischenPolitik. Credos Platon hatte diese Tatsache nicht akzeptie-ren wollen und seine Gutmütigkeit und Ehrlichkeit hatten 49
  47. 47. ihm schließlich nicht mehr eingebracht als einen kühlen,dunklen Platz in der Archontengruft am Stadtrand vonAsaheim.Traurig wischte Flavius den holographischen Bildschirmseines Kommunikationsboten mit einer flüchtigen Hand-bewegung hinweg und der schwebende Monitor ver-schwand wieder. Soeben hatte er eine Nachricht seinerEltern bekommen, worin diese ihm viel Glück bei demMilitäreinsatz auf Thracan gewünscht hatten.Es ginge ihnen und auch seinen Geschwistern gut und siewürden ihn sehr vermissen, waren ihre Worte, wasPrinceps einerseits erfreute, aber andererseits nur nochmelancholischer werden ließ. Die Botschaft war bereitsmehrere Jahre alt und offenbar kurz nach seinem Abflugvon Terra abgeschickt worden.»Wir sind unglaublich stolz, dass unser Sohn seinen Dienstbei der Legion verrichtet und die Interessen des GoldenenReiches im Proxima Centauri System verteidigt«, hattenseine Eltern versichert, wobei diese Zeilen die Handschriftvon Flavius Vater Norec trugen. Jener redete dem Rest derFamilie wohl nach wie vor ein, dass die terranischenSoldaten auf Thracan einer gerechten Sache dienten.Flavius wusste jedoch, dass die Wirklichkeit ganz andersaussah. Der angeblich so »gerechte Krieg«, den die Simula-tions-Transmitter auf Terra ihren Milliarden Zuschauerngepredigt hatten, war nichts als eine Seifenblase aus Pathosund Propaganda gewesen. Das alles änderte aber nichtsdaran, dass Princeps in dieser Mühle aus militärischenBefehlen und Kriegseuphorie gefangen war und sichmittlerweile schon auf der nächsten ungewollten Missionbefand.50
  48. 48. So viele soldatische Ehren hatte der junge Mann ausVanatium-Crax, jenem sauberen, guten Wohnviertel derteulanischen Megastadt, gar nicht erwerben wollen. Waswürde sein Vater jetzt sagen, wenn er wüsste, dass er aufdem Weg zu einer den meisten Aureanern unbekanntenEiswelt war?»Und? Was schreiben sie denn?«, wollte Kleitos wissen undsetzte sich neben Flavius.»Es geht ihnen gut und sie sind ganz stolz auf mich«,brummte Princeps.»Dann sei doch froh!«, gab Jarostow zurück.»Ja, bin ich auch. Das ist auch alles, was ihnen bleibt,Kleitos …«»Meine Eltern haben sich seit einer Ewigkeit nicht mehrgemeldet. Ich würde gerne wissen, was es auf Terra so anNeuigkeiten gibt«, erwiderte der Rekrut aus Wittborg.»Was soll es schon an Neuigkeiten geben? Alles wirdseinen gewohnten Gang gehen. Die jungen Aureaner inVanatium feiern und freuen sich ihres Lebens, währendwir in dieser Blechbüchse rumhängen«, knurrte Flavius.Kleitos wirkte verärgert, als er seinen Freund das sagenhörte und antwortete: »Nicht alle Aureaner leben in soeinem Luxus wie ihr in Vanatium-Crax. Das ist schon einesehr gute Gegend. In großen Teilen von Wittborg ist esjedoch schon lange nicht mehr so rosig. Die meistenjungen Leute dort haben keine Arbeit und finden auchnirgendwo welche.«»Dann lebt ihr eben auf Kosten der Staatskasse. Na und?Es geht euch doch trotzdem nicht schlecht, oder?«, sagtePrinceps mit einem gewissen Unverständnis.»Ein Leben ohne echte Aufgaben ist doch totaler Mist.Das kennt ihr Typen aus reichem Elternhaus allerdingsnicht«, murrte Kleitos. 51
