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Ba Dialog Open Source Treffert Drews 5 Sa070715

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Ba Dialog Open Source Treffert Drews 5 Sa070715 Ba Dialog Open Source Treffert Drews 5 Sa070715 Document Transcript

  • 1 Open-Source meets SOA – Auf dem Weg zu einer Open-Source- Geschäftsanwendungs-Suite Prof. Dr. Jürgen Treffert, Dipl. Wirt.-Ing. (FH) Günter Drews STZ-ManagementCockpit an der Berufsakademie Lörrach (www.stz-managementcockpit.eu) Phone: +49 7261 5500-400, Fax: +49 7621 5500 434, Email: kontakt@stz-managementcockpit.eu Zusammenfassung – SOA-orientierte Open-Source-Geschäftsanwendungen Großunternehmen und Städten vor allem auch kleinere und stellen eine moderne und kostengünstige Alternative zu proprietären Lösungen dar. mittlere Unternehmen an kostengünstigen Open-Source- Aufgrund ihrer großen Prozess-Flexibilität eignen sie sich vor allem für Geschäftsanwendungen höchst interessiert sind [5]. Unternehmen, die sich sukzessive in Richtung „dynamic enterprise“ entwickeln Kostenersparnisse sind im Wesentlichen in folgenden wollen. Hierzu muss aber zunächst einmal das Vertrauen der Bereichen zu erwarten: Unternehmenspraxis in Open-Source-Geschäftsanwendungen gewonnen werden. • Einsparungen bei der Beschaffung der Software Es besteht deshalb ein großer Bedarf an Initiativen zur Open-Source- • Einsparungen bei den Wartungs- und Upgrade Kosten Professionalisierung. Zum einen müssen vorhandene Einzel-Lösungen in umfassende Geschäftsanwendungs-Suiten aufgenommen werden. Zum anderen • Einsparungen bei der Beschaffung von Quellcode bei evtl. müssen auch die Anbieter von Open-Source-Geschäftsanwendungen selbst Anpassungen glaubwürdiger werden. • Einsparungen bei den Aufwendungen für ein Lizenzmanagement 1. OPEN-SOURCE- Der Lieferant von AvERP - ein in Deutschland verbreitetes GESCHÄFTSANWENDUNGEN IM Open Source ERP Tool - macht auf seiner Homepage folgende KOMMEN Zweijahresrechnung auf: Aus den mehr als 100.000 bekannten Open-Source-Software- Projekten [1] sind inzwischen einige sehr ernst zu nehmende professionelle Produkte heraus gewachsen, von denen nicht wenige mit Euro- oder Dollar-Millionen finanziert und vorwärts getrieben werden. In der Folge ist die Zahl an Pressemeldungen, Fachartikeln, Tagungen und Messen zum Thema Open-Source ständig gestiegen. Viele Unternehmen assoziieren Open-Source immer noch allein mit Betriebssystemen (Linux), Firewalls, Office- Anwendungen etc. Es ist relativ wenig bekannt, dass sich die Open-Source-Communities in den letzten Jahren verstärkt auch Tabelle1: Beispiel Vergleichsrechnung [6] den mächtigen Geschäftsanwendungen (Business Applications) zugewandt haben, die das Rückgrat jedes Unternehmens bilden Aufwände für Anpassungen und Customization, die bei und deshalb gerne auch als „mission critical applications“ Standardsoftware für Geschäftsprozessmanagement oft einen bezeichnet werden [2]. erheblichen Teil der Aufwände ausmachen, sind hier nicht Gemeint sind damit ERP- und CRM-Systeme, Groupware, einbezogen. Eine detaillierte Gesamtkostenbetrachtung (TCO- Dokumenten- und Content-Management-Systeme, Archivie- Studie, Total Cost of Ownership) ist von der Europäischen rungs- und Office-Systeme, die Unternehmensmitarbeiter bei Kommission gefördert worden, um die Wirtschaftlichkeit des ihren operativen und analytischen Arbeiten professionell Einsatzes von Open Source Software zu prüfen [7]. In dieser unterstützen müssen. Studie werden OSS-Projekte genannt, die über einen Erste Messe-Erfolge zeigen sehr deutlich, dass insbesondere Betrachtungszeitraum von fünf Jahren Kosten aufwiesen, die nur das Unternehmensmanagement gerade den Open- Source- ca. 58 % bis 13 % der Kosten vergleichbarer kommerzieller Geschäftsanwendungen großes Interesse entgegenbringt [3]. Installationen aufweisen [8]. a. Reorganisieren statt Geld in Software-Lizenzen b. Open-Source meets SOA stecken Eine weitere Erklärung für das Interesse an Open-Source- Die ersten Erklärungen hierfür sind nahe liegend: Bei Open- Geschäftsanwendungen kommt inzwischen aus einer ganz Source-Software erhält der Benutzer quellcode-offene (und damit anderen Richtung: Wissenschaft und Praxis sind sich einig, dass änderbare) Software, für die keine oder im Verhältnis zu die Zukunft den „dynamic enterprises“ gehört, die fähig sind, „proprietärer“ Software nur relativ geringe Lizenzkosten sich als „lebendiger Organismus“ schnell und zielgerichtet auf anfallen. [4] Es ist bekannt, dass inzwischen neben immer neue Anforderungen auszurichten [9]. BA Dialog Nr. 8 / Sommer 2007
