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Internationalisierung Chinas – Stufe 2: Der Einstieg beim Finanzinvestor Blackstone - THINK!DESK CHINA STANDPUNKT Nr. 19
 

Internationalisierung Chinas – Stufe 2: Der Einstieg beim Finanzinvestor Blackstone - THINK!DESK CHINA STANDPUNKT Nr. 19

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Am 20. Mai 2007 wurde bekannt, dass China beim Private Equity Fonds Blackstone eingestiegen ist. Blackstone zählt zu den Finanzinvestoren, die ihren Gewinn durch den Kauf und Verkauf von ...

Am 20. Mai 2007 wurde bekannt, dass China beim Private Equity Fonds Blackstone eingestiegen ist. Blackstone zählt zu den Finanzinvestoren, die ihren Gewinn durch den Kauf und Verkauf von Unternehmensanteilen erzielen, Liqiuidität zur Verfügung stellen und Unternehmen oder Unternehmensteile an die Börse bringen. Nun hat sich China, das selbst
noch vor kurzem den Ausverkauf des chinesischen Produktivkapitals an das Ausland fürchtete selbst an einem amerikanischen Private Equity-Fonds beteiligt, zudem bei einem der erfolgreichsten. Die Kapitalbeteiligung
fand kurz vor dem Börsengang von Blackstone statt und hat die Finanzwelt ebenso überrascht wie Blackstone-Mitbegründer und CEO, Stephen A. Schwarzmann. Doch der Coup verblüfft nur auf den ersten Blick.

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    Internationalisierung Chinas – Stufe 2: Der Einstieg beim Finanzinvestor Blackstone - THINK!DESK CHINA STANDPUNKT Nr. 19 Internationalisierung Chinas – Stufe 2: Der Einstieg beim Finanzinvestor Blackstone - THINK!DESK CHINA STANDPUNKT Nr. 19 Document Transcript

    • 28.06.2007 THINK!DESK CHINA GAST-STANDPUNKT Nr. 19 „Internationalisierung Chinas – Stufe 2: Der Einstieg beim Finanzinvestor Blackstone“ Dr. Ulrike Reisach* Am 20. Mai 2007 wurde bekannt, dass China eine höchst unsicherer Kapitalanlage in Zei- beim Private Equity Fonds Blackstone einge- ten eines sinkenden Dollarkurses. Das gilt stiegen ist. Blackstone zählt zu den Finanzin- umso mehr, wenn die chinesische Regierung vestoren, die ihren Gewinn durch den Kauf- sich entschließen sollte, dem Drängen der und Verkauf von Unternehmensanteilen er- USA nachzugeben und den chronisch unter- zielen, Liqiuidität zur Verfügung stellen und bewerteten Kurs des Rennmibi Yuan aufzu- Unternehmen oder Unternehmensteile an die werten. Daher hat die chinesische Regierung Börse bringen. Nun hat sich China, das selbst bereits auf der Tagung des chinesischen Na- noch vor kurzem den Ausverkauf des chine- tionalen Volkskongresses im März 2007 be- sischen Produktivkapitals an das Ausland kannt gegeben, dass eine staatliche Investiti- fürchtete selbst an einem amerikanischen Pri- onsgesellschaft (State Investment Corporati- vate Equity-Fonds beteiligt, zudem bei einem on SIC) gründen will. Sie soll die Anlage von der erfolgreichsten. Die Kapitalbeteiligung rund 200 Milliarden US-Dollar professionell fand kurz vor dem Börsengang von Blacksto- managen. Vorbild sind die beiden Investiti- ne statt und hat die Finanzwelt ebenso über- onsgesellschaften Singapurs, die Temasek rascht wie Blackstone-Mitbegründer und Holding und die Government of Singapore In- CEO, Stephen A. Schwarzmann. Doch der vestment Corporation (GSIC), die zu den ak- Coup verblüfft nur auf den ersten Blick. tivsten Investoren bei Unternehmen in ganz Asien zählen. Risikostreuung Auf dem Weg indirekter Beteiligungen ge- winnt China langsam aber sicher eine Art un- China verfügt mit einem Devisenpolster von ternehmerischer Mitsprache bei seinen Kapi- 1,2 Billiarden US-Dollar über die höchsten talanlagen – anstatt auf Gedeih und Verderb Devisenreserven der Welt. Der größte Teil der Notenbankpolitik eines anderen Staates davon ist in US-Treasury Bonds angelegt –