  49. 49. »Hör auf zu maulen! Ich kann dieses Gejammer nichtmehr hören. Kein Aureaner im Goldenen Reich musshungern, egal ob er eine Arbeit hat oder nicht«, meinteFlavius.»Es ist trotzdem kein besonderes interessantes Leben, dasdie meisten von uns führen. Den ganzen Tag vor demSimulations-Transmitter hängen oder virtuelle Spielespielen ist auf Dauer ganz schön eintönig«, erklärte Ja-rostow.Sein Kamerad schüttelte den Kopf. »Aber es ist wohlbesser, als im Namen der verdammten Legion durch dasAll zu fliegen, um dämliche Eisplaneten zu untersuchen,oder?«»Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun!«,schimpfte Kleitos und wurde langsam ärgerlich.»Kann ich vielleicht etwas dafür, dass deine Eltern wenigerVEs verdienen als meine, und du aus einer niedrigerenSubkaste kommst?«, schnauzte Flavius zurück.»Ich wollte damit nur sagen, dass nicht alle Aureaner sosorgenfrei leben können wie ihr!«»Was fehlt euch denn? Ihr klagt nur gerne auf verdammthohem Niveau, Kleitos.«»Ich bin übrigens nur zwei Subkasten unter dir, Princeps!«,wetterte der Rekrut aus Wittborg.»Ja, schön für dich!«»Du benimmst dich manchmal wie ein richtiger Großkotz,Alter. Halte dich ja nicht für was Besseres …«»Habe ich doch auch nicht gesagt, Jarostow!«»Nicht? Was soll dein Geschwätz von einer niederen Kastedenn sonst bedeuten?«»Mir geht halt dein Gejammer über deine angeblich soschlimmen Lebensumstände auf die Nerven«, fauchteFlavius.52
  50. 50. Sein Freund starrte ihn zornig an. »Gejammer? Wer jam-mert denn den halben Tag? Hä?«»Wenn du ein Problem damit hast, dann kannst du jagehen, Kleitos!«»Du hast gleich ein Problem! Dann bekommst du nämlichmeine Faust auf deine wohlgeformte Subkastennase!«,grollte Jarostow erbost.Flavius sprang auf und stellte sich drohend vor seinenKameraden. Schließlich schubste er Kleitos von sich wegund rannte fluchend aus der Stube heraus. Für einige Tagesprachen die beiden kein Wort mehr miteinander.Juan Sobos hatte inzwischen nicht nur die traditionelleReise zum Mars, wo man ihm in der Hauptstadt des RotenPlaneten die kaiserlichen Ehren erwiesen hatte, hinter sichgebracht, sondern war auch seinem Ziel, die alte Ordnungdes Goldenen Reiches langsam aufzulösen, wieder einenSchritt näher gekommen.Der überwiegende Teil der altaureanisch gesinnten Senato-ren war inzwischen politisch und wirtschaftlich entmachtetoder gar in die Optimatenfraktion eingebunden worden.Zwei Dutzend seiner besonders hartnäckigen Gegner imSenat waren durch geschickte Intrigen in Gerichtsprozessewegen Hochverrats verwickelt und auf die GefängnisinselMadscar an der Ostküste Aricas verbannt worden.Hier sollten sie in den nächsten Jahren sterben, nachdemman sie für eine Weile dem Blickfeld der aureanischenÖffentlichkeit entzogen hatte. Es war alles bereits arran-giert. Schritt für Schritt sollten die letzten Gegner auf TerraSobos subtilen Mitteln der Manipulation zum Opfer fallen.Das hatte sich der neue Archon fest vorgenommen.Sämtliche Simulations-Transmitter-Netzwerke auf derErde waren mittlerweile von Mitgliedern der Optimaten- 53
  51. 51. fraktion aufgekauft worden, was absolut notwendig war,wenn man die Massen kontrollieren wollte. Bald gedachtesich Sobos an die Auflösung der uralten KastenordnungTerras zu machen und plante die Landreformen seinesVorgängers wieder außer Kraft zu setzen. Auch begann erdamit, zahlreiche Statthalter auf den wichtigsten Kolonie-planeten des Goldenen Reiches gegen ihm genehmeMänner auszutauschen. Hatte sein Vorgänger den korrup-ten Nobilen Nero Poros, den ehemaligen Statthalter vonThracan, gegen den altaureanisch gesinnten Magnus Shivasersetzt, so beschloss Sobos, auch dies wieder rückgängig zumachen. Magnus Shivas sollte bald seines Amtes enthobenund wieder durch Nero Poros, zu dem der neue Archonein inniges Verhältnis hatte, ausgetauscht werden.So verließen jeden Tag Dutzende von neuen Erlassen dieErde, um die Befehle des frisch