  • 2 Für agile, wendige Unternehmen ist aber der weitaus größte sondern verlängern die so wettbewerbswichtigen betrieblichen Anteil, der sich heute auf dem Markt befindlichen Durchlaufzeiten. Medienbruchfreiheit ist nicht nur innerhalb Geschäftsanwendungen, gänzlich ungeeignet, da sie die eines Standortes, sondern vor allem auch über räumlich verteilte Geschäftsabläufe sowie das betriebliche Standorte (z.B. verteilte Produktionen) hinweg anzustreben. Das Informationsmanagement eher „zementieren“ als flexibilisieren. größte medienbruch-bedingte Potential dürfte aber in der Aufgrund der „Machart“ heutiger Geschäftsanwendungen Verzahnung von Geschäftspartner-übergreifenden entstünden in aller Regel erhebliche Kosten für Programm- Geschäftsprozessen liegen. Schnittstellen, wollte man die so dringend erforderlichen Hierbei wird deutlich, dass die Fähigkeit zu kurzfristigen und friktionslosen Geschäftsabläufe sowie ein schnell mitunter zeitlich recht befristeten Unternehmens- reaktionsfähiges Informationsmanagement realisieren. Kollaborationen in Multi-Partner-Netzwerken immer wichtiger Wettbewerbsbedingt notwendige Geschäfts-Anpassungen wird. werden gewissermaßen durch Software „ausgebremst“. Deutlich zeigen dies die 4PL-Ansätze [12] großer Logistik- Abhilfe bietet hier Software an, die auf einer „Service- Dienstleister, die Rückwärtsintegrationsbemühungen des Orientierten-Architektur“ (SOA) basiert [10]. Hierbei versteht filialisierten Einzelhandels, die (entgegengesetzten) Versuche der man unter einer SOA „eine Systemarchitektur, die vielfältige, Vorwärts-Ausdehnung von Supply-Chain durch die Industrie in verschiedene und eventuell inkompatible Methoden und Richtung Handel [13] und die schon seit langem bekannten Applikationen als wieder verwendbare und offen zugreifbare Kooperationen im Handwerk. Dienste repräsentiert und dadurch eine plattform- und Ziel eines agilen Unternehmens muss es deshalb sein, seine sprachunabhängige Nutzung und Wiederverwendung Geschäftsprozesse schnell und kostengünstig den jeweiligen ermöglicht“ [11]. Erfordernissen anzupassen. Interessanterweise findet man gerade im Open-Source- Benötigt wird also eine »Nomadentechnik« des schnellen Umfeld immer mehr Produkte, die auf SOA-Gedanken Auf-, Ab- und Umbaus von Geschäftsprozessen. aufbauen. 3. Prozessorientiertes Informations-Management als 1. Anforderungen eines „Dynamic Enterprises“ an Muss – Weshalb Management-Cockpits eine immer zukunftsfähige Geschäftsanwendungen größere Rolle spielen Der Weg zu einem „Dynamic Enterprise“ ist kein Vorhaben, Ein Realtime-Enterprise stellt veränderte Anforderungen an das sich zwischen Tür und Angel umsetzen lässt. Vielmehr Informations-Qualität und Informations-Logistik. Es werden müssen Unternehmen die 3 folgenden Bereiche strategisch wesentlich zeitnähere Informationen längs der betrieblichen und planen und mit Hilfe eines Transformations-Konzeptes vor allem auch partner-übergreifenden Geschäftsprozesse (mit aufeinander abgestimmt in die Zukunft entwickeln. Lieferanten, Kunden, etc) benötigt. Diese bilden zum einen die Basis zur effizienten operativen Steuerung der täglichen Geschäftsprozesse. Zum anderen stellen sie die Grundlage für Entscheidungen über von Zeit-zu-Zeit erforderliche Geschäftsprozess-Anpassungen dar. Für die Analyse und Steuerung der Geschäftsprozesse werden Werkzeuge benötigt, die eine schnelle Entdeckung von Soll-/Ist-Abweichungen ermöglichen. Anwenderseitig setzen sich hierfür immer mehr die so genannten Management-Cockpits durch. Im einfachsten Falle handelt es sich hierbei um übersichtliche, grafische Business- Intelligence-Frontends, die den Usern eine intuitive Navigation durch Kennzahlen und deren Ursachen-Räume ermöglichen. [14]. Im anspruchsvollsten Falle kann die Kennzahlen- Navigation aber auch teamorientiert aus einem eigens entwickelten Cockpit-Raum mit online angeschlossenen Wand- Bildschirmen erfolgen. [15] Backendseitig werden Data-Warehouse-Lösungen [16] sowie schnelle Ist-Daten-Rückmelde-Mechanismen längs der Abbildung 1: Zentrale Transformationsbereiche eines Dynamic Enterprises Geschäftsprozesse benötigt (z.B. RFID-Systeme). 