    • 2 ausgeliefert zu sein. Umgekehrt werden die Telekom und der Firma Celanese, einer Teil- USA akzeptieren müssen, dass es nicht mög- Nachfolgegesellschaft der alten Hoechst AG. lich ist, dauerhaft Handelsbilanz- und Haus- Der Einstieg bei Blackstone ist also hoch- haltsdefizite zu haben ohne dass die Liefe- wahrscheinlich nur ein erster Schritt, der die ranten und Finanziers des amerikanischen Reaktionen testet. China hat sich verpflichtet, Booms sich mit den erworbenen Geldern für ein Jahr nicht in konkurrierende Private auch aktiv, d.h. unternehmerisch in den USA Equity Fonds zu investieren. Direkte Beteili- engagieren. Noch geschieht dies vorsichtig, gungen, z.B. auch im Energie- und Rohstoff- als Test – wie es für Chinas Umgang mit bereich, bleiben aber möglich und könnten markwirtschaftlichen Instrumenten so typisch sogar noch ausgeweitet werden. ist. Dies ist nicht nur der politischen Diploma- tie geschuldet, sondern hat handfeste prakti- Zugang zu internationalen Märkten sche Gründe: Die Höhe des Investments bleibt mit 3 Milliarden US-Dollar (umgerech- Private Equity Fonds sind ein Sammelbegriff net rund 2,2 Milliarden Euro oder der Devi- für außerbörsliches Eigenkapital. Ursprüng- senzufluss China binnen zweier Tage) unter lich waren sie Wagniskapitalgeber (Venture der 10-Prozentgrenze. Zugleich verzichtet Capital) für kleine, rasch wachsende Unter- China auf Stimmrechte bei Blackstone. Damit nehmen und haben in den achtziger Jahren bleibt das Engagement exakt unter der Gren- immer häufiger abgespaltene Teile von ze, die eine Untersuchung im US-Kongress großen Unternehmen aufgekauft. Außerdem erforderlich machen würde. engagierten sie sich bei einer Reihe von feindlichen Übernahmen. Inzwischen haben Außerdem ist das Timing perfekt: Der Deal sie sich zum willkommenen Investor bei zahl- wurde genau in der Woche vor Beginn der reichen in Schwierigkeiten geratenen Unter- Gespräche zwischen der chinesischen Vize- nehmen entwickelt. Weltweit existieren rund Premierministerin Wu Yi und dem US-Wäh- 2.700 Private-Equity-Gesellschaften, die mit rungsbeauftragten Henry Paulson bekannt den Anlagegeldern von Pensionsfonds, Stif- gegeben. Eine scharfe Reaktion der Amerika- tungen und reichen Privatpersonen ein immer ner, die zeitgleich Wechselkursanpassungen größeres Investitionsvolumen verwalten. Die von China fordern, verbietet sich damit. Doch Eigentümer (Gesellschafter) von Private schon bald sind weitaus größere chinesische Equity Fonds sind institutionelle Anleger (wie Investments vorstellbar – und diese be- Pensionsfonds und Investment-Gesellschaf- schränken sich dank des weltweiten Invest- ten) sowie vermögende Privatleute. Private ments der Fonds nicht auf die USA. So ist Equity Fonds sitzen meist in Ländern mit China dank seines Einstiegs bei Blackstone niedrigen regulativen Beschränkungen, z.B. auch indirekt Mit-Eigentümer der Deutschen in Steueroasen wie den Cayman Islands oder © 2007 THINK!DESK China Research & Consulting & Dr. Ulrike Reisach
    • 3 den britischen Virgin Islands. Sie können mit auf dem Weg des Engagements bei Private höheren Hebeln – größerer Ertragschancen Equity-Gesellschaften. und größeren Risiken – spekulieren. Rendi- ten von bis zu 30 Prozent sind keine Selten- Renditeinteressen heit – aber auch spektakuläre Zusammenbrü- che hat es schon gegeben, wie die Pleite von Auf der Suche nach neuen lukrativen Anlage- Amaranth im Jahr 2000 mit einem Verlust von objekten hat sich Blackstone in den vergan- 3,9 Milliarden US-Dollar binnen einer Woche. genen Monaten sehr lebhaft in China und auf Kettenreaktionen, ausgelöst durch den Zu- seinem boomenden Aktienmarkt umgesehen. sammenbruch von Private Equity Fonds sind Der Leiter von Blackstone Greater China, An- eine große Gefahr für das weltweite Finanz- thony Leung, wurde erst im Januar berufen system und waren deshalb auch Gegenstand und war früher Finanzsekretär von Hong- der Diskussionen auf dem G8-Gipfel vom kong. In Kürze soll auch ein Blackstone-Büro Juni 2007 in Heiligendamm. Dort konnte man in Beijing eröffnet werden. Die hohen Rendi- sich angesichts des Widerstands aus den ten der international agierenden Private Equi- USA und Großbritannien allerdings