gekrönten Imperators zuden Kolonieplaneten zu bringen. Es konnte viele Jahredauern, bis endlich sämtliche Vasallenplaneten Terrasüberhaupt Kunde von dem Machtwechsel erhielten. Einigewussten bisher nicht einmal, dass Credos Platon über dasGoldene Reich geherrscht hatte. Und wenn sie es erfahrensollten, würde nur wenige Jahre später die Nachricht voneinem erneuten Machtwechsel eintreffen.Juan Sobos plante allerdings, viele Jahrzehnte zu herrschenund in der Geschichte der Erde einen bleibenden Eindruckzu hinterlassen, im Gegensatz zu seinem Vorgänger,welcher sich als Schwächling und Narr erwiesen hatte.Heute hatte sich der Archon zusammen mit einigen Die-nern auf eine der oberen Terrassen des Kaiserpalasteszurückgezogen, um ein wenig zu entspannen. Der unter-setzte Mann lag auf einer mit Samt bezogenen, breitenLiege in einem Meer von weichen Kissen. Neben ihmstanden zwei anaureanische Eunuchen, die ihm abwech-54
  52. 52. selnd Wein nachgossen oder ihn mit frischen Traubenfütterten.Sobos schloss seine Augen und genoss die warmen Son-nenstrahlen, die vom strahlend blauen Himmel hinab aufsein Gesicht fielen.Plötzlich näherte sich eine hochgewachsene, muskulöseGestalt in der strahlend weißen Rüstung eines terranischenHeerführers. Der Archon blinzelte, als die Person vorseiner Liege zum Stehen kam, sich tief verbeugte undseinen Bauch mit einem langen Schatten bedeckte.»Mein Imperator!«, sagte der Mann demütig und wagtekaum aufzusehen.»Antisthenes! Mein treuer Oberstrategos!«, erwiderte Sobosund richtete sich schnaufend von seinem Liegeplatz auf.»Ich wollte Bericht erstatten, Herr!«, flüsterte der hochge-wachsene Mann und blickte noch immer zu Boden.Der Kaiser musterte ihn mit einem gelassenen Lächeln undmachte eine abweisende Handbewegung.»Nicht heute, Antisthenes! Heute möchte ich meine Ruhehaben!«, sprach Sobos genervt.Der breitschultrige Mann, dessen kupferfarbene Gesichts-haut einen gehörigen Kontrast zum Weißgold seinesBrustpanzers bildete, nickte unterwürfig und schwieg.»Ich möchte heute wirklich nicht über diese Dinge spre-chen, Oberstrategos! Außer Ihr habt schlechte Nachrich-ten …«»Nein, Herr! Im Gegenteil! Der Aufbau einer Euch treuergebenen Streitmacht verläuft ohne Probleme«, versicher-te Antisthenes.»Gut! Dann dürft Ihr wieder gehen!«, murrte der Archon.Der oberste Feldherr Terras zögerte für einige Sekunden,dann wagte er es doch noch, eine Frage zu stellen. 55
  53. 53. »Ich wollte mich nur erkundigen, ob irgendwelche Nach-richten von Leukos und seiner Kriegsflotte eingegangensind!«Ein lautes Räuspern ertönte und Juan Sobos drückte sichden Rücken durch. Schließlich antwortete er: »Nein, derEinsatz auf Thracan dürfte aber inzwischen beendet sein.Ich kann Euch sagen, Antisthenes, dass Leukos noch eineweitere, kleine Überraschung erleben wird, bevor er mitseinen Soldaten wieder nach Terra zurückfliegt«, meinteder Imperator mit listigem Blick.»Ich weiß nicht, was Ihr meint, Herr?«Sobos antwortete mit einem lauten Gelächter. Dann legteer sich wieder hin und verschlang einige Trauben.»Bevor dieser Dummkopf die Rückreise antritt, wird ereine Nachricht bekommen, die besagt, dass er 20000Legionäre als Besatzungstruppen auf Thracan zurücklassensoll. Diese Anweisung wird das elektronische Siegel meinestoten Vorgängers tragen. Das ist gerissen, nicht?«»Ja, Herr!«»Dann sind wir diese Soldaten auch erst einmal los!«»Das ist richtig, Herr!«»Macht Ihr Euch etwa Sorgen wegen Leukos, Oberstrategos?«»Nein, Herr!«»Es klingt aber so …«Antisthenes blickte erneut zu Boden und verschränkte dieHände hinter seinem Rücken.»Was wird mit Leukos und seiner Flotte geschehen? WolltIhr sie wieder zurück zur Erde kommen lassen?«, fragte erleise.Gelangweilt rieb sich Juan Sobos seinen dicken Bauch undbewunderte schweigend die Diamantringe an seiner rech-ten Hand. Antisthenes betrachtete ihn neugierig, wie einHund seinen Herrn.56