2. Effiziente und flexible Geschäftsprozesse als 4. Schwachstellen bisheriger IT-Lösungen Notwendigkeit Heutige Geschäftsanwendungen sind meist so programmiert, Der anhaltende Kosten- und Leistungsdruck zwingt zum dass sie nur sehr begrenzt an die unternehmensindividuell idealen radikalen Abbau von Medienbrüchen. Medienbrüche sind wegen Geschäftsprozesse sowie ein ideales Informationsmanagement unnötiger Daten-Mehrfach-Erfassungen nicht nur sehr teuer, anpassbar sind. In aller Regel sind Anpassungen nur in den BA Dialog Nr. 6 / Sommer 2006
  • 3 Grenzen dessen möglich, was die Entwickler der eingesetzten • Schaffung glaubwürdiger „Enterprise-Open-Source-Suites“ Software zum „Customizing“ vorgesehen haben. als Produkt-Qualitätsmarke Durch Reorganisationen bedingte Änderungswünsche sind • Schaffung glaubwürdigen „Anbieter-Netzwerke“ als dann nur mit erheblichen Kosten im Bereich der Schnittstellen - Kompetenz-Qualitätsmarke Programmierung möglich. Darüber hinaus verursachen die durch Schnittstellen-Programmierungen im Laufe der Jahre entstandenen „Spaghetti-Architekturen“ erheblichen Pflegeauf- A. Die produkt-orientierte Aufgabe: „Enterprise-Open-Source-Suites“ wand und Personalkosten. Vor allem bei der Geschäftspartner- als Qualitäts-Marke übergreifenden Zusammenarbeit, bei der mehrere IT-Systeme reibungslos zusammenarbeiten müssten, hilft die heutige Geschäftsanwendungen kommen in Unternehmen vor allem Schnittstellen-Mentalität nicht weiter, da sie mit extrem hohen in folgenden Ausprägungen vor: Folgekosten verbunden ist. • ERP-Systeme (Industrie: PPS-Systeme; Handel: Warenwirtschafts-Systeme) 5. SOA (Service-Orientierte-Architekturen) als • CRM-Systeme Chance • Groupware • Management-Cockpit-Systeme (Business-Intelligence, evtl. Ziel eines agilen Unternehmens ist es, seine ausgebaut zur kennzahlenorientierten Unternehmens- Geschäftsprozesse und sein Informationsmanagement schnell Steuerung) und kostengünstig den jeweiligen Erfordernissen anzupassen. • Dokumenten- und Content-Management-Systeme Technologisch gesehen, setzt dies den Einsatz einer „Service- Orientierten-Architektur“ (SOA) voraus. „Eine serviceorientierte • Archivierungs-Systeme Architektur ist ein Softwarearchitekturkonzept, in welchem Funktionen in Form von wieder verwendbaren, voneinander unabhängigen und lose gekoppelten Services implementiert werden. Services können unabhängig von zugrunde liegenden Implementierungen über wohldefinierte und veröffentlichte Serviceschnittstellen aufgerufen werden. Serviceinteraktion findet über eine dafür vorgesehene Kommunikationsinfrastruktur statt. Mit einer serviceorientierten Architektur werden insbesondere die Gestaltungsziele der Geschäftsprozessorientierung, der Flexibilität und der Wiederverwendbarkeit verbunden. In Einklang mit dieser Definition sind viele Formen der technischen Umsetzung einer serviceorientierten Architektur möglich.“ [17] Die hier gemeinten „Dienste“ stellen betrieblich wichtige Funktionalitäten (wie z.B. Auftrag erfassen) dar und sind mit Schnittstellen versehen, die sie nahezu beliebig zu Geschäftsprozessen „zusammenbaubar“ (orchestrierbar) Abbildung 2: Geschäftsanwendungen machen. Da es sich hierbei weniger um technische als vielmehr um betrieblich relevante Dienste handelt, bezeichnet man sie sehr oft auch als „Enterprise-Services“. [18] Die in einem Unternehmen zum Einsatz gebrachten Geschäftsanwendungen müssen sich also inhaltlich so ergänzen, Besteht die in einem Unternehmen aktuell eingesetzte dass letztlich das Spektrum der unternehmenswichtigen Software noch nicht aus Services, so kann man über sie eine Funktionalitäten und Geschäftsprozesse möglichst umfassend Zwischenschicht von »(Enterprise-) Services« legen (d.h. sie und dennoch weitgehend überschneidungsfrei abgedeckt ist. »kapseln«). Bei Software-Neuanschaffungen sollte man also Eine umfassende 1-Produkte Unternehmens-Gesamtlösung Geschäftsanwendungen, die bereits nach der SOA aufgebaut existiert aber im Open-Source-Umfeld nicht (und ist bei sind, bevorzugen. konsequenter Anwendung des SOA-Paradigmas auch völlig unnötig. 