nur zu ei- ty Fonds sind auch für China hoch attraktiv. ner Veröffentlichung der Kredite von Invest- Erst Mitte des Jahres 2006 haben chinesi- mentbanken an die Fonds durchringen konn- sche Großbanken, Pensionsfonds und Versi- te. cherungen die Erlaubnis erhalten, auf den in- ternationalen Kapitalmärkten zu investieren. Die vergleichsweise geringe Transparenz und Durch die Zusammenarbeit mit Blackstone staatliche Kontrolle von Private Equity Fonds gewinnt China Erfahrung auf dem Gebiet des schmälert ihre Attraktivität für China nicht – internationalen Investment-Banking. Nach- ganz im Gegenteil. Denn als die China Natio- dem erst in diesem Jahr die ersten chinesi- nal Offshore Oil Company (CNOOC) im Jahr schen Aktienfonds zugelassen wurden (und 2005 versuchte, die US-Rohstofffirma UNO- angesichts des aktuellen chinesischen Bör- CAL für 18,5 Milliarden US-Dollar aufzukau- senbooms rasch überzeichnet waren), denkt fen, war die Aufregung in der amerikanischen China wohl auch an die Auflage eigener Pri- Politik und Presse groß. Der Deal kam auf- vate Equity Fonds. Die Kundschaft für einen grund politischer Widerstände nicht zustande. künftigen chinesischen Private Equity Fonds Daher sucht China nun neue Wege, sich Zu- – Stufe 3 der Internationalisierung - könnte tritt auf die Internationalen Märkte zu ver- dann leicht aus der vermögenden chinesi- schaffen – etwas geräuschloser und mit den schen Oberschicht stammen und durch In- Instrumenten, die das marktwirtschaftliche vestments von staatlichen, halbstaatlichen System der USA selbst hervorgebracht hat – und privaten chinesischen Firmen und Ban- ken ergänzt werden. © 2007 THINK!DESK China Research & Consulting & Dr. Ulrike Reisach
    • 4 Weltweit summiert sich das Investitionsvolu- Politische Verbindungen men von Private Equity Fonds auf rund 180 Milliarden US-Dollar. Ihnen stehen zwischen Zahlreiche Unternehmenslenker und Politiker acht und mehr als 17 Milliarden US-Dollar an sind nach ihrer aktiven Zeit bei großen Priva- Eigenkapital zur Verfügung. Fonds wie Black- te Equity Fonds beschäftigt. Blackstone als stone können ihre Eigenmittel durch Kredite eine der führenden und ersten Private-Equity- verfünffachen und damit Firmen im Wert von Firmen wurde im Jahr 1985 vom früheren bis zu 80 Milliarden US-Dollar erwerben. So Handelsminister der Regierung Nixon, Pete hat Blackstone im Jahr 2006 ein Transakti- Peterson gegründet. Peterson fungiert mit in- onsvolumen von mehr als 191 Milliarden US- zwischen 80 Jahren immer noch als Senior $ bewegt. Investmentbanken und Private Chairman und verfügt über beste politische Equity Fonds ziehen daher häufig am glei- Kontakte, z.B. auch zu Henry Kissinger. Mit chen Strang. Sie sind über die bloße Ge- Paul O’Neill wechselte später auch ein ameri- schäftstätigkeit hinaus einflussreich und be- kanischer Finanzminister zu Blackstone – er treiben durch ihre Recherchen, Analysen und ist dort als Special Advisor aktiv. Die Seniori- Bewertungen ganz massiv Meinungsbildung tät im Verbund mit besten politischen Verbin- beim internationalen Anlagepublikum und in dungen dürften für China sehr attraktiv sein: den Medien. Dabei geht es sowohl um Län- Gelingt doch auf diese Weise endlich der Ein- der- als auch um Firmenratings, um die aktu- stieg ins Zentrum der amerikanischen Macht. elle finanzielle Lage, und mehr noch um die strategische Gesamtausrichtung und das zu- Ein Gleichklang der wirtschaftlichen Interes- künftige Potenzial. Auch in dieser Hinsicht ist sen Chinas und der USA ist aus chinesischer Chinas Investment bei Blackstone inter- Sicht der beste Garant für langfristig gute Be- essant: Möglicherweise beeinflusst China ziehungen der beiden Supermächte auch in demnächst durch eigene Investment-Banken politischer Hinsicht. Auf diese Weise werden das Geschehen auf den internationalen Kapi- auch protektionistische Forderungen unwahr- talmärkten. Es würde damit vom Beobach- scheinlicher – schließlich hatten die USA im tungsobjekt