  54. 54. »Kümmert Euch um den Aufbau einer mir ergebenenStreitmacht und macht Euch um Leukos keine Sorgen. Ichbefehle Euch, jetzt zu gehen! Das Gespräch ist beendet!«,sagte der Archon und schickte seinen Feldherren fort. 57
  55. 55. Noch immer ahnungslos …»Es wird ihrem Darm bald wieder besser gehen, HerrRothau«, sagte Eugenia mit sanfter Stimme und lächeltedem hünenhaften Soldaten zu. Dann überreichte sie ihmeine Schachtel voller Pillen.»Ich schei … ich bin ständig auf’m Klo, Fräulein. Das wirdecht immer schlimmer. Seit Tagen nur dieser elendeDünnsch … also dieser komische Stuhlgang, Fräulein.Verstehen Sie?«, lamentierte der Legionär hilflos.»Sie werden sich bald wieder besser fühlen, Herr Rothau.Glauben Sie mir«, erklärte die Krankenschwester undschüttelte dem Mann die Hand.»Ja, danke!«, murrte der Patient, schnappte sich die Tablet-ten und ging davon.Eugenia seufzte leise und sah ihm kurz hinterher als er denPraxisraum verließ. Genervt verdrehte sie die Augen undstrich sich durch die Haare.»Da hängt man nur noch auf’m Scheißhaus rum. Bald habeich die ganze Polemos vollgeschissen. Kann man kaum inWorte fassen, was das für ‘ne Scheiße ist«, hörte man denLegionär noch vor sich hin fluchen.»Bei Malogor!«, flüsterte Eugenia und schüttelte den Kopf.Sie sortierte noch einige Dokumente und Datenträger aufdem kleinen Schreibtisch vor sich, bis sich ihr Dr. Phyrrusplötzlich von hinten näherte.»Sie dürfen sich für den Rest des Tages frei nehmen,Fräulein Gotlandt. Ich brauche Sie heute nicht mehr«,sagte der Arzt, während sich Eugenia langsam umdrehte.»Wirklich?«, fragte die junge Frau erfreut und strahlte.»Ja, nehmen Sie sich ruhig frei. Ihr Besucher wartet dochschon draußen«, erwiderte Dr. Phyrrus vielsagend.58
  56. 56. Eugenia wunderte sich. »Was für ein Besucher?«»Na, der junge Blondschopf. Wie heißt er noch gleich?Princeps, glaube ich. Der war eben schon hier und hatnach Ihnen gefragt, als Sie im Labor waren«, erklärte derMedicus und grinste.»Ach?«»Bis morgen, Fräulein Gotlandt! Ich wünsche Ihnen nocheinen schönen Tag!«Die Krankenschwester verließ die Praxis und ging hinausauf den Korridor, wo noch einige Soldaten und Flottenan-gehörige auf einen Termin bei Dr. Phyrrus warteten. Ganzhinten, am Ende des hell erleuchteten Ganges, standFlavius, der sie verlegen begrüßte.»Suchen Sie eine medizinische Fachkraft, Herr Legionär?«,sagte sie lächelnd und ging auf den Rekruten zu.»Hallo, Eugenia! Äh, nein! Ich hatte mir nach Dienst-schluss nur gedacht, dass ich dich hier oben mal besuche.Ist doch hoffentlich nicht schlimm, oder?«, drucksteFlavius herum.»Nein, natürlich nicht. Ich freue mich, dass du dich malwieder sehen lässt. Wie geht es dir denn so?«, fragte sie.»Alles beim Alten …«, gab Princeps zurück.»Dr. Phyrrus hat mich heute extra früher gehen lassen, weildu hier bist. Das ist toll, oder?«»Ja! Ja, sicher!«»Und nun?«»Tja …«»Wollen wir ein wenig durch das Schiff spazieren?«»Gute Idee!«, antwortete Flavius und freute sich.Schüchtern ging der junge Soldat voraus und Eugeniafolgte ihm. Die beiden fuhren mit dem Aufzug in eines derunteren Decks, um sich dort ein wenig die Beine zu vertre-ten. Flavius überlegte sich derweil angestrengt ein Ge- 59