2. DIE NOTWENDIGKEIT EINER Es ist deshalb sehr wichtig, aus der Menge der vorhandenen „PROFESSIONALISIERUNG“ VON OPEN- Open-Source-Produkte der Bereiche ERP, CRM, Groupware, SOURCE-GESCHÄFTSANWENDUNGEN BI, etc. diejenigen Geschäftsanwendungen herauszufiltern, die • sich möglichst optimal zu einer Gesamt-Lösung (Suite) Viele Unternehmen haben immer noch erhebliche ergänzen Wissensdefizite und Ängste, wenn es um den Einsatz von Open- • möglichst weit hinsichtlich ihrer SOA-Orientierung Source-Geschäftsanwendungen geht. entwickelt sind. Unseres Erachtens kann dem insbesondere durch folgende Initiativen entgegentreten werden: BA Dialog Nr. 8 / Sommer 2007
  • 4 Es erscheint sinnvoll, mehrere zielgruppen-spezifische von Open Source. Mit ERPOSS4 [19] wurde ein „Suites“ zusammenzustellen. Für die Zusammenstellung solcher Behördendesktop auf LINUX für die Anforderungen einer „Suites“ müssen zunächst Kriterien identifiziert werden, anhand behördenübergreifende Kommunikation entwickelt. • derer man die verfügbaren Produkte auf ihre Eignung hin Auf europäischer Ebene gibt es mehrere Initiativen zur bewerten kann. Diese Kriterien müssen für die Unternehmen Unterstützung von Open Source. So wird im Aktionsplan transparent sein und die Qualität der Open-Source-Suite eEurope2005 des Europäischen Rates die Bedeutung von garantieren. Open-Source-Software für die europäische Wirtschaft Angesichts der großen Anzahl auch „unprofessioneller“ betont. Innerhalb der Generaldirektion Open-Source-Produkte, dürfte ein „Qualitäts-Siegel“ erheblich „Informationsgesellschaft und Medien“ werden zum Aufbau von Vertrauen in eine Open-Source- Forschungsprogramme zur Verbreitung und Geschäftsanwendungs-Suite beitragen. Qualitätsverbesserung von Open Source Software gefördert [20]. Unter dem Aspekt der Professionalisierung sind besonders folgende Programme zu beachten [21]: b. Die anbieter-orientierte Aufgabe: „Anbieter- o QUALOSS: Ein Förderprogramm zu Netzwerke“ als Qualitätsmarke Qualitätsverbesserung von Open Source Software unter Berücksichtigung von Robustheit und Neben einem Qualitätssiegel für eine Open-Source-Ge- Entwicklungsfähigkeit. Der Projektgruppe gehören schäftsanwendungs-Suite ist die Glaubwürdigkeit des Anbieter- eine Reihe von Institutionen an, darunter auch das Netzwerkes entscheidend für die Marktakzeptanz. Ein Anbieter Fraunhofer IESE. wird umso ernster genommen werden, je mehr er in den o QualiPSo: Ein Förderprogramm zur Netzwerkbildung folgenden Bereichen positiv wahrgenommen wird: im Open Source Bereich mit dem Ziel, das Vertrauen • Seriosität eines Anbieter-Netzwerkes in die Open Source Software in Industrie und öffentlichen Verwaltungen zu stärken. Das • Reifegrad der Anbieter-Missionen/Visionen Konsortium setzt sich aus Universitäten, • Reifegrad der Beratungs-, Schulungs- und Unternehmensberatungen und Firmen (u.a. auch Einführungskompetenz Siemens) zusammen. • Reifegrad der Entwickler-Community o FLOSSMETRICS: Ein Förderprogramm zur • Reifegrad der Support leistenden Partner-Unternehmen Messbarkeit und Qualitätsverbesserung von Open Source Software. 3. KRITISCHE WÜRDIGUNG BISHER o Calibre: Ein Programm zur Förderung von Best BEKANNTER OPEN-SOURCE- Practices im Open Source Bereich. PROFESSIONALISIERUNGS-INITIATIVEN b. Initiative im privatwirtschaftlichen Bereich Professionalisierungs-Initiativen im öffentlichen und industriellen Bereich versuchen den erwähnten Defiziten und Initiativen im privatwirtschaftlichen Bereich sind aus Ängsten auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlicher unterschiedlichen Motiven heraus entstanden, sei es um einer Zielsetzung entgegen zu wirken. marktbeherrschenden Stellung eines kommerziellen Anbieters zu begegnen, sei es, den einschränkenden Lizenzbedingungen der A. Initiativen im öffentlichen Bereich kommerziellen Software zu entgehen, sei es um Funktionalitäten zu entwickeln, die im kommerziellen Markt fehlen oder einfach Initiativen im öffentlichen Bereich spiegeln die Bedeutung des Softwarekosten zu senken. Einsatzes von Open Source Lösungen in Behörden und • Eine der erfolgreichsten Initiativen ist die Eclipse Gemeinden wider und dienen der Qualitätsverbesserung, dem Foundation, ein von der IBM ins Leben gerufenes Austausch