internationaler Anleger zum akti- vergangenen Jahr ein Rekordminus von mehr ven Beobachter, Mit-Gestalter und Mitent- als 233 Milliarden US-Dollar in der bilateralen scheider im internationalen Finanzgesche- Handelsbilanz mit China zu verzeichnen. Mit hen. Gut möglich, dass China sich gezielt auf steigender wirtschaftlicher Potenz werden die die Rolle des aktiven Players vorbereitet, be- Anliegen Chinas denen der USA immer ähnli- vor es den Zugang zu seinen Kapitalmärkten cher: Amerikanische wie chinesische Investo- und damit auch seinen Wechselkurs endgül- ren verfügen über eine extrem hohe Liquidi- tig freigibt. tät, mit der sie auf den internationalen Aktien- © 2007 THINK!DESK China Research & Consulting & Dr. Ulrike Reisach
    • 5 märkten auf Einkaufstour gehen. Beide profi- (2006-2010) der chinesischen Regierung, das tieren auch auf der Exportseite davon, dass gezielt chinesische multinationale High-Tech- ihre Währungen unterbewertet sind. Das Unternehmen fördert. China ist längst kein Nachsehen hat im Moment Europa mit sei- Lieferant für Billigprodukte mehr, sondern die nem starken Euro. Es handelt sich also kei- Elektronikwerkbank der Welt - international neswegs nur um hausgemachte Probleme, bekannte Namen wie Lenovo, Hai’er, TCL die den Produktionsstandort Europas im in- oder Huawei mischen die Märkte der Industri- ternationalen Wettbewerb schwächen. eländer auf. Investmentstrategie Zugleich tritt China direkt als Käufer von Un- ternehmensanteilen auf. Prominentestes Bei- spiel ist der Kauf der IBM-Computersparte Der Einstieg bei Blackstone läutet also ein durch die chinesische Firma Lenovo im Jahr neues Kapitel ein im Rahmen der Strategie 2005. Lenovo, das der Chinesischen Akade- zur Internationalisierung Chinas, die der frü- mie der Wissenschaften, lokalen Investoren here Staatspräsident Jiang Zemin schon im und Manager gehört, übernahm für 1,25 Milli- Jahr 2001 ausgerufen hat: ''Zou Chu Qu - arden US-Dollar die gesamte PC-Sparte, ver- Schwärmt aus'' heißt die Devise, die nun legte den Sitz des neuen Unternehmens nach nicht mehr nur auf politischem und kulturel- New York und ließ sich an der New Yorker lem, sondern verstärkt auch auf wirtschaftli- Börse notieren. Neben dem Know-how (Pa- chem Gebiet vollzogen wird. Insgesamt er- tente, Technologie, Management) profitieren reichten die chinesischen Auslandsinvestitio- die chinesischen Investoren von den einge- nen 2006 mit 16,1 Milliarden US-Dollar einen führten Markennamen sowie von der bereits neuen Rekord. Schon heute sind zwanzig etablierten Produktpalette samt Absatzkanä- chinesische Unternehmen unter den 500 um- len. Die Beteiligung an Private Equity Fonds satzstärksten Unternehmen der Welt (z.B. auf hilft, indirekt bei neuen Partnern einzusteigen der Liste der US-Zeitschrift Fortune), zahlrei- – auch bei Partnern, denen ein Direktinvest- che chinesische Rohstoff- und Industriegigan- ment Chinas politische Probleme bereiten ten sind an den Börsen in Shanghai, Hong- würde. Neben den amerikanischen, russi- kong und teilweise auch New York notiert. Es schen und indischen Großinvestoren werden handelt sich um Chemie- und Stahlgesell- wir uns also in Zukunft auch auf China als schaften mit hohem Staatsanteil sowie „global player“ in Sachen Finanzinvestments Strommonopole der Provinzen und staatlich einzustellen haben. geförderte High-Tech-Unternehmen. Auch wenn die chinesischen Firmen teilweise in Privatbesitz sind, so folgt ihr internationales Engagement dem 11. Fünfjahresprogramm © 2007 THINK!DESK China Research & Consulting & Dr. Ulrike Reisach