  57. 57. sprächsthema, während ihn Eugenia aufmerksam musterte.Irgendwie fiel es ihm in ihrer Gegenwart immer etwasschwer, lässig zu bleiben, obwohl ihm das bei anderenFrauen bisher nie sonderlich Probleme bereitet hatte.»Du wirkst entspannter als auf dem Hinflug von Terranach Thracan«, meinte Eugenia und sah ihn an.»Man gewöhnt sich an fast alles«, erwiderte Flavius.»Und schlafen kannst du jetzt auch besser?«, wollte diejunge Frau wissen.»Ja, mehr oder weniger. Du hast mir ja einige Hilfsmittelgegeben. Damit geht es einigermaßen«, gab Princepszurück.Nachdem die beiden eine Weile durch die langen Flureund Hallen des unteren Decks gegangen waren, schlugEugenia schließlich vor, dass sie sich eine Filmvorführungin einem der Kinosäle ansehen sollten. Flavius gefiel dieseIdee, denn die Aussicht neben der hübschen Kranken-schwester in einem dunklen Raum zu sitzen, beflügelteseine Gedanken.»Was kommt denn heute?«, fragte der Rekrut, währendEugenia bereits anfing, eine Datenverarbeitungsscheibenach dem aktuellen Kinoprogramm zu durchforsten.Nach einem kurzen Augenblick antwortete sie: »Die zeigenheute »Die Rückkehr der Anguinoiden«. Keine Ahnung,was das für eine Holovision ist, Flavius …«»Echt? Großartig! Diese Vision ist super! Das spielt ir-gendwann in der Zukunft. Da müssen terranische Soldatengegen so fiese Schlangenwesen aus dem All kämpfen. Dageht’s gut zur Sache«, stieß der junge Mann begeistert aus.»Eine futuristische Holovision?«, stöhnte Eugenia. »Ach,so was mag ich eigentlich nicht …«»Die ist aber wirklich gut!«60
  58. 58. »Vielleicht stehen ja die Legionäre auf so etwas, aber ichnicht. Ich mag keine Holovisionen über Außerirdische, dasist alles so unrealistisch …«»Aber Eugenia …«»Ich finde so etwas total albern. Schlangenaliens, so einUnsinn!«, sagte sie.»Gut, dann gehen wir stattdessen in eines der Bistros,einverstanden?«, schlug Princeps vor.Eugenia nickte und steckte die kleine Datenverarbeitungs-scheibe wieder zurück in ihre Tasche.»Manchmal frage ich mich, was euch Männer an diesenAliengeschichten so fasziniert …«, bemerkte sie kopfschüt-telnd und sah Flavius verständnislos an.Norec Princeps starrte angewidert auf den holographi-schen Bildschirm des Simulations-Transmitters, der einenTeil seines Wohnzimmers ausfüllte. Das aufgedunseneGesicht des neuen Archons leuchtete ihm entgegen undJuan Sobos verkündete: »Wie weit haben wir es gebracht,meine lieben Aureaner und Anaureaner! Wie schön undmächtig ist das Goldene Reich doch heute. Soeben habenwir einen großen Sieg über die Aufständischen im ProximaCentauri System errungen. Wir haben die Terroristen, dieTerras Herrschaft in Frage gestellt haben, in die Schrankengewiesen, um den Frieden zu wahren!Nach dieser Wiederherstellung der Gerechtigkeit geht esnun darum, ein neues Zeitalter der Freiheit und Freudemöglich zu machen. Ich möchte die verknöcherten, altenStrukturen auf Terra durch meine Reformen erfrischen.Wir müssen endlich Schluss machen mit der Aufteilungder Menschheit in verschiedene Kasten. Wir müssenendlich gemeinsam dafür sorgen, dass alle Menschenwieder wie Brüder zusammenstehen …« 61