von Informationen und der Unterstützung von Herstellerkonsortium, das eine offene integrierte Plattform Forschungsprojekten. für die Softwareentwicklung bereit stellt und der so • Die Koordinierungs- und Beratungsstelle der namhafte Firmen wie BEA, Oracle, Intel und andere Bundesregierung für Informationstechnik in der angehören [22]. Bundesverwaltung (KBSt) ist mit ihrem Kompetenzzentrum • Der Initiative TOPCASED gehören Airbus, ATOS, eine Anlaufstelle für das Thema Open Source Software. Siemens VDO, Sogeti, EADS und andere an. Ziel ist es, ( http://www.kbst.bund.de). Hier stehen eine Werkzeugsammlung auf Open Source Basis zu Hintergrundinformationen, eine Projektsammlung der OSS- entwickeln, die den gesamten Entwicklungsprozess von der Projekte im öffentlichen Bereich, Ansprechpartner in der Systemspezifikation bis zur Implementierung von Hard- Bundesverwaltung und eine ausführliche Verweisliste auf und Software abdeckt und die spezifischen Gegebenheiten weitere Open Source Initiativen zur Verfügung. des Flugzeug-, Raumfahrt- und Automobilbaus • Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik berücksichtigt, wie sie bisher in der kommerziellen (BSI, http://www.bsi.de/) nimmt Open Source Software in Standardsoftware nicht zur Verfügung steht [23]. ihre Konformitätsprüfungen auf. Im Rahmen der CeBIT 2007 präsentierte das BSI IT-Sicherheitslösungen auf Basis BA Dialog Nr. 6 / Sommer 2006
  • 5 Freiburg gibt es beispielsweise die FREIOSS [32] und in Lörrach • OSADL (Open Source Automation Development Lab) die LINUX User Group [33] verfolgt das Konzept einer genossenschaftlich organisierten Institution zur Entwicklung einer Linux-basierten f. Beitrag der Professionalisierungsinitiativen Betriebssystemumgebung für die Automatisierungsindustrie. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Firmen wie Eltec, Trumpf und Homag [24]. Die oben genannten Qualitätsinitiativen haben ein • gemeinsames Ziel: Weg von der „Garagensoftware“ und hin zum RTLOpen: Das RTLOpen (Offene Referenzplattform für professionellen Einsatz. Realtime Linux im Maschinen- und Anlagenbau) ist ein vom Dass die Initiativen sich in Ihrem Weg dahin aber doch sehr BMBF gefördertes Forschungsprojekt, an dem neben dem unterscheiden, zeigt die Abbildung 3 auf. Fraunhofer Institut IESE noch BERGHOF Automationstechnik GmbH, Hofmann Maschinen- und Anlagenbau GmbH und weitere Firmen beteiligt sind [25]. • SOPERA: Ist eine Initiative der Deutschen Bundespost. Sie verknüpft das SOA-Konzept mit dem Open Source Gedanken. Es wird ein SOA-Framework für die Entwicklung, die Laufzeit, den Support und die Applikationsintegration zur Verfügung gestellt [26]. • SourceForge.net ist ein Open Source Portal zur Verwaltung von Softwareprojekten. Ca. 140.000 Softwareprojekte nutzen diese Plattform um ihre Software zum Download anzubieten und zu verwalten. SourceForge.net wird von der Abbildung 3: Qualitätsinitiativen Firma VA Software inc. betrieben, einem börsennotierten Softwareunternehmen [27]. Das Schwergewicht der Initiativen liegt neben der • BerliOS Developer: Vom Berliner Fraunhofer Fokus Softwareentwicklung eindeutig auf den traditionellen Methoden betriebene weltweit zweitgrößte freie OSS-Plattform für der Qualitätssicherung, der Netzwerkbildung und der Open Source Entwickler [28]. Öffentlichkeitsarbeit. Der Bereich des Geschäfts- prozessmanagements bedarf aber noch einer zusätzlichen c. Zertifikate von Herstellern von Open Source Dimension: Die einzelnen Applikationen müssen zueinander Software passen. Die einzige Initiative, die in dieser Richtung denkt, ist die SOPERA Initiative der deutschen Bundespost, die Open Um die Qualität des Einsatzes von Open Source Software zu Source und serviceorientierte Architekturen in einen steigern, gehen einige Lieferanten von Open Source Software Zusammenhang bringt. Diesen Zusammenhang sucht sie durch dazu über, Softwarespezialisten und Softwareorganisationen zu die Schaffung eines Frameworks herzustellen. Was jedoch zertifizieren. Zertifikate gibt es seit längerem beispielsweise vom darüber hinaus notwendig wäre, und bisher noch nicht in Angriff Datenbank-Hersteller MySQL [29], von JBoss genommen wurde, ist die Schaffung von Stacks aus (Applikationserver) [30], von Suse und Red Hat (LINUX- Applikationen, die technisch und funktional kompatibel sind. Betriebssystem) [31]. Zum Teil zertifizieren die Hersteller selber oder übertragen die Zertifizierung an Prüfungsunternehmen. 