    • 6 Wahrung strategischer Interessen üblich ist. Dies würde nach dem Einstieg Chinas bei Blackstone aber auch bedeuten, nicht nur direkte Staatsbeteiligungen, son- China weiß um die strategische Bedeutung dern auch Investments von Private Equity seiner Schlüsselindustrien und schützt diese Fonds einer ähnlichen Kontrolle zu unterwer- mit einem ganzen Katalog von „Regulations fen. Der Schutz der strategischen Interessen for Guiding the Direction of Foreign Invest- von Staaten scheint hier erstmals Grenzen ment“ gegen ausländische Übernahmen. In für die Offenheit der Kapitalmärkte aufzuzei- zahlreichen Branchen, z.B. im Finanzsektor, gen. Die Industriestaaten werden gemeinsam in der Telekommunikation, bei Bildung und mit den aufstrebenden Staaten die Spielre- Medien-, sowie in einzelnen Rohstoffindustri- geln für ein „fair play“ nicht nur im Handel, en, bei Transportunternehmen und bei Infra- sondern auch bei den Auslandsinvestitionen strukturanlagen wie Stromnetzen und Was- neu definieren müssen. serversorgungsanlagen sind Auslandsbeteili- gungen nur beschränkt zulässig oder sogar ganz verboten. Der Erwerb von Mehrheitsan- teilen an chinesischen Marktführern, an Edel- oder Traditionsmarken sowie an Unterneh- men mit mehr als 2.000 Beschäftigten muss * Dr. Ulrike Reisach ist Expertin für die Wirt- beim Handelsministerium eingetragen wer- schaftspolitik Asiens in einem internationalen den. In China besteht also die Sorge, auslän- Industrieunternehmen. Sie hält Vorträge in dische Investoren könnten China dominieren. Europa wie Asien und ist Autorin zahlreicher Statt des in Deutschland seit Franz Müntefe- Fachpublikationen. rings Kritik geläufigen Begriffs „Heuschre- cken“ für hungrige Finanzinvestoren kursiert in China der Begriff „Krokodile“, verbunden mit der Assoziation, dass diese die chinesi- Haben Sie Anregungen, Kritik oder Fragen zu sche Wirtschaft verschlingen wollen. Nun unserem aktuellen Standpunkt? wird in Deutschland erstmals die Sorge vor Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung! russischen, indischen oder auch chinesi- schen „Krokodilen“ wach, die womöglich nur THINK!DESK China Research & Consulting an Patenten und Lizenzen interessiert sind. Aus diesem Grund erwägt die deutsche Bun- www.thinkdesk.de desregierung, größere Beteiligungen auslän- info@thinkdesk.de discher (Staats-)Fonds an deutschen Unter- nehmen künftig genauer zu prüfen – ähnlich 0700 - thinkdesk wie dies bereits in den USA und Frankreich © 2007 THINK!DESK China Research & Consulting & Dr. Ulrike Reisach
    • 7 Dieser THINK!DESK CHINA GAST-STANDPUNKT bringt ebenso wie die unten genannten Publi- kationen ausschließlich die persönliche Meinung der Verfasserin zum Ausdruck. AKTUELLE PUBLIKATIONEN VON DR. ULRIKE REISACH: Weitere Informationen zur Internationalisierung chinesischer Un- ternehmen und zu ihrer Leistungsfähigkeit auf den chinesischen, deutschen und internationalen Märkten finden Sie im soeben neu erschienenen Buch „China – Wirtschaftspartner zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ (redline wirtschaft, Mai 2007, ISBN 978-3-636-091404-7). Es handelt sich um die zu rund zwei Dritteln neue, vierte Auflage des Handbuches, das China-Manager und Verhandlungsführer seit inzwischen zehn Jahren erfolgreich be- gleitet. Das bewährte Autorenteam Ulrike Reisach, Theresia Tau- ber und Xueli Yuan vereint die Expertise für Wirtschaft, internatio- nales Management sowie Sinologie und interkulturelle Kompetenz und kommt mitten aus der be- trieblichen Praxis. Wohl strukturiert und zugleich spannend trägt das Buch den rasanten Verände- rungen in der Wirtschaftlichen und Gesellschaft Chinas Rechnung, zeigt die Zusammenhänge zwi- schen Wirtschaft, Politik, Kultur und Mentalität auf und gibt praxisnahe und kompakte Information. Information und Bestellungen unter http://www.redline-wirtschaft.de/redline/shop/artikeldetail.php?isbn=978-3-636- 01404&order_nr=636014040 Die Autorin hat sich in ihrem anderen neuen Buch „Die Amerika- nisierungsfalle“ (Econ-Verlag Berlin, ISBN 978-3-636-01404-7) ausführlich mit der Rolle der Finanzmärkte und den Konsequen- zen des US-Managementstils für deutsche Unternehmen beschäf- tigt. Informationen unter http://www.ullsteinbuchverlage.de/econ/buch.- php?id=9901&page=novitaeten&sort=titel&sort=titel&auswahl=A& pagenum=1 © 2007 THINK!DESK China Research & Consulting & Dr. Ulrike Reisach