  59. 59. Flavius Vater rümpfte die Nase und verzog sein Gesicht.Hatte er Credos Platon für dessen Wertschätzung deraltaureanischen Gesittung hoch geachtet, so betrachtete erJuan Sobos lediglich als Heuchler und raffgierigen Kapita-listen.»Ich habe selten ein inhaltsloseres Geschwätz gehört!Dieser elende Fettsack von einem Archon soll zurück nachAsaheim gehen und unsere Stadt nicht mehr betreten«,brummte Norec.Seine Frau Crusulla schien hingegen durchaus fasziniertdavon zu sein, welch berauschendes Volksfest Sobos heutein der Stadt veranstaltete. Der Archon war eigens nachVanatium gekommen, um der Bevölkerung ein umfangrei-ches Programm an Unterhaltung und Spaß zu bieten.»Ach, Schatz! Wir hätten doch in die Innenstadt fliegensollen. Wer weiß, wann unser Archon noch einmal zu unskommt. Sieh doch, was da für ein Trubel ist. Die ganzeMarmorallee ist über und über mit Schaulustigen gefüllt.«Für diese Aussage erntete die Frau einen giftigen Blick vonihrem Ehemann. »Ich will diesen Kerl überhaupt nicht ausder Nähe sehen. Außerdem ist er nicht »unser Archon«,meiner ist er jedenfalls nicht. Gibt es dir nicht zu denken,dass Credos Platon, dieser aufrichtige junge Mann, so frühgestorben ist? Da stimmt doch etwas nicht. Mich würdenicht wundern, wenn dieser Großgrundbesitzer ihn hatermorden lassen!«Crusulla stutzte. »Ach, das kann ich mir nicht vorstellen.Ich fand Credos Platon auch sehr sympathisch und es istwirklich schlimm, dass er diesen schlimmen Herzfehlergehabt hat. Er war wirklich sehr nett …«Langsam kochte Norecs Gemüt über und seine Mieneverfinsterte sich.»Herzfehler?«, grollte er.62
  60. 60. »Ja, da kam neulich ein ganz interessanter Bericht auf demTransmitter-Kanal für Frauen. Da hat ein Medicus erklärt,wie der arme Credos Platon wahrscheinlich gestorben ist.Ich fand das ganz tragisch und schlimm, aber so etwas gibtes halt«, sagte Crusulla.»Sag mal, hast du denn keinen Verstand? Dieser Sobos warder absolute Erzfeind des jungen Archons – und jetzt ist erselbst Kaiser. Das ist doch eigenartig, oder? Ich habegestern mit Herrn Clorus aus der 71. Etage gesprochen.Der hat mir erzählt, dass noch immer viele Aureanerglauben, dass man Platon wegen seiner Reformen umge-bracht hat!«, schimpfte der ergraute Beamte.Seine Frau versuchte es nun mit einem Themenwechsel,um ihren Mann vom Bildschirm wegzulocken.»Ach, ich finde es trotzdem schade, dass wir heute hierbleiben. Ich wäre gerne in die Stadt geflogen, um alleindieses große Fest mitzuerleben. Da gibt es auch so eintolles Feuerwerk, haben sie gestern in den Nachrichtengesagt«, erzählte Crusulla.»Dieser fette Heuchler versucht sich durch diesen ganzenKlamauk beim aureanischen Volk beliebt zu machen, sonstgar nichts!«, knurrte Norec und schaltete den Simulations-Transmitter verärgert aus.»Vielleicht hat er aber auch Recht, wenn er sagt, dass wireinfach offener und freundlicher mit den Anaureanernumgehen sollen. Das würde auch unserer Wirtschafthelfen, hat er gesagt«, meinte Flavius Mutter.Ihr Gatte glich mittlerweile einem brodelnden Vulkan undbegann, vor lauter Zorn zu schnaufen.»Unser Sohn ist da hinten auf Thracan, um dieses aufstän-dische Anaureanerpack zu bekämpfen! Und dieser fetteArchon schwätzt etwas von Kastenverbrüderung! Wenndu keine Ahnung von Politik hast, dann widme dich 63
  61. 61. gefälligst anderen Dingen, Crusulla!«, donnerte Norecdurch das Wohnzimmer.»Nicht in diesem Ton!«, gab seine Frau zurück.»Es ist doch so!«»Lass bitte unseren Kleinen aus dieser Sache raus!«»Das gehört aber alles zusammen, auch wenn du wohl nurvon hier bis zur Haustür denken kannst!«»Norec, es reicht!