4. DIE STEINBEIS-INITIATIVE ZUR d. Verbände PROFESSIONALISIERUNG VON OPEN- SOURCE-GESCHÄFTSANWENDUNGEN Die zwei Verbände, die den Open Source Gedanken hoffähig gemacht haben, sind die Open Source Initiative und die Free Software Foundation. Mit unterschiedlichen Projekten fördern A. Schaffung der Produkt-Qualitätsmarke S-BOSS (Steinbeis Business sie die Verbreitung von OSS u.a. auch durch Open Source Suite) Lizenzierungsmodelle, wie beispielsweise die GNU General Public Licences. Aus Unternehmenssicht muss eine Open Source Geschäftsanwendung als Bestandteil einer umfassenden Business e. Sonstige Initiativen Suite fungieren können. Um den professionellen Einsatz von Open Source Software zu gewährleisten, ist eine Evaluierung der Zunehmend kümmern sich auch Industrieverbände wie der verfügbaren Lösungen nach Mindeststandards unabdingbar. Die VDMA (Verband deutscher Maschinen- und Anlagebauer) um S-BOSF Initiative hat dafür geeignete Kriterien und ein OSS, in dem sie Veranstaltungen, Tagungen und Workshops zu dreistufiges Filtersystem definiert: diesem Thema organisieren. In beinahe allen großen Städten organisieren sich Firmen, Filter 1: Konzentration auf Geschäftsanwendungen mit Beratungsunternehmen und Einzelpersonen in OSS Vereinen gleichartiger Applikations-Infrastruktur (Laufzeitumgebung, zum Informationsaustausch und gegenseitiger Unterstützung. In BA Dialog Nr. 8 / Sommer 2007
  • 6 Entwicklungsplattform, Entwicklungswerkzeuge, etc.) Diese Dokumentations-Reifegrad, gesicherte Entwicklerbasis, hoher muss den hohen Anforderungen von Geschäftsanwendungen an Reifegrad des Support-Netzwerkes [38]. Hochverfügbarkeit, Sicherheit, Performanz und Skalierbarkeit Rechnung tragen können. In Abbildung 4 ist ein SOA-Stack auf J2EE-Basis zu sehen [35]. Ein solcher Stack ist für Unternehmen b. Schaffung der Anbieter-Qualitätsmarke „Steinbeis gedacht, die bereit sind ihre Anwendungslandschaft auf J2EE Business Open Source Factory“ (S-BOSF) und einen mächtigen Application Server aufzubauen [36] . Mit dem Ziel der Schaffung einer Steinbeis Business Open Source Suite (S-BOSS) ist nur ein erster Schritt in Richtung Glaubwürdigkeit von Geschäftsanwendungen getan. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Sicherstellung der Glaubwürdigkeit der Open-Source-Anbieter selbst [39]. In der Steinbeis Business Open Source Factory (S-BOSF) [34] haben sich deshalb mehrere Steinbeis-Transferzentren [40] zusammengetan, um Open-Source-Software für Business Anwendungen auf professionelle Weise zu evaluieren, zu einer unternehmensübergreifenden Suite zu bündeln, einen praxisgerechten Stufenplan für die Proprietär-Software-Ablösung zu erarbeiten und eine prozess-optimierende Einführung zu gewährleisten. LITERATUR UND QUELLEN [1] Allein auf sourceforge.net sind ca. 95000 Open-Source-Projekte registriert [2] Solche „geschäftskritische Anwendungen“ müssen a) hochverfügbar, b) sicher, c) performant, d) skalierbar, e) supported sein. [3] So hat im Januar mit viel Publikumsinteresse zum zweiten Mal das Heise-4- Abbildung 4: Bildung eines Stacks Tages-Event „Open Source Meets Business“ in Nürnberg stattgefunden. Im März folgte eine umfangreiche 2-Tages-Open-Source-Projekt- Ausstellung auf der OpenExpo in Bern und auch die Cebit ist dieses Jahr an Open-Source nicht vorbeigekommen. Filter 2: Konzentration auf „suite-fähige“ [4] Lizenzverträge, die auf der Open-Source-Definition der „Open Source Geschäftsanwendungen. Interessant sind vor allem Initiative“ basieren, gestatten: a) freien Quell-Code-Zugang, b) Anwendungen, die sich ideal ergänzen, sich möglichst wenig uneingeschränkte Software-Nutzung, c) Software-Modifikationen, d) überlappen, in Portalen zusammenarbeiten und sich zur flexiblen Software-Weitergabe (http://www.opensource.org/). Da der Open-Source- Begriff nicht geschützt ist, wird Open-Source mitunter aber auch Geschäftsprozess-Abbildung „orchestrieren“ lassen. lizenzpflichtig angeboten. [5] Studie der Fraunhofer-Gesellschaft / Competence Center Electronic Business, Open Source Software: Einsatzpotenziale und Wirtschaftlichkeit, 2005 [6] Beispiel aus http://www.synerpy.de/index.php?seite=rechenbeispiel [7] Studie der europäischen Kommission / Rishab Aiyer Ghosh, Study on the: Economic impact of open source software on innovation and the competitiveness of the Information and Communication Technologies (ICT) sector in the EU, Final report, prepared on November 20, 2006. http://ec.europa.eu/enterprise/ict/policy/doc/2006-11-20- flossimpact.pdf, abgerufen am 19.4.2007. [8] Wie [6]: Eigene Zusammenfassung der Zahlen aus der Tabelle 20, S.101 [9] Siehe zu den Merkmalen eines agilen Unternehmens insbesondere M. Wettklo, M..