«Es dauerte nur noch wenige Minuten, bis ein handfesterStreit zwischen Flavius Eltern entbrannt war. In denfolgenden Tagen sollte der Haussegen gehörig schiefhängen …Während sich der neue Archon auf Terra zusammen mitseinem optimatischen Netzwerk immer entschlossenerdaran machte, die alte Ordnung des Imperiums aufzulösen,raste die Polemos weiter durch die Schwärze des Weltallsin Richtung des Planeten Colod.Inzwischen waren ganze sieben Monate verstrichen, wasbedeutete, dass noch etwa zwanzig Monate übrig waren,bis das Schlachtschiff sein Ziel erreichen würde.In zwei Wochen sollte Flavius für über 500 Tage in denKälteschlaf geschickt werden. Eine Tatsache, die er wiedereinmal erfolglos aus seinen Gedanken zu verdrängenversucht hatte.Der junge Aureaner aus Vanatium konnte es allerdingsauch nicht leugnen, dass er sich inzwischen trotzdemschon ein wenig an diese Weltraumreise gewöhnt hatte.Sein Körper und sein Geist hatten sich, so gut es ging, aufdie Umstände eingestellt. Es gab ohnehin kein Entkom-men aus der Polemos, hier in den endlosen Leerräumenzwischen den Sternen und Systemen.64
  62. 62. Flavius hatte seinen Neurostimulator in der letzten Zeitnicht mehr so oft benutzt, wie noch auf dem Hinflug vonTerra nach Thracan. Er versuchte, die Nerven zu behaltenund bemühte sich, seiner Angst mehr oder weniger ent-schlossen entgegenzutreten. Die Kämpfe um San Favellashatte er überlebt, obwohl viele der gefallenen LegionäreRekruten wie er gewesen waren. Unerfahrener Füllstoff fürdie Truppe aus Berufssoldaten, den man ohne Tränen zuvergießen auf dem Schlachtfeld geopfert hatte.Nein, die eiserne Kälteschlafkammer, dieses an einenkalten Sarg erinnernde Etwas, war sicherlich nicht schlim-mer als das Töten in den Straßen der Slumstadt. Zudemwar der Tiefschlaf auch viel ungefährlicher, obwohl erFlavius noch immer Alpträume bescherte.So versuchte er jeden Tag wenigstens einige Kilometer inden langen Korridoren des gewaltigen Schlachtkreuzerszurück zu legen, um seinem Geist zumindest im Ansatz dieIllusion von Freiheit zu verschaffen. Kleitos war meistensan seiner Seite und unterhielt sich mit ihm über Gott unddie Welt. Es war ein Segen, dass wenigstens er immer fürihn da war.Zudem wurden die Legionäre glücklicherweise durchtägliche Sportübungen oder militärische Schulungen fürviele Stunden von dem Gedanken abgelenkt, dass sie sichin einer gigantischen Sardinenbüchse befanden.Gestern war ihm Zenturio Sachs, der Legatus der 562.Legion von Terra, über den Weg gelaufen, als er mit Kleitosdurch eines der oberen Decks des Schiffs spaziert war.»Sieh einer an!«, hatte der vernarbte Veteran gesagt. »DerJunge, der die Aliens gesehen haben will, und sein Kum-pel!«Die beiden Rekruten hatten verlegen gelächelt und einkurzes Gespräch mit ihrem Vorgesetzten begonnen. Was 65
  63. 63. die Legion auf diesem Eisplaneten genau sollte, konnteSachs auch nicht sagen. Jedenfalls hatte er sich schon nachwenigen Minuten über die Unsinnigkeit dieses Militärein-satzes ereifert und auf Aswin Leukos und die anderenLegionsoffiziere geschimpft.»Die Notsignale sind von einer Stadt namens Tanath ausgesendet worden. Vermutlich ist das schon einige Jahreher, vielleicht sogar schon über ein Jahrzehnt. Leukos hatmir erklärt, dass wir nach Colod fliegen, weil er StatthalterShivas damit einen Gefallen tun will. Dem Oberstrategosist die ganze Sache auf Thracan wohl verdammt peinlichgewesen!«, hatte der Zenturio erklärt.»Aber warum ausgerechnet wir von der 562. Legion?«,hatte Flavius wissen wollen.»Weil es nun einmal so ist. Der große Mann hat entschie-den und wir müssen tun, was er sagt!«, war Sachs mürri-sche Antwort gewesen.Irgendwann hatte der Zenturio sie wieder in Ruhe gelassenund war mit einem frustrierten Knurren fortgegangen.Was sie auf Colod erwartete, konnte jedenfalls niemandgenau wissen und selbst Zenturio Sachs hatte eingestehenmüssen, dass ihm die ganze Sache genauso ein Rätsel warwie den beiden Rekruten. Vermutlich, so waren seineWorte, würde der Flug nach Colod ein ähnlicher militÀ

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