-A. Schultze (Detecon Whitepaper), ERP-Strategien im collaborative Business, 2003, S.37-46, whitepaper, u.a. zum 14.05.07 downloadbar unter http://download.messe- muenchen.de/media_pub/mediacenter/gb3portale.messe- muenchen.de/systems-world.de/systems- world/business/unternehmensfuehrung/deteconerp.pdf [10] Siehe z.B. D. Krafzig, K. Banke und D. Slama: Enterprise SOA - Best Abbildung 5: Sich ergänzende Geschäftsanwendungen in der Portaleinbindung Practices für Serviceorientierte Architekturen. Heidelberg: Mitp-Verlag 2007. Erst wenn sicher ist, dass ein Produkt die Bedingungen eines [11] W. Dostal u.a.: Service-orientierte Architekturen mit Web Services. Stacks [37] erfüllt, sollte es über ein Portal in eine Suite Heidelberg; München : Elsevier, Spektrum Akad.Verl. 2005, S. 11 aufgenommen werden. [12] Näheres z.B. im Schwerpunktthema: Fourth Party Logistics, logistik management, 4. Jahrgang 2002, Ausgabe 1 [13] Wie z.B. der virtuelle Zusammenschluss von Strothmann, Melitta, Filter 3: Konzentration auf Geschäftsanwendungen mit hohem Mindener Logistik Service und einiger Transporteure Reifegrad. Jede Einzelapplikation muss darüber hinaus folgenden [14] Siehe z.B. bei www.bissantz.de den DeltaMaster Anforderungen gerecht werden: Hoher Software- und BA Dialog Nr. 6 / Sommer 2006
  • 7 [15] H. Reiterer, T. M. Mann, G. Mußler, U. Bleimann: Visualisierung von der Anbieter-Missionen/Visionen (Formulierung und Umsetzung eines entscheidungsrelevanten Daten für das Management, in: HMD, Praxis der langfristigen Kunden-Leitbildes, Hilfestellung bei der effizienten Nutzung Wirtschaftsinformatik, Heft 212 04/2000, S.71-83 der in Open Source-Geschäftsanwendungen liegenden wirtschaftlichen und [16] http://www.gi-ev.de/service/informatiklexikon/informatiklexikon- technologischen Chancen, Hilfestellung bei der Vermeidung von Risiken, detailansicht/meldung/29/: „Dabei ist unter einem Data Warehouse eine die durch eine falsche Produktauswahl bzw. einen unprofessionellen Systemlösung zu verstehen, die die unternehmensweite Versorgung der Einsatz von Open-Source-Geschäftsanwendungen entstehen, Beseitigung Front-End-Systeme zur Managementunterstützung mit den benötigten der KMU-Ängste vor dem Einsatz von Open-Source- Informationen zu gewährleisten hat. Zweckmäßigerweise wird das Data Geschätsanwendungen, Beitrag zur Komplexitätsreduktion beim Kunden Warehouse getrennt von den operativen Vorsystemen aufgebaut und (zur Zeit sehen sich KMUs einer Vielfalt von ca. 4000 bei betrieben. Nur so lässt sich eine konsistente unternehmensweite Datenbasis www.sourceforge.net gelisteten Geschäftsanwendungs-Software-Projekten etablieren, in die selektierte und verdichtete Informationen gegenüber), c) Hoher Reifegrad der Entwickler-Community (Qualität der anwendungsgerecht aufbereitet einfließen und auf die interaktiv und intuitiv Support leistenden Partner-Unternehmen in DACH, Kommerzielle zugegriffen werden kann. Für die gespeicherten Dateninhalte ist deren Unterstützung, Aktive Gruppen von Programmiereren, Aktivitäten der thematische Ausrichtung sowie Vereinheitlichung, Dauerhaftigkeit und Open-Source-Community, bekannte Investitionen), d) Hoher Reifegrad Zeitorientierung charakteristisch.“ der Beratungs-, Schulungs- und Einführungskompetenz (Interessierte [17] Kai J. Oey, Holger Wagner, Simon Rehbach, Andrea Bachmann: Mehr als Steinbeis-Transferzentren arbeiten im Falle von Open-Source-Projekten in alter Wein in neuen Schläuchen. Eine einführende Darstellung des einem inhaltlich gut abgestimmten partnerschaftlichen Netzwerk, da Open- Konzepts der serviceorientierten Architekturen. In: Stephan Aier, Marten Source-Software sehr kostengünstig ist, können KMUs mehr in das in der Schönherr (Hrsg.): Unternehmensarchitekturen und Systemintegration. 2. Vergangenheit meist stark vernachlässigte Einführungs-Consulting durch Auflage, Gito, Berlin 2006 (Enterprise Architecture, Band 3), S. 197ff., S. STZ-Dienstleister investieren., insbesondere für kleinere Unternehmen ist 203 die Einstellung von IT-Spezialisten wegen der Fixkosten-Problematik so, [18] Wie z.B. bei SAP; siehe Guido Brune: Enterprise Service Architecture, dass auch einen ASP-Ansatz nachgedacht werden muss, für KMUs spielen SAPG2004 effiziente Geschäftsprozesse eine zentrale Rolle – meist sind hierzu [19] Siehe z.B. http://www.bsi.de/produkte/erposs/index.htm Software-Anpassungen sowie eine OS-Integration in die vorhandene IT [20] Informationen über die alle Förderprogramme der IST (Information unabdingbar, eine Software-Einführung muss immer auch durch Society Technologies) innerhalb der EU Kommission finden sich auf: Dokumentation und Schulungen begleitet werden, e) Reifegrad der Support http://cordis.europa.eu/ist/ leistenden Partner-Unternehmen. Gerade im Open-Source-Umfeld wird die [21] Statusberichte aller Programmes sind zu finden auf: Notwendigkeit des After-Sales-Supports meist dramatisch unterschätzt. http://cordis.europa.eu/ist/st/events-20060927.htm abgerufen am [40] Partner der Steinbeis Business Open SOurce Factory (S-BOSF) sind: STZ 10.4.2007 Information Mining Technology (Prof. Dr. Michael Berthold), STZ [22] Siehe http://www.eclipse.org/org/#about Logistik und Arbeitsorganisation (Prof. Dipl.-Ing. Rüdiger Hellig), STZ [23] Siehe http://www.topcased.org/ Object-IT (Dipl.-Ing. FH Peter Schupp), STZ Unternehmensführung, [24] Siehe http://www.osadl.org/ Organisationsmanagement und Ost-West-Kooperationen (Prof. Dipl. oec. [25] Siehe http://www.rtlopen.de/rtlopen/content/index_ger.html Hartmut Leschke), STZ ManagementCockpIT (Dipl. Wirt.-Ing. (FH) [26] Siehe http://sopera.de/ Günter Drews / Prof. Dr. Jürgen Treffert) [27] Siehe http://sourceforge.net [28] Siehe http://developer.berlios.de/ [29] Siehe http://www.mysql.de/certification/ [30] Siehe http://de.jboss.com/services/certification/ [31] Siehe http://www.globalknowledge.at/kurskatalog/ … … zertifzierungen/red_hat_zertifizierungen.aspx [32] Siehe http://www.freioss.net/ [33] Siehe http://www.pro-linux.de/lugs/de/LUG-Loerrach.html [34] Siehe zu den folgenden Ausführungen auch Jürgen Treffert et al.: Business Open Source goes „professional“, in Transfer – Das Steinbeis Magazin, 02/2007, S. 20 [35] Siehe zu den Kerngedanken von Open-Source-Stacks z.B. auch http://www.spikesource.com/technology/spikeignite/spikestacks.html [36] Für jeden Stack sind hier folgende Entscheidungen zu treffen: a) Betriebssystem (z.B. Fedorex Linux), b) Applikations-Infrastruktur (z.B. JBoss als Laufzeitumgebung, J2EE als Entwicklungsplattform, Eclipse als Entwicklungswerkzeug), c) Art und Grad der gewünschten SOA- Orientierung (z.B. SOAP/XML/Rest zwecks Einbindung anderer Services sowie zwecks Bereitstellung der Services für andere) [37] Für jeden Stack sind hier folgende Kriterien zu überprüfen: a) Funktionalität der Geschäftsanwendung (ausreichende Funktionstiefe, möglichst überschneidungsfreier Funktionsbeitrag innerhalb der Gesamt- Suite, Verwendbarkeit von Browsern bzw. AJAX-Clients, Professionalität der verwendeten Datenbank), b) Zusammenbaubarkeit von Enterprise Services zu neuen „Composite Applications“, Orchestrierungsfähigkeit z.B. über WS-BPEL), c) Einbindbarkeit in übergeordnete user-spezifische Portale (die die Geschäftsanwendungen z.B. über JSR-168-Portlets so zusammenbinden, dass der Mitarbeiter den Eindruck hat „as if it were a single system“ und die ein single-sign-on „oberhalb“ der Einzelapplikationen ermöglichen. [38] Jede Einzelapplikation muss zusätzlich folgenden Anforderungen gerecht werden: a) Software-Reifegrad (Benutzerhandbücher, Technische Dokumentation, Ausreichende Anzahl an Installationen, Entwicklungsstand, Anzahl Referenzen), b) Technik-Reifegrad (Wartbarkeit, Skalierbarkeit) [39] Um auf dem Markt glaubwürdig zu sein, müssen Anbieter-Netzwerke folgenden Anforderungen genügen: a) Hohe Seriosität des Anbieter- Netzwerkes (Haftungsverbund, Kompetenzverbund), b) Hoher Reifegrad BA Dialog Nr. 8 / Sommer 2007